Huch! Hier sind ja schon Beiträge von Euch zwischenrein gekommen! Danke! Esther: Ich glaube, das sollte "Kaminwurzen" heißen, und gehörte zu Österreich! Na klar kann man das in europäischen Schulen ebenfalls mache - und es stimmt: es ist dort viele einfacher, da man ja sooo viel Essen und Deko bekommt! Schwarzwälder Schinken, z.B., der hier auf dem Deutschen Tisch stand - den haben sie garantieret selber im Koffer aus D mitgebracht.... Anderes wiederum fordert sehr viel Einfallsreichtum und Bastel-Einsatz....
Nein, auch hier konnte sich jeder irgendein Land aussuchen- sonst wären wir ja gar nicht zu dieser Vielfalt gekommen! Und es ist dann super spannend, sich von indischen Mädchen über Italien aufklären zu lassen (vieles, was ich gar nicht wußte), oder Afrikaner, die sich kleiden wie Niederländische "Frau Antje" mit Holzschuhen - ein wirklich lustiges Mischmasch! Da sich die Kinder ja ein ganzes Term mit ihrem Land beschäftigen mussten (Januar bis Ostern), und ihre Arbeit abliefern, haben sie wirklich nochmal mehr Bezug zu anderen, ihnen ganz fremden Ländern bekommen. Könnte man ja in Europa mal ins politische "Integrationsprogramm" aufnehmen.... Vielleicht hilft es minimal zur Völkerverständigung...
So, und auch wenn es sehr viel Freude macht, sich mit Euch hier zu unterhalten, so muss ich mich jetzt dem letzten Chaos in unsrem Haus widmen, denn in 2 Wochen war schon der Container da, und am 16. sitzen wir im Flieger - und hier steht und liegt noch ziiiiiemlich viel rum.... 🙄
Teil 8201. Juli 2018
Danke Euch allen!
Deine Beobachtung, Matthias, finde ich interessant!
....dass selbst bei so einer Vorstellung die europäischen Tische alle völlig überladen sind und die afrikanischen eher zurückhaltend.
Vermutlich ist es beides: ein Zeichen unserer Überflußgesellschaft, aber einfach auch, dass es in Europa sehr viel vielfältigeres Essen gibt als auf dem afrikanischen Kontinent. Ob ich nun von Kenya über Tanzania und Malawi bis nach Botswana reise - überall gibt es hauptsächlich Maisbrei mit Beilage, je nachdem, was man sich leisten kann (diverses grünes Kraut, oder selten auch mal Fleisch). Bohnen und Reis - aber das ist als Fingerfood so ungeschickt...
Und Juli, Deine Bemerkung
Wo sind denn auf dem deutschen Tisch die Einladungskarten von Frau Merkel?
gefällt mir sehr gut! 😄 Aber ich äußere mich besser nicht näher dazu, sonst kommen wir hier noch in politische Lagerspaltungen in diesem Bericht.... 😣 Und wie war das mit der Elefantenkuh und dem umgeworfenen Jeep? Hast Du das hier schon erzählt? Wenn ja, wo? Wenn nein, magst Du nicht mal Bericht schrieben??? (dann fahren vielleicht weniger Leute nach Botswana, und die Parks und Campingplätze sind nicht mehr so überlaufen 😄 😛 )
Danke auch allen anderen, für eure Zeilen, und ich freue mich, dass Ihr mitlest! Antje
Teil 8304. Juli 2018
Danke für alle Bemerkungen! und ja, Topobär:
.....ist solch ein "International Day" und Dein Bericht darüber Balsam für meine Seele.
für mich ist das Leben in einem "interkulturellen Setting" einfach schön! Facettenreich! Und wir werden morgen (letzter Schultag...) wohl alle Tränen vergießen.... gestern war in der Highschool noch ein kleines AbschlussKonzert, v.a. Jazz, unsere beiden großen Spielen in der Band (Posaune und Euphonium) und hatten letztes Jahr einen phantastischen canadischen Musiklehrer! Und es war eine so schöne Mischung unter den Darbietenden - weiß, schwarz, indisch, "gemixt"...
Nun muss ich Euch leider etwas im Moremi zappeln lassen (aber nun steckt Ihr ja nicht mehr mit uns im Schlamm! 😛 ), denn bis unser Container (nächsten Donnerstag) geladen ist, müssen wir hier nochmal durchstarten und ich kann keine Zeit am Computer verplempern, auch wenn ich da vorhin auf die Schnelle noch ein paar interessante Beiträge gesehen habe (Willi, über Deinen Maasai Freund, und Juli, über Eure Elefantenattacke usw... und Topobär, Dein schon etwas älterer Reisebericht aus Tanzania wartet ach immer noch auf mich, Benni hat ihn schon verschlungen......). ich hab sie mir "favorisiert" und werde das Schmökern nachholen, wenn wieder mehr Luft im Alltag ist! (vielleicht wenn der Container geladen ist, und wir hier ohne Möbel auf dem Boden hocken - dann setze ich mich zu unseren Hunden raus ins Gras mit Computer! 😉
Thank you for bearing with me! 🤪 Antje
Teil 8431. Aug. 2018
Ich melde mich zurück! Denn: „Better late than never!”
Nun hat es länger gedauert, als ich gehofft hatte. Aber bis man so als 6-köpfige Familie zwischen den Kontinenten und interkulturell wieder einigermaßen sortiert ist, dauert es eben doch seine Zeit…. Seit Mitte Juli leben wir erst mal wieder in Deutschland. Äußerlich sind wir inzwischen einigermaßen alltagstauglich, Innerlich – naja, das ist ein weites Feld….. 🙁 🙄 😵 Auch die „Logistik“ funktioniert größtenteils wieder. Wir haben wieder funktionierende Computer, eine Wohnung, und die Kinder gehen wieder in deutsche Schulen, und meistern das bisher tapfer. Unser Container steht noch in Lilongwe auf Halde, und unsere Hunde in Blantyre auch…. Ob ein baldiger Umzug nach Tanzania möglich wird, ist weiterhin im Unklaren. So machen wir das Beste aus dem, was wir gerade haben. Wir gehören immer noch zu dem privilegierten kleinen Teil der Menschheit auf diesem Globus – das will ich mir immer wieder vor Augen halten! „The best place to begin is always GRATITUDE!“ 😏 – das habe ich uns groß in die Wohnung gehängt.
Auch wenn ich mich jetzt wieder zurück versetzte nach Botswana im April, empfinde ich Dankbarkeit. Dankbarkeit, dass wir so viele so schöne Erlebnisse haben durften, von denen wir für den Rest unseres Lebens zehren! Inzwischen ist die Sommerpause fast vorbei, und einige von Euch waren in den letzten Monaten auch in Botswana unterwegs 🤩 🤩 🤩 Andere sind gerade dort (Neid.... 😠 ). Ich hoffe, dass meine Leser den Wieder-Einstieg hier finden und Ihr nochmal Freude an einer Fortsetzung habt! Also – los geht’s!
Teil 8531. Aug. 2018
Nach langem Schweigen…… Fortsetzung!
Sonntag, 08.04.2018- Von South Gate über Umwege (Khwai und zurück) zum Mankwe Camp: Oder: Irrfahrten im Moremi Oder: Wer laut genug schreit, kriegt manchmal, was er will! Oder: Hochmut komm vor dem Fall Oder: Ein verlorener Tag Oder: Woran misst man, ob ein Tag verloren war?
Ich erinnere nochmal kurz, wo wir vor ca. 2 Monaten stehen geblieben waren: kurz nach unserer „Befreiung“ aus dem Matsch zwischen South Gate und North Gate Im Moremi…..
Wer den Anschluss nochmal finden will, muss auf Seite 33 gucken – denn danach folgt ein längerer Einschub über Joels „International Day“ an der Schule. So, nun hoffe ich, dass jeder wieder den Faden gefunden hat!
Naja, so sind wir also trotz allem anfänglichen Wunsch der Kinder, „mal wieder so richtig stecken zu bleiben“, auch sehr froh, hier endlich wieder heile draußen zu sein, und setzen unsere Fahrt nach Khwai fort. Nun etwas desillusioniert und mit sinkender Hoffnung, dort Löwen zu Gesicht zu bekommen 🙁 . Inzwischen ist der Tag eben doch schon fortgeschritten…. Und weiter geht es durchs Gestrüpp bei Matschloch an Matschloch....
