Reisebericht

Botswanas Beasts & Beauty im April

von Rehema · begonnen 18. Apr. 2018 · 124 Teile

Teil 6111. Juni 2018
Off-Topic – oder doch nicht ganz….
Nach so vielen Tieren vertragt Ihr nochmal einen „kulturell-philosophischen“ Ausflug, oder? Mir brennt so während des Schreibens noch das eine oder andere auf der Seele, und Euren Reaktionen nach zu urteilen scheint es unter Euch doch einige zu geben, die sich gerne auch mal über solche Dinge austauschen.
Wen das nicht interessiert, der möge das bitte einfach überspringen und wieder mit an Bord kommen, wenn es nach Third Bridge weiter geht! Ich werde das in der Überschrift deutlich kennzeichnen.

Ich möchte über einige „Umwege“ nochmal den einen oder anderen Gedanken aus Diskussionen mit Euch aufgreifen. Auf Umwegen deshalb, weil Black Pools mich nochmal daran erinnert. Meine Gedankenschleifen sind manchmal etwas weitläufig, ich hoffe, Ihr könnt folgen…. 🙄

Ich hatte sehr lange gebraucht, um herauszufinden, wo in oder um den Moremi denn der „Gomoti River“ liegt, an dem die „Lion Children“ mit ihrer Mutter und Peter im Camp gelebt haben. Von den Beschreibungen her dachte ich, könnte es in der Nähe von South Gate liegen, fand aber nichts. Suchte dann Karten um den Khwai herum ab – vielleicht ist der Gomoti ja ein Nebenarm davon? Vergeblich. Ich suchte in google – auch nichts. Und wenn man DA so gar keine Ergebnisse bekommt, heißt das ja eigentlich, dass es unbedeutend klein und unbekannt sein muss. Also gab ich erst mal auf. Schade 🙁 – wollte ich doch gerne, wenn wir dort sind, wissen, wo sie gelebt und „ihre“ Löwen erforscht haben!
Aber irgendwann fing ich wieder an. Ich hatte mir später neben einigen Auszügen der Tracks4Africa-Karte auch die Shell-Karte um die Black Pools ausgedruckt. Und plötzlich sah ich dort einen Fluss, der als „Gomoti River“ bezeichnet war! Endlich! Also DORT waren sie! Er liegt etwas süd/südwestlich der Black Pools.
Außerdem fand ich dann auch, dass auf der Strecke nach South Gate von Maun aus kommend die „Santawani Plains“ mit dem „Santawani Air Strip“ lagen, und unterwegs wies auch ein Schild zur „Santawani Lodge“. „Santawani“ hieß eines der von ihnen erforschten Löwenrudel – also mußte es ja dort im Umfeld sein!
Das freute uns alle irgendwie, und während wir um die Black Pools kreisten, stellten wir uns vor, dass sie u.a. hier ihre regelmäßigen gamedrives und Beobachtungen gemacht haben müssen! Irgendwo las ich auch, dass die Black Pools erst recht spät in den Moremi mit eingeschlossen wurden. Zur Zeit der Löwenforschung lag dieses ganze Gebiet also noch gar nicht innerhalb des Parks!
Das also ist meine Gedanken-Brücke zunächst zurück zu dem Buch der „Lion Children“.

Kurz bevor wir uns auf unsere Reise machten, sagten die Kinder, sie wüßten zu gerne, was aus den Kindern heute geworden ist (sie müssen so ca. 10 Jahre älter sein als unsere). Tja, und was machen Kinder heutzutage, wenn sie so etwas heraus finden wollen? Genau – sie „googlen“! Und Benni wurde auch schon bald fündig! Über die Kinder fand er wenig (dass der eine Biologie studierte, und Maisie auf einer Schauspielschule sei und…).
ABER er fand einen Zeitungsartikel über die Mutter, Kate Nicholls. Das allerdings waren recht traurige Nachrichten – mit dem Titel „Rape ruined my dream of Africa!“. www.dailymail.co.uk/.../Rape-ruined-dream-Africa...lions-Botswana.html
Einige Jahre nachdem das Buch herausgekommen war, wurde sie in Maun auf dem Weg zu einer Freundin (wohl noch bei Tageslicht), dreifach vergewaltigt. (wie sich später herausstellte wohl von einem Trio, das in dieser Zeit mehrere Frauen in Maun überfiel). Irrsinnigerweise fand sie dann recht professionelle Hilfe bei der Polizei, die sie selber viele Jahre zuvor während ihrer Zeit in Maun (in der sie in einem Projekt zur Unterstützung mißbrauchter Frauen mitarbeitete) angeleitet hatte! Immerhin hatte ihre Arbeit Frucht getragen…..
An den Folgen davon zerbrach letztlich dann auch ihre Beziehung zu Peter, die Botswanische Regierung gab ferner irgendwann keine Zustimmung mehr zu dem Löwenforschungsprojekt (weil die Löwen dermaßen in der Zahl abnahmen, dass sie darin keinen Sinn mehr sahen, obwohl es viele neue Erkenntnisse brachte. Auch hatten sie gehofft, daraus einen Beitrag zur HIV/AIDS-Forschung zu leisten, da sie herausgefunden hatten, dass ca. 80% der Löwen dort an dem FIV („Feline Immunodeficiency Virus“) erkrankt seien, damit aber weitaus besser überlebten als HIV-infizierte Menschen.)
Sie kaufte sich Land in Südafrika, wo sie wohl bis heute lebt.

Hm – so hatte Benni sich das Ergebnis seiner Recherche nicht vorgestellt, und war erst mal ziemlich bedrückt. Und wir hatten daraufhin manche nicht leichte Gesprächsthemen aufzuarbeiten…..
Andrerseits auch nicht nur schlecht, denn so hatte Botswana als das „Paradies“, das es für die Kinder bis dahin ein wenig gewesen war, einen Riss bekommen, bevor wir uns auf den Weg dorthin machten.

Wir wollen alle unseren Kindern am liebsten „das Paradies servieren“ – aber ich bin auch immer wieder froh, wenn wir Gelegenheiten haben, weniger schöne Orte und schwierige Erlebnisse gemeinsam zu verarbeiten, weil das sie lebenstüchtiger machen wird, als wie wenn wir uns nur „von Spaß zu Spaß“ hangeln! Denn DAS kann im wahren Leben nicht lange gut gehen….

Kate Nicholls wird u.a. in diesem Artikel zitiert:
“Rape is a fact of life in Africa…… If you live in a rural community, you are at the mercy of what the guys want to do….. Africa is a harsh place…. but I know where my passions lie."

(Ja, ich höre schon die Stimmen derer, die sagen, dass Vergewaltigungen/Gewalt an Frauen auch ein Problem in westlichen Ländern ist. Ohne das abstreiten zu wollen, muss ich aber doch klar anmerken, dass es in vielen anderen Kulturen auf diesem Globus weitaus mehr an der Tagesordnung steht!)

Und das bringt mich nochmal zurück zu einigen anderen Aussagen, die aus Eurer Runde kamen, und zu manchen Gedanken, die sich für mich daran anschlossen (S. 19/20 in meinem Bericht):

loser schrieb:
„Die Herumschlaferei der afrikanischen Herren der Schöpfung, die ständige Anbaggerei, die sugar daddies für junge Mädchen, erlaubte Polygamie etc. sind einfach eine Katastrophe für diese Länder.“
Matthias schrieb:
„Dass viele Kinder in Botswana ohne Eltern aufwachsen ist auch eher HIV zuzuschreiben als Teenagerschwangerschaften…..Es gibt viele Gründe für die Probleme in Afrika, Sex ist eher nicht das Hauptproblem….“
Wie immer man das Sexualverhalten einordnen will – es läßt sich jedenfalls nicht leugnen, dass HIV-Verbreitung eindeutig mit dem Sexualverhalten in Zusammenhang steht.
Ich weiß nicht, ob man ein „ranking“ der Probleme in Afrika aufstellen kann, aber ich persönlich denke sehr wohl, dass u.a. in dem Sexualverhalten viele Probleme begründet sind. Denn es hat sehr vielfältige Folgen.
Ein Beispiel hier aus Malawi, von dem ich übrigens über n-tv erfuhr, welches mir aber auf diverse Weise hier lokal von Einheimischen bestätigt wurde:
Vor längerer Zeit stieß ich auf n-tv auf einen Artikel mit einer Überschrift von: „Mann infiziert 100 Mädchen mit HIV“ – ich las, und stellte fest: es handelt sich um Malawi, in dem ich gerade lebe!
Es war die Rede von den sogenannten „Hyänen“. Das sind Männer, die dazu auserkoren sind, „rituellen Beischlaf“ zu vollziehen – natürlich obendrein gegen Bezahlung. Es gibt sehr viele verschiedene kulturelle Gründe, warum irgendwelche bestimmten Männer mit irgendwelchen bestimmten Frauen schlafen sollen. Z.B: wenn ein verheirateter Mann stirbt, muss der Bruder des verstorbenen Mannes mit der Frau schlafen, um böse Geister fern zu halten. In jenem Zeitungsartikel ging es nun mehr um junge Mädchen, mit denen die „Hyäne“ schlief (gegen Geld) für irgendwelche anderen rituellen Reinigungen. Hier war die Rede über einen spezifischen Mann, der nun hier in Malawi vor Gericht stand, da er 100 junge Mädchen dadurch HIV-infiziert habe. Laut malawischem Gesetz sind die Praktiken dieser „Hyänen“ nicht erlaubt. Aber diese „Hyäne“ sagte nach wie vor frei und frank, dass er Recht getan habe, und dass unabhängig vom malawischen Gesetz dies weiterhin in diesem Land praktiziert würde und so auch bleiben werde!
Und Letzteres ist nichts als die blanke Wahrheit! Buchstaben auf dem Papier sind eine Sache in Afrika – die Realität eine andere.

