Hallo Liebe Conny, na, die Fortsetzung dauerte ja nur ein paar Minuten - vielleicht haste sie gleich noch erwischt? (ich schreibe den Text etappenweise in Word - denn das Internet in Malawi verließ mich manchmal an ungünstigen Stellen, und dann war alles Futsch! 😈 So schreibe und speichere ich mein Geschribsel erst in Word, sortiere die Fotos, und wenn beides stimmt, setze ich es ins Forum. Das dauert dann meist nicht mehr so lange). Ich habe übrigens heute meine Wartezeit bei Tabeas Ballett dazu genutzt, endlich Deinen Reisebericht in einem Schwupps noch fertig zu lesen!!!! Das war mir eine Freude - danke dafür! Und herzliche Grüße an Deinen Mann: ich finde Deine vielen Sonnenuntergänge (und ein paar wenige Aufgänge) alle so wunderschön - ich möchte sie am liebsten vor mein Fenster projizieren! Also, er soll Dich mal weiter Sonnenuntergänge fotografieren lassen! 😎 Zu allem anderen: ich schreibe Dir demnächst mal eine PM - aber jetzt nicht mehr, jetzt muss ich eindeutig ins Bett!!!! 😣
Und Reisemaus, Doro und Kalaharicalling (tja wie war das nun - Stefanie oder Sabine? Ich muss nachblättern gehen, verzeih 😊 ): So schön, von Euch zu hören, und dass Ihr auch wieder dabei seid! Danke! Es schreibt sich doch irgendwie schöner mit Publikum!
Nun aber GUTE NACHT! Antje
Teil 10211. Sept. 2018
Hallo Thomas - ja, mit Dir wäre ich auch gerne mal unterwegs (und meine Kinder auch 😎 - sie haben Deine Reiseberichte verschlungen, v.a. aus Tanzania….). Wer weiß - vielleicht bekommen wir mal die Chance, einander im Matsch zu begegnen! 🤩 So wie Du beschreibst, scheint es den anderen Leuten kurz vor uns auch ergangen zu sein (auch die Südafrikaner, die wir im Makgadikgadi trafen, waren einige Tage zuvor bei Starkregem diese Strecke runter gekommen, und auch wenn sie recht unempfindlich wirkten, schienen sie absolut genug vom Matsch zu haben!). Die Leute, mit denen wir am North Gate geplaudert hatten, hatten auch gesagt, dass sie noch an den Seiten der Löcher grade so durchgekommen waren. Der eine Tag ohne Regen hat da wohl einen deutlichen Unterschied gemacht. Diese Vorwarnungen (plus unsere Erfahrungen im Moremi und das Steckenbleiben davor) hatten uns erst mal vorsichtiger an die Sache heran gehen lassen - was ja dann aber überflüssig war.
Conny: Ich glaube nicht, dass unser unterschiedliches Sichtungsglück an Marsh-Road versus Sandridge-Road lag. Ich glaube eher, es ist wie immer: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort - und wann das gerade wo ist, weiß man nie vorher. Gerade auf dieser Strecke war uns das nochmal so deutlich vor Augen: wir haben wirklich viele Elefanten gesehen - oft ganz nah an der Straße, oft überquerten sie diese auch. Aber innerhalb weniger Minuten waren sie KOMPLETT verschwunden - und ob die zwei Hilux hinter uns sie auch gesehen haben, haben wir nie erfahren! Fahre 5 Minuten später an der selben Stelle vorbei, und Du siehst evtl. etwas ganz anderes - oder auch nix! Faszinierend, wie der Busch die Tiere in Kürze verschlingt! Deshalb wissen wir ja auch gar nicht, wer UNS alles gesehen hat an unserem Nieten-Tag. Bloß weil wir die Tiere nicht sahen, schließt das ihre Anwesenheit ja nicht aus 😎
Da zitiere ich doch gerne wieder BG - unseren guide von der Chobe River Cruise: "Safari is like a gamble - sometimes you win, sometimes you lose. You never know what happens in nature!"
Nur nicht aufgeben und frustrieren lassen - wer Natur erleben will, muss auch hin und wieder "Nieten" aushalten! 🤪
Teil 10311. Sept. 2018
Vielen Dank, Thomas und Stefanie, für diesen Hinweis! Das macht durchaus Sinn mit dem offeneren Gelände und den Wasserstellen. Dann hatten wir also einfach Glück und waren zur rechten Zeit am rechten Ort 😉 Antje
Teil 10415. Sept. 2018
Fortsetzung 09.04. – Makwe – Savuti - Mwandi View. Untertitel: Es müssen nicht immer Löwen sein….
Ehrlich gesagt: ich bin ganz geflashed von dieser Landschaft hier um Savuti herum! Endlich wieder Weite – wie gut das meinen Augen tut!!! Den anderen geht es ebenso! Wir finden es alle wunderschön hier!
Im Vorfeld hatten wir Savuti aus bereits oben genannten Gründen ja quasi nicht eingeplant. Nun denken wir aber, dass „einfach nur vorbeidüsen“ irgendwie zu schade ist, und meinen, wir könnten uns 2 Stündchen Umherfahren noch leisten. Also tun wir genau das:
Wir drehen ein paar Schleifen hier östlich der Hauptstraße. Auch wenn unsere heiß begehrten Löwen immer noch nicht auffindbar sind - wir sehen Wasserböcke, Impalas, Giraffen! Das ist wunderschön! Auch diverse Vögel erfreuen uns immer wieder – - Tauben, Bee-Eater, Störche, Riesentrappen…. Leider sind sie diesmal oft zu schnell weg, um gute Bilder zu erhaschen.
Und folgenden haben wir leider nicht gut erwischt. Wer hilft mit der Bestimmung? Benni war ganz begeistert von diesem Rot, welches auf diesem Bild leider nicht rauskommt.
Auch der treue Roller ist wieder mit von der Partie!
Joel und ich würden gerne den kleinen „Rock climb“ zu den Höhlenmalereien machen, also fahren wir zu dem "Bushmen Hill". Hier ist nun allerdings extrem dichtes Gebüsch – man kann kaum 5 m weit sehen. Wir finden auch das Hinweisschild und den kleinen zugewachsenen Trampelpfad den Berg hoch – Volker und ich werden dann aber doch beide extrem skeptisch: HIER aussteigen und zu Fuße laufen??? Wo es hier ordentlich Raubkatzen geben soll? 😵 Schweren Herzens lassen wir die Chance auf das klitzekleine Bisschen „botswanische Kultur“, das uns wirklich interessiert hätte, ungenutzt verstreichen.
Und ich bin immer noch unschlüssig, was ich von diesen „allgemeinen“ Hinweisen und Regeln in afrikanischen Parks halten soll: „Nirgends das Fahrzeug verlassen!“ Im Lake Nakuru-Park (Kenya) bekamen wir vor 2 Jahren einen Rüffel eines Guides aus einem vorbeifahrenden Touri-Auto, da wir an einer immerhin übersichtlichen und recht grasfreien Stelle direkt NEBEN unserem Auto einer dringenden Pinkelpause nachgingen. (Because of lions…)
Im Chobe wurden wir gerügt, als zwei unserer Kinder sich mit Fotoapparaten bei Giraffen etwas aus den Fenstern lehnten („…because a lion could come and snatch him!“). Nicht weit davon entfernt trafen wir auf einen offiziellen Picknickplatz (nicht umzäunt), wo reges Treiben herrschte, und sich mehrere Leute diverser Fahrzeuge zwischen Büschen die Füße vertraten. 🙄 (what about the lions, who could snatch them???)
Hätte uns jemand in „grasloser Weite“ am Tümpel davor die Fenster unseres Autos reinigen sehen, wären wir vermutlich auch zurechtgewiesen worden. Und hier also, nahe an einem kleinen Flußlauf und mitten in dichtestem Gebüsch, ist es erlaubt, zu Fuß den Berg hoch zu klettern??? Ferner: Die meisten Campingplätze in botswanischen Parks scheinen nicht eingezäunt, und bekommen regelmäßig Besuch von nicht ungefährlichen Wildtieren (Löwen, Hyänen, Elefanten usw.)
Für mich ist das alles eine nicht nachvollziehbare unlogische Regelung!?
Vielleicht haben wir uns damit um unsere Löwen-Sichtung gebracht. Ich glaub’s allerdings kaum, und wäre in diesem Falle auch nicht böse, es verpasst zu haben. Denn auf eine Begegnung zu Fuß bin ich bei allem Abenteuergeist nicht so scharf – auch wenn ich solche Situationen mental schon unzählige Male durchgespielt habe: „Whatever you do – Don‘t run!“
Teil 10515. Sept. 2018
Forstsetzung Savuti: Es müssen nicht immer Löwen sein….
So fahren wir weiter, und begegnen direkt hinter der nächsten Kurve Giraffenmama mit Kind. Leider auch zu schnell im Gebüsch verschwunden, so dass ich hier Moremi-Giraffenbilder rein mogeln muss…. (sonst wird es zu textlastig!)
Auch ein paar Kudus lassen sich blicken – verschwinden aber ähnlich schnell wieder im Gebüsch:
Dann kreuzen wir wieder die Hauptstraße, und versuchen unsere Löwensuche auf der westlichen Seite, um „Sable Hill“ herum. Mit Argusaugen suchen wir Felsen und Büsche ab – vergeblich. Dann taucht zur Abwechslung mal ein Büffel auf
Und würdigt uns immerhin mal eines Blickes:
Auch Freund Roller kommt immer mal wieder vorbei
Und schade, Benni, dass du diesen tollen Moment nicht ganz scharf erwischt hast:
Mir haben es ja außerdem immer wieder einzelne Bäume in Landschaft angetan, so auch dieser, der von Kletterpflanzen ganz verschlungen scheint:
Wir fahren über die Brücke vorbei am Campsite und biegen dann nochmal nach rechts ab. Hier um die „Harvey’s Pans“ möchten wir noch ein wenig kreisen. Die Hoffnung auf Löwen will nicht so ganz sterben, auch wenn wir sie eigentlich mittlerweile aufgegeben haben. Aber auch ohne freuen wir uns immer wieder an diversen Antilopen und Vögeln, und an der schönen Landschaft! Es ist recht „swampy“ hier, und wir suchen uns durch die vielen kleinen, teils sehr überschwemmten Wege hindurch. Zum Glück bleiben wir nirgends stecken!!! Denn dafür haben wir heute keine Zeit mehr! 🙄
Fortsetzung in einem getrennten Beitrag in Kürze - zu viele Bilder!