Etwa 10 Minuten später treffen wir tatsächlich schon auf’s North Gate – ohne Stecken bleiben hätte der Plan mit dem frühen Aufstehen und dem frühen Game drive am Khwai evtl. tatsächlich funktioniert! Da ich ja in manchen Eurer Berichte den versteckten Hinweis gefunden hatte, dass es südlich des Khwai Rivers auch sehr schöne Game Drive Wege gibt, fahren wir also nicht durchs Gate, sondern biegen direkt davor rechts ab. Dort kommt man ja gleich durch das North Gate Camp Site – und hier ist es zur Abwechslung mal proppe voll! Alle Plätze belegt, wie uns scheint, und auch noch keiner unterwegs, sondern alle gemütlich beim Frühstück (oder ist das schon NACH deren Morgen game drive???). Unser Magen meldet sich eigentlich auch so langsam 😮 , aber wir sind hier schließlich her gekommen, um Tiere zu sehen, und wir wollen nicht noch mehr Zeit verplempern, deshalb fahren wir weiter. Hier ist es allgemein ziemlich matschig, und es ist gar nicht leicht, den richtigen Weg durch die Campsite zu finden, da manche Stellen unpassierbar sind und wir uns um diverse Zelte und Autos zwischen dichten Bäumen schnörkeln. Dann sind wir durch – vor uns öffnet sich eine kleine Ebene, auf der ein paar Impalas in der späten Morgensonne stehen, und es steigt nochmal die Lust auf Gamedrive!
Ich habe „Maps-me“ auf meinem phone geöffnet und will uns damit einige kleine Wege lotsen. Das ist zwar grundsätzliche eine gute Idee – die Wege finden wir auch alle – nur sind mehrere davon so überflutet, dass wir wieder umkehren. Vor einer laaaaangen Wasserstraße, die uns Ungewisse führt, bleibt Volker stehen, und mein sonst so risikofreudiger Mann sagte etwas genervt: “Ach nö – darauf hab ich jetzt irgendwie keine Lust mehr!“. Selten höre ich sowas aus seinem Munde angesichts Spaß versprechender matschiger Rough Roads – aber die letzte Aktion hat ihm für heute wohl doch gereicht!? Auch wenn wir trotz letzterer Erfahrung immer noch viel Vertrauen in unseren Landcruiser haben – das ist uns nun doch zu heikel - wir drehen um und wählen einen Weg, der etwas weiter nach Süden führt, etwas weiter weg vom Khwai River. Wir kurven über matschige Wege durch’s – na, was wohl? Genau: Gestrüpp! Und suchen vergebens mit Argusaugen dasselbige nach irgendetwas Interessantem ab. Hin und wieder mal ein Lechwe oder ein Impala – das weckt zumindest Tabea aus ihrer Trance und sie führt weiter fleißig ihre Liste! Ich weiß nicht mehr, wie lange wir hier herumkurven, aber es ist wirklich wenig „ergiebig“. Ein wenig Abwechslung bringen uns an einem Matschloch ein ganzer Schwarm von Gänsen, die wir noch nie gesehen haben. Sie stehen aber so im Schatten, dass es für Bilder irgendwie nicht lohnt – oder uns ist heute so langsam der innere „Drive“ abhanden gekommen, so gibt es davon keine. Später in Savuti sehen wir noch mehrere davon, und ich kopiere hier von dort ein echt mieses Bild rein – einfach, damit ihr hier nicht nur Text habt. Ich weiß nicht mehr, wie diese Gänse heißen, und unsere Bestimmungsbücher stecken nun alle im Container. Vielleicht mag mir einer helfen?
Doch als dann auch der übernächste Weg, den ich eigentlich mal mehr in Richtung Khwai River nehmen wollte, ebenfalls völlig überflutet ist, geben wir es auf und kehren um. Da hab ich dann immerhin mal hinten aus dem Auto raus geknipst, und das ist alles, was ich Euch bieten kann:
Wir fahren durch Wasser, und Detour um Detour - manchmal weiß man gar nicht mehr, ob man wieder auf der Hauptstrecke ist, oder noch auf der "Detour von der Detour von der Detour"..... Inzwischen knurrt der Magen ganz mächtig – es ist ca. 10:30, und wenn wir schon keine Tiere zu sehen bekommen 😠 , wollen wir jetzt doch wenigstens etwas zwischen die Zähne kriegen! Dafür aber wünschen wir uns ein etwas schöneres Plätzchen als nur im tierlosen Gestrüpp, und fahren deshalb weiter und weiter – der Magen schreit inzwischen schon unüberhörbar!!! – und endlich sind wir wieder zurück an der offeneren Ebene bei den Campsites, wo am Morgen noch die Impalas gestanden hatten. Doch Ätsch bätsch – die sind jetzt auch verschwunden (aber nicht etwa, weil die Löwen kamen…)! Aber besser wird’s wohl heute auch nirgends mehr, so machen wir hier endlich eine Frühstückspause. 🤩
Teil 8631. Aug. 2018
Fortsetzung 08.04.2018 - South Gate - Khwai - South Gate - Mankwe:
Wir diskutieren wieder mal das Thema „Aussteigen versus nicht Aussteigen“, aber zum einen brauchen manche Blasen endlich mal eine Erleichterung, zum anderen haben wir diesen Morgen wirklich lange genug im Auto gehockt, und wenn aussteigen, dann hier, wo es etwas weitere Ebene gibt und der Löwe sich nicht direkt hinter dem Auto verstecken kann (es sind kaum Büsche da – erst in etwas weiterer Entfernung). So stehen wir mit unseren Müslischalen ums Auto herum und fragen uns bei näherndem Motorengeräusch, ob wir jetzt Ärger bekommen – aber der Touri-Jeep fährt unbeeindruckt an uns vorbei.
Dann höre ich erneut Motorengeräusche – und diese klingen jetzt heulend – von der Straße aus, in der wir anfangs gleich umgekehrt sind, weil es nur noch Wasser gab… da wird doch nicht einer stecken? Ich schlage vor, hin zu fahren, denn vielleicht braucht jemand Hilfe – aber Volker meint kurz danach, nichts mehr zu hören und wir bleiben sitzen. Etwa 20 min. später kommt von dieser Richtung ein sehr vermatschter Hilux angefahren. Und wir treffen einander wenige Minuten später an den Abolution blocks vom Camping ground (wir mussten die Müslischalen doch noch abspülen 🤪 – und Volker wollte auch noch ein bisschen mehr von seinem Schlamm an den Beinen los werden…). Wir kommen schnell ins Gespräch, und auf meine Frage, wie es gehe, antwortet er etwas müde und genervt: „Well, we gut stuck and just spent 30 minutes to get out oft he mud. The bad thing was: we knew that lions are around. We could hear them half of the night around the camp, and some others, who went on game drive at 6 a.m. saw them on the plains where you had your break! We didn’t see them, but they must be around quite close somewhere in the bush..…”
Nun fühle ich mich etwas schlecht, dass wir doch nicht hingefahren sind – mit unserer Winde hätten wir ihm einiges an Buddeln erspart. Aber er nimmt’s nicht böse, und wir kommen ins Gespräch. Ein Ehepaar mit Teenager-Sohn – und es stellt sich heraus, dass er in Malawi aufgewachsen und auf die selbe High-School gegangen ist wie Johannes und Benjamin! Nun haben wir einander viel zu erzählen – aber eigentlich müssen wir alle los. Denn wir wollen ja wieder zurück zum South Gate und unsere Zelte abbauen und dann weiter bis ins Mankwe – und unsere neuen „Freunde“ wollen heute noch über South Gate nach Maun. Wir starten kurz hintereinander und fahren quasi gemeinsam die Strecke bis South Gate. Das ist ganz gut – denn es gab schon einige brenzlige Stellen. Diesmal darf ich mich an den Matschlöchern freuen, die größtenteils ja auch wirklich Spaß machen:
Doch wir sind alle müde von diesem ziemlich unnötigen Gekurve an diesem Vormittag, und so hält sich die Freude beim 200. Matschloch in grenzen. Immerhin hatte Volker das schlimmste davon, nachdem unser Auto geborgen war, gleich noch am anderen Rand abgelaufen, um sicher zu stellen, wie wir wieder zurück kommen. Dort war es (obwohl es schlimm sumpfig ausgesehen hatte) am Ende doch sehr flach, und zurück kamen wir ohne Probleme!
Ich weiß nicht warum – aber kurz vor South Gate durchzuckt mich der Gedanke: „Was, wenn jetzt am Camp Elefanten oder andere Tiere sind, und wir gar nicht aussteigen und die Zelte abbauen können???“. Schnell verwerfe ich ihn wieder als unnötigen Pessimismus. Doch was sehen meine Augen da??? Direkt am Campsite ein großer Elefant, der genüsslich von den Bäumen mampft!
