cgmoggiThemenstarter56 Beiträge · seit 201010. Sept. 2017 · #1
Liebe Foris, Wir sitzen am Zambezi in Katima Mulilo und versuchen via Internet mit der Aussenwelt Kontakt aufzunehmen. Wie alles Andere ist auch die Internetverbindung ein bisschen langsamer als zuhause, aber wir haben ja 14 Wochen Zeit. Wir haben viele hilfreiche Tipps für unsere Reise im Forum erhalten, so dass auch wir versuchen möchten, unsere Erfahrungen im Forum zu teilen.
Wir drei – Gabi, Christoph und Jonathan – planen die nächsten 14 Wochen durch Namibia, Zambia, Zimbabwe, Botswana und Südafrika zurück nach Namibia zu fahren. In den ersten 2 Monaten liegt der Fokus unsere Reise auf Nationalparks; in den letzten Wochen in Südafrika möchten wir auf ein paar Wanderungen auch wieder ein paar Kilos abspecken, die wir aufgrund der Sundowner-Biers angesetzt haben. Jonathan, ein Landcruiser Camper ist in Windhoek zu uns gestossen. Aktualität und Umfang unserer Berichte hängen stark von den Internetverbindungen ab…..; wir versuchen auch für unsere «nicht-Forum»-Freunde ein paar Infos in Blog-Form zu bringen:
cgmoggiThemenstarter56 Beiträge · seit 201010. Sept. 2017 · #2
Reisebericht Teil 1: 5.-8. September 2017
5./6. September: Reise nach Windhoek Um 22 Uhr klemmen wir uns in Zürich in unsere Holzklasse-Sitze und fliegen pünktlich ab nach Johannesburg. Der Sitzabstand scheint von Jahr zu Jahr kleiner zu werden?! Die Reise verläuft gleich wie die letzten -zig Male mit einer Ausnahme: In Südafrika und Namibia wurde kürzlich zur Grenzkontrolle ein neues biometrisches Erfassungssystem installiert, wo man wie in den USA die Finger scannen muss und fotografiert wird. Beim Transfergate in Johannesburg führt dies nur zu einer kleinen Verzögerung, in Windhoek jedoch ist bereits eine lange Schlange von früheren Flugzeugen und wir schliessen uns hinten an: 4 offene Schalter für Visitors, geschätzte 100 Leute vor uns und etwa 3 Minuten um die Daten einer Person zu erfassen und den Pass zu kontrollieren; das ergibt eine Wartezeit von 1 – 2 Stunden. Neben uns steht eine Zimbabwerin die in Zürich lebt und wir verkürzen die Wartezeit mit Schwatzen. Nach 1h 30 haben wir es geschafft, und nun mussten wir nicht mehr wir üblich auf das Gepäck warten. Wie üblich übernachten wir in der Pension Steiner und gehen noch kurz in die Stadt essen. 7. September: Fahrzeugübernahme, Fahrt nach Grootfontein Nach dem Frühstück werden wir abgeholt und ins Office von Savanna gebracht, wo wir unseren Landcruiser Camper übernehmen. Da wir schon seit über 10 Jahren unsere Fahrzeuge von Savanna mieten, sind wir als «VIP’s» klassifiziert und unsere Dokumente bereit. Im Vergleich zu Vorjahr hat Savanna den Camperaufsatz verbessert, 2 Fächer für Dieselkanister eingebaut und den 2. Ersatzreifen auf die Beifahrerseite verbannt, so dass die Sicht für den rechten Rückspiegel frei ist. Als Konsequenz ist der ganze Camperaufsatz gegenüber den Vorjahren seitenverkehrt….; in den ersten paar Tagen werden wir deshalb oft auf die falsche Fahrzeugseite laufen. Bei der Uebergabe prüfen wir insbsondere auch ob alle «speziellen» Vorschriften von Zambia und Zimbabwe eingehalten sind: wir erhalten noch ein zweites Pannendreieck, wir kleben rote (hinten) und weisse Reflektoren (vorne) auf die Stossstange und datieren den Feuerlöscher mit dem letzten Prüfdatum. Wir haben auch ein Letter of Authority um den Wagen ins Ausland zu bringen, und ein Police Certificate, dass der Wagen nicht gestohlen ist. Wir kriegen auch noch eine Rolle mit weiteren roten, gelben und weissen Reflektoren mit auf den Weg. Damit wir nicht die ganzen 100 Tage vom «Auto» oder «Tüt-tüt» sprechen, taufen wir unseren Camper «Jonathan». Unser Plan ist möglichst rasch nach Zambia zu fahren. Nach einem Grosseinkauf und Tankstop machen wir uns deshalb gleich auf den Weg Richtung Caprivi. Die Landschaft hier ist eher eintönig. Wir übernachten im Roy’s Camp, 50km nördlich von Grootfontein. Der Jonathan wird nun ausgeräumt und jeder Ausrüstungsteil erhält seinen Platz. Es ist schon spät um noch was zu kochen und so gehen wir ins Restaurant der Lodge.
8. September: Fahrt Grootfontein – Divundu Um Tee zum Frühstück zu machen, kochen wir zum ersten Mal Wasser auf dem ausziehbaren Gaskocher. Wir drehen den Gashahn auf und drehen am Schalter und «klick» geht das Feuer an, wird immer kleiner und geht nach 5 Sekunden aus. Wir probieren es noch ein paar Mal erfolglos. Hat Savanna uns eine leere Gasflasche mitgegeben? Wir haben noch eine zweite Gasflasche um das Duschwasser aufzuwärmen und suchen schon nach dem Werkzeug um die Gasflaschen auszutauschen. Dabei stellen wir fest, dass neu die obere Gasflasche mit dem Kochherd verbunden ist und die untere zur Dusche geht. Wir fahren weiter nach Norden nach Rundu, wo wir unsere Vorräte ergänzen. Am Strassenrand sind nicht mehr die grossen Farmen sondern wir fahren nun an «native villages» vorbei, mit Kindern, Kühen, Schafen, etc. auf der Strasse. Wir übernachten in der Rainbow River Lodge (& Campsite) südlich von Divundu am Kavango (Fluss aus Angola der das Wasser ins Okavango-Delta bringt). Wir haben eine Stellfläche direkt am Fluss und geniessen den ersten Sonnenuntergang.
cgmoggiThemenstarter56 Beiträge · seit 201019. Sept. 2017 · #3
Reisebericht Teil 2: 9.-12. September 2017
9. September: Fahrt Divundu – Camp Kwando (Kongola) Es ist recht kühl, wir schlafen aus, essen z’Morge und fahren gemütlich nach Kongola wo wir noch die 24 km bis zum Camp Kwando fahren. Hier ist der Zeltplatz noch leer, wir können uns einen Platz auswählen, leider sind hier nur die Hütten am Wasser. Aber dafür können wir an der Bar sitzen und die diversen Vögel am Wasser beobachten. Wir lesen, schreiben Reisebericht und geniessen die Ruhe – bis zum Abendessen wo eine Namibianerin den ganzen Zeltplatz unterhält. Aber zum Glück ist für sie – wie auch für uns – einmal Schlafenszeit und es wird trotzdem noch eine ruhige Nacht.
10.September: Fahrt Camp Kwando – Katima Mulilo Auch hier ist es am Morgen recht kühl – wir haben es nicht eilig, wir wollen nur die knapp 200km nach Katima Mulilo fahren und uns auf den Grenzübertritt vorbereiten. Die Fahrt auf der langweiligen Teerstrasse ist ereignislos. Wir tanken und der Tankwart erklärt uns, dass offenbar einige Leute die Idee haben, aus dem Caprivi Streifen ein unabhängiges «Land» zu machen, von was dann jedoch der Lebensunterhalt verdient wird, ist unklar. Trotz dem vielen Wasser gibt es hier keine Bewässerungsanlagen, bzw. Landwirtschaft, gemäss dem Tankwart ist alles für sie sehr teuer, speziell Lebensmittel. Wir kaufen noch wenig ein (wir wollen dann in Zambia gross einkaufen) und fahren dann zum Protea Hotel das auch einen Campingplatz direkt am Fluss hat. Wir verbringen den Nachmittag mit Lesen, faulenzen und – dank dem Wi-Fi an der Bar – laden wir den ersten Teil des Reiseberichtes auf unseren Blog. Die Verbindung ist nicht sehr gut, das Laden der Fotos erfordert sehr viel Geduld, aber schlussendlich klappts. Auf dem Camping ist ausser uns niemand, einige Einwohner geniessen den Sonnenuntergang am Fluss und fahren dann wieder weg.
11.September: Katima Mulilo – Livingstone Heute steht der Grenzübertritt bevor – unterschiedliche Reiseberichte haben wir gelesen – und stellen uns auf ca. 2 Std. Formulare etc. ein. Von Katima sind es nur 5 km und schon hängen sich die ersten an unsere Fenster um uns Kwacha zu verkaufen. Wir können sie erfolgreich abschütteln und machen uns auf den Weg ins Gebäude. Von der Immigration werden wir zuerst zum Health Desk geschickt – für solche die lesen können steht überall dass man zuerst dort anstehen soll! Nach einem Scan (für was auch immer, Ebola?) werden wir wieder zum Immigration Schalter geschickt, wo wir die je 50 US$ für das Visum bezahlen und der Pass ohne ein weiteres Formular auszufüllen gestempelt wird. Dann geht’s zum nächsten Schalter – dort wird das CIP ausgestellt, das uns 275 Kwacha kostet. Um zu Kwacha zu gelangen, hat es zum Glück einen ATM, der mit dem zweiten Versuch mit einer anderen Visa Karte auch Geld ausspuckt. Während dem ATM Ausflug ist das Formular auch schon in dreifacher Ausführung ausgefüllt und nach Bezahlung geht’s zum Insurance Schalter. Die Lady dort ist irgendwie erkältet, wir verstehen sie kaum. Währenddem sie die Formular ausfüllt, stehen wir schon mal am Road Toll Schalter an. Dort werden wir nochmals 38 US$ los, und mit einem Formular reichen stehen wir wieder am Insurance Schalter. Leider können wir hier nicht fotografieren…. vom Formular wird hier mit der Rasierklinge ein Kreis ausgeschnitten der dann mit einem mitgelieferten Kleber an der Windschutzscheibe angebracht werden muss. Für die Insurance zahlen wir 650 Kwacha. Haben wir nun alles? Wir fragen zur Sicherheit nochmals nach, ja, es sind nur noch 30 Kwacha beim Rausfahren am Gate zu bezahlen für die Council Fee. Glücklich mit allen Papieren wieder beim Jonathan, wird er zuerst mit dem schön ausgeschnittenen Kleber geschmückt. Das Ganze hat ca. 1 ½ Stunden gedauert. Alle waren total hilfsbereit und freundlich mit so zwei Touristen die mit der Reihenfolge der verschiedenen Schalter überfordert waren! Nach Bezahlung der letzten 30 Kwacha sind wir endlich in Zambia! Wir fahren freudig dass alles so gut geklappt hat los – unsere Strasse endet nach 500m was nun? Links oder rechts? Wo ist wohl die Brücke? Kein Schild hilft uns weiter. Wir entscheiden uns für links, irgendwann mal kommt es komisch vor und wir schalten nun doch das Navi ein. Tatsächlich, wir fahren von der Brücke weg….also umkehren und in die andere Richtung. Wir fahren nun auf einer sehr guten Teerstrasse - doch schon bald ist fertig lustig und der Teer ist von Löchern übersät. Nicht umsonst teilt uns das Navi mit das wir nun auf der M10 Potholes fahren! Die Fahrt erfordert viel Konzentration, sei es auf die Löcher oder auf die Ziegen, Schafen und Kühe die auch noch ihren Anteil der Strasse für sich beanspruchen. Sobald wir die Abzweigung nach Kazungula erreichen, haben wir einen super ausgebauten Highway bis nach Livingstone. Mit Hilfe des Hupe Führers suchen wir den Baobab Campingplatz - nur ist dieser leider nicht mehr in Betrieb. Also zurück in die Stadt und trotzdem zum Waterfront Camping. Nach dem Einchecken gibt’s erst mal ein spätes Mittagessen. Der Camping liegt leider nicht am Fluss, es hat viele Monkeys und später haufenweise Moskitos. Die restliche Zeit verbringen wir mit Lesen und Einkaufsliste schreiben für Morgen.
12.September: Livingstone Wir stehen früh auf, da wir die Victoria Fälle am Morgen besichtigen möchten. Wir sind dann auch die ersten die am Eingang eintreffen. Nach Bezahlung von 40 US$ machen wir uns auf die verschiedenen Walks. Die Fälle haben sehr wenig Wasser und sind um diese Jahreszeit nicht so spektakulär. Aber da wir diese zum letzten Mal 1994 gesehen haben, geniessen wir den Besuch trotzdem. Wir fahren zurück ins Stadtzentrum, tanken (an der zweiten Tankstelle hat es auch Diesel) und gehen dann ins Shoprite um einen Grosseinkauf für die nächsten 7 Tage zu machen. Im Kubu Café stärken wir uns mit einer Omelette, benutzen das Wi-Fi und fahren dann auf den Zeltplatz zurück. Wir suchen für alle unsere Vorräte einen Platz haben alles schön verstaut. Nun nur noch die rohen Eier kochen – aber was ist nun los? Ganz offensichtlich ist das Gas leer. Ganz offensichtlich hat uns Savanna gleich zwei leere Gasflaschen mitgegeben! Also, statt nun faul rumzusitzen und zu lesen geht es mit den beiden Gasflaschen wieder zurück ins Stadtzentrum. Dank Hupe Führer finden wir auch Afrox wo diese gefüllt werden können (denken wir). No sorry, machine is broken! Also auf zum nächsten Ort bei dem wir unsere Flaschen füllen können. Nein, auch dort geht’s nicht, ebensowenig wie bei einer Tankstelle und schon gar nicht beim Chinesen der uns als letzte Hoffnung auch noch genannt worden ist. Also unverrichteter Dinge wieder zurück! Da wir sowieso immer auf dem Feuer kochen, ist das kein Problem, aber so einen heissen Kaffee oder Tee zum Frühstück wäre schon toll! Hoffentlich haben wir in Lusaka mehr Glück! Wir packen unsere Bücher und Laptop und lesen bzw. schreiben Reisebericht an der Bar. Morgen geht’s dann in den Kafue Nationalpark.
cgmoggiThemenstarter56 Beiträge · seit 201019. Sept. 2017 · #4
Reisebericht Teil 3: 13.-19. September 2017
13. September: Fahrt in den Kafue National Park – Hippo Bay Camp Um 06:30 fahren wir in Livingstone los. Die ersten 120km nach Kalomo sind auf guter Teerstrasse. In Kalomo versuchen wir den Tank nochmals aufzufüllen um mit vollen 200 Liter plus 2 Kanister in den Kafue Nationalpark zu fahren – doch es gibt kein Diesel…; kein Problem die geschätzten 175 Liter die wir im Tank haben sollten für ca. 1100km reichen. Dank «Tracks for Africa» finden wir mit unserem Navi die Einfahrt in den Kafue NP problemlos. Im Hupe-Führer ist die Zufahrt als «beschwerlich» beschrieben, aber wir finden die Strasse ganz gut und fahren mit 40-50 km/h durch die abwechslungsreiche Gegend mit vielen Dörfern und Feldern. Am Ndundumwensi Gate zahlen wir den Eintritt für 5 Tage; 20 USD pro Person und Tag und 15 USD für Jonathan pro Tag = 275 USD oder 2750 Kwacha. Der Ranger am Gate ist sehr freundlich und erklärt uns den weiteren Weg auf der «dry season route». Mit 40km/h – der Höchstgeschwindigkeit in Parks – geht es auf einem guten Track hauptsächlich durch dicken Busch und wir sehen kaum Tiere. Nur in der Nanzhila Ebene sehen wir Zebras und einige Antilopen. Nach Ngoma weist ein Schild ab von der Hauptstrecke zu unserem Camp an der Hippo Bay. Der Itezhi-Tezhi-Damm staut hier den Kafue zu einem riesigen Stausee auf. Wir folgen einem Flusslauf und plötzlich wimmelt es nur so von Tieren. Wir werden von Andrea – dem italienischen Besitzer des Konkamoya Camps – herzlich begrüsst und zu einem Bier eingeladen. Dabei tauschen wir hilfreiche Informationen über Strassenzustand, Tiere, etc. aus. Danach fahren wir 1km dem See entlang zu unserer Campsite, wo wir als einzige Gäste unseren Platz aussuchen und den Nachmittag und Abend mit Blick auf den See und die nicht sehr scheuen Tiere verbringen.
