Was habt Ihr für fabelhafte, phantasievolle, begabte Kinder! Bestimmt hört man von ihnen nie: MIR IST SOOO LANGWEILIG!
Danke! In der Tat hören wir diesen Satz selten - aber es gibt ihn auch bei uns 😉 Ich habe es an unsere Kinder weiter gegeben!
Alle, aber auch alle Fotos, die sie geknipst haben, müssen hier reingestellt werden.
Da sagte selbst Benni: Na, das will sie nicht wirklich - das wären ca. 2000.... 🙄 Ich kann auch nicht kenntzeichnen, wer welche geknipst hat (da die beiden Fotoapparate durch alle 6 (bzw. 12) Hände gingen unterwegs....) - nur manchmal weiß ich das, Aber die Fledermaus UND die Libelle stammen beide von Joel! Und inzwischen habe ich ja auch heraus gefunden, wie man schiefen Horizont gerade rückt....
Fortsetzung ist in Arbeit! Versprochen! Antje
Teil 2227. Apr. 2018
02.04.2018 – Chobe zu Wasser: Nach dieser Mittagspause im Senyati Camp freuen wir uns nun auf ein so ganz andres Erlebnis – vom Boot aus! Wir haben eigentlich noch nie solche Bootstouren gemacht, auch nicht hier in Malawi, wo man im Liwonde Park auf dem Shire River mit dem Boot zwischen Elefanten Hippos und Krokodilen herum fahren kann. Ein bisschen muss ich gestehen, hatte ich davor immer etwas Schiss (man sieht ja nicht alle Hippos – es kann ja auch mal eines unter einem sein???) – wobei ich feststellen muß, dass ich da in mir selbst inkongruent bin, denn früher in Kenya sind wir als Teenager auch oft auf dem Naivasha See alleine mit Ruderbooten unterwegs gewesen – obwohl neben der Anlegestelle nachts die Hippos aus dem Wasser kamen und um unsere Zelte grasten. Ich weiß nicht – vielleicht werde ich auch einfach nur alt? Nachdem uns aber so viele von einer Bootstour auf dem Chobe vorgeschwärmt haben (auch Freunde hier in Malawi), und ich mir vor Augen hielt, dass wir auf dieser Tour ständig nur Auto fahren werden, hatte ich nochmal Infos eingeholt. 50 Dollar pro Person, das war erst mal das, was ich finden konnte – und damit war das Thema dann auch schnell wieder abgehakt! Als ich dann die Buchungsbestätigung vom Mwandi View bekam, und las, dass man auch über sie Chobe-Boots-Touren buchen kann, für 30 Dollar pro Person, habe ich dort einfach mal angefragt, ob die Kinder den vollen Preis zahlen, oder was sie mir anbieten könnte? Umgehend kam ein Angebot für 1200 Pula (also ca. 120 Dollar) für uns alle mit einem „eigenen Boot und guide“ für 3 h. Da haben wir dann nicht lange gefackelt und gesagt: neben allem campen und sparen, wo wir nur können: DAS leisten wir uns jetzt!
Mittlerweile freuen wir uns alle also sehr auf diese Tour! Zwar sind wir nach diesem Morgen etwas ernüchtert, und haben unsere Erwartungen ziemlich runter geschraubt – doch alleine das kann ja manchmal schon der Schlüssel zu Überraschungen sein! Und neben 3 wundervollen Stunden an der frischen Luft gab es dann sogar noch einen unerwarteten Abschluß!
Wir fahren also auf ca. 13.30 nach Kasane und haben inzwischen Hunger auf den KFC (ab und zu mal kann auch fast food erfreuen!) – da hat der doch tatsächlich heute geschlossen!!! Volker und ich hatten gestern (Ostersonntag!) extra geschaut, und da war er offen gewesen! Heute aber haben sie beschlossen, irgendetwas zu renovieren! Im Vorbeifahren war uns noch der „Nando’s“ bei shoprite aufgefallen, und da geht es nun hin, und wir alle finden, das das Essen sehr lecker schmeckt! Wir gucken zum Fenster raus auf den Parkplatz, um BG nicht zu verpassen. Dem habe ich ausrichten lassen, dass er nach einem weißen Landcruiser mit malawischem Nummernschild suchen möge (letzteres ist ja eine Seltenheit in Botswana!). Ziemlich pünktlich um 2:30 geht ein Mann zielgerichtet zu unserem Auto und legt dort einen Stapel Papiere und ein Fernglas auf der Kühlerhaube ab, guckt sich um, entdeckt uns durch die Scheibe, winkt uns zu und gesellt sich zu uns! Das ist von Anfang an eine sehr angenehme Begegnung, und auch die Bootsfahrt bestätigt, dass zwischen uns die Chemie stimmt – das ist klasse!
BG ist aufgeschlossen, ziemlich lustig, und hat gleichzeitig auch fundiertes Wissen zu bieten. Er sagt, er habe uns heute vormittag in der Nähe des Ihaha Camps bereits erkannt, als er mit der Gruppe von Mwandi View unterwegs war. Er habe das Auto gesehen, die Personen drin gezählt und sich gemerkt: das sind meine Leute für heute nachmittag! Er möchte, dass wir unser Auto sicher parken (und da, wo er sein Boot her holt, wäre das nicht der Fall), wir sollten es an der Chobe Safari Lodge parken. Er könne ein Kind schon mal mitnehmen und uns andere dann mit dem Boot dort abholen. Nun schreit natürlich jeder „Ich!“ – aber BG hat gar kein Problem damit, gleich alle 4 mitzunehmen. So ziehen sie los, und Volker und ich parken das Auto an der Loge. Beim Durch-die-Lodge-laufen fühlen wir uns völlig fehl am Platz – auch wenn wir sie schön gestaltet finden. Irgendwie doch eine komplett andere Welt als Camping Plätze! Da kommt er aber auch schon mit den Kindern im Boot angedüst – das Leuchten in den Augen der Kinder verrät, dass er ihnen wohl eine kleine Spritztour gegönnt und voll speed gegeben hat….
Dann geht es raus auf’s Wasser, um Sedudu Island herum, an Seerosen vorbei (manche Blüten sind am hell lichten Tag geschlossen?), und durch weitere Wasserwege zwischen Schilf hindurch. Der Steuermann später im Okavango erklärt uns, dass es zwei Sorten Seerosen gibt. „Taglilien“, die tags ihre Blüten öffnen, und „Nachtlilien“, die sie am Tag geschlossen hätten. Das hatten wir auch noch nicht gewußt!
BG gibt uns eine Einführung in den Chobe River und über Sedudu Island – und den botswanisch-namibischen Streit um diese Insel. Bis dahin wußte ich noch nicht, dass Grenzen in Wasserwegen dort festgelegt werden, wo es am tiefsten ist – und seit das für die Gewässer um Sedudu Island am Gerichtshof in Arusha geklärt wurde, steckt die botswanische Flagge mit Recht dort, wo sie steht. Dennoch haben wohl Botswana und Namibia gemeinsam beschlossen, dass die Wasserwege im Sinne eines „Transfrontier Parks“ von beiden Staaten genutzt werden würden, weshalb hier Touristenboote von beiden Ländern aus verkehren. Wir fragen ihn nach ihren Tiersichtungen heute morgen, und er antwortet auch: „Ah, very disappointing! Nothing special…..“. Wir: „,Mainly Impalas, isn’t it?“, und er lacht: „Yes! They are like cockroaches here!”. Man merkt ihm an, dass er auch gerne viele verschiedene Tiere sieht, auch wenn er tagtäglich in den Parks unterwegs ist. So sitzen wir also wirklich „im selben Boot“ – einen etwas enttäuschten Vormittag hinter uns, leise Hoffnungen, aber doch keine zu hohen Erwartungen mehr für die nächsten 3 Stunden. “But Safari is like a gamble: you win, you lose, you never know what is going to happen!”
Gleich zu Anfang positionieren sich einige African Darter:
Und es dauert nicht lange, da entdecken wir am Ufer ein ungewöhnliches Duo: ein kleines Krokodil und einen Kudu-Bock:
Benni sitzt ganz vorne im Bug, und fühlt sich auf einmal nicht mehr so wohl, als BG das Boot recht nahe heran steuert. BG bemerkt das und sagt lachend: „This one is from China! It’s made from plastic!“ Jaja, auch wenn es so regungslos da liegt, wissen wir, dass mit diesen Genossen nicht zu spaßen ist! Ein paar Meter von ihm entfernt steht der stattliche Kudu-Herr und scheint sich nicht an dem Krokodil zu stören. Allerdings ist das Croc auch recht klein, und BG meint, es sähe satt gefressen aus.
Nach einer ganzen Weile bewegt es sich jedoch einmal kurz, und der Kudu-Bock macht sofort einen Satz zur Seite. Auch Benni springt zur Seite, und möchte nun nicht mehr vorne sitzen…. BG: “Don’t worry! I was just using my remote!“
Kurz darauf flitzt es erstaunlich schnell ins Wasser (Richtung unser Boot), und Benni will jetzt nur noch weg…. Aber es sind ihm bei dieser Nähe doch einige Fotos gelungen!
Für die "Kinder-Foto-Befürworter": Diese Fotos sind fast ausschließlich alle von Benni (nur 2 Kudu-Bilder sind von Papa geschossen)
Teil 2328. Apr. 2018
Fortsetzung 02.04.2018 - Chobe zu Wasser: Beim nächsten Krokodil, das dem Benni einfach zu nahe ist, meint BG: „Come on, BJ“ (ihm gefällt es, von „BG and BJ zu“ reden) – „Be a man!“. Daraufhin mengt sich Volker ein und meint mit bedenklichem Ton: “Now that’s a dangerous sentence! A very dangerous sentence….“, und es entwickelt sich eine interessante Unterhaltung über „Bilder“, die wir in uns tragen, und die nicht hilfreich sind, und darüber, was Mann-sein bedeutet, und ob es nicht mehr mit verantwortlichem Handeln, als mit „keine Angst zeigen“ zu tun hat?
Wir flitzen weiter über’s Wasser, was wir alle, aber insbesondere die Kinder bei diesem Wetter herrlich finden, und freuen uns an vielen verschiedenen Vögeln, darunter v.a. die Kormorane – sowohl der „African Darter“ (auch „Snake Bird“ genannt, da er wie eine Schlange aussieht, wenn er nach Fischen im Wasser jagt), als auch der kleinere „Reed Cormoran“.
Ferner Lillytrotter (oft als „Jesus-Bird“ bezeichnet, weil er auf Wasser zu gehen scheinen), diverse Reiher, Hammerkopf, Bee Eater u.v.m.
