BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201608. Nov. 2017 · #1
Ihr Lieben,
seit Jahren sind wir nun Safari-/Afrika-süchtig, in den "Klassiker" Krüger Nationalpark hat es uns allerdings in all der Zeit nicht verschlagen. Warum? Es hat sich einfach nicht so recht ergeben und stand auch auf der Wunschliste nicht ganz oben. Teerstraßen, Touristenmassen, Zoogefühl - viel hatten wir gehören, gelesen, aufgeschnappt, was den Sehnsuchtsfaktor nicht unbedingt erhöht hat. Doch als begeisterte Reisebericht-Konsumentin hier im Forum sah ich mich auch immer wieder mit ganz anderen Erfahrungen konfrontiert.
Was soll ich sagen... Der Rand stand (steht) günstig, wir hatten zwei Wochen Zeit und wollten nach arbeitsintensiven Monaten stressfrei unserer Lieblings-Freizeitbeschäftigung nachgehen - heraus kam eine Südafrika-Planung rund um den Krüger. Die Panorama-Route sollte eine Rolle spielen, ebenso stand Mashatu in Botswana auf der Wunschliste. Dies entspannt und bezahlbar innerhalb von 14 Tagen miteinander zu verheiraten, blieb allerdings ein frommer Wunsch. Also Mashatu schweren Herzens raus, dafür nahm der Gedanke Gestalt an, bei eventuellem Gefallen wiederzukehren, mit mehr Zeit den Park zu durchqueren und Mashatu am Ende einzubauen. Manchmal sieht man sich ja zweimal...
Wer mag, ist herzlich eingeladen, uns auf unserer "Schnuppertour" im und um den Krüger herum zu begleiten. Das Thema "Geruch" spielte übrigens eine zentrale und wiederkehrende Rolle auf unserer Reise, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden. Hier unsere Stationen, ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere Interesse hätte:
10.-13.9.17 Hippo Hollow Country Estate, Hazyview 13.-16.9.17 Umlani Bush Camp, Timbavati Game Reserve (Greater Kruger) 16.-18.9.17 Satara Restcamp 18.-20.9.17 Lower Sabie Restcamp 20.-23.9.17 Elephant Plains Game Lodge, Sabi Sand Game Reserve (Greater Kruger)
Liebe Grüße, Bettina
P.S.: Die Sonne ist aktiviert, wenn auch nicht in Hamburg 😎
Hi Bettina, da bin ich auch mit dabei da es wahrscheinlich noch mehr schöne Katzen geben wird auf eurer Tour. Diese beiden sind ganz wunderschône Tiere und machen Lust auf mehr. Btw, Wir waren genau einen Monat früher im Krüger und es nimmt mich Wunder wie sich unsere Touren vergleichen. Für uns war es die dritte Krüger Tour und wir gehen immer wieder gene, wenn schon mit offenen Augen und kennen all die Probleme die es eben in einem so populären Park gibt. Freue mich auf deinen RB. Liebe Grüsse von Katrin
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201409. Nov. 2017 · #5
Hi Bettina,
ich begleite euch sehr gerne auf Eurer Schnuppertour im Krüger und bin gespannt, was ihr so alles gesehen und erlebt habt. Wenn man die Bilder betrachtet, hattet ihr ja wohl tolle Sichtungen und gutes Wetter. Die "Three Rondavels" kenne ich nur im Nebel.
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201609. Nov. 2017 · #6
Ihr Lieben,
na, da sind wir doch schon eine nette kleine Mädelsrunde 🙂 Ich freu mich. Sadie, ich wusste gar nicht, dass ihr Krüger-Fans seid und kurz vor uns dort wart. Wäre ja lustig gewesen, sich zu treffen... Die "Three Rondavels" im Nebel, damit hatte ich auch beinahe gerechnet. Aber dazu später mehr. Unsere gemeinsame Runde geht heute noch weiter, versprochen!
sandra1903385 Beiträge · seit 201509. Nov. 2017 · #7
Noch ein Mädel steigt zu 😁 Die bisherigen Bilder sind ja schon sehr vielversprechend!
Schöne Grüße
Sandra
H.Badger1'822 Beiträge · seit 201609. Nov. 2017 · #8
Hallo Bettina,
ich lese auch gern mit und freue mich auf viele schöne Eindrücke aus dem Kruger. Nach mehrmaligen Besuchen gehören wir schließlich zu den Fans des Parks und bis zu unserem zehnmaligen Afrikajubiläum, das wir nächsten Herbst ebendort verbringen werden, ist es noch etwas hin. Genug Zeit also, Sehnsucht zu tanken und schöne Reiseberichte zu lesen.
