wie die meisten Nutzer und Besucher des Forums habe ich für meine erste Namibia Rundreise stark von euren vielen Tipps und Informationen profitiert. Wie man am ehesten seinen Dank ausdrücken kann ist, dass man, trotz seines noch geringen Namibia Wissens, seine Erfahrungen im Forum mit anderen Ersttätern teilt, zum anderen, dass ich euch an meiner Ersttäter Rundreise (im Nachhinein) teilhaben lasse.
Ich glaub man sollte nicht allzuviel von meiner Schreib- und Fotokunst erwarten, aber vll war meine Rundreise im Vergleich zu manch anderen Reisenden etwas anders 😉
Weiters möchte ich mich gleich jetzt entschuldigen, dass ich nicht jeden Tag einen neuen Teilbericht schreiben werde, da nächste Woche die Hochzeit von guten Freunden ansteht und wir hier noch einiges planen und organisieren müssen. Ich versuche aber regelmäßig den Reisebericht zu füllen, weil sonst vergesse ich eh alle Details...
los gehts... Über uns: Ich (Daniel, 29 Jahre) und meine (zum Start unserer Rundreise) Freundin (Elena, 27 Jahre) sind die letzten Jahren recht aktiv unterwegs gewesen (2x USA West+ ostküste, viele Teile Asiens und viele Teile Europas) und waren am überlegen, was wir nach unserem letzten Myanmar/Thailand/Singapur Urlaub (Oktober/November 2016) als nächste Destination wählen.
Die Planung, Teil 1: Urlaub Die Planung für den nächsten Urlaub lief holprig, da wir leider lange noch mit uns gerungen haben, ob wir wieder an die USA Westküste fliegen sollten oder doch Namibia entdecken wollen. Für Namibia sprach, dass wir schon an der USA Westküste waren und auch ihre Eltern vor 2 Jahren in Namibia waren und seither davon schwärmen. Für die USA Westküste sprach aber, dass wir einfach noch vieles dort entdecken wollen und es bisdato unser schönster Urlaub war.
Wohin es geht, hatten wir schlussendlich so vereinbart, dass wir es davon abhängig machen, ob noch 2 weitere Personen uns auf die Reise begleiten oder nicht - wenn ja, dann Namibia, wenn nicht, dann wieder in die USA.
Unabhängig von der Entscheidung begann ich für beide Urlaubsoptionen mit der Planung. Beim planen von einem Urlaub bin ich leider sehr exakt und gehe stark in die Details, was mir aber unheimlich viel Spaß macht. Dank euch hier im Forum konnte ich auch meine Namibia Planungen schon recht weit voranbringen. Eines war auch schon gleich am Anfang fix: Sollte es Namibia werden, dann wird es eine Selbstfahrer-Rundreise und das ohne Camping, sondern mit vorgebuchten Lodges.
Es war schon der 10. März als wir dann leider die Absage von den 2 Personen bekommen haben, weshalb für uns somit fix war, dass wir wieder in die USA fliegen. Die USA Reiseroute war auch fertig geplant, die Meilenkonten von uns waren bereit für einen Business Class Flug geplündert zu werden und das wir wieder Dennys, In-N-Out Burger und unsere geliebten Motels und Nationalparks zu Gesicht bekommen.
Irgendwas hat uns aber die nächsten 1-2 Tagen davon abgehalten, dass wir die Planung in die Tat umsetzen. Womöglich, dass es vielleicht einen besseren Zeitpunkt für diesen Urlaub geben würde? Der Grund könnte sich vielleicht nach unserer Rundreise ergeben, wer weis… wir wussten nur, dass wir dieses Jahr doch nach Namibia wollen.
Also alle Pläne von der USA wieder verworfen und sich auf die halbfertige Planung für Namibia gestürzt. Das große Problem war natürlich schon der Zeitpunkt (März). Wir wussten wir sind schon sehr spät dran, da weder Unterkunft noch Mietwagen und Flug gebucht waren.
2 großen Brocken haben wir uns deshalb sofort gewidmet: Unterkunft + Flug
Die Route konnte zwar nicht mehr wie Anfangs geplant durchgeführt werden (zB gab es keine freien Zimmer mehr in Twyfelfontein), aber wir haben für die wichtigsten Hotspots wie Etosha und Sossusvlei doch noch gute Unterkünfte bekommen.