14. September: Kafue NP – Fahrt von Hippo Bay nach Kasabushi Nach dem Frühstück – es gibt auch Tee trotz fehlendem Gas, den wir haben am Abend Wasser gekocht und in die Thermoskanne abgefüllt – fahren wir die rund 120km nach Kasabushi auf der Spinal Road; irgend eine ausländische Nation hat hier gross investiert und eine perfekte Gravel Road durch den Busch gebaut und jeden zu überquerenden Graben befestigt. Und das für durchschnittlich 5 Fahrzeuge pro Tag, welche diese Strecke fahren… Die ersten 20km am Südufer des Sees entlang ist die Strecke interessant und tierreich, danach wird es ruhiger. Da wir vorreserviert haben, werden wir von Andy und Libby erwartet und begrüsst und uns eine schöne Site am Kafue zugewiesen, wo wir die nächsten 3 Nächte campen. Libby gibt uns einen Plan mit den verschiedenen Gamedrives in dieser Gegend und erzählt von kürzlich gesichteten Wild Dogs und Löwen. Der Baum unter welchem wir Jonathan parkieren hat gerade Herbst und verliert die Blätter und spendet kaum mehr Schatten. Wir hingegen verschieben uns den ganzen Tag mit dem wandernden Schatten unter einem riesigen Baum und verbringen die Zeit mit Lesen, Kochen und Essen.
15. September: Kafue NP – Kasabushi
5 Minuten nach dem Aufstehen sind wir fahrtbereit und machen uns um 6:30 auf den Weg zum Shishamba Loop, wo die Löwen gesichtet wurden. Die Luft hier ist sehr dunstig vom Staub und Rauch der Buschfeuer, die hier in der ganzen Gegend zum Teil gewollt, zum Teil ungewollt brennen. Dadurch ist die Sonne beim Auf- und Untergang feurig rot, aber das Licht ist eher schlecht zum Fotographieren. Auf dem Weg sehen wir 5 Wilddogs, allerdings auf ca. 80m Entfernung und sie verschwinden gleich im Busch. Nun folgen wir dem Shishamba, einem Fluss, der in dieser Jahreszeit nicht mehr fliesst, jedoch noch viele Wasserstellen hat. Deshalb ist die Gegend sehr tierreich. Auf den hohen Bäumen sehen wir viele Geier sitzen; da muss etwas Interessantes zu sehen sein. Tatsächlich finden wir eine Löwin, die gleich neben dem Track an einem Eland frisst, welches sie offensichtlich in der letzten Nacht erlegt hat. Nun gesellen sich noch 5 halbwüchsige Cubs dazu, die aber alle schon volle Bäuche haben und nur noch ein bisschen am Eland schlecken. Wir sind weit und breit die einzigen und können den Löwen während einer halben Stunde zusehen. Um diese Zeit ist es noch recht kühl und wir können mit offenem Fenster fotographieren, ohne von den Tse-Tse Fliegen gefressen zu werden. So ein Highlight sieht man nicht alle Tage. Wir fahren die Runde weiter zu Ende. In einer Grassebene sehen wir was, ist es Holz oder ein Tier? das könnten Ohren sein? Mit dem Feldstecher schauen wir das genauer an und erkennen die Ohren eines Leoparden; so spät (9 Uhr) und in dieser Umgebung. Wir versuchen dem Leoparden zu folgen, den man im hohen Gras kaum sieht und antizipieren, wo er den Bach kreuzt und von uns fotografiert werden kann. Er läuft ohne Eile neben uns her, überquert vor uns den Track und verschwindet auf der anderen Seite im Wald. Wilddogs, Löwen mit Cubs und ein Leopard auf dem selben Game Drive, das sind normalerweise Highlights für eine ganze Woche. Zurück im Camp erzählen wir Andy und Libby von unseren «Sightings» und lassen uns anhand der Foto bestätigen, dass es sich beim Lionkill um ein Eland handelt. Am Nachmittag macht Andy mit uns eine Bootsfahrt. Der Wasserstand ist zu dieser Jahreszeit nicht mehr so hoch und Andy muss das Boot durch die Stromschnellen und Felsen zirkeln. Wir sehen Flusspferde, Krokodile und wenige Wasservögel, wir geniessen jedoch hauptsächlich die schöne Landschaft. Nach dem Nachtessen kommen Andy und Libby mit einer Flasche Wein zu uns ans Campfire und sie erzählen uns noch ein wenig vom Leben im Busch.
16. September: Kafue NP – Kasabushi Nach dem Grosserfolg vom Vortag machen wir und nochmals auf den gleichen Weg wie am Vortag um zu sehen, was mit den Löwen und dem Eland passiert ist. Die Geier zeigen uns an, dass wir unser Ziel erreicht haben. Die Löwen haben das Eland auf die andere Seite gezogen und es besteht nur noch aus Haut und Knochen. Während eine Löwin noch an den Eingeweiden frisst, kommt eine zweite Löwin aus dem Busch und nagt noch an einem Knochen. Die 5 Cubs sind immer noch vollgefressen und nicht interessiert. Bei der Weiterfahrt konzentrieren wir uns mehr auf «gewöhnliche» Tiere. Den Nachmittag und Abend verbringen wir gemütlich auf unsere Campsite.
17. September: Kafue NP – Fahrt Kasabushi nach Mapunga Wir verlassen Kasabushi frühmorgens. Die schöne Lage am Kafue und die perfekten Ablutions wurden ein bisschen dadurch getrübt, dass zuviele Leute im Camp waren. Kasabushi hat eigentlich 3 Plätze und die Infrastruktur für vielleicht 10 Leute. Aber das Camp ist so beliebt und Camper kommen unangemeldet an, so dass etwa 30 Leute im Camp waren, was bei 2 Duschen dann doch ein bisschen Stau verursacht, wenn alle gleichzeitig vom Game Drive zurückkommen. Die Fahrt zum Exit Gate verläuft «ruhig». Wir müssen noch für die Nächte in Kasabushi je 5 USD pro Nacht an die Wildlife Authority bezahlen, nicht aber für Hippo Bay. Der «Warden» am Gate erklärt uns weshalb, aber wir haben es trotzdem noch nicht begriffen. Er erklärt uns auch den Weg zu unserem nächsten Camp «Mapunga», welches erst in 2016 eröffnet wurde und deshalb noch in keinem Führer und auf keiner Karte erwähnt ist. Da wir noch nicht genau wissen, wie lange wir im Park bleiben, können wir ohne zu bezahlen in den nördlichen Teil des Kafue NP’s reinfahren und beim rausfahren bezahlen. Der Track auf der nördlichen Seite ist gut aber eher «bush-like». Wir sind froh, ein Schild von Mapunga mit einer Distanz von 7km zu sehen und zu wissen, dass wir am richtigen Ort sind. Das Management ist gerade auf einem Gamedrive und wir werden auf die Campsite geführt, wo wir unter einem schattigen Baum warten, bis uns ein schöner, schattiger Platz direkt am Kafueufer zugewiesen wird. Im Gegensatz zu Kasabushi gibt es hier 8 private Abteile mit WC und Dusche und es wimmelt nur so von Personal. John erklärt uns die Gegend und die möglichen Gamedrives und wir vereinbaren am Nachmittag eine Bootsfahrt auf dem Kafue zu unternehmen. Hier ist der Kafue etwa 200m breit und wir fahren dem Ufer nach Norden. Neben Flusspferden und Krokodilen sehen wir hier auch Vögel wie Kingfisher, Ibissse, Störche, etc. und einen Elefanten, der sich vom Wasser aus vom frischen Gras am Ufer verpflegt.
18. September: Kafue NP – Mapunga Um 6:30 fahren wir los vom Camp Richtung Norden zu den Lufupa Loops, wo wir hoffen, Elefanten zu finden. Die Tracks führen durch eine sehr schöne Flusslandschaft, aber die Tiere sind eher rar. Neben Pukus und Impalas, von denen es überall hat, sehen wir nur Waterbucks, Hartebeest und ein paar Affen. An einem Aussichtspunkt am Wasser beobachten wir, was da so läuft: Flusspferde, Krokodile, Kingfisher, etc. sind zu sehen, aber wir wagen kaum das Fenster zu öffnen, da es hier nur so von Tse-Tse Fliegen wimmelt. Zurück im Camp gibt’s ein verspätetes Frühstück. Im Gegensatz zum Vortag hat es auch hier mehr Fliegen und ich schreibe diese Seiten mit langen Hosen (die Socken über die Hose gestülpt) und einem langärmligen Hemd und Cap, um weniger Angriffsfläche zu bieten. Wir schreiben eine Liste der To-do’s und eine Einkaufliste für Lusaka, die letzte Gelegenheit für mehr als 2 Wochen in einem grossen Shopping-Center einzukaufen.
19. September: Fahrt von Mapunga nach Lusaka Wir fahren um 6:30 bei Sonnenaufgang los auf direktem Weg zum Nationalparkausgang an der Hauptstrasse nach Lusaka. Wir bezahlen noch die restlichen NP-Fees; da wir vor 12 Uhr den Park verlassen, müssen wir für diesen Tag nicht bezahlen. Nun führt eine gute Teerstrasse ca 250km nach Lusaka. Zuerst führt die Strasse noch am NP entlang und wir sind überrascht, dass wir neben der Strasse Wilddogs sehen. Wir sind alleine unterwegs und können den Rückwärtsgang reinlegen und noch ein Foto schiessen. Auf dem Weg nach Lusaka gibt es ca. 10 Kontrollen und eine «Toll»-Station. 2 Mal wird der Führerausweis kontrolliert und x-mal der Versicherungsnachweis an der Windschutzscheibe; meistens werden wir jedoch durchgewunken oder der Polizist möchte nur ein bisschen mit uns Schwatzen. In Lusaka angekommen, finden wir einen Weg durchs Verkehrschaos zu Afrox-Gas, wo wir unsere 2 Gasflaschen auffüllen. Nach einem Tankstop an einer der hunderten Tankstellen in Lusaka fahren wir in die Manda Shopping-Mall, das grösste Einkaufszentrum in Zambia. Nach einem Lunch im Mug & Beans und dem Abarbeiten der Einkaufsliste im Shoprite kaufen wir in einer Apotheke noch Antihistamin-Tabletten und eine Salbe, da mein Bein von den vielen Stichen angeschwollen ist. Wir fahren ins Pioneer Camp 15km östlich von Lusaka in einer Farmgegend. Wir räumen den Jonathan von unserem Grosseinkauf ein und gehen ins Restaurant wo wir Wifi und Strom haben um die Batterien aufzuladen.
cgmoggiThemenstarter56 Beiträge · seit 201019. Sept. 2017 · #5
Reisemaus1'004 Beiträge · seit 200819. Sept. 2017 · #6
Hallo Gaby und Christoph,
14 Wochen! Whow, da bin ich ganz schön neidisch! Freue mich sehr auf Euren Blog und auch noch mehr von Sambia kennenzulernen. Wir waren erst vor 2 Wochen im Pioner Camp und haben schon wieder Sehnsucht. Ich glaube Ihr fahrt auch zum North Luangwa, da bin ich mal gespannt. In Mufwe fanden wir das Croc Camp am schönsten und zum Glück sind die Tse Tse da nicht in den Camps und auch sonst wohl nicht so agressiv wie im Kafue. Weiterhin viel Spaß wünscht Doro
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200820. Sept. 2017 · #7
Hallo, cgmoggi,
da seid ihr ja schon mitten drin, in eurer schönen langen Reise. Wunderbar! Wir freuen uns für euch.
Im Kafue hattet ihr ja richtig Glück, entlang des Shishamba! Da sind wir glatt ein bisschen neidisch, denn wir fuhren dort 2 Tage ohne nennenswerte Sichtung, 🙁 - ...außer einem enormen Haufen Löwenkacke und einem "5- Sekunden-Löwenbaby-Köpfchen"... 😎 aber hübsch wars trotzdem. 🙂
Im Nord-Kafue schienen uns Anfang Juli die Tsetses sehr zahlreich und aggressiv, - wir haben leider reichlich „Blutzoll“ gezahlt, trotz guter, dichter Moskitonetze an den Seitenscheiben... und mussten ebenso hinterher mit Antihistaminikum (und Cortison) hantieren... 😮
Leider fehlte uns die gute Info bezüglich der Campingmöglichkeit im Mapunga Camp Erinnerst du noch den Preis?
Wir wünschen euch weiterhin eine interessante Reise und viele schöne Erlebnisse! Gruß von den lilytrotters
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
cgmoggiThemenstarter56 Beiträge · seit 201020. Sept. 2017 · #8
Hallo Reisemaus, besten Dank für den Tipp im South Luangwa - wir haben dort nicht gebucht und hoffen im Croc Valley Camp oder Wildlife Camp unterzukommen...; aber das Timing ist schwierig. Zuerst geht's noch nach Kasanka, Bangweulu, Mutinondo, dann über North Luangwa, Luambe und den Nsefu Sektor.
Gruss Christoph
cgmoggiThemenstarter56 Beiträge · seit 201020. Sept. 2017 · #9
lilytrotter schrieb: Leider fehlte uns die gute Info bezüglich der Campingmöglichkeit im Mapunga Camp Erinnerst du noch den Preis?
Hallo Lillytrotters wir haben schon viel von Euch im Forum gelesen...... Das Mapunga Camp hat 4 Campsites (Nr 1 und 2 sind sehr schön am Wasser, 3 und 4 unter einem Schattendach etwa 20m vom Kafue entfernt) und 4 Luxury Tents. Die Campsite kostete 20 USD pP/N (oder mal 9 in Kwacha); die 3-stündige Bootsfahrt auf dem Kafue war 35 USD pP. Das Camp macht noch einige letzte Verbesserungen ... und liegt 7km nördlich der Abzweigung zu den Kafwala Rapids.
Gruess Gabi & Christoph
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200821. Sept. 2017 · #10
...schon viel von uns im Forum gelesen... 🙂 ...hoffentlich nur gutes... 😁 🤪
Viel Spaß weiterhin, 14 Wochen: Das ist einfach genau die richtige Zeit, um ganz sanft „in the mood“ zu gleiten und diesen Zustand dann noch ausgiebig zu genießen.
