Reisebericht

Ab ins Kaokoveld!!! ..... eigentlich

von jazzica · begonnen 21. März 2018 · 9 Teile

Teil 121. März 2018
Hallo liebe Fomis,

da sitzt man hier im Büro und starrt aus dem Fenster und sieht nur die Schneeflocken vom Himmel kommen und wünscht sich sofort wieder nach Namibia zurück. Drei Wochen sind es schon wieder her, dass ich von meiner vierten Afrika-Reise zurück bin. Der Alltag hat mich wieder fest im Griff und da hilft es doch super mit einem Reisebericht diese wunderbare Reise revue passieren zu lassen.

Ich bin zwar nicht die allerbeste Schreiberin, trotzdem werde ich versuchen einen kurzweiligen Reisebericht zu verfassen, unterstützt durch ein paar schöne Bilder (von insgesamt knappen 4.500) und Infos und Bewertungen zu den Camps und gefahrenen Routen.

Zu uns: Ja das sind wir, eine 22köpfige lustige Reisetruppe mit insgesamt 11 Toyota Hilux und Dachzelt, die eine 3wöchige Reise in den Norden-Namibias geplant hatten. Ja ich habe mich bewusst für diese größere Truppe entschieden, da wir uns alle kennen und zum Teils schon alle 3 vorherige Reisen zusammen mitgemacht haben. Klar gibt es Vor- und Nachteile einer so großen Gruppe. Klar ist es für den einen oder anderen absolut unverständlich so zu reisen. Aber ICH liebe es so und habe es genau so gewollt 🙂

Geplant war eine Tour tief rein ins Kaokoveld vom 02. - 25. Februar 2018 ... aber wie es immer so ist kommt erstens alles anders und zweitens wie man denkt 😄

Nichtsdestotrotz hatten wir wieder eine wunderbar schöne und unvergessliche Reise auf folgender Route:
Windhoek - Claratal (2ÜN) - Spitzkoppe - Brandberg - Ugab Rhino Camp - Mowani Mountain Camp - Khowarib Lodge - Elephant Song Camp - Purros - Opuwo Country Hotel - Epupa Falls (2ÜN) - Blyerus Camp - Etosha Safari Camp - Farm Sachsenheim (2ÜN) - Ugab Terrace Lodge - Mile 72 - Langstrand - Blutkuppe - Weissenfels Guest Farm - Windhoek

Ich freue mich über jeden der mitlesen will!

Liebe Grüße aus dem verschneiten Allgäu
Eure Jessy
Teil 222. März 2018
Schön dass sich doch ein paar gefunden haben die mitreisen wollen 🙂

@Wolfgang: Deinen Bericht werde ich auch mit groooßem Interesse lesen. Seid ihr doch nach unserer Begegnung da hingefahren, wo wir eigentlich hin wollten, es aber aus einem Grund nicht geschafft haben (zu viel wird noch nicht verraten). Bin gespannt was wir so verpasst haben und werde wahrscheinlich gelb vor Neid werden.

Ich schnappe mir jetzt ein kaltes Hunter's und dann geht's looooooos!! ...
Teil 322. März 2018
Abflug 02.02.2018 - Frankfurt Flughafen
Endlich war der Tag gekommen, auf den wir uns fast wieder ein dreiviertel Jahr gefreut haben. Endlich Abflug! Nachdem wir letztes Jahr mit Condor geflogen sind und alles andere als begeistert waren, ging es dieses Jahr wieder mit Air Namibia nach Windhoek. Die erste Überraschung gab es dann schon bei der Kofferaufgabe. Wir hätten doch 2 Gepäckstücke mit 23kg mitnehmen können! Als letztes Jahr bekannt wurde, dass die Gepäckbestimmungen geändert wurden, hatten wir extra bei Air Namibia angefragt wie es denn mit den Tickets wäre, die davor schon gebucht und bezahlt wurden. Es hieß damals klipp und klar: „Das was auf den Tickets steht gilt!“ Und auf unseren Tickets stand eindeutig nur 1 Gepäckstück. Naja hätte uns einiges an Packstress und umpacken gespart, denn bei einer Selbstfahrer-Tour mit 22 Leuten und 11 Autos fällt doch noch einiges an Zusatzgepäck an wie gute Abschleppseile, Schekel, Funkgeräte, Kaffeedrücker, Akkus, Karten, Reiseführer, Autoaufkleber und und und. Wir haben es trotzdem mit jeweils 1 Koffer geschafft wieder alles unterzubekommen. Auch hier macht Übung den Meister 😄

Die zweite Überraschung gab es dann an Bord: das schon öfters angesprochene Problem mit dem Entertainment-System. Eher im hinteren Teil der Maschine gab es viele Reihen und Sitze mit Komplettausfall der Bildschirme. Für mich war es jetzt nicht so tragisch, denn ich hatte vorgesorgt und mir ein paar Filme auf das Tablet geladen. Aber allein, dass das Problem schon seit längerem bekannt ist und nicht behoben wird, macht einen schon stinkig … naja wahrscheinlich hat Air Namibia schlichtweg kein Geld um das zu beheben.

