Vielen Dank Euch allen für Eure Beiträge - v.a. Dir, Stefanie (danke, dass Du meinen Namens-Verdreher so locker genommen hast! 🤨 ) Nun bin ich doch etwas in Pack-Planungen und Geburtstags-und Kinder-Good-By-Parties versumpft (alle unsere 4 Männer haben jetzt innerhalb von 5 Wochen auch noch Geburtstag.....).
Nun schreibe ich aber gerade weiter an meinem Maun-Bericht, und hoffe, den morgen einzustellen! Bis dahin, Antje
Teil 4229. Mai 2018
Bevor ich meinen "Maun-Tag" einstelle, ein Danke für Eure Ausführungen. Ja, da will ich jetzt nicht zu tief einsteigen. Da sollten wir uns alle lieber auf ein Glas Wein treffen, denn diese Themen sind schier unerschöpflich... Botswana und HIV/AIDS: kurz, von dem Wenigen, was ich mir angelesen habe (damit bin ich auch abhänig davon, was mir die Medien präsentieren): Es war das erste Land "in der Region" ( was auch immer das heißen mag?), das kostenlos Antiretrovirale Medikamente einführte. Das half auch (hat es Botswana evtl. vor dem Ruin gerettet?). Dennoch: selbst heute steht es mit der HIV-Prävalenz mit ca. 24 % immer noch weltweit an 3. Stelle!!! (nach Lesotho und Swasiland - oder muss ich jetzt eSwatini sagen?). Was wohl viele kúlturelle Gründe hat. Das Sexualverhalten dieser Völker (was u.a. auch mit den tiefen Ängsten vor Geistern zu tun hat) spielt da sicherlich schon eine große Rolle. Im Übrigen scheint auch im Fortgeschrittenen Botwana leider die Gewalt an Frauen recht hoch zu sein. Nun aber versuche ich mal, meinen Text über Maun und die wenigen Bilder noch zusammen zu basteln!
Teil 4329. Mai 2018
Fortsetzung Maun, 05.04.2018: The Botswanan „Spirit of Humantity“ – and the „Spirit of Egoism“:
Wir sind gespannt auf Maun – ob es ähnlich wie Kasane hauptsächlich ein Touristen-Nest ist? Und dann sind wir überrascht, wie „normal“ afrikanisch sich Maun präsentiert. Klar, mit einem deutlich touristischen Einschlag. Aber das geht ja auch nicht anders, als „Tor zum Okavangodelta“! Bei Joels Nachforschungen war ich übrigens erstaunt, dass das Okavangodelta erst 2014 in die Liste der “UNESCO World Heritage“ aufgenommen wurde – und zwar als Nr.1000 ! Nachdem es 2013 in Arusha als eines der „Seven Natural Wonders of Africa“ erklärt wurde, Ja, der Airstrip, und hier und dann v.a. auf den Parkplätzen der Supermärkte reihenweise 4x4 Mietwagen, wie ich sie sonst noch nirgends in einer solchen Dichte gesehen habe! Aber ansonsten ist es doch ein recht normales Städtchen, mit verschiedenen kleinen „Businesses“ hier und da, Autowerkstätten, Strassenbuden (o.k., die sind wohl hauptsächlich für die Touristen) und wenig Prunk und auch nicht schnieges Hotel an Hotel. Zumindest wirkt es so auf uns, und wir stellen fest: das gefällt uns! Irgendwie tut es uns gut, das zu erleben, und ein wenig „normales“ botswanisches Leben damit zu erfühlen. Es ist endlich nicht mehr so menschenleer (findet v.a. Volker, der irgendwie die ganze Zeit nach „Beziehungen“ zu Menschen suchte in der Einsamkeit, durch die wir die letzten Tage gefahren sind), das Leben pulsiert in einem angenehmem Ausmaß.
Wir fahren gegen 12 Uhr Mittag über die Thamalakane-Brücke in das „Innenstadt“–Viertel. Wir wollen als erstes zum Maun Rest Camp, um sicher zu stellen, dass wir einen Platz für die Nacht haben, und dann noch einkaufen und nach einem schönen Ort für ein gemütliches Abendessen suchen. Aber da Maun ja recht klein ist, wollen wir bewußt mal auf der westlichen Flußseite entlang fahren, wo sich ja das meiste abspielt. Und wir merken uns unterwegs, wo der Spar ist, wo es welche Tankstellen und Geldautomaten gibt.
Das Maun Rest Camp befindet sich ja am nördlichen Zipfel, kurz bevor man wieder über den Thamalakane River zurück fährt, und Dank „maps.me“ sind wir auch stets mit allen kleinen Sträßchen orientiert! (wer auch immer mir den Tipp gegeben hatte: Danke! „maps.me“ war alles was wir brauchten, auch später im Moremi!). Das Maun Rest Camp gefällt uns auf Anhieb gut – es sieht sehr gepflegt aus, die grünen Wiesen und die kleinen Häuschen. Und wir werden an der Rezeption sehr freundlich empfangen! Plätze mit Blick auf den (ziemlich verlandeten, von Seerosen und Schilf überdeckten) kleinen Thamalakane kosten 110 Pula pro Person. Die anderen, weiter hinten gelegenen nur 80 Pula pro Erwachsenen. Da suchen wir und einen aus und sind schon mal glücklich! Wir vertreten uns hier noch etwas die Füße, erkunden das Gelände und Essen dann noch zu Mittag, was das Auto noch so her gibt (Brötchen, Biltong, Äpfel und die letzten SchokoKuchenstücke von zu Hause). Hier gibt es einen Tisch und Bänke, was uns sehr entgegen kommt, da wir keine Campingstühle und auch keinen Tisch haben (das müsste dann alles auch immer auf dem Dach verzurrt werden, und war uns bisher zu viel Geschleppe). Meist suchen wir uns ein paar Steine zum Sitzen, oder freuen uns eben, wenn ein CampingPlatz uns sogar einen Tisch mit Sitzgelegenheit bietet!
Nun haben wir noch Zeit, unsere Sachen in Ruhe zu erledigen – und dazu gehört außerdem noch der Kauf eines botswanischen Korbes! Das ist Joels spezieller Wunsch. Denn er mußte sein „Projekt“ (das 70-DIN-A4-Seiten-Werk) zwar vor den Osterferien abgeben, aber am Ende des Schuljahres kommt dann immer noch der „International Day“, an dem jeder „sein“ Land vorstellt! Das ist jedes Jahr neu zum Staunen – denn die Schulhalle verwandelt sich (naja, nicht von selbst…. Eltern, Schüler und Lehrer müssen da schon auch ranklotzen….) in ein unglaublich buntes Theater! Jeder hat Tische, es wird nach Ländern und Länder-Gruppen sortiert, und dann soll jeder seinen Tisch gestalten. Mit Deko und mit landestypischem Essen! So sah das z.B. vor 2 Jahren bei Benjamins Klasse aus:
Damals mußten wir Deutschland vertreten (das hatte Benjamin gewählt). Diesmal wird des Botswana sein, und ich bin mir nicht so sicher, was denn einfacher ist! Denn das eigene Land ist auch nicht so einfach…. Zumindest konnte ich hier in Malawi nicht Sauerkraut oder Brezeln kaufen….. Also haben wir die Brezeln selber gemacht! Aber was ich für Botswana auftischen werde, weiß ich noch nicht so recht. Biltong – das geht wenigstens! Und wir könnten natürlich auch einfach Maispampe kochen (in Ostafrika „Ugali“, in Malawi „Nsima“), und dann nennen wir es einfach botswanisch „Pap“! 😄 Nun ja. Aber EIGENTLICH will Joel am liebsten frittierte Mopane-Würmer! Doch den Gefallen werde ich ihm wohl nicht tun! 🤢 Also, was dann? Immerhin, haben wir beschlossen, können wir einen original botswanischen Korb als Deko kaufen. Das haben wir ihm versprochen, und Maun scheint dafür unsere beste Gelegenheit zu sein!