Matthias schrieb:
„Da die "afrikanischen Herren der Schöpfung" ja nicht untereinander "herumschlafen" hat auch der weibliche Teil einen nicht unerheblichen Anteil daran.“
Ich würde auch nicht behaupten, dass Frauen bessere Menschen wären als Männer. Auch unter Frauen gibt es falsche Schlangen. Kürzlich erzählte mir eine deutsche Freundin hier, die mit einem Inder liiert ist:
In Indien gibt es ja wirklich viel schlimmen Mißbrauch an Frauen. Daraufhin wurden viele Projekte zur Stärkung der Frauenrechte durchgeführt. Das haben inzwischen einige hinterhältige Frauen für sich entdeckt, und schlagen Profit daraus! Denn wenn eine Anklage gegen einen Mann vorliegt, muss inzwischen der Mann seine Unschuld beweisen – was oft genug schlicht unmöglich ist. So laufen also zig „frei erfundene“ Rechtsverfahren, an denen diese Frauen super verdienen – und einige Rechtsanwälte haben dieses lukrative Geschäft auch längst für sich entdeckt!
Der Hinterhältige wird in jedem System eine Lücke finden, die seinen Vorteilen dient – egal ob Mann oder Frau!
Dennoch bleibt wohl undiskutabel bestehen, dass Frauen weltweit einen sehr viel schlechteren Stand haben und auch in sehr vielen Ländern machtloser sind - von der körperlichen Unterlegenheit ganz zu schweigen.
Ich persönlich habe es überdurchschnittlich gut, mit den Männern, mit denen ich aufgewachsen bin, und mit den Männern, die an meiner Seite leben – mein Mann und meine Söhne und viele andere Männer in unserem Bekanntenkreis! Aber ich sehe sehr viel anderes um mich herum….. Das zu leugnen wäre ein Unding!

Matthias schrieb:
„Dass die gegenwärtigen Moralvorstellungen westlicher Industrienationen nicht unbedingt zu denen anderer Kulturkreise passen sollte jetzt nicht so überraschen, schließlich ändern die sich andauernd und immer öfter. Ich würde daraus aber nicht die westliche Überlegenheit ableiten, die oben angedeutet wird.“
Ich denke nicht, dass loser hier eine westliche Überlegenheit an den Tag legt, sondern einfach gewisse Dinge in Frage stellt - was erlaubt sein sollte.
Ich habe ein Problem damit, dass man bei manchen Themen den Eindruck hat, man darf keine kritischen Töne anschlagen, denn die werden einem sofort negativ ausgelegt. Da gibt es für mich derzeit v.a. 2 Themengebiete, wo das ganz schnell und zu Unrecht passiert:
1) Afrika/westliche Welt. Aufgrund der Geschichte des Kolonialismus….
2) In Deutschland: kritische Stimmen gegen Ausländer und deren Kulturen. Auch aufgrund der Geschichte – des Holocausts in Deutschland.
Toleranz ist gut und wichtig, aber sie kann nicht bedeuten, dass alles erlaubt ist, oder dass alles möglich ist, oder dass alles gleich gut ist. Denn dann sind wir in der Anarchie und haben überhaupt keine Werte mehr.
Wer FÜR etwas ist, wird wohl oder übel auch ab und zu mal GEGEN etwas sein müssen. Sonst stehen wir auch nicht mehr FÜR etwas, denn manche Dinge schließen sich einfach gegenseitig aus.

Es ist schön und löblich, dass Deutschland sich verpflichtet hat, Andersdenkende aufzunehmen. Aber ich beobachte die deutsche Politik mit Sorge, denn man möchte gerne „alle und ALLES umarmen“, nur um bloss nicht wieder den selben Fehler wie in der Geschichte zu machen. Wer da mal seine Fragezeichen anmeldet, wird ganz schnell als „Rassist“, oder gar als „Nazi“ verschrien.
Werte lassen sich jedoch nur in einem gesunden Maße von Abgrenzung erhalten. Ich habe den Eindruck, die Schweizer wissen besser darum Bescheid, dass Abgrenzung auch gut sein kann!
Demokratie muss auch den Raum bieten, dass man mal sagen darf: “So weit und nicht weiter!“, oder „So nicht!“. Ich wünsche dringlich, dass unsere Politiker der westlichen Welt alle mindestens mal 3 Jahre in einer dieser grundverschiedenen Kulturen verbringen, bevor sie interkulturelle Politik betreiben! (und auch unsere Innenpolitik ist inzwischen interkulturell…) Und zwar 3 Jahre in solchen Kulturen nicht zwischen 5-Sterne-Hotels, Roten Teppichen und Grünen Tischen, sondern dort, wo der Alltag sich abspielt! Dann wären auch sie manchmal nicht mehr weit entfernt von Mzeekenyas Zitat: „Die ersten vier Wochen ist der Besucher ein Tourist. Nachher ein Rassist".
Ich möchte hier klar betonen (und Ihr habt es in meinem Schreiben ja auch schon bemerkt), dass ich diesen Kontinent und seine Menschen nach wie vor auf eine besondere Art liebe. Ja, sie liegen mir wirklich am Herzen! Und ich vermisse sie, wenn ich längere Zeit in Deutschland bin! Und es gibt auch vieles an ihren Kulturen, das ich schätze, und Dinge, die mein Leben bereichert haben und die ich von ihnen gelernt habe und nicht missen möchte!!!!
Aber es gibt hier auch viele Dinge, die sind desaströs, schlicht weg lebensfeindlich. Und die muss man doch auch mal benennen oder in Frage stellen dürfen, ohne gleich als „Rassist“ oder als „überheblich“ abgestempelt zu werden???
Es ist nicht hilfreich, als Gegenzug zu vorherigem (eigenem, oder politisch geschichtlichem) Fehlverhalten nun zu allem einfach den Kopf zu nicken.

Eine Predigt über „Kultur“ unseres malawischen Pastors in der Baptisten Kirche vor einigen Wochen hat mich schwer beeindruckt. Ich muss ihn doch noch um seine Notizen bitten – so brillant, feinfühlig, liebevoll und gleichzeitig geradlinig, das kann ich gar nicht wieder geben! Aber vielleicht gelingt es mir, einige Kern-Gedanken weiter zu geben, die ich in diesen Diskussionen als unabdingbar ansehe:
Sein Aufhänger war eine Zeitungskolumne, in der hier immer einer (recht patent) etwas schreibt, was diese Woche in Malawi „good“ und was „bad“ war. Da hatte dieser (von unserem Pastor sonst geschätzter) Kolumnist sich positiv geäußert zu einem „Aufstand/Erklärung“ des Ngoni Chiefs in der nördlichen Gegend um Livingstonia Mission: Der oder die Chiefs haben der dortigen Kirche (Nachfolger von David Livingstone, dort ist eine der sehr guten Sekundarschulen, aus der schon so mancher kluge Kopf in Malawi hervor gegangen ist) erklärt, dass sie NICHT aufhören werden mit dem Bier trinken und Sich-Betrinken und mit der Polygamie. Pastor Chirwa sprach nun über „Kultur“ – was das ist, und wie wir verschiedene Kulturen bewerten (sollten). Er bemängelte auch viele seiner Landsleute, die, wenn er fragt: „Warum macht ihr dies oder jenes?“ einfach nur antworten: „Weil es unsere Kultur ist! Weil wir es schon immer so gemacht haben!“. Aus seiner Sicht genügt das nicht, um sein Handeln zu begründen. Kultur und Riten hätten viel Gutes – wenn es Sinn ergibt. Aber einfach „weil man es schon immer so gemacht hat“?
Und er macht deutlich: jede Kultur habe Gutes und Schlechtes. Keine Kultur ist irgendwie „insgesamt“ einer anderen überlegen oder unterlegen – aber so wie „ die westliche Welt“ inzwischen versuche, afrikanische Kulturen gut zu reden, nur weil man sie früher belächelt und als minderwertig eingestuft habe, das wäre auch nicht hilfreich. Denn es gäbe in afrikanischen Kulturen sehr wohl sehr schlechte und schädliche Dinge, und die müsse man ansprechen! Er selber ist Ngoni – und dort um Livingstonia herum aufgewachsen. Und er wisse um das viele Leid, das durch die Saufgelage und die Polygamien verursacht wird! Kulturelle Werte/Riten gehören dann bewahrt, wenn sie dem Leben dienen – Saufen und Vielehe bauen nicht auf, sondern zerstören, so seine Beobachtung. Wieso soll man solche zerstörerische Sitten erhalten? Um ein weiteres Beispiel zu nennen: es sei ferner bekannt, so sagt er, dass es bei den Ngoni Sitte ist: wenn ein Ngoni-Chief stirbt, kann er nicht alleine „gehen“. Irgendein junger Mensch (meist eine Frau) wird dazu auserkoren, ihn im Grabe zu „begleiten“. Sie wird dann mit dem Chief bei lebendigem Leibe begraben. „These things are still happening today in Malawi! And the Chiefs vowed to continue with all these habits! What a BAD week for Malawi!“.

Ebenso erwähnt er die “Hyänen”, über die ich schon geschrieben habe – u.v.m.
Ein weiteres Problem ist, dass sehr viele Männer auf diesem Kontinent ihren Verantwortungen nicht nachkommen. In jener Gemeinde gab es vor einiger Zeit mal eine Gottesdienst-Reihe: ein Gottesdienst wurde von Kindern gestaltet, einer von Frauen, und einer von Männern. An dem „Männer-Gottesdienst“ waren so viele Männer auf der Bühne, die einen wunderschönen Chor ergeben haben! Wie liebe ich diese afrikanischen Chöre – aber besonders afrikanische Männerchöre haben für mich unvergleichlich schöne Klänge!!! Und ich fragte mich: wo sind die alle eigentlich sonst??? Von denen singt sonst nie einer mit. Wie schade!!!
Das ist nur ein Mini-Ausschnitt. Aber was für ein Potential bleibt hier ungenutzt, wenn Männer statt Verantwortung zu übernehmen ihre Zeit in Saufgelagen verbringen!? Dies und vieles andere zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten, und findet seinen Höhepunkt wohl in selbstherrlichen Präsidenten, von denen dieser Kontinent in den letzten 70 Jahren viel zu viele gesehen hat!!! Diese sind nur die Eisbergspitzen einer Kultur, die im Kleinen im Alltag überall gelebt wird.

Ich schreibe das hier, weil ich der Meinung bin, dass es dringend notwendig ist, nicht immer sofort mit der angeblichen „westlichen Überheblichkeit“ zu kommen. Afrikanische Kulturen schön zu reden (obwohl man oft genug gar keine Ahnung von vielen nach wie vor praktizierten Abscheulichkeiten hat), das ist eine ebenso ungesunde Reaktion wie früher die Unterdrückung und Abwertung der Afrikaner. Mir scheint manchmal, wir „Westler“, aber insbesonders die Deutschen, leiden an einem ungesunden Komplex: wegen schlimmer Geschichte unserer Vorfahren, meinen wir, jetzt umgekehrt alle „Anderen“ in Schutz nehmen zu müssen.
Jede Kultur hat Gutes und Schlechtes. Und Schön-reden von Letzterem hilft nichts.
Es ist natürlich aufgrund der Geschichte eine schwierige Angelegenheit – und es ist gut und unbedingt notwendig, wenn aus den eigenen afrikanischen Reihen Menschen aufstehen und diese Dinge ansprechen. Ich denke nicht, dass es meine Aufgabe ist, das zu tun. Aber ich denke, dass sich in einem deutschsprachigen Forum über Afrika durchaus auch kritische Stimmen melden dürfen, ohne dass man als Leser daraus gleich Überheblichkeit heraus hört.
Das schmälert meine Liebe zu diesem Kontinent und seinen Menschen nicht! Und ich möchte nicht als ein reiner „Afrika-Kritiker“ herüber kommen. Aber ich denke, wer meine Beiträge liest, hat bereits gespürt, dass ich hier auch immer wieder zwischen Liebe und Schmerz hänge – und Schmerz fühlt man auch nur da, wo man liebt!