Über den Flug an sich gibt es nicht viel zu berichten. Pünktlich abgehoben, ruhiger Flug mit sogar ein paar Stündchen Dämmerschlaf und pünktliche Landung in Windhoek. Endlich da!
Teil 423. März 2018
Guten Morgen und willkommen an alle Neuen die noch mitreisen möchten. Platz ist genug vorhanden 🙂

Und weiter geht's

03.02.2018 Windhoek – Farm Claratal
Zu Besuch bei Freunden


Pünktlich wie die Maurer landeten wir in Windhoek. Schon beim Landeanflug konnten wir erahnen, wie wenig es bis jetzt geregnet haben muss, denn alles war staubtrocken und braun. Absolut kein Vergleich zu dem wie wir Namibia 2017 verlassen hatten, als zu dem Zeitpunkt alles grün war und es überall blühte.
Die Einreise verlief absolut reibungslos und ohne sehr lange Wartezeiten, obwohl der Flieger komplett besetzt war und schon stand wie jedes Jahr die erste Herausforderung vor der Tür: Geldwechsel! Ja wir tauschen immer schon direkt am Flughafen, hat sich für uns als bewährt und am einfachsten bewiesen und da wir ja mitten rein ins Kaokoveld wollten, sollte die getauschte Summe Nam$ für die komplette Reise reichen. Ihr könnt euch vorstellen, was das für ein Batzen Geld war bei 22 Personen. Wir mussten das Geld regelrecht in Tüten aus dem Flughafen transportieren.

Doch bevor es zu unserer Mietwagenfirma gehen konnte, stand noch ein ganz wichtiger Punkt an: UMZIEHEN! Endlich die langen Klamotten in den Koffer verbannen und ab mit der Sonnenbrille auf die Nase!

Unsere Fahrer standen schon parat auf dem Parkplatz um uns zum Verleiher nach Windhoek zu bringen. Wie schon die Jahre zuvor haben wir unsere Toyota Hilux bei Advanced Car Hire gemietet. Bis auf ein paar Kleinigkeiten und Streitereien sind wir im Groben und Ganzen immer sehr zufrieden mit den Autos von Advanced Car gewesen. Man kennt sich langsam und so wurden wir liebevoll begrüßt und für jedes Auto stand ein Mitarbeiter parat, der mit jedem Team das Auto und die Campingausrüstung komplett überprüft und abgenommen hat. Unser Auto machte alles in allem einen guten Eindruck obwohl er auch schon knapp 240.000 km runter hatte. Die wohl größte Überraschung war wohl, dass jedes Auto mit nigelnagelneuen Reifen (auch die Ersatzreifen!) ausgestattet wurde. Die letzten Jahre hatten wir immer die größten Schrottreifen bekommen. Meine größte Sorge war allerdings eher mein Dachzelt. An einigen Stellen wäre jeder Schweizer Käse neidisch geworden auf die Löcher. Nach kurzer Rückfrage bekam ich zum Glück ein anderes, nur war diesmal die Abdeckhülle des Zeltes an den Ecken komplett im Ar… Naaaaaaa toll. Ich hatte mir vorgenommen am Abend dann das Ganze mit Panzer-Tape zu flicken.


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Die Übernahme zog sich die letzten Jahre immer wie Kaugummi und wir kamen immer erst weit nach 12 Uhr los. Diesmal waren wir bereits um halb elf schon startklar mit allen 11 Autos! Wow wir waren baff. Aber bevor es in Richtung einkaufen gehen konnte, stand noch unser Besuch bei Frauke von Camping Hire an. Bei ihr holen wir immer unser komplettes Bettzeug und rüsten die Campingausrüstung der Hiluxe noch etwas auf. Denn um für 22 Leute gleichzeitig kochen zu können, reichen die kleinen Pfannen und Töpfe der normalen Ausrüstung definitiv nicht aus, da müssen größere her.

Als dies auch erledigt war, konnten wir endlich in Richtung einkaufen fahren. Wie jedes Jahr ist der Superspar an der Maerua Mall unsere erste Wahl. Und wie ihr euch vorstellen könnt, ist das Einkaufen für 22 Personen eine organisatorische Meisterleistung. So hat unser geliebtes Cooking Team schon Wochen zuvor Einkaufslisten erstellt, die nun akribisch abgearbeitet werden mussten. Bewaffnet mit Funkgeräten und ein dutzend Einkaufswagen stürmten wir den Superspar. Nicht selten kommt es vor, dass wir aufgrund unserer Funkgeräte angesprochen werden, ob wir doch nicht heimlich von der örtlichen Polizei oder Sicherheitsfirma wären. Ähm nö wir sind nur eine chaotische Reisetruppe die für ihren Urlaub einkaufen will.
Auch hier machte sich die Routine bereits bemerkbar, denn der Einkauf ging auch wieder ziemlich schnell von statten, alles wurde gefunden und die Einkaufswägen wurden gen Kasse geschoben. Nach gefühlt 3 Meter Kassenzettel und hunderten Plastiktüten, war auch das erledigt. A propos Plastiktüten: wird endlich Zeit das die Dinger verboten werden. Es ist ja schön und gut, dass die Einpacker alles schön in Tüten packen, aber dieser Müll ist einfach nur überflüssig und könnte vermieden werden!


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So ein Einkauf macht hungrig und so ging es danach gegenüber in die Maerua Mall in unser Lieblings-Steakhouse „Peppercorn’s“. Wir können es eigentlich nur empfehlen. Ich schreibe hierzu eigentlich nicht viel und lass das Bild sprechen.