Teil 10615. Sept. 2018
2. Forstsetzung Savuti: Es müssen nicht immer Löwen sein….
Gerade, als wir uns wieder aufmachen wollen gen Hauptstraße, meldet mein Hirn, dass da doch etwas im niedrigen Gras liegt! Nein, kein Löwe – aber diese zwei Konsorten sind, wie wir finden, dennoch nicht zu verachten!
Oh, wie wir uns freuen! 🤩 🤩 Zwar sind Schakale ja keine seltene Sichtung, aber auf dieser Fahrt hatten wir bisher noch keine gesehen. Und diese beiden liegen so herrlich da! Langsam räkelt sich der eine
Und schnüffelt ein wenig herum. Der andere kratzt sich fragend hinterm Ohr, was der "Aufstand" wohl soll:
Wir folgen einem kleinen Pfad um sie herum, da sie von der anderen Seite auf etwas besser zu sehen sind:
Na, was riecht denn hier so verlockend? Ach, alter Elefantenmist! „Lohnt sich’s?“, fragt der Kumpel etwas gelangweilt, sich dabei nicht aus seiner gemütlich Lage erhebend:
„Und wie!!! Ich könnt mich glatt reinlegen!“ 🤩 – Spricht’s und tut’s!
„Na, ich weiß ja nicht…“ meint der andere, und macht sich in eine andere Richtung auf
So trollen sie ein wenig umher, und wir können uns nicht losreißen! Sie sind einfach so schön anzuschauen!
Dann aber trotten sie langsam immer weiter weg, was uns den Aufbruch etwas erleichtert!
In der Ferne färbt sich der Himmel nun ungemütlich grau. Es ist mittlerweilen schon recht spät geworden, und wir sollten zusehen, dass wir auf die Straße nach Kavimba kommen!
Auf dem Airstrip neben uns begleitet uns ein Stückchen weit noch eine etwas größere Herde Gnus, und dann fahren wir durch prasselnden Regen….
Ich mache es mir hinten auf der Matratze gemütlich, schließe meine Augen und lausche dem nun fast gleichförmigen Wassergespritze unter den Rädern: „Volker, bist Du sicher, dass Du noch richtig bist?“ – frage ich zwischendurch mal. „Es klingt eigentlich eher, als würdest Du durch einen See fahren, als durch Tiefsand….“
Irgendwann lichtet der Himmel wieder
Und bald erreichen wir das „Ghoha North Gate“, wo wir den Chobe wieder verlassen. Auf zur letzten Etappe dieses langen Tages - zu den Linyati Flood Plains bei Kavimba für unsere letzte (schnief!!! 🙁 😣 ) Nacht in Botswana!
Teil 10721. Sept. 2018
Fortsetzung 09.04.2018 Savuti – Mwandi View:
Auf dieser letzten Strecke vom Gate über Kachikau bis nach Kavimba bekommen wir nun doch noch ein kleines bisschen tieferen Sand zu spüren. Nicht tief genug, um uns zum Reifendruck ablassen zu überzeugen, aber immerhin doch so tief, dass ich anfange, mir vorstellen zu können, wovon hier immer geredet wird! Dummerweise haben wir nicht noch einmal auf die Karte geschaut – ich dachte, ich hätte sie im Kopf. FAST war das auch so. Aber eben nur fast 🤨 . So biegen wir direkt hinter dem gate nach rechts, da dort „Kachikau“ ausgeschildert ist, und ich im Kopf hatte, dass es geradeaus nach Linyati geht, was ja auch richtig ist (aber wo wir nicht mehr hin wollten). Dass diese hier nach rechts aber eine kleinere Straße ist, und die etwas größere erst später nach rechts abzweigt, hatte ich also nicht auf dem Schirm. Das war nun nicht super tragisch, denn von Kilometern her sind wir damit eine kleine Abkürzung gefahren. Aber vom Straßenzustand her war es fürchterlich! Permanent ausgefahrene sandige Mini-Hubbel. Kein „Waschbrett“, sondern weitaus hubbeliger! So als würde man andauernd über Bumps fahren! Im Schleichtempo wühlt sich unser Landcruiser vorwärts….
Ich kann das nicht mehr abfedern, habe heftige Rückenschmerzen (erstmals auf dieser Fahrt), und lege mich deshalb wieder hinten auf die Matratze. Volker fährt einigermaßen fröhlich stur vor sich hin, und die Kinder – tja, ich weiß gar nicht mehr, wie die sich die Zeit vertrieben haben? Vermutlich teilweise auch mit Schlafen, teilweise mit gegenseitigem Abfragen, ob denn die Übersetzung von „Mellivora capensis“, „Loxodonta africana“, „Connochaetes taurinus“ u.a. noch präsent sind. Oder sie griffen doch mal zu weniger anspruchsvollen Lektüren und zogen die paar Asterix und Donald Ducks 😉 raus, die noch im Auto in einer Ecke hingen!
Jedenfalls: als wir dann wieder auf die Hauptstraße stoßen, wird die Fahrerei wieder deutlich angenehmer! Da erst fällt uns auf, dass wir eigentlich eine andere Straße hatte nehmen wollen… 😵 Immerhin: das Abendlicht ist wunderschön, und wir genießen diese einmalige Stimmung in golden beleuchteter Landschaft!
Irgendwann kommt auch die Passage, die hier in Berichten öfter in Bild zu sehen ist:
Das war die einzige Stelle, wo wir dann mal über den Reifendruck nachdachten, da wir zuerst den Hügel nicht hochkamen! Volker rollte dann nochmal zurück und nahm etwas mehr Anlauf, und damit war auch das für unseren genialen Rafiki kein großes Problem!
Ohne mich jetzt mit Defender-Verfechtern anlegen zu wollen (ich war lange Zeit ein Bewunderer dieser legendären Autos! Und wollte eigentlich auch einen verbeulten RICHTIGEN Landrover Defender als unser Hochzeitsauto. Doch das war in Deutschland damals in unserem Umfeld leider nicht zu finden… 🙁 ): Heutzutage wird mich vermutlich jedoch nichts mehr von meiner inzwischen leicht veränderten Meinung bekehren: Nichts geht über einen feinen und zugleich rustikalen Toyota Landcruiser (HZJ 78 – oder von mir aus auch noch 76…)!!!
(Ich betone nochmal: das ist MEINE ganz persönliche Meinung – und andere dürfen gerne anderer Meinung sein und bleiben!!! Denn wo kämen wir denn da hin, wenn alle Defender-Fans plötzlich Landcruiser fahren wollen würden??? 😗 )
Froh sind wir dann aber doch, als wir Kachikau und damit die Teerstraße erreichen – der Fahrtag war nun lange genug gewesen, und wir fühlen uns doch einigermaßen durchgeschüttelt.
Bald darauf bietet sich uns ein atemberaubendes Bild über die Linyati Flood plains neben der Straße – und Ihr alle wisst ja aus eigener Erfahrung, dass Bilder das nicht einfangen können! Hier trotzdem ein Versuch:
Die Wolken haben sich extra für uns nochmal ein wenig geöffnet!
Wenige Minuten später erreichen wir bei den letzten Sonnenstrahlen des Tages Mwandi View!
„Ohhhh – ist DAS schön hier!“ rufen wir alle wie aus einem Munde, als wir durch das Tor fahren!
Ob es nun wirklich objektiv betrachtet so außerordentlich schön dort ist, oder ob wir einfach nach diesen Tagen „Wildnis“ (und der vergangenen Nacht im „verlodderten“ Mankwe…) von dieser gepflegten Anlage, dem grünen Rasen und den einzigartigen Floodplains im Hintergrund betört sind – nochdazu in diesem Abendlicht – ich weiß es nicht. Jedenfalls ist es wie ein langes, wohltuendes Durchatmen!
Da es schon recht spät ist, habe ich Aufnahmen von der Anlage erst am nächsten Tag gemacht. Ich möchte sie dennoch hier einfügen, um ein kleines Bild davon weiter zu geben. Vielleicht steuert der eine oder andere von Euch dieses Kleinod ja demnächst auch mal an!? Wenn man durchs Tor fährt, vor einem dieser Blick auf das kleine Restaurant/Abolutions Blocks (links daneben).
Wenn man hinein geht, ein simples, aber hübsch eingerichtetes Restaurant
mit Bar
Durch das man auf eine sehr große Holzterrasse kommt. Die Floodplains liegen einem zu Füßen! Blick nach rechts:
Blick nach links mit kleinem Pool:
Wenn man links wieder am Pool runter geht, an den Abolution Blocks vorbei, (Blick zurück):
kommt man auf die Campingwiese:
Auf der Rückseite der Duschen gibt es übrigens auch große, schöne Waschbecken zum Geschirrspülen oder Wäschewaschen – ausreichend heiß Wasser und eine Wäscheleine inklusive! Wir nutzen es allerdings nur zum Abspülen – Wäschewaschen kommt erst in ein paar Tagen wieder zu Hause in Blantyre dran (falls wir da gerade mal gnädiger weise Strom für die Waschmaschine haben sollten…).
Wir bauen schnell Zelte auf (im Scheinwerferlicht), kochen noch was Schnelles und gönnen uns jeder eine ausgiebige, wunderschöne warme Dusche! Spätestens jetzt sind wir die Schmiere von der mißlungenen Mankwe-Dusche wieder los! Das fühlt sich gut an!!!
Ein wenig sitzen wir noch auf dem Deck und diskutieren evtl. Planänderungen:
Joel spricht aus, was ich auch denke: „Können wir nicht morgen noch hier bleiben? Es ist soooo schön hier!“
Wir haben für morgen und übermorgen 2 Nächte in Livingstone, wieder in der Maramba River Lodge eingeplant. Wollen auch nicht mehr zu den Vic Falls, denn wir sind so erfüllt und fast geplättet von dem vielen Erlebten, dass das irgendwie nicht auch noch nötig ist. Zumal wir uns ja vor ziemlich genau 2 Jahren dieses Spektakel gegönnt haben! Insofern hätten wir also tatschlich die Zeit, unsere „Doppelnacht“ zu verschieben (außerdem muss man bei Maramba nicht im Voraus zahlen!). Zunächst erscheint diese Option wirklich eine gute Lösung. Dann aber versuchen wir uns vorzustellen, was wir (aber insbesondere die Kinder) einen ganzen Tag lang hier tun werden? Hübscher Pool, große Wiese und schöne Aussicht in Ehren – aber vielleicht ist das doch kein Tag füllendes Programm?
