Sicherheitshinweis vom AA vom 14.1.2019 "In der Hauptstadt Harare, im Central Business District, also dem Stadtzentrum, wie auch in Bulawayo kommt es seit dem 14. Januar 2019 zu Unruhen, Protesten und Straßenblockaden. Die Opposition hat zu weiteren Protesten aufgerufen. Gewaltsame Auseinandersetzungen können nicht ausgeschlossen werden. Reisenden wird dringend geraten, die Stadtzentren von Harare und Bulawayo derzeit zu meiden bzw. umgehend zu verlassen, Menschenansammlungen fernzubleiben, die Lageentwicklung über die lokalen Medien zu verfolgen und Anweisungen von Sicherheitskräften unbedingt Folge zu leisten."
Viele Grüße Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Ob die Spritpreiserhöhung nun wie gefordert zurück genommen wird oder nicht, spielt alles keine Rolle mehr. Egal was politisch jetzt gemacht wird: Simbabwe kann sich aus eigener Kraft nicht mehr aufrappeln. Das Land braucht minimum 2 Mrd. USD besser 5-10 Mrd. USD von außen, um überhaupt eine Chance zu haben, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen. Mnangagwa dachte, dass er nach der Wahl 2 Mrd. von China bekommt, hat er aber bislang nicht. Aktuell bettelt Simbabwe in Europa um Geld. Im Vergleich zur Griechenlandrettung im Volumen von über 300 Mrd.USD geht es hier mit 2-10 Mrd. USD eigentlich um Peanuts. Dieses Wissen hilft aber auch nicht, wenn man die Peanuts eben nicht bekommt.
Nebenbei wurde mit der Spritpreiserhöhung für Bond-Notes und RTGS-Dollar das noch vor wenigen Wochen vehement gegebene Versprechen offiziell gebrochen, das Bond-Notes und RTGS-Dollar staatlich garantiert genau so viel wert sind wie US-Dollar. Und da liegt das Grundproblem Simbabwes: Man kann Staat und Institutionen nicht im geringsten vertrauen. Ohne Vertrauen gibt es keine funktionierende Währung. Ohne funktionierende Währung gibt es keine funktionierende Wirtschaft. Die Menschen in Simbabwe können einem nur noch Leid tun. Dem Hauptverantwortlichen Robert Mugabe sollte man angesichts dieser Krise sofort alle Luxusprivilegien entziehen.
Ausblick: Entweder gibt man Simbabwe jetzt sehr zeitnah Geld oder man lässt Simbabwe völlig kollabieren und gibt dann Geld. Am Ende wird in 2019 irgendwer Geld geben, weil das sonst in einer humanitären Katastrophe endet. Es wäre besser wenn EU, IMF, Worldbank oder ähnliche die Geldgeber wären, als wenn China, Katar oder ähnliche Player das tun.
sehr wahre Worte die Du da schreibst. Auch wenn ich "Im Vergleich zur Griechenlandrettung im Volumen von über 300 Mrd.USD geht es hier mit 2-10 Mrd. USD eigentlich um Peanuts. " nicht nachvollziehen vermag. Simbabwe hat 50% mehr Einwohner als Griechenland und liegt deutlich mehr am Boden als es Griechenland war.... da halte ich 2–10 Mrd für einen Tropfen auf den heißen Stein. Griechenland hatte ein Finanzproblem, Simbabwe hat ein Gesamtproblem - dort geht nicht mehr viel zusammen, alle Strukturen sind zusammengebrochen bzw. sind dabei. Hätte man Simbabwe zum Anfang der Krise vor 10 Jahrne geholfen, wäre man mit 10 Mrd wahrscheinlich noch ausgekommen.
Viele Grüße Christian
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FOFocus517 Beiträge · seit 201815. Jan. 2019 · #304
Hallo, hätte man vor 10 Jahren Zimbabwe 10 Mrd. gegeben, hätte der Mugabe Clan wahrscheinlich 8 Mrd davon in der eigenen Tasche..... VG
hätte man vor 10 Jahren Zimbabwe 10 Mrd. gegeben, hätte der Mugabe Clan wahrscheinlich 8 Mrd davon in der eigenen Tasche.....
immer noch besser als Mnangagwa heute 9 Mrd 😉
Viele Grüße Christian
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Nein, mit 2-10 Mrd. lassen nicht alle Probleme in Simbabwe lösen. Bezüglich der dafür notwendigen Summen wäre das tatsächlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber es ist auch nicht das Ziel, die Simbabwer mit einer gigantischen Liquiditätsinfusion von außen auf das Wohlstandsniveau der Griechen zu katapultieren. Es geht lediglich darum, eine Trendumkehr zu erreichen und einen Prozess in Gang zu setzen, so dass Simbabwe überhaupt wieder eine Chance hat, sich selbst aus den Problemen heraus zu arbeiten. "Gute" Politik voraus gesetzt, würde das sicher mehr als ein Jahrzehnt dauern. Aktuell hat Simbabwe nicht mal eine Chance. Ohne Geld und ohne Vertrauen bekommt man keine Wirtschaft in Gang.
