Reisebericht

Auf "Schnuppertour" im Krüger

von Beatnick · begonnen 08. Nov. 2017 · 25 Teile

Teil 2107. Dez. 2017
21.9.2017, Teil II: Die Bombe tickt - und explodiert

Wir überlegen, was wir nach dem opulenten Frühstück anfangen sollen, und kommen ziemlich schnell zu dem Ergebnis: nichts. Uns steht der Sinn vor allem nach Ruhe und Entspannung. Mein Lieblingsplatz auf der gesamten Anlage ist schnell gefunden: das zu unserem Zimmer gehörige Holzdeck mit Blick aufs Wasserloch.

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Dort liege ich bräsig im Halbschatten auf der faulen Haut und beobachte Thomas, der auf Mini-Pirsch geht. Eine durchaus lohnenswerte Angelegenheit,...

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...aber meine Strategie ist um einiges bequemer: Ich warte ab, die Tiere kommen früher oder später sowieso vorbei.
Affen, Buschböckchen und Vögel, am Wasserloch betreten erst Springböcke, dann Elefanten und schließlich Familie Warzenschwein die Bühne. Mir geht's saugut!

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Am Nachmittag dann das übliche Prozedere: Die meisten Plätze auf dem Wagen sind schon vorab belegt, und weil unser Guide gerade in der Nähe ist, spreche ich ihn an, ob er sich der Sache nicht mal annehmen wolle? Er tut erstaunt. Welcher Sache? Es seien doch genug Plätze da? Okay, von dieser Seite ist keine Hilfe zu erwarten.

Wie sind wie (fast) immer voller Tatendrang und freuen uns auf die Nachmittagtour, doch schon nach wenigen Metern heißt der erste Halt Impalas. Nichts gegen Antilopen, aber den Grundkurs Impala hatten wir doch erst am Vortag in exakt derselben Jeep-Besetzung absolviert? Schon da war mir ein Verdacht gekommen, der sich nun erhärtet: Der Lümmel verlässt sich auf den Funk, statt selbst aktiv zu suchen.

Der Funkspruch kommt, die Leopardin ist noch immer auf der Pirsch. Keine schlechte Nachricht natürlich, doch weil sich schon zwei Autos am Fundort befinden, die möglicherweise etwas mehr Eigeninitiative entwickelt haben, dürfen wir dem wunderschönen Tier nicht als dritter Wagen in ein ausgetrocknetes Flussbett folgen.

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Unser Guide will es nun von der anderen Seite versuchen, sucht nach einer geeigneten Stelle, um herunterzufahren, doch schon von oben sehen wir, der Sand wird immer tiefer. Zu tief, gibt Thomas zu bedenken, aber unser mit einem äußerst gesunden Selbstbewusstsein gesegneter Ranger wettet lässig dagegen. Also rein in den Schlamassel, im Schneckentempo wühlen wir uns voran, bis uns schließlich ein quer liegender Baum stoppt.

Was nun? Links ist anscheinend eine geeignete Stelle, die einzige weit und breit, dort könnte man vielleicht aus dem Flussbett herausfahren? Meine nicht nur ich, sondern auch unser Tracker, doch da unser (weißer) Guide scheinbar immer das Gegenteil von dem macht, was sein (schwarzer) Tracker empfiehlt, eiern wir durch den Sand zurück. Es kommt, wie es kommen muss: Nichts geht mehr. Wir stecken fest. Na toll! Aussteigen is nich, an der Böschung lauern schon die Hyänen (kein Witz) und der Leo ist auch irgendwo in der Gegend. Mit viel Rangieren können wir uns zumindest wieder so befreien, dass wir auf demselben Weg bis zum umgekippten Baum zurückkriechen. Dort fahren wir an besagter Stelle links hoch und sind endlich raus aus der misslichen Lage. Das hätten wir aber doch auch früher...? Naja, vieles bleibt an diesem Nachmittag im Konjunktiv.

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Wir haben fast eine Stunde verloren, die Sonne steht schon tief und mein Hobby-Fotografenherz weint, doch oben angelangt kreuzt wenigstens die Leopardin direkt unseren Weg. Ein glücklicher Zufall, wir sind happy - und jetzt, wo wir sie nach all der Mühsal endlich vor uns haben, wollen wir natürlich noch bleiben.