Ich persönlich könnte jetzt wirklich mal 1 oder auch 2 Tage an einem solchen Ort hier verbringen. Mich auf diese Terrasse setzen, in die Weite blicken und glückliches Nichts-Tun genießen! Oder anfangen, Bericht zu schreiben, und das Erlebte damit nochmal verinnerlichen. Das wäre ICH. Volker könnte sich auch beschäftigen, zumal es hier kostenloses WIFI gibt. Aber in Anbetracht der Kinder entscheiden wir, dass das vielleicht doch zu lange ist. Da wir aber morgen nur über Kasane, mit der Fähre über den Zambezi und nach Livingstone wollen, ist unser Kompromiss am Ende, dass wir uns den Vormittag hier noch gemütlich Zeit nehmen, und dann je nach allgemeiner Laune den Abfahrtszeitpunkt festlegen. Damit scheinen alle zufrieden!
Die Sonne hat sich schon längst verabschiedet und der letzte Blick bei Tageslicht über den Fluß nach Namibia ist schon einige Stunden her
als wir dann endlich (dankbar für eine Waagerechte und ohne Gerüttele!) in unseren Zelten auf die Matten fallen. Ein letztes Mal botswanische Träume – für keiner weiß wie lange…..
Teil 10822. Sept. 2018
Vielen Dank an alle von Euch, die auf den letzten Kilometern nun nicht aussteigen! Es erscheint mir schwieriger, nach 2 Monaten Pause wieder den Einstieg zu schaffen - und außerdem stelle ich selber fest, dass es für mich persönlich nicht einfach ist, das Ganze hier von "Deutschem Boden" aus fertigzustellen. Das ist sicher unserer Situation geschuldet - und dem, wie ich persönlich gestrickt bin. Ich habe mir aber bereits überlegt, wie ich auch die letzten Reisetage vielleicht noch etwas amüsant gestalten kann. Das fühle ich mich Euch verpflichtet - denn ebenso, wie ich "meine Meute" an langen Fahrtagen versuche, fröhlich zu halten, so werde ich das auch für Euch tun. Denn jetzt sitzt IHR ja gerade bei mir im Auto! 😉
Es freut mich, dass es doch so viele gibt, mit denen ein klein wenig besondere, inspirierende Beziehung entstanden ist! Fortsetzung soll nicht lange auf sich warten lassen! Es grüßt Euch, Antje
Teil 10926. Sept. 2018
Danke, Willi! ich staune immer noch, wie wir uns über ein ordentliches "disagreement" in einem therad hier über Kenya gefunden haben. Und dabei manche Seelenverwandtschaft entdeckt haben.... Du bist Gold wert!!!
Ich wollte das Lob über das ImpalaBild schon an Benni weiter geben - aber der wehrte gleich ab: "Nein, das ist Papas! Meine bei den springenden Impalas an dem Tag waren an epic failure!"
Er hat Recht - diese Anerkennung geht an meinen Mann! Das war ja aus dem Majete in Malawi - das war irre, und ich muss wohl doch noch ein wenig aus Malawi ausgraben und berichten, wenn ich hier fertig bin mit diesem Bericht! Eine nicht enden wollende Herde sprang über diverse Büsche, ganz viele Babies dabei, wir sagten: das ist ein Kindergartenausflug!!! Wir hatten also ziemlich viele Versuch frei mit den Fotos.... Aber wie Du sagst: sie gelingen einem dennoch selten so wie dieses eine hier! Und zu unserem Matsch-Fahrstil sag ich gleich in der Fortsetzung noch was.... (du hast ja Recht: so macht man das eigentlich nicht! 😗 )
Teil 11026. Sept. 2018
Dienstag, 10.04.2018: Mwandi View (Kavimba/Botswana) – Maramba River Lodge (Livingstone/Zambia):
Als ich sehr erholt aus meinem Zelt krieche, bergrüßt mich wieder strahlend blauer Himmel! Aber die Sonne steht schon hoch – die „Morgendstund“ mit „Gold im Mund“, die hab ich heute wohl verschlafen!? 😮 Tatsächlich, es ist schon nach 8 Uhr! Das gab’s ja auf der ganzen Reise noch nicht! Aber heute, da durfte es sein, und ich habe auch nichts verpasst!
Denn der Blick über die Linyati Floodplains vom Restaurantdeck ist auch zu dieser Stunde noch atemberaubend schön! Mein Versuch, es im Panoramabild ein wenig einzufangen:
Ich finde den Rest meiner Familie irgendwo verteilt: Volker auf der Terrasse, Johannes ebenso (mit Buch in der Hand), Joel und Tabea auf den Wiesen in irgendwelche selbstausgedachten Spiele versunken, und Benni noch im Nachbarzelt (ich war also doch nicht die Letzte!) 😎
So langsam haben wir die schönen Tiere nun wohl hinter uns gelassen, und begnügen uns mit der „fake version“ (deshalb haben wir ja vorsorglich auf solchen Fahrten immer ein paar Wildtiere mit an Bord – Leoparden, Affen und Giraffen MÜSSEN sein!). Und heute durften auch DIE mal in die Freiheit:
Erinnert sich noch einer an unseren aller ersten Fahrtag in Malawi? Wie wir uns die Fahrt mit allerlei alten Kinderliedern schmackhaft gemacht haben?
„Es schaukelt die Giraffe, am Baum so wie ein Affe……“ „….der Affe lacht sie aus: da wird nie was draus! Das wird NIE was draus! NIE WAS DRAUS!“ 😛
Joel und Tabea lachen sich schlapp über ihre Idee, die Giraffe wirklich mal am Baum baumeln zu lassen, und Joel bettelt um mein Smart Phone, um das Ganze fest zu halten. Warum er es allerdings nicht hingekriegt hat, diese hübschen Szene im Baum so zu arrangieren, dass man immerhin die Gesichter auf den Bildern sieht, bleibt mir ein Rästel….. Entweder, er muss mal bei seinem Bruder Benni Nachhilfe in Fotografie nehmen – oder er denkt sich vielleicht: so halb versteckt ist‘s authentischer? 😛
Dabei fällt mir übrigens auf: ich habe Euch gestern schon wieder Tabeas Statistik unterschlagen! Im Gegensatz zu ihrer Akribie, das jeden Tag ordentlich aufzuzeichnen, scheine ich gegen Ende meines Berichtes diesbezüglich etwas nachlässig zu werden...…
Dann wollen wir doch mal sehen, ob das Gefühl einen manchmal täuscht, oder ob wir an dem „Savuti-Tag“ wirklich so viel mehr gesehen haben als am Tag zuvor: Elefanten: 42 – hm, nicht schlecht, würde ich sagen….. Speck’s Hingeback Tortoise (Huch??? Das war wohl die Stigmochelys pardalis?): 1 Hornbill: 62 – Hut ab, wer da noch mitgezählt hat! Eagle: 12 (soll ich das glauben, oder war sie besoffen? Naja, ich hab ja teilweise auf der Matratze geschlafen. Hab wohl doch was verpasst…) Wild Dogs: 7 – Jaaaa, die hab auch ICH mitbekommen! Male Impala: 15 Zebra: 5 – n bisschen mager, würd ich sagen…. Roller: 7 Ibis: 2 Comb Ducks: 66 Egyptian Geese: 30 – ich glaub, das ist grob überschlagen Stork: 3 Guinea Fowl (was? Ich dachte, die zählst du nicht?): 25 Buffalo: 2 Kudu: 5 Wildebeast: 46 – oh wow! Das war in Botswana der mit Abstand Wildebeast-reichste Tag! Ja, und die Giraffen????? Hab ich die nur geträumt? Aber ich hab Euch doch Fotos gezeigt, und die waren NICHT rein geschummelt!
Nun ist’s aber endlich Zeit für ein Frühstück! Als ich auf das Dach zu meiner Essenskiste klettere, sehe ich, dass am gestrigen Tag der Matsch es sogar geschafft hat, das gesamte Dach von oben inklusive aller Seiten der Kisten einzusauen! 😵 Das nenne ich erfolgreiches Rough-Road-Fahren! 😗 Und Ja, Willi, normalerweise fahren wir anders durch Matschlöcher – v.a. wenn sie uns unbekannt sind. Und Bilder von unseren Matschdurchfahrten, wie das von Dir zitierte, haben wir dann nochmal „extra“ produziert, nachdem wir das Loch kannten…… Nur die „Savuti-Wellen-Wasserpiste“ sind wir, wie schon erwähnt, nach anfänglicher „Testphase“ dann in anderem Tempo gefahren – und ich glaube auch, dass unser Auto noch nie so weit hoch mit so viel Matschwasser bespritzt gewesen ist, wie ich es jetzt bei meiner Frühstücksvorbereitung entdecken konnte!
Danach lassen wir uns alle noch gemütlich Zeit. Die Kinder nutzen den schönen Pool aus, Volker freut sich, dank „free WIFI“ mal wieder Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen (weil er innerlich ja die ganze Zeit eigentlich viel mehr in Tanzania und unserer fraglichen Zukunft dort ist…), und ich gehe endlich mal Amelia du Plessis, die Besitzerin aufsuchen.
Sie und ihr Mann haben ihr privates Haus direkt mit Blick auf die Campingwiese, und ich habe sie vorhin dort werkeln sehen. Zum einen müssen wir noch die Chobe-River-Cruise abrechnen, und zum anderen möchte ich mich bei ihr bedanken für ihre Hilfe, diese Tour vom Senyati aus noch klar zu kriegen, und ferner muss ich ihr unbedingt sagen, wie genial wir den guide BG fanden!
Amelia und ihr Mann sind sehr herzliche Leute, ich habe mich also nicht getäuscht! Sie freut sich mit uns, dass das mit der Bootstour noch geklappt hat, und dass wir über BG ebenso erfreut sind, wie anscheinend viele andere. Sie würden noch nicht lange mit ihm zusammenarbeiten – er arbeite für „Moonlight Safaris“, welche sie seit einiger Zeit für Touren mit engagieren. Gestern habe er von Mwandi View aus eine Gruppe Touristen in den Chobe gefahren, und sie hätten „Mating Leopards“ gesehen! „And I’m SO jealous!!!”, platzt sie in einer Mischung aus Neid und Lachen dazu heraus! Wie oft wäre sie schon im Chobe gewesen, aber SO was habe sie noch nie gesehen!
Tja, - safari is like a gamble…. You win, you lose….
Und wenn ich hier parallel Deinen Bericht lese, Bele, und Eure wahnsinnigen Sichtungen, dann - ja was dann? Das frage ich mich gerade. Bin ich neidisch? Zwischendurch dachte ich das mal. Aber ich muss ehrlich sagen: nein, ich bin es glaube ich, nicht. Denn unsere Reise war zwar so ganz anders als Eure, aber wir haben Wunderbares gemeinsam erlebt. Und: es war UNSERE Reise. Und eine solche Reise besteht ja nicht NUR aus Sichtungen, sondern aus so viel mehr!