Gruß von den lilytrotters
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
cgmoggiThemenstarter56 Beiträge · seit 201002. Okt. 2017 · #11
Reisebericht Teil 4: 20. - 26. September 2017
20. September: Lusaka – Farm Fringilla Wir haben vor, heute nicht allzu weit zu fahren, deshalb essen wir gemütlich z’Morge, mit Besuch vom Zeltplatz-Büsi lesen wir ein wenig und versuchen, nochmals in Internet zu kommen. Aber was gestern schon langsam war, ist heute sehr sehr langsam und wir geben es auf. Beim Auffüllen des Wassertank vom Jonathan treffen wir auf zwei Schweizer, die auch auf dem Camping übernachtet haben aber wir gestern gar nicht gesehen haben! Wir schwatzen noch ein wenig und tauschen Informationen über Zimbabwe aus. Dann fahren wir los - damit wir nicht mehr ins Chaos der Innenstadt fahren müssen, nehmen wir eine «Umfahrungsstrasse», die nach einigen Kilometern wieder in die Hauptstrasse nach Norden einmüdet. Dann sind wir auch hier total im Verkehr, zusätzlich sind noch Road Works im Gange sodass sich die Autos und verschiedenen Minibusse und Taxi nur sehr langsam fortbewegen. Aber wir wollen ja nicht weit und so haben wir Zeit, den Verkehr, die Strassenverkäufer und Marktstände zu fotografieren. Nach ca. 50km erreichen wir die Farm Fringilla, unser Tagesziel für heute. Das ist ein riesiger Farmbetrieb mit einem Laden wo Fleisch, Eier und je nach Saison – Gemüse gekauft werden kann. Der Camping und die Chalets zum Übernachten sind ziemlich heruntergekommen, die Duschen und WC sind alles andere als einladend. Aber wir können unsere Wäsche zum Waschen geben und gehen dann ins Restaurant wo wir das Internet nützen, hier ist es wesentlich rascher. Das Abendessen im Restaurant ist hervorragend.
21. September: Farm Fringilla – Forest Inn Heute geht es weiter Richtung Norden. Da wir im Pioneer Camp den Bradt Guide studiert haben, ist unser erster Stop das Fig Tree Café, ca. 5km vor Kabwe. Dort essen wir im Garten einen superfeinen Coffee Cake und dazu gibt’s einen Cappuccino. So gestärkt fahren wir weiter und kommen nach Kabwe. Gemäss Hupe Führer soll es hier einen Shoprite geben, wir fahren durch die Stadt – schauen nach links und rechts – sehen aber keinen. Wir staunen jedoch nicht schlecht, als wir aus der «Stadt» raus sind – dort ist eine riesige Shopping Area entstanden, mit einem bewachten Parking und einer Tankstelle. Im riesigen Shoprite ist die Auswahl so gross wie in Lusaka! Die Läden hier haben offenbar letzten Monat eröffnet. Die Dame an der Kasse strahlt übers ganze Gesicht als wir ihr erklären, dass es nun ja keinen Grund mehr gebe, nach Lusaka zu fahren! In Kapiri Mposhi tanken wir kurz und fahren dann weiter bis zum Forest Inn, unserem heutigen Übernachtungsstopp. An der Reception hängt ein grosses Schild: WiFi not available! Wie lange das wohl schon so ist? Wir suchen uns einen Campingplatz, essen z’Mittag und lesen dann bevor wir für ein Bier in die Bar gehen. Wir sind praktisch die einzigen Gäste und sind der irrigen Meinung, dass das wohl so bleibt…aber plötzlich kommen Auto um Auto! Das Restaurant zum Abendessen füllt sich, die Belgier neben uns am Tisch wollten in einem Chalet übernachten – ausgebucht! Nun haben sie das Zelt aufgestellt . Die beiden sind gestrandet, da ihr Begleitfahrzeug für eine Gruppe Velofahrer defekt ist. Das Abendessen ist ausgezeichnet uns sehr schön serviert. 22. September: Forest Inn – Kasanka Nationalpark Um sieben Uhr fahren wir los, tanken bei Serenje und fahren in den Kasanka Nationalpark. Bei der Wasa Lodge bezahlen wir die Camping Fee für zwei Nächte. Der Kasanka Nationalpark ist vor allem bekannt für seine Fledermaus Population. Um die Fledermäuse zu sehen sind wir jedoch noch zu früh, die sind leider erst frühestens anfangs Oktober im Park. Wir fahren zu unserem Camping – Pontoon – wo wir von Jonathan, dem Caretaker, herzlich empfangen werden. Wir sagen im nicht, dass wir unser Auto auch so getauft haben…. Der Campingplatz ist leider ein bisschen im Gebüsch, man sieht nur eingeschränkt ein wenig Sumpfgebiet wo Pukus und Sitatongas grasen. Am späteren Nachmittag ziehen noch einige Elefanten vorbei. Wir verbringen den Nachmittag mit Lesen, unterbrochen von der Frage, wann wir gerne unsere Dusche hätten. Für die Dusche holt Jonathan Wasser im Fluss, erhitzt dieses auf dem Feuer, steigt dann auf eine Leiter um dieses in einen grossen Eimer zu schütten, wo dann eine Leitung zu unserer Duschbrause geht. Später bringt er uns noch Feuerholz und präpariert dieses schön mit Gras in der Feuerstelle, sodass wir später nur noch anzünden müssen.
23. September: Kasanka Nationalpark Wir fahren am Morgen dem Fluss entlang bis zu einem Dead End wo wir umkehren müssen. Ausser Tse-Tse Fliegen sehen wir jedoch nichts. Auf dem Rückweg fahren wir noch am Fibwe Hide vorbei, eine lange Leiter führt einen Baum hoch zu einer Platform wo die Fledermäuse (wenn sie dann da sind) beobachtet werden können. Wir staunen die Leiter von unten an, nehmen mutig die ersten zehn Tritte bevor uns dieser jedoch verlässt und wir schnell wieder hinabsteigen. Das ist definitiv nichts für uns! Wir fahren zum Camping zurück, Lesen und faulenzen unterbrochen vom Dusch-Vorbereitungs-Prozedere. Später erhalten wir noch neue Nachbarn – zwei Südafrikaner die unsere Reise in der umgekehrten Richtung machen. Sie kommen gerade von den Bangweulu Wetlands und können uns Bilder von der Strasse dorthin zeigen, sodass wir uns vorstellen können, was uns erwartet.
24. September: Kasanka Nationalpark – Bangweulu Wetlands Nun also geht es zu unserem nördlichsten Punkt – wer weiss, wann wir im Leben wieder mal dahin kommen! Nach der Ausfahrt vom Nationalpark kann sich Jonathan kurz noch auf der Teerstrasse ausruhen bevor es auf eine Piste in Hinterland geht, das Ziel im Navi heisst vorerst ein Ort namens Chiundaponde. Die Abzweigung zum Livingstone Memorial lassen wir sein, der Besuch dort lohnt sich nicht. Die Strasse geht durch den Busch, langsam, teilweise ist sie recht ausgewaschen, stellenweise kommen wir schneller voran. In Chiundaponde befindet sich das Eintrittsgate zum Bangweulu wo wir eine Conservation Fee bezahlen. Nun geht es auf einer schmalen Piste mit vielen Löchern durch hunderte von Dörfern mit vielen vielen Kindern die von allen Seiten angerannt kommen. Unzählige Velofahren springen erschreckt vom Sattel und retten sich ins Gebüsch wenn wir kommen – also soo schnell sind wir ja nun auch nicht unterwegs. Das Vorankommen ist langsam, die Fahrt jedoch total spannend mit all den Leuten und Dörfern. Nach 37km vom Gate erreichen wir den Nsobe Community Camp. Wir sind ein wenig ratlos, es verschiedene Campsites, wir wissen jedoch nicht, wo wir uns für die Bezahlung melden müssen? Ein Guide der mit zwei Klienten unterwegs ist, erklärt uns, dass wir einfach diese «straight road» nehmen müssen, dann gebe es eine Office. Die Piste führt über eine riesige Ebene, die zur Regenzeit wohl unter Wasser steht. Wir denken schon, dass wir falsch sind, aber nach ca. 7km tauchen ein paar Häuser auf – tatsächlich sind wir richtig. Wir bezahlen die Camping Fee und bekommen erklärt, dass wir hier nur mit einem Guide unterwegs sein können und wir hier einen Walk zu den Nestern des Shoebill buchen können. Man würde dann ein Stück mit dem Auto fahren und dann durch die Sümpfe laufen. Der Guide sei jedoch zur Zeit noch mit anderen Kunden unterwegs. Wir möchten uns dies noch überlegen und fahren zuerst zurück ins Camp. Nach einigen Diskussionen mit verschiedenen Personen können wir auf der Campsite nr. 5 bleiben – obwohl diese am weitesten weg von der Dusche und WC ist, aber dafür eine schönen Aussicht über die Ebene hat. Nun wird uns ein Ständer gebracht auf dem ein Eimer mit Wasser und ein Waschbecken platziert wird. Während dem Mittagessen beschliessen wir, dass es doch noch schön wäre, die Shoebills zu sehen, da wir ja wirklich nicht wissen, ob wir nochmals in diese Gegend kommen. Da jedoch unser Jonathan keine Rücksitze hat, testen wir zuerst, ob irgendwie drei Personen ins Auto reinpassen. Zwei auf dem Vordersitz geht definitiv nicht, dann setzt sich Christoph auf den Kühlschrank – ja das funktioniert für ein paar Kilometer! Also ab wieder über die Ebene ins Office. Dort erhalten wir den Bescheid,dass der Guide nun aber zurück im Camp sei! Also wieder retour! Im Camp sehen wir, dass offenbar die beiden anderen noch eine Tour gebucht haben. Schade, dass offenbar keine finanzielle Unterstützung gewünscht wird?!. So verbringen wir halt einmal mehr den Nachmittag auf der Campsite, bis das Wasser für die Dusche bereit ist. Diese teilen wir mit einigen Wespen, die aufgeregt um die Brause schwirren, so wird die Dusche eine kurze Angelegenheit. Später wird uns auf dem Fahrrad noch Feuerholz gebracht.
25. September: Bangweulu Wetlands – Mutinondo Wilderness Heute geht es den gleichen Weg zum Gate wieder retour. Heute sind noch mehr Leute unterwegs als gestern (wohl da Sonntag war?). Plötzlich kommt uns noch ein Traktor entgegen, was nun? Die Piste ist einspurig durch das Schilfgras, links uns rechts ist ein Bachgraben. Aber der Fahrer winkt uns zu, dass wir fahren sollen, irgendwie kommen wir aneinander vorbei. Beim Gate schwatzen wir noch ein wenig mit Emmanuel (dem Gate Wärter) und biegen dann ab Richtung Teerstrasse nach Mpika. Die Strasse erscheint uns zuerst sehr gut und breit, aber zu früh haben wir in den vierten Gang geschaltet – es hat überall Löcher und die Piste wird immer schmäler. So geht es halt langsamer weiter bis wir die Teerstrasse erreichen und nach kurzer Zeit Richtung Mutinondo Wilderness abbiegen. Dort erhalten wir eine Karte von all den Hiking Trails und es wird uns alles gezeigt. Wir suchen eine Campsite aus, es ist bereits eine Gruppe Deutscher da die von Malawi gestartet sind. Am späteren nachmittag machen wir noch eine kurze Wanderung, die ist jedoch nicht so spannend, da es alles durch den Wald geht. Zurück beim Camping machen wir ein Feuer um unser Brot zu backen, der Teig ist während unserer Wanderung schön aufgegangen. Nun folgt eine schöne Dusche, Bier und Abendessen.
26. September: Mutinondo Wilderness Heute haben wir eine etwas längere Wanderung vor, nach fast drei Wochen ohne grössere Bewegung ! Wir erklimmen den höchsten Felsen in dieser Umgebung, den Mayense und geniessen die Aussicht von oben auf die rot und grün gefärbten Bäume und die runden Felsen. Dann geht’s wieder runter und weiter zum Hyrak Hill wo einige verblasste Felsmalereien (viel ist nicht mehr zu erkennen) zu senden sind. Nach ca. 3km kommen wir zu den Paradise Pools, wunderschön, hier könnte man baden (ohne Krokodile und Hippos). Dem Fluss entlang geht es zurück zum Camp – wir sind völlig erstaunt, dass der Weg direkt zu unserem Jonathan führt! Nun ist es recht warm geworden, wir lesen ein wenig, essen z’Mittag, waschen und schreiben Tagebuch.
cgmoggiThemenstarter56 Beiträge · seit 201007. Okt. 2017 · #12
Reisebericht Teil 5: 27. September – 4. Oktober 2017
27. September: Mutinondo – North Luangwa Gegen 10 Uhr verlassen wir Mutinondo; es war schön hier ein bisschen die Beine zu vertreten und nicht immer nur zu fahren. Anhand einer Skizze von der Mutinondo-Managerin finden wir in Mpika auch ohne Probleme den Zambeef-Laden, wo wir Fleisch einkaufen; hier bieten sie auch frische Milchprodukte an. Auf dem Markt decken wir uns mit Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln und Eier ein; man kauft hier nicht per Gewicht sondern stappelweise – in grösseren Mengen – ein. Es ist unser erster Besuch auf einem der Freiluftmärkte – nach dem ersten komischen Gefühl kommen wir jedoch richtig in Fahrt! Wir sind weit und breit die einzigen Weissen – aber alles ist völlig relaxt und wir werden überhaupt nicht beachtet. Beim General Dealer gäbe es langhaltbare Produkte wie Reis, Teigwaren, etc. was wir nicht brauchen, da wir hier eigentlich nur Cola kaufen wollten, was es nicht hat. Die Kassiererin telefoniert weiter mit ihrem Handy, während sie uns bedient…, erklärt uns aber dann doch noch den Weg zum Bottle Store, den wir nach einer weiteren Runde durch das Dorf auch finden und wir unsere Biervorräte auffüllen. Im Northern Rock Hotel gibt es einen Lunch und «free Wifi»; der Kellner verkauft uns auch noch 12 Cola und auf unsere Frage nach einer Bäckerei auch ein Brot. Wahrscheinlich hätten wir uns hier auch noch mit Salat eindecken können, da hinter dem Hotel ein grosser Garten liegt. Da wir bei der Abzweigung 5km ausserhalb Mpika keinen Wegweiser zum Mano Gate im North Luangwa sehen, fahren wir wie vom Hupe-Führer und Navi vorgeschlagen den längeren Weg der noch 60km über Teer führt, und dann 40km auf guter Gravel Road zum Gate. Wir zahlen gleich den Parkeintritt für den nächsten Tag, übernachten aber unweit des Gates im Community Camp, direkt am kleinen Fluss; hier fällt kein Eintritt an. 2 nette, schüchterne Jungs, die nicht so gut englisch sprechen, holen Wasser vom Fluss, welches sie in einem Fass über einem Feuer erwärmen und dann in ein löchriges Fass oberhalb der Buschdusche füllen, wo dann auch wirklich warmes Wasser raustropft. Sie bringen auch Feuerholz und bereiten die Feuerstelle vor, welche sie etwas früh auch schon anzünden. 4 weitere Finishershirts, die wir von Reto und Catrina erhalten haben, finden dankbare Abnehmer. Da wir nun Zeit und Feuer haben, machen wir noch einen Schoggikuchen. Während Gabi die Fertigmischung mit Eiern, Oel und Milch ergänzt (Backanweisung frei interpretiert und an die vorhandenen Zutaten angepasst) heize ich den Backofen auf 180 Grad vor. Die Backzeit ist etwas länger als vorgesehen, aber der Kuchen flutscht problemlos aus dem schwarzen Topf ohne zu kleben und wir geniessen ein Stück zum Dessert. Aus einer Kartonschachtel basteln wir noch eine Kuchenschachtel, damit der Rest den nächsten Tag in einem Stück überlebt.
