Simbabwe...aktuelle, prekäre Situation

847 Antworten · 139k Aufrufe · gestartet 09. Nov. 2017 von GinaChris
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16,9k Beiträge · seit 201226. Okt. 2018 · #241
Heute in der AZ:

Krise in Simbabwe: Gähnend leere Regale in Supermärkten - Afrika
https://www.az.com.na/nachrichten/krise-in-simbabwe-ghnend-leere-regale-in-supermrkten-2018-10-25/

In Simbabwe greift die Verzweiflung um sich. Die Menschen stehen oft stundenlang an, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen: In Supermärkten gibt es kein Brot mehr zu kaufen, Grundnahrungsmittel wie Speiseöl...

LG
Logi
517 Beiträge · seit 201826. Okt. 2018 · #243
Ernst54 schrieb:Ist sogar in Österreich im Standard ein Thema.
https://derstandard.at/2000090070200/Wirtschaftskrise-in-Simbabwe-Gaehnend-leere-Regale-in-Supermaerkten
LG 🙂
Ernst (der in genau 2 Monaten in Namibia landet 😄 )
Ich habe gerade den Artikel nach Zimbabwe weitergeleitet und habe eben von dort Wohnenden ein Dementi erhalten.
Inhalt: Das mit den leeren Regalen stimmt nicht, es fehlten zwar einige wenige Dinge, aber es gab die letzten Tage Nachschub.
Scheinbar ist es doch noch nicht so dramatisch - zumindest derzeit in Bezug auf Lebensmittel.
Stand 26.10.2018
VG
zuletzt bearbeitet 26. Okt. 2018
33,1k Beiträge · seit 200626. Okt. 2018 · #244
"Zim currency crisis: Police arrest 170 black market money dealers, report says"
"At least 170 black market money dealers have reportedly been arrested in Zimbabwe, as the currency crisis persists in the southern African country....."
https://www.news24.com/Africa/Zimbabwe/zim-currency-crisis-police-arrest-170-back-market-money-dealers-report-says-20181026

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
517 Beiträge · seit 201826. Okt. 2018 · #245
….auf die Nachfrage zur Treibstoffsituation die Antwort:

Da sind die Regale tatsächlich leer - vor allem Diesel...…
VG
Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201626. Okt. 2018 · #246
Was tatsächlich, neben Treibstoff zu fehlen scheint, oder beängstigend knapp wird, sind Medikamente,
da die Apotheken ihre Lieferanten nicht in US$ bezahlen können. (auch Krankenhäuser sind betroffen)
Brot ist aus dem selben Grund Mangelware.
Ob Cola, Fanta, ect fehlt, ist mMn völlig unwichtig; man kann gut ohne leben.
Die Regale scheinen sonst recht voll; einzig die tlw horrenden Preise verhindern den Kauf.
Gruß Gina
232 Beiträge · seit 200627. Okt. 2018 · #247
Also in Mutare gibt es noch alles zu kaufen, allerdings viel teurer und meistens nur noch in Bond Notes, so kostet seit gestern 1 Brot 2BN anstatt vorher 1BN. Meistens nehmen sie keine Kreditkarten mehr (also so wie früher 😉 , und falls doch, bezahlt man viel mehr als mit den BN.
Noch eine kurze Ergänzung, von aktuellen Food Preisen in Mutare, alles in BN:
- 10 kg Meali-Meal 4.39
- 2 kg Reis 3.50
- 1 kg Beef 10- 22.00
-1 kg Pork 10.00
Benzin/Diesel: hat es in Mutare noch.
Aktuelles update von unseren Freunden, heute Abend, 28.10.
Herzlich grüsst Manaslu
zuletzt bearbeitet 28. Okt. 2018
132 Beiträge · seit 201127. Okt. 2018 · #248
Ich war vor 14 Tagen da.
Hauptstadt, Falls und westlicher Landesteil.
Für Länder der 3. Welt, "alles ruhig", die Leute freundlich/zurückhaltend´.
Supermärkte waren "voll", ebenso die Läden der Locals (mit deren Bedarf), Tankstellen-Shops, dito. Auch da waren "Cola und Co." und "westlicher Luxus" (nochmal: für afrik. Verhältnisse) vorhanden.

Der "neue" Zim-Dollar ist of. Zahlungsmittel.
Stand im Verhältnisse 1 zu 2 zum US Dollar, mit Drang nach oben. (Man wollte schon tauschen.)
Local Markt mit Hülsenfrüchten, Gemüse, Mais und Co sowie Bush-Meat ist stabil (habe ich selber gesehen), Brot und Fleisch ist leicht gestiegen.

Benzin, vor allem Diesel ist knapp.
Hin und wieder ein Engpass, "Profis" weichen auf Nachbarländer aus, bzw. auf "private Tankstellen", die etwas bunkern und dann weiterverkaufen.