Ich grüße Euch aus dem „Warm heart of Africa“, Malawi, das neben momentanen Nachttemperaturen von 10 Grad auch menschlich gesehen für uns leider oft genug eiskalt ist. Jede Kultur bietet Wärme und Kälte, Weichheit und Härte in unterschiedlichen Erscheinungsformen. Hinterfragen wir doch weiterhin (das ist gut und wichtig!) - zu allererst uns, und dann auch andere – und möge es uns gelingen, die Guten Dinge festzuhalten und zu fördern!
Antje
Teil 6211. Juni 2018
uuups - das mit dem link zu dem Zeitungsartikel hat nicht geklappt. Da hab ich wohl was falsch gemacht... Vielleicht kann mir einer helfen, wie ich das richtig einfüge?
Teil 6312. Juni 2018
Vielen Dank für Eure vielfältigen Reaktionen!
Die unterschiedlichen Beiträge zeigen, dass ich hier Diskussionen mit (vielleicht auch etwas zu viel) Zündstoff weitergeführt habe. Bestätigen mich aber auch darin, dass sich hier auf dem Forum sehr viele interessante Menschen tummeln, mit denen ich mich wirklich gerne mal mehr unterhalten würde!
Auch kritische Töne wurde in sehr guter Weise formuliert, wie ich finde, und ich danke Euch dafür! Danke auch Matthias, für manche Fakten zu Deutschland/Europa, die es wert sind, mal in einer solchen Auflistung betrachtet zu werden!
Für noch mehr Details habt Ihr, freshy und Karsten, vermutlich Recht: das müsste man dann wohl eher von Angesicht zu Angesicht tun! Ich bin gespannt mit wem sich das vielleicht tatsächlich mal ereignen wird (auch wenn es schade ist, dass es mit vielen nicht möglich sein wird).

Ich möchte keinen abwürgen, und wenn jemandem noch was auf der Seele brennt dazu, sollt Ihr das hier in meinem thead weiterhin äußern dürfen. Ich für meinen Teil würde es aber bei diesem "Ausflug" nun belassen, und mich wieder in den Moremi begeben. Ich hoffe, das ist in Ordnung so?
Vielleicht schaffe ich noch einen kleinen Einstieg zu unserem langen Tag durch den Moremi, bevor ich mich den sonstigen Alltagspflichten widme 😉
Grüße aus dem bibberkalten Blantyre 🤨
Antje
Teil 6412. Juni 2018
Samstag, 07.04.2018 Moremi: SG-Third Bridge-Xakanaxa-SG
Ein Tag voller kleiner Überraschungen

Da wir heute abend ja nochmal in South Gate übernachten, können wir die Zelte stehen lassen. Ich muss nur Kaffee und Tee kochen und in Thermoskannen befüllen – die Frühstücksbrötchen habe ich am Abend schon fertig gemacht, ähnlich wie mit unserem Chobe-Game-Drive vom Senyati aus.
Aber auch diesmal schaffen wir es dennoch erst um ca. 6:20, im Auto zu sitzen. Es ist schön, zu diesen frühen Morgenstunden aufzubrechen! Mal wieder mit viel Spannung und Erwartung im Gepäck, haben wir doch im Vorfeld so viel von diesen „berühmten“ Ecken gelesen, die wir heute selber "in Echt" erkunden wollen!

Das erste tiefe Matschloch direkt hinter South Gate kennen wir ja nun schon, und davon soll es im Laufe des Tages noch mehrere geben, und Rafiki beginnt zunehmend, seine Farbe zu verändern! Das finden die Kinder natürlich besonders „cool“! 😎 Aber ich will nicht verschweigen, dass es auch Volker und mir Freude bereitet, ein solches Auto endlich mal wieder „da zu fahren, wo man es wirklich braucht“! 🤩 😏 😉

In Erwartung an viele Tiere in den frühen Morgenstunden werden wir zunächst einmal enttäuscht: es bleibt die erste Stunde über erstaunlich leer. Die ersten Tiere, die uns über den Weg laufen, sind zwei Frankolin. Ich versuche, für etwas Aufheiterung zu sorgen, indem ich bemerke: „Aha! Frank und Lina sind also auch schon wach!“ Aber nur Benni lacht über meinen recht einfallslosen Witz….

Dann „das Übliche“: Impalas, weitere Frankolin, Hornbills, und andere Vögel

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Benni wird so langsam richtig schlecht gelaunt, und beschwert sich ständig darüber, dass wir eben zu spät im Auto saßen! 😠 Und deshalb haben sind die Tiere jetzt schon wieder alle verkrochen! Es ist echt schwer, ihn aus seiner miesen „Enttäuschungslaune“ heraus zu holen! (alle hatten insgeheim gehofft, so früh vielleicht noch ein paar Löwen zu erwischen…)
Da aber überrascht uns doch etwas – wieder etwas Kleines, und etwas, an das wir gar nicht gedacht hatten – um so größer ist die Freude!

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Zwergmangusten auf der Straße direkt vor uns!

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Die sind alle schon seeeerh wach und bieten uns ein unheimlich lustiges Schauspiel!

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Wir verbringen ziemlich viel Zeit hier, denn ihr Gezeter und Gejage ist so abwechslungsreich! Außerdem haben wir noch nie so viele Mangusten gesehen, noch dazu so direkt vor uns, mit überhaupt keinen Anstalten, sich zu verziehen!

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Wir müssen uns losreißen – denn die Strecke bis Third Bridge geht noch ein Weilchen, und wenn wir bei jedem Tier so lange stehen bleiben, wird das heute nix mehr mit der großen Runde!

Als die Sonne es dann endlich geschafft hat, so weit über den Horizont und durch die untersten Wolken zu kriechen, dass sie alles langsam in ein schönes Morgenlicht taucht, wird es um uns auch lebendiger.
Einige Kudus stehen recht nahe an der Straße, sind aber nicht so entspannt wie die Mangusten und verzeihen sich recht schnell im Gebüsch.

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Dann ruf einer: „Impalaherde – vorne links!“ Tabea: „Bock dabei?“, „Ich kann noch keinen sehen, aber es muß einen geben…“. „Da, da hinter dem Busch steht er!“, Tabea: „Also ein Bock!“ „Nein, da ist noch einer!“ - Tabea: „Korrektur: Zwei Böcke!“, und sie macht einen weiteren Strich in der entsprechenden Spalte. 😁

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Teil 6519. Juni 2018
Danke, Willi! So ad hoc hab ich gedacht: dieses Lob geht an Volker. Nun habe ich die Bilder nochmal durch geschaut und stelle fest: dieses Bild findet sich eindeutig nur unter denen von Bennis Kamera! Die hatte zwar ich auch ab und zu mal in der Hand - aber ich bin mir ziemlich sicher, dass an diesem Morgen Benni fotografiert hat - denn ich bin bis Third Bridge gefahren! Also: eindeutig ein Lob für den NachwuchsFotografen, der sich darüber sehr gefreut hat!!! 😉

Ansonsten: entschuldigt die lange Pause!
Meine Mutter, die hier still mitliest, fragte schon, ob wir auf dem Wege nach Third Bridge stecken geblieben sind…. Oder ob ich eher zwischen Umzugskiste 15 und 20 Stecken geblieben sei? Weil es hier gar nicht mehr vorwärts geht!?
Letzteres ist der Fall…. Wobei im Moment weniger zwischen Kisten, als mehr zwischen Autoreparaturen, Autoverkäufen, immer wieder doch Dinge, die am Haus nach wie vor kaputt gehen (ich wollte mich darum nicht mehr kümmern, aber nun haben wir einen durchgerosteten Boiler auf der Zwischendecke, und da lief uns das Wasser rein…. Da musste ich leider nochmal den Plumber holen… 😠 ), Abschiedsfeiern, kranken Kindern (und auch selber krank), Autokauf in Deutschland übers Internet (was heutzutage alles möglich ist!!! 🤩 ) u.v.m.
Ja, und dann waren wir am Samstag mal wieder im Majete Park (ca. 1 1/2 h entfernt von Blantyre), und eigentlich wollte ich da mal einen Bericht unseres Tagesausfluges ins Forum einstellen, da es so wenig Infos hier über Malawi gibt (und da Annick ja bald hier her reist – da wollte ich Dir, Annick, davor noch etwas Vorfreude machen! 🙂 ). Aber da sind die Bilder noch nicht durchsortiert.
Und außerdem ist es blöd, so lange zwischen SG und Third Bridge zu hängen, oder? Also versuche ich hier noch ein wenig Fortsetzung. Und da ich die Bilder größtenteils schon rausgesucht habe, sollte das bis heute abend wohl noch klappen! Bis denn!
Teil 6619. Juni 2018
Fortsetzung Moremi – SG-Third-Bridge(2):

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Nach der ersten ziemlich tierlosen Stunde wird der Rest der Strecke wirklich schön! Wir werden ständig begleitet von den üblichen Genossen – Impalas, hin und wieder mal Kudus, Hornbills, Frankolin und Stare

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und zur Abwechslung auch mal diese hier:

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Da gab es nun lange Diskussionen, was das war – sie ähneln den Dikdik, die in Ostafrika häufig anzutreffen sind, sind aber viel brauner. Unsere Kinder wälzen die Bestimmungsbücher und sind sich einig: es sind „Steenbok“. Was sagen die Experten Botswanas dazu?

Ein weiterer Hase erfreut uns auch an diesem Morgen

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Und endlich schauen uns auch mal zwei Büffel an, die sich etwas gelangweilt in der Morgensonne räkeln:

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Nach einer Weile setzt der eine sich in Bewegung, und bald darauf erhebt sich auch der andere:

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Hin und wieder treffen wir auch einige Elefanten an, aber diesmal etwas weiter weg und zwischen Büschen, so dass es nicht für Bilder lohnt.
Dann begrüßt uns nochmals eine Zwergmangusten-Familie, die neben der Straße anscheinend in einem Termitenhügel wohnen.