Die Straße macht ja einmal eine Kurve zum South Gate und wieder zurück auf den Campingplatz – so fahre ich quasi einmal um ihn herum. Er ist wirklich nahe an unseren Zelten, bewegt sich aber, als wir kommen, bereits wieder langsam fort. Etwas zu spät hole ich den Fotoapperat, so dass Ihr ihn hier auf dem Bild nur noch erahnen könnt. Wer findet ihn noch?
Das Auto erzählt die Geschichte diesen Vormittages auf seine eigene Weise. Weiß ist es jedenfalls schon lange nicht mehr:
Es ist nun mittags – wir bauen Zelte ab und essen noch was Schnelles. Manch einer genießt die „Aussicht“ vom Autodach aus.
Immerhin: wir finden South Gate wirklich ein sehr schönes Plätzchen!
Unser Freund, der verrückte Hornbill, ist wieder da, und hackt – wohl immer noch nach einem Partner suchend- wieder wie wild auf unseren Seitenspiegel ein!
Immerhin ein klein wenig Abwechslung – ein Elefant (Yeahhh!) und ein Hornbill – was für ein ereignisreicher Tag! Wenn Ihr hier nun etwas Sarkasmus raushört, wird das wohl nicht ganz verkehrt sein. Aber wappnet Euch – der Mist and diesem Tag ist noch nicht vorbei!!! Und das Schlimmste an dem Ganzen ist, dass wir selber uns das meiste davon eingebrockt haben! Aber hinterher ist man immer schlauer und kann tolle Ratschläge erteilen….. Rückblickend hätten wir diesen Tag anders gestaltet. Aber so ist das eben im wahren Leben manchmal! Noch wissen wir von der nächsten Pleite jedenfalls noch nichts – blicken in den blauen Himmel und denken uns: Jetzt kann’s eigentlich nur noch besser werden!
Teil 8702. Sept. 2018
Schön, dass wieder einige mit an Bord sind - egal ob "erkennbar" oder auch "still und heimlich". 😉 Dass ich jetzt mit diesem etwas "langweiligen" Tag wieder einsteigen muss, ist vielleicht nicht ganz so inspirierend wie bisher - ich hoffe, dass dennoch viele diese Fortsetzung nochmal finden und sich nicht langweilen. Es hat mir nämlich wirklich Freude gemacht, wie Ihr Anteil nehmt - da macht das ganze einfach nochmal so viel Spaß! Heute schaffe ich eine weitere Fortsetzung nicht mehr - aber ich denke, dass ich jetzt wieder regelmäßiger etwas Zeit im Forum verbringen und auch meinen Bericht zügig fortsetzen kann.
Danke, Maddy, für die Gänsebestimmungshilfe! Ja, nun erinnere ich mich: in unserem Buch stand "Comb Ducks". Ob das nun allerdings der alte oder der neue Name ist, vermag ich auch nicht zu sagen 😊
Bis hoffentlich spätestens Dienstag! Antje
Teil 8803. Sept. 2018
Schön, Doro und Conny, dass Ihr auch wieder dabei seid! Tja, und Conny: nun hast Du mich sogar mit Eurem Botswana-Bericht überholt - ich sehe, er ist schon am Ende! Und ich habe es gar nicht mehr geschafft, alles mit zu lesen! Das werde ich aber gewiss noch nachholen! 😉 Dass der Civet Euch ebenfalls im South Gate besucht hat, finde ich wirklich lustig und freut mich zu hören! So, und nun soll's weiter gehen mit unserem Frust-Fahr-Tag.... (klingt wirklich sehr spannend 😣 ... ich glaube, es lesen nun doch nicht mehr viele mit 🙁 )
Teil 8903. Sept. 2018
Fortsetzung Sonntag 08.05.2018 - Von South Gate zum Mankwe: Untertitel: Irrfahrten im Moremi…..
Um wieviel Uhr wir uns dann endlich von South Gate verabschieden, weiß ich nicht mehr so genau. Jedenfalls mussten wir nun „nur“ noch bis zum Mankwe Camp. Das Mankwe wird hier im Forum selten erwähnt, und freshy hatte mich auch vorgewarnt, dass es nicht sehr schön sei. Aber wir brauchten einfach eine Übernachtungsmöglichkeit möglichst nahe an Mababe, da wir den nächsten Tag in einem Rutsch über Savuti bis nach Kavimba/Mwandi View wollten. Vermutlich hätte ich auf die Empfehlungen mit Magotho, Dizhana oder Dijara eingehen sollen. Wobei ich von Dijara keine Antwort erhielt – und ehrlich gesagt auch ein wenig Bammel hatte, da es dort meist Löwen gibt. Auch wenn wir schon paar mal unter Löwen gezeltet haben und ich grundsätzlich auch glaube, dass sie einen in Ruhe lassen, war mir das mit Bodenzelten und unseren Kindern, die nachts aufs Klo müssen, irgendwie nicht wohl zumute in einem Camp, wo man von vornehinein schon mit Löwen rechnen muss. Naja – selber schuld, kann man sagen, dass wir sie dann auch nicht gesehen haben… 🤨
Jedenfalls hatte ich Mankwe dann eben wegen der Route rausgesucht – denn den Karten nach sieht es eindeutig so aus, dass man von etwas nördlich des South Gate eine schnurgerade Straße nach Osten nehmen kann, und dann in der Nähe vom Mankwe auf der Verbindungsstraße zwischen Maun und Mababe wieder passend raus kommt. Hier mal die dazugehörige Karte:
Soweit also unser Plan.
Wir hatten auch auf der Fahrt zwischen South Gate und North Gate nach diesem Abzweig geschaut, ihn auch gefunden und die schnurgerade Straße gesehen. Also dachten wir, sollte es nun auch ein Leichtes sein, hierüber bis ins Mankwe zu kommen.
Wir fahren also frisch gepackt von South Gate wieder auf die selbe Straße nach Norden, die wir heute schon zweimal gefahren waren, und biegen dann auf den Sandweg nach rechts ein. Und so sah’s hier aus:
Eigentlich waren wir jetzt alle wieder recht fröhlich – der Stop in South Gate hatte uns gut getan. Das Wetter ist wunderschön, und es stehen auch ab und zu Impalas neben der Straße. Auch die Hinterlassenschaften der Elefanten lassen uns wissen, dass es hier nicht nichts gibt! Zu keiner Zeit kommen wir auf die Idee, dass dies die falsche Straße sein könnte – denn der Abzweig war eindeutig an der passenden Stelle, und diese absolute Gerade ist eigentlich auch eindeutig.
Nach einer guten Stunde allerdings fahren wir auf ein Ranger’S Camp zu – das verwirrt uns doch sehr 😮 🤨 . Eigentlich sollten wir hier doch einfach auf eine große Sandpiste treffen!??? Dazu kommt, dass hier ein Schild steht, dass der Zutritt nur für Ranger gestattet sei. Aber: es gibt hier ja keinen anderen Weg, als nur den zurück. Und das macht ja nun absolut gar keinen Sinn…. Von meinem Mann ermutigt, fahre ich einfach mal ganz selbstverständlich durch das Camp, wo uns einige Kinder zuwinken.
Unser Joel ruft: „Das ist South Gate! Das ist das Camp, wo Tabea und ich in South Gate abends Feuerholz geholt haben!“. Ich sage vollster Überzeugung: „Joel, das KANN gar nicht sein. Wir sind ja in eine völlig andere Richtung gefahren. Vielleicht sieht es einfach ähnlich aus!?“. Ich versichere Euch: ich habe einen außergewöhnlich guten Orientierungssinn, der mich eigentlich selten im Stich läßt! Das ist wirklich ernst gemeint – und Volker und ich sind da gemeinsam normalerweise ein unschlagbares Team. Nur heute sollte irgendwie nicht „normalerweise“ sein….