Roadblocks gab es, aber selten, wurden aber immer durchgewunken.
Keine Schlangen oder Schikane, pp.
Höflich grüßen und weiter.

Tierwelt ist spärlich.
Die Locals haben sehr viel gewildert, manche Landstriche sind "fast leer" (ist schwer vorstellbar, ist aber so).
Dito in Parks, da waren es die Warden und leider wohl auch einiges PHs.
Die Parks im Westen sind in einem sehr schlechten Zustand.
Das trifft auch für die Seen und Flüsse zu.
Ich habe auf einer Bootsfahrt über 50 (!) Stellnetze (aus China, für 5 Dollar) gesehen. Und das noch mit sehr kleinen Maschen.
"Wenigstens" waren es dann die Einheimschen selber.
(Hinweis: So wird nicht zum Eigengebrauch gefischt - Stichwort: Hunger - sondern um es zu Verkaufen - Stichwort: Geld machen -)

Alles in allem: Its Africa, alles okay.
zuletzt bearbeitet 27. Okt. 2018
517 Beiträge · seit 201827. Okt. 2018 · #249
Hi Powerrunner,
darf ich kurz fragen was du mit "PHs" gemeint hast?
Danke
VG
124 Beiträge · seit 200629. Okt. 2018 · #250
Hallo,
in 2 Tagen werden wir uns nach Zimbabwe "wagen". Von Kasane aus geht es nach Victoria Falls, dann weiter über Hwange nach Bulawayo.
Falls kein Diesel zu haben ist, könnten wir ja über Plumtree nach Francistown fahren, dort voll tanken (160 l) und dann wieder zurück über Plumtree Richtung Osten bis zur Grenze bei Mutare, hierfür müsste der Diesel ja dann reichen, in Mosambik wird es in Grenznähe hoffentlich eine Tankstelle geben.
An der Grenze nach Victoria Falls zahlen wir ja schon für unser Visum, Versicherung etc.
Wir gehen davon aus, dass bei einem Wiedereintritt in Plumtree dies nicht nochmal zu zahlen ist, oder?
Herzlichen Dank für eine Antwort und viele grüße
Alexandra und Rainer
517 Beiträge · seit 201829. Okt. 2018 · #251
Hallo fiedi,
doch, leider muss du das Visa bei jedem Grenzeintritt neu bezahlen, falls du lediglich ein Single Visa bei der ersten Eireise bezahlt hast. Bei mehreren Wiedereinreisen empfiehlt sich ein Double Visa oder Multiple Visa.
Die Versicherung fürs Auto musst du nicht neu bezahlen, die ist in der Regel 30 Tage gültig-bei längerem Aufenthalt muss diese verlängert werden.
Versuche bei Übertritt Bot-Vic Falls ein KAZA Visa zu bekommen, das erlaubt mehrere Übertritte. Das gibt es aber temporär manchmal nicht. Leider habe ich jetzt nicht die Erfahrung damit, wie es an anderen Grenzen außerhalb des Dreiländerecks gehandhabt wird. Ich vermute aber, dass es wenn du es hast auch an anderen Grenze gilt.
Bei Cabon Tax bin ich mir jetzt nicht sicher, aber meistens wird die ebenfalls neu fällig.

Zu beachten ist bei deinem Plan, dass in Botswana ebenfalls wieder die Autosteuern zu bezahlen sind, außer wieder die Versicherung - die Straßenbenutzungsgebühr wird wieder fällig.
Info natürlich ohne Gewähr, da sich auch schnell etwas ändern kann.
VG
zuletzt bearbeitet 29. Okt. 2018
33,1k Beiträge · seit 200629. Okt. 2018 · #252
"'We'll show Mnangagwa the power that people have,' says Chamisa as he vows mass protests against Zim govt"
https://www.news24.com/Africa/Zimbabwe/well-show-mnangagwa-the-power-that-people-have-says-chamisa-as-he-vows-mass-protests-against-zim-govt-20181029

Beste Grüße
Christian
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517 Beiträge · seit 201829. Okt. 2018 · #253
Hallo,
die Stimmung innerhalb der Eliten soll wohl recht "explosiv" sein sagen meine Bekannten in HRE.....
VG
2'530 Beiträge · seit 201129. Okt. 2018 · #254
Focus schrieb:Hi Powerrunner,
darf ich kurz fragen was du mit "PHs" gemeint hast?
Danke
VG
Professional Hunter's
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
132 Beiträge · seit 201101. Nov. 2018 · #255
Up-Date:
Seit 3 - 5 Tagen gibt es kaum noch Luxus Güter (Bier, Cola, pp.), die einheimische Versorgung ist schlechter geworden, aber noch da.
Diesel ist sehr, sehr knapp, ist quasi rationiert.
2'530 Beiträge · seit 201104. Nov. 2018 · #256
https://www.fin24.com/Economy/the-big-heist-where-is-zimbabwes-cash-going-20181103
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33,1k Beiträge · seit 200604. Nov. 2018 · #257
Erst hat Mnangagwa den Fund von Erdöl und Gas im Land verkündet (sicher, damit die Märkte beruhigt werden und der Staat viele Devisen in Aussicht stellen kann)... und da war es doch nur eine, sagen wir mal, voreilige Mitteilung von ihm 😉