Vom Rest Camp wollen wir auf der anderen Seite vom Fluß zurück in die Stadt fahren, weil wir einfach einmal im Kreis fahren wollen. Kurz vor der Thamalakane-Brücke im Norden ruft Joel begeistert: „Da! Körbe! Papa, Du musst zurück fahren! Bitte! Ich will doch noch einen Korb kaufen!“ Wir haben zwar nichts gesehen, aber Joel und Tabea bestehen darauf, ein Schild mit „Botswanan Baskets“ gesehen zu haben, und so fahren wir zurück – und Recht haben sie! Etwas unscheinbar, aber gut ausgeschildert. Wir biegen in den kleinen Sandweg ein und finden auch kurz darauf ein kleines, recht schmuck bemaltes Häuschen. Als wir es betreten, staunen wir: Oh! So viele wunderschöne, verschiedene Körbe! Und eine Frau mit einem einladenden Lachen begrüßt uns freudig! Ich frage sie einiges, z.B. welche Stämme diese Körbe herstellen, denn ich habe mir von Joels Werk gemerkt, dass v.a. die Hambukushu Korbflechter sind. Sie ist offenbar ganz begeistert, dass wir so interessiert sind und zeigt uns gleich einen Katalog, in dem die ganzen verschiedenen in die Körbe geflochtenen Muster abgebildet und erläutert sind. Ja, die Hambukushu wohl, aber auch andere Stämme, sagt sie. Hier arbeiten mehrere Frauen verschiedener ethnischer Gruppen zusammen. Sie haben eine kleine Frauenarbeit gegründet, denn viele Frauen, so sagt sie, sind sehr abhängig von ihren Männern und tun nichts als ihre Arbeit zu Hause. Mit dem Körbe flechten können sich viele etwas Geld dazu verdienen und ihre Zeit sinnvoll nutzen. Sie arbeiten zusammen und leiten junge Frauen an, damit sie in ihrer Zukunft etwas haben, auf das sie sich stützen können. Davon hatten Joel und ich viel gelesen, und es ist schön, nun ein „lebendes Beispiel“ hier vor sich zu haben! Und ein so begeistertes und einladendes noch dazu! Leider habe ich von dem kleinen Verkaufsladen auch kein Bild gemacht – aber Joel hat noch einige Bilder von den Pflanzen gemacht, mit denen sie die Korbmaterialien einfärben. Das hatte er sich nämlich ganz genau gemerkt: braun wird aus „Magic Guarri“ gewonnen, Rottöne vom „Bird Plum Tree“, Lila aus der „Indigo Dye Plant“ und gelb vom „Red Star Apple“.
Als er sich darüber mit ihr unterhält, ist sie noch mehr aus dem Häuschen und nimmt ihn gleich mit hinter ihre Hütte, um ihm die jeweiligen Pflanzen zu zeigen! Da hat er schnell mein SmartPhone geschnappt und die Pflanzen geknipst! Sie kann es kaum fassen, dass ein 10-JJähriger so viel Bescheid weiß, und ist ganz gerührt von dem Interesse an ihrer Kultur! Es ist so schön, so lebendige und freundliche Menschen zu erleben, dass wir um so zufriedener sind mit unserer Entscheidung, heute statt Tiaan’S etwas mehr von Maun zu erleben!
Als wir dann aber einen Korb aussuchen wollen, schlucken wir doch sehr angesichts der Preise! Dass wir hier gesalzene TouristenPreise zahlen, hatten wir schon erwartet – aber dass sich die Preise vom kleinsten bis zum größten Korb zwischen 200 und 9000 Pula (also 20 bis 900 Euro!!!) bewegen, schockt uns jetzt schon! Sie erläutert uns, dass eine Frau an manchen Körben 3 bis 6 Monate beschäftigt ist. Wenn man genau hin guckt, läßt es sich dann doch nachvollziehen, denn die botswanischen Körbe sind extrem fein verarbeitet. Hier unser neuer Brotkorb, für den wir uns am Ende (für ca. 35 Euro) entschieden haben:
Das Muster erläutert sie als „Forehead oft the Zebra“ (nun laßt mal Eure Phantasie ein bisschen spielen!!!), welches von verschiedenen Stämmen verwendet wird und allseits eine royale Symbolik darstellt.
Sie sind also schon sehr viel feiner verarbeitet als die meisten diversen Körbe, die ich aus anderen Ländern kenne. Dennoch erscheinen mir die Preise ziemlich übertrieben. So wissen wir bis heute nicht, wie botswanisch oder wie touristisch diese Preise wirklich waren – aber falls jemand von Euch mal wieder nach Maun kommt, und einen schönen Korb und außerdem eine wirklich nette Begegnung sucht: diesen kleinen Laden können wir weiter empfehlen!
Dann fahren wir auf die andere Fluß-Seite und schauen uns noch das „Old Bridge Backpackers“ an, ob das ein Platz für ein Abendessen wäre. Also, die Preise sind recht „harmlos“ (zwischen 50 und 120 Pula gibt es allerlei, was lecker klingt), und recht hübsch ist es dort auch – aber wir merken doch, dass dies hier ein junges Backpacker Klientel ist, und Volker und ich werden uns plötzlich unseres fortgeschrittenen Alters bewusst… 😵 Irgendwie, so ganz passen wir hier doch nicht rein…. Aber: falls wir nichts anderes finden sollten, was uns gefällt, ist das auf jeden Fall eine Lösung für unser Abendessen! Auf dem Parkplatz sehen wir den Mietwagen eines jungen deutschen Pärchens, das wir erstmals im Tiaan’s getroffen haben, und dessen Auto uns nun ständig begegnet: auf dem Spar Parkplatz, im Maun Rest Camp, hier… und später noch im Moremi. Allerdings sind sie nicht wirklich zugänglich, und es kommt bisher nirgends zu einem kleinen Gespräch. Als wir wieder auf die Hauptstraße biegen, sieht Volker ein Schild zum „Crocodile Camp“ – mit Restaurant. Da fahren wir hin in der Hoffnung, ob uns das für ein Abendessen gefallen könnte. Die Kinder maulen, warum wir uns so viele Restaurants angucken – wir könnten doch einfach in „Debonaire’s“ Pizza essen gehen. Aber Papa bestimmt eisern, dass heute MAMA aussuchen darf 🤩 , denn die kümmert sich pausenlos um das Essen und soll es jetzt einmal auf dieser Fahrt so haben dürfen, wie es IHR gefällt! Tja, und ich will heute kein Fast-Food (auch wenn ich Pizza mag), sondern einen schönen Ort, wo wir bei gemütlicher Atmosphäre sitzen und was Leckeres essen können! Leider wird das Crocodile Camp gerade renoviert und ist deshalb geschlossen - von dem was wir sehen, hätte es uns sehr gut gefallen! Schade! 🙁
Nun fahren wir wieder nach Süden, zum „Eingang“ von Maun. Auf dieser Strecke gibt es nicht viel – das meiste der Stadt scheint sich doch auf der anderen FlußSeite abzuspielen. Aber wir sehen das von den Kindern heiß ersehnte Schild „Hockey Rink“. Wir haben zwar keine Zeit, hier Hockey auf Rollerblades zu spielen, aber damit wird Maun nochmal etwas lebendiger für uns. Das muß ich Euch jetzt erklären: Als Botswana Anfang des Jahres für uns in Sicht kam, zogen die Kinder ein Buch aus dem Regal, dass sie vor einigen Jahren mal von Opa und Oma geschenkt bekamen: „The Lion Children“, von 3 Kindern geschrieben und illustriert. Vielleicht kennt der eine oder andere es von Euch – falls nicht: eine lohnenswerte Anschaffung für alle Botswana-Fans:
Der Naturforscher Richard Dawkins sagt, es wäre eines seiner Lieblingsbücher! Wir haben es dann nochmal gemeinsam gelesen – diesmal konnte ich es auf Englisch vorlesen. Vor 4 Jahren konnten sie alle noch kein Englisch, da musste ich es „simultan übersetzen“. Diesmal wurde ich hin und wieder sogar verbessert (z.B. „Mama, es heißt nicht predator. Es heißt predator!“ 😊 ). Ein kurze Zusammenfassung: Kate Nichols, Schauspielerin und Biologin, zieht kurzentschlossen 1995 mit ihren 5 Kindern nach Botswana. In Maun schlägt sie sich mit verschiedenen jobs 2 Jahre lang durch, lernt dann den Löwenforscher Peter kennen, zu dem sie alle dann etwas später in ein Buschcamp am Gomoti River ziehen. Gemeinsam forschen sie an den Löwen des Okavangodeltas – das bis dahin größte Löwenforschungsprojekt Afrikas überhaupt. Die Kinder sind neben Schulunterricht im Zelt täglich in die Löwenforschung eingebunden. Ein einzigartiges Buch – über einzigartige Menschen, in einem einzigartigen Umfeld!
Und in diesem Buch ist erwähnt, dass der soziale Treffpunkt von Kindern in Maun der „Hockey Rink“ sei! Von daher fahren wir u.a. auch durch Maun immer ein wenig mit dem Blick, das Buch damit für uns noch lebendiger werden zu lassen! „An diesen Orten lebten sie“ – und damit bekommt das Ganze ein etwas greifbareres, echteres Gesicht!
Wieder in der Innenstadt suchen wir einen ATM auf und erledigen im Spar unsere Einkäufe für die kommenden Tage in der Abgeschiedenheit. Wenn wir morgen Maun verlassen, haben wir 4 bis 5 Tage vor uns, bevor wir wieder in der „Zivilisation“ in Kasane eintreffen werden. Dann erhandele ich mit den Kindern noch einige der wunderschönen botswanischen (Wand-)Batiken an einem der vielen Stände neben der Hauptstraße.
Auch dieses werden wir wohl als Deko hinter Joels Botswana-Tisch verwenden!