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Nun wurde es aber endlich Zeit Windhoek den Rücken zu kehren und ab auf die Pad zu gehen. Endlich unterwegs, endlich wieder den Staub auf der Straße und zwischen den Zähnen, endlich Urlaub! Heutiges Ziel war die gut 40km entfernte Farm Claratal. Ganz liebe Freunde von uns, die dort eine Trakehner-Farm betreiben und Sportpferde züchten. Die Wiedersehensfreude war groß und hammer wie die Kinder innerhalb eines Jahres wieder gewachsen sind. Unser Camp bauten wir wieder auf dem privaten „Reitplatz“ der Farm auf. Es fühlt sich ein kleines bisschen wie nach Hause kommen an: Zeltaufbau, das Auto wird eingeräumt so wie man es haben will, die Stühle werden ans Lagerfeuer gestellt, der erste Sonnenuntergang und das erste Hunter’s Gold schmeckt auch schon wieder. Einfach schön wieder hier zu sein!


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Teil 526. März 2018
04.02.2018 Farm Claratal
Erst einmal ankommen


Der erste Morgen ... ich bin immer wieder erstaunt, dass ich im Dachzelt besser schlafen kann als zu Hause im eigenen Bett. Darüber hinaus bin ich immer wieder erstaunt, dass ich als kompletter Morgenmuffel und ultimativer Langschläfer in Afrika selten einen Wecker benötige und immer einer der ersten bin, die aus dem Zelt klettert.
So war es auch an diesem Morgen. Da an diesem Tag keine Wegstrecke bevor stand, da wir den ganzen Tag auf der Farm unserer Freunde verbrachten, hätte man eigentlich richtig ausschlafen können. Trotzdem war ich pünktlich mit den ersten Sonnenstrahlen wach und war schon wieder voller Tatendrang.

Trotz der unterschiedlichsten Charaktere der Tourteilnehmer, verbindet sehr viele ein morgendliches Ritual. Ohne Kaffee geht nix! Nachdem wir am Vortag die Einkäufe nicht vollständig sortiert hatten (nur das was unbedingt in die Kühlung musste), gestaltete sich die Kaffee- und Frühstückssuche ein bisschen wie Ostern. In welchem der 11 Autos könnte wohl der Kaffee gelandet sein, wo das Toastbrot und wo zur Hölle ist mein Nutella? Ja was für andere der morgendliche Kaffee ist, ist für mich eindeutig meine Lieblings-Nuss-Nougat-Creme. Wenn die nicht auffindbar ist, kann ich gerne mal zur größten Zicke werden. Aber alles wurde gefunden und so konnte das Frühstücksbuffet eröffnet werden. Wirklich alles? Nein leider mussten wir feststellen, dass wohl der Wagen mit den Eiern und der Milch im Supermarkt stehen geblieben ist und nicht zur Kasse gebracht wurde. Keine Rühreier, keine Cornflakes mit Milch und keine Milch für den Kaffee. Na toll …


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Punkt 2 der Tagesordnung war daher dann erst einmal SORTIEREN! Sämtliche schwarze Kisten in den Autos, Einkaufstüten und Lebensmittel wurden herangeschleppt. Während unsere Neulinge erst einmal abspülten, machten sich die „Erfahrenen“ ans sortieren. Hier die Konserven, da die Gewürze, da alles für’s Frühstück, da Besteck und Kochutensilien, da Süßigkeiten und Snacks für zwischendurch usw. Alles jeweils in eine Kiste gepackt und mit Panzertape und Edding beschriftet legte sich das Chaos nach und nach. So lässt sich auch bei so vielen Autos immer schnell das passende finden.


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Da diesmal doch auch wieder ein paar Neulinge dabei waren, mussten auch einige technische Sachen der Autos erklärt werden: wie mache ich den Luftfilter sauber, wie regle ich den Reifendruck, in welchem Gang fahre ich bei welchen Straßenbedingungen, was mache ich wenn man sich festfährt, wie wechsle ich einen Reifen auch in unwegsamen Gelände usw.

Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen der Freizeit. Einige gingen Reiten, die anderen fuhren mit dem Pick-Up über das Farmgelände und lauschten den Geschichten des Farmbesitzers und der Rest lag faul in der Sonne oder fing schon einmal an das Abendessen vorzubereiten.


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Heiko hatte extra für uns lecker mariniertes Oryx vorbereitet. Dazu gab es frische Salate und verschiedene Dips, einfach traumhaft lecker!!! Nur das Wetter war uns nicht allzu wohlgesonnen an dem Abend. Ein richtig heftiges Gewitter zog direkt über uns hinweg und musste uns etwas Improvisationstalent abverlangen. Mit Planen und Stangen versuchten die Kiddies der Farm und wir einen kleinen Regenunterstand zu bauen, unter dem man halbwegs trocken sein Abendessen zu sich nehmen konnte. Für mich als absoluter Gewitter-Angsthase war das ja mal wieder wunderbar… NICHT!
Später hörte es glücklicherweise wieder auf und so konnten wir uns am Lagerfeuer trocknen und die sternenklare Nacht genießen.
Teil 629. März 2018
05.02.2018 Claratal – Spitzkoppe
Kochen mit Aussicht


Auch in der Nacht hatte es zeitweise echt heftig geschüttet, so war ich doch froh, dass mein Zelt trotz der kleineren Löcher komplett dichthielt und nicht einer Tropfsteinhöhle glich. Die Sonne strahlte schon wieder vom stahlblauen Himmel als die letzten aus ihren Zelten krochen.