Joel ist völlig überzeugt und sagt mit Nachdruck: „Doch, Mama, das ist DAS Camp! Da haben wir dann doch abends den Civet gesehen, der von hier zu unserem Platz lief. Ich erkenne sogar die Kinder!!!“ Ich begreife das alles nicht, halte Joel eigentlich sonst für sehr fähig, aber DAS kann nun wirklich nicht sein! 🤪
Wir fahren durch das Camp, ohne dass sich irgendwer an uns zu stören scheint, und landen auf einer Sandpiste – na bitte! Aber: es passt ganz und gar nicht. Denn rechts von uns sehen wir DAS da:
Wir können aus der Ferne noch nicht erkennen, welches Gate das sein soll – aber auf jeden Fall macht IRGENDEIN Moremi Gate hier überhaupt gar keinen Sinn, und in meinem Kopf schwirrt es! Volker geht es nicht anders. Und Joel schreit die ganze Zeit: „Das IST South Gate! Sag ich doch die ganze Zeit!“ Ich versuche, die Karten in meinem Hirn hin und her zu drehen, aber es will einfach keinen Sinn machen! Also fahren wir mal auf das Gate zu, um zu sehen, was da dran steht. Ich denke, ich träume – aber es steht wirklich „South Gate“ dran.
Ich kann gar nicht beschreiben, wie sich das anfühlt: irgendwie zwischen kurz vor in Ohnmacht fallen, einen sehr schlechten Traum haben, oder sich im Malaria-Fieberschub befinden….. 🤢 😵 😣 🙄 Das Ganze will und will sich weder in meinem noch in Volkers Kopf entknoten. Wir ziehen meinen Ausdruck der Tracks4Africa-Karte hervor, wo dieser Ausschnitt drauf ist. Nun macht es zwar langsam Sinn – aber wir können immer noch nicht glauben, was wir hier zusammen gefahren sein sollen: Da gibt es tatsächlich eine weitere schnurgerade Straße von dem selben Abzweig an, nur dass diese zweite Straße nicht nach Osten, sondern in scharfem Winkel wieder zurück nach Süden läuft und quasi die ganze Zeit parallel zwischen der North-Gate und South-Gate Verbindung verläuft (s. Karte oben). Jaja, lacht ihr nur! Es ist mir ja super peinlich, das hier zuzugeben 😊 , aber da haben wir wirklich riesen Mist gemacht! Und das nachdem wir schon den ganzen Vormittag für nichts herum gekurvt waren! Und außerdem wollten wir diese Querverbindung fahren, um uns Strecke zu sparen – und nun waren wir mit der Kirche ums Dorf gefahren, nur um am Ende ZUSÄTZLICH doch noch die längere Strecke von South Gate zurück Richtung Maun und dann von viel weiter südlich hoch zum Mankwe zu fahren…..
Bis Volker und ich klar kriegen, wie das passieren konnte, braucht es noch einige Zeit. So langsam dämmert uns, wie es gelaufen war, und warum wir keine zweite schnurgerade Straße gesehen hatten: auch die Kinder erinnern sich and diesen Abzweig: Wenn man von Süden kommt, muss man ja rechts rein ins Gebüsch. Dieser Weg ging nicht im 90-Grad Winkel (wie erwartet), sondern etwas schräg nach NordOsten. Dann aber kam sofort nach ca. 20 Metern noch ein Abzweig, und da ging es nur schräg rechts. Links und geradeaus war gesperrt, bzw. nur Gebüsch. So fuhren wir in der Annahme, dass dies die Straße sein muss, zumal sie sich sofort als so schnurgerade präsentiert. Und es waren ja auch Reifenspuren zu sehen gewesen, so dass wir uns in Sicherheit wähnten, und nie auf die Idee kamen, mal auf einen Kompass zu gucken…. Da es noch früher Nachmittag war, und wir nur niedriges Büsche um uns gehabt hatten, haben uns auch keine anders als erwartet verlaufenden Schatten irritiert. Anscheinend also war die Straße, die wir wollten, so mit Büschen zugewachsen, dass uns gar nicht aufgefallen war, dass dort eigentlich zwei Straßen abbogen – und es die, die wir wollten, gar nicht mehr gab. Und dass wir nochmal so deutlich nach rechts (und damit zurück nach Süden) gebogen waren, war uns in dem Abzweige-Wirrwarr auch nicht aufgefallen. Wir hatten also die interne Ranger’S Road erwischt!
Ganz nebenbei: die würde ich wieder nehmen – sie war nämlich viel besser als die offizielle Straße zwischen South Gate und North Gate! Eigentlich hatte es uns dort recht gut gefallen! 😄
Nun ja – quengeln hilft ja nicht. Und Volker und ich müssen vor unseren Kindern eingestehen, dass wir hier nun völlig falsch lagen – dass Joel sehr wohl richtig lag mit seinem bekannten Ranger’s Camp. Und dass wir nun eben NOCH länger unterwegs sein werden. Das scheint die Kinder weniger zu stören als uns. Und mit einem tiefen Seufzer machen wir uns erneut auf den Weg nach – hoffentlich diesmal Mankwe. 😎
Teil 9004. Sept. 2018
Schön, von Dir zu hören, Bele! Danke für Dein Beileid - aber man darf sich jetzt auch nicht von diesem einen Tag das Ganze vermiesen lassen. In meinem Bericht zuvor war ja nun wirklich auch genug sehr Schönes dabei! So z.B. neben der Chobe River Cruise und dem elefantenreichen Boteti River dann später im Moremi v.a. die Schleife zu den Black Pools. Dieser Tag jetzt war nun einfach einmal unter "gänzlich erfolglos" zu verbuchen, und wenn ich hier schon berichte, soll auch dieser Teil authentisch und nicht "schön geredet" sein! 😏 Aber: der Tag danach weiter nach Norden hat das ganze dann auch wieder wett gemacht! Doch psssst 😗 - noch sind wir dort nicht!
Teil 9106. Sept. 2018
Da habt ihr schonmal einen echten Botswana-Kenner dabei und dann glaubt ihr ihm nicht
Haha! Matthias! Das hast Du schön gesagt!!! Schande auf unser Haupt! 😗 Allerdings hat er das ja auch erst gesagt, als wir durch's Camp fuhren... und leider nicht, während wir auf der falschen Straße waren. Insofern hat's am Ende auch nichts mehr geholfen. Aber ich muss schon zugeben: mich hat es nochmal nachdenklich gemacht, dass wir manchmal tatsächlich so sehr von uns selbst überzeugt sein können (und zwar nicht aus Überheblichkeit - sondern einfach, weil man wirklich meint, man läge richtig!), dass wir uns einfach nicht vorstellen können, dass der andere vielleicht wirklich Recht hat.... 😊
Und jetzt muss ich schnell Bilder durchschauen, damit wir ENDLICH zusammen ins Mankwe kommen!!!! 😎
Teil 9206. Sept. 2018
Sonntag 08.05.2018 South Gate, Khwai und Mankwe – Fortsetzung die X. ….
Uuups - fehler - er hat keine Bilder übernommen! Folgt hoffentlich in Kürze!
Es fuinktioniert mit den Bildern gerade nicht! Von daher versuche ich es später noch einmal!
Teil 9306. Sept. 2018
Nach Chrigus Meldung, dass Bilder hochladen wieder funktioniert, hier also der nächste Versuch:
Sonntag 08.04.2018 South Gate, Khwai und Mankwe –Irrfahrten- Fortsetzung die X. ….
Der Rest des Tages verläuft nun tatsächlich recht unspektakulär! Von South Gate fahren wir die uns durch die Anfahrt bekannte Straße erst mal wieder zurück Richtung Maun.
Diese Strecke ist auch diesmal wieder recht tierreich – wir sehen Impalas, Zebras und auch einige Elefanten. Zwischendurch auch mal einige Vogelstrauße. Insgesamt nichts, was uns vom Hocker haut – und Zeit zum Anhalten und Bilder machen haben wir nicht mehr wirklich, denn wir möchten doch gerne vor Sonnenuntergang ankommen, und sehr schnell kommt man auf dieser ausgefahrenen, von tiefen Mulden durchsetzten Straße nicht vorwärts. Deshalb fällt die Bebilderung hier auch etwas spärlich aus. Aber es tut uns gut, endlich nicht nur Straße (mit oder ohne Wasser) und Büsche zu sehen!!!