Neben dem, dass ich mir dachte, dass ich in meinen Bericht dieser letzten etwas „langweiligeren“ und „tierärmeren“ Fahrtage bis zurück nach Blantyre immer mal ein paar meiner Lieblingsfotos dieser Fahrt rein nehme – und dabei feststellen musss: es sind sooooooo viele! Ich kann ja nur einzelne Highlights zeigen! Z.B. diese hier:
Und: was ist eigentlich „win“ – und was ist „lose“? Das gibt es möglicherweise objektiv überhaupt nicht. Das kann vielleicht nur jeder für sich selbst beantworten.
Und auch wenn wir jetzt gleich Botswana verlassen: wir sind ja noch nicht am Ende! Also bitte: noch nicht aussteigen – denn es geht gleich nochmal flink durch den Chobe (Brav im Wagen bleiben! Wir wissen ja jetzt, dass es dort WIRKLICH Elefanten gibt!!! 😄 ), dann wieder über den Zambezi (da macht sich aussteigen auch nicht so gut – flußabwärts warten die Victoria Fälle…. Autsch! 😣 ), bevor wir an einem meiner Lieblingsplätze, der Maramba River Lodge, nochmal unser müdes Haupt hinlegen dürfen!
Gegen 11:00 sind die Zelte abgebaut und alles wieder im oder auf dem Wagen verstaut. Auch Giraffe und Affe sind glücklicherweise nicht im Baum hängen geblieben, sondern wieder mit an Bord! 😎 Ein letztes Mal springen wir alle kurz in den Pool und blicken über diese gewaltige Wasserebene Richtung Namibia. Dann geht es wieder los – zum Ngoma Gate Richtung Kasane. Kurz davor beschließen wir, einen Blick auf die Ngoma Bridge Richtung Namibia zu werfen. Vor der Brücke halten wir an und blicken über den Zambezi – schön! Wer weiß, ob wir hier in ferner Zukunft mal weiter fahren werden? Ein Traum von mir ist es schon lange, eine noch größere Runde durch noch mehr Länder, darunter Namibia, zu drehen. Allerdings dann mit viiiiiel Zeit! Wann das sein wird, weiß ich noch nicht. Für heute aber sind wir dankbar, dass wir es diesmal immerhin schon bis Botswana schaffen durften!
Am Parkeingang sind die Formalitäten schnell erledigt. Der Officer, bei dem ich uns ins Buch eintragen muss, ist freundlich und, als er unser Nummernschild sieht, zu einem kleinen Schwätzchen über Malawi aufgelegt. Das ist auch mal ganz nett!
Und, was hat der Chobe heute zu bieten? Auch auf diesem kleinen Stückchen Teerstraße sind die Elefanten ja öfters unterwegs!? Ob sich noch ein letztes Mal welche blicken lassen?
Ein einzelner Säbelantilopen-Bock huscht irgendwo schnell ins Gebüsch. Ein paar Meerkatzen turnen in den Bäumen, und einige Warzenschweine sind auch so freundlich, uns zum Abschied noch zu winken (mit ihren „Antennen“). Aber die botswanischen Elefanten haben beschlossen, dass der nördliche Chobe für uns ein Elefanten-leeres Erlebnis bleiben soll. 😵 Nun ja, so bleiben uns die beide Löwinnen von der Bootstour am Anfang um so besonderer im Gedächtnis!
Während wir so über die Teerstraße huschen, ziehen in uns Bilder von unseren ersten Tagen hier in Botswana durch den Kopf:
Ob Chobe mit dem Auto oder mit dem Boot – auch diese ersten Erlebnisse waren trotz Elefantenlosigkeit schön gewesen!
Schnell sind wir in Kasane, wo wir noch unsere letzten Pula ausgeben wollen. D.h. Volker möchte eigentlich mit keinen Pula zurück nach Malawi. Wir müssen aber als letztes noch die Kazungula Ferry bezahlen. Leider wissen wir nicht, wieviel sie von botswanischer Seite aus kostet. Bevor wir also im Shoprite noch einmal einkaufen, versuchen wir, und über den Fähren-Preis kundig zu machen: Wir beobachten alle Autos, die so auf den Parkplatz kommen und fangen diverse Leute ab: Fahrer von Touristen-Unternehmen. Polizisten. Einheimisch. Expats. Wir fragen so ziemlich jeden, der uns so aussieht, als könnte er das wissen – aber vergeblich. Keiner weiß, wieviel diese Fähre kostet! Ja ist das denn möglich? Nein, wir selber fahren dort nie rüber, sagen sie alle.
Tja, was tun? Wenn wir uns zu viel Geld aufheben, liegt es bei uns in Malawi unnütz herum. Wenn wir uns zu wenig aufheben, dürfen wir von der Grenze aus wieder zurück nach Kasane fahren, um Geld abzuheben. Dummerweise ist es ja sogar so, dass man ERST den botswanischen Grenzposten passieren und DANN die Fähre bezahlen muss. Also geht es eigentlich gar nicht, dann nochmal zum ATM nach Kasane zurück zu fahren…. Letzteres wäre also ZIEMLICH blöd! Wir spekulieren also: Von Zambia aus waren es 150 zambische Kwacha gewesen. In Botswana sind diese Dinge meist etwas teurer – aber sooo viel mehr kann es doch auch nicht sein. Also vielleicht 200 Pula? (Bei einem Kurs von ca. 1:0,9).
Volker beschließt, zur Sicherheit 250 Pula zu behalten. Den Rest setzten wir nun noch in Lebensmittel im Shoprite um. Neben einem Mittagssnack für jeden kaufen wir noch etwas Müsli und Milch, zwei Packungen Nudeln und Konserven für ein weiteres einfaches Gaskocher-Essen. Mein Kaffee ist auch quasi leer – und da es noch 3 Tage bis Blantyre sind, muss also auch noch ein Päckchen Kaffee dazu. Darüber hinaus geht das Geld für so gaaaanz wichtige Dinge wie Schokocreme drauf. Ja, Ihr habt keine Ahnung wie kostbar das in Malawi ist! Da gibt es nämlich immer nur so ca. alle 3 Monate mal in den Regalen einen Schwung Schoko-Brotaufstrich, der dann in Kürze leergekauft ist! Und: ich traue meinen Augen kaum: die Schokocreme ist gerade drastisch reduziert und das Glas kostet nur die Hälfte von dem, was ich in Blantyre sonst bezahle – also müssen davon noch 4 Gläser für die nächsten Monate mit! Außerdem sind die Ostereier und Schokohasen im Abverkauf und damit preiswerter als eine normale Tafel Schokolade – da läßt sich der sonst vom schwäbischen Spargeist getriebene Papa erweichen und packt noch etwas Schokoproviant für die letzte Reiseetappe in den Wagen! 🤩
Danach fahren wir an der Lasterschlange botswanischerseits vorbei bis zum Grenzposten. Bei der Ausreise geht ja alles immer etwas schneller, und ich muss mich nicht mehr vor fehlenden Dokumenten fürchten. Dennoch bleibt unser Fazit zu den botswanischen Beamten leider: freundlich geht anders!!!! 😈
Dann die Mischung aus Hoffnung und Schlottern, ob wir mit unserem Fähr-Preis richtig spekuliert haben? Volker kommt grinsend aus dem Häuschen zurück: es kostet 250 Pula! Puuuh! Schwein gehabt! Aber ehrlich: Abzockerei ist das trotzdem, finde ich…. Nun stehen wir wieder am Zambezi-Ufer, und während wir auf die Fähre warten, betrachten wir das Mega-Brücken-Projekt von der anderen Seite:
Uuuups – Rafiki! Als wir hier vor 10 Tagen von der Fähre runter fuhren, hattest Du irgendwie eine andere Farbe! 😄
Teil 11206. Nov. 2018
Fortsetzung Dienstag, 10.04.2018: Noch einmal über den Zambezi Einschub: Kazungula Ferry und das derzeitige MonsterBrückenProjekt
Bald stehen wir wieder auf der Fähre und Joel bettelt auch diesmal um gaaaanz viele Bilder von diesem Brückenbau! Ja, eindrücklich ist sie allemal! Auch beim zweiten Anblick auf der Rückreise!
Da Mugabe verweigerte, sie durch zimabwisches Hoheitsgebiet verlaufen zu lassen, mussten Botswana und Zambia Namibia als Partner gewinnen, welche ihnen dann nach langen Verhandlungen die Erlaubnis gab, die Brücke in einem großen Bogen auf im Prinzip namibischer Seite verlaufen zu lassen. (was ja inzwischen als schmaler Grenzstreifen zwischen Botswana und Zambia anerkannt wurde, womit der afrikanische „QuadriPoint“ verschwand bzw. In einen doppelten „TriPoint“ umgewandelt wurde). Das verlängerte das Bauwerk um 323m auf eine Gesamtlänge von 923m! Und steigerte gewiss auch die Kostens immens…. Vielen Dank, Herr Mugabe!
Da in einem anderen thread neulich nochmal über die Brücke kurz berichtet wurde, dass Zimbabwe sich nun in das Projekt mit eingereiht habe, habe ich nochmal etwas recherchiert. Leider fand ich nicht ganz so viele Infos wie erwartet. Eine kurze Zusammenfassung einige meiner Ansicht nach interessanten Aspekte gebe ich hier gerne weiter:
Im “Daily news Zimbabwe 17. März 2018” heißt es, Zimbabwe fürchte inzwischen, dass durch diese Brücke die bisherige Haupttransitroute „Beitbridge-Chirundu“ untergraben würde. Diese jedoch stelle für Zimbabwe eine wichtige wirtschaftliche Einnahmequelle dar. “…the project sounds a death knell for the country…” und weiter: “….Zimbabwe benefittet from cargo duty and toll fees…”. Ebenso sei der touristischen Sektor durch den Brückenbau gefährdet, da Routen/Unterkünfte dann weniger in Zimbabwe angestrebt würden. Demnach habe wohl Mnangagwa nun versucht, die alten Feindseligkeiten zwischen Mugabe und Khama zu begraben, und die neuen Regierungen versuchen einander anzunähern. Möglicherweise hat sich Zimbabwe nun tatsächlich darum bemüht, noch ein Stück vom Kuchen dieser Brücke (wirtschaftliche Erfolge?) mit ab zu bekommen.
In anderen Nachrichten findet man jedoch auch kritische Stimmen, die behaupten, die Investitionen würden die Partner niemals – in jedem Falle jedoch nicht schnell – wieder einnehmen, da als Transit-Route BeitBridge-Chirundu am Kariba Stausee immer noch kürzer sei, und Mnangagwa plane, diese auszubauen/zu verbessern um konkurrenzfähig zu bleiben. Ferner müßten die Grenzen (gemeint sind wohl ALLE SADC-Grenzen) wie geplant endlich in One-Stop-Borders umgewandelt werden, die die Abfertigung erleichtern. Diesen Punkt kann man nur unterstreichen, wenn man die Warteschlangen der Laster auf beiden Seiten des Zambezi sieht….