Ich gerate an einen ebenso angenehmen Verkäufer, mit dem wir uns ein wenig unterhalten. Die Kinder lernen nun noch „danke“ auf Kalanga („Maisa basa“ – und wiederholen das die kommenden Tage endlos, damit sie es nicht vergessen…), und dann wollen wir noch an der Shell in der Nähe des Maun Rest Camps tanken, bevor wir dort noch einen Blick ins „Sedia Hotel“ werfen, ob uns das vielleicht für unser besonderes Abendessen gefallen könnte.
Es ist ca. 5 Uhr nachmittags, als wir an der Shell Tankstelle ankommen. Also sind wir gut in der Zeit – ein eigentlich perfekter Tag! Doch da passiert es: Der Tankwart bittet Volker, an eine andere Säule zu fahren. Beim rückwärts stoßen schreien die Kinder einen Augenblick zu spät – es kracht! Wo kam der denn jetzt her? Da steht ein kleiner Stationwagon ungünstig quer hinter uns, der einige Augenblicke zuvor noch nicht da gewesen war – und Volker hatte ihn in der blendenden Abendsonne in den Spiegeln nicht gesehen. 😣 Miste! Wenn man doch mal eben mit einem Finger-Schnippen Dinge ungeschehen machen könnte! Aber es hilft ja alles nichts – let’s face it… Auch wenn der Tankwart sich sofort auf unsere Seite stellt und sagt, dass man dort auch nicht parken könne – wer rückwärts fährt ist nun mal Schuld, Wir vermuten, das wird leider auch in Botswana so sein…
Volker steigt aus, der Fahrer des anderen Autos ist immerhin halbwegs beherrscht. Erst sagt er: „Let’s talk!“ – dann entscheidet er sich jedoch gleich anders und meint: „Let’s call the police“. In seiner hinteren Stoßstange ist in der Ecke eine ordentliche Beule – unser Rafiki hingegen zeigt nicht einen Kratzer. Tja, der ist halt doch stabil gebaut…. Nun, wir lassen uns auf die Polizei ein, da wir denken, dass es sich dann gut regeln läßt. Außerdem haben wir ja an der Grenze eine botswanische Versicherung gekauft. Meinen wir. Wir sollten jedoch von anderem belehrt werden! Der Typ vom anderen Auto versucht, die Polizei anzurufen (denken wir – oder keine Ahnung, ob er das alles absichtlich hinauszögert, oder wie es nun wirklich war…). Ewig behauptet er, er erreiche niemand. Dann sagt er irgendwann (nach einer halben Stunde), er habe seine Frau erreicht. Die würde die Polizei jetzt schicken. Wer aber kommt, ist nicht die Polizei. Sondern seine Frau, die die kleine Tochter schon mal mit nimmt. Weiterhin trifft ein anderes Fahrzeug ein, mit einer älteren Dame (die Tante?) und weiteren Menschen, die alle meinen, mitreden zu müssen. Inzwischen haben zig Menschen die Stoßstange begutachtet, und meinen jetzt auch noch, das Rücklicht wäre ebenfalls von uns beschädigt. Also, es hat einige „cracks“, aber es kann von der Höhe her unmöglich von unserem Auto getroffen worden sein. Auch die Theorie, dass Scherkräfte es so zugerichtet haben, passen Volkers und meiner Physik nach nicht wirklich. Außerdem hat das Auto auch vorne und an andren Stellen Beulen. Also….. Hm….!? Im Moment hoffen wir noch, dass die Polizei faire Klarheit reinbringen wird. Aber da haben wir uns leider getäuscht…. Ich bleibe mit einigen Kindern im Auto sitzen, während Volker und manche unserer Kinder sich draußen die Beine in den Bauch stehen. Der Uhrzeiger rückt stetig vorwärts. Es ist 6 Uhr…. Immer noch keine Polizei…. Joel verliebt sich aus Langweile in dem kleinen Souvenirs Shop an der Tankstelle in ein türkis farbenes Kikoi – aber Papa ist gerade stur und will von Kaufen nix wissen.
Es beginnt langsam zu dämmern… Wir überlegen, ob ich eben zu Fuß ins Sedia Hotel laufe (das ist ja grad um die Ecke), und mir das schon mal an gucke. Da aber kommt tatsächlich ein Polizeiwagen gefahren! Zunächst wirken die beiden (ein Mann und eine Frau) sehr angenehm. Doch schon bald stellen wir fest, dass wir hier nichts gewinnen werden, sondern der klassische Fall von „als Ausländer in Afrika Pech gehabt“ vorliegt…. Man nutzt aus, dass wir uns nicht auskennen usw. 😈 Die Polizei erklärt Volker gleich, dass die an der Grenze gekaufte „Third Party Insurance“ keine third party insurance ist. Was es ist, können sie uns aber auch nicht erklären. Na Toll! Wir wissen bis heute nicht, was es ist – vielleicht eine Road Tax. Gewundert hatten wir uns – zumal wir auch keinen Kleber für die Windschutzscheibe bekommen hatten. Volker hatte an der Grenze explizit nachgefragt, da es ihm ferner (im Vergleich zu Versicherungen in Zambia, Kenya und Tanzania) sehr billig erschien, und der Grenzbeamte hatte ihm versichert, dass dies eine Third Party Insurance wäre! Eine Schar von Leuten (vermutlich alle Verwandte des Autofahrers) redet neben der Stoßtange stehend wild durcheinander – jeder hat Gründe, warum wir auch das Rücklicht mit bezahlen müssen. Zwischendurch stehe ich auch mal mit dabei, und wir versuchen, allen gegenüber freundlich zu bleiben. Die „Tante“ nimmt Tabea freundschaftlich in den Arm und schäkert mit ihr herum – und DAS stört mich nun wirklich! (und Tabea ist es auch unangenehm). Du brauchst nicht so zu tun, wenn Du andererseits hier großes Bohei machst, damit wir noch mehr Geld löhnen! Denke ich mir, und gehe mit Tabea wieder ins Auto…
“We have the spirit of humanity!”, klingt es uns von BG noch in den Ohren. Jaja, und die Herren und Damen da vor uns lassen diesen Satz nun jedoch recht sarkastisch erscheinen…. Er gilt eben nirgends für ein gesamtes Volk! Und auch wenn wir bisher doch sehr viele angenehme „botswanische“ Begegnungen hatten (von BG über die Rezeptionistin im Planet Baobab und den beiden Händlern in Maun - die Korb-Frau und der Batik-Mann), so zeigt dieses Erlebnis hier, dass der „Spirit of Egoism“ in Botswana auch nicht kleiner ist als in sonst einem anderen Land….
Dann kommt Joel ans Auto – ich denke schon, die Sache sei geklärt, da sehe ich, dass er mit den Tränen kämpft. Auf meine Frage erklärt er mir: „Wir müssen das Auto komplett ausräumen und über Nacht auf der Polizei Station stehen lassen!“. Ich denke, ich höre nicht recht und frage mich, ob mein Sohn in der Aufregung nun Dinge durcheinander wirft? Also gehe ich nochmal zu Volker, und versuche Klarheit zu bekommen. Er sagt mir, alle beharren darauf, dass wir auch noch das Rücklicht bezahlen. Die Alternative sei, wie von Joel geschildert. Auf der Polizeistation würde dann ein Gutachten am nächsten Tag stattfinden. Wie bitte? Wir wollen morgen in den Moremi, und nicht ein unbeschädigtes und voll ausgeräumtes Auto von der Polizei begutachten lassen…? 😠 Außerdem: wo soll denn unser ganzer Krams bitteschön hin über Nacht? Neben die Zelte????
Das alles ist ein klarer Fall afrikanischer Abzocke. Wären wir wenigstens in Malawi, hätten wir einen anderen Stand. Außerdem stünden wir nicht unter Zeitdruck, und könnten uns in Ruhe mit Polizei und Gegnern rumschlagen. Aber so???? Wir haben wohl keine Chance. Volker sagt auch, dass die Polizisten inzwischen für ihn völlig daneben seien. Der Polizist habe mit einem Lachen gesagt, dass wir uns den Moremi morgen getrost abschminken könnten! 😈 😈 😈 Also einigen Volker und ich uns darauf, doch anzubieten, dass der Fahrer seinen Panel-beater ruft und uns einen Kostenvoranschlag nennt, und dann zahlen wir ihm das hier und jetzt. Keine schöne Lösung, aber sicher die für uns glimpflichste (und vermutlich die, die sie alle wollten). Eigentlich war die Rede von dem Panel Beater schon in den ersten 5 Minuten gewesen. Aber geholt hat er ihn dann doch nicht. Hier wurde wohl auch absichtlich auf Zeit gespielt, um Druck aufzubauen. Schließlich war es inzwischen 7 Uhr abends, und jeder der anderen wußte, dass wir hier nicht ewig Zeit haben…. Dann kam der Panel beater an – der sich freundschaftlich mit dem Fahrer und mit allen begrüßte (und die Polizei wollte uns dann noch klar machen, dass dies ja eine unabhängige Partei wäre….). Der behauptet nun, 1000 Pula für die Stoßstange (wir wissen, für wieviel ungefähr man das in Malawi richten lassen könnte… das wäre weitaus weniger…), „because it’s a special colour“ (jaja, erzählt uns noch mehr Märchen!) und weitere 600 für das Rücklicht. Letzteres entspannt mich, da ich hier nun eigentlich was ganz anderes erwartet hatte (wir mussten neulich ein komplettes Licht an unserem Nissan X-Trail austauschen, und dieses Ersatzteil lag in ganz anderen Dimensionen!). Volker und ich einigen uns zähneknirschend, ihm das Geld zu geben – denn die Version mit der Polizei Station würde uns alles kaputt machen – neben dem, dass ich nicht erwarte, dass wir am Ende nach dieser Prozedur irgendwie besser da stehen würden!!! Also drückt Volker dem Fahrer 1600 Pula in die Hand (wir waren ja erst am ATM gewesen, und hatten uns für die nächsten Tage für Parkeintritte usw. etwas geholt…), die Polizistin zählt das Geld ganz wichtig nach, dann sagt sie mit autoritärer Stimme: „The case is settled, you may now go home!“ – und weg sind sie alle….