Ich mogele jetzt etwas, damit hier mal wieder einige schöne Bilder rein kommen. Die meisten davon sind nicht von dieser Strecke – evtl. fällt es Euch auf. Aber zum einen HABEN wir da wirklich Tiere gesehen (sie nur nicht fotografiert), zum anderen kann man sich auch ruhig an einem solchem Tag ins Gedächtnis rufen, wie vielfältig unsere Reise bisher dennoch gewesen ist:
Ich habe soeben mal wieder in Tabeas Statistik-Buch geschaut. Denn das wird wirklich bis zum Ende der Reise geführt – zwar nicht „fein säuberlich“ 😊 🙄 , aber doch hilfreich 😏 :
Und siehe da: manche Wahrnehmung trügt wohl – denn wir haben an diesem 08.05.2018 doch tatsächlich MINDESTENS (weil nicht alles notiert) folgendes gesehen: Frankolin: 28 Monkey: 3 Hornbill: 23 Squirrels: 16 Zebra: 13 Waterbuck: 3 Male Impala: 19 Dik-Dik: 2 Comb Duck: 8 Giraffe: 9 Eagle: 1 Elephant: 16 Male Ostrich: 2 Female Ostrich: 2 Langeweile und Zeichnungen: diverse
Zur allgemeinen Ermunterung ziehe ich unterwegs noch das letzte Stück deutsche Salami hervor (das uns jemand nach Malawi mitgebracht hatte), was allgemeine Begeisterung auslöst! 🤩 Und in der Not schmeckt die Wurst bekanntlich auch ohne Brot!!! Und heute ist definitiv eine Not! (wenn auch keine Hungersnot… so kann Salami auch mal Abhilfe bei Frust schaffen!). Es ist doch gut, wenn Mama immer noch ein paar Trümpfe parat hat….. 😎
Auf der Hauptstraße zwischen Maun und Mababe angekommen biegen wir nach links ab. Hier ist die Piste sehr breit und gut zu fahren! Kurz vor Mankwe hören wir eine Elefantenherde tröten, bekommen sie aber nicht zu Gesicht. Weit können sie jedoch nicht sein!?
Der Abzweig zur Mankwe Lodge ist eindeutig gekennzeichnet – nun geht es noch ein ganzes Stück weit einen kleinen ziemlich sandigen Weg ins Gebüsch, und dann heißt es endlich: doch noch angekommen!
Teil 9406. Sept. 2018
Mankwe Lodge - Camping Platz:
Wir scheinen die einzigen Gäste zu sein – werden aber recht freundlich begrüßt. Während Volker In einem großen Zelt, das als Reception dient, einige Formulare ausfüllt, spaziere ich mal zwischen den kleinen, recht hübsch gebauten Hütten herum. Wenn Mankwe so schlecht bewertet wird, will ich mich doch wenigstens mal umschauen und mir eine Meinung bilden:
Also, die Anlage an sich gefällt mir und den Kindern eigentlich recht gut. Es ist im Busch gelegen, macht einen rustikalen, aber sauberen Eindruck. Das entspricht uns erst mal (ich mag pompöse Lodges nicht). Die kleinen 2-Bett-Hütten sind recht neu gebaut und blicken in eine etwas lichtere Ebene. Der einst abgebrannte kleine Pool ist wieder hergerichtet, und dazwischen schlängeln sich hübsche, von Solarlampen gesäumte kleine Schotterwege. So auf den ersten Blick kann ich nicht meckern. Jedoch kann ich weiter nichts zu der Lodge sagen, da wir dort ja auch keinerlei Essen zu uns genommen haben.
Dann werden wir zu unserem Campingplatz geschickt, der (wie zuvor auch von freshy bemerkt) ziemlich weit von der Lodge entfernt liegt. Man fährt den Sandweg wieder zur Hälfte zurück Richtung Straße (den Abzweig zu den Campingplätzen hatten wir vorher schon gesehen, mussten aber zur Anmeldung ja bis zur Lodge fahren). Schlecht ist auch das auf den ersten Blick nicht: im Gebüsch tut sich ein größerer Sandplatz auf, in dessen Mitte einige größere, schlanke Bäume stehen. Ein Wassertank steht in einem Baum (man hatte uns gesagt, wir müssten dort den Hahn öffnen – und bei Verlassen des Camps bitte auch wieder schließen). An der Feuerstelle hat man uns eine ordentliche Portion Holz hingelegt. Bald wird die Sonne uns verlassen, und so bauen wir flink Zelte auf!
Die Dusch- und Toilettenörtlichkeiten begeistern die Kinder anfangs: die Eimerdusche sieht abenteuerlustig aus – und entpuppt sich am Ende auch als „abenteuerlich“…. Im Bild hinten mit Planen abgehängt zu sehen)
Neben dem Waschbecken kriecht an der Wand eine hübsche grünliche dicke Raupe. Erst später zu Hause dämmert mir: DAS war ein Mopane-Wurm!!! Und ich bereue, ihn nicht fotografiert zu haben! Als ich das den Kindern sage, meint Benni: „Ja klar!!!! Wieso sind wir da nicht drauf gekommen!? Auch die Bäume dort hingen voll davon!“ Andrerseits bin ich nicht böse, dass uns das dort nicht klar geworden war – sonst hätte Joel sie in eine Tüte vom Baum geklaubt und einige Tage später hätten wir uns im Auto über einen penetranten Geruch gewundert…. 🤢 😵
Das Klo stinkt in einem Radius von mindestens 10 Metern, und zeigt die Hinterlassenschaften der letzten Camper…. 🤢 😣 Wir drehen den Hahn des Tanks auf, aber die Klospülung gibt nicht viel her. Ich fülle zwei bereit stehende Blecheimer mit Wasser und spüle kräftig nach und putze erst mal Klo. Nun kann man das Ganze wenigstens wieder benutzen. Also – das sind gleich mal zwei Minuspunkte: dass man es nicht mal fertig bringt, für angemeldete Camper die Toiletten ordentlich bereit zu halten, nachdem die Angestellten nun wirklich gerade nicht unter Überlastung zu leiden haben…. Ich gönne mir noch schnell eine Eimerdusche – nachdem ich die Sackkonstruktion auf eine für mich passende Höhe gebracht und den Sack mit ordentlich Wasser gefüllt habe, funktioniert das Ganze auch einigermaßen – aber was ist denn mit dem Wasser los??? Ich fühle mich an, als hätte ich das gesamte Duschgel über mich gekippt – ekelig schmierig. Und salzig schmeckt es noch dazu! Nur mit viel Mühe kriege ich diese Schmiere wieder einigermaßen von meiner Haut. Aber ein klein bisschen erfrischt fühlt es sich trotzdem an! Als die Kinder später duschen wollen, krampfen wir eine Weile herum, bis das Ding endlich auf einer für sie brauchbaren Höhe hängt, aber obwohl der Sack neu gefüllt ist, kommt irgendwie nur noch tröpfchenweise Wasser raus. Ich suche den Sack nach toten Spinnen oder Käfern ab 🤨 – vielleicht hat ja was das Ding verstopft? Kann aber nichts finden. Joel ist aber bereits von Kopf bis Fuß eingeschäumt! Ich kippe mehrere Eimer Wasser über ihn – er bleibt ein eingeseiftes Etwas 😄 , wir nehmen es mit Humor und benutzen hier erstmals zum Zähneputzen nicht das Wasser aus dem Hahn!!! Auch zum Kochen der Nudeln verwende ich diesmal unser Trinkwasser aus den Kanistern. Bis morgen abend wird unser Vorrat sicher reichen.
Wir sind nicht unfröhlich – der Platz an sich gefällt uns. Die Abolutions haben wir einfach unter „ekelig“ abgehakt, aber die Feuerstelle lädt uns noch zu einem gemütlichen Abend ein. Die Kinder sammeln noch kleines Feuerholz – es liegt genug abgerissenes Trockenes im Gestrüpp. Es sieht aus, als wären hier regelmäßig Elefanten am Werk! Wir hören sie auch immer wieder in der Ferne.
Lange sitzen wir heute noch gemeinsam ums Feuer, schauen in die tanzenden Flammen, hören dem knisternd Geschichten erzählenden Feuerspiel zu und wagen kaum über unsere Hoffnungen und Befürchtungen für den morgigen Tag zu sprechen: wir wollen in einem Rutsch über Savuti hoch zum Chobe – bei Kavimba habe ich im „Mwandi View“ eine Campsite gebucht. Einerseits freuen wir uns auf diese „legendäre“ Strecke – andererseits wissen wir nicht, was uns erwartet an Straßenbeschaffenheit. Und von dem heutigen Tag doch ziemlich desillusioniert fragen wir uns, ob es evtl. hauptsächlich ein langweiliger, langer Fahrtag werden wird?
Und was bleibt nun von diesem Tag?
Das Beste - da sind wir uns alle einig - war noch das Stecken-Bleiben!!! 🤩 🤩 🤩 Sowas sagt man aber nur, wenn alles gut ausgeht! Wenn’s Auto absäuft oder es „tierische“ Zwischenfälle gibt, sieht sowas sicher schon wieder anders aus….