Ein großer Stolperstein hat sich dann doch aufgetan – der Flug: Zum Zeitpunkt unserer Planungen waren die Flüge extrem teuer, Qatar hat Preise (Eco) von bis zu €1500 veranschlagt und auch Air Namibia war keine preislich passende Alternative. Fast aus Zufall sind wir dann über die neue Verbindung von Eurowings gestolpert und konnten den günstigen Preis fast gar nicht fassen (€560 im Basistarif).
Einziges Problem: Eurowings fliegt nur an 2 Tagen die Woche nach/von Windhoek, was wieder die Routenplanung stark beeinflusste. Zum einen mussten wir den ersten Tag in Windhoek streichen (was wir aufgrund des Threads gar nicht gefallen hat), zum anderen hat sich der Aufenthalt in Namibia um 3 Tage verlängert, wodurch wir hier noch planen mussten wie wir diese 3 Tage sinnvoll einsetzen.
Nach vielen hin und her stand aber schlussendlich unsere Reiseroute und alle Hotels/Lodges + Flug (SMART Tarif + More Comfort) waren gebucht:
Der letzte große Brocken war somit nur mehr der Mietwagen. Ich habe auch diesbzgl. viel im Forum informiert und wollte ungern auf ein 2. Ersatzrad verzichten. Leider hatte es damals Christian sehr gut erkennt, ich war spät dran und die einheimischen Vermieter, die ein 2. Reserverad zur Verfügung stellen konnten, hatte keine freien Autos mehr. Deshalb „mussten“ wir uns für eine der großen internationalen Anbieter entscheiden: Europcar (Preis bei Tui Cars war zwar höher als bei anderen, dank Cashback von knapp €100 bekam ich dadurch den besten Preis für das gewünschte Auto + Versicherungen)
Meine restlichen Planungen für die Reise konnten somit weiter voranschreiten und nach einiger Zeit waren eigentlich alle Planungen abgeschlossen. Einzig blieben die Aktivitäten in Swakopmund noch offen, was sich im nachhinein als blöden Fehler herausstellte...
Die restlichen Planungen vor der Abreise gibt es im zweiten Teil
Teil 225. Aug. 2017
Die Planung, Teil 2: Verlobungsring kaufen
Es war für mich schon seit längeren klar, dass ich diesen Urlaub für einen Antrag nutzen wollte, nach über 6 glücklichen Jahren sprach aus meiner Sicht auch nichts dagegen. Also habe ich mich parallel zur finalen Planung der Reise mit dem Thema Ring beschäftigt. Ring A und ein möglicher Plan-B waren ausgesucht und warteten nur mehr drauf bestellt bzw. abgeholt zu werden. Leider kam es dann familiär zu einigen Turbulenzen die kurz vor dem Urlaub auch angehalten haben.
Aus diesem Grund war ich mir nicht sicher ob der Urlaub der richtige Zeitpunkt wäre und habe das Thema Ringkauf auch lange rausgezögert. Es war dann der 22. Juli, also ein Tag vor Abflug wo ich mich dann doch fix entschieden habe, dass ich den Ring besorge. Beim Juwelier habe ich mich dann auch noch erkundigt ob die richtige Größe auch vorhanden ist und somit stand dem Kauf eigentlich nichts entgegen… bis zu dem Zeitpunkt (es war kurz nach Mittag) als ich in die Stadt fahren wollte. Auf die Aussage hin, dass ich kurz in die Stadt noch fahre um noch was vom H&M für den Urlaub zu besorgen, bekam ich nur die Antwort: „Ok, ich fahr mit, mir ist eh langweilig“ – mir sind die Haare zu Berge gestiegen, da sich die nette Dame nicht davon abhielten lies, trotz mehrfacher Erwähnung, dass Sie nicht mitkommen braucht bzw. ich eh sofort wieder da bin. Somit war ich gezwungen mit Ihr in die Stadt zum H&M zu fahren, ohne dass ich eigentlich noch was von dem Geschäft brauchte. Komplett genervt davon, dass Sie wie eine Klette an mir klebte, wurde auch Sie genervt, da ich ihr nicht mitteilen wollte wieso ich alleine in die Stadt wollte und sie nicht dabeihaben will.