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Doch unser Guide hat andere Pläne, er fährt weiter. Wie bitte? Thomas dreht sich besorgt zu mir um und sieht seine Befürchtungen bestätigt: Die Bombe tickt, ich koche vor Wut. Ja, es ist Sundowner-Zeit, alles schön und gut, aber dieses Verfahren nach Schema F verstehe ich in dieser Situation nicht. Und es kommt noch dicker. "Das war ja mal ein tolles Abenteuer", meint unser Guide beim Aussteigen selbstgefällig. Mir platzt der Kragen. Das soll wohl ein Witz sein?! Zeitverschwendung war das, sonst nichts, entgegne ich erbost. Und weil ich gerade so schön in Fahrt bin, erkläre ich zumindest mal zwei Sitzblockierern, was ich von ihren Methoden halte. Sie werfen sich auch gleich in den Staub und wir unterhalten uns tatsächlich sehr nett über dies und das. Er ist Veterinär, hat sich vor 30 Jahren auf afrikanische Säugetiere spezialisiert und ist auf diese Weise schon überall auf dem schwarzen Kontinent herumgekommen. Auch in die Ebola-Forschungen war er involviert, sehr interessant.

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Später erzählt mir Thomas, der Guide habe ihn angesprochen. Was wir erwarten würden, wo wir schon gewesen wären, welche Erfahrungen wie gesammelt hätten, mit anderen Guides, in anderen Camps, worauf es uns ankäme? Thomas, der eindeutig Geduldigere und Nettere von uns beiden, scheint den richtigen Ton zu treffen. Am nächsten Tag ist jedenfalls vieles besser, tatsächlich wird er sogar unvergesslich...
Teil 2208. Dez. 2017
22.9.2017: Tapetenwechsel

Am nächsten Morgen ist nicht alles, aber doch vieles anders. Die beiden Amerikaner, mit denen wir uns am Vorabend so nett unterhalten haben, sitzen schon im Wagen, rücken aber zusammen, als wir kommen. Die beiden anderen sind unbelehrbar und blockieren Reihe eins, hinten wäre frei, aber wir wollen nicht ausgerechnet zwei junge Flitterwöchler trennen, die am Vortag zu uns gestoßen sind. Also sitzt Thomas wieder auf dem Beifahrersitz, den er mittlerweile ohnehin richtig toll findet, und ich komme in der mittleren Reihe außen rechts unter.

Unser Guide hält sich nicht mit langen Vorreden auf, es geht schnurstracks auf die Pirsch, inklusive Fährtenlesen und allem Pipapo. Das gefällt uns schon deutlich besser, bleibt allerdings relativ ertraglos: Es ist nicht viel los im Revier.

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Vermelden auch die andern beiden Wagen, und unser Guide fährt los. Und fährt und fährt. Ich glaube, wir umkurven Londolozi, das keine anderen Autos auf seinem Gelände gestattet, und sind auf jeden Fall in einem ganz anderen Gebiet unterwegs als an den Tagen zuvor.

Schließlich sind wir da (wo auch immer) und werden aufgeklärt. Wir sollen Ausschau halten nach einem Löwenrudel, das sich im Moment in dieser Gegend aufhält und auch so schnell nicht weiterziehen wird. Eine Löwin ist kürzlich Mutter von vier Jungtieren geworden und damit örtlich gebunden. Besuchen dürfen wir die Kleinen (zumindest proaktiv) nicht, denn sie sind noch keine drei Wochen alt. Wir fahnden also nach dem Rest der Familie.

Zunächst ohne Erfolg. Dann begegnet uns ein anderes Auto, sie haben das Rudel gerade verlassen, es liegt nicht weit entfernt faul im Gras herum. Na bestens! Wir machen uns auf den Weg, doch wir sind noch nicht weit gekommen, da ruft jemand: "Löwe! Mit Beute." Ich sehe die Katze nun auch, doch die Beute sieht für mich nach etwas anderem aus. Ich wage es kaum zu hoffen, doch tatsächlich: Die Löwenmama quartiert ihre Kids um und muss sie dafür per Luftpost von A nach B transportieren.

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Wir bleiben stehen, schalten den Motor ab und schauen uns dieses faszinierende Schauspiel in aller Ruhe an. Das Baby baumelt von einer Seite zur anderen, ich wundere mich, dass dem Nachwuchs bei dieser Prozedur offenbar kein Haar gekrümmt wird.