Auch müssten Botswana und Namibia die Umgebenden Strecken ausbauen – mit einer Brücke alleine wäre dies nicht getan. Ein weiteres Problem sei, dass derzeit keine Toll-Gebühren erhoben würden und die hohen Kosten für das Projekt lediglich durch die Road Tax viel zu langsam wieder eingenommen würden.
Also: bleibt abzuwarten, was sich die Führer der beteiligten Staaten in Zukunft hier noch einfallen lassen!
Und wie steht es nun mit dem absehbaren Ende bezüglich des Bauprojektes – was ja die Touris und damit sicherlich einige meiner Leser betrifft? Hier konnte ich lediglich aus Nachrichten Ende September entnehmen, dass die neue „deadline“ März 2019 wäre. Was auch immer das zu bedeuten hat, denn eine „deadline“ sagt ja noch nichts über eine tatsächliche Fertigstellung aus….
Falls jemand besser informiert ist, bin ich dankbar für alle Kommentare/Ergänzungen! Denn wir werden dieses Projekt weiterhin interessiert verfolgen, auch wenn wir wohl kaum so schnell wieder dort vorbei fahren können werden.
Teil 11306. Nov. 2018
Fortsetzung Dienstag, 10.04.2018: Mwandi View (Kavimba/Botswana) – Maramba River Lodge (Livingstone/Zambia): Grenze - Kazungula Ferry
Neben der „Brücke im Bau“ freuen wir uns beim Übersetzen an dem herrlichen Wetter, dem Wind, der uns durch die Haare bläst und dem Blick über die weiten Wassermassen, die nicht fern von hier ihre 100m in die Tiefe stürzen. Ein erstes Mal Botswana lassen wir hiermit hinter uns – und nehmen neben vielfältigen und besonderen Erlebnissen und ihren Erinnerungen noch einen Haufen Botswana-Dreck mit! 😉 Hier Bilder von der Rückfahrt
Und zum Vergleich eines von der Hinfahrt:
Die Meinung in unserer Crew ist eindeutig: Unser Cruiser sieht jetzt viel besser aus als am Anfang der Reise! 😄
Eigentlich ist die Überfahrt viel zu kurz, und ehe wir uns versehen, landen wir schon wieder auf zambischem Boden!
Nun heißt: es noch einmal tapfer sein und durch die ganze Einreiseprozedur zu gehen. 😵
Wieder müssen wir uns lästige und schmierige Typen vom Leib halten. Ein double entry Visum hatten wir für uns alle – aber das Auto muss nochmal komplett neu abgefertigt werden. Wieder tausend Papiere – und auch erneut Road Tax und Carbon Tax.
Während Volker sich um den Papierkrams kümmert, gehe ich zurück zum Auto. Mir ist es hier nicht ganz wohl zumute, und ich möchte das Auto mit Dachkisten nicht unbeaufsichtigt lassen. So sitze ich mit zwei unserer Kinder drinne. Angenehm ist auch das nicht – immer wieder kommen diese Typen und labern mich aufdringlich an. Ich möchte so gerne ein wenig unseren Erlebnissen nachhängen und die vielen schönen Bilder in mir vorbei ziehen lassen!
Doch weit komme ich mit meiner Botswana-UrlaubsIdylle nicht. Einer dieser Typen beginnt gar das Auto zu putzen, und ich muß fast handgreiflich werden, um ihn los zu werden!
Dann kommt ein anderer junger Kerl angeschaukelt – er ist zerlumpt, hat glasige Augen, und ich bekomme ein ungutes Gefühl. Doch er ist schneller neben meinem Fenster, als ich es hochkurbeln kann. Er riecht nach Alkohol, und seinem ganzen Gehabe und Blick nach zu urteilen hat er vermutlich auch noch anderes intus. Auch er möchte mein Auto waschen. Ich muss sehr darum kämpfen, dass er das nicht tut! Als ich mich vehement wehre, wird er aggressiv, und ich fürchte, ob ich mich und die Kinder hier in dem Auto wirklich schützen kann. Auch die weiteren herumstehenden Konsorten sehen nicht gerade so aus, als würden sie für uns in die Bresche springen! Dann meinte er sehr fordernd, ich solle ihm wenigstens Geld geben! Als ich das mehrfach freundlich aber stur verneine, kommt dann ein vorwurfsvolles: "So you don't have a giving heart, ey? You Don't have? No, you Don't have such a heart..."
Danke! Neben dem, was wir alles regelmäßig (und überlegt) spenden, haben wir immer wieder einiges aufgegeben, um UNTER den Menschen zu leben, und solche Äußerungen rufen dann schon diverse Gefühle hervor.... 🙄 😊 😈
Ich will hier nur noch weg! Wann kommt Volker endlich aus dem Häuschen geschlappt?
Einerseits will ich weg, andererseits verkrümmt es mir mein Herz im Inneren, wie so oft auf diesem Kontinent – und auch im Alltag früher in Nairobi oder heutzutage in Blantyre, und mein Innerstes diskutiert mit sich selbst:
Aber nein, ich kann doch nicht immer diese Not leidenden Menschen nur so ablehnen! Aber er wird mit dem Geld nichts Sinnvolles anfangen! Dann gibt ihm etwas vom dem Brot, was noch unter der Sitzbank liegt! Nein, ich geben NICHTS! Nicht auf diese fordernde Art, und sowieso nicht, weil es diese Situationen für alle meine (weißen) Nachfolger nur noch schwerer machen wird. Der Anspruch wird steigen, der Alkohol- und Drogenkonsum wird deshalb NICHT abnehmen, und ich werde nichts damit verändern! Wirklich nicht? Vielleicht doch – nur für diesen einen Menschen vielleicht doch? Schau dir doch an, was daraus geworden ist in den letzten 30 bis 40 Jahren – die Kriminalität steigt, Ausländer (insbesondere Weiße) werden mehr denn je als eine Melkkühe betrachtet - seien sie Touristen oder Mitarbeiter von NGOs oder staatliche Organisation. Es ist überall das Selbe. Und dass die Eigenverantwortung sinkt und sich damit die Abwärtsspirale eines Landes weiter dreht, und die Forderungen an die westlichen Staaten steigen, dafür ist Malawi eines der besten Beispiele! …..Und der Grund, warum wir es Ende des Schuljahres wieder verlassen werden, auch wenn das Leben dort für uns als Familie stimmig wäre……
Autsch! 😣 🙁 Jetzt tut es schon weh beim Schreiben, während ich inzwischen hier in Deutschland sitze und mich selbst und unsere Kinder durch diverse und immer wieder nicht vorhersehbare Heimwehanfälle schaukele….
So oder ähnlich jedenfalls saß ich dort innerlich zerrissen im Auto, und atmete tief aus, als der Kerl sich endlich vor sich hin schimpfend langsam von unserem Auto enfernte….
Volker kommt immer noch nicht. Er war nun schon seit bald einer Stunde dort drinne. Wir dachten mal, die Rück-Einreise würde schneller gehen…. Fehlanzeige…. 🙁 😠
Zwischenzeitlich habe ich wieder das Fenster hoch gekurbelt, doch das war vor Hitze nicht auszuhalten gewesen, weshalb es nun wieder offen steht, als ein weiterer Mann zielstrebig auf mein Fenster zusteuert. Dieser sieht allerdings sehr freundlich aus und lächelt! Was nun wohl als nächstes kommt? Er grüßt mich auf Chichewa – „Muli bwanji?“, ich grüße zurück: „Ndili bwino! Kaya inu?“ – „Inenso ndili bwino! Zikomo!“ Er lacht freudig, und nun geht das ganze Ritual noch mit Tabea und Benni weiter! Er freut sich so sehr darüber, dass sich die Eisenschlinge um mein Herz langsam wieder löst! Er habe unser malawisches Nummernschild gesehen! Er käme aus Malawi und man träfe hier so selten Leute aus seiner Heimat! Das ist das erste Mal in 3 Jahren, dass ein Malawier mich als „einen aus seiner Heimat“ tituliert und auch ebenso herzlich behandelt!!! Träume ich? Tja, in der Fremde vereint einen das dann doch immer wieder. Hier ist auch er ein Fremdling…. Da genügt ein malawisches Nummernschild! Das tut gut!
Dann unterhalten wir uns sehr ausführlich und herzlich. Er ist Lastwagenfahrer, und kennt alle Staaten hier im südlichen Afrika. Er lamentiert über die Korruption an den Grenzen und unter der Polizei in den diversen Ländern. Die DR Kongo wäre am schlimmsten – da sei man auf Gedeih und Verderb der Willkür der Beamten ausgeliefert. Mehrere hundert Dollar seien keine Seltenheit, um voranzukommen…. Doch der Druck der Firmen im Nacken sei große – es gäbe keine andere Wahl.
Wie lange er denn mit seinem Laster an dieser Grenze vor der Fähre wartet, frage ich ihn? Um die 6 Tage in der Regel. Das ist also die Antwort auf unsere innere Frage, die wir schon seit der Hinfahrt mit uns mitschleppen!
Nein, es wäre nicht die Fähre – die könnte mehrere Laster pro Tag hin und her bringen. Es läge an der trägen Abfertigung! Na, Brückenprojekt, du läßt grüßen! Ob sich an diesen Schlangen nach der Eröffnung der Brücke dann etwas ändern wird???
Kurz nachdem sich mein malawischer Freund von uns verabschiedet hat kommt tatsächlich Volker mit den anderen beiden Jungs! Ich glaube, es waren ca. 1 ¼ h – und Volker ist GAR nicht gut drauf! O oh…. Das war wohl ziemlich lästig!
Ab ins Auto, ein letztes Mal vorbei an endlosen Warteschlangen, einmal tiiiief durchatmen und auf zum „Paradies“ – der Maramba River Lodge in Livingstone!
Teil 11409. Nov. 2018
Fortsetzung Dienstag, 10.04.2018: Wieder in Zambia - noch einmal Maramba River Lodge!
Es ist später nachmittag, als wir hier einrollen. Es tut gut, auf Reisen zwischendurch auch an bekannte Orte zu kommen! Wir melden uns an der Reception an und fahren zur Campingwiese:
Es steht ein einziges Fahrzeug da (mit 2 aufgeklappten Dachzelten) – und zwar quasi nebenan von „unserem“ Stellplatz. 🙁 Also, um das hier klar zu stellen: wir haben hier keinen Anspruch auf irgendeinen Stellplatz – wir sind ja nicht in Botswana! Aber dieser Platz hat uns bisher immer am besten gefallen, denn er ist nahe zu den (sehr schönen!) Abolution Blocks,
was für die Kinder und auch zum Abspülen wesentlich einfacher ist. Er hat einen Wasserhahn in der Nähe, einen Tisch zum Kochen UND eine noch nicht zu morsche Ess-Bank!
