4 Wochen, 6140 km, Begeisterung und Enttäuschung

13 Antworten · 6'204 Aufrufe · gestartet 18. Dez. 2017 von bwananyoka
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Themenstarter50 Beiträge · seit 201618. Dez. 2017 · #1
"Macht das nicht, nach mehr als 25 Jahren in Ostafrika, ist das nix für euch!" hatte mir ein guter Freund vor einigen Jahren gesagt. Aber da waren diese Bilder in meinem Kopf, Bilder von aschgrauen, fast weißen Elefanten umringt von Springböcken und Zebras. Bilder von Wasserstellen in einer öden fast vegetationslosen Landschaft mit unzähligen Tierarten! Ja, auch Bilder von endloser Weite, den roten Dünen von Soussusvlei und Petra hatte diese Bilder alter deutscher Kolonialkultur in Windhuk und vor allem in Swakopmund vor Augen!

Mehrmals planten wir eine Reise nach Namibia und in den Etoscha, aber immer wenn ich bei meinen Recherchen über die Fotos von Tribünen an den Wasserstellen und Reisebussen auf Pirschfahrt stieß, verflog meine Vorfreude und wir verwarfen die Pläne.
Dann überwog die Neugier und das Verlangen nach etwas Neuem, die Hoffnung auf neue Tierarten die wir bisher noch nicht beobachtet hatten, noch nicht beobachten konnten. Arten die im östlichen Afrika gar nicht vorkamen und Tierarten die wir bisher nur selten oder kurz zu Gesicht bekommen hatten! Ich hatte plötzlich nicht nur wage Vorstellungen, sondern es wuchsen Erwartungen und konkrete Wünsche! Und diese Wunschliste war gar nicht mal so kurz.

Gerne hätte ich endlich einmal eine Wildkatze so vor die Kamera bekommen, dass ich genügend Zeit zum abdrücken hätte, genauso stand ein Honigdachs auf dieser Liste. Beide Tierarten hatten wir schon mehrfach gesehen, aber meist nur kurz oder Nachts! Die nur im südlichen Afrika lebenden Braunen Hyänen, Kap Füchse, Fuchsmangusten, Lechwe Antilopen, Rote Kuhantilopen und Tsessebes (die südlichen Leierantilopen) standen aber auch auf dieser Liste. Ganz oben natürlich die Phantome der Wildnis, Erdferkel und Gürteltier!

Und so planten wir letztendlich eine vierwöchige Safari / Reise durch Namibia. Ergänzten die Planung um einen kurzen Abstecher in den Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark kurz KTP, in Südafrika und sahen der Tour aufgeregt entgegen!

Als Fahrzeug wählten wir einen, uns gut vertrauten Land Cruiser HJ und da wir die Weite des Landes, aber auch ein wenig die Wildnis genießen wollten entschieden wir uns, für die meisten Übernachtungen, für ein Dachzelt. Da wir nicht die Absicht hatten wie Sardinen auf dem Autodach zu liegen, wählten wir ein großes 140 x 200cm Dachzelt.
Im Gegensatz zum seit Jahren nur mäßig besuchten Kenya boomt Namibia. Schnell mussten wir feststellen, das viele Unterkünfte und auch die Plätze auf den Campsites schon 12 Monate im Voraus gebucht werden mussten. Ein Umstand der die Safari Planung teilweise zum Stress werden ließ und die Vorfreude etwas eintrübte.

Wer Interesse an dem ganzen Bericht mit 1165 Bildern hat, ist herzlich eingeladen hier zu klicken:
Namibia - ein Hauch von Afrika

Self Drive Safaris - Reiseberichte und Infos zu Kenya, Tanzania, Namibia und einer Kanu Safari in Zimbabwe - 1990 bis heute http://www.safari-wangu.de
145 Beiträge · seit 201718. Dez. 2017 · #2
Danke für den schönen und ausführlichen Bericht! Er hat mir gut gefallen. 🙂
2'610 Beiträge · seit 200718. Dez. 2017 · #3
Hallo,
vielen Dank für diesen sehr tollen und humorvollen Bericht mit so tollen Fotos.