Der Khwai - tja, vermutlich schlechte Reisezeit, da man bei dem vielen Wasser viele Weg nicht abfahren konnte. Ob wir nördlich des Khwai mehr gesehen hätten, bleibt zu bezweifeln, von dem was andere Camper uns so berichteten. Es würde mich allerdings wirklich reizen, diese Gegend nochmal in der Trockenzeit zu besuchen!
Was hätten wir anders machen können? Eine bessere Wahl wäre gewesen, morgens gleich um 6 nicht zum Khwai hoch, sondern nochmal eine ausgiebige Schleife um die Black Pools zu fahren. Ich glaube, das wäre lohnenswert gewesen! Dann hätten wir einen schönen Abend-Drive um die Black Pools und einen schönen morgen-Drive dort hin gehabt. Wir hätten dann immer noch mittags am South Gate die Zelte abbauen und weiter fahren können. Hier wollten wir vermutlich einfach zu viel verschiedenes sehen.
Es liegt also, wie so oft im Leben, bei jedem selbst, wie man einen Tag abschließend beurteilt.
Man könnte diesen gesamten Tag wohl getrost als “Griff ins Klo“ bezeichnen. Ich persönlich verbuche ihn lieber unter: „Lebenserfahrung“! 😉
Teil 9506. Sept. 2018
Annick - die Bilder des springenden Impalas sind als einzige "richtig" gemogelt - denn sie stammen aus Malawi - genauer: Majete Park, am Shire-Fluß Ufer, wo wir kurz nach Botswana bzw. vor unserer Reise nach Deutschland noch einen Familien-Abschluss-Tag gemacht haben. Ich habe mir erlaubt, sie hier rein zu nehmen, weil ich Euch nicht noch länger mit Bildern von Straßen und unserem Landcruiser anöden wollte... Und da wir and diesem Tag durchaus Impalas gesehen hatten (nur sie nicht fotografiert haben), habe ich mal in meiner "Bilder-Kiste" gestöbert. Ich hoffe, das stößt jetzt nicht sauer auf - aber ich hab ja gleich dazu geschrieben, dass ich diese paar Bilder von anderen Orten zusammengeklaubt habe..... (wobei die meisten aus dem Moremi sind, und die weiteren von anderen Botswana-Orten dieser Reise)
Ansonsten gehören in diesem Bericht alle Bilder auch da hin, wo sie stehen. So, das kurz zur vervollständigenden Erläuterung. Und jetzt muss ich noch lesen, w as Du weiter von Malawi geschrieben hast, nachdem Deine Bilder sich nun auch wieder einstellen ließen! 🙂 Gruß, Antje
Teil 9608. Sept. 2018
Also Antje, Literaturwissenschaftler nennen das, was Du hier betreibst, euphemistisch " retardierendes Moment". Ich nenne es schlicht Cliffhänger
Liebe Friederike - nun gebe ich mir alle Mühe, das retardierende Moment etwas zu beschleunigen und den langweiligen Tag weit hinter uns zu lassen! 😛 Lillytrotter, Matthias und Ingrid - wie schön, dass Ihr auch noch weiter mit fahrt! Bei dem derzeitigen Angebot an schönen Reiseberichten ja nicht selbstverständlich, dass Ihr Euch nach meiner langen Pause nochmal mit einhängt! Und Conny:
Mir ist bei unseren Bildern auch aufgefallen , daß wir manchmal gar keine gemacht haben. Was will man auch den 100 Elefanten ablichten, wenn man doch schon 99 hat .
Danke für Dein Lob an die springenden (malawischen) Impalabilder. Und mit den Fotos: manchmal möchte ich auch einfach den Moment genießen, und nicht immer mit der Kamera beschäftigt sein! 😐 Also, weiter geht's wieder zurück nach Norden!
Teil 9708. Sept. 2018
Montag, 09.05.2018: Von Mankwe Camp über Savuti nach Kavimba (Mwandi View an den Linyati Flood plains): Untertitel: Es müssen nicht immer Löwen sein.....
Wir stehen mit Morgengrauen auf und haben alle wieder neuen „Safari-Entdeckergeist“ in den Gliedern! So schnell lassen wir uns das nicht einfach verderben!!! 😛 Und: wir werden heute auch tatsächlich dafür „belohnt“!
In der Nacht hatten wir Besuch einer größeren Elefantenherde – möglicherweise die, die wir am Abend gehört hatten? Jedenfalls war ich öfters wach gelegen und hatte dem Knacksen in den Büschen und Bäumen um uns herum gelauscht. Immer wieder fasziniert mich das leise, dumpfe Geräusch, wenn diese Riesen sanft ihre Füße auf den Boden setzen! Ab und zu halte ich die Luft an – denn die grauen Freunde sind SEHR nah neben unseren Zelten, und ich hoffe inständig, dass sie nicht Äste über den Zelten abbrechen (im Ruaha-Park in Tanzania landete einmal ein dicker Ast mit einem lauten RUMS auf unserer Blechhütte - glücklicherweise nicht Zelte…). Oder dass eins der Kinder gerade dringend aufs Klo muss….
Ich krieche also morgens aus dem Zelt um mal nach „Beweisen“ zu schauen – denn ich bin meist die einzige, die nächtlichen Wildtierbesuch wahrnimmt, und alle meine Familienmitglieder meinen dann immer mit einem mitleidigen Lächeln, dass ich eine tolle Phantasie oder lebhafte Träume hätte! 😵 Dabei sieht die Wahrheit ganz anders aus: alle anderen sind mit einem viel besseren Schlaf gesegnet als ich! Warum versteht mich denn keiner??? 😮 Vor vielen Jahren – da war ich mal mit meinem Mann und meinem jüngeren Bruder in Kenya unterwegs – hatte ich nachts im Tsavo eine wirklich schlaflose Nacht, weil die Dickhäuter um das kleine Zelt herum sämtliche Bäume abzureißen drohten! Ich traute mich kaum, zu atmen – so viel Schiß hatte ich…. Aber die Herren in meinem Zelt schien das alles nicht zu stören. Am nächsten morgen darauf angesprochen fragt mein Mann nur verschlafen: „Welche Elefanten?“, und mein Bruder meint mega relaxed dazu nur: „Ooch – ich hab die auch gehört. Und mich umgedreht und gut weitergeschlafen!“ 😠 Grrrrr! Warum kann ICH weder das eine noch das andere??? 😈 😈
Ah – aber OH Wunder! Diesmal kriege ich sogar Unterstützung von meinem Mann, der sie auch neben den Zelten gehört haben will! Und den Kindern kann ich immerhin die Fußabdrücke im Sandweg rund um die Zelte zeigen!
Die beschweren sich nun, dass ich sie demnächst wecken soll, wenn nachts Tiere da sind. Ja – wozu das denn? Damit sie mal aus dem Zelt gucken und Guten Tag sagen können???
Wir verfolgen also gemeinsam die vielen Fußstapfen, und Tabea hat ihren Spaß daran, mal ihren zarten Fuß mit dem unserer grauen Freunde zu vergleichen:
Papa zeigt den Kindern noch, wie man aus der letzten übriggebliebenen Glut nochmal ein ordentliches Feuer wiederbeleben kann (ich meine, es ist ja sooo kalt hier, dass wir dringend heizen müssen….). Aber alle Pyromanen kommen damit nochmal auf ihre Kosten, während ich mir meinen Kaffee koche:
Wir schlabbern noch alle ein Schälchen Müsli (Brot gibt es erst wieder ab Kasane), packen die Zelte ein, hinterlassen die wunderhübschen Abolutions in besserem Zustand 😉 als angetroffen 🤢 und drehen auch noch wie gebeten den Hahn des Wassertankes wieder zu. Vielleicht geben die Camper nach uns dem Mankwe dann einen Stern mehr als wir….
Bald brettern wir wieder auf der Sandpiste Richtung Mababe gen Norden. Aber wir sind aufmerksam genug, um wegen der Straßenüberquerung eines anderen kleinen Verkehrsteilnehmers anzuhalten und uns an diesem so ganz anderen Tier zu erfreuen:
Die Kinder haben ihre helle Freude daran, und wollen gar nicht weiter fahren! Herrlich! Ich freue mich immer wieder darüber, dass sie sich an jedem Lebewesen, egal welcher Art, so ergötzen können! Und als wir wieder ins Auto steigen, werden die Bestimmungsbücher wieder hervorgezogen und das hübsche Exemplar einstimmig als „Stigmochelys pardalis“ identifiziert!
Bald begleiten uns auch wieder Hornbills und Roller, und zwischendurch auch mal zwei Adler.
Benni ist etwas unzufrieden, dass er ihn nicht schärfer eingefangen bekommt – aber ich finde es gar nicht so schlecht!