28. September: North Luangwa – South Luangwa (Zikomo) Um 6 Uhr fahren wir los. Als Individualtouristen dürfen wir den North Luangwa nur auf der Transitstrecke durchqueren, aber keine Game Drives entlang der interessanten Flüsse machen. Die Strasse ist recht gut und so meistern wir die steile Abfahrt ins Tal ohne Probleme. Trotzdem, dass wir im 2ten Gang fahren, stehen wir die ganze Zeit auf der Bremse, da der Jonathan einfach ein bisschen schwer ist. Die Transitroute führt wenig reizvoll durch den Busch und wir sehen nur ein paar wenige Tiere. Wenn man den North Luangwa erkunden möchte, müsste man schon in einem der teuren Camps übernachten. Auf der anderen Seite verlassen wir den Park über ein Pontoon über den Luangwa, der zu dieser Zeit nur noch wenig Wasser führt. Eigentlich wollten wir hier eine weitere Nacht in einem Community Camp verbringen, aber es ist erst 10 Uhr und die Umgebung ist nicht so scenic; deshalb entscheiden wir uns weiterzufahren bis zum Luambe NP. Wir sind kurz verwirrt, den das Navi kennt die Strecke nicht und auf der Hupe-Karte ist bei den Koordinaten von Chifunda ein Druckfehler. Als wir anhalten und aussteigen um mit unserem alten Navi die Koordinaten einzugeben, kommen wie aus dem Nichts zwei Velofahrer daher. Sie bestätigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg nach Chifunda sind. Wir sind überrascht wie gut die Strecke zu fahren ist und es gibt auch keine weiteren Orientierungsprobleme. Um 14 Uhr kommen wir zur Luambe Lodge wo ein Schild mit «No Camping» angebracht ist – was wir zuerst natürlich nicht glauben (im Internet war noch eine Campsite angegeben). Die beiden John’s bestätigen uns jedoch, dass dem wirklich so ist und die Campsite nicht mehr existiert. Wir wollen nicht zurück zum Community Camp beim Parkeingang, sondern entscheiden uns ins 80km weiter südlich liegende Zikomo Camp ausserhalb des Nsefu Sektors des South Luangwa Parks zu fahren. Wir fahren zügig an Elefanten und Giraffen vorbei durch den Luambe NP, wo wir im Transit keinen Eintritt bezahlen müssen. Auch bei der Fahrt durch den Nsefu-Sektor bezahlen wir keinen Eintritt und finden gegen 17 Uhr das Zikomo Camp auf der Höhe des Parkausgangs, sehr schön am Ufer des Luangwa gelegen. 11 Stunden Fahrt war eigentlich für den heutigen Tag nicht geplant. Wir schwatzen und trinken ein Bier mit unseren Schweizer Nachbarn.
29. September: Zikomo Heute machen wir nichts. Wir sitzen in unserem Camp am Ufer und schauen den Tieren zu, welche hier grasen oder zum Fluss gehen um zu trinken. Wir trinken Kaffee und essen den Rest des Kuchens, welcher die Fahrt durch den North Luangwa unbeschadet überstanden hat. Wir lesen, schwatzen mit den Nachbarn, schlafen in der Hängematte, ….. Hier unten im Luangwatal ist es sehr heiss und auch am Abend kühlt es nicht so schnell ab.
30. September: Zikomo Ab 6 Uhr darf man im South Luangwa fahren und so machen wir uns auf den Weg; unser Camp grenzt ja direkt an den Park. Gegen 10 Uhr fahren wir zurück ins Camp zu Lunch und Siesta, bevor wir am Nachtmittag zu einem weiteren Game Drive aufbrechen. Was wir sehen ist auf der Fotoseite dokumentiert.
1. Oktober: Zikomo – Wildlife Camp Im Verlaufe des Vormittags machen wir uns auf den kurzen Weg vom Zikomo Camp zum Wildlife Camp. Dieses liegt weniger als 10km neben dem Parkeingang bei Mfuwe und ist deshalb geeigneter für Game Drives in diesem Teil des Parks. Heute ist Sonntag und deshalb sind die Läden in Mfuwe geschlossen; aber bei einem der Marktstände kaufen wir noch ein paar Tomaten. Das Wildlife-Camp ist ziemlich voll und so sind die 4 schönen Plätze am Fluss schon besetzt und wir müssen die erste Nacht in der 2ten Reihe campen. Das Sundowner Bier nehmen wir aber in der ersten Reihe mit den 4 Schweizern (Judith/Jörg, Liliane/Dani), welche wir schon in Zikomo kennengelernt haben.
2. Oktober: Wildlife Camp Bevor wir um 5 Uhr 30 zu einem Game Drive abfahren, stellen wir unseren Tisch und Stühle auf einen Platz in der ersten Reihe, welcher heute frei wird und wir erben können. Den Game Drive am Morgen machen wir gegen Süden. Im Vergleich zu andern Parks hat es im South Luangwa viele Tiere und wir finden überall Elefanten, Giraffen, Zebras, Büffel, etc. und natürlich überall Impalas und Pukus. Auf dem Weg zurück ins Camp machen wir noch einen Abstecher in die Mfuwe Village und kaufen gefrorenes Fleisch und auf dem Markt Tomaten, Gurken, Rüebli und eine Avocado ein. Zurück im Camp kommt noch Thomas, der Gemüseverkäufer aus Mfuwe mit seinem Velo im Camp vorbei und wir kaufen ihm noch Salat, Petersilie und Frühlingszwiebeln ab. Am Nachmittag machen wir uns trotz der grossen Hitze schon um 15 Uhr auf den Weg. Die Safarifahrzeuge der Lodges starten ihre Game Drives erst um 16 Uhr und so sind wir in der Fahrt entlang der Lagunen in Richtung Norden allein unterwegs. Ein paar Elefanten versperren uns den Weg und machen keine Anstalt sich fortzubewegen. Wir verzichten auf eine Kraftprobe und kehren um und nehmen einen andern Track. Zum Glück, den nun sehen wir zwei junge Löwen-Männchen die faul rumliegen. Wir versuchen ein paar Elefanten im besten Licht zu fotografieren. Da entdecken wir 3 Hyänen, die aus einem Graben kommen. Um 18:00 müssen Individualtouristen den Park verlassen, aber die Safarifahrzeuge der Lodges machen noch Nightdrives mit Scheinwerfern um die nachtaktiven Tiere wie Leoparden zu entdecken.
3. Oktober: Wildlife Camp Heute ist ein Ruhetag. Wir geniessen den Tag von unserer Campsite aus und schauen den Elefanten und Flusspferden zu. Es ist nun fast Vollmond und man sieht die Tiere auch in der Nacht.
4. Oktober: Wildlife Camp Wir werden wiederum beim Anbruch der Dämmerung von den lauten Hadeda Ibissen geweckt. Auf dem morning game drive fahren wir wieder in Richtung Wafwa Lagune, wo wir die Hyänen gesehen hatten. Unterwegs begegnen wir vielen Elefanten und Giraffen, welche wir im besten Licht fotografieren können. Im Gegensatz zu andern Parks sind die Tiere hier «relaxt» und haben eine relativ kleine Fluchtdistanz; so fahren wir ca. 10m an eine Giraffe ran, und anstatt fortzulaufen, kommt sie näher um uns zu begutachten. Auch die Hyänen finden wir wieder und entdecken in einem Busch auch ihre Jungen. Nach Einkauf in Mfuwe und der Siesta machen wir noch einen afternoon game drive; die Löwen finden wir heute nicht. Am Abend latscht ein Flusspferd mitten durchs Camp, ist ein bisschen desorientiert mit all den Overlanderzelten aber völlig relaxt.
5. Oktober: Wildlife Camp – Bridge Camp Für den Weg zurück nach Lusaka nehmen wir die «Petauke-Road» und nicht die Teerstrecke. Die ersten 60km sind einfach zu fahren und landschaftlich interessant; wir sehen auch noch ein paar Tiere. Dann kommt eine Strecke durch die Dörfer und mehrere ausgewaschene Flussbetter, wo wir für einmal auf den 4-wheel drive angewiesen sind. Die Strecke ist relativ langsam zu fahren, bietet jedoch keine technischen Hindernisse. Wir winken den vielen Kindern zu und grüssen die Velofahrer, welche sich in Sicherheit bringen, sobald sie uns auf der einspurigen Piste kommen hören. Nach 5 Stunden erreichen wir Petauke, wo wir die Chimwembe Lodge ansteuern, welche im Hupeführer empfohlen wird. Zum Mittagessen im klimatisierten Indoor-Restaurant gibt es free-range chicken (welches aber wohl verhungert ist) Spinat und Nshima. Es ist erst Mittag und die Campsite ist nicht besonders scenic; deshalb entscheiden wir uns bis zum Bridge Camp weiterzufahren. Erst in Lusaka erfahren wir, dass im September das Restaurant und die Reception der Chimwembe Lodge bei einem Buschbrand abgebrannt sind; nun verstehen wir auch, dass das Indoor-Restaurant in einem Chalet nur improvisiert war. Die Great Eastern Road führt von Petauke durch eine schöne Berglandschaft; die Strasse ist kurvig und aufgrund der vielen Lastwagen und Baustellen kann man nicht so zügig fahren. Die Great Eastern Road führt auf einer Brücke hoch über den Luangwa und das Bridge Camp liegt 3km flussabwärts. Wir verbringen den Rest des Tages im Restaurant/Bar mit schönem Ausblick auf den Luangwa und das gegenüberliegende Moçambique. Die Campsite liegt direkt an der Strasse, nicht sehr schön, aber es ist ja finster in der Nacht. Wir sind alleine und werden die ganze Nacht von einem Wachmann beschützt.
6. Oktober: Bridge Camp – Lusaka (Pioneer Camp) Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Lusaka, wo wir 2 Nächte bleiben wollen. Seit unserem letzten Tankstop in Mpika haben wir 1250km zurückgelegt und der Jonathan hat Durst und kriegt 160 Liter low sulphur Diesel. Er braucht also ca 13L/100km was bei einem 200 Liter Tank und 2 Ersatzkanister à 20 Liter eine Reichweite von ca. 1800km ergibt. So sollten wir notfalls auch durch Zimbabwe kommen, falls es kein Diesel zu kaufen gäbe. Nachdem Jonathan verpflegt ist, kommen wir an die Reihe in einem Mug and Beans in einer Shopping Mall. Anschliessend besuchen wir mehrere Malls und kaufen ein paar Dinge ein, die nicht überall zu erhalten sind; den Grosseinkauf für die nächsten 12 Tage durch Zimbabwe verschieben wir aber auf den nächsten Tag. Ich gehe heute zum ersten Mal seit über 10 Jahren zum Coiffeur (sonst ist das Gabi’s job). Nachdem Einchecken im Pioneer Camp planen wir noch die nächsten 2 Wochen im Detail, reservieren in Kiambi (Lower Zambezi) und in der Makuti Travel Lodge (Zimbabwe) und erstellen die Einkaufsliste.
cgmoggiThemenstarter56 Beiträge · seit 201022. Okt. 2017 · #13
Reisebericht Teil 6: 7. – 21. Oktober 2017
7. Oktober - Lusaka Heute ist Grosseinkaufstag – da Gabi der Überzeugung ist, dass es absolut nichts zu kaufen gibt in Zimbabwe. Wir verabschieden uns vom Zeltplatzbüsi das die ganze Nacht bei uns ins Dachzelt wollte, schwatzen noch ein wenig mit unseren deutschen Nachbarn und fahren dann in diverse Shopping Malls (etwa so alle 500 Meter gibt’s eine!) bis wir alles finden was wir kaufen wollen. Dann geht’s zurück zum Pioneer Camp wo wir alles irgendwie im Jonathan verstauen. Nach einem Znacht im Restaurant gehen wir schlafen.
8. – 9. Oktober – Lower Zambezi - Kiambi Camping Diese zwei Tage verbringen wir am Zambezi in der Kiambi Lodge – in der Nähe von Chirundu. Hier läuft überhaupt nichts, wir haben uns eigentlich mehr Wildlife und Aktivitäten vorgestellt. So verbringen wir die Tage mehr oder weniger mit Nichtstun. Es ist bedeckt und ab und zu gibt es sogar ein paar Regentropfen.
10. Oktober – Chirundu – Mana Pools Nationalpark Heute steht der Grenzübertritt nach Zimbabwe an. Wir sind gespannt was uns erwartet und sind der Überzeugung, dass wir das ganz sicher ohne Hilfe schaffen werden….! Im grossen neuen Grenzgebäude werden die Formalitäten für Zambia und Zimbabwe abgewickelt. Schon als wir reinfahren, kommen diverse Helfer angerannt…einer sagt uns, dass wir zurück zum Gate laufen müssen, um das CIP für Zambia abstempeln zu lassen. Dann laufen wir mit unserem Helfer wieder zurück zum Gebäude wo er uns das Einreiseformular für Zimbabwe in die Hände drückt. Woher er dies wohl hat? Als wir noch am ausfüllen sind, kommt er schon mit dem nächsten Formular – Temporary Import for Verhicles – das wir für den Jonathan ausfüllen müssen. Nun geht’s zuerst zur Immigration wo wir je 30 US$ fürs Visa bezahlen und der Pass gestempelt wird. Nun führt uns unser Helfer den Gang entlang (alleine hätten wir keine Chance gehabt, diesen Gang zu finden!) zu Interpol Zambia. Das Büro wird jedoch gerade nass aufgenommen, der Beamte von Interpol isst gerade Frühstück mit demjenigen von Interpol Zimbabwe. Also warten wir, bis der Boden sauber und das Frühstück gegessen ist. Der Beamte studiert lange unser Police Dokument für den Jonathan, knallt dann einen Stempel auf ein kleines weisses Papier und wir werden weiter zu Interpol Zimbabwe geschickt. Der Beamte dort drückt desinteressiert an seinem Handy herum, schaut kurz auf unsere Dokumente und das kleine weisse Papier kriegt einen weiteren Stempel. Den Gang wieder zurück zum nächsten Büro wo in einem grossen dicken Handbuch nachgeschlagen wird, wieviel wir für den Jonathan bezahlen müssen. Der arme wird wieder als Truck eingestuft – er kostet US$120. Unser Helfer führt uns – für was haben wir noch nicht herausgefunden – den «Interpol» Gang wieder zurück, wo wir einige Zeit in einer Kolonne anstehen (bzw. er für uns) bevor es dann wieder zurück geht und das Import Dokument definitiv ausgefüllt wird. Er sagt uns, dass wir nun alles haben und weiterfahren können. Wir geben ihm 10 US$, worauf er uns darauf aufmerksam macht, dass sein Bruder auch noch geholfen habe – also, der Bruder kriegt auch noch US$10. Nun müssen wir nur noch das kleine weisse Papier mit den vielen Stempeln beim Gate abgeben – und nach 1.5 Stunden sind wir in Zimbabwe! Nun geht’s zuerst auf löchriger Teerstrasse – die nachher immer besser wird – Richtung Mana Pools Nationalpark. Wir passieren den Eingang zum Nationalpark da wir zuerst nach Marongoro fahren müssen um das Permit abzuholen. Unterwegs werden wir und Jonathan nur noch auf Tse-Tse Fliegen kontrolliert, d.h. wir werden angehalten, einer läuft um das Auto herum, schaut sich im Auto um und beschliesst, dass keine Tse-Tse Fliegen vorhanden sind! Wir holen das Permit ab, bezahlen horrende US$5 für eine kopierte Karte von Mana Pools und fahren dann wieder zum Eingang zurück. Die Strasse zum Park ist eine gute Gravel Road, sodass wir schon bald beim Camping ankommen. Gemäss unserer Buchungsbestätigung sollen wir auf Campsite No. 14 – das ist wohl weit und breit die hässlichste Site ohne irgendeinen Schatten und weit weg vom Fluss. So können wir mit der Reception vereinbaren, dass wir die Site wechseln. Wir schlagen unser Lager auf einer schönen schattigen Site auf und werden beim Mittagessen schon bald von einem Elefanten gestört, der die Apfelringe der Akazie bei uns essen möchte. Er schüttelt den Baum, sodass die Früchte herunterfallen und kommt dabei gefährlich nah an unseren Jonathan. Wir geniessen den Nachmittag und Abend auf dem Camping – es kommen immer wieder Elefanten vorbei.