Die Wirtschaft in Simbabwe ist so dermaßen am Boden, dass in Relation zum BIP eine Infusion von 2 Mrd dort äquivalent zu einer halben Billion für Deutschland wären. Beim Blick auf die nackten Zahlen ist Simbabwe mit mehr als 100% zum BIP für ein Entwicklungsland hoffnungslos überschuldet und niemand darf Simbabwe Geld geben. Man kann das aber auch wohlwollender interpretieren. Die maßgebliche Verschuldungsquote lässt sich über beide Parameter bearbeiten: Die Schulden selbst und das BIP. Weil die Wirtschaft so dermaßen am Boden ist, sind mit Liquidität und Reformen von diesem erbärmlichen Niveau aus anfangs durchaus jährliche Wachstumsraten von 30% und mehr drin. Dann wäre die Verschuldung zum BIP nach 3 Jahren auf 30-60% gesunken.
Größtes Hindernis ist sicher, dass weiter die Zanu-PF und die alte Garde an der Macht ist. Das internationale Vertrauen ist begrenzt, dass die wirklich zu Reformen bereit sind. Mit einer MDC-Regierung würden sich internationale Geldgeber leichter tun. Spielt erstmal kaum eine Rolle, ob die dann besser/kompetenter als die Zanu-PF wäre. Aber die MDC trägt nicht die Altlasten der Zanu-PF mit sich herum.
D.
FOFocus517 Beiträge · seit 201815. Jan. 2019 · #307
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GinaChrisThemenstarter4'984 Beiträge · seit 201615. Jan. 2019 · #310
Größtes Hindernis ist sicher, dass weiter die Zanu-PF und die alte Garde an der Macht ist. Da bin ich persönlich ganz bei Dreamliner: Same bus, another driver...
Erschreckende Meldungen aus Simbabwe sind auch von Doug Coltart, Anwalt für Menschenrechte, zu lesen:
Receiving a lot of disturbing reports that there is a widespread military operation in Harare’s townships (especially DZ and Chitingwiza) — soldiers are beating people up, going door to door, kicking down doors, dragging people out of their homes. #shutdownZimbabwe Both women and men are being beaten. Many have fled from their homes. Most have not been able to get to hospital. People have been shot by armed police and were prevented from going to hospital. The State has shut down social media to prevent this getting out. #shutdownZimbabwe
Quelle: @DougColtart Gruß Gina
FOFocus517 Beiträge · seit 201815. Jan. 2019 · #311
Internet noch immer abgeschaltet..... Ebenso mobile Datenübertragung... Es werden keine whatsapp Nachrichten zugestellt. VG
GinaChrisThemenstarter4'984 Beiträge · seit 201616. Jan. 2019 · #312
Hundreds shot, tens estimated dead in rampant rights violations across Zimbabwe
15 January 2019, 2300 Hrs
The Zimbabwe Association of Doctors for Human Rights (ZADHR) continues to receive disturbing reports of gross human rights violations across Zimbabwe.
ZADHR has attended to a total of one hundred and seven patients by 1600 hrs of the 15th of January 2019. The injuries ranged from extensive deglouving wounds secondary to gunshot wounds, gunshot wounds in the head, penetrating abdominal trauma and blunt trauma. The majority of the cases were concentrated in Bulawayo, Harare ( particularly Mabvuku and Chitungwiza), Karoi and Kadoma.
ZADHR has also received unconfirmed reports of several deaths across Zimbabwe. One person is alleged to have been run over by a security personnel truck in Harare, and one person who was declared dead on arrival at a medical facility in Kadoma. Reports of other deaths in Epworth and parts of Harare and Chitungwiza are also still being verified. ZADHR estimates the total number of deaths by end of yesterday to be in the region of five to ten casualties. It has been difficult to verify this information due to the internet blackout in Zimbabwe. (ZADHR will release another statement once all tallies from their members are authoritatively collated)
There has also been confirmed reports of retributive torture, beatings and displacements in Mabvuku, Chitungwiza and Kadoma throughout the night of fourteen January 2019. ZADHR is aware of four patients who were scheduled to undergo major surgery for limb saving procedures, penetrating abdominal trauma and neurosurgical procedures in Harare alone. Many patients also had sharpnel and foreign bodies from live ammunition.