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Langeweile überbrücken v.a. Joel und Tabea mit Kritzeleien in ihrem „Statistik-Block“, in welchen sie dann nach erkennbaren Formen suchen (wie das „Wolkenspiel“, was sich auch gut für lange Autofahrten eignet), und zeichnen daraus immer wieder erstaunlich lustige Dinge:

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So langsam knurrt uns der Magen, aber eine schöne Stelle, an der wir Frühstückspause machen wollen, haben wir noch nicht so recht gefunden. Hin und wieder haben wir Abstecher auf die kleinen Wege neben der Straße versucht, aber es ist hier doch recht „wässrig“ – rechts und links der Straße steht oftmals das Wasser, oder spätestens wenn man ein paar Meter auf den kleinen Wegen gefahren ist, sieht das ganze nicht mehr sehr vertrauenserweckend aus:

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(Ganz so eine Schieflage hatten wir nicht - ich weiß nicht, warum das so geraten ist. Vielleicht hat sich der Fotograf gerade vor Hunger gekrümmt 🙄 )
Es sind dort auch nirgends frische Reifenspuren zu erkennen, und es wimmelt auch nicht gerade von Verkehr (zweimal ist uns bis Third Bridge ein Auto entgegen gekommen), so dass wir da ab des Weges evtl. doch leicht verloren gehen könnten…. Also drehen wir meist schnell wieder u zur Hauptstraße.

Einen Abstecher zu einem nahe gelegen Pool rechts der Straße versuchen wir dann aber doch noch, und finden dort einen wirklich schönen Platz, um unsere Mägen zum Schweigen zu bringen! Hier sind zwar keine Hippos im Wasser, aber jede Menge Impalas am gegenüber liegende Ufer, die eine wahre Zirkusvorstellung vorführen! Ich habe hierzu keine Bilder gefunden, und weiß nicht, ob das daran lag, dass sie doch verhältnismäßig weit weg waren, oder dass man ihre fantastische Sprünge nicht auf Bildern einfangen konnte, oder daran, dass wir hautsächlich mit Essen und Kaffee trinken beschäftigt waren.
Sie jage einander, springen zickzack, und die die Luft – es ist zu lustig! Und immer, wenn wir uns aufraffen wollen zu gehen, kommt wieder eine abwechslungsreiche Vorführung, dass wir uns gar nicht losreißen wollen!
Diverse Vögel – Gänse, Reiher, Ibisse u.a. sind auch mit dabei, und es tut gut, in der Stille ohne Motorengeräusch diese schöne Natur auf sich wirken zu lassen.

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Am Ende waren wir sicher eine halbe Stunde lang hier, doch dann blase ich zum Aufbruch – denn eigentlich möchte ich in Xakanaxa doch noch 1 oder 2 h lang eine kleine Bootstour machen, und so habe ich grob überschlagen, dass wir spätestens um 11 in Third Bridge sein sollten.

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Teil 6720. Juni 2018
Fortsetzung Moremi – SG-Third Bridge(3):
Zurück auf der Hauptstraße kommt nun etwas Abwechslung auf – endlich sehen wir auch mal ein paar Tsessebe oder auch „Topi“ (oder auch „Damaliscus lunatus“, wenn man mit Hannes mithalten will – er wiederholt das in den folgende Tagen mehrmals, damit er es sich merkt. Ich muss ihn vielleicht mal wieder abfragen, ob es auch heute noch sitzt? 🤨 ),

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und um sie herum tanzen einige Zebras!

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Auch hier bekommen wir eine Vorführung – zwei Zebrabullen vertragen sich nicht so gut, und jagen einander im Kreis – u.a. um unser Auto herum!

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Uns tut besonders gut, dass die Landschaft hier nun immer lichter wird, und man rechts und links der Straße auch mal weiter schauen kann! Dieses ständige Gestrüpp direkt neben einem strengt irgendwie an! Ich werde wohl doch bis ans Ende meines Lebens ein Kind Ostafrikas bleiben – denn nichts liebe ich mehr, als den weiten Blick über endlose Grassavannen, in denen hin und wieder eine Schirmakazie das wunderschöne Bild vervollständigt! Auch dem Rest meiner Familie geht es hier ähnlich. Insofern müssen wir sagen: Ja, der Moremi ist schön, und einzigartig – aber er wird wohl nicht unser absoluter Favorit werden (nun höre ich einen Shitstorm aus dem Forum! 🤪 Aber das sind nun mal persönliche Geschmäcker).

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Ah, ich sehe, ich habe doch ein einziges halbwegs gelungenes Elefantenbild unterschlagen!

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Irgendwann fahren wir über „4th Bridge“, 1st und 2nd Bridge.

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und bald häufen sich kleine Pools rechts und links der Straße, was wohl ein Zeichen dafür ist, dass wir uns den Wasserläufen des Deltas nahen! In einem liegen sogar einige Hippos, aber diese sind gerade wenig unterhaltsam drauf, und so verweilen wir hier nicht all zu lange.

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Zwischendurch laufen auch mal einige Strauße neben uns her

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Und bald darauf tut sich vor uns eine weite Eben auf, wo sich zur Abwechslung mal mehr als ein einzelnes Gnu tummeln, und wir erspähen das „Eingangstor“ zum Third Bridge Camp site! Es ist ca. 10:30 – also sind wir gut in der Zeit. Wir hätten aber nicht noch mehr bummeln dürfen!

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Deshalb Fazit für diese Strecke:
Ich habe anhand der Tracks4Africa Karte (die ca. 2 h für diese 40 km angibt) geschätzt, dass wir mit Pausen und Tierbeobachtungen vermutlich ca. 4 h brauchen, und das muß man wohl auch so einkalkulieren, wenn man nicht nur durch rasen will (wir waren nun ca. 4 h und 15 min. unterwegs).

Hier bei Third Bridge machen wir eine kleine Pinkelpause und treffen – „unsere“ südafrikanische Kolonne mit ihren Anhängern wieder! Wir unterhalten uns eine Weile, ich schaue mir noch einige Campsites an – und bin gar nicht böse, dass wir nicht hier übernachten und ca. das Doppelte von South Gate bezahlen. Denn: zwar gefällt uns die Umgebung sehr gut, aber die CampSites selber sind auch völlig „verbuscht“. Vielleicht ist das nur in der Regenzeit so – aber alle Plätze sind umgeben von dichtem Gestrüpp, und man hat keine Sicht auf die hier doch nah angrenzenden Wasser.

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Benni hat aber irgendwo hier noch einige Lechwe hübsch erwischt:

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So sind wir glücklich mit unserer Campsite-Wahl am South Gate! Und nach einer kurzen Unterbrechung machen wir uns auf nach Xakanaxa!

Und wo hält sie sich denn nun versteckt, diese legendäre „Third Bridge“??? Denn wir haben sie bisher noch nicht erspähen können!?
Teil 6820. Juni 2018
Benni hat mich gerade korrigiert: "Nein, Mama das war 1st und 2nd Bridge! Die 4th Bridge ist die ganz lange zwischen Third Bridge Camp und Xhakanaxha!"

Ich hab es eben auf der Karte nachgeschaut und - er hat natürlich Recht!

Ich habe es soeben im Bericht korrigiert.
Teil 6921. Juni 2018
Fortsetzung Moremi – Third Bridge-Xakanaxa:
Das ist schon irgendwie lustig mit der Third Bridge. Denn sie ist ja sozusagen direkt hinter dem ThirdBridge-Eingangshäuschen (hier blick zurück), aber von der Campsite aus ist sie nicht zu sehen. 🤨

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Uns ist zunächst nicht klar, wo wir lang müssen, denn der nach „Hauptweg“ aussehende Pfad ist gesperrt. Also wieder raus durch das Eingangstor und um eine Kurve - und da ist sie plötzlich direkt vor uns!
Das eine Auto mit Anhänger der Südafrikaner wartet dort auf seinen „Rest“, und läßt uns vorbei (oder ist er sich nur noch nicht so sicher, ob er durch dieses viele Wasser will??? 🙄 )

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Ich habe nur Bilder im Rückblick – vermutlich waren wir vom Anblick dieser langen „Wasserstraße“ doch recht beeindruckt! Es kommt hier auf den Bildern gar nicht so gut raus, wie weit die Strecke durch das Wasser ist – diejenigen von Euch, die bereits dort waren (und das sind, glaube ich, ziemlich viele meiner Leser), können es sich aber sicher vorstellen, auch wenn Ihr bei niedrigerem Wasserstand da gewesen sein wolltet. Wobei – wenn ich es recht kapiert habe, schwillt das Delta ja erst nach der Regenzeit an – so dass im Juli /August zwar die Straßen trockener, in unmittelbarer Deltanähe die Wasserpegel aber höher sind.

Die Kinder finden das sehr cool, Volker denkt glaube ich im Stillen drüber nach, wie er da am besten durch fährt, und ich freue mich einfach nur, dass wir endlich selber hier sein dürfen!

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Tja, und dann wird’s einmal ordentlich „wässrig“ um uns herum, und kurz taucht sogar die Kühlerhaube unter 😮 und das Wasser fließt uns zur Windschutzscheibe entgegen! Wow! Damit hatten wir irgendwie nicht gerechnet, so sah das gar nicht aus!
Aber möglicherweise habe ich einfach von Euren vielen Berichten her gedacht,: dies ist ja eine gängige Straße, also fährt man hier einfach durch, ohne sich viel Gedanken zu machen. Es ist ja keine Flußdurchfahrt am Khwai! Und Volker hatte Vertrauen in meine Routenplanung. Und weder die Ranger bei Third Bridge noch die Südafrikaner äußerten irgendwelche Bedenken! Deshalb ist keiner zu Fuß vorher durchgewatet, um, die Tiefen zu testen (die Kinder hätten das sicher liebend gerne übernommen!)
Naja, und was wollen wir schon? Es ist ja problemlos gut gegangen – vermutlich, da der Untergrund überall fest genug war!
Dann hoppeln wir noch über die Holzbalken der Brücke, und ganz verstehe ich nicht, warum sie diese lange Brücke nicht noch ein paar Meter länger gemacht haben – wenn da sozusagen immer das Wasser steht? Ach; vielleicht wollten sie den Besuchern einfach ein bisschen Spaß lassen!?