Uns durchfließt eine Mischung aus Aufatmen und Zähneknirschen… 🙂 😠 Okavangodelta, wir kommen doch noch!!!! 🤩
Die Kinder waren echt klasse, wie sie das durchgehalten haben! Und auch sie sind jetzt ebenfalls wieder um eine Lebenserfahrung reicher! Und dazu gehören bekanntlich gute sowie schlechte Dinge!
Wir fahren ins Sedia Hotel und merken sofort: Hier ist es schön! Gemütliche, friedliche Atmosphäre, hübsch gedeckte Tische, aber kein Pomp (Plastikstühle), und die Preise auf der Karte sind sogar viel manierlicher als erwartet (Hauptgerichte um die 10 Euro!). Wir fahren nochmal ins Camp, ziehen uns alle für den kühler werdenden Abend um, und fahren dann, sehr viel später als geplant, noch nicht ganz entspannt aber immerhin doch wieder fröhlicher – zu einem schönen Abendessen! Und: Benni bekommt hier sogar noch seine gewünschte Hawaii-Pizza!!!! Und sie schmeckt vermutlich sogar besser als bei „Debonaire’s Pizza“!
Es dröhnt keine aufdringliche Musik, und nach viel Hin und Her hat dann auch jeder etwas nach seinem Geschmack bestellt. Es ist etwas afrikanisch geworden mit der Bestellung, aber wir nehmen’s mit Humor: Hannes' Steak wurde eine längere Prozedur: „We no longer have filet.“. Na, dann eben Lamb Chops! Auch die gibt es nicht. Vielleicht was anderes? Und vielleicht gleich noch eine Alternative dazu, falls es das dann auch nicht gibt? Am Ende bekommt er Pork Chops, und die schmecken auch! Bei Tabea geht das ähnlich mit dem Getränk: Eine Fanta haben wir leider nicht mehr. Na, dann eben auch eine Sprite? Ach, die sind jetzt alle ausgegangen (nachdem 3 Brüder eine bestellt haben). Hm, dann vielleicht einen Apfelsaft? Ach nein, den haben wir gerade auch nicht. Am Ende wird’s ein Orangensaft, und Tabea ist zufrieden! 🙂
Anfangs drückt der Blechschaden noch etwas aufs Gemüt, und Volker sagt, ihn fuchsen weniger die 160 Euro, als das Gefühl, über den Tisch gezogen worden zu sein. Das kann ich verstehen… Man hat bei sowas auf diesem Kontinent oft kaum eine Chance…. Doch dann genießen wir wirklich endlich ein besonderes Abendessen, und sind alle fröhlich!!!
Wir schauen uns das Gelände noch an, und entdecken eine riesige, schöne Wiese am Thamalakane, die als Campingplatz dient – wir haben uns nicht nach Preisen erkundigt, aber vermutlich ist das Sedia also auch zum Campen ein guter Tip!
Sehr spät aber fröhlich und mit viel Vorfreude auf den Moremi kriechen wir nachher in unsere Zelte! 🙂 😉 😏 😄 🤪 😁
Teil 4430. Mai 2018
Au ja, fein! Wann? Wo? Ich bin dabei! Soll ich Trollinger oder Riesling mitbringen?
Da bn ich jetzt nicht schwäbisch genug. Ich bevorzuge südfrikanischen Pinotage... 😉 Ihr könnt ja alle eben mal vorbei kommen! Unser Haus steht Euch offen, und noch habe ich die Weingläser nicht eingepackt 😄 Kann doch auch nichts dafür, dass Ihr alle so weit weg wohnt.... 🙁
P.S. Ihr hattet also Apfelstrudel, Hefezopf... - was braucht's da Sauerkraut?
Der Hefzopf war von mir, ja. Der Apfelstrudel vom "Nachbarn". Der hatte Österreich. Und: Sein Vater ist der Chefkoch vom beliebtesten Lokal in Blantyre! (Grill21)! Da dachte ich schon, da hab ich aber den schlechtestes Platz erwischt... 😣 Aber ich ging nicht unter neben seinem Apfelstrudel und Mini Wiener Schnitzeln, und es war sehr nett zusammen!
Erstmal die Kritik: Deutschland als Thema und dann gibt's keine Spätzle ...
Spätzle eignen sich nicht so als FingerFood - weshalb eigentlich das Sauerkraut auch ohnehin nichts gewesen wäre 😮 Aber was sagen denn die Nordlichter dazu, wenn man Spätzle serviert? Naja, immerhin, wir haben hier eine Familie aus Hamburg sehr lieb gewonnen, und ich tauschte mich mit ihm (seine Frau hatte die Stelle, er war hier Hausmann) immer wieder aus, was wir unseren Familien mal noch culinarisches als Abwechslung bieten können. Da hab ich ihm eine Spätzlereibe von Tupper geschenkt, und seit dem gibt es bei ihnen regelmäßig Spätzle! Das werden sie wohl auch fortsetzen, wenn sie weder in Hamburg sind! 😉
Aber was ich botswanisches kredenzen kann, da habt Ihr mir wohl auch keinen Tipp...?
So, das waren die weniger wichtigen Plaudereien dazu. Jetzt muss ich erst mal was für die Zukunft unserer Hunde klären gehen. Und später gehe ich noch auf andere Beiträge von Euch ein! Dank schon mal dafür! Antje
Teil 4531. Mai 2018
Dank Euch beiden, Freshy und MAtthias! Ja, Matthias, nun habe ich mit Joel vorhin erst gewitzelt, dann aber gemerkt, dass wir das ernst meinen könnten: wir machen "Pap"-Maiskugeln, und stecken in jede ein Fähnchen mit Mopane-Wurm-Bild drauf! Andrang auf Mopane-Würmer zu groß - leider vergriffen! 😄 Das ist eine gute Idee!
Freshy, unsere Hunde: Wenn wir nach TZ können, nehmen wir sie mit (2 von den dreien - einer wird vermutlich bei unseren deutschen Nachbarn ein neues zu hause finden. Er ist halb RhodesianRIdgeback, halb südafrikanischer Boerboel. Er ist schon 10 und verträgt sich leider nicht mit unserer Hündin... Da versuchen wir gerade, ob er sich mit den Nachbar Hunde-"Weibern" verträgt! Aber bisher sieht's positiv aus) Die anderen zwei (unsere schwarze Hündin, vermutlich halb Rhodesian Ridge und halb Labrador - der andere ein Jack Russel) müssen wir jetzt irgendwo "parken", da wir Mitte Juli erst mal nach D fliegen., für wir wissen derzeit nicht wie lange. Vielleicht einige Wochen, eher wohl einige Monate, hoffentlich nicht Jahre... Aber wir haben noch nicht mal ne Wohnung (doch, eine 1-Raum Kellerwohnung in unserem sonst voll vermieteten Haus in der Nähe von Koblenz. Da machen wir erst mal Matratzenlager! Aber nicht auch noch mit 2 Hunden!!! 🙄 !) Ich liebe Hunde - aber in Deutschland muss ich sie nicht halten, das finde ich echt anstrengend! Allerdings: wenn es am Ende wirklich D bleibt, werden wir sie wohl doch holen. In TZ mussten wir damals unsere junge erstmals schwangere Hündin zurück lassen. Einige Wochen später schickten mir unsere Nachbarn ein Bild mit den Welpen - und dann hatte ich 4 heulende Kinder auf dem Schoß! In Malawi gibt es ein sehr aktiven Hunde-Tierschutzverein. Mit kennels in Lilongwe und in Blantyre. Ich war heute dort - und bin ganz glücklich, da dort nun eine sehr kompetente und freundliche deutsche Tierärztin ist, und es immerhin eine gute Notlösung für einige Monate wäre! Noch versuchen wir, ob irgendwelche Expats, die kommen (jetzt ist ja wieder "Turn-over" in den nächsten Monaten) sie evtl. für einige Monate nehmen würden. Ich fliege dann später her und hole sie - hoffentlich nach TZ.... Nun gab's heute doch Tränen bei v.a. Joel - weil ich deutlich gesagt habe, dass die Katzen auf jeden Fall nicht mit kommen werden... Aber auch die nehmen sie gerne im Tierheim, da sie meist für Katzen gut ein neues zu Hause finden, ermutigte sie mich. (Hunde gibt es hier ohne Ende, da auch streunende aufgenommen werden) Ja, Abschiednehmen wird nicht leichter, wenn man es häufig übt... Aber man lernt, dass das Leben dennoch viel Gutes weiter parat haben kann, wenn man sich darauf einläßt! Dann muss man nicht so klammern! Auch unsere Kinder haben das erlebt, und werden es hoffentlich auch diesmal schaffen! So viel mal eben dazu.... Nun muss ich noch Geburtstagstsch richten, denn Joel wird morgen 11! Antje
Teil 4601. Juni 2018
Vielen Dank für Eure diverse Anteilnahme - auch für viele PM, die ich noch beantworten werde.