Irgendwann hat sie genervt das Handtuch geworfen und wollte nach Hause gebracht werden. Ich sie also nach Hause gebracht und wieder in die Stadt gefahren – jetzt war es schon 2 Stunden vor Ladenschluss. Also auf zum Juwelier um den Ring abzuholen – der nächste Schock: Trotz telefonischer Bestätigung, dass der Ring in der gewünschten Größe vorhanden ist, war der Ring nicht vorrätig. Komplett entnervt musste ich auf Ring B ausweichen und begab mich auf zu anderen Geschäft – auch hier kein Erfolg, die Ringgröße war nicht lagernd, sondern nur in einer anderen Filiale. Es waren nur mehr 45 Minuten bis Ladenschluss und ich musste noch zurück zu meinem Auto und 20 Minuten zum nächsten Einkaufszentrum fahren. Meinen Stress hatten die netten Damen scheinbar erkannt, denn diese hatten netterweise in der anderen Filiale angerufen um dort den Ring schon vorzubereiten.
Kurz vor Ladenschluss schaffte ich es in das Geschäft, kaufte den Ring und fuhr mehr als entnervt, aber trotzdem glücklich, dass ich doch noch den Ring besorgen konnte, nach Hause. Zu Hause hat sich die Stimmung meiner besseren Hälfte auch wieder verbessert, auch wenn Sie immer noch nicht verstand wieso ich unbedingt alleine in der Stadt was einkaufen wollte. Um das ganze etwas zu vertuschen, habe ich beim Juwelier auch noch zusätzlich einen Anhänger für Ihre Kette gekauft, mit der Begründung, dass ich Ihr das zum Start eines schönen Urlaubes noch schenken wollte – Sie hat die Lüge hoffentlich geschluckt.
[Tag 1] 23. Juli 2017: Anreisetag
Es ist der Tag gekommen, die Reise beginnt schlussendlich. Am Vorabend hatte ich noch meinen selbst erstellten Reiseplaner (ein Dokument, in dem alle wichtigen Dinge der Reise nochmals zusammengefasst wurden, was den Reiseführer in einigen Punkten ersetzte) fertiggestellt und den Ring zwischen Boxershorts und Socken versteckt – da jeder seinen eigenen Koffer hatte, habe ich das als ausreichendes Versteck erachtet.
Kurz vor 11 ging es zu unserer ersten Station: Hauptbahnhof Linz, um mit dem Zug von Linz nach Wien zu fahren. Daraufhin ging der Flug nach Köln um dann mit ca. 6h Layover nach Windhoek weiterzufliegen.
Dank fehlender Sitzplatzreservierung und eines doch unerwarteten hohen Andrangs beim Zug, mussten wir uns einer der wenigen noch freien Sitzplätze erkämpfen.
Am Flughafen angekommen, war es dann auch die perfekte Zeit um die AMEX Gold auszunutzen und die Flughafen Lounge aufzusuchen – kostenfreie Getränke und kostenlose Snacks wollten wir uns nicht entgehen lassen. Auch wenn die Flughafen Lounges in Wien zurecht kritisiert werden war die Auswahl und die Qualität sehr gut.
Gut gestärkt begaben wir uns zum Gate und nach kurzem Delay ging der erste Flug Richtung Köln los.
Da wir die Eurowings/Germanwings Kurz bzw. Mittelstrecke kennen, wussten wir, was uns kurz nach dem Start erwarten würde – der allzu beliebte Snack Pack. Seit kurzem scheinbar in einer blauen Pappverpackung und nicht im „Turnbeutel“. Den Snack haben wir dann eher als Zeitvertreib gegessen und nicht des Hungers wegen.
In Köln angekommen entschieden wir uns die 6 Stunden zu nutzen und eines unserer Lieblingshobbys nachzugehen – Minigolf. Wie schon letztes Jahr fuhren wir zu den „GLOWING ROOMS“, ein Minigolf mit Schwarzlicht und 3D Brille – sehr fancy und lustig, zumindest für den der gewonnen (mich) hat. 😄
Obwohl unsere Koffer natürlich durchgecheckt wurden, hatten wir noch unser ganzes Handgepäck, welches wir nicht in die Stadt mitschleppen wollten. Es bot sich deshalb an, die vorhandene Gepäcksaufbewahrung zu nutzen. Wir dachten dabei an Schließfächer, wie sie zB an Bahnhöfen üblich waren – aber falsch gedacht. Es war ein Schalter wo man sein Gepäck einem Mitarbeiter übergeben konnte. Dieser Mitarbeiter war so unfreundlich und demotiviert, dass wir froh waren als wir den Flughafen Richtung Stadt verlassen konnten.