Doch wollen wir unsere noch unbekannten Mit-Camper nicht verärgern, indem wir ihnen zu nah auf die Pelle rücken. Deshalb schauen wir uns diesmal doch noch auf den anderen Plätzen näher am Fluß um. Da flieht eine Riesenagame vor uns. 😮 Das ist eine nette Begrüßung! So ganz eben sind die Plätze aber nicht, und teilweise auch recht matschig, weshalb wir doch zu „unserem Stammplatz“ zurückkehren und dort unsere Zelte aufbauen.
Dieses Bild ist von der Hinfahrt – aber bis auf den inzwischen nicht mehr so weißen LandCruiser sah es diesmal sehr ähnlich aus. Auch andere Camping-Alltäglichkeiten, wie abspülen, Kiste entzurren oder mal Scheiben putzen klappt nun schon viel „geschmeidiger“ als wie vor 10 Tagen. 🤪 🙂
Wir sind also definitiv wieder mal als Camping-Team besser zusammen gewachsen, was Familienbande stärkt. Eines meiner starken Plädoyers fürs Campen, auch wenn es manchmal anstrengend ist!!!
Nach dem Zelte aufbauen geht jeder so seiner Wege – ich flaniere ein wenig auf dem Lodge Gelände herum, Volker sucht sich in der Lounge Wifi,
während die Kinder noch einmal in den liebevoll angelegten Pool springen.
Es gibt „künstliche“
Und echte Tiere
Im Fluß sind wie immer Hippos, aber sie haben sich gut versteckt,
so dass es nur ein schlechtes Beweisfoto gibt:
Dann treffen wir uns zum Kochen wieder. Eigentlich wollte ich diesen Abend einmal das hübsche Restaurant ausnutzen. Doch wir müssen uns morgen nochmal unserem leidigem Thema „Gasflasche“ widmen – d.h. die auf der Hinfahrt neue ausgeliehene zurückgeben und gegen unsere alte, fast leere (die uns bisher ja keiner abnehmen will 😵 ) wieder tauschen. Wieviel wir mit der dann noch kochen können, wissen wir nicht. Vermutlich müssen wir uns dann in den nächsten Tagen ein „Essen gehen“ leisten, weshalb heute ein letztes Mal Dosenfutter auf die noch sehr volle Afrox-Gasflasche kommt. 🤩 😛
Dabei kommen unsere Nachbarn an. Es ist eine britische Familie mit 2 Kindern. Wir grüßen einander kurz, doch es wirkt nicht sehr herzlich und wir fragen uns, ob sie doch genervt sind, dass wir den Platz neben ihnen gewählt haben. Dabei fällt uns auf, dass wir ihnen den direkten Trampelpfad blockiert haben. Ich spreche das an und fahre unseren Cruiser nochmal einen Meter weiter vor in den Matsch, damit sie besser trockenen Fußes vorbei laufen können. Das scheint sie positiv zu überraschen, und sie tauen ein wenig auf. Die Kinder – ein etwas 10- oder 11-jähriger Junge und ein 14-jähriges Mädchen, haben sich mit unseren ohnehin schon im Pool angefreundet, und die Eltern werden jetzt auch aufgeschlossener. So kommt doch noch ein interessantes Gespräch zustande: Sie sind 4 Monate unterwegs. Sie machen das schon seit vielen, vielen Jahren so: arbeiten selbständig 2 Jahre lang ohne Urlaub, und dann geht es 4 Monate lang auf Reisen! Die Kinder machen in dieser Zeit selber etwas Schule (Im Gegensatz zu Deutschland ist sowas in UK ja rechtlich leichter möglich). Auch eine Art zu leben! 😎 Wir treffen auf diesem Kontinent so viele verschiedene Leute mit so unterschiedlichen Lebensmodellen, dass wir immer wieder feststellen: so verrückt, für wie uns manche in Deutschland halten, sind wir gar nicht. Die Welt und die Möglichkeiten sind so viel größer als viele denken können! Dann kriechen sie recht früh in ihre Zelte – die Eltern verraten uns noch, dass sie für morgen einen Hubschrauber Flug über die Vic Falls gebucht haben (und deshalb früh raus müssen), und die Kinder davon noch nichts wissen!
Wir machen noch eine Familien-Lage-Besprechung, denn wir werden 2 Nächte hier sein und hatten uns einen vollen Tag in Livingstone eingeplant aber die Gestaltung offen gelassen. Und es ist so wie fast erwartet: Wir alle sagen: nochmal Vic Falls, auch wenn es ein unglaublich schönes Erlebnis ist, welches wir gerne wiederholen würden - das muss morgen nicht auch noch sein. Wir hatten das vor 2 Jahren – und diesmal sind wir so voll von dem vielen anderen Erlebten, dass wir lieber nur ein wenig in Livingstone über den Markt schlappen und ansonsten noch hier auf dem Gelände etwas ausspannen wollen.
Es ist schön, etwas weniger Programm und keine Fahrstrecke vor sich zu haben! Mit diesen Gedanken schlafen wir entspannt ein!
Teil 11513. Nov. 2018
Mittwoch, 11.04.2018: Livingstone – Victoria Falls „von Hinten“ und Erinnerungen
Heute machen wir mal einen ganz gemütlichen Morgen! Die Kinder sind schon unterwegs am Pool, und Volker sitzt auch schon in der Morgensonne, während ich mich gegen 7:30 aus dem Zelt schäle, denn da weckt mich Motorenlärm 😠 . Die ersten Hubschrauber und sonstigen touristischen „Vic-Falls-Himmelskörper“ über uns…. Ob unsere Nachbarn jetzt da oben sind? Das ist das einzige, was die Idylle an diesem wunderschönen Ort hier etwas trübt…..
Nach einem gemütlichen Frühstück wird es fast 10 Uhr, bis wir uns ins Auto versammeln, um nach Livingstone rein zu fahren. Doch zunächst machen wir noch einen Abstecher an den Zambezi oberhalb der Victoria Fälle, wo dieses Familien-Bild entsteht:
Ich liebe diese Stelle, mit der „Gischt“ im Hintergrund! „Mosi-oa-Tunya“ („Donnernder Rauch“) nennen ihn die Einheimischen, denn der Sprühnebel steigt bis zu 300 m in die Höhe und kann in bis zu 30 km Entfernung gesehen werden! Es soll sogar in unmittelbarer Umgebung einen Regenwald geben, der seine Existenz nur diesem Sprühnebel verdankt! Wo der liegt, ist mir allerdings nicht ganz klar. Der unten eingefügten Aufnahme einer Nachbildung nach ist wohl das kleine Areal gemeint, auf welches man nach Übergang auf der kleinen Fußgängerbrücke gelangt.
Jede Jahreszeit hat hier wohl seinen eigenen Reiz – aber die Wassermassen sind jetzt im April, am Ende der Regenzeit, am gewaltigsten! Bis zu 10.000 m³/s Wasser schießen dann über den Rand der Schlucht in die Tiefe (am Ende der Trockenzeit, September & Oktober kann die Wassermenge auf nur 170 m³/s schrumpfen). Doch auch in den meisten anderen Monaten des Jahres wird der Wasserfall seinem Titel „Größter Wasservorhang der Erde“ gerecht – auch wenn sie nur ca. 100 m tief fallen, erstrecken sich die Fälle auf eine Breite von 1708m! Damit bleiben die Victoriafälle der breiteste durchgehende Wasserfall der Erde.
Auch wenn wir diesmal nicht hinter die Gischt in den Abgrund blicken, erinnern wir uns gerne zurück an unseren Vic-Falls-Besuch im April vor 2 Jahren – und die Erinnerungen sind uns noch so lebendig, dass ich beschlossen habe, diesen sonst etwas „Bild-armen“ Bericht-Tag mit ein paar Bildern von unserem damaligen Besuch zu würzen:
Wir waren dem Rat meiner Mutter gefolgt: „ Zieht Euch am besten gleich nur Badesachen und Flipflops an!“ – eine weise Entscheidung! Schon am Anfang werden wir ordentlich geduscht!!! 😄 🤩
Die Wassermassen im April sind unglaublich! Eigentlich möchte ich die Falls mal in einer anderen Jahreszeit erleben. Die „Klassischen“ Bilder mit den Regenbögen entstehen ja im Juli/Augst, bei „halb hohem“ Wasserstande. So weit können wir nun leider nicht entlang der Fälle blicken, denn die Gischt hüllt alles in dicksten Nebel!
Es ist eine unglaubliche Wucht, die einen hier umgibt, und der Weg über die 100 m hohe Brücke ist schon unheimlich – rundherum nur Wassernebel! Joel war damals noch sehr höhenempfindlich und ängstlich (8 Jahre) – und ich staunte, wie er über diese Brücke lief. Hinterher hat er mir gesagt, er habe sich selber die ganze Zeit gut zugeredet: „Now don’t panic! Stay calm and don’t panic and just move on!“ 😵 😎 . Es ist faszinierend - er scheint an diesem Erlebnis grundlegend ein Stück "Angst-bewältigungs-Strategien" gelernt zu haben, denn er geht seit dem ganz anders mit solche Situationen und mit seiner Anlage zur Höhenangst um: Souveräner - nicht leichtsinniger, aber er gerät nicht mehr so leicht in Panik und kann sich besser selbst regulieren! Tabea hingegen (damals 7) überstand es erst mal nur mit Tränen….
Dann der Blick zur Zambisch-ZImbabwischen Brücke – wenigstens hier bekommen wir einen Regenbogen!
Und in der Tiefe „The Boiling Pot“!
Dort wandern wir dann auch noch runter, schauen Bunjee-Jumpern zu und starren vor uns in die verrückten, angsteinflößenden Strudel:
Nachdem wir wieder den Berg hochgekraxelt sind, sind alle so verschwitzt, dass die Kinder eine erneute „Dusche“ wünschen, und nun bittet Tabea sogar darum, noch einmal über die Brücke zu gehen! Sie tut es tatsächlich mutig, und behält es nun doch noch als freudiges Ereignis in Erinnerung!
Jetzt, 2 Jahre später, erinnern wir uns alle noch ganz begeistert daran, und es ist schön, dass es keinem als „Angst-Erlebnis“ haften geblieben ist, sondern als einzigartig eindrücklich und überwältigend schön!
Kurz vor dem Ausgang zollen wir noch David Livingstone Respekt, der 1855 auf der Insel an der Kante mit seinem kleinen Boot anlegte.