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Für die Löwenmama scheint das Hin und Her in der Hitze sehr anstrengend zu sein. Als sie ihr Junges in der neuen Residenz abgeliefert hat, braucht sie erstmal eine Pause, bevor sie japsend weiterzieht.

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Wir sehen sie eine Zeit lang nicht, doch bis zu uns ist das freudige Maunzen der Kleinen bei ihrer Rückkehr zu hören. Schließlich taucht sie mit der nächsten Fracht auf. Als die Löwin auf dem Weg in ihre neuen vier Wände erneut im Gebüsch verschwindet, trennen wir uns schweren Herzens.

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Das Löwenrudel ist mittlerweile nicht mehr da, das Gras plattgelegen, aber verwaist. Egal. Wir sind allesamt ganz aus dem Häuschen, unser Guide wird bei unserer Rückkehr in die Lodge von der Belegschaft wie ein Held gefeiert. Natürlich, es war reiner Zufall und ein Riesenglück, das uns diese Sichtung beschert hat, aber heute will ich nicht kleinlich sein: Er hat sich nach Kräften bemüht, und das hat sich nicht nur für uns, sondern auch für ihn ausgezahlt. Wir alle - inklusive Guide - hatten so etwas noch nie beobachtet.

Glücklich beziehe ich nach dem Frühstück wieder meinen Lieblingsplatz auf der Veranda, berichte den Affen trotz offenkundigen Desinteresses von meinem aufregenden Morgen, während Thomas einen Runde im Pool schwimmt. Schon jetzt freuen wir uns auf die nächste Tour, den letzten Nachmittagsdrive auf dieser Reise. Er wird uns nicht enttäuschen.

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Teil 2310. Dez. 2017
22.9.2017, Nachmittag: Das große Fressen

Es ist unsere letzte Nachmittagstour auf dieser Reise, nur mit Mühe kann ich diese Tatsache verdrängen. Wir folgen zunächst Leopardenspuren und werden auch fündig, wieder eine junge Dame, die noch bis vor wenigen Tagen an der Seite ihrer Mutter unterwegs war. Nun hat sie sich offenbar abgenabelt, von der Mutter ist jedenfalls weit und breit nichts zu sehen. Ganz in der Nähe liegt ein Kill im Baum, unser Guide kann nicht sicher sagen, ob sie erstmals alleine erfolgreich gejagt oder Mama dabei geholfen hat.

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Die Leopardin ist knapp ein Jahr alt und ausgewachsen, wird aber noch deutlich an Masse zulegen. Für den Moment steht ein Schläfchen auf der Agenda, wir wollen später noch einmal zurückkehren.

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Die Sichtungen bleiben an diesem Tag zunächst überschaubar, wir entdecken Büffel und Elefanten im Dickicht, Nyalas und Dr. Dolittle,...

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...und nach unserem letzten Sundowner an einem idyllischen Wasserloch, der mich ein wenig sentimental stimmt, fahren wir zur Leopardin zurück. Das Timing ist perfekt. Sie will gerade den bewussten Baum erklimmen, rutscht aber erst einmal ab. Sie ist halt noch jung und unerfahren.

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Es sieht zunächst nicht so aus, als sei sie hungrig,...

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... dann kommt aber doch Bewegung in die Sache.

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Die Hyänen, die sich unterhalb des Baumes zusammenrotten, machen die Katze ganz offensichtlich nervös.

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Wir amüsieren uns, als sie ganz katzenlike mit so einem sackähnlichen Dingsda spielt, möglicherweise ist es aber auch Taktik. Fällt das Teil herunter (was allerdings nicht passiert), sind die nervigen Hyänen erst einmal beschäftigt.

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Schließlich beginnt das große Fressen.

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Einmal mehr zeigt sich die Unerfahrenheit der jungen Leopardin, der die Antilope herunterzufallen droht. Nur mit Mühe kann sie ihre Mahlzeit retten.

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Eine Hyäne direkt bei uns am Auto lässt vor lauter Aufregung einen Wind, und ich kippe fast von der Rückbank. 🤢

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Diese Szenerie zeigt die ganze Härte der Natur, ist aber dennoch friedlich und faszinierend.