Nach ich weiß nicht wieviel Fahrzeit ist unsere sonst so trockene Sandpiste plötzlich von einem weiten Wasserlauf unterbrochen.
Nach rechts geht eine Detour – aber die endet auch im Wasser! Während wir noch überlegen, was wir tun, kommt aus der Detour ein Laster angefahren. Also fahren wir mal dort rein – aber sehr überzeugend sieht das nicht gerade aus.
Fast übersehen hätten wir, dass zur Linken auch noch eine Herde Elefanten plantscht!
Während ich die Elefanten im Blick behalte, läuft Volker den potentiellen Weg ab. Aber wir sind beide skeptisch – auch wenn da ein Laster durch fuhr – irgendwie kommt uns das alles nicht mehr richtig vor. Bis vor kurzem waren uns noch Autos entgegen gekommen. Nun ist schon seit längerem (außer diesem Laster) nichts mehr begegnet. Aber Reifenspuren gibt es - auch vor uns direkt ins Wasser!? Wir fahren wieder zur Hauptstraße und begutachten nochmal die erste Wasserdurchfahrt. Volker stapft herum und meint nach einiger Zeit, am linken Rand könne man evtl. durch kommen. Aber seine größten Fragezeichen sind, ob das der einzige Wasserlauf ist, oder ob nach dem nächsten Hügel ein weiterer kommt? Eigentlich reizt es ihn sehr, das jetzt auszuprobieren. Aber so ganz überzeugt ist er dennoch nicht. Gab es denn einen Abzweig, den wir verpasst hätten? Volker meint, etwa 10 Minuten Fahrt zurück wäre nach links ein Schild „Dizhana – Mababe“ gestanden. Komisch. Laut Karte sollte es eigentlich nicht über Dizhana nach Mababe gehen. Aber wer weiß? Wir fahren zurück und folgen dem Schild auf einem kleinen Pfad durch den Busch. Nach weiteren 5 Minuten habe ich meine ernsthaften Zweifel. Das wird wohl doch nur zum Camp gehen. Wir drehen um. „Maps-me“ auf meinem Phone hilft uns gerade nicht, da wir nicht wissen, wo genau wir uns befinden. Also wieder zurück die Hauptstraße gen Norden – denn Volker meint, da wäre kurz vor der Wasserstraße ein Schild an einer Detour gestanden. Huch? Und ich soll das nicht gesehen haben? Hab ich da grad dem Adler in der Luft zugeschaut? 😗 Aber tatsächlich - da steht es:
Jedoch keinerlei Hinweis auf eine Detour. Auch nicht, dass man nicht durchs Wasser fahren könne. Nur eben: „Water ahead!“ Klasse! Vielen Dank! Das ist doch echt hilfreich 😠 – ich meine, das Wasser sehen wir ja selber (und wir fahren auch nicht 200 km/h, um ungebremst hinein zu sausen…). Es ist auch wirklich schön, dass Botswana vor einiger Zeit sein 50. Bestehen gefeiert hat und das auf seinen Straßenschildern kund gibt. Doch was sollen wir jetzt tun??? Rechts geht ein kleiner Weg rein. Den nehmen wir einfach mal. Das entpuppt sich als DIE Lösung – und bald kann ich diesen kleinen Wegen auch wieder auf „Maps-me“ folgen. Das ist eine ziemlich lange Umleitung – mit mehreren Abzweigen, und immer wieder zeigen sich v.a. links von uns diverse Wasserstraßen. Aber nun läßt sich jedes Kürvchen nachvollziehen – ich bin wirklich begeistert von „Maps-me“!!!! 🤩 Nach einer gefühlten Ewigkeit landen wir wieder auf der Hauptstraße. Rückblickend bietet sich dieses Bild:
Und auch wenn es auf den ersten Blick der ersten Wasserstraße ähnelt: es ist eindeutig eine andere, und Volker ist demnach froh, dass wir nicht versucht haben, durch zu fahren. Wer weiß, wie viele noch gekommen wären – und in welcher wir dann stecken geblieben wären. Und keiner hätte uns gefunden – weil alle anderen wohl die Detour kennen!
Teil 9808. Sept. 2018
Nicht weit von uns kreuzt noch ein Elefant die Straße….
…. und kurz darauf kommen wir durch Mababe, wo der Linksabzweig dann auch eindeutig ist.
Leider haben wir durch diese Wasserverwirrungen sehr viel Zeit verloren – mindestens 1 h – eher mehr. Damit hatten wir auf dieser Strecke überhaupt nicht gerechnet! Irgendwie scheint im Forum darüber keiner was geschrieben zu haben. Jedenfalls nicht da, wo ich gelesen habe. Oder aber die meisten fahren diese Strecke nicht, sondern über North Gate durch den Moremi nach/von Savuti!?
Nun – wir wissen wieder, wo wir sind und wo wir hin müssen, also: weiter geht’s! An der Kreuzung, wo die Straße aus Richtung Khwai/North Gate dazustößt, stehen zwei Hilux, deren Insassen mit unsicheren Gesichtern den Abzweig betrachten. Die kennen wir doch, denken wir! Eines davon ist das junge deutsche Pärchen, die wir erstmals im Tiaans gesehen, in Maun „verfolgt“ und später auch nahe South Gate mal den Weg gewiesen hatten. Bisher waren sie ziemlich maulfaul gewesen. Jetzt fragen sie, ob das der Weg nach Savuti wäre – und da wir uns inzwischen ja wieder sicher sind, fahren wir mal vor.
Kurz danach entdecken wir direkt neben der Straße eine Überraschung:
Wild Dogs! Damit hatten wir ja gar nicht gerechnet! Wir haben erst ein einziges Mal welche gesehen – das war zwei Jahre zuvor im South Luangwa in Zambia! Wie schön, dass sie sich direkt neben die Straße gelegt haben! Leider kommt das hübsch gemusterte Fell im Schatten der Büsche auf den Fotos nicht recht zur Geltung. Aber wir bleiben doch ein bisschen und freuen uns an ihnen!
Und bei diesem ärgere ich mich sehr, dass da der Ast noch vor der Kamera war!
Die Zeit drängt – denn die Strecke vor uns soll ja bekanntlich tiefsandig sein. Und voller Matschlöcher, wie uns Leute am North Gate erzählt hatten. Aber die Kinder quängeln: „Neiiiin! Nicht fahren! Ich will die noch angucken! Die sind soooo schöööön!“ Ein bisschen bleiben wir noch, aber viel bessere Bilder werden es dennoch nicht.
Dann reißen wir uns los, und lassen die beiden Hilux-Fahrer noch ein wenig mit den Hunden allein. Und nach einem weiteren Katzensprung treffen wir auf das Mababe Gate – Chobe, wir kommen wieder!!! 🤩 😏
Teil 9911. Sept. 2018
Fortsetzung Montag, 09.04.2018: Von Mankwe Camp über Savuti nach Kavimba (Mwandi View an den Linyati Flood plains) Untertitel: Es müssen nicht immer Löwen sein....
Während wir mit dem Officer plaudern, trudeln auch die beiden Hilux Fahrer ein. Das deutsche Pärchen steht bald neben uns im office – und redet immer noch kein Wort mit uns (die müssen uns doch genauso erkennen wie wir sie?), und meine Bemühungen um einen Blickkontakt, bei dem man sich mal kurz begrüßen könnte, gehen ins Leere…. 😐
Ich weiß nicht – ich finde diese Berührungsängste irgendwie komisch 🤨 . Ich will ja nicht mit jedem eine Stunde lang plaudern, finde es aber eigentlich doch normal, dass man sich gegenseitig wahrnimmt und vielleicht aller wenigstens mal freundlich zunickt. Wenn man schon seit ca. 4 Tagen mehr oder weniger auf der gleichen Strecke unterwegs ist!? Bin ich da komisch? Während Volker Formulare ausfüllt, blättere ich im Moremi-Führer (den gab es am South Gate nicht, und jetzt werden wir ihn auch nicht mehr kaufen – stattdessen kaufen wir dann aber doch noch den vom Chobe. Die sind übrigens an diesem Gate um einiges billiger!!!). Da bekomme ich mit, wie die beiden Deutschen untereinander diskutieren, wie sie denn jetzt den Weg nach Savuti finden, und welche Straße die SandRidge Road ist und welche die Marsh Road usw. Da fasse ich mir ein Herz und spreche sie auf deutsch an – dass das eindeutig wäre mit den Straßen, und dass wir nun doch auch schon seit Tiaan’s „parallel“ unterwegs wären und…. – und siehe da: da reagieren sie nun ganz freudig und freundlich und wir kommen ein wenig ins Gespräch! Das Eis scheint gebrochen, und sie scheinen nicht grundsätzlich anderen gegenüber abgeneigt zu sein!