11. – 13. Oktober – Mana Pools Wir unternehmen Fahrten im Park und beobachten Löwen, Elefanten und diverse Antilopen. Am zweiten Abend gibt unser Nachbar an der Campsite am Wasser plötzlich den Warnruf: Achtung Hippo! Und da kommen auch schon zwei Hippos angerannt…gefährlich nah an der Autotüre des Jonathan vorbei die offen steht! Wir haben kurz einen Herzstillstand – aber zum Glück haben die beiden das Hindernis erkannt! Immer wieder müssen wir Elefanten ausweichen die sich überhaupt nicht um uns kümmern.
13. Oktober – Mana Pools – Mokuti Travel Lodge Da uns der Weg von Mana Pools nach Matusadona zu weit ist, haben wir beschlossen, noch eine Nacht in der einzigen Übernachtungsmöglichkeit auf dem Weg zu verbringen. Wir machen am Morgen noch einen Game Drive, fahren dann aus dem Mana Pools Nationalpark hinaus zur Mokuti Travel Lode. Wir sind bereits am Mittag dort – wir sind nicht sicher, ob wir noch nach Karoi fahren müssen um zu tanken da wir morgen früh losfahren müssen und die Tankstellen vielleicht noch nicht offen sind. Der nette Manager von der Lodge klärt uns ab, dass in Karoi Diesel vorhanden ist und die Tankstelle um 6 Uhr morgens öffnet. So essen wir in der Lodge z’Mittag und benützen das wirklich schnelle Internet. Die Lodge ist ganz ok, klar hat sie sicher bessere Zeiten gesehen, aber das Zimmer ist in Ordnung und das Rump Steak zum Nachtessen ist excellent!
14. Oktober – Mokuti Travel Lodge – Matusadona Nationalpark Wir fahren um 5 Uhr los, zwischen 9 und 10 Uhr haben wir uns mit Elena und Hans an der Kreuzung verabredet, wo wir zum Matusadona NP abbiegen müssen. Sie haben uns via 4x4 Forum Südafrika kontaktiert, da sie auch in den Matusadona fahren und die Strassenverhältnisse unklar sind. So sind wir wenigstens zwei Autos, falls es wirklich sehr schwierig sein sollte. Wir fahren zur Tankstelle, wo wir genau um 6 Uhr eintreffen – vor der unleaded Säule hat es bereits eine Schlange! Aber wir werden sofort zur Diesel Tankstelle gewiesen wo wir den Jonathan füllen können. Auf guter Strasse fahren wir durch diverse Dörfer und treffen kurz nach 9 Uhr an der besagten Kreuzung ein, wo tatsächlich Elena und Hans aus Österreich mit ihrem Bushlore Camper warten! Nach kurzer Begrüssung machen wir uns auf den Weg, es ist zuerst eine sehr gute Gravel Road. Die erste Abzweigung verpassen wir prompt, aber dank dem Funkgerät das Hans uns gibt, können wir miteinander kommunizieren und die richtige Abzweigung nehmen. Schade – denn die andere Strasse wäre definitiv besser gewesen! Nun geht es über Stock und Stein, durch Flussbette hindurch, dann auf der anderen Seite wieder hinauf nur um den nächsten steinigen Fluss in Angriff zu nehmen! Nun wissen wir definitiv, wieso wir den Jonathan haben, vor allem die Bodenfreiheit ist wichtig, aber auch wir schlagen bei den steilen Ab- und Aufsteigen mit der Anhängerkupplung an. Das Vorwärtskommen ist extrem langsam, endlich erreichen wir das Gate. Wir werden von den Rangern dort fast umarmt – sie haben enorm Freude, wieder mal Besuch zu bekommen! Sie versichern uns, dass die Road better wird – und tatsächlich, noch ein grosser sandiger Fluss ist zu überqueren und nachher können wir sogar fast mit 40 kmh fahren. Wir erreichen Tashinga und checken auf die Campsite ein. Elena und Hans haben ein Chalet in einem Bushcamp reserviert, dies jedoch erst für den nächsten Tag (heute ist es noch nicht bezugsbereit da noch die Leintücher fehlen). So fahren wir auf dem Camping, geniessen die Aussicht auf den Karibasee und schwatzen. Elena und Hans fahren später noch zum Seeufer – und unterschätzen den Sand – gemeinsam können wir ihr Auto freischaufeln bevor es ganz dunkel wird.
15. – 17. Oktober – Matusadona Nationalpark Die Strassen im Park sind so schlecht und ausser Elefanten hat es keine Tiere sodass wir mehr oder weniger im Camp bleiben und ab und zu Elena und Hans für einen Schwatz besuchen, die in ihr Chalet umgezogen sind. Hans macht immer hervorragenden Espresso den wir mit feinen Guetzli geniessen! Ab und zu kommt der MAPP (Matusadona Antipoaching Project) Ranger vorbei, der gerne einen Schwatz mit uns hält. Er erzählt uns auch, dass eine Fähre immer am Dienstag von Tashinga nach Charara und am Mittwoch von Tashinga nach Kariba fährt. Da werden wir hellhörig – das wäre doch was, anstelle diese «Strasse» wieder hinauszufahren! Also nichts wie hin zur Reception der uns verspricht, am Montag anzurufen und sich zu erkundigen. Und wirklich, wir können die Fähre buchen – wir am Dienstag nach Charara und Elena und Hans am Mittwoch nach Kariba. Die Fähre soll am Dienstag um 16 Uhr in Tashinga ablegen….wir wissen ja, wir sind in Afrika, wir sind Schweizer – aber so mit 17 Uhr ablegen rechnen wir halt doch….!! Wir warten zusammen mit dem MAPP Ranger, Elena und Hans bis um 19 Uhr tatsächlich die Fähre kommt. Auf dem Schiff ist ein Riesendurcheinander von Leuten, Gefriertruhen, Gepäck, Abfall etc. In Tashinga gehen einige Personen von Bord, damit jedoch unsere Jonathan Platz hat, müssen noch diverse Gegenstände und Gefrierstruhen aus dem Weg geräumt werden. Schlussendlich passt es Millimeter genau – die Rampe kann gerade noch so hinaufgezogen werden. In dem ganzen Durcheinander konnten wir uns nicht mal richtig von Elena und Hans verabschieden! Vor allem ist es mittlerweile dunkel (vielleicht besser so) und wir sind auf Empfehlung der Leute von der Fähre vorwärts auf das Schiff gefahren! Wir hoffen nur, dass wir hier auch wieder runterkommen!. Die Fahrt dauert ca. 2 ½ Stunden, dann kommen wir in Charara an. Dort herrscht ein Durcheinander von Leuten, Gepäck – und da sollen wir nun die steile Böschung rückwärts hochfahren?? Wir versuchen es zumindest, aber der Jonathan schlägt auf, es ist definitiv zu steil. Also das Auto wieder aufs Schiff und der Kapitän sucht einen neuen Anlegeplatz, ein bisschen weiter unten, ein bisschen weniger steil – sieht eigentlich gut aus. Aber nun müssen wir noch einem Wagen ausweichen und über eine Leitung fahren, d.h. mit einer zusätzlichen Kurve hinausfahren. Zusätzlich erschwerend ist es, dass es stockdunkel ist ! Doch wir versuchen auch dies – und schlagen mit der Anhängerkupplung an den Steinen auf. Also werden diese mit vereinten Kräften zur Seite geräumt und nun geht’s mit Low 4, viel Gas und Geschrei rückwärts an Land! Erfolgreich können wir den Jonathan dann wenden – und haben nur noch einen Gedanken – möglichst schnell weg von hier und einen Schlafplatz suchen! Dank dem Navi finden wir die Strasse und fahren noch ca. 6 km, bis wir am «Strassenrand» unser Lager aufschlagen. Wir sind weit weg von den Dörfern und es ist ruhig. Trotzdem schlafen wir sehr unruhig.
18. Oktober – Charara – Hwange Nationalpark Sobald es einigermassen hell wird machen wir uns auf den Weg Richtung Hwange. Die Strasse schlängelt sich zuerst noch durchs Gebirge, ist langsam aber gut zu fahren. Nachher werden die Verhältnisse immer besser bis wir die Teerstrasse erreichen. Dort erwartet uns unsere erste Polizeikontrolle in Zimbabwe. Wir haben viel gehört - und sind gespannt was nun passiert. Der Polizist fragt nach dem Import Dokument, dann müssen wir die zwei Pannendreiecke und den Feuerlöscher zeigen (zum Glück haben wir bei Savanna noch irgendein nächstes Servicedatum eingetragen!). Dann werden noch das Rückfahrlicht, das Licht, die Blinker geprüft bis wir weiterfahren können. Im Gegensatz zu Sambia hat der Polizist hier kein Smalltalk gemacht, sondern einfach seine Checklist abgearbeitet. Wir fahren ohne weitere Unterbrüche nach Hwange, von dem dortigen Polizisten werden wir einfach durchgewunken. Wir fragen das Navi nach dem Spar – und fahren in eine Seitenstrasse wo es nichts gibt. Na ja, irgendwo gibt es noch einen OK Supermarkt. Wir gehen hinein und sind völlig überrascht. Gabi war ja der Überzeugung, dass es in Zimbabwe absolut nichts zu kaufen gibt – hier in Hwange gibt es einfach alles, was das Herz begehrt, sogar Ice Cream!. Wir kaufen für die nächsten Tage im Hwange ein, tanken zur Sicherheit noch 50 Liter (man weiss ja nie, wieviel Game drives wir noch machen wollen) und fahren dann in den Hwange Nationalpark. Am Gate sehen wir, dass wir heute die ersten sind, die reinfahren – und es ist bereits 15 Uhr! Wir fahren nach Sinamatella um noch die Gebühr von US$10 für Jonathan zu bezahlen und fahren dann weiter zu unserer gebuchten Picnic Site Mandavu Dam. Dort werden wir von Agnes herzlich begrüsst die in den nächsten Tagen bezüglich Feuerholz nach uns schauen wird. Sie ist gerade am See am fischen und hofft, noch etwas zum Nachtessen zu bekommen. Wir sind für heute definitiv genug Auto gefahren, wir sitzen zuerst mit einem Coke Zero später dann mit einem Bier am Schatten, schauen auf den See und hören den Hippos zu.
19. – 20. Oktober: Hwange Nationalpark Wir machen zwischen Mandavu Dam und Shumba Shelter Game drives, sehen ein grosses Löwenrudel, riesige Büffelherden, Zebras, Giraffen, Elefanten und die üblichen Antilopen. Am gemütlichsten ist es am Shelter beim Masuma Dam wo wir die Tiere nahe am Wasserloch beobachten können. Wir lernen Angela und Ralf aus Deutschland kennen die auch schon mehrere Jahre Afrika bereisen und schwatzen mit Godfrey, dem Caretaker dieser Picnic Site und Camping Platz. Er sagt uns, dass er manchmal sehr sehr einsam sei – das können wir uns vorstellen, wobei es nun plötzlich noch viele Autos und Touristen hat die im Park herumfahren. Als Zeitvertrieb bzw. um sein Einkommen aufzubessern, sammelt Godfrey Elefantenhaare aus denen er Armbänder flicht. Wir kaufen ihm eines ab (inoffiziell darf er diese nicht verkaufen) und bezahlen satte US$15- aber wenigstens unterstützen wir ihn so ein wenig. Am letzten Abend kommt ein Gewitter auf, rund um uns herum blitzt und donnert es, aber bei uns fallen nur ein paar Tropfen und es windet heftig.
21. Oktober: Hwange Nationalpark – Kasane Am Morgen fahren wir nochmals zum Masuma Dam, sehen wiederum das grosse Löwenrudel. Beim Wasserloch läuft jedoch nicht viel, so essen wir kurz z’Morge, verabschieden uns von Angela und Ralf und fahren dann Richtung Robins Camp. Unterwegs machen wir noch Halt an diversen Hide’s – aber der Park ist wie ausgestorben, nicht mal ein Impala ist hier am Grasen, obwohl es hier mehr geregnet hat und es relativ grün aussieht. Im Robins Camp checken wir aus und fahren dann Richtung Pandamatenga wo unser nächster Grenzübertritt nach Botswana wartet. An diesem kleinen Grenzposten kommen keine Trucks vorbei und auch selten ein Auto (so denken wir). Aber als wir den Posten erreichen, stehen da tatsächlich schon drei Südafrikaner. So einen schnellen Grenzübertritt hatten wir auf dieser Reise bisher noch nie – in 20 Minuten sind wir aus Zimbabwe raus und in Botswana! Wir müssen das Import Dokument abgeben, dann wird der Jonathan gecheckt ob wir keine Trophäen mitnehmen und auch kein Fleisch, der Pass gestempelt und schon sind wir am Posten für Botswana. Dort folgt die Desinfektion aller Füsse (inkl. denjenigen vom Jonathan), das Formular ausgefüllt und schon geht’s weiter. Die Grenzbeamte hat richtig Freude, dass wir fast 2 Monate in Botswana bleiben wollen…! In Pandamatenga Shop gibt es leider kein Mittagessen zu kaufen, so gibt’s unser erstes Glace und ein Coke Zero. Wir fahren auf der Teerstrasse die manchmal rechte Potholes hat nach Kasane. Unser Versuch, die Gasflasche die mittlerweile leer ist, aufzufüllen, scheitert. Es ist Samstagnachmittag und alles bereits zu. Wir essen in der Chobe Marina Lodge z’Mittag und fahren dann in die Chobe Safari Lodge um dort zu campen. Aber da fallen wir aus allen Wolken – alles ausgebucht! Also weiter zu Thebe River Safaris, die haben noch einen Campingplatz für heute Nacht aber für Morgen ist alles ausgebucht. Als wir den Camping besichtigen, beschliessen wir, lieber noch weiter zu suchen – so etwas hässliches haben wir selten gesehen. Also telefonieren wir nach Senyanti – aber auch dieser Camping ist ausgebucht. Was ist nur los in Kasane? Nach einem weiteren Telefon in die Toros River Lodge die nun den Namen in Big Five geändert hat, finden wir doch noch eine Übernachtungsmöglichkeit. Auch nicht wahnsinnig schön aber mit eigenem Dusch- und Toilettenhäuschen und einer schönen Bar und Restaurant. Wir räumen den Jonathan auf, entsorgen allen Abfall der letzten Tage und geniessen dann ein feines Nachtessen.
Was für ein fabelhafter Reisebericht! Die Prozedur am Grenzposten Sambia/Simbabwe ist köstlich beschrieben - man braucht halt viel Humor.
LG Logi
cgmoggiThemenstarter56 Beiträge · seit 201006. Nov. 2017 · #15
Reisebericht Teil 7: 22. – 29. Oktober 2017
22. Oktober - Kasane Wir waschen unsere Kleider und fahren dann zum SKL Büro beim Sedudu Gate um 2 Zusatznächte in Savuti zu organisieren, aber das Büro ist am Sonntag geschlossen. Wir steuern wieder die Chobe Marina Lodge an, wo wir am Vortag gute Internetverbindung hatten und laden den Reisebericht Teil 6 und Fotos hoch, und geniessen dazu einen feinen Chickenburger. Nach einem Tankstop fahren wir ins Shoprite um für die nächsten 7 Tage einzukaufen, aber einerseits ist die Auswahl an Fleisch klein, und andererseits ist der Bottlestore am Sonntag geschlossen. Wir fahren noch zum Choppies in Kazungula und ergänzen noch ein wenig unsere Vorräte. Das Apero und Nachtessen verbringen wir im Restaurant des Big 5 Camps zusammen mit 2 Holländern (Martin und Anika).