Und dann sitzt auch ein African Fish Eagle im Baum! Sein Schrei ist unverwechselbar, und wir werden ihn in den kommenden Tagen (auch im Moremi) noch öfter hören.
Als wir diesen beobachten, sehen die Kinder auf der anderen Seite des Bootes noch einen African Darter, der gerade einen Fisch fängt und rufen das begeistert aus! BG’s Kommentar dazu: „Oh, great! At least you have seen a kill!!!“ 😛
Bald begegnen wir einer große Hippofamilie, und Tabea hat Schwierigkeiten mit dem Zählern, da immer wieder welche unter Wasser verschwinden und woanders einige auftauchen! Hier wird die Statistik am Ende wohl mit Schätzwerten zurecht kommen müssen!
Mehrmals treffen wir am Ufer noch Krokodile, darunter auch stattlichere Exemplare. Hin und wieder rätseln wir aus der Ferne, ob es ein „crocodile“ oder ein „log“ ist. BG: „If you think it’s a log, but then it’s a logodile – you can be gone quickly!” Seit dem gibt es im Wortschatz unserer Familie auch das Wort “Logodile”.
Zwischendurch erläutert BG auch dies und das über Botswana, u.a. die Farben der Flagge – das hatte Joel nun gar nicht in seinem Werk über Botswana drin, das müsste man fast nach tragen: die blauen Streifen für Himmel und Wasser, und die weißen und den dicken schwarzen Streifen für die Hautfarbe der Menschen „Because we are a multi-racial country!“. Wir unterhalten uns noch ein wenig über diverse Ethnien und lernen endlich zu unserem bisher einzigen Wort in Setswana (der Begrüßungsformel „Dumela“ – weiter waren wir in der Vorbereitung nicht gekommen…) noch „Danke“ („Kialebora“ – wobei das „r“ ein anderer Laut ist, als uns bisher von Bantu-Sprachen bekannt ist). „Danke“ auf Setswana ist mir zu kompliziert, und ich merke mir dafür das Wort in BG‘s Stammessprache, der Subiya (da heißt es „Shangwe“). Interessant, wie Bantusprachen, die doch so viel gemeinsam haben (das Wort für „Büffel“ ist wiederum gleich wie im Kiswahili und Chichewa, „Nyati“), dann wiederum so völlig unterschiedliche Worte haben und auch ganz verschieden klingen können! Insgesamt redet BG sehr positiv über sein Land und die Menschen: „We have the spirit of humaity!“, und wenn man ihn so erlebt, fällt es einem nicht schwer, das zu glauben. Später sollten wir allerdings auch noch mit anderen Seiten botswanischer Menschen zu tun bekommen…. Es gibt eben in jedem Land solche und solche Menschen….
In der Abendsonne gehen Impalas, Lechwe-Antilopen und hier und da auch Kudus spazieren, und im Wasser fahren wir mehrmals zwischen Hippos hindurch.
BG hält von diesen größeren Abstand, da er sagt, dass diese sein Boot zerlegen können…. Wußt ich’s doch – das ganze ist nicht so risikoarm, wie mancher denkt! 🙄 😵 Ob er schon mal schlechte Erlebnisse mit Krokodilen oder Hippos vom Boot aus gehabt hätte, frage ich. Bisher nicht, sagt er. „But I cannot say it will never happen. With nature anything can happen!” Das ist immerhin eine ehrliche Antwort! „But in such a case, I will dive into the water and turn into a crocodile – or a logodile – and be safe”. “Or maybe into a BG-dile”, sage ich. Da lacht er sich halb schlapp und meint :”That’s a good one! Haha! That’s a new one!“, obwohl ich meinen Witz selber doch relativ flach finde.
Es ist eine wirklich schöne Tour! Elefanten hatten wir uns ja inzwischen eh schon abgeschminkt, und sind an dieser Stelle von daher nicht enttäuscht. Wir sehen recht viele Tiere, und das besondere Erlebnis, auf dem Wasser zu sein, anstatt immer nur im Auto zu sitzen, ist fast euphorisierend!
Dann wird es langsam Zeit zum umkehren – wir sind jetzt ca. 2 ½ Stunden flussaufwärts gefahren, und sollten in ca. ½ h wieder an Land sein.
Aber da gibt es zum Abschluß noch eine unerwartete Überraschung: zwei kleine Boote stehen nahe am Ufer und schauen in eine recht grün bewachsene Böschung. Wir denken alle das selbe: „Irgendetwas muss es da zu sehen geben!“, und BG steuert das Boot zu den anderen. Und tatsächlich! Da sucht sich eine Löwin den Weg durch das Dickicht nach oben!
Fast verschwindet sie wieder im Gebüsch (oder auch „Gestrüpp“, wenn man mich fragt), und wir denken schon: „Das war’s wohl gewesen!“, als sie weiter oben wieder hinter einem Busch hervor kommt und sich auf einen Felsvorsprung stellt! Ihr goldenes Fell leuchtet in der Abendsonne, und sie steht dort oben wie „Lion King“!!!
Dann wendet sie ihren Kopf in die Richtung, aus der sie kam, und schaut unablässig dort hin. Wir folgen ihrem Blick und – da kommt eine zweite Löwin hinter einem Baum hervor und nimmt den selben Weg wie ihre Kumpanin.
Eine ganze Zeit lange bescheren diese beiden uns dieses fast märchenhafte Schauspiel – ein wahrer „Sun Downer“!
Kurz nachdem die zweite oben angekommen ist, verschwinden sie gemeinsam im Gebüsch und wir treten die Rückfahrt an. Nun zeigt BG, was das kleine Boot noch so auf dem Kasten hat, und wir flitzen übers Wasser! Der Wind weht durch die Haare, die goldene Sonne kündigt das Ende des Tages an, und wir genießen nochmal, ohne Fensterscheiben und Gehoppel die Natur um uns herum wahr nehmen zu können.
Dann gibt es sogar nochmal ein „Verabschiedungs-Krokodil“. Dieses ist ein ziemlich großes Exemplar, doch inzwischen ist Benni tatsächlich entspannter geworden, und BG sagt anerkennend: „Ahhh – BJ, the corcodile man!“ 😎
BG kann auch richtig gut Boot fahren! Es sind jetzt sehr viele Boote unterschiedlicher Größe unterwegs Richtung Anlegestellen.
Wir treffen immer wieder auch uns nun schon „Bekannte“, deren Steuermann offenbar gut Freund mit BG ist, und sie liefern sich ein kleines Rennen! Das gefällt den Kindern natürlich gut – und von ihnen angespornt gefällt es BG auch noch besser! Eine Weile düsen wir im Kielwasser eines anderen Bootes, dann lenkt er uns geschickt über die Wellen und überholt. Die Kinder jauchzen! 🤩 🤩 🤩 🤩
BG ruft einigen seiner Kollegen zu, wir hätten eben noch Löwen gesehen! Die antworten ihm alle: „Du lügst! Das kann nicht sein!“ Nun, safari is like a gamble – you never know what happens! Und manchmal hat man eben auch unverschämtes Glück!!! 🙂
Teil 2403. Mai 2018
Nochmal Senyati Safari Camp Nach diesem wunderschönen und so ganz anderen Nachmittag fahren wir ziemlich fröhlich zurück ins Camp.
Tabeas Statistik gibt die heutige „Ausbeute“ bekannt: Lechwe (male):1 - (female): 6 Waterbuck (Male): 1 Impala (male): 118 – female??? Kudu (male):1 – (female): 3 Giraffes: 13 Sable (male):1 Warthog: 7 Baboons: 55 Crocodiles: 5 Hippos: 36 (“Schätzwert” – schätze ich mal) Egyptian Geese: 10 Hornbills: 6 Lion (female): 2 Alle Angaben ohne Gewähr! Außerdem: es wurde ja auch nicht jede Spezies gezählt….
Die leise Hoffnung, dass ich an diesem Abend doch noch ein paar Elefanten ans Wasserloch anschleichen, erfüllt sich wieder nicht. Aber o.k. – wir hatten ja dennoch einen unverwechselbaren Tag gehabt!
Als die Kinder schon alle in ihren Zelten liegen, sitzen Volker und ich nochmal am Wasserloch, um dem Mondaufgang zuzusehen. Der kommt ja ca. 45 min später als am Tag davor – und dabei wird mir nochmal bewußt, dass es wirklich ein besonderes timing war, dass wir ihn gestern abend, ganz voll und noch dazu zu einer passenden Zeit (bevor alle im Bett waren) über dem Wasserloch haben aufgehe sehen! Ich werde nochmal neu dankbar dafür!
Dann höre ich ein Geräusch und bin mir ziemlich schnell sicher, dass eine Büffelherde am Herannahen ist! Und tatsächlich, da kommen sie! Dennoch – sie bleiben etwas entfernt im Dunkel, und man sieht nur die vielen leuchtenden Augen, wenn jemand sie mit einer Lampe anzustrahlen versucht, und hört Ihr Schnauben und Grasen. Schade – auch wenn man nicht viel sieht, hätte das die Kinder noch gefreut. Ich laufe nochmal zurück zu unseren Zelten – und wie ich mir gedacht hatte, waren die Jungs noch am Quatschen (Tabea schlief schon tief und fest). Also sage ich ihnen: „Büffel am Wasserloch!“ – und dann ziehen sie alle nochmal, in Schlafanzug und mit Taschenlampe, los. Meine „Speziellen Freunde“ bleiben weiterhin nicht sehr gut sichtbar, aber die Jungs freuen sich trotzdem an dieser seltsamen, friedlichen und zugleich etwas unheimlichen Atmosphäre. (Volker und ich hatten vor langer Zeit in Kenya diverse spezielle Erlebnisse mit Büffeln – und ich hatte schon immer eine extra Portion Respekt vor ihnen, weil sie als so unberechenbar gelten. Deshalb wird mein Mann mich für den Rest meines Lebens ein wenig damit aufziehen).
(Also, hier gibt’s leider kein Foto, aber Ihr könnt Euch ja ein paar funkelnde Augen in der Nacht denken, oder?)