Juhuuuuuuu heute ging es endlich ab auf die Straße. Geplant war eigentlich bis zur Farm Ameib zu fahren. Aber da diese ja leider nun für den Touristenbetrieb geschlossen ist, musste eine Alternative her. Sehr schwer in der Region einen Platz für 11 Autos zu bekommen. So entschlossen wir uns, die doch recht lange Fahrt direkt zur Spitzkoppe in Angriff zu nehmen.

Über die Fahrt an sich lässt sich nicht viel berichten. Von Claratal aus ging es über die D1982, D1980 und die C32 nach Karibib, um dort noch die vergessenen Sachen einzukaufen. Von dort aus dann weiter über die unspektakuläre B2 und D1918/D3716 zur Spitzkoppe.


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Gute Nachrichten dann erst einmal an der Rezeption: wir sind die einzigen auf den sehr weitläufig verteilten Campsites, d. h. komplett freie Platzwahl.
Auf die Nachfrage welche Campsite denn die schönste sei, schickte er uns in Richtung den Campsites 10 und 11 direkt am „großen Berg“ (wenn man es auf der Karte anschaut, gaaaaanz links außen). Duschen und Toiletten mit Spülung gibt es nur direkt an der Rezeption, auf den einzelnen Campsites sind nur Plumpsklos vorhanden (dafür aber komplett sauber und alles intakt).


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Wir richteten unser Camp ein und was soll man sagen: der Ausblick war einfach nur gigantisch. Ja dafür liebe ich Namibia!! Diese endlose Weite, einfach nur traumhaft. Wie soll da nachher nur der Sonnenuntergang werden? Ihr werdet es sehen.
Aber erst einmal ging es ans Kochen. Wir hatten uns ganz einfach für Bratkartoffeln mit Schmelzzwiebeln, Salat und verschiedene Dips entschieden. Die einfachsten Sachen sind schlichtweg immer die leckersten.


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Während das Spülteam schon wieder fleißig war, machten sich einige schon auf den Weg und streuten aus um den besten Platz für den Sonnenuntergang zu suchen. Unser kleines Grüppchen machte es sich auf einem kleinen Hügel gemütlich mit Blick in die Ferne. Was soll ich sagen. Ich lass einfach nur die Bilder sprechen.


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Teil 704. Apr. 2018
Nach einer kurzen Auszeit über die Ostertage hinweg und ein paar Schokohasen später, kann es mit der Reise weiter gehen!

06.02.2018 Spitzkoppe – Brandberg
„Der Wind geht weg wenn die Sonne untergegangen ist … haben sie gesagt! „


Die dritte Nacht im Dachzelt und wieder hatte ich das große Los gezogen, genau in unmittelbarer Nähe des Autos zu stehen mit den größten Schnarchern drin. Da halfen leider auch keine Oropax weiter. Mit den Augenringen am Morgen hätte man mich fast mit einem Panda verwechseln können. Wie gut, dass ich an dem Tag nicht fahren musste durch den täglichen Fahrerwechsel bei uns im Auto. Die Option bestand ein bisschen auf dem Beifahrersitz zu dösen, aber bei der Landschaft die Augen zubekommen? Pustekuchen!

Daher gab’s zum Frühstück erst einmal die volle Vitaminpower mit frischem Obstsalat, Rührei und meinem heiß und innig geliebten Nutella. Otto, unser Borstenhörnchen das wir auf den Namen tauften, schlich auch schon die ganze Zeit um unser Lager, in der Hoffnung ein paar Brösel abzubekommen. Otto lies seinen ganzen Charme fließen und die Damen der Tour schmolzen nur so dahin, trotzdem bekam der kleine Racker von uns nichts zu essen. Sieht man leider immer wieder was passiert, wenn Tiere bewusst von Touristen angefüttert werden.


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Das Zelt zusammenklappen funktionierte auch schon wieder wie am Schnürchen, obwohl wir zwei Mädels eher zu der Gattung „Hobbit“ zählten. In den letzten drei Jahren hatten wir da so unsere eigene Technik entwickelt und damit lief das super. Von außen sah das wohl immer nach einer lustigen Kombination von Kunstturnen und Gewichtheben aus …. allerdings von Zwergen.
Nachdem das ganze Lager picobello aufgeräumt war, stand der Vormittag ganz im Zeichen der Erkundung der Spitzkoppe. Jeder konnte selber entscheiden, was er unternehmen wollte. Da in unserer Truppe einige Geocacher dabei waren (unter anderem meine Mitfahrerin) und es in der unmittelbaren Umgebung einige Caches gab, entschlossen wir uns als kleines Grüppchen die Caches zu holen. Für mich als Hobby-Fotografin stand aber natürlich auch unbedingt der Bogenfels ganz oben auf meiner To-Do Liste. Wie gut traf es sich dann, dass genau dort ein Cache vorhanden war. Von der Campsite aus (glaube es war Nr. 5) ging es durch einen längeren, engen Felsspalt zum Bogen. Was hatte ich nicht im Voraus für spektakuläre Bilder von diesem Ort gesehen und hatte zugegebenermaßen auch Angst richtig enttäuscht zu werden, was leider oftmals auch der Fall war. Aber das traf hier definitiv nicht zu. Die Steinbrücke ist echt ein Ort, den man einmal in Namibia besucht haben muss.
Um direkt unter die Brücke zu kommen, ist festes Schuhwerk auf jeden Fall Pflicht, denn es geht eine leichte Steigung die Steinwand hoch. Ja ich habe nun mal ein paar Kilos mehr oder auch zu viel auf den Rippen und für mich war das schon echte Höchstleistung da hochzukommen. Aber was macht man nicht alles um schöne Bilder zu bekommen?