"Australia's Invictus say no oil, gas find yet in Zimbabwe"
https://www.news24.com/Africa/Zimbabwe/australias-invictus-say-no-oil-gas-find-yet-in-zimbabwe-20181102

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201609. Nov. 2018 · #258
Update:

Versorgung mit Treibstoff
die Autoschlangen vor den Tankstellen sind großteils verschwunden. Benzin scheint es ausreichend, Diesel nicht überall zu geben.

Medikamente
sind nach wie vor knapp und nur gg US$ erhältlich.

Preise
sind etwa 20-40% gestiegen.
Brot ist in vielen Geschäften auf 2 Stk pro Kunde limitiert.
Beim Kauf von Speiseöl wird in manchen Geschäften ein Mindesteinkaufswert von 12-15US$ anderer Waren verlangt,
um eine Flasche Öl kaufen zu dürfen.

Bond Notes
obwohl von offizieller Seite immer wieder die Gleichwertigkeit mit dem US$ betont wird, ist die tagesaktuelle Praxis,
dass man für 1 US$ 3,20 Bond Notes bezahlt.

KFC
hat heute seine Filialen in Simbabwe wieder geöffnet, nach dem diese ein Monat geschlossen waren.

Quellen:
https://www.businesslive.co.za/fm/features/africa/2018-11-08-zimbabwes-currency-woes-continue/
https://www.fin24.com/Companies/Retail/kfc-reopens-in-zimbabwe-after-month-long-economic-closure-20181109

Gruß Gina
90 Beiträge · seit 201809. Nov. 2018 · #259
Wetterexperten sehen aufgrund der aktuellen Wassertemperaturen im Pazifik eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten Monaten das Wetterphänomen El Nino wieder aktiv wird. Das würde für das südliche Afrika wahrscheinlich die nächste Dürre bedeuten und käme gerade für Simbabwe zur Unzeit. Dollareinnahmen würden dann einbrechen, weil es weniger Tabak zu exportieren gibt. Gleichzeitig stiege der Dollarbedarf, weil aufgrund eigener Ernteausfälle mehr Nahrungsmittel importiert werden müssen.

D.
90 Beiträge · seit 201810. Nov. 2018 · #260
Im Januar wurden in Simbabwe 59,7 Millionen Liter Diesel verkauft. Im September 122,3 Millionen Liter Diesel. Bei Benzin waren es im Januar 20,7 Mio Liter und 86,0 Mio im September. Der Absatz hat sich mehr als verdoppelt nicht weil die Wirtschaft in Simbabwe boomt, sondern weil jeder der kann, in Simbabwe tankt und vermutlich mittlerweile Sprit illegal in andere Länder verschoben wird. Man bringt Rand oder USD ins Land, tauscht die 1:3 gegen Bond-Notes oder RTGS-Dollar und tankt dann effektiv für im südlichen Afrika konkurrenzlose 0,50 USD/Liter. So verstärkt sich die Krise selbst immer mehr. Im Januar reichten noch 40 Mio. USD pro Monat, um die Spritversorgung sicher zu stellen. Jetzt muss die Regierung 100 Mio. USD pro Monat bereit stellen. Diese Menge an harter Währung fehlt auf schmerzhafteste Weise für andere Zwecke: Vorprodukte für die Industrie, Arznei, ...

Was kann Simbabwe tun? Nichts. Stellen sie weniger Geld für den Treibstoffimport bereit, so gibt es keinen Sprit mehr an den Tankstellen und die Krise im Land verschärft sich. Um die Bond-Notes und RTGS-Dollar zum offiziellen Kurs von 1:1 aus dem Markt zu nehmen, bräuchte Simbabwe 10 Mrd. Dollar. Gibt man die Wechselkurse für Bond-Notes und RTGS-Dollar frei, so entfällt die Treibstoffproblematik. Aber die würden sofort auf 1:3 oder schlechter abwerten. Damit enteignet Simbabwe nach 2009 erneut die Bevölkerung und zerstört jegliches Vertrauen in den Staat. Vertrauen ist aber Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft.

Weil die Situation hoffnungslos erscheint, versuchen mittlerweile wieder alle die können, sich Aktien zu kaufen, um Werte zu haben, die den nächsten Kollaps überstehen. Die Börse in Simbabwe hat historischen Höchststand. Werte wie Meikles (Hotels und TM-Supermärkte) sind mit einem absurden Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 800 bewertet.

D.