Teil 2503. Mai 2018
Dienstag, 03.04.2018: Vom Senyati über Nata nach Gweta (Plante Baobab): Oder: Wie eine Theorie ins Wanken gerät! Wir stehen wieder kurz vor Sonnenaufgang auf, und die Kinder huschen zum wiederholten Male mit leiser Hoffnung zum Wasserloch. Resultat: Außer Spesen nix gewesen! Wobei, das ist nicht ganz fair: die diversen Vögel sind immer noch (oder wieder) dort, und die Sonne bietet unserem Benjamin immerhin so viel Morgentanz, dass er nicht aufhört, davon Bilder zu schießen:
Das Zelte Abbauen und Krempel verstauen ist zwar noch ausbaufähig, gelingt aber heute schon deutlich besser als im Eureka Camp, und hat auch bereits mehr von „Teamwork“. Das läßt ja hoffen! 😁 So geht es nach dem üblichen Müsli-Frühstück los gen Süden. Heute habe ich den Fahrersitz gebucht, und Volker hat sich ins Schlafabteil verzogen. Die Kinder sind fröhlich, und die Strecke gefällt uns – vermutlich weil es wieder etwas mehr Weite hat, und nicht ganz so dicht bewachsen ist. Außerdem genießen wir die Stille und „Leere“, und dass es nicht überall von Menschen wimmelt, so wie in Malawi.
Nach der ersten recht ereignislosen Fahrstunde entdecke ich 3 Giraffen! Doch da wir auf dieser guten Teerstraße schnell unterwegs sind, und auch keiner mit Erwartungshaltung raus geguckt hat, glaubt mir keiner. Außer Benni – der bezeugt, immerhin einen Kopf aus einem Busch herausragen gesehen zu haben. Nun sind alle wieder wach – und es gibt dann allerhand zu sehen: Impalas (wie könnte es auch anders sein!), ein paar Zebras, Affen – und dann auch ganz viele Strauße!
Hannes dazu: „ Das ist hier umgekehrt wie in Malawi: Dort sieht man die Tiere IM Park, und haufenweise Menschen sonst wo. In Botswana sieht man die Menschen (Touristen) IM Park, und die Tiere AUßERHALB der Parks!“ 😏
Tja, und was glaubt Ihr wohl, was es sonst noch reichlich zu sehen gibt? Na klar – Elefantenböller! Sämtlicher „Frischegrade“! Neben der Straße, und auf der Straße – jedenfalls so ziemlich PERMANENT! Ich kann es kaum glauben, dass die wirklich über mehrere hundert Kilometer so aufdringlich vor unserer Nase verstreut sind, und wir immer noch keine Elefanten sehen! Das läßt schon fast eine Verschwörung vermuten! Oder eben: ich sag’s doch: Ranger, die die verteilen…. Volker bemerkt zwischendurch (als es mal paar Schlaglöcher gibt): „Die hätten ja wenigstens besser zielen können und die IN die Löcher machen können – anstatt daneben!“
Es ist schön warm, und immer wieder flimmert die Luft auf der Straße und am Horizont, und die Kinder sind fasziniert von diesen Fata Morganas! Prompt beglücken sie uns mit einem Lied der österreichischen Band „EAV“ (Erste Allgemeine Verunsicherung), die sie neulich mal auf einer Kassette unter meinen alten Schätzen gefunden haben: „Wie eine Fata Morgana! So nah und doch so fern! Wie eine Fata Morgana! Abracadabra - und sie war nicht mehr da!“ Und Schwupps! War sie verschwunden! Deshalb könnt Ihr sie auf dem Foto ja auch nicht sehen! 😄
Der Vet Fence bringt dann nochmal etwas Unterbrechung in diese dennoch etwas eintönige Fahrerei. Da Ihr mich ja zu Genüge gewarnt hattet, hatten wir auch nicht reichlich Gemüse oder Fleisch in Kasane eingekauft. Nun, die Leute vor uns wurden ziemlich auseinander genommen: mehrere Kühlboxen wurden in extenso untersucht –und darauf hatte ich nun wirklich keine Lust! Ich hatte zwar fast nichts drin, insofern wäre das egal gewesen. Aber diese Ausräumerei nervt einfach, zumal diese Kühlbox hinter der Mittelbank unter der Matratze untergebracht ist, und von daher eigentlich nur vom Fachmann (bzw. der Fachfrau, in diesem Falle ich) zu erreichen ist. Und dann auch nur grad so: Deckel auf, Zeug rein oder raus, Deckel zu! Aber: das Glück war uns Hold! Und während meine Familie brav ihre Schlappen über die vom Desinfektionsmittel getränkten Lappen zieht, hole ich eine Packung Brötchen aus meiner Kühlbox und winke dem Kontrolleur damit mit einem Lächeln zu, das er ebenso lächelnd erwidert: Thumbs up und „Oh, that’s o.k!“. Damit sind wir flink durch – und schnorpsen bald von meinem Tagesproviant an Äpfeln und Karotten aus meinen Tupperdosen unter der Mittelbank….. Die waren eh bis Gweta verzehrt und konnten sicher keinen mit irgendwas (nicht Vorhandenem) anstecken….
Da wir auf "maps.me" gesehen habe, dass das „Elephant’s Sands“ nur ca. 2 km von der Straße entfernt liegt, entscheiden wir, noch diesen kleinen Abstecher zu machen und es uns anzuschauen: damit wir sehen, was uns nun entgeht, nachdem wir dort keine Nacht mehr untergebracht haben. Die Kinder murren ein wenig: „Was wollen wir denn da?“. Ich: „Na, die Elefanten angucken!“ (die ich dort, jetzt um 12 Uhr mittag, eh nicht erwarte…), und so verbessere ich mich schnell: „Also, ich meine natürlich: ElefantenBÖLLER angucken… zur Abwechslung mal…“. Doch Volker spricht aus, was ich eigentlich denke: „Oder auch: den Sand angucken!“ 🤨
Elephant Sand’s: ja, ich kann die Beurteilung mancher verstehen, dass es hier zu „rummelig“ zugeht. Zumindest läßt sich das auch mittags um 12 erahnen. Wir finden dennoch, dass es eigentlich recht schön und sinnvoll angelegt ist, und für eine Übernachtung auf dem Wege würden wir hier „einkehren“.
Das war diesmal wirklich ein schneller Abstecher – und wir haben ausreichend Böller und Sand angeguckt! 🤩
Kaum wieder auf der Teerstraße, passiert dann doch das Unglaubliche: Volker ruft: „Elefant!!! Links im Gebüsch!“, und ich muss einiges zurück fahren. Tatsächlich! Da steht er! Leibhaftig, ganz in echt, nicht nur seine Hinterlassenschaften! Es ist ja nicht so, dass wir noch nie Elefanten gesehen hätten, aber Ihr wißt ja – nach den vergangenen Tagen und der (falsche) Erwartungshaltung ist dies doch eine sehr willkommene Überraschung! Auch wenn er noch relativ weit weg ist, freuen wir uns alle sehr daran! Und meine Theorie über die Hinterlassenschaften der Elis bekommt erste Risse….
Dann geht es eine ganze Weile auf den letzten 50 km bis Nata ständig so weiter: den nächsten Elefant melde ich, da ich ja vorne raus gucke – er steht direkt an der Straße!
Bis wir aber anhalten, hat er sich schon ziemlich weit ins Gebüsch verzogen. Aber da entdecken wir eine ganze Herde, doch die Fotoversuche vom Dach unseres Cruisers sind wegen des Gebüschs nicht so sehr erfolgreich (Ahhhh! immerzu dieses Gestrüpp! Manchmal sehne ich mich doch nach den Weiten der Mara!)
Hui! Wie weiß du hier noch bist, Rafiki! Fällt mir gerade so auf...
Meine Theorie bekommt GROßE SPALTEN!
Teil 2604. Mai 2018
Fortsetzung Dienstag, 03.04.2018: Vom Senyati über Nata nach Gweta (Planet Baobab): Oder: Wie eine Theorie ins Wanken gerät!
Nun ist es ja gar nicht mehr so weit bis Nata, aber wir treffen noch mehrmals Elefanten am Straßenrand! Besonders schön ist eine Herde an einem Wasserloch – und nun müßt Ihr durch einige wenige von Bennis unzähligen Bildern durch:
„Mein Ohr juckt so!!!“
Noch einmal von rechts.. und von links… und einmal in klein, und einmal in groß, dann mal fressend und mal trinkend,
mal trompetend, und mal tanzend….
Und diese beiden Bullen haben sich nicht wirklich gut vertragen:
Ach, und der hier ist doch auch noch ein hübsches Exemplar:
Meine Theorie ist nun eindeutig nicht mehr haltbar und muß revidiert werden: Es GIBT Elefanten in Botswana – und zwar ziemlich viele!
Zwischendrin auch immer wieder Fata Moraganas (oder was ist das Plural? Fati Morgani?)
Da werden wir immer wieder mit dem Lied beglückt – und die andere Variante heißt: „Wie eine Fata Morgana! So nah und doch so fern! Wie eine Fata Morgana! Abricadabri – und fort war sie!“
Dann rollen wir auch schon in Nata ein – und sind dann doch etwas überrascht, dass dieser Ort bereits zuende ist, als wir meinen, dass wir gerademal die „Innenstadt“ erreicht hätten! Der einzige ATM funktioniert nicht, aber wir können immerhin im "Choppies“ noch ein paar Lebensmittel kaufen, die uns bis Maun über Wasser halten sollen.
Auf dem Parkplatz dort stehen in einer Pfütze zwei Pferde, und die Kinder sind außer sich, als Leute mit Steinen nach ihnen werfen, so wie man in Afrika sonst Hunde behandelt! „Mama, wir müssen sie mitnehmen! Die armen Pferde! Bitte!“. Ja, selbstverständlich! Hinten ins Schlafabteil, und das Zelt dürfen sie natürlich auch mit mir teilen 🤩 – oder wolltet Ihr mit Pferdeanhänger durch den Moremi fahren? Da würden wir immerhin vermutlich Pionierarbeit leisten! (und noch ein paarmal öfter stecken bleiben…)
Ach, und ich muß hier zwischendurch eben mal eine kleine Korrektur einschieben: Benni liest fleißig, was ich geschrieben habe (neben anderen Reiseberichten im Forum, die er geradezu verschlingt, und demnach hat er bereits 5 neue Ziele und Routen für uns geplant!), und er sagte dieser Tage korrigierend zu mir: „Mama, ich hab gar nicht gesagt „Intelligence is the ability to adapt to change“. Ich habe gesagt: “According to Albert Einstein intelligence is the ability to adapt to change!" DER hat das nämlich angeblich gesagt!”. Also, bitte nehmt das wahr! Denn: das relativiert diese Aussage natürlich immens!!!!
Jetzt haben wir noch die ca. 90 km bis Planet Baobab vor uns, und die Landschaft ändert sich drastisch: Rechts und links von uns ist alles überschwemmt!
Hin und wieder sieht es auch mal nach „festem Boden“ aus, aber das wird schon bald wieder abgelöst von unter Wasser stehenden Bäumen!