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Schließlich ist das Dinner beendet. Dieser Tag, da sind wir uns einig, war mit zwei spektakulären und dabei so unterschiedlichen Sichtungen ein ganz besonderer.

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Teil 2411. Dez. 2017
23.9.2017: Alles hat ein Ende...

In der Nacht und beim schnellen morgendlichen Heißgetränk haben wir Hyänen sehr nah heulen hören und sind kaum losgefahren, da stoßen wir schon auf sie. Im Mittelpunkt ihrer angeregten Diskussion mit viel herzzerreißendem Gejammer steht ein sehr überschaubarer Rest von ... ja von was eigentlich? Aber die anderen können noch so quengeln, die Chefin ist hochschwanger und lässt nicht mit sich reden.

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Der Sonnenaufgang verspricht einen schönen Tag, das wird uns den Abschied nicht gerade leichter machen. Am Abend steht unser Rückflug an, die Taschen sind schon gepackt.

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Unser nächster Stopp ist ein Rhino, das eindrücklich seine Besitzansprüche unterstreicht,...

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...und noch während wir es beobachten, zieht am Horizont eine Wolkenwand auf, die sich in rekordverdächtigem Tempo nähert. Es dauert keine Stunde, dann ist der Himmel zugezogen und ich bin froh über die Jacke, die ich zusätzlich zur Decke um mich schlinge. Abschiedswetter.

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Der Baum, auf dem wir am Vorabend die Leopardin beobachtet haben, ist verwaist, der Kadaver spurlos verschwunden. Wir fragen uns, was wohl passiert ist. Ist er noch heruntergefallen und Beute der Hyänen geworden? Wir rätseln, werden es aber nie erfahren.

Die Leopardin finden wir nicht weit entfernt. Sie ist auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz und guckt dabei einige Bäume aus.

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Schließlich kehrt sie zu dem Erdhaufen zurück, auf dem wir sie bereits am Vortag gefunden haben.

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Sie macht sich bereit für ein Verdauungsschläfchen, vom abendlichen Festessen zeugen kaum noch Spuren. Nur an den Schnurrhaaren klebt noch Blut.

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Wir genießen unser letztes tolles Frühstück in der Lodge, dann müssen wir los. Ich stelle mir vor, wie es wäre, jetzt einfach eine nächste Station auf der Reise anzusteuern. Ach nee, lieber doch nicht, das gibt nur Frust... Auf dem Weg zum Flughafen in Nelspruit fahren wir parallel zur Panorama-Route, wo die tolle Landschaft seit Tagen verhangen ist. Wir lange es her zu sein scheint, dass wir dort waren. Dabei liegt es keine zwei Wochen zurück.

Bei der Reservierung der Plätze auf dem Rückflug haben wir bewusst darauf geachtet, nicht in der Nähe der auf dem Hinweg in Mitleidenschaft gezogenen Sitzreihen zu landen. Es ist aber ohnehin eine andere Maschine. Der Flug ist wie immer lang und unbequem, aber irgendwann ohne besondere Vorkommnisse vorbei. Wir sind Zuhause - und so bleiben an dieser Stelle nur noch ein riesiger Dank an alle stillen, kommentierenden und Danke-drückenden Mitreisenden sowie die Bilanz unserer "Schnuppertour" im Krüger. Fazit folgt.
Teil 2512. Dez. 2017
Ein Fazit und schon wieder Fernweh

Wie also fällt nach unserer zweiten Südafrika-Reise und unserer Krüger-Premiere das Fazit aus? Grundsätzlich sehr positiv. Wir waren das Ganze ja eher skeptisch angegangen, die meisten unserer Bedenken haben sich aber in Rauch aufgelöst. Viel Glück hatten wir an der wunderschönen Panoramaroute, die offenbar sehr oft und besonders in der von uns gewählten Jahreszeit verhangen ist.

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Gefühlt reicht es, die Wunder der Natur dort einmal gesehen zu haben. Missen möchte ich das Erlebnis aber nicht! Wer in der Gegend ist und überlegt, ob er die Panoramaroute mit ins Programm aufnimmt, dem rate ich bei entsprechendem Wetter auf jeden Fall dazu.

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Der riesige Krüger, von dem wir ja nur einen Bruchteil gesehen haben, hat uns mit seiner Vielseitigkeit begeistert. Viele unterschiedliche Tiere, nicht immer leicht zu entdecken, weil eben auch die Landschaft viel zu bieten hat und weniger karg ist als anderswo. Trotzdem haben uns die Sichtungsmöglichkeiten absolut überzeugt.