Danke auch Dir, Stefanie, für die Erhellung wegen der botswanischen Versicherungen. Das half mir schon nochmal, die Lage zu verstehen! Nein, das ist wirklich in allen afrikanischen Ländern, die ich bisher kenne, anders. Man braucht da überall eine richtige Haftpflicht, und die wird auch von der Polizei oft kontrolliert!!! Ich denke schon, dass es Abzocke war, denn das Rücklicht war eindeutig nicht von uns beschädigt. Hier gab es eine klare Vorteilnahme der Situation. So etwas ist in Malawi klar über die Polizei geregelt - und auch wenn wir zum Glück weder hier noch in anderen Ländern bisher Unfälle hatten, so weiss ich von Freunden, dass die Polizei in Malawi ziemlich fair ist, und versucht, den Fall aufzuklären. Klar kann man einen Blechschaden auch untereinander regeln - ist aber selten ratsam.... Problematisch ist hier in Malawi eher, dass die Versicherungen oft nicht oder nur mit großer Verzögerung zahlen - das ist aber ein Problem für die Werkstätten (ich habe Freunde, er Malawier, sie Tschechin, die ein Autowerkstatt haben, und die der Bezahlung der Versicherungen ständig hinterher laufen müssen...). Zwischen den Unfallbeteiligten läßt sich aber vieles ähnlich wie in D regeln. Es sei denn, der Unfallgegner und der Polizist sind verwandt...
Also: in Malawi, und auch in Zambia, Kenya und Tanzania nicht ohne Versicherung fahren!!! Für Botswana (und Namibia) merke ich mir das nun anders! Danke nochmals! Antje
Teil 4702. Juni 2018
Bevor ich Euch in den Moremi mitnehme, wieder mal ein Einschub: Joel bekam diese Woche sein Country Project zurück - und ist gaaaaanz happy! Denn er hat 102 von 100 Punkten bekommen (ja, die afrikanische Mathematik 😊 ....? Nee, es hat alles schon seine Richtigkeit, denn er bekam noch 2 Zusatzpunkte 🙂 ) Ich ab Euch ein paar Seiten als Auszug abfotografiert. Nur mal so als Eindruck - und dann (versprochen!) geht es nächste Woche wieder mal mit Tieren weiter!!!
Habt allesamt ein schönes Wochenende! Antje
P.S.: Übrigens, Karsten, danke für Deinen Link. Allerdings bin ich dann eher an Deinem Tanzania Reisebericht hängen geblieben.... dieses Land wird uns wohl doch nie mehr loslassen, egal wie unsere Zukunft weiter geht.... 😕
Teil 4804. Juni 2018
Vielen Dank für alle "Blumen" an Joel - hab ich weitergegeben! Ja, die "Biltong-Kuh" gefällt mir auch besonders gut 😄 Und Matthias: J, seine Handschrift ist schön - er ist überhaupt sehr künstlerisch. Aber das mit dem "Ohne Fehler schreiben" war schon mitunter ein Akt.... Es hätte die Lehrerin nicht gestört, wenn er Wörter durchstreicht. aber da ist er zu pedantisch, und wenn die Seite dreiviertel voll war und er einen Fehler geschrieben hat, gab's fast jedes Mal Tränen, auch wenn ich ihm sagte, dass das nun nicht so schlimm wäre (obwohl ich ihn verstehen kann, bin da ähnlich...). Manchmal reichte ein Killer oder Tipex, manchmal haben wir getrickst und einen Streifen Papier mit den Linien exakt so ausgeschnitten und drauf geklebt, dass es wieder passte und er drüber schreiben konnte!
Karsten: An Südtanzania 2013 bin ich hängen geblieben. Da wir im Süden in einem Dorf gewohnt haben. Allerdings noch südlicher - zwischen Selous und mozambikanischer Grenze.... Und der der Ruaha Park ist mein absoluter Favorit unter allen, die ich in egal welchen Ländern bisher gesehen habe! Weil ich u.a. die Landschaft dort liebe! Nebenbei: in Deiner Signatur ist ein Link verkehrt. Und zwar die Walking Safari ZIm 97 - da ist versehentlich ebenfalls der link zu NordTZ-2015 drin. Magst Du das mal ändern? Ich wollte nämlich mit Euch auf Walking Safari gehen...
So, und nun wollte ich eigentlich die Fahrt zum South Gate einstellen. Hab alles schon geschrieben und nach Bildern geguckt (die werden dann aber erst NACH dem South Gate wieder mehr...), und nun will das Internet nicht recht (es scheint, als sei halb Blantyre gerade im Netz!). Ich werde mal versuchen, wieviel es verkraftet, oder ob es mich auf halbem Wege hängen läßt 😮
Also hoffentlich bis bald! Antje
Teil 4904. Juni 2018
Freitag, 06.04.2018: von Maun nach South Gate im Moremi NP:
Da wir heute ja nur noch von Maun bis zu South Gate müssen, und nicht, wie ursprünglich mal geplant ab Tiaan’s, haben wir viel Zeit und lassen es gemütlich angehen. Wir schlafen eine Stunde länger als sonst, frühstücken ganz in Ruhe (ich glaub, es gab nochmal Brötchen, denn die konnten wir in Maun ja kaufen, und in den nächsten Tagen werden wir wieder mehr von Trockenfutter –auch „Müsli“ genannt 😛 – leben). Der Tag begrüßt uns freundlich mit Sonnenschein und blauem Himmel! Ich hatte vor lauter Blechschaden gar nicht erwähnt, dass der gestrige Tag tatsächlich noch etwas verregnet war in Maun – nicht dolle, aber grau, leicht naß und kalt! Und mit Hinblick auf den Moremi NP und die 4x4 Strecke über Savuti hoch fand ich das nicht so prickelnd….
Eigentlich waren ja auch alle Einkäufe und Tanken erledigt – aber da wir unsere frisch vom Automaten gezogenen Pula ja nun leider für den Blechschaden hergeben mussten, brauchen wir nochmals Geld – denn sonst wird das nix mit den Parkeintritten in den nächsten Tagen! Also noch einen Schlenker zurück in die Stadt zum ATM. Das war ein Glück für Joel, denn so kamen wir nochmal an der Shell-Tankstelle mit dem kleinen Shop vorbei, und heute morgen war Papa schon wieder ansprechbarer, und so durfte er sich das heißgeliebte türkisfarbend Kikoi noch von seinem Taschengeld kaufen (abgerechnet wurde dann später zu Hause). Ich fand das immerhin sinnvoller investiert als in Süßigkeiten – neben dem dass ich selber auch heute noch Kikois gebrauche, die ich in den 80er Jahren in Kenya als Teenager gekauft hatte. Damals haben wir noch auf Klassenfahrten am Lagerfeuer sitzend die Fransen mühsam geknotet. Diese alten Stücke sind zwar inzwischen ziemlich Farb-verblaßt, aber umso farbenfroher sind die Erinnerungen, die ich mit ihnen verbinde! Bin gespannt, an was dieses Kikoi den Joel in 20 Jahren erinnern wird….
Als wir ihn nun vergangene Woche an seinem Geburtstag fragten, was denn in seinem letzten Lebensjahr besonders schön gewesen sei, sagte er: „Da war so viel Schönes, dass ich es gar nicht aufzählen kann! Aber auf jeden Fall war Botswana ganz besonders schön!!!“ Also – mindestens schon mal 20 Fransen-Knoten für Botswana! 😘
Und nun soll’s aber endlich auf die Piste gehen! Es ist fast 10:30, als wir endlich aus Maun raus rollen. Wir winken dem Thamalakane-River und ab geht’s nach Norden!