Mein Gedanke im Hinterkopf, im Planet Baobab noch zu fragen, ob wir evtl. am nächsten Morgen auf die Ntetwe Pan fahren und die Erdmännchen besuchen können, schminke ich mir hiermit endgültig ab! Da müssen wir wohl doch in der Trockenzeit nochmal wieder kommen! Übrigens konnte ich weder durch google noch durchs Forum herausfinden, ob man auch als Selbstfahrer zu den Erdmännchen kommen kann, oder ob das nur über gebuchte teure „safaris“ möglich ist? Hab ich da die falschen Stichworte eingegeben, oder warum habe ich das nicht herausfinden können?
Wir sehen viele Kühe, Schafe, hin und wieder Srauße und auch immer wieder viele Pferde. Das finden die Kinder toll, und es wird fleißig darüber diskutiert, ob das Wildpferde sind, oder ob sie jemandem gehören? Die Rezeptionistin im Planet Baobab gibt ihnen darauf dann die ernüchternde Antwort, dass die Pferde genauso wie die Kühe, Ziegen und Schafe alle jemandem gehören, und sie sich sicher keines einfangen können….
Wir saugen die so ganz andere Landschaft in uns ein, und versuchen, ein bisschen mehr Gespür für dieses uns noch recht fremde Land zu bekommen. Die wenigen armseligen Hütten, die man ganz selten mal sieht, lassen dann doch vermuten, dass es auch in Botswana ein starkes „Arm-Reich-Gefälle“ gibt!? Was sagen die Botswana-Experten dazu?
Dann sehen wir DAS hier- und sind also fast am heutigen Ziel!
Lustig – wie kommen die auf diesen Planeten? Er erinnert mich sofort an den „Kleinen Prinzen“, der vergessen hatte, die jungen Baobabs rechtzeitig auszureißen!
Und das Erdferkel können wir uns zunächst so gar nicht erklären, und kriegen keine rechte Verbindung hin.
Erst am nächsten Morgen, als ich gedankenverloren über die verschlungenen Wege im Planet Baobab flaniere, und nochmal über das Gespräch mit der Rezeptionistin, die eine Kalanga aus Gweta ist, siniere, kommt mir plötzlich die Lösung: Joel hat in seinem Botswana-Werk über „Totems“ geschrieben! Und das Erdferkel ist doch das Totem des Stammes der Bakalanga!!! Dem Volk, das durch die Kalahari eingewandert ist, und die deshalb eine enge Verbindung zu Erdferkeln haben! Wir konnten auch gar nicht herausfinden, ob diese Totems auch "plastisch" dargestellt werden (auf Schilden, Hauswänden, oder so), und fanden als einziges Bild nur winzige Steintier-Totems. Aber DAS hier ist doch mal ein stattliches Exemplar! (Allerdings wohl kaum von Einheimischen erstellt, sondern zu touristischen Zwecken entfremdet)
Im Planet Baobab kommen wir an und sind alle ganz angetan, wie schön und liebevoll das Ganze angelegt ist! Das fängt schon in der Rezeption an, und geht durch den Rest der Anlage weiter! Natürlich sind die Kinder ganz begeistert von dem großen, schönen Pool, und nachdem wir unseren zugewiesenen Camping Platz gefunden haben und es noch früh am Nachmittag ist, drehen wir es heute mal um: erst das Vergnügen (Pool), und dann die Arbeit (Zelte aufbauen)!
Teil 2705. Mai 2018
Danke Ihr Lieben! Es tut gut, zwischendurch mal ein feedback zu bekommen!
@Topobär: Danke für die Erdmännchen Infos! Ich hatte schon sowas vermutet (Guide Geheimnis usw...). Ich hatte nachgefragt bei der Gesellschaft, über die ich Planet Baobab gebucht habe (seltsamerweise war das ein Safari Unternehmen in Mozambik!). Die haben immer prompt und hilfreich geantwortet - aber zu den Erdmännchen haben sie mir nur ihre Tour für 100 Euro pro Person genannt.... da hab ich schon gedacht: die rücken nicht raus, dass man da auch selber hin fahren kann! Nun, vielleicht wird es noch ein anderes Mal Botswana geben - das weiß ich derzeit nicht. Auf jeden Fall würden mich die Pfannen in der Trockenzeit sehr reizen!
@Karsten:
ich bin richtig erleichtert, dass ihr doch noch Elefanten gesehen habt. Botswana ohne Elefanten - das geht gar nicht.
Danke für Dein Mitgefühl! 😉 Dann ist es mir ja doch gelungen, Euch ein wenig mit zittern und hoffen zu lassen, ob und wenn ja wann wir wo noch Elefanten sehen werden! 😐
Allerdings habe ich den Eindruck, dass sie (Eure Kinder) eine ungewöhnlich große Frustrationstoleranz haben.
Hmmm... Vielleicht lernt man das eben doch ein wenig, wenn man einen Teil seiner jungen Jahre auf diesem Kontinent verbringt! Ich bin auch nicht so leicht klein zu kriegen - und habe meine späte Kindheit und Teenagerzeit in Kenya verbracht. Man kann hier halt nicht immer alles und schon gar nicht sofort haben, Das bekommen unsere Kinder ja auch mit im Alltag hier! Sicherlich nicht schädlich, das früh zu lernen! 😎
@Freshy: Schön, dass wir Dir mit der Erdferkel-Erklärung noch was "Neues" bescheren konnten! Mit Deiner großen Erfahrung ist das ja nicht so leicht hin zu kriegen! 😁 Und: Du hast das so schön formuliert:
Botswana ohne Elefanten - das wäre wie Schwabenland ohne Maultaschen und Spätzle 😉 !
Volker und ich sind beide geborene Stuttgarter - aber nur "Neigschmeckte"! Doch schwäbisch genug, um zu wissen, was Maultaschen und Spätzle bedeuten! 😄
Eigentlich hatte ich erwartet, dass Reaktionen auf unsere beiden Löwinnen auf der Bootstour kommen - das scheint dann aber wohl doch nicht so ungewöhnlich zu sein!? Oder aber Ihr habt nun schon Tage lang mit uns gelitten wegen der fehlenden Elefanten!? 😵
Also keine Sorge: Ab nun begleiten uns die Elis treu für ziemlich lange Zeit weiter! 🙂
Teil 2805. Mai 2018
Hallo Mari, danke für Deinen Hinweis! Allerdings: Deutsche Missionare/Ärzte, die in Matema sind, kennen wir seid 30 Jahren - sind enge Freunde von uns. Ja, Matema ist wunderschön, wir waren schon oft dort, und unsere Kinder lieben es! (wir sind nie im BlueCanoe, sondern in den self Catering Cottages der Schweizer, aber Blue Canoe ist auch schön!). Und jetzt gibt's ja bald sogar eine Teerstraße dort!!!
Nee, wir sind schon lange über einen "Erstkontakt" hinaus - haben inzwischen zig Kontakte (mein Mann arbeitet hier mit einem CIM Vertrag an der Blantyre Uni...da kommen viele durch aus aller Herren Länder!). Aber das Verrückte ist: Viele Organisationen oder Partner-UNIs in USA oder UK usw., die wir angefragt haben, würden uns für das KH (das ist eine private UNI in TZ) Sachmittel bezahlen. Wir könnten sicher neue OP-Tische, KH-Betten, auch teure Röntgengeräte u.v.m. eintreiben. Aber PERSONAL Finanzierung gibt es kaum zu finden. Auch Forschungsprojekte werden gerne finanziert (und wir fragen uns zunehmend, was das bringt - wenn nicht mal die Basisversorgung läuft.....). Und die giz/CIM in TZ ist stur (nicht der richtige District usw....) . Inzwischen will man meinen Mann an ZWEI verschiedenen Stellen in TZ DRINGEND haben, zum "Basisiarbeit Chirurgie" und zur praktischen Ausbildung - aber keiner will eine Personalstelle finanzieren.... Wir sprechen auch Kiswahili (aber laut Dir ist Sprache ja nicht mehr so wichtig 😂) .
Nun, ich fange dennoch mal an, unsere Sachen zu packen. Da kommen wir ja so oder so nicht drum rum. ab und zu drücke ich mich dann drum und schreibe an meinem Bericht hier weiter! 🤩
Aber danke dass Du Dir Gedanken gemacht hast! Mal sehen, wie es weiter geht! Grüße, Antje
Teil 2905. Mai 2018
Karsten:
Löwinnen auf einer Bootstour sind nicht schlecht, aber KEINE Elefanten in Botswana - das ist die wahre Sensation!
😄 Hab ich gelacht! Dann hatten wir ja doch was "Sensationelles"! Gruß, Antje
Teil 3005. Mai 2018
Nachtrag zur FianzierungsFrage: Wir hatten auch schon mit der KFW Kontakt - 50 Mio für einen KH-Bau könnten wir da kriegen! Aber keine Personalfinanzierung ok. sehe ich bei der KFW ein. Will aber nur denn Widerspruch des ganzen darstellen: denn irgendjemand muss diese Gebäude ja auch mit LEBEN füllen! Leere Betonriesen gibt es in Afrika genug! Und selbst wenn wir ein KH aufbauen würden: man muss dann vor Ort sein, und selber muss man dann auch noch von irgendwas leben...? Tja, dafür gibt es derzeit noch keine Lösung. Antje
Teil 3106. Mai 2018
Das hat mir gut getan, so zwischendurch mal ein wenig mit Euch zu quasseln! Danke! Aber nun soll es auch mal wieder weitergehen!
Fortsetzung Planet Baobab 03.04.2018:
Hier gefällt es uns auf Anhieb so gut! Ich weiß nicht, wieso dieser Ort von vielen im Forum so wenig positive Beachtung findet? Es ist liebevoll und stilvoll angelegt. Hier hatte jemand einen Sinn dafür, wie man etwas passend in die Natur einschmiegt! Dass das Hauptgebäude (Restaurant) gerade das Grasdach neu gedeckt bekommt, stört uns nicht. Es gibt genug andere Ecken, wo man schön und gemütlich sitzen kann. Die Rezeptionistin ist ausgesprochen patent und freundlich, und wir unterhalten uns noch ein klein wenig mit ihr über Botswana. Es tut gut, mal botswanische Menschen zu treffen, und etwas mehr über sie zu erfahren! Sie ist eine bildhübsche Frau, und Ihr Gesicht strahlt Charakter und gleichzeitig Wärme aus!
Leider ist keiner von uns mit dem Fotoapparat herumspaziert, mit dem Ansinnen, das Ganze anderen zu zeigen. Deshalb gibt es davon kaum Bilder. Vermutlich haben wir es einfach genossen, dort zu SEIN, und nun müsst Ihr mit den paar „Zufallsprodukten“ zufrieden sein (Allerdings kennen viele meiner Leser den Ort ja – und die anderen müssen eben selber hin fahren! 😉 )
Der Campingplatz ist zwar im Gegensatz zum Rest der Anlage nicht sehr großzügig angelegt was den Platz betrifft, aber es passt schon. Eine kleine Rundhütte als Unterstand und eine Koch-/Grillstelle.