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Die Kinder sind ganz fasziniert – und noch mehrmals durch den restlichen Tag müssen wir ein quälendes „Bitte, nochmal zurück und über Third Bridge!!!“ ertragen…. 🤩 🤩 🤩 🤩

Das Stück zwischen Third Bridge und Xakanaxa ist schöne Landschaft! Das gefällt uns sehr!

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Einige Lechwe und Zebras tummeln sich hier

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Irgendwann passieren wir 4th Bridge (ja, jetzt hab ich die Reihenfolge richtig herum!)

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Und kurz vor Xakanaxa, wo der Wald wieder beginnt, treffen wir mehrmals Elefanten an:

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Wir suchen die BootStation bei der Campsite – so hatte man es mir als Auskunft per email angegeben. Erst treffen wir auf ein kleines Schild mit „Boating here“, wo auch gleich jemand auf uns zugestürmt kommt – er hat wohl nicht so viele Kunden derzeit? Irgendwie überzeugt uns das Ganze nicht, und wir fahren weiter.
Kurz danach kommt dann auch die Campsite, hinter der die „offizielle“ Bootstation liegt.
Ah, diese Campsite ist wirklich sehr schön! Unter den Bäumen, am Ufer mit Schilf, und mit Blick auf das Wasser des OkavangoDeltas!

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Es sieht aber recht verlassen aus – ein einzelner Camper sitzt auf seinem Stuhl – sonst ist alles leer. Ich hatte hier angefragt, und eine Absage bekommen, da alles „fully booked“ wäre. Ob wirklich alle unterwegs sind, und heute Abend noch aufschlagen? Wir können uns das kaum vorstellen, denn auch bis zum Abend begegnen uns fast keine Autos!

Auch wenn es von Third Bridge nur nochmal eine gute Stunde war – es tut gut, aus dem Auto zu steigen, sich zu strecken, zu laufen und kein Motorengeräusch ums ich zu haben! Irgendwie sind die Wege im Moremi echt sehr holperig, und wir sind ordentlich durchgeschüttelt! 🙁 🤢 🤪

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Wir finden bald den Bootsführer und vereinbaren, dass wir uns in einer viertel stunde am Boot treffen. Er will 580 Pula pro Stunde für das Boot – das finden wir in Ordnung. Da sein kleines Boot kaputt ist, bietet er uns den „Doppeldecker“ für den gleichen Preis an. Es ist ca. 12:15 als wir ankommen, und so vereinbaren wir eine Bootsfahrt von ca. 1 ½ h.
Jeder sucht sich noch eine Toilette, und wir essen schnell noch was zu Mittag, dann kommt unser guide auch schon an, und los geht’s aufs Wasser!

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Teil 7025. Juni 2018
Fortsetzung Moremi – Xakanaxa Bootstour:

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Zunächst geht es etwas durchs Schilf, vorbei an den paar Lodges, und dann auf offenere Wasser.

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Nun sind wir also wirklich im Delta – AUF dem Delta sozusagen! Es ist schon schön, jetzt noch ein wenig mit Boot unterwegs zu sein. Initial hatte ich das erst gar nicht so eingeplant – dachte dann aber doch, dass es bei so viel Auto Fahrerei nochmal ein schöne Unterbrechung sein könnte. Bei meinen Recherchen (im Forum und an andern Stellen) war der allgemeine Tenor, dass die Bootstouren bei Xakanaxa besser wären als die von Third Bridge/Mboma Boat Station. Außerdem fährt man von Third Bridge wohl nochmal fas 1 h bis man die Bootstation erreicht.
Hier finden wir es wirklich schön, und sind sehr glücklich, dass wir das noch eingeplant hatten – und dass es nun von der Zeit her auch noch rein passt.

Die Landschaft ist einfach schön, und den Kindern gefällt besonders, wie sich das lange Schilfgras beugt und in Wind und Wellen wiegt!

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Bald kommen Seerosen und Wassernüsse. Unser guide ist in Ordnung, aber kann mit BG vom Chobe River nicht mithalten. Dennoch – er ist freundlich, und stolz auf sein Deutsch, das er mit all den Touristen fleißig weiter ausbaut. Seine Begründung: „Aaah, you have to surprise and impress them somehow!“

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Hin und wieder sitzt irgendwo ein Kormoran oder Pelikan, und wir alle suchen vergeblich nach Krokodilen oder Hippos.

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Immerhin: Jeder von uns genießt diese ganz andere Landschaft, und diese andere Art, unterwegs zu sein! Es ist auch schön, dass wir diesmal sogar das Boot mit Oberdeck haben – die Sicht ist dadurch einfach besonders schön!

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Auf einer der kleinen Inseln sehen wir in der Ferne einige Lechwe-Antilopen.

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Joel und ich finden es besonders interessant, nach all unserem theoretischen Botswana-Wissen einen kleinen Ausschnitt des Deltas so erleben zu können. Und wenn man sich umschaut, fällt es einem nun auch leicht, zu glauben, dass das Delta mit seinen 15.000qkm auf dieser gesamten Fläche nicht mehr Gefälle als 2 m hat! Deshalb dauert es auch so lange, bis das Wasser sich ausgebreitet hat! Einen Monat dauert es, bis das Wasser die ca. 1200 km aus Angola bis zum Delta geflossen ist – aber 4 Monate dauert es, bis es sich in Botswana ausgebreitet hat! Ich finde das schon irre, und wenn man es nur liest so schwer vorstellbar! Aber wenn ich mich umschaue (und was mein Auge rundherum sieht, ist ja nur ein Mini Ausschnitt des gesamten Deltas), wird das Ganze doch glaubhaft!

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.....geht gleich weiter.... 😏

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Wir fahren noch weiter auf den Wasserwegen, die nun immer enger werden, und unser guide muss immer mal wieder die Schlingen der Wassernüsse aus seinem Außenbordmotor entwirren. Aber auch hier will sich partout kein Getier sehen lassen! Es läßt sich zwar erkennen, wo Elephant-Crossings stattfinden, aber im Moment möchte sich dort leider keiner zeigen. Schade – ich hätte mir Elefanten im Wasser neben dem Boot schon gewünscht. Und gleichzeitig sin wir alle nicht zu sehr enttäuscht, da wir ja insgesamt in den vergangenen Tagen schon so viele schöne Tiere gesehen haben!
So tuckern wir gemütlich wieder durch die Wasserstraßen zurück. An einer Insel halten wir noch an, und unser guide und die Kinder vertreten sich kurz die Beine.

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Wußtet Ihr, dass die meisten dieser Inseln durch Ablagerungen der Salze an Termitenhügeln entstehen? Dort dann Bäume wachsen, und sich um die Wurzeln weiteres ablagert, und es somit zum „Festland“ wird? Allerdings bleibt für mich etwas als Fragezeichen, wie Termitenhügel im Wasser entstehen…?
Es ist schon einzigartig, das OkavangoDelta, und wir finden es sehr besonders, dass wir diesen Ort besuchen dürfen!

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Hin und wieder läuft neben uns ein Lillytrotter auf den Wassernüssen und Seerosen her, und ein Pelikan hebt ab.

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Aber das ist so ziemlich alles, was wir an Tieren zu sehen bekommen. Zwischendurch treibt mal ein großer aber toter Catfish neben unserem Boot. Also, wenn man das schon als angenehme Abwechslung wahr nimmt.... Naja - somit ist dieser BootsTrip nun nicht gerade der Brüller, aber wir hatten unsere Erwartungen schon davor etwas runter geschraubt, und als Abwechslung zum ewigen Im-Auto-Sitzen ist es das allemal Wert. So sagen wir uns: genießen wir den friedlichen Blick, und sind zufrieden mit dem, was wir haben!

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Die Zeit hat unser Bootsführer sehr gut im Blick – ziemlich genau nach 1 ½ h steuern wir die Anlegestelle wieder an.
Noch ein Blick zurück:

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Und dann geht’s auch schon wieder an Land

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Teil 7126. Juni 2018
Fortsetzung Moremi – Xakanaxa-South Gate:
Es ist ca. 2 Uhr. Also sind wir gut in der Zeit. Wir nehmen die Schleife an den Lodges vorbei wieder zurück zum Xakanaxa Gate. Ich bin erst sehr verwirrt, warum es hier ein „Moremi-Gate“ gibt – erkläre mir das aber damit, dass es ja IM Delta sehr viele Lodges gibt, die nur mit Boot oder Flugzeug zu erreichen sind, und von wo aus Touristen dann wohl über den Wasserweg in den Moremi gelangen.
Hier tummeln sich nochmal einige Elefanten, was uns sehr freut!

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Wir schätzen, dass wir für die schräge Strecke nach South Gate etwa 2 ½ h benötigen. Deshalb haben wir noch Zeit, eine kleine Runde zu den Paradise Pools zu drehen. Das ist nicht spektakulär, aber hat sich für uns dennoch gelohnt: hier finden wir einige Impalas und Lechwe, die Landschaft ist noch etwas offener. Es bietet sich einfach eine friedliche, schöne Stimmung.

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Leider haben wir nicht so viele Tage, um auch noch die Strecke nach North Gate abzufahren – das würde mich schon reizen, erhoffe ich mir hier entlang des Wassers doch eher noch mehr Tiersichtungen. Aber: man kann nicht alles haben! Und so biegen wir bald nach rechts ab auf die Straße nach South Gate.
Dass die allerdings so langweilig sein würde, hatten wir nicht erwartet. Hier gibt es vor allem eines: reichlich dichtes Gestrüpp rechts und links der Straße! 😠 😠 😠 Ich hatte Euch ja schon sehr früh in meinem Bericht gesagt, dass Ihr dieses Wort von mir noch öfter hören würdet….. 😈 Aber es ist wirklich so: es nervt sehr! Wenn man schon keine Tiere sieht, finde ich es immer schön, wenn man wenigstens Landschaft sieht. Nun will ich nicht abstreiten, dass Gestrüpp auch Landschaft ist. Aber für mein Empfinden eben doch sehr eintönige, und es macht einen auch irgendwie kurzsichtig. Ich fühle mich beim aus dem Fenster schauen, wie wenn eines meiner Kinder mir ein Blatt zum Lesen viel zu nah vor die Nase hält! 😵

Dann endlich mal etwas Abwechslung – als uns neben der Straße ein Büffel etwas gelangweilt aus seinem „SPA“ anschaut:

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Na, der guckt ganz so begeistert, wie ich mich hier fühle! Also bitte, selbst die Büffel finden es öde hier!