Die Strecke ist ja wirklich gut zu fahren - auch als der Teer sich verabschiedet, geht es auf großzügig breiter Sandpiste zügig weiter. Da treffen wir die Südafrikaner-Kolonne wieder – diesmal die vom Planet Baobab mit den kleinen Kindern und den beiden Anhängern. Ein paar Mal überholen wir uns gegenseitig, was daran liegt, dass wir zwischendurch mal für Elefanten stehen bleiben, und sie nicht, und wir uns außerdem etwas später unsicher sind, welchen Abzweig wir nehmen müssen. Da düsen sie zielsicher links an uns vorbei. Von der Tracks4Africa-Karte her war uns das nicht klar, welche Straße nach South Gate nun die bessere wäre. Aber die Schilder scheinen eindeutig, dass der erste Abzweig wohl der richtige sein muss. Also düsen wir ihrer Staubwolke hinterher, und haben sie schon bald wieder überholt. Wir winken einander jedes Mal freundlich – und werden uns auch später noch ein paar Mal begegnen.
Nun wird die Straße schlechter – in regelmäßigen Abständen kommen Matschlöcher, die zwar nicht schwierig, aber nervig sind. Auch ist es extrem hoppelig. Die Fahrt wird uns aber nun damit versüßt, dass doch immer wieder Tiere neben der Straße stehen: Immer wieder einige Elefanten, dann auch mal Büffel, hin und wieder Zebras, und natürlich auch reichlich die treuen Impalas!
Diese Bilder habe ich hier ehrlicherweise reingemogelt (die sind eigentlich vom Moremi…), denn wir haben bis zum South Gate Moremi-Eingang keine Bilder geknipst. Nur geguckt und ansonsten gefahren, da wir erst mal ankommen wollten. Aber ich hatte Euch ja wieder Tiere versprochen, und so konnte ich das hier doch nicht so ganz ohne lassen…. 😉
Es steigt jedenfalls die Hoffnung, dass es die nächsten Tage doch noch tierreicher werden könnte!!!
Dann fahren wir auf DAS da zu, wo uns ein extrem freundlicher Ranger begrüßt:
Kurz danach (gegen 1.30) sind wir auf dem Camping Platz, der sich ja quasi hinter dem Gate befindet. Wir haben auf unserem Voucher Platz 8 zugewiesen bekommen, wo wir auch brav hin fahren. Aber: da steht schon ein Zelt, und zwei Stühle davor! 🤨 Ohne Menschen und ohne Auto – die sind wohl noch unterwegs auf Pirschfahrt. Tja, was nun? Von allem, was wir hier so gelesen hatten, schien uns das mit den zugewiesenen Plätzen recht ernst zu sein. Ob wir uns dann wohl woanders hinstellen können? Was, wenn uns von dort dann jemand verjagt? Wir fahren durchs Camp, und stellen fest: es ist sonst komplett leer! Ein einziges Zelt – und es steht auf UNSEREM Platz! Als Botswana-Unerfahrene wollen wir hier keinen Fehler begehen, und so fahren wir nochmal zum Gate und fragen den Ranger, wie wir uns nun zu verhalten hätten? Er sagt, wir können uns irgendeinen Platz aussuchen! Also, Ihr Lieben, wenn Ihr alle in der Regel Mühe mit überfüllten Campingplätzen in Botswana habt, dann müsst Ihr Euch vielleicht einfach mal eine andere Reisezeit aussuchen???
Wir einigen uns darauf, dass uns Platz 9 und 10 zu sehr im Gebüsch sind, und suchen uns Platz 5 auf dem großen freien Gelände in der Mitte aus. Ich mag das nicht so sehr, wenn 2 m hinter meinem Zelt das Gebüsch anfängt. Die bessere Übersicht zwischen Platz 5 und den Abolutions vermittelt mir immerhin das (trügerische…?) Gefühl, dass ich Raubkatzen etwas eher entdecken könnte, und ihnen bei 30 m Abstand im Falle einer unliebsamen Begegnung natürlich meilenweit voraus wäre….. 😎 (Tjaaaa, was meint Ihr wohl, was ich noch für einen Turbo parat habe! Ihr habt mich noch nie vor einer Raubkatze wegrennen sehen! Aber ich mich zum Glück auch noch nie…. Und nachdem ich sowas mental schon hundert Mal durchgespielt habe, hoffe ich, dass ich im Falle eines Falles eigentlich nicht rennen würde….denn das wäre wohl eher fatal. 😣 Und noch mehr hoffe ich, dass ich nie in die Situation komme zu erleben, wie ich wirklich reagieren würde…. Ihr seht, ich bin eigentlich ein Schisser! 😊 )
Außerdem bietet Platz 5 neben Gestrüpplosigkeit (denkt mal, dieses Wort kennt mein Computer nicht!? Ich sollte ihn auf unsere nächste Safari mitnehmen, dann wird er schon den wichtigen Unterschied zwischen „Gestrüpp“ und „Gestrüpplosigkeit“ lernen!) noch einen Betontisch und –Bänke, was uns ja als tisch-und stuhllosen Campern sehr entgegen kommt!
Wir bauen unsere Zelte auf, und man muß ehrlich sagen, dass das zusammen mit den Kindern mittlerweile deutlich besser fluppt als bei den ersten Übernachtungen in Zambia! Inzwischen sind manche Abläufe eben doch eingespielt, und man muss das Rad nicht jeden Tag neu erfinden!
Da wir hier 2 Nächte bleiben werden, holen Volker und Hannes mir diesmal die Essenskiste vom Dach (eine echte Zarges-Kiste, weshalb wir auch denken, dass das keine Tiere anlocken sollte, wenn sie fest verschlossen ist). Das ist tatsächlich ein Luxus, da ich sonst immer mehrmals täglich meine Kletterübungen vollbringe, um die Utensilien daraus nach unten zu befördern (ich öffne mir dazu immer das Seitenschiebefenster hinter dem Fahrersitz. Steige dann über den Fahrersitz hoch, mit dem linken Fuß ins Fenster, und dann stehe ich genau passend, um in der Kiste zu wühlen, die Sachen entweder erstmal auf dem Dach vorne zwischen zu parken, oder es einem „Helfer“ anzugeben, so denn mal einer neben mir steht.) Das ist zwar einerseits kompliziert, andrerseits echt gute Gymnastik, und das ist jetzt ernst gemeint: zur Zeit gibt es ja einen thread über „Rückenprobleme vorbeugen“. Ich habe ziemlich mit Rückenproblemen zu tun, und hoffte, dass mir die viele Gehoppelei und Auto sitzen nicht wieder akute Probleme machen wird. Ich hatte gar kein Probleme damit auf dieser Tour– erst wieder, als ich zwei Wochen zu Hause war, in denen ich nicht regelmäßig zu meiner Essenskiste auf dem Dach geklettert bin!!! (Von meiner Kletterei hat leider keiner ein Foto gemacht. Das müsst ihr Euch also denken)
Während wir am Werkeln sind, kommt die Südafrikaner-Kolonne und dreht eine Ehrenrunde durch das Camp, fährt dann aber wieder weg. Haben sie uns als Nachbarn im Planet Baobab so schlecht in Erinnerung??? 😊 Wir vermuten, sie haben sich aufgrund der Uhrzeit entschieden, dass sie es noch bis Third Bridge schaffen!? Und dort treffen wir sie auch morgen an!
Insgesamt finden wir dieses Camp wirklich schön! So unter den großen Bäumen, ein bisschen übersichtlich durch den großen, sandigen Platz, aber doch einfach in der Natur, dazu die sehr ordentlichen Abolutions. Also, für ein Camp in der Wildnis eines Parks, weiß ich nicht, was es mehr bieten sollte?
Hier begrüßt uns bald schon mein Freund, der Hornbill, den ich in meinem Avatar eingestellt habe:
Er wird uns in den nächsten Tagen auf diesem Campingplatz noch öfter in den Seitenspiegel hacken, und ich habe echt Bange, dass das Scherben gibt und hänge irgendwann kurzentschlossen mein Spültuch drüber! Tja, guter Freund, Du schienst wohl recht einsam zu sein? Wir haben längst bemerkt, dass Hornbills eigentlich fast immer mindestens zu zweit unterwegs sind. Aber dieser hier ist alleine und scheint dringend einen Partner zu suchen!
Ich sage ihm: „Aber, mein Freund, auch wenn Du hübsch bist: wenn Du dem anderen immer gleich so ins Gesicht hackst, wird das nie was werden mit dem Partner! Da solltest Du Dir wohl doch andere Umgangsformen angewöhnen!?“. Er scheint sich das nicht zu Herzen zu nehmen, denn das selbe Spiel läuft noch öfters, sowohl an unserem, wie auch später an benachbarten Fahrzeug-Außenspiegeln (weil über unserem dann ja das Spültuch hängt….)
Ein paar Squirrels erfreuen uns auch noch:
Und Benni entdeckt auch einen Roller im Baum:
Dann essen wir noch etwas zu Mittag und stellen bald überrascht fest, dass es bereits nach 3 Uhr ist! Also nix wie rein ins Auto und noch ab zu den Black Pools für einen Nachmittags/Abend-GameDrive!
(Danke, Mabe, für den lohnenswerten Tip, das von South Gate aus zu tun!)
Teil 5006. Juni 2018
Fortsetzung South Gate 06.04.2018: Black Pools
Von den Tieren auf der Fahrt bis hier hin etwas euphorisiert, sind unsere Erwartungen nun wieder deutlich gestiegen. So bleibt die erste Stunde etwas enttäuschend: ein paar Frankolin, Hornbills en masse, und immerhin Impalas – diese 3 treuen Konsorten!