Zunächst vermisse ich einen Wasserhahn und finde das etwas umständlich, immer zu den Abolutions für Wasser zu laufen. Aber „immer“ kommt ja gar nicht so oft vor, wenn man mal ehrlich ist – wir kochen schließlich nicht die ganze Zeit! Zeitgleich mit uns treffen unsere unmittelbaren Nachbarn ein – ein „Südafrikanischer Konvoi“ von 3 Fahrzeugen mit 2 Anhängern - eine Großfamilie mit einigen recht kleinen Kindern. Wir stellen fest, dass sie auch im Senyati waren – und wir werden einander im Moremi dann noch öfter treffen! Sie sind jetzt nicht super gesprächig uns gegenüber, aber insgesamt sind es angenehme Leute. Auch sonst treffen wir immer wieder mal Südafrikaner, und wir müssen sagen, dass allesamt angenehme Begegnungen waren, und wir nichts von dem hier im Forum beschriebenen „rüpelhaften“ Verhalten dieser Menschen bestätigen können. Vielleicht liegt das auch an der Jahreszeit: es ist insgesamt wirklich nirgends überfüllt, und somit die Wahrscheinlichkeit wohl einfach geringer, unangenehme Leute oder einen erhöhten Lärmpegel neben sich zu haben.
Die Kinder sind entweder im Pool, oder pirschen mit den Kameras hinter Hornbills oder Frankolins her.
Erst beim anschauen dieser Bilder zu Hause fällt mir erstmals auf, wie der Hornbill auf dem Boden ja mit seinem ganzen Bein sitzt! Bis zum Ellbogen! Lustig!
Ein paar schöne Portraits sind Benni auch gelungen:
Hier sind es (im Gegensatz zum Chobe) wieder die Yellow-beaked Hornbills. Und sie sind ähnlich aufdringlich wie sonst Affen auf Campingplätzen!
....und haben dann auch hier und da ein Bröckelchen erwischt! Hier sogar mit einer Konkurrenz im Maul!
Ein paar der schönen dicken Baobas hat Benni auch fest gehalten!
Ich mag Baobas sehr, und vermisse sie hier in Malawi manchmal (hin und wieder findet man mal einen). In Südtanzania gibt es davon so viele, und ihre bizarren Formen sind einfach einzigartig!
Die kleinen Rundhütten, (nach der Art der hier ansässigen „Bakalanga“ gebaut), die man als Zimmer mieten kann, sind großzügig verteilt und mit verschlungenen Schotterwegen verbunden, die bei Dunkelheit von kleinen Lämpchen beleuchtet sind, welche eine gemütliche Stimmung erzeugen.
Der „Overlander-Campingplatz“ ist auf der anderen Seite der Anlage, so dass wohl selbst wenn hier lautere Horden ankämen, man nicht unmittelbar davon „überfallen wird“. Ein Bus trifft dort noch am Abend ein, und unsere neugierigen Kinder suchen sofort den Kontakt und finden diesen auch bei dem Fahrer: ganz begeistert erzählen sie uns, dass sie sich lange mit ihm unterhalten haben –dass er so ziemlich alle Parks von Kenya bis Südafrika kennt, und dass er ihnen auch noch das „Innenleben“ des Busses gezeigt habe! Sein Favorit unter den Nationalparks wäre übrigens der Moremi, weil es dort so viele Löwen gibt! Das steigert natürlich die Vorfreude! Allerdings, wenn ich jetzt im Rückblick so darüber nachdenke: ja, der Moremi im Okavangodelta ist schön, und vielleicht würde er mir in der Trockenzeit noch besser gefallen. Aber mein ganz persönlicher Favorit bleibt bisher der Ruaha Park in Süd-TZ. Ich liebe einfach diese rauhe Landschaft dort!
Vom wunderschönen Pool und den gemütlichen Sitzgelegenheiten drum herum hat keiner ein Bild gemacht! Und aus dem Internet stehlen mag ich nicht...
Rafiki muss nach dem Schwimmen als Wäscheständer herhalten:
Es tut uns einfach gut, mal etwas mehr Zeit zum Abhängen zu haben, und hier ist ein wirklich schöner Ort dafür! Abends auf dem Campingplatz machen Benni und Tabea noch eine „Sandmumie“ aus Joel – leider hab ich kein besseres Bild davon hingekriegt:
Da für den nächsten Tag die Fahrt durch Makgadikgadi NP bis zum Tiaan’s Camp geplant ist, und das ja keine so große Strecke ist (selbst mit extra Zeit für den Park gerechnet), planen wir einen gemütlichen Morgen - denn ganz früh im Park sein schaffen wir von hier aus ohnehin nicht. Da können wir lieber noch dieses hübsche Örtchen ein wenig genießen!
Teil 3208. Mai 2018
Viel interessanter fände ich, wie man so eine Mumie wieder entsandet...
Jaja, zuerst wollte ich aus eben diesem „sandigen“ Grunde das Fortschreiten dieser Aktion unterbinden – und dachte mir dann: Mama Spielverderber! Ich kann ihnen ja doch keine gute Alternative bieten, was sie in der Dunkelheit hier neben dem Zelt noch machen sollen. Sollen sie sich halt einsandeln…. Joel schläft ja eh nicht in meinem Zelt! 😄 Und sie haben tatsächlich OHNE meine Aufforderung noch geduscht danach (für eine sparsame Duschversion reichte das Wasser in den Abolutions aus), und die Kleidung mußte über Nacht auf Rafiki im Wind lüften!
Und nun helft mir mal – wie nennt man denn die „Abolutions“ auf Deutsch? „Dusch-und Toiletten-Block“? Sehr umständlich. Und dabei ärgere ich mich über die vielen Anglizismen, und benutze sie hier und da selber…. Schande auf mein Haupt!
Und wie nennt Ihr „ElefenatenBöller“? Die hießen bei uns so, seit ich denken kann. Ich kann leider nicht sagen, ob das schwäbisch (sicher nicht, denn im Schwabenland gibt es die ja gar nicht! Außer in der Wilhelma), hochdeutsch (wohl auch kaum das) oder eine innerfamiliäre Neuschöpfung ist…
Und wie ist nun die Mehrzahl von „Fata Morgana“? Wißt Ihr auch nicht, oder?
Tja, und mit dem Fuß, Bein oder was auch immer der Hornbills, da habe ich es auch nicht so genau genommen mit der Sprache…
Danke für Eure Nachsicht, und dass Ihr mich anscheinend trotzdem versteht!
Und danke auch an alle, die mit ihren Beiträgen manches weiter erhellen! Lillytrotter, Du redest hier doch gar nicht dazwischen! Danke für Deine Hinweise!
Und bevor wir nun weiter zum Boteti River fahren, muss ich erst noch die Bilder durchsehen...
Teil 3311. Mai 2018
Vielen Dank für Eure Beiträge zwischendurch! Danke Matthias, Friedrike, und schön, Sabine, dass Du auch dabei bist! Nun will ich mal weiter machen, damit wir endlich alle an den Boteti kommen! Da fanden wir es nämlich alle wunderschön!!! Fortsetzung in Kürze! Antje
P.S.: Nun habe ich für den Reisetag zwischen Senyati und Planet Baobab Tabeas Tier-Statistik unterschlagen!
Monkeys: 9 Ostrich (male): 4, (female): 19 Crows: 2 Reiher: 1 Elephants: 23 (ich meine, das ist untertrieben – aber vielleicht hat sie vor Begeisterung die Hälfte vergessen zu zählen!? 🤪 )
Anmerkung der Redaktion: Elefantenböller wurden nicht gezählt
Und die Pferde? Hat sie auch vor Bewunderung vergessen….
Teil 3411. Mai 2018
Mittwoch, 04.04.2018: Von Planet Baobab durch Makgadikgadi NP nach Tiaan’s Camp: Heute weckt uns kein Wecker. Wir stehen etwas später auf als sonst, bauen dann zuerst Zelte ab und frühstücken heute statt des üblichen Müslis mal Brötchen (die uns mit “thumbs up“ durch den vet fence gewunken wurden) - mit Schokocreme! Da lachen die Gemüter! Dann geht es nochmal in den Pool. Wir lassen Planet Baobab erst gegen 10:30 hinter uns, und winken noch einmal „dem kleinen Prinzen:
Ich vermute, dieses kleine Stück Sandpiste (parallel zur Teerstraße) ist wohl die alte Nata-Maun-Straße?
Es ist ein gemütliches Dahinsausen über die hier wieder recht gute Straße. Und zu wissen, dass wir in nur etwa einer Stunde am Phuduhudu Gate sein werden, entspannt. Außerdem haben wir die Straße ganz für uns alleine!
Am Gate lernen wir andere Südafrikaner kennen – ein etwas älteres Ehepaar mit Sohn und Schwiegertochter mit 2 Hilux. Mit diesen (mit den Leuten – nicht mit den Hilux!) kommt gleich ein sehr freundliches und beidseits interessiertes Gespräch zustande. Es sind ausgesprochen sympathische Menschen, und da sie gerade Savuti Road und Moremi hinter sich haben, bekommen wir Infos über die neuesten Wetternachrichten und Straßenzustände: „Oh, we‘ve had enough of MUD!!! The Savuti road was awful! Also Moremi – but while we were there it was raining cats and dogs – it should be better by the time you get there!”. Das deckt sich auch mit der Info, die Bele hier mal weitergab. Sie schrieb auf einem anderen thread:
Stand heute (30.03.) aus Khwai Village (Face): The roads are still flooded but not bad in Khwai. But the river crossings are still bad (I don't advise anyone to cross). I heard that Savuti roads are horrible. Khwai and Moremi roads are drivable.
Tja, April, April – der weiß nicht was er will, offensichtlich ist das auch in Botswana so! Aber möglicherweise haben wir Glück…. Wir finden noch heraus, dass wir einander abends wieder im Tiaan’s treffen werden – begegnen uns aber natürlich am Boteti dann noch mehrmals.
Hier im Makgadikgadi NP scheint es in letzter Zeit nicht so viel geregnet zu haben – der Kassierer weist uns darauf hin „deep sand“ und „strictly 4x4!“. Zunächst habe ich ein bißchen Fahrspaß – später darf Volker mal. Es ist tatsächlich recht tiefer Sand, nicht kritisch, aber doch so, dass ich später an einer Kreuzung, an der ich zu lange zögere (da uns nicht ganz klar ist, wo wir sind und wo wir hin wollen….) gleich mal festhänge. Aber es läßt sich noch mit rückwärts stoßen retten.