23. Oktober – Chobe/Ihaha Nach dem zMorgen fahren wir wieder zum Sedudu-Gate um die 2 Zusatznächte in Savuti zu bestätigen und zu bezahlen. Die Lady ruft das Büro in Maun an und diskutiert während 10 Minuten; eigentlich ist es ganz einfach: 2 Nächte hatten wir schon im April bestätigt und bezahlt; für 2 Nächte waren wir auf der Warteliste und haben ein Mail gekriegt, dass es nun Platz gegeben hat. Letztendlich klappt es und wir bezahlen die 2 Nächte Camping bei SKL und nebenan den Parkeintritt bei Nationalparkbüro. Wir fahren die 6km zurück nach Kasane. Da der Bottlestore erst um 10 Uhr öffnet, gehen wir noch ins Hunter’s Restaurant, wo es Cappuccino und Pancake gibt. Nachdem nun auch die Bier- und Weinvorräte aufgefüllt sind und wir im Spar noch Chnoblibrot, Pizza und was Süsses zum Dessert gekauft haben, fahren wir auf der Transitstrecke in den Chobe NP und auf einer Cut-line road – trotz no-entry Schild – direkt zum Ihaha Camp. Am späteren Nachmittag machen wir einen Gamedrive entlang des Chobe-Rivers. Dieser Teil des Parks ist landschaftlich sehr schön, aber es hat erstaunlich wenig Tiere. Es ist das erste Mal, dass wir in diesem Teil keinen einzigen Elefanten sehen.
24. Oktober – Chobe/Savuti Bei Sonnenaufgang fahren wir los dem Chobe River entlang Richtung Westen; auch hier ist es ruhig; wo sind nur all die Tiere? Um 8 Uhr verlassen wir diesen Teil des Parks und fahren nach Savuti. Die Fahrt bis zum Gate verläuft zügig, erst nach dem Gate wird es tiefsandig. Für heute sind wir genug gefahren und stellen unseren Jonathan deshalb am Nachmittag nur noch zum Wasserloch 1km vom Camping entfernt und schauen den Elefanten zu.
25./26. Oktober – Savuti An diesen 2 Tagen machen wir Gamedrives. Am Morgen bei Sonnenaufgang um 6 Uhr fahren wir los zum Marabu-Wasserloch, am Nachmittag stellen wir uns wieder ans Elefanten-Wasserloch. Da die Tracks sehr sandig sind, ist es am schönsten einfach bei den beiden Wasserlöchern auf die Tiere zu warten. In der Savuti haben wir mehr Glück: am ersten Morgen sehen wir zuerst 4 Hyänen. Plötzlich beginnt ein Schakal aufgeregt zu bellen; mit dem Feldstecher erkennen wir den Grund: ein Leopard nähert sich dem Wasserloch. Da das Wasserloch jedoch von Elefanten besetzt ist, läuft der Leopard an uns vorbei und auf der anderen Seite wieder in den Busch. Am zweiten Morgen sehen wir hier 4 Wilddogs. Am Nachmittag des zweiten Tages sehen wir auch noch etwa 8 Löwen beim Elefanten-Wasserloch in der Nähe des Camps.
27. Oktober – Savuti – Moremi/Khwai Eigenlich hätten wir noch eine vierte Nacht in Savuti gebucht, aber wir versuchen beim SKL-Büro in Savuti diese gegen eine Site beim Khwai-Gate im Moremi abzutauschen. Da der Generator nicht läuft hat das Büro jedoch keine Telefonverbindung und wir fahren auf gut Glück los. Wir nehmen die Marsh-Road und fahren noch einmal in der Marabou-Pan beim Wasserloch vorbei. In der Nacht hat es ein paar Tropfen geregnet und deshalb sehen wir die Tierspuren auf der sandigen Strasse sehr gut. Wir sind das erste Fahrzeug auf dieser Strecke an diesem Morgen und es ist deshalb leicht, die Löwenspuren zu erkennen, die in gleicher Richtung auf der Strasse gelaufen sind. Nach ca. 2km haben wir die Löwen eingeholt; 2 Männchen und ein Weibchen rasten am Strassenrand. Unbeeindruckt von unserer Gegenwart machen sie sich weiter auf den Weg; auch für Löwen ist es einfacher, auf der Strasse zu laufen als durch den dornigen Busch. Auf holperigem Track fahren wir zum Mababe-Gate; die Elefanten haben diesen Track zu einer Zeit benutzt, als der Boden noch nass war, und entsprechend Fussabdrücke hinterlassen…. Beim Khwai-Gate angekommen, erklärt uns der SKL-Manager, dass alle Sites reserviert sind, wir jedoch warten können um zu schauen, ob eine frei bleibt. Urs und Monika aus Steffisburg - unsere Camp-Nachbarn in der Savuti - offerieren uns, ihre Site zu teilen. Am Nachmittag fahren wir entlang des Khwai-Rivers Richtung Osten und schauen den Elefanten zu, die hier in den Flutebenen viel zu fressen finden. Etwas später entdecken wir noch etwa 10 Wilddogs, die vollgefressen unter den Bäumen ruhen. Wir finden einen selten gefahrenen Track durch den Busch und Jonathan kriegt ein paar zusätzliche Kratzer ab. Gewitterwolken ziehen auf und es wird langsam dunkel, und so fahren wir zügig zurück zum Camp. Der SKL-Manager kommt bei allen Sites vorbei und spricht mit all seinen Gästen. Der Gast von Campsite 9 ist abgereist und wir können deshalb die Nacht hier verbringen. Wir bedanken uns bei Urs und Monika für das Angebot auf ihrer Site zu übernachten, aber wir haben einen völlig andern Tagesablauf und fühlen uns auf einer eigenen Site flexibler. Wir duschen und trinken unser tägliches Bier mit Salznüssli und als wir das Feuer für das Nachtessen entzünden wollen, kommt ein böiger Wind auf und wir machen uns bereit, in den Jonathan zu flüchten (und Crackers, Käse und Wein auf den Vordersitzen zu geniessen) falls das Gewitter in unsere Richtung ziehen sollte. Es donnert jedoch nur eine halbe Stunde um uns herum aber der Wind flaut ab und wir können doch noch ein Feuer anfachen und unsere Fertigpizza backen.
28. Oktober – Moremi/Xakanaka Es ist noch leicht bedeckt als wir um 6 Uhr losfahren; wir sind kaum 2 km gefahren, da entdecken wir 2 Löwen, die in der Flutebene liegen. Diese liegen jedoch nur faul rum und sind relativ weit entfernt und wir fahren weiter. Beim Hippo-Pool gibt es Tee und Cornflakes zum Frühstück. Ab hier haben die Drivers der Safarifahrzeuge einen neuen, gut signalisierten Track gefahren, so dass wir nicht mehr wie in den Vorjahren durchs Wasser fahren müssen, um nach Xakanaka zu gelangen. Unsere Site XA-10 liegt sehr schön am Ende des Camps, aber ca 400m von den Ablutions entfernt. Am Nachmittag fahren wir nur noch zu den Paradise-Pools; der Wasserstand im Delta ist höher als in den Vorjahren und die Pools sind mit Wasser gefüllt, und so können wir nun limitiert herumfahren. Wir laden Feuerholz für 2 Nächte in den Jonathan. Dürres Holz findet man hier beliebig, da die Elefanten bei ihrem Weg durch den Mopane-Wald genügend Kleinholz produzieren. Zurück im Camp erleben wir das gleiche Szenario wie am Vorabend. Bei Bier und Nüssli kommt der Wind auf und es gibt ein paar Tropfen, so dass wir uns in den Jonathan verziehen. Nach einer Stunde hört es auf zu tropfen. Das Feuer ist nicht ausgegangen und wir können unser Nachtessen doch noch wie geplant geniessen und müssen nicht auf unsere Notfall-Mahlzeit zurückgreifen.
29. Oktober – Moremi/Xakanaka Heute ist es bedeckt, kühl und regnerisch. Nach einem kurzen Game-Drive fahren wir zurück ins Camp und stellen den Jonathan so hin, dass wir auf der windgeschützten Seite unter dem Sonnen-/Regendach den Tag verbringen können. Es ist kühl und wir ziehen uns das erste Mal seit 2 Monaten wieder warm an. So haben wir Zeit, das Tagebuch zu schreiben und Fotos von den Kameras auf den Computer zu laden, damit wir in Kasane bereit sind, diese aufs Internet hochzuladen. Wir schwatzen ein wenig mit den Nachbarn und tauschen ein bisschen Erfahrungen aus.
cgmoggiThemenstarter56 Beiträge · seit 201006. Nov. 2017 · #16
cgmoggiThemenstarter56 Beiträge · seit 201006. Nov. 2017 · #17
Reisebericht Teil 8: 30. Oktober – 5. November 2017
30. Oktober - Maun Wir fahren direkt von Xakanaka nach Maun zum Audi Camp, wo wir auf allen unseren letzten Reisen mindestens eine Nacht verbracht haben. Der Zeltplatz ist absolut hässlich und staubig mit wenig Schatten, aber er liegt «convenient» und zwischen den Wochen im Busch ein geeigneter Ort um zu retablieren. Es gibt viel zu tun und der Ablauf ist klar durchorganisiert: • Wassertank auffüllen mit dem Schlauch neben dem Restaurant • Allen Abfall entsorgen und die Lebensmittel kontrollieren; der Kartonwein-Sack hat wieder ein kleines Loch und muss in eine Wasserflasche umgefüllt werden; den Jonathan putzen und das Geschirr wieder einmal richtig abwaschen • Duschen und Kleiderwaschen und zum Trocknen aufhängen • Fahrt nach Maun: Zuerst suchen wir einen Ort um Gas aufzufüllen; das Navi führt uns zu einer Gas-Firma, die zwar kein Gas verkauft, uns aber eine Adresse geben kann, wo wir dann wirklich Gas auffüllen können. Ein Arbeiter legt die Flasche auf die Waage und pumpt von Hand Gas in die Flasche, bis das Zielgewicht erreicht ist. • Anschliessen fahren wir in das Restaurant French Connection und essen ein Baguette mit Roastbeef und ein Rockshandy; hier haben wir Internet und können die Mails lesen; es ist aber zu langsam, um den Blog up-zu-daten • Weiter fahren wir zum Einkaufen: zuerst in die Metzgerei, wo es Fleisch für 5 Nächte gibt, dann in den Bottle Store um Wein und Bier-Vorräte aufzufüllen und schlussendlich in den Spar für die andern Lebensmittel; da wir keine Pizza und Salzstängeli gefunden haben, gehen wir noch in einen zweiten Spar und ein Shoprite, wo wir dann alles finden. Wir finden es erstaunlich, dass es in Maun noch keine Shopping Mall gibt; der Spar sieht immer noch gleich aus wie vor 23 Jahren • Zurück im Camp räumen wir dann den Jonathan wieder ein, und laden den Compi und die Batterien der Fotoapparate • Dann endlich ist alles erledigt und wir gehen an die Bar, wo wir bei einem Windhoek Draught und Savanna Dry die Fotos und Reisebericht in den Blog laden können • Anschliessend geht es runter ins Restaurant, wo wir wie üblich Chateaubriand essen
31. Oktober – Maun – Central Kalahari Game Reserve/Sunday Pan In der letzten Nacht im Moremi hörten wir Löwen brüllen und ein Hippo vor unserem Jonathan mampfen. Diese Nacht in Maun hören wir Esel ia-en, Hunde bellen und Hähne gügerigü-en. Beim Aufwachen schauen wir durch das Fenster unseres Zeltes zu, wie die Gruppe nebenan die Zelte abbaut; es funktioniert immer noch gleich, wie wir es auf unserer ersten Afrikareise vor 24 Jahren gelernt haben. Zuerst die Haken lösen, dann das Zelt in alle 4 Richtungen falten, Stangen zusammenlegen, Zelt dritteln und den Boden jeweils mit dem Bürstli abbürsten und am Schluss zusammenrollen und im Zeltsack verstauen. Den andern Leuten zuzuschauen ist fast so spannend wie im Park den Tieren. Wir nehmen es gemütlich und essen zMorge und fahren erst gegen 8 Uhr los; auf dem Weg kaufen wir noch frisches Brot und Salat und tanken den Jonathan voll; dies ist die letzte Gelegenheit für 6 Tage und 1000km durch die Central Kalahari. Kurz vor dem Veterinär-Gate halten wir an und nehmen das Fleisch aus dem Kühlschrank und verstecken es. Man darf kein Fleisch aus dem Ngamiland in den Süden bringen, aus Angst, dass sich die Maul- und Klauenseuche ausbreitet. Bei den Touristen wird nur kurz in den Kühlschrank geschaut, aber es ist allgemein bekannt, dass man das Fleisch verstecken muss; ich bin sicher die Kontrolleure am Gate wissen es auch. Aber wir fahren ja nur in die Central Kalahari und braten das Fleisch. Ausser Sichtweite vom Gate wandert das Fleisch zurück in den Kühlschrank. Nun geht es noch 100km dem Zaun entlang geradeaus auf einer Sandpiste; dies ist wohl eine der langweiligsten Strecken dieser Reise, aber der kürzeste Weg in den Park. Wir haben unseren Lieblingsplatz Sunday Pan 4 reserviert. Am Wasserloch und in der Pan ist nichts los und so geniessen wir den Abend auf unserer Campsite. Der Ablauf am Abend folgt immer dem gleichen Muster: Nach der Dusche (wir füllen einen leeren 5L Kanister vom Wassertank und leeren ihn in den Kübel mit einer Brause; 5L reicht für 2) gibt’s ein Bier & Nüssli; wir nehmen die Malaria-Prophylaxe, sprayen uns mit Peaceful Sleep ein gegen allfällige Mücken und ich wechsle von Sandalen auf geschlossene Schuhe – wegen eventueller Skorpione. Während Gabi den Salat vorbereitet, mache ich Feuer. Es ist ein paar Tage vor Vollmond und der Mond steht deshalb hoch am Himmel und leuchtet die Campsite aus, so dass wir keine Lampe brauchen. Der Nachteil des Mondes ist, dass wir die Sterne nicht sehen. Während ich das Fleisch brate, bereitet Gabi die Beilagen vor und zum Essen gibt es ein Glas Rotwein aus dem Karton (bzw. der Plastikflasche). Gabi macht Wasser heiss damit ich abwaschen kann und dann macht sie Tee; dazu gibt es je abgezählte 2 Biskuits.