Ich bin gespannt, was ihr so erlebt und fotografiert habt! LG Sascha
Hallo ich bin auch dabei, Wir waren bisher für 5 Nächte im Krüger. Dachte ursprünglich „das reicht“ für einen Eindruck. Aber eigentlich möchte ich nochmal dorthin. Freue mich auf den Bericht! 🙂
Viele Grüße von
Gila
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201609. Nov. 2017 · #10
Herzlich willkommen Gila und Sascha,
die Frauenrunde ist damit gesprengt, was ja kein Nachteil sein muss 😉 Der Start wird rumpelig, ich hau dann mal in die Tasten, damit wir diesen Part schnell hinter uns haben.
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201609. Nov. 2017 · #11
9./10.9.2017: "He killed himself in alcohol"
Normalerweise würde ich kaum eine Silbe über die Anreise verlieren. Flüge sind strapaziös, lang, unbequem - und grenzen für mich doch jedes Mal aufs Neue an ein Wunder. Dieser brennt sich jedoch in mein Gedächtnis ein. Und das kam so: Während unseres Nachtflugs mit South African Airways bin ich irgendwann tatsächlich entschlummert, was einer Sensation gleicht. Als ich mitten in der Nacht aufschrecke, muss ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass wir von blauen Marsmännchen gekapert wurden. Die entpuppen sich bei genauerer Betrachtung als Bordcrew, die sich in blaue Ganzkörperkondome nebst Einweg-Handschuhen und Mundschutz gezwängt hat. Es hängt ein äußerst penetranter Geruch in der Luft, auch die Geräuschkulisse zeugt von viel Elend. Die Nachfrage bei der Stewardess bestätigt meinen Verdacht: Ein Passagier hat deutlich über den Durst getrunken ("He killed himself in alcohol") und kann nun (sehr ausdauernd) nicht mehr an sich halten.
Die Folgen sind relativ fatal. Wohin in so einer Sardinenbüchse mit einer Schnapsleiche? Eine Ausnüchterungszelle hat bei der Konstruktion wenig überraschend keine Berücksichtigung gefunden, es bleibt nur der angestammte Platz. Es beginnt ein Hin-und-Her-Gerenne zwischen Sitzplatz und Toilette, zuweilen reicht die Zeit aber nicht aus, um diese unfallfrei zu erreichen. Mir tun die Passagiere in der "Schusslinie" aufrichtig leid, ich bin aber heilfroh, dass wir auf der rechten Seite des Fliegers sitzen. Das Bordpersonal ist verständlicherweise restlos bedient und muss zudem noch in dem ganzen Kladderadatsch am nächsten Morgen bei der Suche nach dem im Suff vermeintlich verlorengegangenen Personalausweis helfen. Der Trunkenbold selbst sah übrigens alles in allem bei Tagesanbruch im Gegensatz zu seinen Sitznachbarn vergleichsweise ausgeruht aus und zeigte für mein Empfinden auch keinerlei Scham oder Reue. Ein fetter Umschlag landete jedenfalls nicht in den Händen des Bordpersonals, das mir beim Rausgehen glaubhaft versicherte, dies sei der schlimmste Job in den vergangenen zehn Jahren gewesen.
Thomas übrigens hat den größten Teil des Dramas selig verpennt. Nach beendetem Schönheitsschlaf fragte er mich nach der Quelle des üblen Gestanks - nicht zum ersten Mal im Leben kam mir der Gedanke, dass männliche Dickfelligkeit durchaus erstrebenswert sein kann...
Der Rest ist schnell zusammengefasst: Nach der Landung in Johannesburg werden wir wegen unserer zweistündigen Verspätung (wir kamen schon in Frankfurt nicht rechtzeitig weg) reibungslos auf den nächsten Flug nach Nelspruit umgebucht. Dort sammeln wir am Flughafen unseren gemieteten VW Polo ein, der seine Dienste angeblich auch ausreichend im Krüger tun soll, und freuen uns: endlich wieder unterwegs! Nach Hazyview ist es nicht weit, um 14 Uhr sind wir am Hippo Hollow Country Estate, wo wir die ersten drei Nächte verbringen werden. Die Unterkunft liegt für unsere Zwecke strategisch günstig. Nah an der Panorama Route, die wir am nächsten Morgen in Angriff nehmen werden, aber auch zum nächstgelegenen Krüger-Gate, wo wir den zweiten vollen Tag (unser "Jokertag" für den Fall schlechten Wetters zu Beginn etc.) verbringen könnten, wenn wir das wollten.