Nach dem Minigolf (es war ca. 20 Uhr) holten wir uns noch einen kleinen Snack, bevor wir zum Flughafen zurückgefahren sind. Am Flughafen angekommen (ca. 22 Uhr) begaben wir uns zum Gate, da das Boarding für 50min vor Start angekündigt wurde. Dem war schlussendlich nicht so, der Flug verzögerte sich aus nicht ersichtlichen Gründen (Crew war da, Flugzeug war da) für ca. eine Stunde. Obwohl dieser kurze Delay manche Passagiere schon zum unruhig werden ließ, konnten wir uns richtig glücklich schätzen. Kurz vor Mitternacht hätte noch eine Eurowings Maschine Richtung Istanbul starten müssen. Dieser Flug wurde aber dann auf 4:00 Uhr früh verschoben, da ein Pilot kurzfristig krank wurde und der Airline es nicht möglich war früher einen anderen Piloten zu organisieren – so startet man ja auch gerne in den Urlaub. Die entstandenen Kostenentschädigungen sollten aber im Nachhinein zumindest manchen Passagier glücklich werden lassen.
Unser Flug startete wie gesagt mit ca. eine Stunde Verspätung… es war also schon nach Mitternacht und der erste Tag unseres Urlaubes auch schon vorbei... auf in die Nacht…
Teil 328. Aug. 2017
Schon mal vielen Dank für die Kommentare und den vielen Likes. [Tag 2] 24. Juli 2017: Ankunft + Fahrt zum Waterberg Nachtflug + 0 Zeitverschiebung = grandios, zumindest für jene wie mich die ganz akzeptabel im Flugzeug schlafen können. Das war auch bitter notwendig, da der Tag einerseits schon lange dauert und anderseits mich nach dem 10 1/2h Flug ein Straßennetz mit Schotterstraßen und Linksverkehr erwarten würde.
Bevor ich mich aber mit Chillout-Musik und Schlafmaske schlafen „legte“ gab es noch Abendessen.
Über Eco Essen muss man nicht viel erwähnen, außer dass man bei Eurowings es nicht mal auf einem Tablet serviert bekommt, sondern das einem die heiße Schale direkt in die Hand gedrückt wird. Geschmacklich war das Beef ganz gut und das Joghurt in zu erwartender Bauer Qualität.
Für mich ging es nun ins Träumeland, für meine bessere Hälfte leider nicht, da sie im Flugzeug leider gar nicht schlafen kann – da helfen auch keine 180° Liegesitze in der Austrian Business Class im letzten Urlaub.
Trotz Turbulenzen konnte ich einige Stunden schlafen, Elena hingegen hatte sich mit den teils heftigen Turbolenzen alleine beschäftigt, da sie mich unbedingt schlafen lassen wollte um ja fit für die erste Autofahrt in Namibia zu sein.
Kurz vor der Landung gab es dann nochmal ein "Frühstück", genau den selben Snackpack den es auf der Kurz- und Mittelstrecke gibt. Also ein mehr als unwürdiges Frühstück wo sich im vielfliegertreff.de erst vor kurzem die Leute wieder die Finger wund geschrieben haben - aber naja... Lowcost Carrier.
Nach gut 10h sind wir endlich in Windhoek gelandet.
Leider kamen wir dank der Verspätung nach den anderen internationalen Flügen von KLM und Qatar Airways an, weshalb sich die Menschenschlange bis aufs Rollfeld zurückgestaut hat. Die Immigration hat deshalb weit über eine Stunde gedauert. Als wir zum Förderband gingen um unser Gepäck abzuholen, waren wir mehr als erstaunt, da noch kein Gepäck da war, dies dauerte gefühlt nochmals ca. 30 Minuten bis die erste Gepäckstücke über das Förderband gefahren sind.
Da wir an dem Tag noch 320km vor uns hatten, waren wir auch schon etwas ungeduldig, da seid Ankunft in Windhoek über 2 Stunden vergangen sind und wir ungern schon am ersten Abend im Dunkeln am Waterberg ankommen wollten.
Nachdem wir unser Gepäck endlich hatten, ging es zu unseren Autovermieter direkt am Flughafen – endlich mal ein Vorteil gegenüber den kleinen lokalen Anbietern. Bis auf ein kleines „Problem“ mit der Kreditkarte (ich hab unbewusst meine AMEX für die Kaution hergegeben und die Dame war damit stark überfordert bis wir die Karte auf eine VISA umgetauscht hatten) ging das formelle unproblematisch und wir gingen zu den Autos.