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Ich war happy und so konnte es weiter gehen. Wir erkundeten noch ein bisschen die Gegend bevor es zum Treffpunkt zur Rezeption ging. Als Tagesziel hatten wir uns den Brandberg gesetzt, der in den Wochen vor unserer Abreise im Brennpunkt stand aufgrund des Löwenvorfalls. Im Forum gab es hierzu auch einige hitzige Diskussionen. Das Gebiet um den Brandberg war teilweise komplett für touristische Aktivitäten gesperrt worden. Aber zum Glück wurde die Warnung wieder aufgehoben vor unserem Besuch und so konnten wir uns von der Spitzkoppe aufmachen in Richtung Brandberg. Da wir absolut keine Fans der Campingplätze am Brandberg sind, entschlossen wir uns wieder auf der Westseite des Brandbergs an einer geeigneten Stelle ein wildes Camp aufzuschlagen. Die Fahrt ging über die D3716 und der D1930 (ja immer noch total unspektakulär) nach Uis und über das kurze Stück C35 auf die D2359 Richtung Parkplatz. Gerade die D2359 war diesmal in einem echt verheerend schlechten Zustand. Die hatte ich deutlich besser in Erinnerung aus 2017!
Nach einer kurzen Trink- und Geocache-Pause ging es dann die Offroad-Piste direkt am Brandberg entlang. Ich liebe den Ausblick von dort und auch einige Zebras begrüßten uns, was unsere Neulinge zu ausschweifenden Hysterie-Anfällen über die Funkgeräte verleitete. Mit Schmunzeln musste ich an meine erste Afrika-Reise 2015 zurückdenken, als auch für mich jedes erblickte Tier ein Highlight war, sogar eine Impala. Mittlerweile aber hatte auch ich ein Impala-Tourette-Syndrom entwickelt, bei dem manchmal sämtliche Flüche über die Lippen kommen, wenn mal wieder eine Herde minutenlang die Straße versperrt, oder man beim Anblick eines Oryx denkt „LECKER!“. Äääähm ja ich bin nun einmal ein bekennender Fleisch-Fresser.


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Auf der Suche nach einer geeigneten Stelle für unser Camp ging es immer weiter um den Brandberg herum, bis wir auf die Westseite gelangten und dort ein hübsches ebenes Plätzchen fanden. Der Aufbau gestaltete sich aber doch etwas schwieriger, da wie 2017 auch schon, doch ein ordentlicher Wind ging. Einige Leitern mussten sogar mit Wasserkanistern beschwert werden, damit die Zelte nicht hochklappten. „Ach der Wind hört sofort auf, wenn die Sonne untergegangen ist!“, schallte es durch das Camp, „war letztes Jahr auch schon so hier!“ Da wir aber alle einen mega Kohldampf hatten, musste ein Tisch als Windschutz für unsere Gaskocher herhalten. Da noch Kartoffeln vom Vortag übrig waren, kreierte unser Meisterkoch daraus FRITTIERTE! Kartoffelspalten mit Soße, Dips und Salaten. Bin ich aus Versehen auf der Vegetarier-Tour gelandet? Ich will Fleisch! Doch der Anblick des Sonnenuntergangs beim Abendessen machte das Fehlen des Fleisches wieder wett.


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Sonnenuntergang, da war was. Achja der Wind sollte ja sofort aufhören, wenn die Sonne untergegangen war. Tja nur der Wind dachte sich wohl: „Hehe euch verarsche ich mal schön und puste die ganze Zeit weiter!“ So kam es, dass ich doch wieder die lange Hose aus dem Koffer kramen musste, denn es war richtig frisch geworden! Da halfen auch das wärmende Lagerfeuer und der Alkohol nicht groß. Alle verschwanden doch recht schnell in den Zelten und kuschelten sich in sämtliche Decken die vorhanden waren. Nachts schlichen auf jeden Fall Tiere durch unser Lager, denn man hörte immer wieder Geräusche und ein Quieken/Kichern. Ob es Hyänen waren kann ich nicht sagen, denn ein typisches Hyänen-Kichern war das nicht. Auch beim Ausblick vom Zelt durch das Netz sah man nichts. Trotz Neugier übermannte mich dann schließlich irgendwann die Müdigkeit und so ging ein weiterer Tag vorbei.
Teil 816. Mai 2018
Ihr Lieben viiiiiiiiiielen Dank für eure Geduld!! Es geht mir mittlerweile wieder besser und habe es endlich geschafft, einen neuen Tag meinem Reisebericht hinzuzufügen. Viel Spaß damit!

Ich versuche nun wieder in regelmäßigen Abständen euch was Neues zu bieten 😁

LG eure
Jessy

07.02.2018 Brandberg – Ugab Rhino Camp
„Wir müssen unbedingt zum Doros Krater! „


Der Morgen am Brandberg fühlte sich komisch an. Die ganze Nacht hatte ich echt gefroren im Zelt und wünschte mir meine geliebte Wärmflasche aus Deutschland herbei. Hatte ich den Afrika-Urlaub nur geträumt, oder war ich wirklich hier? Nein ich lag tatsächlich in meinem Dachzelt am Fuße des Brandbergs und alles fühlte sich klamm und kalt an. Beim ersten vorsichtigen Blick aus dem Zelt heraus konnte ich auch verstehen warum: Nebel, überall Nebel! Vom Brandberg war weit und breit nichts zu sehen, von der Sonne erst gar nicht zu sprechen. Naja all das Motzen half nichts und so zwängte ich mich in die klammen Klamotten (bäääääh) und raus aus dem Zelt. Die ganze Truppe war schon wieder emsig auf den Beinen und bereitete den Frühstückstisch vor und unser Koch kümmerte sich um leckeres Rührei. Die Kaffeejunkies hingen an ihrem Kaffee und ich war froh über meine heiße Tasse Rooibos-Tee. Immerhin etwas um sich ein wenig innerlich aufzuwärmen.