Von Joels und meinen Recherchen her müßten doch jetzt im April viele Gnus und Zebras hier sein – aber es ist weit und breit nichts zu sehen. Außer ein paar treuer Hornbills. Dann aber kommen wir an die Kante, wo man hinunter auf den Boteti schaut, und da wimmelt es nur so von Elefanten! Schööööön! Wirklich so schön! Die Landschaft, und die Elefanten!
Wir fahren ein bisschen hier und dort lang, und sind erst etwas verwirrt, weil die Wege nicht ganz zu der kleinen Karte passen, die man uns am gate gegeben hat. Dann schaue ich mal auf „maps.me“ nach und stelle fest, dass „maps.me“ tatsächlich fast jeden kleinen Schlenker-Weg drinne hat (und das passt auch mit der Wirklichkeit recht gut zusammen), während die Karte vom Gate diese alle außer Acht läßt! Von da an benutzen wir „maps.me“ öfter (v.a. auch im Moremi“), und wir müssen sagen: das ist genial! Wir wußten damit fast immer sehr genau, wo wir waren, und die Straßenverläufe stimmten ziemlich exakt!
Wir freuen uns so sehr an den vielen Elefanten, und wissen gar nicht, ob wir nach rechts oder nach links fahren sollen - es sind ja überall welche! Entschließen uns dann aber, dass wir erst noch weiter nach rechts (also weg vom Tiaan’s) zu den Hippo Pools wollen. Unterwegs ständig Elefanten!
Immer wieder nimmt einer ein ausgiebiges Schlammbad!
Manche stauben sich danach ordentlich ein!
Insgesamt scheinen die Elis hier auch relativ entspannt drauf zu sein, doch dieser hier mag uns irgendwie nicht so sehr….
…..und so machen wir die Mücke. Am Hippo Pool sind tatsächlich auch Hippos – allerdings recht weit weg und auch meist auf Tauchstation.
Wir freuen uns an den verschiedenen Vögeln, und dann auch besonders an zwei hübschen Kudu-Damen!
Die wunderschönen Roller begleiten uns auch die meiste Zeit
Und zwischendurch sitzt auch mal ein jemand anderes im Baum:
Teil 3516. Mai 2018
Fortsetzung Boteti River: Eigentlich wäre ein Bild von den Elefantenböllern ja schon längst fällig gewesen – aber erst hier am Boteti River fanden wir dieses besonders „verzierte“ Exemplar:
Von den Hippo Pools aus fahren wir mal wieder hoch und entfernen uns etwas vom Fluss, um noch eine etwas andere Strecke zu fahren – aber da wimmelt es auch von Elefanten, und sie sind gut im Gebüsch versteckt. Und überall verteilt. „Papa, da vorne rechts – vorsichtig!“. „Und hier links direkt neben uns!“, kommt die nächste Meldung. Dieses Gebüsch ist wirklich wieder mal unübersichtlich, und hoch genug, um die grauen Riesen gut zu tarnen! Wir fahren beherzt durch eine größere Herde hindurch, aber bald schon kommt die nächste. Zwei Elefanten versuchen wir im Auge zu behalten, da sie gerade von rechts in Richtung Straße vor uns laufen, und wir nicht hinter dem nächsten Busch mit ihnen kollidieren wollen. Sie bleiben dann aber genau auf der Straße stehen und mümmeln genüsslich an den Sträuchern. Eine ganze Weile stehen sie dort, und wir denken, sie müssten sich doch mal weiter bewegen – aber das scheinen sie derzeit nicht im Sinn zu haben!
Da kommt ein anderer Landcruiser hinter uns, und Volker fährt ins Gras neben die Straße, um ihm Platz zu machen. Neben uns hält er, und wir tauschen uns über über die Elis vor uns aus – und wer denn jetzt gerne vor fahre möchte? 🙄 😊 😗 Es ist ein Ehepaar aus Australien, und sie sind ausgesprochen nette und auch sehr lustige Leute! „Down by the river one of them was charging us“ – und an die Kinder gewandt: “…it was serious enough for me to wet my pants – so excuse the smell…”. So wie die grauen Freunde die Straße blockieren (und im Gebüsch weitere versteckt sind), will diesmal keiner von uns wirklich weiter fahren. Da ihnen der Busch dort sehr zu schmecken scheint, entschließen wir nach einer guten viertel Stunde gemeinsam mit den Australiern, umzudrehen und die nächste Straße wieder runter zum Fluß zu nehmen. Hier können wir die Elis nochmal mit mehr „Überblick“ genießen, während wir Richtung Tiaan’s am Fluß entlang fahren.
Das Wetter ist heute seltsam. Es ist ziemlich bewölkt, und für Bilder einfach keine so eine schöne Beleuchtung. Ob wohl doch noch Regen kommen wird?
Dieser hier scheint Rüsselgymnastik zu machen:
Ein anderer ebenfalls. Rüsselgymnastik scheint ein spezieller Sport unter den Boteti-Elefanten zu sein!?
Dann verabschieden wir uns von den Elis
Und die Elis verabschieden sich von uns:
Teil 3616. Mai 2018
Fortsetzung von der Fortsetzung 🤨 Boteti River: Ein Stück weiter entdecken wir doch tatsächlich noch EIN EINZIGES Connochaetus taurinus! Findet Ihr es?
Es war wohl zu einsam im großen Makgadikgadi NP, da hat es Zuflucht unter einer Kuhherde gesucht!
Blad darauf treffen wir am Khumanga Gate ein, wo wir noch unseren Eintritt zahlen müssen, da am Phuduhudu Gate der Zuständige ausgeflogen war… Anderen Reiseberichten nach scheint das dort öfter vor zu kommen….
Hier erfreuen uns mal wieder einige Sqiurrels, die um uns herum tanzen:
Und nun sind wir gespannt auf die kleine Fähre, von der wir schon so viel gehört und gelesen haben!
Teil 3717. Mai 2018
Fortsetzung Mittwoch 04.04.2018 Boteti Fähre: Es ist schon irgendwie seltsam, wenn man sich ausführlich auf solche Reisen vorbereitet hat, Reiseberichte gelesen, Bilder angeschaut, und sich immer wider versucht hat, an solche Orte selbst hinein zu versetzten – und dann steht man plötzlich selber dort!
Und irgendwie kommt es einem ganz bekannt und vertraut vor, und doch ist es neu.
Es bietet sich ein friedliches Bild – der Boteti weit von Seerosen überdeckt, und am gegenüberliegenden Ufer schlummert die kleine Mini-Fähre.
Kurz frage ich mich noch, ob wir uns die Nummer des Fährmanns hätten speichern sollen (das haben andere Reisende ja schon getan), dann verwerfe ich den Gedanken wieder, da unser Phone mit der botswanischen SIM-Card ja ohnehin nicht funktioniert. Na, dann sind wir mal gespannt, wie lange wir hier warten müssen! Kaum hatte ich diese Gedanken gedacht, da staunte ich nicht schlecht, als sich am anderen Ufer etwas bewegte – der Fährmann lief eilig zu seinem Ponton und war wenige Minuten später auch schon bei uns angelangt!
Dann ging alles so schnell, dass Mama als Fotograf schon fast zurück gelassen wurde! Auf jeden Fall bekam ich nasse Füße! Hier bewähren sich also wieder einmal meine Flipflops, die ich auf solchen Reisen eigentlich nur trage!
Das ganze Übersetzen ging so flott, dass ich hinterher fast etwas enttäuscht war, dass dieses „Highlight“ schon wieder vorüber war!
Unseren Kindern tut es sichtlich gut, sich mal wieder zu Fuß zu bewegen!
Wir winken dem freundlichen Fährmann und sind nun ganz gespannt auf das viel gepriesene Tiaan’s Camp!
Da Tiaan’s ja quasi schon in Sicht ist, läßt Papa sich auch ausnahmsweise drauf ein, unsere Kinder für das kleine Stück bis dort hin auf der BullBar sitzen zu lassen…
This made their day! Manchmal braucht es nicht viel, um Kinder glücklich zu machen!
Teil 3818. Mai 2018
Tiaan’s Camp am Boteti River, 04.04.2018: Remember: According to Albert Einstein, intelligence is the ability to adapt to change!
Tja, ich weiß gar nicht so recht, wie ich das jetzt hier beschreiben soll, ohne unfair zu werden. Ich hatte ja ganz am Anfang schon geschrieben, dass Tiaan’s unsere große Enttäuschung unter den Camps war. Andrerseits bleibt, dass viele hier im Forum ganz begeistert sind davon. Verbucht es unter unseren unterschiedlichen Geschmäckern, und unseren unterschiedlichen „Anforderungen“ an ein Camp!
Während ich dies hier schreibe, bereue ich, keine Bilder gemacht zu haben. Ich weiß auch gar nicht recht wieso? Vermutlich, weil wir alle einfach so enttäuscht waren, dass es in keinem von uns eine Regung nach der Kamera gab. Es tut mir leid, dass dieser Abschnitt damit leider etwas „trocken“ bleibt.
Bei Enttäuschungen spielen ja meist Erwartungen eine große Rolle. Was also hatten wir erwartet?
Wir wollten bei der vielen Fahrerei einfach mal einen Tag Pause einbauen. An einem schönen Ort, an dem man sich einfach wohl fühlt. Von manchen Bildern aus Reiseberichten träumte ich also von einem gemütlichen Plätzchen, von wo aus ich Elefanten und Zebras am Boteti betrachten konnte. Etwas, was auch unsere Kinder gerne ein ganze Weile lang tun können. Zwischendurch würden wir mal etwas Wäsche waschen, gemeinsam kochen, oder uns abends noch ein besonderes Essen im hübschen, gemütlichen Restaurant mit Blick auf den Boteti gönnen. 😘 Außerdem war es von den Fahrtagen her ungefähr „Halbzeit“, da bot sich das doch hier an! So hatten wir bereits 2 Nächte gebucht und bezahlt. Ob wir den freien Tag dann ganz im Tiaan’S verbringen würden, oder doch noch für ein paar Stunden nochmal in den Makgadikgadi Park fahren würden, wollten wir am nächsten Tag entscheiden.
Man sieht das Gebäude ja schon von der anderen Flußseite, kurz bevor man durch das Khunmanga Gate kommt. Schon da durchzuckte mich ein irritiertes Gefühl – denn man sieht nur ein großes, langweiliges Gebäude, das eher aussieht wie eine Lagerhalle, auf der mit dicken Lettern „Tiaan’s Camp“ steht. Nun gut, vielleicht ist das wirklich nur die Lagerhalle für die Fahrzeuge, denke ich, um mich zu beruhigen, dass am Ende noch etwas Hübsches zum Vorschein kommen wird, was man so vom anderen Ufer aus im Gebüsch nicht sehen kann.