Da die Reiseführer und auch das Forum hier voll ist mit Vorschlägen und Infos zur Fahrzeugübernahme, nahmen wir uns ausführlich Zeit um das Auto (RAV4 SUV, inkl. Automatik) zusammen mit einem Mitarbeiter zu prüfen – bis auf viele Kratzer war das Auto und das Reserverad + das Werkzeug in einem sehr guten Zustand. Somit trennte uns nur mehr das verpflichtende Sicherheitsvideo von der ersten Fahrt auf Namibias Straßen.
Wir waren somit endlich bereit Namibia zu erkunden. Anstatt der angedachten Abfahrt um ca. 10/10:30 war es schon ca. 13:30, wodurch wir auch die Fahrt zum Maerua Superspar strichen und die ersten Einkäufe am Weg in Okahandja geplant haben, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.
Zur Überraschung verlief die Umstellung auf Linksverkehr relativ gut, obwohl es in den Städten mit mehr Verkehr dann doch um einiges anstrengender war (da man sich einfach viel mehr konzentrieren muss) als der gewohnte Rechtsverkehr der Heimat.
Nachdem wir Windhoek auf der B1 Richtung Okahandja verlassen haben machte ich Bekanntschaft mit den Rasern auf Namibias Straßen. Schon nach wenigen Fahrminuten wusste ich, wieso so oft hier im Forum dieses Thema und die vielen Autounfälle besprochen werden – weil hier wirklich extrem viele Verrückte auf den Straßen unterwegs sind. Gut, dass auch auf der B1 so gut wie kein Verkehr war.
Sicher in Okahandja angekommen, erkundeten wir den ersten Supermarkt in Namibia, für wohl viele Reisende immer eine spannende Sache zu sehen, welche Produkte in den Regalen von ausländischen Supermärkten stehen. Nach einem ausgiebigen Einkauf ging es weiter Richtung Norden bis wir die B1 Richtung Osten auf die C22 verließen.
Nach gut 40km war es dann so weit, meine erste Pad (D2512) wartete auf mich.
Nach den ersten 100 Metern hörte man im Auto nur von 2 unterschiedlichen Stimmen: „Was zur Hölle!“ Das war ein gescheppert im Auto – ich hätte es mir nicht so schlimm vorgestellt (und am Ende der Reise wars dann doch einer der besten Pads die wir gefahren sind). „Laut Reiseführer sollten wir über diese Wellblechstraße mit mind. 50km/h fahren, damit es nicht mehr so schüttelt.“ Meine bessere Hälfte war nicht wirklich davon überzeugt, war aber nach einigen weiteren holprigen Metern damit einverstanden, dass wir es ausprobieren sollten – und ja es funktioniert wirklich. Endlich „fliegen“ wir über die Bodenwellen und es wird etwas ruhiger und „gemütlicher“ im Auto. Wirklich Spaß hat die Autofahrt bis Camp leider nicht wirklich gemacht.
Endlich am Camp angekommen, wurden wir am Tor mit einem unglaublich „lustigen“ Humor des Pförtners willkommen geheißen: „Leider ist alles voll und trotz Buchung haben wir leider keinen Platz mehr für euch“ – wir wussten nicht so recht ob das gerade ein Scherz oder sein voller Ernst sein sollte – Gott sei Dank ersteres. Mit einem erfreuten „Welcome to Namibia“ hat er uns verabschiedet und wir haben endlich unsere erste Unterkunft (Waterberg NWR Camp) erreicht. Abseits des nicht funktionierenden W-LAN waren die Unterkunft und das Buffet am Abend zweckmäßig aber ausreichend.
Was uns noch etwas gestört hat waren die fehlenden Tiere entlang den Straßen. Ausgenommen von ein paar vereinzelten Warzenschweinen entlang der B1/C22 hatten wir bisdato noch keine wildlebenden Tiere gesehen, weshalb wir umso erfreuter waren, als im Camp Baboons, Dikdiks und viele Warzenschweine herumliefen - ja die Ersttäter die gerade den ersten Tag in Namibia sind freuen sich noch über Warzenschweine :-D
Nach dem Abendessen hieß es dann auch schon schlafen gehen, da wir frühzeitig den Mountain-View Trail erklimmen wollten, bevor wir uns dann auf den Weg in den Etosha machen.
Fazit zum ersten Tag: Etwas nervenaufreibende Ankunft, schnell eingewöhnender Linksverkehr, noch wenige Tiersichtungen aber große Erwartungen an den nächsten Tag... mal schauen ob diese erfüllt werden
Teil 406. Sept. 2017
[Tag 3] 25. Juli 2017: Waterberg + Tag 1 im Etosha Nationapark
Der zweite Tag ist in Namibia für uns angebrochen. Für uns hieß es früh aufstehen, da wir viele Fahrkilometer heute noch vor uns hatten und wir trotzdem noch etwas vom Waterberg sehen wollten.