Benni ist heute noch ganz glücklich über dieses Bild 🙂 , denn er hatte damals ein ausführliches Referat über Livingstone in der Schule erarbeitet gehabt!
David Livingstone nannte die kleine Insel vor dem Abgrund zu Ehren der damaligen Königin „Queen Victoria Island“. Diesen Namen trägt sie bis heute, und wer einen Nervenkitzel benötigt kann (soweit ich weiß allerdings bei niedrigerem Wasserstand) auch mit dem Boot dorthin übersetzten. Auf der Nachbildung am Eingang des "Parks" ist das zu sehen - hier allerdings ist die Insel als "Livingstone Island" benannt. Nun bin ich also etwas verunsichert, wie sie heute heißt...
Ich brauche diesen Nervenkitzel allerdings nicht, denn wenn man oben seitlich an der Kante steht, ist die Strömung neben einem und das laute Tosen, mit dem die Wassermassen in das vom Nebel umhüllte Nirwana stürzen, Furcht einflößend!
Tief beeindruckt beschrieb David Livingstone diesen Wasserfall als „das schönste, das er in Afrika je zu Gesicht bekam“. Und ich glaube, David Livingstone hat so manches Schöne und Beeindruckende auf dem afrikanischen Kontinent zu Gesicht bekommen!!!
Also, wer von Euch noch nicht dort war: auf zur Reise-Planung! 😉
Teil 11615. Nov. 2018
Mittwoch, 11.04.2018 - Fortsetzung Livingstone - Stadt, Gasflaschen und CraftMarket
Nach unserem „Foto-Shooting“ an den Vic-Falls und dem „mentalen Erinnerungserlebnis“ ist die erste Adresse in der Stadt „Ankufa“, wo wir ja glücklicherweise auf der Hinfahrt unsere alte, fast leere und nirgends befüllbare K-Gasflasche
gegen eine neue, volle Afrox-Gasflasche tauschen konnten,
mit dem Deal, das auf der Rückreise wieder zurück zu tauschen, und nur für das verbrauchte Gas zu zahlen (20 % des Neupreises war ausgemacht, d.h. wir haben den vollen Preis bezahlt, und wenn wir die Flasche in quasi neuem Zustand, nur mit reduzierter Gasfüllung, wieder bringen, würde er uns 80 % erstatten)!
(Falls jemand meiner Leser nicht von Anfang an dabei war, und jetzt irritiert ist: Die „Geschichte dieser Gasflasche“ ist in diesem Bericht auf Seite… zu finden. Die „Auflösung“ gibt es dann auch erst fast am Ende der Reise….)
Bei Ankufa läuft alles super! Der indische Inhaber nimmt uns die Afrox Flasche wie ausgemacht ab und erstattet uns die 80%, im Gegenzug bekommen wir unsere alte K-Gas-Flasche wieder. Noch besteht ja die Hoffnung, sie auf der Rückreise in Chipata, wo wir sie 2 Jahre vorher erstanden haben, wieder los zu werden.
Dann fahren wir zum Souvernirs-Markt, denn in Malawi gibt es unserer Ansicht nach sehr wenige schöne Schnitzereien u.ä., und Volker hatte dieser hier in Livingstone damals so gut gefallen!
Mit den Kindern war ausgemacht, dass sie sich von ihrem Taschengeld nochmal etwas kaufen können, falls sie das möchten. Wir haben besprochen, dass wir erst an allen Ständen vorbei laufen und schauen, was uns gefällt. Das ist einerseits eine gute Idee, andrerseits merken wir nach ca. zwei Dritteln, dass das wirklich seeeehr viele Stände sind!!!! 😕
Wir erleben die meisten Händler sehr freundlich und aufgeschlossen und wenig aufdringlich! So macht es Spaß zu gucken, hier und da mal zu quatschen, und über Dinge zu staunen, ohne sie gleich aufgedrängt zu bekommen! Ich betrachte ausgiebig einige Malereien, was ich selten tue – doch hier gibt es einige Künstler, die einen für mich faszinierenden, eigenen Stil entwickelt haben, Tiere zu malen: gekonnte Formen, mit manchmal unüblichen Farben in Szene gesetzt, meist noch mit einem kleiner „Kniff“ in ausdrucksstarken Blicken oder Haltungen. Am liebsten würde ich ganz viele davon kaufen, und unsere großen weißen Wände in Blantyre damit voll hängen! Ich male und zeichne selber gerne – das ist eines meiner (schon lange nicht mehr zum Zuge gekommenen) Hobbies!
Jetzt bereue ich, keine Fotos gemacht zu haben, aber ich fühle mich immer ziemlich doof, wenn ich beim „Durch-die Stadt schlendern“ herum knipse. Das ist mir zu auffällig, ich mag das nicht. Aber leider kann ich Euch deshalb jetzt keine schönen Bilder zeigen! Mit zwei der Künstler unterhalte ich mich auch länger, und bin ganz fasziniert über ihre Ansichten und ihre komplexen Gedanken zu ihren Werken! Manche haben auch inspirierende Sprüche in ihre Kunstwerke mit eingearbeitet – das ist Poesie und Kunst auf hohem Niveau! Ich bin wirklich fasziniert!!!!
Volker muß zwischendurch vehement einige „Bettler“ davon abhalten, unser angeblich völlig „verdrecktes“ Auto zu waschen! „I said NO! No, no, no please! Don’t wash it – otherwise I will get into trouble with my kids!!!” 😣 – die möchten ja gerne, dass es in diesem “coolen“ Zustand noch in Blantyre ankommt! Denn auch DAS ist schließlich KUNST!!! 😄
Nach 1 ½ h sind wir endlich am Ende aller Buden angekommen, völlig erschöpft, und inzwischen wollen wir kaum noch etwas kaufen! Wir haben uns satt gesehen an den schönen Dingen! Am Ende ersteht Benni einen besonderen Elefant aus grünem Malachit-Stein, Tabea ein kleines Bild einer Giraffe, Joel ein Armband, und Hannes eine Sammlung diverser alter Münzen! Volker und ich kaufen einige kleine Tiere als „Mitebringsel“, wenn wir wieder nach Deutschland reisen, wie diese kleinen Holztiere
Oder die kleine Elfantenherde, die einige Monate später Joels Botswana-Tisch in der Schule zieren wird:
Ganz besonders finden Benni und ich diese kleinen Specksteingiraffen mit ihren dicken Bäuchen und kurzen Hälsen:
Solche habe ich wirklich noch nirgends gesehen – nicht in 30 Jahren Kenya, nicht in Tanzania, nicht in Malawi!
Dann heißt es noch einmal ordentlich „sparen“! 😛
Dieses Bild ist, glaube ich, zwar aus Chipata. Aber SPAR wird für uns immer eine Verbindung zu Livingstone haben. Denn als wir vor 2 Jahren hier waren, gab es SPAR noch nicht in Malawi, und wir haben hier unsere Essensvorräte aufgefüllt. Immer gespickt mit Volkers leicht sarkastischem Kommentaren: „Kaufen sie hier und kaufen sie viel, Sie können eh nur sparen!“. Tja, Werbelügen, die uns so umgeben….. Hier in Deutschland ist das besonders schlimm. „Wir kaufen uns glücklich!“ ist ja nur eine der vielen Lügen, die uns hier von großen Plakaten anplärren….. 😠
Es ist dann schon früher Nachmittags, ehe wir wieder in der Maramba River Lodge einrollen. Wir genießen nochmal die freie Zeit an einem wunderschönen Ort, denn es stehen uns drei lange Fahrtage bis Blantyre bevor!
Benni knipst dieses Bild in der Annahme, dass diese Meerkatze einen ganz besonders langen Schwanz hat:
Als er selber merkt, dass das ein Kabel ist, lacht er sich schlapp über seinen eigenen Irrtum! 😗
Diese Viecher waren diesmal wirklich aufdringlich, und ich war beim Kochen nur noch Dank meiner starken Beschützer sicher: unsere Jungs standen um mich herum mit ihren Zwillen! Und es ist wirklich so, wie ich gelesen habe: Affen haben vor Kindern gar keinen Respekt, vor Frauen wenig, und reagieren am allermeisten erst dann, wenn ein Mann sich mit ihnen angelegt! Kaum zu glauben, aber sie lassen sich wirklich nicht von mir, hingegen aber von Hannes einschüchtern!!!! Tja, so ändert sich der Gang der Dinge, und mein 13-Jähriger ist nun schon zu meinem Beschützer geworden! 😏
Teil 11727. Nov. 2018
Donnerstag, 12.04.2018 Livingstone – Lusaka
Heute geht es bis Lusaka, ins uns bereits bekannte Eureka Camp. Auf der Hinfahrt hatten wir uns ja kurz das sonst auch bekannte „Pioneer’s Camp“ angeschaut, und einstimmig beschlossen, dass wir Eureka klar vorziehen!
Vor der Abfahrt möchte Benni UNBEDINGT noch mit Selbstauslöser mit seiner Kamera ein Familienfoto machen – und er krampft ein bisschen auf einem krummen eingeschlagenen Holzpflock herum. Meine Anmerkung, dass das Gegenlicht sei, hört er irgendwie nicht.
Naja – so schlecht ist es gar nicht mal geworden, und er hat sich seinen „Abschied“ von der wunderschönen Maramba River Lodge verewigt! Sollten wir jemals wieder nach Livingstone kommen, wird dieser Ort hier uns ganz gewiss wieder sehen!
Noch einmal fahren wir durch das beschauliche Livingstone – es ist uns gelungen, unser Auto ungewaschen durch zu kriegen!
Als kleine Anmerkung noch zu Livigstone für solche unter Euch, die noch nicht dort waren und einen Besuch planen: Bei unserem ersten Besuch waren wir sowohl im Eisenbahnmusem als auch im Livingstone Museum. Ersteres lohnt sich aus unserer Sicht eher nicht – es ist sehr teuer und bietet wenig (da ist selbst das inzwischen etwas verlodderte Eisenbahnmuseum in Nairobi lohnenswerter!).
Gut ist noch eine Ausstellung in einem Raum mit viel Geschichte zu den Juden in Zambia – und deren Beitrag zur zambischen Wirtschaft/Entwicklung.
Das Livingstone Museum hingegen ist eine ganz klare Empfehlung von uns!
Auch für kleinere Kinder bietet es viel Abwechslungsreiches! Dafür zahlt man auch erstaunlich wenig. 2 h sollte man dafür schon einplanen – Fotos von innen habe ich allerdings nicht.