ZADHR condemns these gross human rights violations, the use of live ammunition on protesters and any use of torture as a tool to punish protesters. ZADHR also calls upon the authorities to urgently allow those who have been arrested in multiple dragnets cast across the country to receive urgent medical care. Hundreds of injured people have not been attended to as they can’t travel to medical institutions or as they fear arrests or possible victimization.
ZADHR also calls upon all parties to excersice restraint and express their right to protest in non violent and peaceful ways. ZADHR calls for the international community (SADC, AU , UN) to swiftly intervene in the Zimbabwe crisis before the tense situation escalates into a humanitarian disaster.
ZADHR continues to provide urgent medical care to those in need as a result of these disturbances and is reachable via WhatsApp, calls, sms on its hotline 0777604610.
ZADHR INFORMATION DEPARTMENT
Quelle: fb Noreen Welch Gruß Gina
GinaChrisThemenstarter4'984 Beiträge · seit 201616. Jan. 2019 · #313
Seit 15:40 funktioniert das Inet, nach 30 Std Abschaltung, wieder. Gruß Gina
FOFocus517 Beiträge · seit 201816. Jan. 2019 · #314
Danke Gina für deine immer aktuellen Infos hier. Mein Bekannten haben die Nachrichten von gestern Vormittag bis jetzt noch nicht zugestellt bekommen - also entweder Datenstau oder nicht flächendeckend bereit stehend. Mittlerweile steht meine Reisplanung nach Zim auch zur Disposition - leider VG
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GinaChrisThemenstarter4'984 Beiträge · seit 201617. Jan. 2019 · #316
travelNAMIBIA schrieb:
Seit 15:40 funktioniert das Inet, nach 30 Std Abschaltung, wieder.
Es war tatsächlich so wie von mir geschrieben, jedoch wurden Whats App und fb nach etwa 1 Std wieder "abgedreht". Der Hintergrund war mehr als skurril! Mnangagwa hatte auf seiner fb-Seite > https://www.facebook.com/presidentmnangagwa/ einen Beitrag geschrieben. Irgendwer dürfte ihm dann gesagt haben, dass dies wenig Sinn macht, da er ja die Abschaltung des Inet angeordnet hatte. Also wurde der Zugang zu o.g. Netzwerken für kurze Zeit wieder geöffnet, damit man seinen Text ja nicht verpasst... Whats App und fb waren dann wieder dicht; der Rest nur über VPN Verbindungen erreichbar. Gruß Gina
GinaChrisThemenstarter4'984 Beiträge · seit 201617. Jan. 2019 · #317
Fürchterlich entsetzliche Berichte und Bilder die da aus Simbabwe kommen. Viele Tote, noch mehr Verletzte, und unzählige Verhaftungen, selbst Minderjähriger. Offenbar hat man den Internetausfall genutzt, um unbeobachtet vom Rest der Welt, quasi wahllos Haustüren einzutreten, Menschen zu misshandeln, und dann abzuführen, oder gar zu töten.
Die Menschen in Simbabwe haben Angst auf die Straße zu gehen, um nicht der brutal vorgehenden Polizei oder Armee in die Hände zu fallen.
Sie haben auch Angst, dass ihnen das Essen ausgehen könnte, weil sie befürchten, dass aG der Treibstoffpreise, die Lieferungen ausbleiben, und ein neuer "shut down" bevorstehen könnte. Heute hat das vielerorts zu massiven Hamsterkäufen geführt. Die Armee hat, bewaffnet mit Maschinengewehren, Eingänge zu Supermärkten kontrolliert.
Lebensmittelpreise steigen enorm; sogar während die Menschen an der Kassa anstehen.
Auch GB und die USA haben bereits Reisewarnungen veröffentlicht.
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GinaChrisThemenstarter4'984 Beiträge · seit 201618. Jan. 2019 · #319
Lange hats nicht funktioniert. Hier die Meldung welche die Anbieter gestern Abend verschickt haben:
Gruß Gina
GinaChrisThemenstarter4'984 Beiträge · seit 201618. Jan. 2019 · #320
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Simbabwes nutzt "EcoCash" (bargeldloses Bezahlen) für ihre Einkäufe. Ohne Inetverbindung kann das bald in einer humanitären Krise enden.