Deshalb sind wir recht früh den Mountain View Trail hinaufgestiegen und wurden dann mit einem tollen Blick belohnt.
Es zeigte gut die unendliche Weite und diese Leere in Namibia, sehr beeindruckend… und es war noch schön grün.. was man ja nicht überall in Namibia vorfindet 😉
Nachdem wir wieder im Camp angekommen sind, ging es kurz zum Frühstück, zum Tanken (inkl. Reifendruckkontrolle) und dann ging es wieder zurück auf die D2512 und wurden auch gleich nett von einer Kuh auf der Straße begrüßt… aber das sollte wie bei allen Reisenden nicht das letzte Tier auf der Straße sein.
Ein Stopp war zwischen Waterberg und Etosha Anderson Gate fix eingeplant und das war die in vielen Reiseberichten und Reiseführer erwähnte Otjo Bakery.
Touristennepp oder doch gute Bäckerei? Ich würde sagen eher zweites, in den darauffolgenden Tagen waren wir insgesamt 3x in der Outjo Bakery und waren mit der Qualität echt zufrieden UND wir hatten das erste Mal W-LAN seit wir in Namibia gelandet sind.
Nach einem guten Kaffee und einem Kuchen ging es nun endlich Richtung Etosha Nationapark.
Am Anderson Gate angekommen, haben wir uns kurz in Okaukuejo frisch gemacht und fuhren dann bis zum Sonnenuntergang einige Wasserlöcher an, jene die Richtung Halali Camp gelegen sind.
Einige Tiere konnten wir schnell von unserer To-See-Liste streichen und es stelle sich auch schnell die Ernüchterung über Zebras und Springböcke ein… Anfangs noch nett wenn sie über die Straße wandern, am Ende aber weniger aufregend. Umso "aufregender" waren die Straßenverhältnisse, zumindest bei einigen Zufahrten zu den Wasserlöchern... wir hatten an dem Abend sogar bei meinen Schwiegereltern nachgefragt ob die Pads Etosha besser/schlimmer sind als im restlichen Namibia - die Antwort war Gott sei Dank: SCHLECHTER.
Kurz bevor die Sonne unterging erreichten wir das Camp Halali. Check-In lief reibungslos bis auf die Tatsache, dass schon wieder kein W-LAN verfügbar ist. Auf die Frage wieso es kein W-LAN gibt, bekamen wir die beste Antwort ever: „Weil der Drucker kaputt ist“ – dadurch konnten Sie die Vouchers nicht ausdrucken – WILLKOMMEN IN EINER NWR Unterkunft – sry vll verstehen es manche Menschen aber wir konnten über die Begründung nur den Kopf schütteln. Anstatt die Codes aufzuschreiben oder irgendwie anders uns zur Verfügung stellen, mussten alle auf das W-LAN verzichten, da der Drucker nicht mehr wollte…
Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten (juhu, endlich mal wieder eine Türe fürs Bad) begaben wir uns zum Abendessen – das Buffet war jetzt nicht wirklich umwerfend, machte aber satt. Nach dem Essen ging es dann noch zum beleuchteten Wasserloch. Bis auf ein Nashorn war die Ausbeute am Wasserloch eher gering.
Fazit zum ersten Tag im Etosha: Zum Teil auch sehr holprige Zufahrtstraßen zu den Wasserlöchern, einige Tiere schon gesehen aber noch keine Raubkatzen. Aktueller Plan bzgl. des Antrages: Elena zählt nicht zu den Frauen die überschwängliche Romantik lieben. Somit waren auch große Vorbereitungen für den Antrag nicht geplant, sondern es musste eigentlich nur ein passender ruhiger und schöner Ort/Moment sein. Hierfür waren nach meiner Planung 3 Orte passend:
Sonnenuntergang beim Brandberg
Dune Star Camp in der Namib Desert (Lodge)
Sanddüne im Sossusvlei
Gedacht war, je früher desto besser... so ein Urlaub lässt sich doch wohl noch schöner als Verlobte und Verlobter genießen als nur Freundin und Freund... mal schauen wie es weiterging 😉
Teil 510. Sept. 2017
[Tag 4] 26. Juli 2017: Tag 2 im Etosha Nationapark
Der zweite Tag im Etosha ist für uns angebrochen. Nach einem zweckmäßigen Frühstück im Camp ging es sehr zeitig für uns Richtung Namutoni Camp um an dem Tag hauptsächlich die östlichen Wasserlöcher zu begutachten. Ziel war es zu Mittag in Namutoni zu sein und auf den Weg einige Wasserlöcher mitzunehmen.