Voller Vorfreude fahren wir also durch das Tor auf den Parkplatz. Die Leute an dem Auto neben uns pumpen gerade ihre Reifen wieder auf (wo kommen die denn her? Sooo schlimm war’s ja mit dem Tiefsand im Makgadikgadi nun auch wieder nicht!? Aber vielleicht kommen sie ja auch aus dem CKGR), und bringen nicht mal ein „Guten Tag“ über die Lippen (obwohl bei ihnen auch Kinder rumspringen). Kurz darauf kommt der manager – das freut uns! Er ist freundlich, aber auch etwas maulfaul und zurück gezogen. In der recht funktional und lieblos eingerichteten Reception füllen wir unsere Anmeldezettel aus, und er führt uns zu unserem Platz: Der ist schön groß, mit einem Wasserhahn dabei und sogar einem sehr großen StoffSegel, unter das wir die Zelte stellen können! Es ist alles umzäunt und bewachsen, also damit sicher, so dass die Kinder auch frei herum springen können (für mehr als einen ganzen Tag an einem Ort beruhigt mich das) – aber Blick auf den Boteti oder sonst irgendwohin hat man von hier aus keinen.
Schön ist, dass „unsere“ Südafrikaner vom Phuduhudu Gate schon da sind, und den Platz neben uns haben. Sie winken uns auch freundlich einladend zu! 😉 Solche kleinen Gesten unter Campern machen für uns durchaus einen Unterschied.
Wir erkunden erst mal das Gelände, dabei auch das kleine Restaurant und die überdachte „Terrasse“ darüber. Ich bin total enttäuscht und merke bald, dass es den Kindern und Volker ähnlich geht. Noch hat es keiner so recht ausgesprochen, aber wir empfinden alle ähnlich: Was, bitte schön, soll hieran schön sein??? 🙁 😠 😵 🤨 😐 😠
Die „Lagerhalle“ ist eben jenes Gebäude, in dem sich die Reception, das Restaurant und das obere Stockwerk verbergen. Das Restaurant befindet sich aber hinter der Wand – also nicht zum Boteti raus. Es ist schlicht eingerichtet, was ich an sich nicht schlecht finde. Aber für einen besonderen Abend, wo wir uns mal ein Essen für20 Dollar pro Person leisten wollten – dafür finde ich es dann wirklich primitiv. Na gut, vielleicht ist es oben ja schön! Sagen wir uns, und klettern die Treppe hoch. Uuups! Wer hat denn hier versucht, einzurichten? 🙄 Oder hat das gar niemand versucht, sondern man hat halt mal abgestellt, was man am Wegesrand so gefunden hat? Naja, dann ist vielleicht wenigstens der Blick schön (und im Kopf habe ich ein Bild aus einem Reisebricht, wo in der Abendsonne, die Zebras trinken). Hm, vielleicht habe ich das Bild im Kopf irgendwie falsch verknüpft? Hier sieht es jedenfalls ganz anders aus: Ein Zaun führt durch den Boteti, auf der einen Seite davon grasen Kühe und zwei Esel, auf der anderen erahnt man etwas Wasser. Gestrüpp überall, und vor uns auch noch ein Baum. Aussicht würde ich das nicht wirklich nennen. Neben dem, dass man diese „Aussicht“ auch nur dann „genießen“ kann, wenn man steht. Wenn man sich in einen der stillos zusammen gewürfelten Sessel fallen läßt, sitzt man eh zu tief, um außer Himmel irgendetwas anderes zu sehen….
Da wir noch etwas Zeit bis Sonnenuntergang haben, lassen wir die Kinder noch kurz in den Pool hüpfen. Der ist schön sauber, aber eben sehr klein. Mehr zum sich rein setzten und erfrischen, und nicht zum Schwimmen. Nach wenigen Minuten sind alle Kinder schon wieder da: Nanu? Frage ich? Sie schlottern (dabei sind sie kaltes Wasser aus Blantyre-Pools gewöhnt!) – der Pool ist überdacht und wohl deshalb eisekalt. Das Wasser brennt in den Augen, und Platz hat man da drinne eh nicht. Die nächste Enttäuschung. 🙁
Immerhin: Alle können warm duschen! 🙂 Das muß man dem Tiaan’s lassen: die Abolutions sind recht schön, sogar in einem etwas „eignen Stil“ gestaltet, die Duschen schön groß, und es gibt reichlich Wasser – auch warmes!
Dann bauen Volker und 3 Kinder Zelte auf, während ich mit Joel zusammen koche. Dabei fängt es tatsächlich an zu regnen! Wer auf dem einen Bild vom Boteti genau hingeschaut hat, sieht, dass dunkle Wolken aufziehen!
Es ist zum Glück kein starker Regen, und die StoffSegel schützen auch ein wenig. Während wir Heringe reinhauen und im Topf rühren, lässt jeder so langsam seinen Unmut raus. Was sollen wir denn hier den ganzen Tag machen? Hin und her überlegen wir. Wären wir doch einen Tag länger am Planet Baobab geblieben! Dort hätte es für jeden ein Eckchen gegeben, das ihm entsprochen hätte! Aber über „was wäre wenn“ zu jammern, hilft ja nix! Also was tun? Bezahlt haben wir schon 2 Nächte – und auch nicht gerade preiswert. 😐 Aber, so sind Volker und ich uns später einig, als wir ohne die Kinder noch ein wenig überlegen, wie wir weiter machen sollen: bloß wegen der bezahlten Nacht hier genervt einen Tag lang rum sitzen, kann ja auch nicht die Lösung sein! Und wenn wir statt dessen morgen nach Maun fahren? Fragt Volker? Ob wir da wohl eine günstige Unterkunft finden könnten? Da kann ich helfen 🤩 : wir hatten zwar keine Nacht in Maun eingeplant, sondern wollten (übermorgen) früh am Tiaan’s los, mittags in Maun einkaufen und tanken und dann weiter zum South Gate. So der Plan. Aber ich hatte auch für Maun recherchiert, und mir einige mögliche Unterkünfte notiert. Darunter als Favorit das „Maun Rest Camp“ – „Schwester-Camp“ des wohl alt bekannten „Old Bridge Backpackers“. Campen 80 Pula pro Person! Auch andere waren nicht viel teurer. Und nachdem es zur Zeit ja noch nirgends überfüllt zu sein scheint, würden wir sicher auch unangemeldet einen Platz in Maun finden!
Je länger Volker und ich das für uns durchdenken, desto überzeugter werden wir, dass das wohl die bessere Lösung ist, als hier alle frustriert rum zu hängen.
Kaum haben wir das auch mit den Kindern besprochen, hebt sich die Stimmung wieder! Volker geht zum manager – aber es ist wie befürchtet: Geld bekommen wir keines mehr zurück. Nun ja, das müssen wir dann diesmal eben einfach unter „Lehrgeld“ abschreiben! Immerhin scheint der manager nun etwas gesprächiger, und die beiden unterhalten sich noch eine ganze Weile. Dabei erfährt Volker, dass die ursprüngliche deutsche Besitzerin, Heike (einige von Euch kennen sie), gestern abgeflogen sei – „for good“. Nun gehöre es ganz dem Südafrikaner Tiaan, der es mit Ihr gemeinsam aufgebaut hat.
Etwas später unterhalte ich mich noch ausführlich mi unseren südafrikanischen Camp Nachbarn, und erfahre auch hier interessante Infos: Auch sie sind irritert über so manches hier. Finden es ebenfalls (bis auf die Abolutions) sehr unschön gestaltet – und v.a. bekäme man auch das Gefühl, dass weder der manager noch der Besitzer sich für seine Gäste interessiere. Nun erzählen sie mir, dass sie ein Hotel in Angola besitzen, wo der Tourismus so ganz langsam wohl etwas Fahrt bekäme. Und eigentlich sind sie hier her gekommen, um sich Tiaan’s anzuschauen, ob sie sich hier hineininvestieren wollen. Anscheinend ist es zum Verkauf angeboten!? Oder zumindest zu einer Beteiligung? Sie hatten im Vorfeld darüber wohl mit Tiaan schon mal Kontakt. Kamen wohl aber bewußt als „unauffällige Gäste“ hier an, und waren verwundert, wie abweisend sie hier behandelt wurden. Tiaan, der wohl auch in einem Häuschen neben uns weilte, habe sich nicht blicken lassen – wohl selbst, als sie beim manager nach ihm fragten. „He didn’t know who we are….”. So sei der Zug hiermit abgefahren – hier würden sie wohl keine Geschäfte machen!
Die Kinder spielen auf dem großen Sandplatz um unsere Zelte herum noch Fangen. Als es zu dunkel dafür wird, spielen wir auf dem „Restaurant-Deck“ noch etwas Karten und Hannes und Benni fragen sich wieder einmal lateinische Tiernamen ab (damit sie bis zum Moremi fit sind! 😎 ). Wir unterhalten uns noch über das, was schön war an diesem Tag - der Boteti mit sienen vielen Elefanten, und die kleine Fähre - und dann gehen wir mit diesen schönen Bildern im Kopf alle früh schlafen.
Teil 3919. Mai 2018
Danke für all Eure Rückmeldungen!
Eigentlich wollte ich noch hinzufügen, habe es dann vergessen: Ja, eben so wie Du sagst, freshy, es kommt darauf an, für was man ein Camp haben will.
Da möchte ich fairer Weise sagen: wenn man ein Camp braucht, wo man "auf dem Weg" übernachtet, weil man entweder von der Etappe her eine Nacht braucht, oder weil man einen Tag an den Boteti will, dann ist Tiaan's echt o.k. Wir hatten uns nur darunter einfach was anderes vorgestellt, da ich auch Empfehlungen aus dem Forum bekam, dort doch unseren freien Tag zu verbringen. Und DAFÜR war es einfach nichts für uns!
Ich in da auch mal rumgelaufen, und habe versucht, es mit anderen Augen zu betrachten: wenn man zu zweit unterwegs ist, einfach einen Ort braucht, wo man abhängt, evtl. mit einem Buch usw... Sieht es dann für mich und Volker anders aus? Ein wenig, ja. Ich würde immer noch einen schönen Blick vermissen. Oder eine gemütliche, schöne Sitzecke (die gab es im Senyati, und die gab es im Planet Baobab!). Das wäre uns persönlich wichtiger als warme Duschen.