Nein, Namibia kann und soll man nicht mit Kenia vergleichen! Man würde Namibia unrecht tun. Uns ging es ja genauso, nachdem wir Kenia kannten und zum 1. Mal nach Namibia kamen. Diese Zäune, wir konnten uns gar nicht beruhigen darüber zu reden. Aber, als wir dann in den Norden kamen- Kaokoveld, Damaraland und Caprivi - haben wir Frieden geschlossen. Mittlerweile waren wir so oft in Namibia und sehen die Zäune gar nicht mehr 😎 . Namibia ist für uns Landschaft und noch mehr Landschaft, Botswana und Zimbabwe ist eher wild (wegen der nicht eingezäunten Camps) und zurzeit sind wir absolute Fans vom KTP. Solltet ihr den tatsächlich noch einmal besuchen, lege ich euch das Mabuasehube Gebiet (Botswana) ans Herz.

Liebe Grüße
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
zuletzt bearbeitet 18. Dez. 2017
Themenstarter50 Beiträge · seit 201618. Dez. 2017 · #4
Jambo Tessy,

ja die Landschaft und die mögliche Einsamkeit haben uns fasziniert und ganz gewiss werden wir auch irgendwann zurück nach Namibia finden! Und sei es nur um noch einmal mit mehr Zeit in den KTP zu fahren. Der ist zwar auch nicht richtig wild, bietet aber die Möglichkeit für intensive und recht gute Wildbeobachtung! Außerdem bietet er uns eine preiswerte Alternative in den recht nassen Ostafrika Monaten April und November!

Vielleicht fährt man sich ja mal über den Weg?

kwa heri ya kuonana
Jörg
Self Drive Safaris - Reiseberichte und Infos zu Kenya, Tanzania, Namibia und einer Kanu Safari in Zimbabwe - 1990 bis heute http://www.safari-wangu.de
547 Beiträge · seit 201719. Dez. 2017 · #5
Hallo Jörg,
auch von mir ein dickes "Dankeschön" für den ausführlichen Bericht und die tollen Fotos.
Habe ihn gestern Abend bei einem Glas Rotwein in einem Rutsch gelesen und fand, es war ein sehr kurzweiliger Abend. 😉
Wie bereits geschrieben wurde, denke auch ich, dass man Namibia und Südafrika überhaupt nicht mit Kenia vergleichen kann. Völlig verschiedene Welten, die aber jede für sich ungemein faszinierend sind. An Namibia hat uns die schier unendliche Weite und Einsamkeit begeistert. Die verschiedenen Formen von Wüste und "Ödnis" fanden wir total ansprechend und reizvoll. Das hatte ich so überhaupt nicht erwartet.
Für uns gibt es noch viel zu entdecken, sowohl in Namibia als auch in Kenia. Das Afrika-Virus wird ums wohl noch länger begleiten. 😛
Viele Grüße
Kordula
785 Beiträge · seit 200819. Dez. 2017 · #6
Hallo Jörg,

ein wirklich schöner und amüsanter Bericht mit super tollen Fotos!!

Ich wünsche euch noch viele tolle Reisen!


Viele Grüße


Markus
4'984 Beiträge · seit 201619. Dez. 2017 · #7
Hallo Jörg,

vielen Dank für deinen sehr persönlichen Bericht und die spektakulären Bilder!
Ich war vor etwa 25 Jahren mal im Tsavo NP.
Sehr schön, zweifelsfrei, aber die Preise schon damals...wow!
Vielleicht bin ich ja deshalb Fan des südl. Afrika geworden 😉
Gruß Gina
Themenstarter50 Beiträge · seit 201619. Dez. 2017 · #8
Jambo Gina,