Aufgrund unseren (halb unfreiwilligen) Zeitplanes hatten wir an den Wasserlöchern selbst nicht allzuviel Zeit eingeplant, zumindest nicht dann, wenn am Wasserloch gar keine Aktivität herrschte.
Auf unserem Weg nach Namutoni kamen wir an viele Zebra- und Springbockherden vorbei. Schon fast typisch querten die Zebraherden die Straßen, wodurch wir einige Minuten immer zur Rast kamen. Als Highlight empfanden wir auch noch den Kampf einiger Oryxe bei den Wasserlöchern bei Okevi.
In Namutoni angekommen, gönnten wir uns Brot + eine Art Hartwurst (aus dem Shop in Namutoni), die aber zu unserem Erstaunen sehr gut geschmeckt hatte.
Nachdem wir uns gestärkt haben, machten wir uns wieder auf den Weg zurück zur Halali, mit dem Hauptziel Etosha Lookout.
Die Fahrt an sich hatte 2 „Highlights“, zum einen der Etosha Lookout… man hat das Gefühl am Ende der Welt angekommen zu sein… es war echt beeindruckend… der weite Blick ins Nichts.
Nach dem Etosha Lookout mussten wir uns entscheiden ob wir auf der Hauptstraße Richtung Westen fahren um über den „normalen“ weg zurück zum Halali Camp zu fahren, oder eine Nebenstraße Richtung Wasserloch „Naumses“. Wir haben uns leider für die zweite Variante entschieden. Die Straße war in einem extrem desolaten Zustand und wir waren uns nach wenigen 100 Meter nicht sicher ob wir nicht doch umdrehen sollten. Leider haben wir uns dagegen entschieden, weshalb wir uns die ganzen 13 Kilometer mit 10km/h über die Straßen quälten.
Kurzer Lichtblick kam, als ein Auto uns entgegenkam, weshalb wir dachten, dass die Straße vielleicht besser wird – leider nicht. Als wir am Ende der Straße ankamen, begrüßte uns ein Streckenpfleiler mit der Aufschrift „Road closed“. Einerseits war uns jetzt bewusst, warum die Straße in einem so schlechten Zustand war, andererseits waren wir verwundert, wieso wir diese Markierung bei der Einfahrt in die Straße nicht gesehen haben und uns sogar noch ein Auto entgegengekommen ist, denen der Streckenpfeiler eigentlich hätte auffallen müssen.
Kurz vor Sonnenuntergang sind wir wieder im Halali Camp angekommen. Ein neuer Drucker wurde auch geliefert, wodurch es für uns auch wieder einen Internetzugang gab. Der Tag klang recht gemütlich am Wasserloch aus, wo wir wieder von einigen Nashörnern begrüßt wurden. Leider waren wir nicht in der Lage ein akzeptables Bild von den Nashörnern zu machen.
Vielleicht eine kleine Anmerkung dazu: Als wir zu unserer ersten großen Reise an die Westküste der USA aufgebrochen sind, haben wir unsere Rollen im Urlaub ziemlich klar verteilt: Ich kümmere mich um die ganze Planung und Durchführung des Urlaubes und Elena ist für die Bilder zuständig, die ich dann nach dem Urlaub zu einem Fotobuch bastle. Dafür habe ich ihr sogar ein Buch „Der große Fotokurs“ geschenkt, damit sie den Umgang mit den DSLRs lernt. Leider hat sie nach den vielen Jahren immer noch keinen Blick in das Buch geworfen, weshalb wir bei schlechter Belichtung und bei bestimmten Szenarien sicher nicht die besten Bilder aus unserem Equipment bekommen 😛
Aber für unsere wichtigen Fotobücher reicht es immer 😉 (Wenn jemand weiß, woher man einen Ständer oder andere Art der Aufbewahrung für Fotobücher bekommt, dann bitte mir mitteilen, aktuell müssen immer noch Buchständer herhalten)
Fazit zu Tag 2 in Etosha: Raubkatzen blieben weiterhin aus, die gesperrte Straße hat unsere Nerven strapaziert dafür hatten wir trotzdem einen tollen Tag an den Wasserlöchern und haben das natürliche Treiben der Tiere sehr genossen.