Teil 11827. Nov. 2018
entschuldigt - doppelt! Ich dass in einem Cafe beim Sport unseres Sohnes mit sehr schlechtem Internet und es bewegte sich nichts. Dann hab ich nochmal auf den Button gedrückt. Ewig ging immer noch nichts. Und nun war's doppelt - also hab ich einmal wieder gelöscht! Entschuldigt! So ist das mit der Ungeduld.... 😊
Teil 11927. Nov. 2018
Fortsetzung Livingstone - Lusaka
Bis Lusaka haben wir etwa 470 km vor uns, darunter ein Stück von 70 echt miesen!!! 7 h müssen wir rechnen. Eigentlich wollen wir um 9 los. Aber das klappt nicht ganz….
Egal, heute wird einfach ein müder Fahrtag. Es ist erstaunlich still im Auto. Keiner knatscht vor Langeweile – es wird geschlafen, oder wohl den Gedanken und Erinnerungen nach gehangen!
Tiere gibt es heute keine zu sehen – aber für solche Fälle haben wir ja unsere mit dabei! 😄
(Wir haben auf dieser Fahrt tatsächlich JEDEN TAG einen Leoparden gesehen!!! 🤩 😎 )
Am späten Nachmittag kommen wir im Eureka Camp (vor Lusaka) an und suchen uns auf der großen Wiese ein schönes Plätzchen.
Zelte aufbauen, einen Kaffee kochen (noch ist Gas in der Flasche!). Die Kinder springen einmal in den kleinen Pool und spielen dann an der Bar Billiard.
Ich flaniere etwas durch die Anlage auf der Suche nach den Giraffen. Die aber sind nur weit weg zwischen Bäumen zu erahnen. Dafür finde ich einige schöne Blumen
Und die Zebras grasen wieder um uns herum:
Zum Kochen haben wir heute keine Lust mehr, und fahren Abends noch in die Anfänge von Lusaka rein, um uns eine einfache Mahlzeit zu suchen. Auf Wunsch der Kinder landen wir im „Debonaires Pizza“ – ganz o.k., und für unseren müden Zustand heute in Ordnung – ein schönes, teures Lokal wäre heute Verschwendung gewesen.
Zurück am Camp fallen wir müde in die Betten – noch 2 lange Fahrtage haben wir bis nach Hause vor uns. Das ist einerseits nicht schön, da uns so kein rechtes Highlight mehr erwartet - andrerseits bietet es auch Zeit, die vielen Eindrücke zu verarbeiten und noch etwas tiefer ins Gedächtnis zu brennen! Mit lebendigen Erinnerungen an so viele verschiedene schöne Abende schlafe ich ein!
Teil 12028. Nov. 2018
Freitag, 13.04.2018 Lusaka – Tikondane (kurz vor malawischer Grenze)
Heute haben wir noch mehr Kilometer vor uns – ca. 570 sind es. Doch erwartet uns größtenteils wunderbare und meist fast neue Teerstraße! Zunächst aber müssen wir uns noch durch den Lusaka-Stadt-Verkehr wühlen.
Das klappt eigentlich erstaunlich gut, und es ist gar nicht soooo schrecklich voll wie wir es vor 2 Jahren erlebt hatten. Nun ja, damals sind wir auch noch extra-Schleifen durch die Stadt gefahren, in der Hoffnung einen Ort zu finden, wo man uns unsere Gasflasche auffüllt. Da es damals aber ein Sonntag war, hatten wir damit leider keinen Erfolg gehabt….. Stattdessen hatten wir fast 2 zusätzliche Stunden im Stau verbracht! 😠 Das tun wir uns heute nicht an – auch wenn heute KEIN Sonntag ist. Unsere Hoffnung setzten wir noch auf die Tankstelle in Chipata, wo wir diese Flasche ja vor 2 Jahren käuflich erworben hatten. Und morgen ist schließlich auch kein Sonntag – also sollte das vielleicht doch gut ausgehen?
Da gurken wir also fröhlich munter durch den verrückten Verkehr – uns als wir an einer Ampel auf mehrspuriger Straße etwas länger stehen, reißt doch aus dem Nichts heraus einer die Fahrertür auf! 😮 Volker ist so geistesgegenwärtig und macht sie SOFORT wieder zu und drückt den „LOCK“-Knopf. Auf der Beifahrerseite (dort sitzt gerade Joel) taucht im selben Augenblick ein weiterer Kerl auf, und als er merkt, dass er die Tür nicht öffnen kann, verschwinden die Jungs im Wirrwarr der anfahrenden Autos…..
Ja, haben wir das gerade eben geträumt??? Das war eindeutig ein abgekatertes Spiel - zum Glück mißlungen! Zwar hätten sie eh nichts klauen können, denn wir achten immer SEHR darauf, dass nichts erreichbar und sichtbar vorne rum liegt – die Phones wären auch nicht ein Reichweiter gewesen. Auch sonst halten wir die Fenster in Städten dicht, und stapeln keine Rucksäcke oder Handtaschen nahe an Fenstern (wenn es mal sein muss, lege ich immer mindestens Tücher darauf). Allerdings sind wir durch das „harmlosere“ Malawi wohl doch etwas nachlässig geworden – in Nairobi oder Dar Es Salaam z.B. haben wir IMMER auch die Türen auf „LOCK“! Das sollte uns wohl eine Lehre sein!
Bald darauf lassen wir Lusaka hinter uns und genießen einfach die Landschaft und die friedliche, freie Straße!
Irgendwo auf dieser Strecke zeigt der Tachostand eine 44444 (ja, Rafiki ist das neueste Auto, das wir je besessen haben!!!)
Einen Augenblick zollen wir unserem treuen Auto Respekt und sprechen ihm unsere Anerkennung zu – jaja, denkt nur alle, ich sei ein bisschen verrückt – das denken unsere Angestellten auch immer, wenn ich mit unseren Hunden und Katzen Gespräche führe….. Letzteres ist zwar für europäische Ohren nicht befremdlich, und daran sieht man mal wieder, wie unterschiedlich Prägungen und Kulturen und Selbstverständlichkeiten sein können!
Leider haben wir keinen Sekt, mit dem wir anstoßen können. So inspirieren mich die Gedanken an diese 444444 Kilometer immerhin jetzt zu einer
Ode an unseren Landcruiser
So viele Tage, und auch bei Nacht, Wie viele Kilometer hab‘ ich mit Dir verbracht! Treu trägst Du uns über Teer und Sand, Schotter, und Matsch sind Dir wohlbekannt! Ob weiß oder grau, ob braun oder rot gar, die Naturfarben steh‘n Dir einfach wunderbar! ….. Mal surrt Dein Motor gleichmäßig rein, in hartem Terrain jedoch stellt sich Dein wahres ICH erst ein! …. Und steht der Matsch dir mal bis zum Hals Vernehme ich kein Jammern - Nur Überlebenswille und Abenteuergeist Die willst Du fest umklammern! Auf Dich ist Verlass, nicht nur bei Sonnenschein – Da steigen wir gerne wieder ein! …..
Nun ist mir dieses Gedicht diesmal nicht zu meiner Zufriedenheit gelungen. Z.B. reimen sich „Hals“ und „Geist“ nicht wirklich gut. Aber es gibt ja so schöne „stilistische Mittel“: nennt man einen misslungenen Reim einfach „Assonanz“, bekommt das Ganze gleich einen besonders künstlerischen Anstrich! UND -schwupps!- ist es ein Meisterwerk! So ähnlich, wie wenn ein namhafter Künstler eine Leinwand mit Blauer Farbe bepinselt und das Ganze dann als Kunstwerk bezeichnet! Da sagen alle „Aaahhh!! Und „Ooohh!“. Hätte es hingegen ein 3-Jähriger geschaffen, würde man mitleidsvoll lächelnd liebevoll sagen: „Das hast du aber schön gemacht!“ (und denkt sich dabei: der Knabe muss noch ein wenig üben….)
Doch habe ich das Pech, dass ich zwischen den Zeilen meine herauszulesen, dass sich unter meinen Lesern Literaturwissenschaftler befinden. Die werden meinen versuchten Aufwertungen meiner misslungenen Zeilen möglicherweise widersprechen. Und das müssen sie auch – denn während ich so darüber nachdenke, stelle ich fest, dass mir nicht einmal eine „Assonanz“ gelungen ist, sondern lediglich ein „unreiner Reim“ (aber auch das kann man als Stilmittel verwenden! Jaja, also das ist gewiss alles künstlerisch so gewollt!) (Insofern: auch, wenn ihr immer wieder betont, dass ihr Euch auf diesen Seiten nicht beruflich tummelt: literarisch verbessernde Hinweise sind hiermit ausdrücklich erwünscht!)
Also, irgendwie will das mit einem würdigenden Lancruiser-Gedicht gerade nicht so richtig funktionieren. 🙄 Vielleicht ist das der Wink mit dem Zaunpfahl, dass ich DRINGEND mal wieder einen fahren sollte!!!!! (ich glaub, ich hab nach 4 Monaten im deutschen Verkehr ernsthafte Entzugserscheinungen….)
Ich sollte nicht so abschweifen, sondern lieber zusehen, dass ich diesen Bericht endlich zum Abschluß bringe!!!
Also weiter geht’s auf dieser wunderschönen Straße. Wir genießen nochmal die Weite und Wildnis Zambias um uns herum, bevor es morgen wieder ins überbevölkerte Malawi zurück gehen wird.
Vor der Luangwa-Bücke machen wir noch einen Halt im rustikalen Bridge Camp,
(dieses Bild ist von 2016, damals hatten wir noch ein Dachzelt. ich habe die Bilder hier drin, falls jemanden das Bridge Camp interessiert)
quatschen eine Runde mit dem etwas abgedrehten Besitzer, sitzen eine Weile auf der Terrasse
und überblicken das Luangwa-Tal,
bevor wir uns zur letzten Etappe dieses Fahrtages aufmachen.
Kurz bevor die Sonne sich verabschiedet treffen wir im Tikondane-Guesthouse ein („Tikondane“ ist übrigens Chichewa, denn die Chewa leben auch über die Grenzen Malawis noch bis in den östlichen Teil Zambias hinein, und es bedeutet „Let us love one another“).
Da uns nicht ganz klar ist, ob die österreichische Betreiberin uns bei der Hinfahrt das hübsche „Rondavel“ zu einem Sonderpreis gegeben hat, nehmen wir diesmal einige „normale“ Zimmer in einem der anderen Häuser an. Die Kinder murren anfangs etwas, da sie es dort nicht so gemütlich finden. Aber es steht auch dort ein großer Tisch, an dem sie noch Karten spielen können. Die Duschen sind defekt und voller Ameisen – also fühle ich mich fast wie zu Hause in Blantyre! 🤢 🤪 Immerhin – heute (und morgen früh) müssen wir uns um keine Zelte kümmern, und das erspart doch einiges an Arbeit!
Wir vertilgen einige restliche Brote und suchen heute früh die Betten auf.