1. November – Sunday Pan Kurz vor Sonnenaufgang um 5 Uhr 30 stehen wir auf; das Zelt ist mit ein paar wenigen Handgriffen zusammengepackt und wir sind in 5 Minuten fahrtbereit. Bevor wir losfahren, müssen wir die Getränke für den Tag in den Kühlschrank einräumen, die wir am Vorabend bereitgestellt haben. Auf diese Art muss der Kühlschrank die Getränke nur von etwa 18 Grad auf 10 Grad abkühlen. Es geht nur ca. 500 Meter runter zum Wasserloch, aber dort ist nichts los. Wir fahren zur Leopard Pan und dann ins Passarge Valley; auch hier ist nichts wirklich Interessantes zu sehen und so schauen wir einem Hasen zu, der über den Weg hoppelt, einem Korhaan, der mit lautem Kwä-kwä-kwä fast senkrecht auffliegt um ein paar Meter weiter wieder fast senkrecht zu landen; ein paar Koribustard sind auch unterwegs. Ab und zu sehen wir einen Springbock oder ein Oryx; 2 Dachse rennen schon früh davon bevor wir die Kamera schussbereit haben. Heute scheint nicht viel los zu sein….; doch plötzlich sehen wir im letzten Augenblick 3 Schatten in einer Bauminsel; wir bremsen und fahren zurück. Es sind 3 Geparde, die aber sofort flüchten, obschon wir etwa 40 Meter entfernt sind. Wir fahren weiter und diskutieren wo und wann wir zuletzt Geparde gesehen haben, doch kaum 3km weiter verraten ein paar runde Ohren 2 junge Löwen, indem sie aufschauen, wenn sie uns kommen hören. Sie sind alleine – die Mutter muss auf der Jagd sein – und relativ weit weg von der Strasse. Zurück in der Sunday Pan schauen wir auf dem Weg zum Camp noch beim Wasserloch vorbei und finden 2 Löwen-Männchen, die im Schatten liegen und sich wohl für den Rest des Tages nicht mehr weit bewegen. Am Mittag ist es in der Central Kalahari affig-heiss aber zum Glück geht ein Wind und wir setzten uns in den Schatten eines Baumes und lesen. Ab 4 Uhr nimmt die Kraft der Sonne ab und wir können uns aus dem Schatten wagen; wir fahren runter zu den 2 Löwen und parkieren Jonathan ein paar Meter daneben. Die Löwen bleiben unbeeindruckt von unserer Gegenwart im Schatten liegen.
2. November – Sunday Pan – Piper Pan Wir fahren wiederum um 5 Uhr 30 ohne zMorge ab und fahren durch das Deception Valley in Richtung Piper Pan. Auf dem Rücksitz ist immer eine Schachtel mit Rusks, damit wir nicht verhungern. Die Landschaft ist toll im Morgenlicht, aber leider hat es keinen Vordergrund in Form von Tieren für unsere Kameras. Unterwegs finden wir eine einsame Löwin am Strassenrand. Am Lethiahu Waterhole sind 3 Löwen Cubs; auch sie sind alleine. Da es in dieser Gegend nicht so viel geeignetes Futter hat – die Springböcke sind wohl zu schnell für die Löwen, muss die Mutter wohl einen weiten Weg für die Jagd zurücklegen. Jetzt wird die Strasse extrem sandig und holprig und wir lassen Luft aus den Reifen um in die Piper Pan zu fahren. In der Pan grasen Gnus, Springböcke und Oryx-Antilopen. Am Wasserloch kommen noch Kudus und einige Vögel dazu. Hier ist es noch heisser als in der Sunday Pan und die Bäume haben hier zu dieser Jahreszeit keine Blätter. Also müssen wir das Schattendach ausfahren und den Jonathan mit einer Plane zudecken. Bei diesen klimatischen Bedingungen ist das Kühlschrank-Management ein bisschen schwieriger, aber es reicht jeweils um die Getränke auf etwa 10 Grad abzukühlen. Mit dem Solarpanel auf dem Dachzelt produzieren wir genügend Strom um den Kühlschrank in Dauerbetrieb zu halten. Es gibt jedoch keine Möglichkeit, unsere Hängematte im Schatten aufzuhängen und deshalb sitzen wir unter dem Schattendach und lesen; zum Glück haben wir etwa 300 Bücher auf unseren eBooks, denn ein Buch reicht bei 4-5 Stunden Siesta nur für 2 bis 3 Tage. Was haben wir nur gemacht, als es noch keine eBooks gab? Auf der Weltreise in 2005 mussten wir noch in Secondhand Bookshops Bücher tauschen. Am Nachmittag um 4 Uhr – nach einem kühlen Cola Zero aus unserem fleissigen Kühlschrank – fahren wir rund um die Pan auf der Suche nach den hier ansässigen Löwen. Aber wir finden sie nicht und warten noch ein bisschen am Wasserloch, bis die Sonne untergeht. Zurück im Camp gibt es das übliche Abendprogramm: siehe 31. Oktober.
3. November – Piper Pan Wiederum um 5 Uhr 30 sind wir auf dem Weg um die Pans. In der Mitte einer Pan entdecken wir eine Giraffe, welche sich aber mitten im offenen Gelände von uns bedroht fühlt und rasch versucht in den Busch am Rande der Pan zu flüchten. Am Rande der Pan sehen wir auch einige Bat-eared Foxes. Beim Weg zurück zum Wasserloch kommen uns 2 Löwinnen entgegen und liegen unter den erst-besten schattenspendenden Busch. Wir sind sicher, dass wir sie am Nachtmittag dort wieder finden werden. Und tatsächlich sind sie am Nachmittag noch an der gleichen Stelle, gehen zum Wasserloch trinken und legen sich in einen Busch neben dem Wasserloch und fangen sich an zu waschen, zuerst sich selbst und dann gegenseitig. Es wird schwierig sein, von den 100 Löwenfotos die beste aufs Internet hochzuladen.
4. November – Piper Pan – Passarge Valley In der Nacht hören wir die Löwen brüllen und finden sie am nächsten Morgen pünktlich um 5 Uhr 30 am Wasserloch. Aber es sind nicht mehr die 2 Löwinnen vom Vortag sondern 2 Männchen mit einer tollen Mähne. Wir haben noch einen langen Weg vor uns und müssen uns leider von ihnen verabschieden. Die Strecke wird steinig und wir entscheiden uns, die Reifen mit dem eingebauten Kompressor wieder auf den normalen Druck aufzupumpen und dazu ein Schale Flakes zu essen. Unterwegs kommt uns ein Safari-Fahrzeug mit einer Gruppe entgegen; auf ihre Frage teilen wir ihnen mit, dass wir seit der Piper-Pan «nichts» gesehen haben. Wir bitten die Springböcke, Oryx, Kori-Bustard und Korhahns, die unterwegs am Pistenrand waren um Entschuldigung, aber auf diese Frage zählen nur Löwen, Geparde, Wildhunde, Hyänen und allenfalls Giraffen. Das Wasserloch in Passarge Valley ist relativ öde um diese Zeit und es sind nur ein paar Oryx und Steinböcke hier. So fahren wir in unser Camp in Passarge 3 und stellen uns auf die Mittagshitze ein: Schattendach für uns und Plane für Jonathan. Trotz Hitze machen wir ein Feuer um die Frischbackbrötchen aufzubacken, aber eigentlich könnte man diese auch einfach auf den Tisch legen. Auch heute machen wir um 4 Uhr wieder einen kurzen Game Drive durchs Passarge Valley, obschon bei diesen Temperaturen die Wahrscheinlichkeit klein ist, etwas zu sehen.
5. November – Passarge Valley - Motopi Ein letztes Mal (auf dieser Reise) fahren wir das Passarge Valley runter bis zu Punkt wo wir vor 4 Tagen die Geparde und Löwen gesehen haben; aber natürlich sind die nicht mehr dort. So nehmen wir Vorlieb mit ein paar Dachsen, Giraffen und ein paar Landschaftsfotos mit Springböcken und Oryx-Antilopen. Auch beim Passarge und Motopi Wasserloch ist nichts los und so fahren wir auf unser Camp in Motopi 2. Am Nachmittag gibt es nur eine kurze Fahrt runter zum Wasserloch; wir warten dort und lesen/lösen Sudoku, aber es ist zu heiss und die Tiere warten mit Trinken, bis es abgekühlt hat. Sobald die Sonne untergegangen ist, kühlt es relativ rasch auf etwa 26 Grad ab; am Morgen beim Aufstehen ist es normalerweise so zwischen 15 und 18 Grad. Heute ist die Frage rasch geklärt, was es zum zNacht gibt. Da es die letzte Nacht im Busch ist, hat es nur noch Tomaten und Rüebli für einen Salat mit Feta und die Pizza können wir noch mit ein paar gebratenen Schinkenscheiben verfeinern. Nun ist der Kühlschrank fast leer.
6. November – Motopi – Maun Wir machen einen kurzen Abstecher zum Wasserloch; eine Hyäne, die uns kommen hört, flüchtet schon früh und schreckt damit auch die Gnu’s und Oryx auf, die sich vom Wasserloch entfernen. Auf dem Weg zum Tsau Gate sehen wir immer wieder Footprints und Dung von einem Elefanten. Eigentlich sollte es keine Elefanten in der Central Kalahari geben, aber vor ein paar Jahren hat sich eine Gruppe vom Boteti aus auf den Weg in den Park gemacht und den Zaun niedergerissen. Dank den künstlichen Wasserlöchern können die Elefanten nun im Raum des Tsau-Gates überleben und hängen da rum. Die Strecke entlang des Zauns nach Kuke auf die Teerstrasse ist öde aber gut und wiederum der schnellste Weg zurück in die Zivilisation. Auf der Fahrt nach Norden können wir die Veterany-Gates ohne Kontrolle passieren und sind um 11 Uhr zurück in Maun. Im Canvas-Store kaufen wir ein elastisches Gummiband um unser Dachzelt zusammenzufalten, da das alte gerissen war. In diesem Laden gäbe, es noch viele tolle Campingartikel zu kaufen, leider brauchen wir jedoch nichts. Zum Mittagessen fahren wir ins Restaurant French Connection essen Baguette, trinken Rockshandy und lesen unsere Mails und das neuste aus der Welt auf NZZ.ch. Anschliessend fahren wir zu Riley’s Garage um zu tanken und uns nach einem Workshop zu erkundigen, wo die Scharniere unserer Campingtüre geflickt werden können. Sie geben uns eine Adresse an und wir fahren in die entsprechende Strasse; wir erkundigen uns dort ein zweites Mal und schon haben wir den Workshop gefunden. Nach einer Diskussionen zwischen dem Manager und Mechaniker in lokaler Sprache teilen sie uns mit, dass sie das Flicken können und fahren den Jonathan in die Werkstatt. Das Chaos in der Werkstatt ist unbeschreiblich – siehe Foto. Der Assistant-Mechaniker erinnert uns an Charly – den Mechaniker aus den Büchern «Nr. 1 Lady Detective Agency» (Mma Ramotswa). Hauptsache ist, dass nach 30 Minuten die kaputten Nieten ersetzt sind und wir nun ins Audi Camp fahren können.
cgmoggiThemenstarter56 Beiträge · seit 201007. Nov. 2017 · #18
kOa_Master391 Beiträge · seit 201507. Nov. 2017 · #19
Vielen Dank für diesen herrlichen Reisebericht! 🙂 Freue mich, fahre mit euch und lese gerne mit. Es ist etwas tolles, sich soviel Zeit nehmen zu können, um das südliche Afrika zu bereisen.
cgmoggiThemenstarter56 Beiträge · seit 201024. Nov. 2017 · #20
Reisebericht Teil 9: 7. – 16. November 2017
7. November - Maun Heute können wir «ausschlafen»! Es ist ein Shopping- und Relax-Tag in Maun geplant. Heute Morgen gibt es jedoch gar keine Gruppe zu beobachten, die Zelte zusammenräumt… . Wir essen z’Morge, waschen unsere Kleider, schreiben Reisebericht und bereiten die Fotoseite vor. Gegen Mittag fahren wir in die «Stadt», essen in einem Café in der Nähe des Flughafens z’Mittag und gehen dann in die Metzgerei und in den Spar für die nächsten Tage in der Nxai Pan einkaufen. Nun müssen wir jedoch keine Grosseinkäufe mehr machen, die Einkaufsmöglichkeiten sind nicht mehr so rar. Zurück im Audi Camp räumen wir den Jonathan ein und verbringen dann den Rest des Nachmittags am Swimming Pool, es ist extrem heiss. Das Nachtessen gibt es wiederum im Restaurant.
8. November – Maun – Nxai Pan Wir packen zusammen, fahren nach Maun und kaufen noch ein Brot und Salat im Spar. Dann geht es Richtung Nata, wo wir die Abzweigung in den Nxai Pan Nationalpark nehmen. Im Schatten des Gate liegt ein erschöpfter Velofahrer – er ist seit mehr als einem Jahr unterwegs mit finalem Ziel Cape Town! Also wir sind froh, im klimatisierten Jonathan die Teerstrasse unter die Räder nehmen zu können! Bei diesen Temperaturen und Distanzen ist wohl das Fahrrad ein nicht so ideales Transportmittel. Wir bieten ihm Wasser an, das nicht gerade kocht wie seines, reduzieren den Reifendruck und nehmen dann die 40km Sandpiste in Angriff. Es geht gut, irgendwie hatten wir die Strecke tiefsandiger in Erinnerung und schon bald sind wir im Staff Camp angekommen und erstehen im TuckShop noch Feuerholz und zwei eiskalte Diet Coke. Auf dem South Campground erwarten uns auch schon die Elefanten die wie gewohnt das Abwasser aus dem Ablution Block schlürfen und ab und zu uns auf unserer Campsite einen Besuch abstatten. Am späteren Nachmittag machen wir uns auf zum Wasserloch, dort sind jedoch nicht so viel Tiere am Trinken…wahrscheinlich immer noch zu heiss um aus dem Schatten herauszukommen! Zurück auf der Campsite nehmen wir eine Dusche, geniessen ein kaltes Bier und kochen dann das Nachtessen. Die Elefanten sind heute Nacht woanders unterwegs. Diese Nacht kühlt es nicht wirklich richtig ab.
9. November – Nxai Pan Um 5.30 fahren wir eine kleine Runde bevor wir in Richtung Wasserloch einbiegen…oh! Da liegt ein Gepard am Boden. Er (oder sie?) steht auf, und läuft lange parallel zu der Strasse (bzw. uns) bis sie/er sich am Schatten unter einem Busch zur Ruhe legt. Wir fahren wieder zum Wasserloch zurück und warten dort ein wenig. Und plötzlich tauchen nochmals drei Geparde auf! Sie kommen ziemlich schnurstracks aufs Wasserloch zu. Wir beobachten sie beim Trinken und Gnu jagen (oder eher umgekehrt), bevor auch sie sich entschliessen, irgendwo am Schatten unter einem Busch die heisse Zeit zu verbringen. Wow, heute war wirklich ein toller Geparden-Tag! An diesem Tag schiessen wir mehr Geparden-Fotos als in den vergangenen 20 Jahren zusammen…; deshalb ist die Auswahl für die Fotoseite auch sehr schwierig und die Nxai-Seite wird deshalb sehr Geparden-lastig. Wir drehen eine Runde um die Nxai Pan bevor wir wieder zum Wasserloch zurückkehren. Langsam wird es jedoch auch für uns zu heiss, sodass wir zum Camping zurückkehren und unter dem Schattendach lesen. Es ziehen immer mehr Gewitterwolken und starker Wind auf, sodass wir uns entschliessen früher als sonst zu unserem nachmittäglichen Game Drive aufzubrechen. Einmal mehr fahren wir zum Wasserloch, stellen uns hin, lesen und warten was da kommen wird….es sind Gnus, Elefanten, Giraffen… und eine tolle Gewitterstimmung rund um uns. Plötzlich wird es stockdunkel und der arme Jonathan wird von einem riesigen Sandwirbel eingehüllt. Es ist jetzt überall so dunkel dass wir zum Camping zurückfahren. Schon bald kommen erste schwere Tropfen…das erste Bier nehmen wir im Jonathan und warten, bis es aufhört damit wir ein Feuer machen können. Nun hat es glücklicherweise auch wieder Wasser (wieso die Pumpe ausgefallen ist, bleibt ein Rätsel) und wir können noch eine abkühlende Dusche geniessen. Der Wind und Regen haben nachgelassen und wir können gemütlich zu Abend essen (Beef Filet und Kartoffelgratin). In der Nacht jedoch kommt nochmals ein Gewitter und starker Wind, sodass der Jonathan wie ein Schiff hin und her schwankt.