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Nach dem Frühstück liefen die Vorbereitungen für die nächste Tagesetappe. Es sollte in Richtung Doros Krater gehen, ist er doch auf der Tracks4Africa Karte mit einem fetten Stern gekennzeichnet. Muss ja wirklich etwas Sensationelles sein. Da wollten wir hin! Unser Navi-Team tüftelte eine schöne Strecke aus. Es sollte noch ein kleines Stückchen am Brandberg entlang gehen bis es in Richtung Westen zum Ugab ging. Danach durch den Ugab und über den Divorce-Pass zum Doros-Krater. Wie immer lagen Theorie und Praxis mal wieder weit auseinander. Aber alles der Reihe nach.

Während die Zelte zusammengeklappt und das Camp picobello aufgeräumt wurde, lichtete sich tatsächlich so langsam der Nebel und der Brandberg kam hinter der weißen Wand hervor. Echt ein faszinierendes Schauspiel! Auch die Sonne kämpfte sich so langsam durch die Nebeldecke und sofort wurde es merklich wärmer und die Sweatjacke konnte wieder in den Koffer verbannt werden.


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Vor Abfahrt überprüfte jeder noch schnell sein Auto und dann konnte es losgehen. Immer weiter am Brandberg entlang durch eine traumhafte Stein-Landschaft schlängelte sich unsere Kolonne die kleinen Hügel rauf und runter. Hier und da ließen sich ein paar Gazellen blicken, sehr zur Freude unserer Neulinge, die sehnsüchtig auf typische Afrika-Tierchen warteten. Dabei hatten wir extra im Vorfeld darauf hingewiesen, dass bei der Kaokoveld-Tour definitiv die Landschaften im Vordergrund stünden, nicht die Tiere. Aber da mussten wir uns selber an die eigene Nase fassen, denn vor drei Jahren bei unserer ersten Namibia-Tour waren wir doch genauso. Deswegen konnten wir sie auch gut verstehen und hielten brav bei jedem Tierchen an, damit fleißig Fotos geschossen werden konnten.


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Nach gut eineinhalb Stunden erreichten wir dann die Abzweigung zum Ugab. Endlich eine anspruchsvollere Piste mit Tiefsand und über Stock und Stein erwartete uns. Jipiiiie! Bevor der Spaß aber losgehen konnte, wurden unsere Neulinge erst noch einmal instruiert wie man sich auf so einer Piste in einer Kolonne zu verhalten hat. Genügend Abstand halten, aber nicht den Kontakt zum Vordermann verlieren, an schwierigen Stellen gibt der Vordermann per Funk Bescheid, wann das nächste Auto die Stelle passieren kann, an Auffahrten warten bis der Vordermann den Berg komplett rauf ist, die Neuen fahren in der Mitte usw.
Dass das noch nicht ganz so gut klappte, sollte sich bald schon zeigen.

Am Anfang der Strecke erwartete uns eine schöne Tiefsand-Piste mit ausgetrockneten Elefantenköteln übersät. Hier war aber scheinbar leider schon länger kein Elefant mehr unterwegs. Die Piste meisterten alle bravourös bis der Funkspruch kam, dass der hintere Teil der Kolonne in einer Sackgasse steckte. Wie Sackgasse, wir vorne fuhren doch alle ganz normal? Ein Auto hatte wohl den Kontakt zum Vordermann verloren, ist in eine falsche Spur geraten und steckte nun in einer Sackgasse mit dem Rest der Kolonne fest, die natürlich dem falsch fahrenden Fahrzeug folgten. Na toll, also mussten zwei Autos zurückfahren und unsere verloren gegangenen Schäfchen wieder einsammeln. Das gelang uns doch ziemlich schnell und so konnte es auf dieser genialen Piste weiter gehen. So viel Spaß beim Autofahren hatte ich schon lange nicht mehr. Ich bin halt eine kleine Pistensau! Geniale Streckenabschnitte durch hohes Gebüsch, enge Durchfahrten mit riesigen Steinen links und rechts, Hüfel rauf, Hügel runter, über Stock und Stein, kleineren Pfützen, Tiefsand … alles was ein 4x4 Herz so begehrt.