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Wir hoppeln weiter. Die Straße ist außerdem ziemlich schlecht – vermutlich einfach der Zustand Ende Regenzeit. Es sind unglaublich viele kleine Löcher und unschöne Bodenwellen drin – man kann kaum mehr als 5 Atemzüge lang im dritten Gang fahren. So schleichen wir also dahin. Es ist sehr still geworden in unserem Auto. Jeder träumt oder trant etwas vor sich hin. Alle sind wir vermutlich auch etwas müde.

Doch da – was ist das denn? Endlich! Eine willkommene Abwechslung!!!! Zwar nicht für den Betroffenen dort – aber immerhin für uns! Alles jubelt auf, als wir vor uns ein stecken gebliebenes Auto mit Anhänger im Matsch erblicken! 🤩 🤩 🤩 🤩 🤩 🤩 (wir sind fies, nicht? Aber es kommt wirklich gerade passend, bevor wir uns völlig in genervter Langeweile verlieren!)

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Ein zweites Fahrzeug, ein großes Wohnmobil, war gerade die „Detour“ gefahren, und positioniert sich von vorne, um seinen Freund rauszuziehen.

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Wir halten an, steigen aus, begrüßen einander und beraten. Er war die Detour nicht gefahren, da dort zwei dünne Bäume sehr dicht beieinander stehen, und er Bange hatte, dort mit seinem Anhänger hängen zu bleiben.

Es sind sehr nette Leute, und Benni ist v.a. angetan von der älteren Dame, die in dem festgefahrenen Fahrzeug auf dem Beifahrersitz sitzt und in aller Seelenruhe strickt! 😎 Sie lächelt uns allen freundlich zu und strickt weiter, als würde sie gerade auf Kreuzfahrt sein! 😄

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Recht schnell sind sich alle einig, dass es sehr viel einfacher ist, wenn wir mit unserem Toyota und unserer Winde den Unglücksknaben rückwärts rausziehen, als wie wenn der Kollege versucht, von vorne mit Anhänger das ganze Gefährt durch die noch recht lange und tiefe Matschpartie zu ziehen.

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Gesagt getan – nicht nur Volker freut sich, sondern auch Rafiki scheint zu neuem Leben zu erwachen! Winde eingehängt, einmal rückwärts gefahren, und Schwupps! Ist das gesamte Anhängergefährt wieder frei!

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Rafiki, Du bist einfach der Beste! 🙂 Und während ich dies schreibe, geht mir doch ein kleiner Stich durchs Herz, da unser guter Freund inzwischen sozusagen verkauft ist. 🙁 Wir fahren ihn noch bis wir am 16.07. von Malawi aus abfliegen, aber der Verkauf ist bereits geregelt. Nun, alles hat seine Zeit….

Wir schauen noch zu, wie er sich nun mit Anhänger zwischen den Bäumen durchfädelt – da geht es wirklich um Zentimeter! Aber am Ende sind beide auf der anderen Seite des Matschloches, und so setzten wir unsere Fahrt auch wieder fort.

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Nur weil hier im Forum hin und wieder mal von unfreundlichen Begegnungen berichtet wird, und dass sich manche Leute nicht bedanken oder erkenntlich zeigen: Sie haben Volker für das Rausziehen sogar noch Geld angeboten! Das wollte wir nun wirklich nicht. Neben dem, dass es für uns ja ein kleiner Spaß war, sind solche Dinge doch eigentlich selbstverständlich, wenn man auf solche Strecken unterwegs ist!? Aber, wie einige von Euch schrieben, gibt es da wohl leider auch andere Erlebnisse.
Wir müssen doch sagen; wir haben auf dieser ganze Reise nur sehr schöne und freundliche Begegnungen mit Südafrikanern haben dürfen!

Nun sind wir alle wieder wach, und hoppeln noch ein wenig weiter – und sind auch schon nach ca. 20 Minuten zurück am South Gate Camping Platz! Es ist erst ca. viertel nach 5 – eigentlich eine wunderschöne Zeit für einen Abendgamedrive. Hannes fragt bettelnd, ob wir nochmal einen Schlenker zu den Black Pools drehen – aber Volker schreit nur: „Ihr könnt gerne noch zusammen fahren – aber ICH will jetzt nur noch eines: RAUS AUS DIESEM AUTO!!!!!“ 😈 🤢 🙄
Einen kurzen Augenblick überlege ich mir, ob ich noch eine Runde fahre – mit denen, die des Autos noch nicht überdrüssig sind. Aber auch wenn man ja nicht bis ganz zu den Pools fahren muss – ein ganzes Stück wieder auf der Straße Richtung Third Bridge müsste man wohl schon, bevor der erste lohneswerte Abstecher abzweigt. Und irgendwie ist es auch gut, noch ein bisschen Zeit auf dem Campingplatz zu haben, bevor es dunkel wird. Auch das Kochen ist bei etwas Tageslicht noch einfacher.
So parken wir neben unseren Zelten und purzeln nach diesem langen aber abwechslungsreichen Tage fröhlich und müde aus dem Auto.
Teil 7226. Juni 2018
Fortsetzung – South Gate Zweiter Abend:
Die Briten von letzten Abend sind abgereist, aber neben uns steht auf Platz 4 ein Mietwagen mit Dachzelten. Aus der Ferne meine ich, Deutsch zu vernehmen, und es ist auch ein Mädchen im Alter von Joel dabei.

Zuerst wurschtelt jeder noch so vor sich hin, ich kümmere mich ums Essen, und alle sind etwas zögerlich, die Nachbarn zu begrüßen. Unsere Kinder tuscheln ständig, ob sie mal hingehen und das Mädchen zum Spielen einladen sollen, trauen sich aber doch nicht so ganz. Was uns wundert, denn unsere Kinder haben wenig Berührungsängste.
Dann aber beschließen sie anscheinend, dass es doch doof ist, so nebeneinander zu campen und kein Wort miteinander zu wechseln, und unsere 4 machen den ersten Schritt. Kurz danach spielen sie alle zusammen auf dem großen Platz am South Gate Fangen oder keine Ahnung was – auf jeden Fall sind alle 5 Kinder fröhlich! 😄 🙂 😛 😏 🤪
Volker fasst sich auch ein Herz und sucht das Gespräch – wir finden es immer doof, wenn man als Camper so tut, als wäre der Nachbar gar nicht da. Man muss sich ja nicht in Gespräche vertiefen – aber wenigstens mal kurz begrüßen gehört eigentlich zum Anstand, finden wir.

Und wieder einmal zeigt sich, dass das meistens doch das Beste ist! Es sind sehr nette Leute aus Hamburg, und wir verquatschen uns schnell, so dass wir hinterher schauen müssen, wie unser halbangebranntes Essen noch tauglich serviert werden kann…. 😗
Später sitzen wir gemeinsam noch lange um ein schönes Feuer – und heute gibt es auch mal ein Gläschen Wein! Das ist eine abwechslungsreiche Gaumenfreude – aber ich stelle wieder einmal fest: Auch wenn ich beim Campen nicht anspruchsvoll bin: Wein aus Plastikbechern schmeckt eigentlich irgendwie nicht wirklich…. 🤢

Und dann bekommen wir wieder Besuch – um unseren South Gate Aufenthalt komplett zu machen:
Nein, auch heute ist es nicht der Honigdachs! Wieder der Civet? Nein, auch das nicht! Abwechslung ist geboten! Diesmal ist es eine scheue, kleine Ginsterkatze!

Ich war zwar fest der Meinung, ich hätte einige wenige (schlechte und unscharfe) Bilder von ihr gesehen – aber ich habe eben mehrfach alle Fotos durchgeforstet, und nichts gefunden! Vielleicht hat ein Perfektionist sie gelöscht?
Auch wenn sie sehr viel scheuer ist als der Civet vom Vorabend ist es eine schöne Überraschung! Sie läuft recht schnell in Richtung der Abolutions und ist kurz danach in der Dunkelheit verschwunden.

Irgendwann müssen wir uns auch an diesem schönen Abend vom Feuer verabschieden und unsere Zelte aufsuchen, denn morgen wollen wir wieder früh aus den Federn! 😣
Teil 7326. Juni 2018
Sonntag, 08.04.2018- Von South Gate über Umwege (Khwai und zurück) zum Mankwe Camping:
Oder: Irrfahrten im Moremi
Oder: Wer laut genug schreit, kriegt manchmal, was er will!
Oder: Hochmut komm vor dem Fall
Oder: Ein verlorener Tag
Oder: Woran misst man, ob ein Tag verloren war?

Ihr seht schon: heute wird’s philosophisch. D.h., der Tag war eigentlich weniger philosophisch. Nur der Versuch einer Resumee am Abend hatte was davon…. 😠 😎 😵

Wir haben nun noch einen Tag zur Verfügung, den wir unterschiedlich gestalten können – einzige Eckpunkte:
Wir wachen am South Gate auf und wollen abends am Camping Platz der Mankwe Lodge sein.

Bisher waren unsere Entscheidungen ja größtenteils ziemlich gelungen. So überlegen wir:
In jedem Falle wollen wir früh aufstehen, und erst mal keine Zelte abbauen, damit wir die Morgenstunden im Park nutzen. Also könnten wir entweder einen Morgendrive zu den Black Pools machen (das wäre eine schöne Ergänzung zu unserer Abendrunde dort), dann wieder zum Camp, alles abbauen und zum Mankwe fahren.
Oder aber wir fahren ebenfalls früh los ohne Zelte abbauen, aber nach Norden zum Khwai, denn dort waren wir noch nicht, und dort soll es ja auch viele Tiere geben. Auch Löwen sollen sich dort reichlich tummeln. Das ist natürlich sehr verlockend! Dann ebenfalls wieder zurück zum South Gate, abbauen, und zum Mankwe.

Von den Strecken scheint beides gut möglich und ähnlich viel Fahrerei zu sein. Und da wir gerne Neues entdecken, fällt die Wahl auf: Ab nach North Gate und ein wenig südlich des Khwai herumkurven!
Im Forum wurde diese Gegend irgendwo mal als Geheimtip gehandelt (es hieß: „Pssst – nicht verraten, sonst wird es dort auch zu voll!“)
Ich hatte mir das ganze auf der Karte näher angeschaut, und tatsächlich: da gibt es südlich des Khwai-Flusses doch viele kleine Wege – das sieht doch gut aus für ein bisschen Game-Drive!