Auch Roller werden jetzt immer häufiger zu unseren steten Begleitern:
Außerdem mal wieder viel unübersichtliches Gestrüpp und hohes bis sehr hohes Gras! Das „Gestrüpp“ 😠 riecht äußerst penetrant, und ich überlege lange, bis es mir klar wird: das ist alles Salbei! Unglaublich! Ich habe noch nie solche Haufen von Salbei gesehen! Auch mal interessant! Allerdings, auch wenn ich ein leidenschaftlicher Gärtner bin: viel lieber würde ich jetzt gerne Tiere sehen als Salbei…. 🙁
Ist das ein Phänomen in der Regenzeit? Oder kennt Ihr Salbei über Salbei auch aus Fahrten in der Trockenzeit? Je mehr wir uns mit andere unterhalten, auch mit Park-Rangern, desto klarer wird uns, dass es hier im Moremi in der Trockenzeit doch ganz anders aussehen muss – mit viel mehr weiter Sicht. Dafür aber dürfen wir haufenweise eine unglaubliche Vogelvielfalt genießen, denn dafür scheint die Regenzeit die beste Jahreszeit zu sein.
Die Pfade werden immer kleiner, und das Gras auf dem Mittelstreifen ragt bis über die Motorhaube!
Die Straße ist nicht schlecht, aber ich finde das Gras zum Fahren erstaunlich irritierend, denn ich stelle fest, dass ich nur die rechte Fahrspur vom Fahrersitz aus sehe, und die linke überhaupt nicht! Damit ist keine Loch und nix vor dem linken Reifen zu sehen! Ein seltsames Fahrgefühl! Und: wenn hier irgendwo ein Löwe sitzt, lacht der sich ins Fäustchen 😎 , weil er sich gar nicht bemühen muss, um sich vor uns zu verstecken, selbst wenn es nur ein paar Meter entfern wäre!
Während ich so über all dies siniere, läuft doch tatsächlich plötzlich etwas im Eilschritt vor meinem rechten Reifen her! Nein, kein Löwe – nicht im Entferntesten! Aber auch was Schönes: eine Riesentrappe!
Das freut besonders die Kinder, die diese großen Laufvögel noch nie gesehen haben! (ich kenne sie v.a. aus der Maasai Mara und anderen Savannen Gebieten Ostafrikas). Sie rennt immerzu in der rechten Fahrspur vor uns her, und biegt nicht irgendwo ins hohe Gras ein. Ich will das arme Tier ja nicht jagen, aber ganz stehen bleiben können wir ja nun auch nicht, denn die Strecke bis Black Pools zieht sich doch ganz schön! Und während ich den Kindern noch erkläre, dass Trappen Laufvögel sind und nicht fliegen können, hebt sie ab! 😊
Das war echt cool – diese Spannweite! Einfach gigantisch! Und ich habe wieder was dazu gelernt: Trappen können DOCH fliegen!
Nun lichtet sich das dichte Gebüsch etwas, und man kann auch etwas weiter über Graslandschaft in die Ferne blicken.
Ich frage mich an einer Stelle doch ernsthaft, ob ich weit weg einen Löwen sehe, und Hannes schreit zeitgleich: “Giraffe! Da vorne rechts, weit weg!“. Ich nehme das Fernglas zur Hand und melde: “Mein Löwe ist ein Termitenhügel 🙁 , und deine Giraffe ist eine Giraffe 🙂 !“. Eins zu Null für meinen Sohn! 😛
Die Straße verläuft in ihre Richtung, und so kommen wir doch recht nahe an sie heran und entdecken noch weitere.
Hin und wieder huschen Frankolins an uns vorbei, aber als einer der Jungs meldet: „Tabea, 2 Frankolin!“, entgegnet sie energisch: „Ich zähl‘ keine Frankolin!!!“ Wir fahren wieder eine ganze Weile weiter, und finden das einerseits schön hier, andererseits auch etwas ermüdend und ziemlich tierleer…. Dann sehe ich in der Ferne aber wirklich etwas Seltsames: es glänzt rundlich in der Abendsonne. Es sieht eigentlich wie ein PKW-Dach aus – aber ein kleiner PKW, hier mitten im Moremi 4x4-Gelände? Es bewegt sich auch nicht. Aber es passt eindeutig nicht einfach so in die Landschaft! Hm, vielleicht ein nasser Elefantenrücken? Zu klein. Wir kommen näher, und da setzt es sich in Bewegung, und es dämmert mir: es ist ein Hippo!
Es rennt nun ziemlich zielstrebig und platscht kurz darauf ins Wasser der Black Pools:
Und nun wimmelt es auf einmal nur so von Hippos!
Ich entdecke auch noch ein Krokodil am Ufer, kurz bevor es sich flink ins Wasser verabschiedet:
schreibe gleich weier! Viele BIlder...
Teil 5106. Juni 2018
Fortsetzung South Gate/Black Pools: Das ist nun wirklich schön, so in der Abendsonne! Um die Pools herum tummeln sich Gänse, Ibisse und Reiher.
Und bei den Hippos ist durchaus Bewegung drin!
Irgendwann müssen wir uns losreißen, auch wenn wir hier noch länger verweilen könnten, denn die Rückfahrt wird auch nochmal mindestens 1 h dauern, und wir sollten und wollen ja bei einsetzender Dunkelheit wieder im Camp sein. Aber ein Blick zurück muss schon nochmal sein:
Von der anderen Seite der Pools hatten wir schon die Lechwe Antilopen gesichtet, an denen wir nun vorbei fahren.
Nicht weit entfernt treffen wir noch einige Kudus an, die sich aber schnell verkriechen, so dass es nur zu Suchbildern reicht:
Fortsetzung folgt
Teil 5206. Juni 2018
Ich unterteile das jetzt mal in mehrere Beiträge, denn wenn so viele Bilder drin sind, finde ich dauert es immer so lange, bis man einen Beitrag hochgeladen hat!
Teil 5306. Juni 2018
Fortsetzung(2) South Gate/Black Pools: Insgesamt wird die Rückfahrt von den Pools nun doch ziemlich tierreich – ob das daran liegt, dass wir eine andere Straße fahren (insgesamt ein Schleife), oder ob es doch die Tageszeit ist, wo kurz vor Dunkelheit nochmal alles aktiv wird? Uns begegnen mehrfach Giraffen, einmal auch mit einem Kleinen! Sie stehen ganz nahe an der Straße, und lassen sich von uns überhaupt nicht stören:
Frankolin, Horbills und viele andere Vögel erwähne ich hier schon gar nicht mehr, aber es wimmelt davon! Und hinter einer Kurve treffen wir mitten in eine große Büffelherde!
Die glotzen uns (wie Büffel das meist tun) ziemlich mißtrauisch an, scheinen aber nicht angfiffslustig zu sein (was sie ja in Herden in der Regel auch nicht sind), sondern verziehen sich, sobald wir einem näher kommen.
Es ist eine magische Stimmung in dieser schönen Abendsonne, und beide Kameras klicken ohne Ende! Ich kann mich gar nicht entscheiden, welche Bilder ich einstellen soll!
Joel möchte gar nicht weg, sondern einfach noch ewig weiter diesen tieren in der Abendstimmung zuschauen! Aber wir sollten weiterfahren, denn die Sonne wird bald verschwunden sein!
Um die nächste Kurve herum überraschen uns nochmal Giraffen, und die Abendsonne taucht nun alles in ein wunderschönes Licht!
Teil 5407. Juni 2018
Fortsetzung(3) South Gate/Black Pools: Dann überrascht uns noch ein kleines Tier, das wir gar nicht erwartet haben, und welches deshalb große Freude auslöst!
Ich bin ganz platt, wie die Kinder sich freuen über diesen Hasen! Und dann wird ordentlich gewitzelt und philosophiert: „Das ist der Osterhase auf Heimreise!“ 😄 Aber auch das war noch nicht alles für heute!
Inzwischen sind wir schon wieder auf der „Hauptstraße“ zwischen Third Bridge und South Gate, da huscht doch tatsächlich ein – na, was glaubt Ihr wohl???? Über die Straße? Und verschwindet auch schon wieder im Gebüsch. Aber wir alle 6 haben ihn gesehen! Nein, nein, kein Leopard. Mit den Katzen wird das nix mehr im Moremi 🙁 , auch wenn wir bis zum letzten Augenblick die Hoffnung nicht aufgeben. Aber DAS hier hatten wir alle noch nie gesehen! 🤩 Doch leider konnten wir kein Foto machen, so schnell war er schon wieder verschwunden. Und noch während wir rätseln, ob das DER vom South Gate ist (nun ist es ja nicht mehr weit, vielleicht noch 3 km), läuft ein weiterer vor uns ein Stück auf der Straße entlang! Die South-Gate-Camper wissen, wovon ich rede, denn man hatte uns ja gewünscht, dass der auf dem Camping Platz Ansässige uns vielleicht besuchen würde! Und ich hatte Euch ja schon im Chobe angekündigt, das wir später im Moremi ZWEI Mellivora Capensis sehen! 😏 Tja, und hier ist nun das „Beweisfoto“:
Der Honigdachs! DER Honigdachs? Vom South Gate der? Aber es waren ZWEI! Hier sind wohl mehrere ansässig, und vielleicht ist es gar nicht immer der selbe, der die Camper besuchen kommt? Vielleicht wechseln die sich ab? Und vielleicht gibt es hier sogar noch mehr als zweie? 😵 Ich bin also gespannt auf weitere Berichte von South-Gate-Campern über den oder die Honigdachse! 😁
Dann ist es wirklich nur noch um ein paar Kurven, und durch das letzte große Matschloch, und wir sind passend bei Fast-Dunkelheit zurück bei unseren Zelten!