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Obwohl die Streckenführung meistens doch sehr eindeutig war, sollte man sein GPS trotzdem nicht aus dem Auge verlieren, denn zack standen wir vor einer großen Pfütze. Wir hatten tatsächlich die einzige größere Wasseransammlung im ganz Ugab gefunden. Zumindest hatten wir das Gefühl. Nach intensivstem Auslosten der Wassertiefe und Durchfahrbarkeit, stand fest, dass das sehr kompliziert werden würde. Aber wir waren schon so weit gekommen und sich jetzt von einer Pfütze aufhalten lassen? Einfach umdrehen und wieder zurückfahren? Es doch riskieren und dann aussichtslos steckenbleiben? Tja hätten wir doch früher auf unser GPS geschaut, denn unsere Navigatorin Jana stellte fest, dass wir ein wenig abseits der eingezeichneten Piste waren. Es gab eventuell doch noch einen anderen Weg weiter? Aber wir hatten alle eindeutig keine Abzweigung oder einen weiteren Weg gesehen, als den auf dem wir fuhren. Versuchen wollten wir es auf alle Fälle und so ging es zu der Stelle zurück, an der wir laut dem GPS wieder richtig waren. Dort angekommen, sahen wir aber trotzdem keinen weiteren Weg. Links von uns Geröll, über das wir unmöglich fahren konnten, rechts von uns die Piste, die zum Wasser führt und vor uns nur hohes Gras. Na toll! Trotzdem war aufgeben keine Alternative und so machten sich zwei wagemutige Autos vor und tasteten sich durch das hohe Gras. Und tatsächlich tauchte nach ungefähr 6 Metern wieder eine Piste auf. Tadaaaaa!! Hier scheint wohl auch schon länger keiner mehr durchgefahren zu sein. Egal wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. Auch in diesem Streckenabschnitt waren viele Elefantenhaufen zu sehen, aber weit und breit keiner. War einfach viel zu trocken zu der Zeit.

Nach über drei Stunden kamen wir zur Abzweigung zum Divorce-Pass. Doch schon beim Anblick der „Ausfahrt“ aus dem Ugab kam bei einigen Neulingen nur ein aufgeregter Schrei von den Lippen: „DA sollen wir hochfahren?!“ Ja ok die Auffahrt ist teilweise etwas steil und steinig, aber mit einem guten 4x4 und ein bisschen Erfahrung eigentlich schon zu schaffen. Achso Erfahrung, da hapert es ja bei einigen. Also beschlossen wir, dass zwei Erfahrene mit einem Auto die Auffahrt hochfahren und einmal testen. Ging alles ganz gut, wenn man auf die spitzen Steine aufpasste. Aber unsere Neulinge weigerten sich partout zu fahren. Kurz kam noch die Idee auf, dass wir jedes Auto von einem Erfahrenen hochfahren lassen. Aber das kam uns dann doch zu umständlich vor und wir wussten ja nicht wie die Piste oben weiter verläuft, wir kannten diese ja noch nicht. So wurde kurzerhand die Planung umgeschmissen und wir fuhren die kurze Sandpiste weiter zum Ugab Rhino Camp. Von dort aus sollte es am nächsten Morgen dann weiter die Piste Richtung Twyfelfontein gehen.

Im Camp erst einmal angekommen, richteten wir uns erst einmal wieder gemütlich ein und bauten unsere Tafel unter einem schönen Baum auf. Das Ugab Rhino Camp ist wirklich schön gelegen mitten im Ugab und hat trotz seiner Einfachheit seinen Charme. Zum Essen gab es endlich mal keine Kartoffeln, sondern Nudeln mit heller Soße und Thunfisch. Wieder kein Fleisch *grmml* Aber unser Koch machte trotzdem einen super Job. Alles schmeckte deliziös und jeder wurde satt. Das ist das Wichtigste! Den Abend verbrachten wir unter einem atemberaubenden Sternenhimmel und lecker kalten Getränken. Seeeehr kalten Getränken um genau zu sein. Denn zwei Kühlungen liefen wohl zu gut und ließen den Inhalt gefrieren. Aber so ein nächtliches Cola-Eis hatte auch was. Glücklich und groggy gingen die meisten dann nach und nach in ihre Zelte.


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Teil 907. Juni 2018
08.02.2018 Ugab Rhino Camp – Mowani Mountain Camp
„Hat der Doktor schon wieder sein Auto geschrottet?! „


Der Morgen im Ugab Rhino Camp verlief ruhig. Frühstück machen, aufräumen, abspülen, Zelte abbauen, Autos checken, alles lief wie am Schnürchen und so waren wir bald fertig für die nächste Tagesetappe. Was war ich froh mit dieser tollen Truppe unterwegs zu sein. Man hatte ja vor jeder Tour so seine Bedenken, wie denn die unbekannten Leute so seien, und ob sie in die Truppe passten. Da kam man nicht vorbei an „Hummeldumm“ zu denken. Nur dass es dort nur neun Personen waren und wir halt 22. Aber alle Bedenken waren zum Glück unbegründet. Die Truppe passte super zusammen und wuchs jeden Tag mehr und mehr zusammen.


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So ganz hatten wir das Ziel Doros Krater noch nicht aufgegeben und so wurden die Karten studiert nach einer geeigneten Route. Und tatsächlich fanden wir im GPS eine Pad, die direkt zum Krater führte und auf den Tracks4Africa Karten nicht eingezeichnet war. Die Abzweigung dorthin befand sich ca. auf halber Strecke nach Twyfelfontein. Das wollten wir auf alle Fälle ausprobieren! Die Route stand, das Camp war aufgeräumt, die Kolonne konnte losrollen!

Da ich am vorherigen Tag nicht gefahren bin, freute ich mich umso mehr auf eine etwas anspruchsvollere Piste. Sie war zwar nicht allzu lang, aber Spaß hatte es trotzdem gemacht. Vom Camp aus ging es am Schild „Twyfelfontein“ auf sehr steiniger Piste durch die Berge. Ja unsere Norddeutsche bezeichneten dies tatsächlich als Berge, für mich als Bayerin waren dies doch mehr nur kleine Erhebungen. Trotz der vielen spitzen Steine und engen Passagen waren auch dort kein einziger Reifenplatzer oder Reifenpanne zu verzeichnen … dachten wir zumindest bis zu dem Zeitpunkt noch.
Das Ugab-Tal ließen wir hinter uns und genossen wieder die endlose Weite Namibias. Perfekte Kulisse für ein Gruppenfoto.