denke du meinst die Safaripreise, ja die sind vermutlich sehr viel höher in Kenya! Vor 25 jahren waren die National Park Gebühren noch in sehr gering und Kenya Shilling zu begleichen und galten nicht für 24 Stunden! Heute sieht dass in der Tat etwas anderes aus. Auch wenn die Gebühren von der Regierung wieder etwas gesenkt wurden. Ich will nicht sagen, dass ich schon ein Fan des südl. Afrika bin, aber sicher werde auch ich noch weitere Safaris im südl. Afrika planen.
Asante (Danke) fürs Lesen und Kommentieren.
Jörg
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2'462 Beiträge · seit 200619. Dez. 2017 · #9
Hallo Jörg,

eigentlich wollte ich den Bericht nur querlesen, bin dann aber doch fasziniert von Euren Bildern und Eindrücken "hängen" geblieben. Vielen Dank dafür! 😉

Liebe Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
269 Beiträge · seit 201620. Dez. 2017 · #10
Hallo Jörg,

mich hat euer Bericht ebenfalls begeistert, besonders die Fotos von den kämpfenden Löwen haben es mir angetan. Das ist Action pur. Da ich noch nie im östlichen Afrika unterwegs war habe ich den Vergleich natürlich nicht. Eurem Bericht habe ich aber entnommen das ihr ganz gezielt bestimmte Tiere bei der Reise sehen wollt und auch keine Wüstenfans seit. Dann ist das südliche Namibia eher nichts für euch. Mich fasziniert auch die Menschenleere und die unendliche Weite der Landschaft, sowie die Formen und Farben der Wüste. Im Sossusvlei habe ich daher auch einen Hubschrauberflug ohne Türen nachmittags zum Sonnenuntergang gemacht. Es war grandios. Den KTP werde ich im nächsten Jahr zum 2. Mal für 6 Tage besuchen da unser erster dreitägige Besuch 2016 mich begeistert hat. Dabei einen Leo oder eine braune Hyäne zu sehen wäre natürlich der Hammer. Ich erfreue mich aber an jedem Tier in freier Wildbahn und bin auch nicht enttäuscht wenn diese Tiere wieder einmal nicht sehen sollte.
Danke für euren Bericht und viele Grüße
Lothar
Alle Reiseberichte auf meiner Homepage: https://fldegen.jimdo.com/
Themenstarter50 Beiträge · seit 201620. Dez. 2017 · #11
Jambo Lothar,

ja, dass hast du richtig herausgelesen. Eine gute Wildbeobachtung ist uns auf unseren Safaris immer sehr wichtig. Dabei müssen es nicht immer die Großen sein, aber wir unterscheiden schon in Wildsichtung (z.B. schlafender Löwe) oder Wildbeobachtung (z.B. Gazelle vertreibt Schakal) - Die Weite und Einsamkeit in Namibia haben wir auch genossen, aber oft eben auch die Wildbeobachtung vermisst!
Alles in Allem sind wir ja doch auf unsere Kosten gekommen und haben alle (und noch ein paar mehr) Wirldarten gesichtet, die wir sehen wollten. Nun zieht es uns aber erst einmal wieder in die Masai Mara nach Kenya - Dort ist die Möglichkeit für gute Wildbeobachtung eben doch um einiges intensiver! Vielleicht hast du Zeit und Lust mal auf www.safari-wangu.de/safari.html in unseren Kenya und Tansania Berichten zu stöbern. Ich würde mich freuen und Danke für dein Feedback!
Jörg
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407 Beiträge · seit 201520. Dez. 2017 · #12
Hallo Jörg