Auch sind die Camping - PLÄTZE groß und durch "Hecken" abgetrennt von den Nachbarn - auf dem PLATZ wo man sein Zelt/Auto aufstellt, hat man also im Tiaan's etwas mehr sein "eignes Reich" als im Planet Baobab. Vielleicht zählt das für einige Leute.
Auch: es ist wirklich reichlich Wasser, (und WARM Wasser) vorhanden, man kann Wäsche waschen (haben wir dann nicht getan, aber wäre gut möglich gewesen), und durch die Umzäunung braucht man sich nicht vor Löwen etc. zu fürchten.
Deshalb, Flori: überlegt einfach nochmal, wofür Ihr das Camp braucht! Für einen Zwischentag an einem "schönen" Ort wäre es nicht unseres - aber für eine Übernachtung auf der Reise, würde ich es evtl. wieder machen. (ich weiß nicht, wie die Alternativen IM Makgadikgadi sind- da gibt es ja auch Camps).
Für Heike tut es mir auch leid - auch wenn wir sie nicht kennen gelernt haben. Ihr Mann ist ja gestorben, bevor sie Ihr gemeinsames Projekt in Angriff nehmen konnten. Und dann fehlte da womöglich der passende Partner, mit dem es was hätte werden können! Sie war mutig, und hat es trotzdem versucht! Dass es so ausging, muss ihr weh tun!
freshy, ich hatte nicht den Eindruck, dass das ganze da gleich zusammenbricht. Klar, frag lieber nochmal nach. Aber ich denke schon, dass es Tiaan'S erst mal weiter geben wird. Aber wie, in welcher Form, wer sich da um was kümmert (oder auch nicht), das wird sich wohl in der folgenden Zeit zeigen.
Vielleicht hilft das nochmal zu einer "runderen" Einschätzung, und gibt ein etwas umfassenderes Bild, als meine im vorigen geschilderte "gefühlsbetonte" Einschätzung! Antje
Teil 4021. Mai 2018
Donnerstag, 05.04.2018: Von Tiaan’s nach Maun (Rest Camp): Oder: Kühe, ein Blechschaden, und dann doch noch ein schöner Tagesabschluß!
Man könnte jetzt natürlich gemäß Albert Einstein darüber philosophieren, ob es mit INTELLIGENZ zu tun hat (oder einfach nur eine sinnvolle Notwendigkeit ist), wenn man sich auf diese „Veränderung“ (change of plan) einläßt…?
Wie immer man das beurteilen mag: Es fällt uns allen jedenfalls nicht schwer, uns auf unseren geänderten Plan umzustellen, und wir stehen alle fröhlich und mit neuem Tatendrang auf! Diese Entscheidung, heute hier abzureisen, war die einzig richtige, denn so hält der Frust keinen Einzug bei uns! Und wir sind gespannt auf Maun!
Es hat tatsächlich nachts geregnet, und wir danken Tiaan’s für das StoffSegel, denn es hat unsere Zelte einigermaßen trocken gehalten! Wir werfen nochmal einen Blick vom Restaurant-Deck auf den hier trostlos wirkenden Boteti, und da es weiter nichts Neues zu sehen gibt, holen wir uns statt dessen nochmal die vielen Elefanten ins Gedächtnis! Mit diesen Bildern im Kopf verabschieden wir uns von diesem schönen Fleckchen Erde – Makgadikgadi würde uns bei einer erneuten Botswana-Reise sicher wieder sehen!
Der Tracks4Africa-Karte nach hatte ich erwartet, dass die Straße von Tiaan‘s zur Hauptstraße hoch rough road ist und entsprechend mehr Zeit einkalkuliert. Nun sind wir ganz überrascht, dass alles schöne Teerstraße ist! Dann allerdings geht es eine ganze Weile über üble Potholes – und so ein klein wenig fragt man sich schon, warum der Staat es nicht hinbekommt, solche Hauptverkehrsstraßen besser instand zu halten, wenn Botswana doch angeblich so weit entwickelt ist und auch über monitäre Resourcen verfügt? Warten sie etwa auch lieber auf die Chinesen? 😐
Auf dieser Strecke denken wir wieder ein wenig über das Land nach, und versuchen nochmal, etwas mehr Gefühl dafür zu bekommen. Klar, das bleibt weiterhin ein mini Ausschnitt, doch können wir nicht nur mit dem „Wildlife-Blick“ durch ein solches Land fahren, und fragen uns einfach, was sonst noch so in diesem Land läuft oder auch nicht läuft, wie die Menschen wirklich leben, u.v.m. Unterwegs sehen wir unendlich viele Kühe – immer wieder Kühe! Ansonsten viel leeres, flaches Land – so wie eigentlich seit Kasane die ganze Zeit schon. Gibt es hier eigentlich auch Menschen??? Wir haben bisher mehr Kühe als Menschen gesehen. Nun, Kuhhaltung ist seit je her ein wichtiger Bestandteil botswanischen Lebens, und Joel hatte recherchiert, dass es in Botswana ca. 2 Mio Kühe gibt. „Das wäre also eine Kuh pro Kopf!“, bemerkt Hannes sofort, der sich die Bevölkerungszahl von ca. 2 Mio gemerkt hatte (na gut, das war jetzt keine besonders hohe mathematische Leistung…. 😄 ). Den „Tier-Sichtungen“ des heutigen Tages nach erschient diese Zahl jedenfalls durchaus plausibel! (Nein, wir haben natürlich keine 2 Mio 🤩 Kühe gesehen! Aber wenn man das, was wir auf unserer heutigen Strecke sahen, mal hoch rechnet…)
Kleiner Exkurs Wahrnehmungen, Gedanken, Fragen zu Land und Leuten: Vor kurzem war der botswanische Präsident, Ian Khama, bei uns hier in Blantyre zu Besuch. Na ja, was heißt „bei uns“ – natürlich nicht bei UNS, sondern bei „unserem“ malawischen Präsidenten. Leider habe ich ihn nicht gesehen. Wobei das sicherlich auch kein Verlust ist. Jedenfalls erkennt man auswärtigen Hoheitsbesuch immer daran, dass neben dem üblichen ohnehin schon völlig abgefahrenen Bimbamborium in der Kolonne zusätzlich noch WEIß gekleidete Polizisten auf Motorrädern unterwegs sind. Auch wenn diese Show in den meisten afrikanischen Ländern ähnlich ist, so ist sie in Malawi schon sehr extrem. Wie handhabt das der botswanische Präsident in seinem eigenen Land, frage ich mich? Denn Botswana scheint sich schon abzuheben von den meisten Ländern auf diesem Kontinent? Zumindest liest man das. Von Daten, und Fakten her. Das mit dem Personenkult um die Hoheiten herum, ist ja schon so ein eigenes Ding. Gut, um das englische Königshaus wird auch ein Personenkult betrieben – es scheint da etwas in uns Menschen zu geben, dass wir gerne jemand anderes verehren und anbeten!? Dennoch ist der in Afrika betriebene Personenkult schon nochmal eine andere Dimension. Ich erinnere mich, wie ich in Kenya in meinen TeenagerJahren immer Angst hatte, wenn der Präsident vorbei kam, und mein Vater nicht sofort am Straßenrand anhielt. Denn man hörte, dass die dann schießen! Zumindest auf die Reifen. Aber man weiß ja nie…. 😣 Gleichzeitig: In Nairobi habe ich nie erlebt, was man hier in Blantyre regelmäßig erlebt: wenn der Präsident durch die Stadt fährt, kommt für eine halbe Stunde lang der gesamte Verkehr zum erliegen. Eine halbe Stunde vorher erkennt man das daran, dass entlang der gesamten Strecke Unmengen an Polizisten aufgestellt sind. Dann weiß man schon: oh, ich schau mal besser, dass ich meine Sachen schnell erledigt kriege! Aber meist hat man dann doch Pech und steht irgendwo in der Sperre für eine halbe Stunde…. Alle, ALLE Menschen, müssen aufhören mit dem, was sie gerade tun! Das ist schon heftig! Und noch interessanter: als Volker das zum ersten Mal erlebte, war seine Reaktion so ganz anders als meine, obwohl wir dazu ja eigentlich die gleiche Meinung haben: Er schüttelte den ganzen Tag lang den Kopf darüber, was da eigentlich abgeht, und wieso das jeder mit macht, und was das für Auswirkungen hat auf ein Volk usw. Ich fand das erst mal völlig „normal“, und hatte eher Angst, eine falsche Bewegung zu machen. Und das, obwohl ich ja doch die selben „westlichen“ Überzeugungen habe wie er. Daran wurde mir bewußt, wie prägend es ist, mit was man aufwächst, von was man ständig umgeben ist. Denn so hatte ich das als Kind und Teenager erlebt: wenn der Präsident vorbei fährt, hält man an und hält die Klappe! Vielleicht erklärt das ein wenig die Untätigkeit der Menschen hier, auch wenn sie eigentlich nicht viel von ihrem Präsidenten halten – dennoch, so ist das eben: wenn er kommt, hat man stramm zu stehen. Sonst – sonst……. weiß man auch nicht, was geschieht….. Man fragt sich einfach nicht, ob das sinnvoll ist, dass es so ist. Man fragt sich auch nicht, ob das fair ist. Man fragt sich auch nicht, ob das hilfreich ist – und man fragt sich noch weniger, ob man das ändern könnte. Es ist so. Es war immer so, und man hat zu spuren!
Ich vermute, dass es in Botswana anders ist, denn Botswanas Präsidenten haben sich seit der Unabhängigkeit (im Gegensatz zu den meisten anderen afrikanischen Präsidenten) nicht endlos nur selbst bereichert, sondern das gesamte Land voran gebracht. Dennoch, wie man sich anhand der schlechten Straße nach Maun fragen kann; wie viel ist da wirklich dran? Vielleicht kannst Du, Sabine (kalahricalling), uns hier ein wenig mehr Aufschluß geben? Vielleicht gibt es auch noch den ein oder anderen Botswana Erfahrenen stillen Leser hier, der sich dazu mal äußern mag? Mich würde da einiges interessieren.
Es tut mir Leid, dass ich Euch für den heutigen Tag auch nicht mit Bildern beglücken kann. Heute haben wir einfach „gelebt“, das in uns aufgesogen, was in und um Maun auf uns wirkte, und ich hoffe, dass ich diesen Abschnitt dennoch nicht zu langweilig gestalten kann! Im Moremi können wir uns dann vor Tierbildern wieder nicht mehr retten, also müsst Ihr Euch jetzt noch ein wenig die Mühe machen, zu lesen – „Bildergeschichten“ kommen dann später wieder! 😉
Es war ein guter Tag, und es tat uns gut, etwas mehr Zeit für Maun zu haben – bis auf den Einschub „Blechschaden“, von dem ich noch berichten werde….