Das war jetzt wirklich ein wunderschöner „Okavango-Einstieg“, und ich kann jedem diese Version nur empfehlen: morgens von Maun nach South Gate, dort gemütlich ankommen, und auf den Spätnachmittag hin an die Black Pools, das lohnt sich – auch wenn man keine Raubkatzen zu Gesicht bekommt!!!
Teil 5508. Juni 2018
Danke, Nadja und Doro - hin und wieder ein Kommentar zwischendurch tut auch gut, und verbindet mich mit meinen Lesern ein wenig! Danke!!!
Aber: der Bericht vom 06.04. ist immer noch nicht ganz zu Ende - ich hab noch ein "Leckerli" , oder auch "Betthupferl" für Euch aufgehoben 😉 So will ich das mal noch schnell auf den Weg bringen!
Teil 5608. Juni 2018
Fortsetzung(4) South Gate/Black Pools: Aber auch wenn das nun schon viel Schönes war – der Tag ist ja noch nicht zu Ende! 😉
Zurück am Campingplatz mache ich mich mit Stirnlampe an einem Abendessen zu schaffen, während die anderen den neu eingetroffenen Campern schräg gegenüber Guten Abend sagen wollen. Das scheint willkommen zu sein, denn sie kommen gar nicht wieder 🤨 , und ich höre nur angeregte Unterhaltung! Es stellt sich heraus, dass das sehr nette Leute sind – ein britisches Ehepaar, die 20 Jahre lang in Botswana gelebt hatten (und damit gibt es viel interessanten Gesprächsstoff!), mit ihrem Sohn, der jetzt Ende High School ist: Dem wollen sie nun etwas Botswana bieten, da er noch sehr klein war, als sie das Land verlassen haben, und so sind sie auf einer längeren Tour unterwegs. Die Chemie scheint zu stimmen, denn ich bleibe lange alleine an meinem Kochtopf sitzen und muss die Meute mit Nachdruck zusammenrufen! Dann ziehen Joel und Tabea mit ihren Stirnlampen noch los zum Rangers Camp, um uns doch noch Feuerholz zu besorgen, damit wir mal ein schönes Lagerfeuer machen können. Ganz aufgeregt kommen sie zurück, und ich brauche eine Weile, bis ich kapiere, was sie denn so Aufregendes gesehen haben:
Kurz danach taucht er auch bei uns auf – aber Benni ist wohl so begeistert, dass das erst mal mit den Fotos nix wird:
Habt Ihr’s trotzdem erkannt? Ja, den Honigdachs hatten wir ja nun schon gesehen – der brauchte uns ja nicht mehr besuchen! Dafür bekamen wir Besuch von einem sehr hübschen und gar nicht scheuen Civet! Benni läßt nicht locker, und so sind ihm in der Dunkelheit dann doch noch einige Fotos gelungen!
Das liegt u.a. daran, dass der kleine Kerl schon recht aufdringlich ist, und sehr forsch auf uns zu kommt – bis auf 2m kommt er an uns heran und sucht (vergebens) nach Essensresten! Die Kinder identifizieren ihn als „African Civet“ oder auch „Civettictis civetta“ (für die, die sich in Latein ein bisschen übern wollen…).
Die Nachbarn haben ihn auch gesehen, das freut uns alle! Nun sitzen wir gemeinsam mit den Nachbarn noch bei uns ums schöne Lagerfeuer, und es gibt kreuz und quer, auch für die Kinder, sehr interessante Gespräche! Und zwischendurch kommt immer mal wieder der Civet angeschlichen, bis er es nach dem 3. oder 4. Versuch dann doch endlich aufgibt und in der Dunkelheit verschwindet.
Es ist so richtig rundum schön – genauso, wie man Campen in der Wildnis mag: reiche Tageseindrücke, ein schönes knisterndes Lagerfeuer, zwischen den Baumkronen funkelt über uns der Sternenhimmel, wir befinden uns in netter Gesellschaft - und wir haben keine fies kichernden Hyänen im Rücken 😛 (ich hatte das mal vor langer Zeit in der Mara, und fand das irgendwann äußerst unangenehm… da man sich fragen musste, wann sie anfangen, einem die Pobacken an zu nagen).
Dickes Danke an alle, die uns South Gate empfohlen haben!!! (lillytrotter, Mabe, freshy, aos u.v.m.! Auch solche, die es mir „passiv“ über ihre Reiseberichte schmackhaft gemacht haben, wie Champagner, Guggu, LolaKatze u.a.!!!)
So will denn auch keiner so recht ins Bett gehen. Aber morgen wollen wir mit Sonnenaufgang ins Auto hopsen, und den Moremi in einer Runde über Third Bridge und Xakanaxa erkunden. Da werden wir den ganzen Tag brauchen, und außerdem wollen wir auch die frühen Morgenstunden für Tierbeobachtungen nutzen. Also muß auch das schönste Lagerfeuer irgendwann mal ein Ende haben! 😵 So wünsche ich Euch allen eine Gute Nacht! Und: schlaft recht schön, im Feuer-Schein!
(Ich habe das gestern Abend geschrieben, konnte es dann aber nicht mehr mit den Bildern einstellen.)
Teil 5709. Juni 2018
freshy, die ein Gewitter aus dem Garten verjagt hat.
Haha! Als ich das las, stellte ich mir bildlich vor, wie Du mit fiesem Gesicht und einem Besen in der Hand raus in den Garten rennst - und sich die tiefgraue Wolke daraufhin eiligst woanders hin verzog! 😄 😄 😎
Danke Euch allen! Schön, dass ich Euch mit der Zibetkatze auch eine Freude machen konnte! Ja, die hatten wir auch noch nie gesehen - und auch gar nicht erwartet! So wird man immer wieder in der Natur überrascht!
Fortsetzung ist zwar in Arbeit, wird aber vermutlich noch eine Weile dauern, bis sie "einstellfähig" ist....
Teil 5809. Juni 2018
Und danke, Thomas und Karsten, dass Ihr mir das mit den Hyänen am South Gate Camp Site erst jetzt gesagt habt! 😵 🙄 So konnte ich es dort etwas entspannter genießen! 😄
Bei uns schlich sie nicht nur ums Lagerfeuer, sondern versuchte auch, in unser Bodenzelt zu kommen - wie auch bei unseren Camping-Nachbarn.
Insbesondere DAS hätte ich nicht gebraucht!!! Und ich habe ja schon in Deinem Reisebericht, Karsten, nach diesem Ereignis gesucht, aber auf die Schnelle noch nicht finden können. Weil ich wisse wollte, wie Ihr sie losgeworden seid! Mir würde da vermutlich ein beherzter Faustschlag ins Gesicht entfleuchen - aber ob das hilft????
Teil 5909. Juni 2018
von Maun nach South Gate/Black Pools - Tierstatistik
Diesmal überlasse ich es Euch selbst, Euch durch Tabeas Aufzeichnungen zu wühlen! 🤨 Das war mir irgendwie zu anstrengend, hier klar zu kriegen, wieviel von welchen Tieren das nun waren! 🙄 Mal sehen, ob Ihr besser durchsteigt als ich:
Wirkt sehr viel chaotischer, dieser Aufschrieb, als das Mädchen sonst ist.... 😏 Die Elefanten gehören hier schon hin an diesen Tag - sie waren, wie berichtet, alle auf der Strecke vor dem Gate in den Moremi.
Schönen Abendwünsche ich euch allen! Antje
P.S.: "Hupp-Hupp" hat Benni herausgefunden, was das sein soll: nämlich "Whoop-whoop" - also Wiederhopf! 😄
Teil 6011. Juni 2018
Stefanie: nein, ich meinte nicht, dass der Salbei "stinkt", aber er hat schon einen markanten, eigenartigen Geruch! 😕 Danke Euch allen - aber nun lasse ich Euch mit der Moremi-Fortsetzung noch etwa zappeln, da ich in den letzten Tagen noch manch andere Gedanken zu Papier gebracht habe, und die hier erst mal zwischenschieben werde. Ich hoffe, das nervt nicht!? Und danach geht's auch wieder weiter mit den Tieren! Ich arbeite schon dran... 😉