10. November – Nxai Pan – Nata Nach einer unruhigen Nacht stehen wir früh auf um nochmals zum Wasserloch zu fahren, aber der Himmel ist bedeckt, es hat geregnet und nun überall ein wenig Wasser. Wir sehen wirklich nichts (wiederum Entschuldigung an die Impala und Springböcke). So geht’s zurück zum Camping, wir essen z’Morge, packen zusammen und fahren dann die Sandpiste wieder zurück zum Gate. Auf der Teerstrasse mit vielen Potholes fahren wir nach Nata und zum Pelican Lodge Camping. Am späteren Nachmittag machen wir uns auf, um zum Bird Sanctuary zu fahren – gemäss der Dame an der Reception habe es durchaus viele Flamingos und Pelikane. Durch die Pan und viele Wasserlöcher erreichen wir das Hide, die Pan ist ein riesiger See und hat enorm viel Wasser! Aber anscheinend wissen das die Vögel noch nicht, wir sehen nur ein paar einzelne Pelikane schwimmen und zwei einsame Marabou Störche. Es ist immer noch sehr bedeckt, sodass es leider auch keine guten Stimmungsfotos (ohne Vögel) gibt. Nach einem kurzen Aufenthalt fahren wir deshalb wieder zurück auf den Camping und essen unser letztes Fleisch von Maun zum z’Nacht. Der Camping ist ziemlich nah an der Strasse, die Autos sind gut zu hören.
11. November – Nata – Francistown Nach dem z’Morge fahren wir los nach Francistown – obwohl wir schon so oft in Botswana waren – in dieser Stadt waren wir noch nie. Unterwegs kommt uns die Polizei mit Blaulicht entgegen und hält uns an. Was ist denn jetzt los? Ich (Gabi) bin mit 90 km/h auf einer 120 km/h Strecke unterwegs. Der Polizist will mir mit seinem Geschwindigkeitsgerät weismachen, ich sei 132 km/h gefahren! Als ich ihm erkläre, dass ich mit 90 unterwegs war und unser Auto gar nicht 130 fahren könne, murmelt er irgendetwas drückt auf seinem Gerät umher und wünscht mir eine gute Weiterreise! Vielleicht wollte er mir nur sein neues Gerät vorstellen? Oder vielleicht hätte ich ihm demonstrieren können, wie der Alarm losgeht, wenn wir über 120 fahren würden! Wie auch immer, wir fahren weiter und stellen uns so Shopping Malls à la Lusaka vor – aber weit gefehlt – die beiden die wir anfahren haben nicht gerade viel mehr als ein Superspar. Mit Glück finden wir doch noch einen Hair Dresser der Christoph’s Mähne schneidet. Aber einen Buchladen zu finden (wir wollten eigentlich noch einen Reiseführer von Südafrika) ist ein chancenloses Unterfangen. Wir essen im Nando z’Mittag und fahren dann ein kurzes Stück weiter zur Maranga Lodge wo wir einen Campingplatz beziehen.
12. November – Francistown – Limpopo River Lodge In der Nacht hat es ein wenig geregnet und heute ist es immer noch bedeckt. Wir machen uns auf den Weg in den Tuli Block bzw. die Limpopo River Lidge. Eine vierspurige Autobahn führt uns aus Francistown hinaus – und was ist denn nun schon wieder? Ein Polizeiauto mit Blaulicht hält uns an – diesmal sitzt allerdings Christoph am Steuer der jeweils ja peinlich genau die Geschwindigkeitslimiten einhält! Wir seien in einer 80-er Zone mit 96 gefahren…allerdings haben wir beide nirgends ein 80-er Schild gesehen! Nach einiger Diskussion wird die Busse von 420 auf 200 Pula reduziert – natürlich ohne Quittung einkassiert und wir können weiterfahren. In Selibe-Phikwe wollen wir noch ein Brot kaufen, das Navi will das wir rechts abbiegen, der Wegweiser zeigt geradeaus…wir sind ein wenig unsicher, entscheiden uns dann aber, gemäss Navi zu fahren und machen deshalb einen U-Turn – schon wieder hält uns die Polizei an…wir haben zu nah an der Kreuzung einen U-Turn gemacht. Aber nach einer längeren Diskussion können wir ohne weitere Folgen weiterfahren…schon einige Jahre sind wir doch immer wieder in Botswana unterwegs haben aber noch nie so häufig Bekanntschaft mit der Polizei gemacht! Wir fahren zum Supermarkt um noch Brot einzukaufen und dann geht’s weiter auf holpriger Gravel-Strasse zur Limpopo River Lodge. An der Reception weist sie uns den Camping No. 1 zu – aber wenn es regnen würde müssen wir auf die No.4 zügeln..»otherwise you get stuck and nobody will help you» !!! Somit entscheiden wir doch, lieber von anfang an auf der No. 4 zu campen statt zu warten bis wir nicht mehr rauskommen! Es bleibt bedeckt und tröpfelt immer wieder, wir bleiben am Nachmittag auf dem Zeltplatz und schauen auf den Fluss.
13. November - Limpopo River Lodge Am Morgen machen wir einen kurzen Game Drive, die Landschaft ist sehr schön, Tiere hat es aber nicht so viel, immerhin sehen wir einen Elefanten, Giraffen und natürlich Impalas. Den Nachmittag verbringen wir auf dem Camping.
14. November – Limpopo River Lodge – Mapungubwe Wir packen alles zusammen und machen uns auf den Weg zum Grenzposten Platjan, der uns von der Dame an der Reception empfohlen wurde. Die Ausreise aus Botswana ist problemlos, dann geht’s über eine schmale Brücke zum Grenzposten Südafrika. Auch dort geht es schnell und ohne Probleme – das war der schnellste Grenzübertritt auf unserer Reise. Wir fahren auf einer guten Gravel Road nach Alldays, wo wir ein gutes Café mit Internet, feinem Cappuccino und Schoggikuchen finden. Nach einem kurzen Stop in einem kleinen Supermarket fahren wir weiter zum Haupteingang des Mapungubwe Nationalparks. Dort bezahlen wir noch eine zusätzliche Campingnacht und kaufen eine Wild Card damit wir nicht jedesmal Nationalparkeintritt bezahlen müssen. Es ist mittlerweile sehr heiss geworden, so fahren wir durch wunderschöne Landschaft mit Felsformationen zu einer Picnic Site wo wir die Mittagszeit verbringen. Sogar einen kleinen Shop hat es hier wo wir kalte Getränke kaufen können – das sind wir uns gar nicht mehr gewohnt! Von der Picnic Site haben wir einen wunderschönen Ausblick auf den Limpopo River, aber statt «wilde Tiere» sehen wir Kühe weiden…was machen die denn hier? Am späteren Nachmittag fahren wir noch einen Loop wieder zurück zum Haupteingang, wir sehen aber keine weiteren Tiere. Unser Camping ist im westlichen Teil des Parks, wir müssen rausfahren, die Teerstrasse entlang bis fast zum Grenzposten in Pontdrift und dann wieder in den Park hinein. Auf dem Camping sind wir erstaunt, dass fast schon jeder Platz besetzt ist! Wir richten uns ein und geniessen den warmen Abend.
15. November – Mapungubwe Nach dem Frühstück machen wir uns auf zu einem Game Drive. Zuerst fahren wir zu einem Bird Hide, wo wir im Wasser Schildkröten sehen und einen Kingfisher beim Fischen beobachten. Dann wollen wir noch den Mopane Loop fahren. Dazu fahren wir zum Gate um dann auf den Loop einzubiegen. Schon bald verpassen wir eine Abzweigung und landen wieder auf der «Hauptstrasse» also kehren wir um und nehmen die nächste Strasse links nun sind wir wieder auf der Loop Strasse. Wir fahren gemütlich dahin, ab und zu hat es etwas Wasser auf der Strasse, deshalb denken wir auch nichts Böses, als ein längerer Abschnitt mit Wasser kommt und Christoph fährt langsam weiter….zu langsam, wie sich herausstellt, denn plötzlich beginnt Jonathan zu «stottern» und stirbt dann mitten im Schlamm ab. Kein Problem, oder? Low 4 rein, Differentialsperre, Gas….nützt nichts, wir stecken definitiv im Schlamm fest. Also raus aus dem Auto, oops, der Schlamm ist wirklich tief, wir verlieren schon bald unsere Sandalen! Nun beginnen wir zuerst mit der Schaufel und dann mit den Händen im Schlamm zu buddeln. Wir versuchen zuerst, wieder rückwärts zu fahren, aber da geht gar nichts. Also wohl besser vorwärts, obwohl wir eigentlich am liebsten wieder zurück wollen, aber der Jonathan anscheinend nicht. Es geht nun wieder ein Stück vorwärts bis wir wieder absaufen. Also wieder buddeln, nochmals probieren…und irgendwann haben wir es geschafft und sind wieder auf trockenem Boden. Nun müssen wir nur noch die Schaufel und unsere Sandalen im Schlamm ausgraben. Wir beide sehen jetzt auch schon aus wie der Jonathan..eine Schlammpackung soll ja gut für die Haut sein! Notdürftig waschen wir die Füsse und Hände damit wir wenigstens weiterfahren können, jetzt nur noch zurück zum Camping, in der Hoffnung, dass es nicht noch mehr solche Schlammlöcher hat! Das nächste Wasser können wir im Mopane Busch umfahren, dann ist die Strecke zum Glück trocken. Zwei Elefanten die uns mit flatternden Ohren wütend anschauen, ignorieren wir, wir haben jetzt keine Lust auf Tiere…..! Schon bald haben wir wieder die Hauptstrasse erreicht und fahren zurück zum Camping. Dort begegnen wir dem Camp Attendant, der uns erstaunt ansieht…aber dieser Mopane Loop soll man auf keinen Fall nach Regen befahren, ob uns das niemand gesagt hat? Er schlägt vor, den Jonathan mit dem Schlauch abzuspritzen, also gesagt getan. Wir fahren in die Nähe des Schlauches und er beginnt, den Jonathan gründlich zu waschen, wirklich sehr gründlich, denn als wir nach der Jonathan-Wäsche wieder auf unseren Campingplatz zurückfahren wollen, stecken wir schon wieder im Schlamm fest! Der Boden ist völlig aufgeweicht, da nützt kein Low 4 und keine Differentialsperre mehr. Aber zum Glück im Unglück sind ja auf dem Campingplatz noch andere Leute, ein netter Nachbar zieht uns aus dem Schlamm wieder hinaus auf festen Boden. Nun nur noch kurz nochmals abspritzen und dann zurück auf unseren Platz! Der Attendant meint, unser Platz sei nicht gut, wenn es regnen würde, wir sollten doch einen anderen aussuchen der noch frei ist. Sollen wir wirklich? Erst einmal waschen wir uns selber, die Schlammpackung hat genug lange eingewirkt. Auch unsere Kleider waschen wir und die Sandalen werden in einem Kessel von unserem südafrikanischen Nachbarn eingeweicht. Sollen wir nun umziehen oder nicht? Also doch, wir zügeln auf einen anderen Platz. Schon bald bedeckt sich der Himmel und es kommen ein paar Tropfen. Also fahren wir unser Regendach (eigentlich für Schatten gedacht) aus und sitzen gemütlich drunter. Plötzlich kommt ein starker Wind auf, ein paar Impalas rennen wie von der Tarantel gestochen durch den Zeltplatz und dann fegt für 3 Minuten ein unglaublicher Sturm durch den Camping. Es wirbelt Äste umher und vom Jonathan fliessen ganze Bäche runter. Als sich das Ganze wieder beruhigt steigen wir aus und besichtigen mit Schreck unseren alten Zeltplatz – dort ist ein grosser Ast abgebrochen – und zwar etwa genau dort, wo vor 2 Stunden noch der Jonathan gestanden hat! Da hatten wir wirklich einen unglaublichen Schutzengel! Für heute haben wir genug Aufregung gehabt, wir bleiben auf dem Camping, schwatzen mit unseren Nachbarn. Nach einem frühen Nachtessen gehen wir schlafen und hoffen, dass es diese Nacht ruhig bleibt, obwohl offenbar gemäss Wettervorhersage noch mehr Regen kommen soll.
16. November – Mapungubwe – Krüger Nationalpark (Punda Maria) Zum Glück ist es in der Nacht ruhig geblieben! Unsere Nachbarin konnte nicht schlafen, da sie Sorgen hatte, dass der Wind stärker wird und ich (Gabi) konnte nicht schlafen, weil ich Angst hatte, dass es nochmals Regen gibt! Wir trinken einen Tee und packen dann zusammen, wir wollen in einem gemütlichen Café in Musina das Frühstück nehmen. Wir verabschieden uns und fahren ohne weiteren Zwischenfälle nach Musina, wo wir gleich am Stadtrand eine Mall erspähen. Wir haben die Hoffnung, hier ein Café zu finden, aber alles was es hat, ist ein Wimpy. Also gut, besser als gar nichts! Der Cappuccino und die Omelette bzw. Rührei ist sehr gut und wir haben sogar Internet und können die neuesten Ereignisse in Zimbabwe dank der NZZ nachlesen. Unsere Kellnerin reagiert sofort und sagt, dass sie sich freut, nun endlich nach Zimbabwe gehen zu können. Frisch gestärkt gehen wir in Checkers um für die nächsten Tage einzukaufen. Wow, das ist ja ein Paradies! Da bekommt man alles, und das feine Brot das wir hier kaufen können! Schade dass wir gar keine Grosseinkäufe mehr tätigen müssen, da hier ja die Supermärkte nicht so spärlich sind. Wir laden alles in den Jonathan, tanken dann noch und fahren dann weiter Richtung Krüger Nationalpark, bzw. Punda Maria Gate. Die Landschaft ist sehr schön, hügelig und ständig durch Dörfer mit viel Verkehr, wir können maximal 60 kmh fahren und kommen langsam voran. Am Strassenrand erstehen wir noch frische Litchis. Am späteren Nachmittag erreichen wir den Nationalparkeingang und checken mal für eine Nacht auf dem Camping ein, der nur ca. 5km weiter liegt. An der Reception sagt er uns, dass es zwar nicht viele Leute hätte, er uns aber empfehlen würde, die nächsten Nächte im Park zu buchen. Also erstehen wir im Shop eine Karte und zwei Savanna und diskutieren dann, wo wir übernachten wollen. Zurück an der Reception buchen und bezahlen wir alles und beschliessen, auf den Campingplatz zu fahren um später ev. noch einen Game Drive zu machen. Aber was ist denn das? Als wir zum Jonathan laufen, stellen wir fest, dass er einen platten Reifen hat! Also wohl doch nichts mit Game Drive…wir fahren auf den Camping um den Reifen zu wechseln. Mit unseren beiden Wagenhebern bringen wir jedoch das Auto nicht genug hoch. Ein netter Österreicher-Nachbar der seit 4 Jahren in Südafrika lebt, kommt mit seinem Wagenheber zu Hilfe, aber auch der ist nicht höher als unserer. Also machen wir das ganze auf die afrikanische Art und buddeln ein Loch unter den Reifen! Schon bald hat der Jonathan wieder einen ganzen Fuss. Wir gehen duschen und danach noch zum Hide der gleich im Camping ist. Aber dort ist alles ruhig, so nehmen wir das Bier zurück auf unserer Campsite. Da wir die letzte Nacht nicht so gut geschlafen haben, gehen wir nach dem Nachtessen bald einmal ins Bett.