Vielen Dank für den tollen Bericht. 🙂 🙂 Deine Art zu Schreiben gefällt mir sehr, deshalb habe ich gestern gleich mit eurer ersten Reise begonnen und werde mich nun langsam durch weiter Reisen lesen. Über die Feiertage habe ich genügend Zeit. Ich war erst dreimal in Südafrika, das östliche Afrika haben wir noch nicht ins Auge gefasst.
lg
brisen
lG brisen SA: 2013 mit Tristan da Cunha und St. Helena, 2014, 2015, 2018, 2022 http://meine.flugstatistik.de/brisen01 https://mtp.travel/users/38408/checklists/locations/map/visited_remaining
67 Beiträge · seit 200923. Dez. 2017 · #13
Hallo Jörg,
ich habe Deinen Reisebericht mit den Super Fotos auf einen "Ritt" durchgelesen. Danke für Deine persönlichen Eindrücke
und Deine Art des Schreibens. Die Fotos der kämpfenden Paschas sind beeindruckend. Ich kann mir Deinen Kampf mit der Fokussierung vorstellen, wir hatten 2016 eine ähnliche Situation im KTP bei ungünstigen Lichtverhältnissen, als ein Pascha vor der Parrung seine Konkurrenten angriff.

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In 2007 tourten wir durch Kenia, in der Massai Mara, Samburu, Mt. Kenya NP und Lake Nakuru. Die Migration am Mara Fluss war eines unseres Highlights, aber viele, viele " Touri Fahrzeuge". Wir waren zu viert mit einem Fahrer/Guide unterwegs, und zwischen 15 - 20 Fahrzeuge zu stehen , war und ist nicht unser Ding. Gleiches erlebten wir im Samburu bei einer
Leoparden Sichtung. Auch Etosha ist für uns grenzwertig.
Wir sind Fans des südlichen Afrikas, besonders von Botswana. In Botswana wirst Du eine andere Wildnis antreffen,
als in Namibia, über den KTP hinaus das CKGR (zur richtigen Jahreszeit), die Kaa Conzession, das Delta, usw..
Für den Tourismus und die Natur können unterschiedliche Interessen nur hilfreich sein, sonst treffen sich alle am gleichen Ort.
Der Mensch soll dorthin reisen, wo er glücklich ist.
Übrigens sind wir Fans von "Karls Erdbeerhof" mit seinem "Trödel" und Ambiente. Bei unseren Ostseetrips ist ein Zwischenstopp in Rövershagen Pflicht.

Wir wünschen Dir ein frohes Weihnachtsfest und tolle Reisen in 2018.
LG
Günter
Reisebericht Kalahari 2016: http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/291069-kalahari-expedition-2016.html https://www.cewe-community.com/de/galerie/book/32434#pageflip/page/1
Themenstarter50 Beiträge · seit 201623. Dez. 2017 · #14
Jambo Günter,

danke für dein Feedback! Ja, wenn wir Wildlife Begeisterten alle in die selbe Ecke Arikas fahren würden, würde es tatsächlich eng werden! Wir fahren allerdings auch in Kenya alle unsere Safaris selber und wissen nach 27 Jahren natürlich wo und wann man gute Wildbeobachtung auch mal alleine erleben kann! Aber du hast recht, wo viel Action ist, kommen dank Funk in den Fahrzeugen der Veranstalterauch oft auch viele Fahrzeuge zusammen. Das ist das bittere Los! Egal ob in der Mara am Mara River bei einem spektakulären Crossing oder (so interpretiere ich zumindest die gesehenen Fotos) bei einer Tour auf dem Chobe River! Wobei ich sagen muss, dass sich auch in der Hauptsaison die Fahrzeuge in der Mara (wenn man dann in der richtigen Ecke ist) besser verteilen, als z.B. im KTP, wo es einfach an Ausweichmöglichkeiten fehlt! Aber, wie du geschrieben hast, Afrika ist grundsätzlich groß genug, dass jeder "sein Afrika" finden und entdecken kann! Ich wünsche auch euch noch viele spannende Safaris...und wer weiß, vielleicht kreuzen sich irgendwann, irgendwo im Bush unsere Routen...safari njmea!
Jörg
P.S. Schöne Bilder, sieht nach Greensaison aus?
Self Drive Safaris - Reiseberichte und Infos zu Kenya, Tanzania, Namibia und einer Kanu Safari in Zimbabwe - 1990 bis heute http://www.safari-wangu.de