Gesagt getan – wir stehen wieder so auf, dass wir um kurz nach 6 im Auto sitzen. Müde aber voller Erwartung neuer Entdeckungen zockeln wir die Straße durch den Wald nach Norden.
Es ist vermutlich unnötig zu erwähnen, was es hier reichlich zu sehen gibt: Na klar! Gestrüpp! 😠 Rechts und links der Straße….. Über einen ziemlich langen Zeitraum. Sonst nichts. Ach doch: Matschlöcher. Reichlich! Alle auch recht tief – aber immer noch so, dass man gut durch kommt.

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Endlich erbarmt sich mal ein Impala und zeigt sich. Dann wieder lange nichts…. Nur ständig Elefantenspuren auf der Straße vor uns!

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Der scheint ziemlich lange hier lang spaziert zu sein – und fand den Wald wohl auch unbequemer als die Straße!

Tja, so wird die Stimmung langsam schlechter, denn irgendwie geht die Zeit dahin, und dass man bis zum North Gate so gar nichts zu sehen bekommt, hatten wir nicht erwartet. Nun sind sie schon bald vorbei – die frühen Morgenstunden….

Aber wenn wir glauben, dass wir nun bald am North Gate sind, dann haben wir uns mächtig getäuscht! Heute sind nämlich WIR dran mit der Matschpartie:

Bei einem Matschloch halten wir an, und Volker fährt nicht einfach so durch. Es sieht irgendwie übler aus als die bisherigen. Am Rand, wo es ja meistens besser geht, da flacher, macht es allerdings auf beiden Seiten einen sehr schlammigen Eindruck, so dass weder Volker noch ich großes Vertrauen in diese Variante haben. Die einzigen erkennbaren Reifenspuren führen relativ mittig durch. Hmm… Was tun? Da die vielen Hundert Matschlöcher der letzten Tage immer gut gegangen waren – auch in der Mitte – und es in der Regel doch einigermaßen fester Untergrund war, entscheidet sich Volker für eine Stelle rechts/mittig.
Aber das entpuppt sich als eine schlechte Entscheidung! Bald wühlen wir uns nur noch mühsam einige Millimeter vorwärts, dann geht nichts mehr vor – und nichts mehr zurück.

Nanu? Rafiki, alter Freund, machst Du jetzt etwa schlapp????? 😊
Durch den unter Wasser liegenden Auspuff blubbert er unverständliche Worte......

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Und es läßt sich nicht mehr leugnen, dass das hier jetzt irgendwie einigermaßen ernst ist……..
Teil 7427. Juni 2018
Ach komm, freshy! Ein bisschen Spannung muss sein! 😄
Ich fand meine letzten Beiträge eh schon viel zu langweilig....

Und außerdem wißt Ihr doch eh schon alle, dass wir am Ende alle unbeschadet wieder zu Hause angekommen sind! Also, wo ist das Problem? WIR wußten das zu jenem Zeitpunkt noch nicht! 😮 😣
Außerdem ist der Hauptgrund für diese Unterbrechung, dass ich nicht so viel auf einmal schreiben und mit Bildern (so es welche gibt) gut gestalten kann. Ihr wißt doch alle: sowas braucht Zeit... und damit das ganze dann nicht zu langweilig wird, muss ich das doch an einer "passenden" Stelle unterbrechen...
Sag bloß, Du findest diese Stelle "unpassend"? 😈

Aber v.a. findest Du, ich soll hier nicht dumm daherfaseln, sondern lieber Bericht weiter schreiben, gell?
Aber weißt Du was? Ich bin jetzt mal ein bisschen fies: ich schreibe jetzt nicht weiter, sondern bin ganz vernünftig und gehe ins Bett! Denn morgen um 5.30 klingelt mein Wecker. Und Volker ist in Tanzania und ich muß die Meute alleine versorgen!
Also schlaf Du mal lieber schön, anstatt Fingernägel zu kauen! 😉
Teil 7528. Juni 2018
Guten Morgen - an alle, aber insbesondere Dir, freshy! Gleich geht's raus aus dem Schlamm, falls Dich das beruhigt! 😎

Aber davor kurz zu Deinem Bemerkungen und Fragen:
Was deine Frage angeht, ob die Stoppstelle passend war, muss ich neidlos gestehen, dass du Krimischreiberinnentalent besitzt.
Danke für das Kompliment - aber das ist eigentlich seltsam, denn ich mag Krimis überhaupt nicht!!!!
Und, ob Du's glaubst oder nicht: ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen einzigen richtigen Krimi gelesen! Weil mich das einfach nicht interessiert. Ich lese gerne Berichte "aus dem wahren Leben". Biographien sind mein Steckenpferd. Das hat irgendwie Bezug zu meinem Leben.
Insofern passt das hier dann ja doch wieder: "Krimis aus dem wahren Leben" geht dann eben auch wieder 😉

Und zu Deiner Frage unserer "Aufsteh-Zeiten":
Ja, 5:30 ist hier in Blantyre unsere übliche Zeit unter der Woche. Und Nein, ich mache das nicht, weil ich das mag, sondern weil ich muss!! 😣

Die Schule beginnt hier um kurz nach 7! Ja, Ihr habt richtig gelesen!
Das hat wohl mit den Grund, dass sie die heiße Mittagszeit etwas vermeiden wollen - zumindest ist um 12:30 dann der Hauptteil des Unterrichts vorbei - auch wenn es viele Nachmittagsaktivitäten und teilweise auch nachmittags Unterricht gibt.

In unserer Familie gibt es 3 Lerchen - das sind v.a. an erste Stelle Joel, dann Volker, und auch Hannes. und die Eulen sind wir anderen 3 - Benni, Tabea und ich..... 🙄
Und wenn ich nicht muss, werde ich in Deutschland NICHT um 5:30 aufstehen!!!
Und wenn wir Ferien haben, ist eh alles anders.... Insofern ist ein Urlaub, bei dem wir um 6 auf Gamedrive gehen wollen, schon fast ein Opfer für mich.... Aber ich weiß einfach, dass da die frühen Morgenstunden kostbar sind, dann geht das auch mit dem Aus-Dem-Zelt-Krabbeln für mich.....

Sofern ich eben früh morgens noch nicht weiß, dass sich der Tag auch so gestalten kann wie dieser 😠 - hätte ich das gewußt, hätte ich mir das frühe Aufstehen an jenem Tag gespart und stattdessen in Ruhe und Frieden am South Gate an einem Feuer meinen Kaffee geschlürft.... 😄
Teil 7628. Juni 2018
Fortsetzung Matschpartie:
Also, wenn Ihr aufgrund des letzten Bildes meint, die Hilfe wäre schnell vorbeigekommen in Form eines anderen Autos, das uns rauszog (weil man ja hier unsere Winde sieht), dann habt Ihr falsch geraten. An diesem Morgen scheint noch keiner auf die Idee gekommen zu sein, zwischen Khwai und South Gate unterwegs zu sein. Nicht ein einziges Fahrzeug hatten wir bisher getroffen!

Hier nochmal das (einzige) Bild, um sich frisch in die Situation versetzen zu können:

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Volker ist es glücklicherweise gelungen, den Motor am Laufen zu halten, und er steigt aus und klettert über die Kühlerhaube aufs Trockene. Dann zeigt er mit einem gequälten Lächeln „Daumen hoch“ – ich glaube, er hat gesehen, dass die Winde immerhin gerade noch über Wasser liegt!

Da im Forum ja regelmäßig mal die Frage auftaucht, was man macht, wenn man in einem Park Reifen wechseln muss – und ob man dann aussteigt oder nicht, wegen der möglichen „unsichtbaren“ Raubkatzen im Gebüsch:
Wir haben das schon im Hinterkopf. Aber man kann ja nicht hier im Matsch sitzen bleiben und langsam aber sicher tiefer sinken…. Insofern scanne ich immer mal wieder mit Argusaugen das Gestrüpp um uns herum ab, und bitte die Kinder, das Gleiche zu tun.
Volker meint, wir sollen im Auto bleiben – viel helfen können wir da draußen eh nicht, und es gäbe nur eine elende Sauerei, wenn noch mehr von uns durch das braune Schlammbad waten….

Während Volker damit beschäftigt ist, die Winde an einem größeren Busch schräg rechts vorne zu befestigen (ein starker Baum ist links, aber der würde uns von der Richtung ins Tiefere ziehen), darf Hannes vom Fahrersitz aus die Fernbedienung der Winde bedienen, was ihn stolz wie Osker macht!
Unterdessen ergreift Benni auf dem Beifahrersitz etwas der Schreck, da zu seinen Füßen Wasser eindringt! Und schnell kommen zwei paar Schuhe und Socken auf die Mittelbank geflogen…..

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Das scheint unsere Vermutung zu bestätigen, dass diese Tür irgendwie leicht verzogen sein muss. Denn auch sonst hat man manchmal den Eindruck, sie sei nicht richtig geschlossen, denn man hört ein Geräusch, als ob das Fenster einen Schlitz offen wäre.

Dann starten wir mal einen Versuch mit Winde, doch – nichts rührt sich! 😮 😵
Das hatten wir noch nie! Es gibt sozusagen gar kein Fortbewegen! Ziemlich schnell ist klar, dass die Vorderräder unter Wasser an einer “Abbruchkante“ hängen. Das war auch dem Kollegen von gestern zum Verhängnis geworden. Viele der Matschlöcher hier sind zur Zeit so, dass sie plötzlich nochmal tiefer werden, und man über eine mitunter steile Kante wieder hoch muss. Das ist manchmal recht tückisch, und so entpuppt sich manches Matschloch als nicht ganz so harmlos, wie es zunächst aussieht.
Also schaufelt Volker diese Kante weg (wie gut, dass wir Spaten und eine kleine Klappschaufel mit haben!), und sammelt etwas Holz zum unterlegen. Noch ein Versuch. Nun rührt sich das Gefährt mit winzigen Bewegungen. Immerhin! Stück für Stück geht es vorne ein bisschen höher, dann beginnt der Busch, sich zu entwurzeln. Na Klasse…. 🤨

Der Auspuff blubbert immer noch unter Wasser vor sich hin und hinterläßt schwarze Rußspuren auf der braunen Wasseroberfläche…..
Das löst bei den Kindern Entsetzen aus! Joel sitzt mit mir gerade ganz hinten, und starrt auf dieses seltsame Bild. Ich erkläre ihm nüchtern, dass das normal sei – dieser Ruß käme auch sonst aus dem Auspuff, auch wenn man ihn (bei unserem Auto – im Gegensatz zu vielen anderen auf diesem Kontinent....) sonst nicht so sieht. Oh! Da haben wir das nächste schwierige Thema…. Dürfen wir uns denn dann überhaupt mit diesem wunderbaren aber die Umwelt verschmutzenden Auto so durch die wunderschöne Natur bewegen???
Ich diskutiere ja gerne verzwickte Themen, aber manchmal ist es mir auch zu viel. Unsere schlauen Kinder fragen und denken bereits „zu“ viel…. Manchmal möchte ich mich gerne in meine kleine Ecke zurück ziehen und einfach nur meine kleinen privaten Brötchen backen. Und die vielen Probleme der Welt sind mir einfach zu groß! Oft bin ich dann aber wieder froh dass wir inmitten von so Vielschichtigem leben dürfen, und dass wir uns vielen Dingen/Fragen einfach gar nicht entziehen können hier im Alltag in „Afrika“.
Aber jetzt habe ich URLAUB – und außerdem genügt mir gerade das Problem, ob überhaupt, und wenn ja wie, wir hier wieder raus kommen….