Das Gelände ist sehr gepflegt und gefällt uns auch, jedoch ohne "Wow"-Effekt. Schön ist unser kleines Häuschen mit Flussblick, ein bisschen atmet es hier auf der hinteren Veranda schon Wildnis, während vorne am Pool eine amerikanische Großfamilie für reichlich Beschallung sorgt. Wir befüllen unsere Bohnensäckchen in Ermangelung an Bohnen mit Reis und lassen die Schrecken der Nacht endgültig hinter uns.
Das Essen im Restaurant ist sehr gut, der Knaller sind aber die Hippos, die regelmäßig abends den Sabie River herauf- (oder herunter?) geschwommen kommen, mehr oder minder elegant den Fluten entsteigen und beim Trimmen des Lodge-eigenen Rasens jeden Gärtner vor Neid erblassen lassen. Wir haben schon viele Hippos gesehen, aber wilde Nilpferde rund zwei Meter unter uns, während wir in der offenen Terrassentür stehen, das hat schon was. Satt, ausgelaugt und voller Vorfreude auf die nächsten Tage geht es schließlich ins Bett. Und ab morgen sind dann auch deutlich mehr Fotos im Spiel, versprochen! 🙂
Sadie1'835 Beiträge · seit 201509. Nov. 2017 · #13
Hallo Bettina, Huch was für ein Anfang zu eurer Reise! Schon eine Zumutung bei solch stinkendem Drama zu erwachen und mir tut das Board Personal auch Leid. Nicht mal nen Tipp für Ihre Mühe? Hoffentlich erhält dieser Passagier ein Flugverbot by SA. Unser letzter Tag in Kruger war August 22 und danach machten wir noch einen kurzen Stop in der CH. Also wir hätten uns gleichwohl verpasst. Nimmt mich Wunder ob du den Krüger als Zoo empfunden hast... LG Katrin
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201609. Nov. 2017 · #14
Ihr Lieben,
Netti, klasse, dass du auch diesmal wieder dabei bist, ich freue mich sehr!
Sadie, ich weiß auch nicht, welche Handhabe Airlines in solch einem Fall haben. Aber das Wort “Zumutung“ trifft es wohl. Ich möchte so etwas keinesfalls nochmal erleben jedenfalls... Die Zoofrage wird natürlich beantwortet, aber erst viel später. 😉
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201610. Nov. 2017 · #15
11.9.2017: Hier gibt es Landschaft, und davon sehr viel
Der erste bange Blick morgens aus dem Fenster zeigt: Es ist - wie offenbar schon in den vergangenen Wochen - sonnig. Das ist deshalb entscheidend, weil es rund um den Blyde River Canyon sehr oft arg verhangen ist - besonders in dieser Jahreszeit. So aber besteht eine Chance, dort mehr zu sehen als nur die Hand vor Augen.
Wir haben am Vorabend lange überlegt, welche Route genau wir an diesem Tag nehmen. Theoretisch hätten wir zwei Tage Zeit für die Panorama-Route. Praktisch aber lockt uns beide der Gedanke, den zweiten vollen Tag schon im Krüger zu verbringen. Wir sind schwer auf Safari-Entzug...
Wir beschließen, trotz allem relativ weit südlich mit den Lone Creek Falls hinter Sabie zu beginnen. Die hügelige Strecke dorthin führt durch Nadelwald, der stark unserer heimischen Flora ähnelt. Die Straße ist gut zu befahren, wie aus dem Nichts tauchen allerdings immer wieder Schlaglöcher auf, die volle Aufmerksamkeit erfordern. Die Lone Creek Falls gefallen uns gut, zumal wir die ersten Besucher an diesem Tag sind und die wunderschöne Natur für uns alleine haben.
Der nächste Stopp sollen die Bridal Veil Falls sein. Auf dem Weg dorthin signalisiert unser Navi eine Abkürzung, die lohnenswert erscheint. Wir lassen uns drauf ein und merken viel zu spät, dass die wenigen Kilometer eine Herausforderung bilden, die unser kleiner Polo eigentlich nicht bewältigen kann. Na toll, wir schrotten unseren Mietwagen nebst Reifen schon an Tag eins, ohnehin kostet uns dieser "Shortcut" mehr Zeit, als wir eigentlich haben. Für eine Umkehr ist es jedoch zu spät, wir sind schon ziemlich in der Mitte. Meine Laune rutscht in den Keller. Ich bin vor allem sauer auf mich selbst, dass ich auf diesen miesen Trick unseres GPS hereingefallen bin. Das hier ist eben doch Südafrika und nicht das Sauerland...