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Der Abzweig Richtung Doros Krater war auch kein Problem und die Pad dorthin war auch ohne Probleme zu befahren. Alles lief super bis von Team 7 der Funkspruch kam, dass sie Probleme mit einem Reifen hätten und starker Gummigestank in der Luft läge. Nicht schon wieder Team 7. Das ist das Auto mit unserem geliebten Doktor. Der Doktor (ja er ist wirklich Frauenarzt), der die letzten 3 Jahre schon mehrfach sein Auto demoliert oder geschrottet hatte. Nur war diesmal der große Unterschied, dass wir mitten im Nichts waren, weit entfernt von einer Werkstatt. Also eine geeignete Stelle gesucht und unser Tech-Team hatte seinen ersten Einsatz. Der Rest nutzte die Gelegenheit für eine schöne Mittagspause in der prallen Sonne und unser Kochteam servierte uns kleine Snacks auf dem Spaten.


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An der Technik-Front war die Diagnose ziemlich schnell klar. Der Doktor muss wohl irgendwo mit dem Reifen gegen einen Stein gedonnert sein, sodass sich der Sturz verstellt hatte und sich deshalb ein Teil langsam in den Reifen fräste. Wäre wohl nur noch eine Frage der Zeit gewesen, bis der Reifen komplett geplatzt wäre. Unser Tech-Team gab sein Bestes, doch so einfach lies sich das nicht reparieren. Da musste eine Werkstatt her. Doch was tun? Das Auto stehen lassen? Versuchen mit dem Auto irgendwie bis Twyfelfontein zu kommen und eventuell in Kauf nehmen, dass einige Reifen verschlissen werden, weil diese nach und nach aufgeschlitzt werden und platzen? Nach Rücksprache mit unserer Autovermietung, zu der wir zum Glück einen sehr guten Draht haben, sollten wir versuchen schnellstmöglich nach Twyfelfontein zur Country Lodge zu gelangen, um dort einen Mechaniker zu treffen, der sich das Ganze anschauen würde.


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Das hieß leider natürlich auch, dass der Doros Krater für uns gestorben war und wir auch unsere Übernachtung anders planen mussten und so wurde kurzerhand noch die Mowani Mountain Campsite gebucht. Das konnten ja lustige Kilometer werden mit einer tickenden Zeitbombe in der Kolonne. Doch meckern nutzte nichts, der betroffene Reifen wurde noch gewechselt und ab ging es in Richtung Twyfelfontein. Gefühlt waren dies die längsten Kilometer unserer ganzen Reise. Alle hofften, dass der Reifen irgendwie durchhielt und der Schaden nicht noch größer werden würde. Die Strecke an sich ist ja zum Glück alles in allem recht unproblematisch und ohne kritische Stellen.


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Einen wichtigen Stopp mussten wir trotzdem vorher noch einlegen. Naja ok es waren vier kleinere Stopps. Unsere Geo-Cacher spielten verrückt, bei der Fülle an Caches in der Umgebung. Die bekanntesten sind wohl der Cache bei den Organ Pipes und dem Burnt Mountain. Aber auch nach dem zweiten Besuch nach 2015 fand ich die Organ Pipes immer noch nicht spannend. Ja sie waren ganz nett anzusehen und sind von der Geologie her bestimmt auch sehr spannend, aber mehr als einmal muss man da echt nicht hin.

Viel wichtiger war trotzdem, und da waren wir alle sichtlich erstaunt, dass unser Problemauto bzw. unser Problemreifen immer noch durchhielt und auch heile in Twyfelfontein ankam. Wie mit unserer Autovermietung vereinbart, wartete bereits der Mechaniker an der Country Lodge auf uns. Doch anstatt sich das Auto anzugucken, wurden nur schnell Nummern ausgetauscht und auf den nächsten Tag vertröstet. Wir sollten doch am nächsten Morgen gleich um 8 Uhr zur Lodge kommen. Von dort aus würde er mit uns die 1-2 Kilometer zur Werkstatt fahren. Na gut, wir hatten eh keine große Hoffnung, dass der Schaden schnell repariert werden könnten und so fuhren wir zur Mowani Mountain Campsite um den Abend wenigstens noch in vollen Zügen genießen zu können.
Wir bekamen gleich Campsite Nr. 1 mit dem großen Unterstellplatz und so konnten wir dort perfekt unsere große Tafel aufbauen. Zum Abendessen entschieden wir uns für einen leckeren Butternut-Eintopf. Wir hatten unseren Koch noch gewarnt, dass Butternut kochen für 22 Personen sehr lange dauert auf den Gaskochern und er doch was „Schnelles“ machen sollte, weil alle schon Kohldampf schoben. Aber er wollte Butternut machen und bei allen setzte nach und nach das Magengrummeln immer lauter ein. Das endete dahingehend, dass wir unseren heißgeliebten Kabanossi und Biltong Vorrat plündern mussten, um wenigstens für kurze Zeit was im Magen zu haben. Die Damen des Hauses erfanden derweil eine Sportart: Butternut-Tennis mit Pfannen. Wir sind sicher, das wird irgendwann einmal olympisch!
Die Sonne war schon längst untergegangen als das Essen endlich serviert werden konnte …


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