Da nun immerhin die Vorderräder wieder etwas mehr unter den Füßen haben, und es deshalb links vorne nicht mehr ins Tiefere gehen kann, spannt Volker die Winde um, diesmal doch um den Baum links.
Noch ein Versuch! Und tatsächlich: sehr langsam und mühsam setzt sich Rafiki in Bewegung, und nach viel Zittern ist es tatsächlich geschafft: wir haben das „Wasser“ hinter uns gelassen! 🙂

Dann wird „entschlammt“: Volkers Füße, Beine und Hände mit etwas kostbarem Trinkwasser grob gereinigt, ebenso die Schaufel, und der Fußraum des Beifahrersitzes so gut es geht wieder trocken gelegt!
Auch pinkeln gehen ist jetzt erlaubt – aber Vorsicht beim Ausstiegen: Alle Trittbretter haben ein ordentliches Schlammbad genommen!!! Und entsprechend ist gleich der nächste eingesaut….. 🤢 🤢 🤢

Ich habe beim Durchsehen der Bilder festgestellt, dass es nur dieses einzige Bild von dieser Situation gibt (und das vom Fußraum- aber das habe ich auf die Schnelle mit meinem SmartPHone gemacht). Das erstaunt mich – denn Volker macht in der Regel mehrere Bilder von etwas. Ich hatte ihm am Anfang schnell einmal den Foto über die Kühlerhaube raus gereicht, damit wir das wenigstens im Bild festhalten.
Als ich ihn dieser Tage frage, wieso er nur ein einziges gemacht habe, meint er mit recht ernster Miene: “Ich hatte wirklich Schiss, dass das Auto noch ernster einsinkt. Denn ich sah, dass die Trittbretter nach einiger Zeit tiefer drin waren als am Anfang. Da hatte ich keine Nerven für Fotos….“ 🤨

Also, Kinder, das war nun der Preis für Euer Geschrei, bevor wir in Blantyre losfuhren: „Au jaaaaa! Wieder mal Stecken bleiben!!!!“
Sowas ist immer lustig, wenn es gut ausgeht, und man es hinterher auf der gemütlichen Couch erzählen kann. Aber in der Situation erinnere ich mich, dass meine Kinder im Auto plötzlich doch sehr still wurden und ich ihnen eine nicht geringe Furcht ab spüren konnte….

Das ganze Vergnügen hat uns fast eine Stunde gekostet! Unser frühes Aufstehen war also zwar ein guter Ansatz, aber so langsam werden sich wohl auch die Löwen am Khwai River unter die Büsche verkrochen haben…
Teil 7729. Juni 2018
Nun könnt Ihr alle erst mal wieder aufatmen, gell? Deshalb gibt's jetzt zunächst wieder mal einen kleinen
Einschub: International Day

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Aber der wird diesmal wirklich kurz und bebildert: Morgen ist von Joels Klasse der International Day, da werde ich ein paar Fotos machen und Euch daran teilhaben lassen!

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Aber erst muss ich jetzt noch schnell ein paar Mopane Würmer mit meinem Drucker „frittieren“….. 😄

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Das ist nicht mein Mund... Ich habe die BIlder nur geklaut...

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So wird es bei uns aber nicht aussehen... Ich habe vorhin "Pap" gekocht und es zu Bällchen geformt (oder nennt es Ugali oder Nsima - je nach Land - aber ehrlich gesagt passt das Wort "Pap" irgendwie am besten... die meisten Europäer mögen diese "Pampe" ja nicht - ich hingegen esse es hin und wieder sogar gerne!). Und die Mopane-Wurm-Bilder habe ich mit Joel auch schön auf Zahnstocher geklebt....

Schade, dass Ihr nicht vorbeischauen könnt in der Schulaula!
Teil 7830. Juni 2018
Guten Morgen!
Danke für Eure Beiträge - ich finde, das lockert das ganze erzähöen einfach schön auf!!!
Bin etwas sehr in Eile - aber vielleicht schaff ich ein paar Eindrücke des International Days - sonst wird es erst nächste Woche...

Es waren wieder mal die halbe Welt vertreten - und immer wieder sind wir alle beeindruckt, was manche Schüler (und manche Eltern....) da alles so auffahren!
Das sieht dann also in der großen Perspektive so aus:

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Europa war diesmal sehr stark vertreten.
Belgien

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Luxemburg, Frankreich, Schweden,

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Deutschland

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Schweiz, Österreich

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Slowakei, Polen, Russland. Und das hier könnt Ihr selber raten 😉

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Weiter geht's mit einem beeindruckenden Tisch über Spanien

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ebenso Italien

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und seeehr viele Leckereien aus Griechenland!

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Griechischer Salat in der "Fingerfood-Version" - auch eine schlaue Idee!

Dann geht es weiter nach Afrika - Joel mit seinem Tischpartner, der Madagaskar bearbeitet hat:

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Fortsetzung im nächsten Beitrag, da zu viele Photos


Und: die Schüler lernen, "Gastgeber" zu sein. Sie sollen nämlich mit ihrem Tischpartner immer klären, dass mindestens einer am Tisch bleibt, und Fragen beantworten kann!
Teil 7930. Juni 2018
Fortsetzung International Day

Weiter geht's hier erst mal mit unserem "spärlichen" Botswana-Tisch (aber es gab auch andere, auf denen wenig stand - die hab ich nur nicht fotografiert) - aber hübsch war er trotzdem, wie ich fand:

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Das ist die "wilde" Version - und hier noch die "moderne" 😄

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Wir hatten rechtzeitig festgestellt, dass Hannes zufällig ein Shirt quasi in "Botswana-Flagge" hat. Das durfte Joel dann ausleihen!

Unser "Pap" mit den Mopane-Wurm-Flaggen, verschiedenen Sorten Biltong und Melone:

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Und falls sich jemand wunderte, dass man die Mopane-Würmer bei uns nur auf dem Papier ansehen konnte, so konnte Joel sie einfach an den nächsten Tisch verweisen, denn neben ihm kam ZIMBABWE und Südafrika, und bei Zimbabwe gavbe es ECHTE Mopane-Würmer!!!

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Na? Appetit gekriegt???

Joel kam am Anfang zu mir uns sagte stolz: "Mum, I tasted a snail!" (Frankreich) - aber er habe sie danach sofort wieder ausgepuckt 🤢
"Dann ist jetzt der Mopane-Wurm dran!", sagte ich. Nun kommen wir doch nicht mehr drum rum, oder?

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Ich nehme einen und teilen durch. Da kommt ein Freund von Joel - dem streckt Joel den halben Wurm hin. Der verzerrt das Gesicht, steckt ihn dann aber herzhaft in den Mund. Kaut, der Gesichtsausdruck ist für uns nicht klar zu deuten. Erst kommt ein: "It's not that bad actully..." - dann kommt etwas später: "Hm. quite oily..... naaa... not too nice..". Ich meine, Joel und ich sollten uns jetzt noch die andere Hälfte teilen. Aber die sind nicht wirklich crisp, und man kann sie nicht einfach durchbrechen. Also sage ich: "Beiß ab! Ich ess den Rest!". Aber das mag er nicht. Also beisse ich ab und streck ihm den Rest hin. Da kann er ja nicht kneifen.... Joel rennt allerdings gleich raus und spuckt es wieder aus - ich kaue und schlucke den Rest. Nicht schlimm. Aber auch nicht lecker... Ziemlich ölige und weich. Und ich gehe schnell zu anderen Tischen und esse einen "Stick" griechischen Salat und eine belgische Praline hinterher! Hilft auch nicht. Also noch schnell nach Haiti und ein "Haiti Fudge", denn das ist schrecklich süß und vertriebt vielleicht alle anderen Geschmackssinne im Mund.
Erst später, als ich im Auto auf dem Heimweg sitze, merke ich, dass mich der seltsame Geschmack irgendwie immer noch verfolgt. Ach - ich hätte mir am deutschen Tisch einen Jägrmeister holen sollen!!!! Chance Verpasst! 🙁 So koche ich mir zu Hause einen starken, schwarzen Kaffee - und der hilft dann auch....

Also, Freunde - ich bleibe dann lieber in Zukunft bei "Plain Pap"! Oder Biltong!

Neben Südafrika folgt noch Nigeria und Kenya

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Und dann hängt noch etwas verloren Canada dran

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Ein Sprung über die Tür, dann folgt die Mittel/Südamerika-Fraktion, die im Vergleich zu letztem Jahr recht spärlich ausfällt. Mit Cuba, Haiti und Brasilien

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Dann geht's hoch auf die Bühne, wo neben einem kleinen, spärlich bestückten Thailand-Tisch v.a. China beeindruckt:

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Die haben sich sogar die Mühe gemacht, und einen kleinen Aussschnitt "chinesische Mauer" gebaut!

Daneben kommen noch Indien und Sri Lanka

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Teil 8030. Juni 2018
Nun sind wir einmal die Runde rum - und kommen quasi wieder bei Belgien an.
Dann gibt es noch die Tische in der Mitte der Halle:
Auf einer Seite der Tafel Neuseeland und Australien

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Und auf der anderen Seite gibt es noch einen kleinen Abstecher in den "Orient" - mit Türkei und Ägypten. Hier gibt es "Turkish delight", Tees, Wasserpfeifen und vieles andere - auch Gebetsteppiche sind auf dem Boden ausgerollt.

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Und besonders gut gefällt mir bei Ägypten die Mumie vor der Pyramide! 😄

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Ich hoffe, dass Euch diese kleine Reise um die Welt gefallen hat, auch wenn Ihr die Gaumenfreuden nicht testen konntet.

Ich grüße Euch zum Abschluss nochmal mit einer Elefantenherde aus Botswana:

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Und dann geht's im nächsten Beitrag wieder weiter im Moremi!

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