Erstaunlicherweise kommen wir ungeschoren an den Bridal Veil Falls an. Doch ein Blick aus der Ferne reicht, und wir fahren weiter. Es ist nun mal Trockenzeit, was die Attraktivität von Wasserfällen naturgemäß schmälert. Da wir ohnehin Zeit wieder reinholen wollen, verzichten wir bis auf die Lisbon Falls auf den Besuch weiterer Wasserfälle und auch auf den geplanten Stop beim viel empfohlenen Pfannkuchen-Haus in Graskop. Das allerdings vor allem deshalb, weil wir nach dem hervorragenden Frühstück am Morgen noch nicht wieder hungrig sind.
Lisbon Falls
Hinter Graskop ist die Straße in makellosem Zustand. Die Stops beim Pinnacle Rock und God's Window gefallen uns sehr gut, ...
... die Bourke's Luck Potholes sind ein erster echter Höhepunkt. Wir haben diese Felslandschaft mit den ausgewaschenen Löchern und Röhren beileibe nicht für uns allein, doch die Menschen verteilen sich auf dem großen Gelände und die Stimmung ist fröhlich und entspannt. Wir klettern über Stock und Stein, andere nutzen die Gelegenheit und plantschen in den flacheren Wasserbecken. Da es sehr warm ist, keine schlechte Idee.
Wir hatten (hier im Forum?) gelesen, dass zum Fotografieren die Mittagszeit am besten geeignet ist, weil die Sonne dann am höchsten steht und die Felsformationen voll ausgeleuchtet sind. Wir sind mit etwa 13 Uhr einen Tick zu spät, aber das ist schon Jammern auf allerhöchstem Niveau.
Nicht zu toppen sind die Aussichtspunkte Blyde River Canyon ...
... und schließlich Three Rondavels. Wir sind sehr rechtzeitig da (um 17 Uhr muss man aus dem Gate raus sein) und genießen diese grandiose Landschaft in vollen Zügen.
Mehrere Reisegruppen kommen und gehen, wir sind aber streckenweise auch fast für uns. Die Schönheit dieses Ortes verschlägt uns den Atem und wir beobachten so lange es geht, wie die sinkende Sonne die Felsen zusehends rot färbt.
Was für ein wunderschöner Tag! Beim Abendessen statten uns die Hippos einen erneuten Besuch ab, und wir sind beide schon ganz kribbelig bei dem Gedanken an den nächsten Tag, den wir im Krüger verbringen werden: endlich wieder Safari!
sandra1903385 Beiträge · seit 201510. Nov. 2017 · #16
Die Anreise war ja der Horror 😈 Dafür wurdet Ihr danach mit bestem Wetter verwöhnt. Wir kennen die Gegend nur im dichten Nebel und sind daher jeden Tag in den Kruger gefahren, auch nicht schlecht 😄
Schöne Grüße
Sandra
sphinx1'624 Beiträge · seit 201510. Nov. 2017 · #17
Bettina - bitte nimmt mich auch noch mit!!! Tolle Fotos und genussvoller Schreibstil (bist ja auch Profi) ist garantiert. Dieses Wochenende ist bei mir extremecouching angesagt, also vielleicht gibt es ja ein neues Kapitel. Viele Grüße Elisabeth
Sadie1'835 Beiträge · seit 201511. Nov. 2017 · #18
Hallo Bettina, Du machst richtig Lust mal diese Gegend in SA zu besuchen. Bis jetzt hatten wir es immer so dass wir so schnell als möglich in den Krüger Park rasen und am Schluss wieder ohne Halt auf den Flughafen fahren. Uns sind die Tiere immer wichtiger als die Landschaft, aber ich musste staunen wie schön es an der Panorama Route aussieht. Danke fürs Zeigen! LG Katrin
casimodo4'528 Beiträge · seit 200711. Nov. 2017 · #20
Hallo Bettina,
da wir gerade am Planen einer erneuten 2 Wochen Krüger Tour sind, kommst Du mir sehr gelegen 😉
Euer Erlebnis im Flugzeug muss ja der Horror gewesen sein. Da würde selbst ich friedlicher Mensch über eine gewaltsame Verwahrung in der Bordtoilette nachdenken 😈 😈 Ein Kollegin war gerade in Hippo Hollow und war restlos begeistert. Sie meinte, wir müssten unbedingt dort hin.
Ich bin gerne weiter dabei. Deine Text-Foto-Ratio finde ich perfekt ! Sehr schöner, kurzweiliger Bericht.