Als wir wieder zum Auto kommen, finden wir unsere 4 Kinder in regem Gespräch mit den Insassen des anderen Hilux – zwei junge deutsche Frauen. Na, unsere 4 scheinen ihren Fan-Club gefunden zu haben, und werden über „ihr Leben in Afrika“ ausgefragt! Das Interesse scheint den Kindern gut zu tun, und darüber hinaus stellt sich heraus, dass die eine Dame in wenigen Wochen in Malawi sein wird, und einige Wochen u.a. auch im Queen Elisabeth Hospital in Blantyre (der Arbeitsstätte meines Mannes) sein wird! Da hat sie sich gefreut, schon mal einen Ansprechpartner kennen gelernt zu haben! (Jaaaa, das hilft überall in der Welt – aber in Malawi ganz besonders, denn da reden ganz viele Menschen schlicht weg nicht mit einem! 😵 )
Da wir uns nun einander bekannt gemacht haben, ist es irgendwie netter, quasi in ungezwungener Kolonne weiter zu fahren, als wie wenn man die Leute aus den anderen Autos nicht kennt. Sie überlassen uns die Führung, denn „ihr fahrt schneller als wir, und wir wollen Euch nicht blockieren“. Ob das nun eine Anerkennung oder ein Tadel war, weiß ich nicht so genau…. 😣 Jedenfalls dürfen wir vor, und sind darüber im weiteren Verlauf auch ziemlich froh, denn: Zum einen sehen wir die Tiere als erstes, und nicht erst, nachdem ein anderes Auto (in diesem Falle dann wir) sie von der Straße vertrieben haben:
Zum anderen entscheiden wir uns nach einer Weile, nur wegen der zahlreichen puddles nicht diese gesamte Strecke im Schneckentempo zu fahren (immerhin wollen wir heute noch nach Kavimba – die anderen nur bis Savuti!) Anfangs noch so:
Verändert sich die Straße nach kurzer Zeit so:
Seit den Wild-Dogs sind wir wieder wach – und die nächsten Stunden werden eine wahre Freude – nach dem gestrigen Tag ganz besonders! Ziemlich bald laufen uns die ersten Elefanten über die Straße
Was sich bis Savuti noch ein paar Mal wiederholen wird! Wir sind so glücklich! Endlich wieder Tiere! Und so schöne! Und von so nah!
Meist verschwinden sie aber sehr schnell wieder rechts oder links im Gebüsch, und machen nicht den Anschein, einen Fototermin gebucht zu haben. So genießen wir es einfach, ohne ständig mit unseren Kameras zu wedeln! Ihr kriegt darum weniger davon ab – aber Phantasie habt Ihr ja alle, und an diese appeliere ich jetzt mal! 😉 Denn auf dieser Strecke waren ja auch die meisten meiner Leser schon, also könnt Ihr Euch das ja vor Eurem inneren Auge ausmalen, oder?
Wir sehen zwischendurch auch mal ein paar Warthogs, diverse schöne Vögel, hier und da mal ein Impala (oder auch zwei) und v.a. viele Elefanten und Giraffen!
Und folgende Bilder haben mit ihrem besonderen Effekt doch fast schon was von „Fotokunst“, oder? 😮 😄
Also, bei diesen Bildern musste ich nun lange überlegen, was da im Vordergrund vor die Linse gekommen ist – aber nach einiger Zeit ist mir klar: das sind Matschflecken auf der Scheibe! Ja, aber haben wir denn tatsächlich durch geschlossene Fenster fotografiert???? Ja, haben wir! Und zwar deshalb:
Fortsetzung ist gleich fertig - waren zu viele Bilder...
Teil 10011. Sept. 2018
Fortsetzung Also, es war ja eh klar, dass wir im April die SandRidge Road, und nicht die Marsh Road wählen würden. Und das hatten uns die Leute, mit denen wir am North Gate geplaudert hatten, auch SEHR ans Herz gelegt, denn in der Marsh Road würde man ziemlich sicher im Matsch versinken…. Sie selber seien die Sand Ridge Road kaum durch gekommen. Aber nicht etwa wegen Tiefsand, sondern wegen Tiefmatsch! 😄 Bei ihnen hatte es nämlich 3 h am Stück tropisch geregnet gehabt! Ja, und nun waren wir einen Tag später dran, und man konnte auch an der Straße und den Matschmulden erkennen, dass vor kurzem das Wasser noch sehr viel höher gestanden haben muß.
Volker fährt das erste Stück recht langsam und „besonnen“ – denn im Moremi hatten die Matschmulden eine andere Qualität, mit keiner-weiß-was-einen-überrascht und viele plötzliche „unterirdischen“ Kanten, aber hier sind wir nun schon eine ganze Zeit unterwegs, und die Straße ist eigentlich „gleichförmig“: ein permanentes wellenförmiges auf und ab, als ob jemand in sehr regelmäßigen Abständen diese Mulden vermessen hätte! 🤪 Sie sind auch allesamt harmlos und geschmeidig, so dass Volker irgendwann meint: „Also, das macht hier alles einen harmlosen Eindruck – wenn wir in dieser Geschwindigkeit weiterfahren, kommen wir wer weiß wann an. Ich glaube, ich schalte jetzt mal in einen anderen Fahrstil. Alle einverstanden???“ – „Jaaaaah!“ 🤩 🤩 🤩 🤩 🤩 schreit die Besatzung einstimmig – doch dafür müssen wir die Fenster schließen!
Tabea vergißt anfangs, das eine hintere Schiebefenster zu schließen, und die Spuren davon sieht man noch heute auf der Matratze…. Hui! Jetzt macht es RICHTIG Spaß! 😎 Die Kinder jauchzen bei jedem „SPLASH!“ 😄 🤩 🤪
Spätestens hier haben wir die anderen dann weit abgehängt….. Und auch wenn ich nach ca. Nr. 50 aufhöre zu zählen: es geht vermutlich 350 mal so….. vielleicht warn’s auch 550….. Bis sich plötzlich die Vegetation ändert und wir uns: in Savuti wieder finden!
Also Fazit zu dieser "legendären" Tiefsandstrecke: wir haben uns die ganze Zeit über gefragt, wann denn endlich der Tiefsand kommt….. 🤨 Nix mit Reifendruck ablassen! Das haben wir in diesem April in Botswana nicht ein einziges Mal gebraucht!
Aus diversen Gründen hatten wir für Savuti ja keine Zeit eingeplant. Grund Nr.1: wir hatten nicht genügend Tage. Grund Nr.2: das Camp war uns mit 50 Dollar pro Person zu teuer. Grund Nr.3: im Forum hatte ich mehrere Stimmen gehört, die Savuti inzwischen nicht mehr für besonders lohnenswert halten.
So war eigentlich der Plan gewesen, durch zu fahren. Aber während Volker das Auto so durch die 350 oder 550 puddles steuerte, habe ich mich ein wenig in den Führer/Karte vom Chobe geschmökert, und darauf entdeckt, dass es in Savuti ja noch ein kleines feines Wegenetz um einige pans herum usw. gibt. Das hat mich dann doch sehr verlockt, noch hier oder da eine kleine Schleife einzubauen! Die Gegend gefällt uns auf Anhieb gut, und Volker ist auch sofort einverstanden. Ich glaube, es ist ca. 1 Uhr, als wir Savuti erreichen, so dass wir also noch etwas Zeitpuffer haben.
Wir biegen von der Hauptstraße nach rechts zu dem ersten größeren Tümpel ab, wo uns auch eine Schar Comb Ducks begrüßt:
Da alles sehr flach uns graslos ist, erlauben wir uns auszusteigen und waschen unsere Guck-Luken!
Inzwischen konnte man nämlich durch die Fenster nicht mehr nur noch keine Fotos mehr machen, sondern auch so beim raus Schauen nicht mehr viel sehen! Und vielleicht – tja ganz vielleicht – sehen wir doch jetzt endlich noch unsere Löwen!!!!!?
Zunächst bleibt es außer der Vögel erst mal nur bei ein paar Gnus und Impalas – aber nach dem gestrigen „Nieten-Tag“ sind wir total glücklich über jedes Tier und fast verzückt von dieser wunderschönen Landschaft! (endlich nicht mehr nur noch GESTRÜPP!!! 😏 )