Die Teerstraßen haben uns im Vorfeld sehr abgeschreckt, am Ort haben sie uns kaum bis gar nicht gestört. Zumal wir ohnehin meist die Schotterpisten gefahren sind, wo uns oft stundenlang kein anderes Auto begegnet ist. Im Etosha, in der Serengeti oder auch am Chobe ist der Verkehr unserer Beobachtung nach deutlich heftiger. Wir waren allerdings auch außerhalb der südafrikanischen Ferien und somit in der Nebensaison unterwegs. Den anderen Fall möchte ich nicht ausprobieren.

Es war außerdem das Ende der Trockenzeit. Da die Vegetation stellenweise schon eher dicht ist, hat das sicherlich die Sichtungschancen gesteigert. Wir waren mit einem Polo unterwegs, der die (nicht existenten) Herausforderungen auf den Straßen des Krüger bravourös gemeistert hat. Dennoch würde ich beim nächsten Mal einen SUV oder etwas ähnliches bevorzugen. Es holpert einfach weniger und auch die erhöhte Sitzposition ist bei Tierbeobachtungen komfortabler. Ewig zu Dank verpflichtet bin ich dem Krüger für die Erfüllung eines Herzenswunsches: ein Bateleur, geduldig, stillsitzend - endlich!

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Die Restcamps im Krüger, tja... Satara (Typ Raststätte) und Lower Sabie (kleiner und etwas idyllischer) liegen praktischerweise mitten im Park und erfüllen fraglos ihren Zweck, könnten aber dringend eine Renovierung vertragen. Heimelig war es dort nicht, aber beileibe auch nicht unerträglich. Wahrscheinlich sind die Buschcamps (als Selbstversorger) die bessere Alternative.

Unser ungeschlagener, absoluter, unumstrittener und goldmedaillenverdächtiger Favorit war das Umlani Bushcamp in Timbavati. Sowohl das Camp mit seiner urigen, freundlichen, persönlichen Atmosphäre als auch die Sichtungsmöglichkeiten haben uns komplett begeistert. Wir wollen definitiv wiederkommen (und dann natürlich auch endlich eine Nacht im Baumhaus verbringen).

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Die Entscheidung, Private Game Reserves und den Krüger als Selbstfahrer miteinander zu verbinden, war für uns richtig. Beides hat seinen Reiz, beides gefällt uns. Die Elephant Plains Lodge in Sabi Sand sollte der krönende Abschluss unserer Tour sein, und die Gegend wird ihrem Ruf als Leopardengebiet Nummer eins absolut gerecht. Doch das ist vielleicht auch Teil des Problems. Gäste wie Guides erschienen uns in vielerlei Hinsicht ziemlich verwöhnt. Trotz überragender Sichtungen, die wir nicht missen möchten, blieb Sabi Sand für uns ein kleines Missverständnis. Das Naturerlebnis, die Tiere, die Gamedrives stehen bei uns über allem. Das ganze Chichi war dabei gefühlt im Weg.

Der Krüger wird uns wiedersehen, das glaube ich sicher. Vielleicht durchfahren wir ihn von Süd nach Nord, streuen Umlani ein und am Ende Mashatu, ein Besuch dort ist immer noch ein Traum von mir. Doch weil die Welt groß und bunt ist, stehen erst einmal andere Reiseziele auf der Bucketlist.

Afrika sieht uns im kommenden Jahr wieder. Im August verschlägt es uns erstmals nach Kenia in die Masai Mara. Bis dahin halten wir uns bei euch auf dem Laufenden. Fahren auf eurem Trittbrett über Stock und Stein. Suchen mit euch Löwen, Vögel und die Little Five und freuen uns, wenn das Afrika-Fieber seine ganze Wirkung zeigt. Denn wir haben schon wieder Fernweh!

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Vielen, vielen Dank, dass ihr uns begleitet habt! Es hat uns wieder riesigen Spaß gemacht, die Reise gemeinsam mit euch erneut zu durchleben. Wir wünschen euch und euren Lieben eine schöne Weihnachtszeit, einen guten Rutsch und immer genug Luft auf den Reifen.

Viele liebe Grüße,
Bettina und Thomas

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