Teil 612. Sept. 2017
[Tag 5] 27. Juli 2017: Tag 3 im Etosha Nationapark
Der letzte Tag im Etosha wurde dafür genutzt, dass man am Weg zum Anderson Gate noch einige Wasserlöcher anfährt, um zu einer passenden Zeit bei der nächsten Lodge (Toshari Lodge) anzukommen.
Am Weg kamen uns immer wieder Autos uns geführte Touren entgegen die allesamt über die fehlenden Tiere an den Wasserlöchern raunzten. Uns ging es ähnlich, wobei wir kurz vor Okaukuejo noch viele Tiere zu Gesicht bekommen haben. Auch ein Nashorn kam uns am helllichten Tage noch vor die Linse.
Dadurch, dass wir noch viel Zeit hatten, sind wir auch noch zum Wasserloch in Okaukuejo gegangen und wurden von unglaublich vielen Tieren am Wasserloch überrascht. Es war ein dauerhaftes Kommen und Gehen und hunderte von Zebras konnte man schon aus der Ferne Richtung Wasserloch wandern sehen – das Ganze war echt noch ein großes Highlight im Etosha.
Es war noch etwas Zeit und wir mussten uns nun entscheiden ob wir in Okaukuejo den Parkaufenthalt noch um 24 Stunden verlängern oder ob wir nach Outjo auf ein gutes Essen fahren. Durch die vielen positiven Eindrücke in den letzten 1-2 Stunden haben wir uns entschlossen, dass wir die Outjo Bäckerei aufsuchen, Essen und dann in die Toshari Lodge zurückfahren. Während sich Elena ein Gericht mit Huhn gegönnt hat, hab ich mich bewusst für eine Pizza entschieden, da ich es immer wieder faszinierend finde, wie eine Pizza in den unterschiedlichen Ländern der Erde zubereitet wird. Diese Pizza war ganz ok, der Teigboden ähnelte aber eher einem großen Cracker als einem klassischen Pizza Teig.
Nachdem wir im OK-Foods in Outjo noch einige Kleinigkeiten eingekauft haben (Red Bull stand bei mir während des Autofahrens leider an der Tagesordnung) ging es Richtung Etosha Nationpark zurück, genau genommen zur Toshari Lodge.
Das Hotel, besonders die Anlage mit den Pools war sehr schön, weshalb wir uns auch noch für einige Minuten an den Pool gelegt haben. Nachdem es dann einen kleinen Disput zwischen uns beiden und zwei niederländischen Familien gab, war es Zeit für das Abendessen.
Da wir wissen, dass das Buffet relativ teuer in der Toshari Lodge ist, nutzen wir die Möglichkeit in Outjo und haben im OK Foods auch Essen für den Abend gekauft. War jetzt nicht spektakulär, aber das gesparte Geld konnten wir dann an der Bar noch investieren. Relativ früh (wie eigentlich dem ganzen Urlaub) ging es dann für uns Richtung Bett. Ich nutze an diesen Abend noch die Zeit um mir ein paar Worte für den kommenden Tag zurecht zu legen, da, sofern sich eine gute Gelegenheit beim Brandberg ergibt, der berüchtigte Kniefall passieren sollte 😉
Fazit zu Tag 3 und zum Etosha: Auf die Sichtung von Raubkatzen mussten wir verzichten, das Fazit zum Etosha bleibt aber trotzdem: WAU – die tolle freilebende Tierwelt + die Etosha Pfanne waren echt einmalige Eindrücke die wir hoffentlich lange in uns tragen werden 🙂
Teil 716. Sept. 2017
[Tag 6] 28. Juli 2017: Fingerklippe + Fahrt zum Brandberg
Es ist Zeit uns den anderen Teilen Namibias zu widmen und den Etosha Nationalpark hinter uns zu lassen.
Am heutigen Tag steht die Fahrt zur Brandberg White Lady Lodge an. Auf dem Weg über die B1/C39/C35 stand noch die Fingerklippe auf dem Programm. In Outjo angekommen, gab es noch einen Kaffee und ein paar Gebäckstücke von der Outjo Bäckerei. Nächster Halt war Khorixas, wo wir uns noch mit Benzin und Geld eindeckten.
Über die D2743 fuhren wir die Fingerklippe an. Die Straße war in einem äußert guten Zustand, was uns einen etwas positiveren Eindruck über die Pads machte. An der Fingerklippe angekommen gab es nicht allzuviel entdecken bis auf ein paar ganz nette Bilder von der Fingerklippe ansich und der Landschaft. Uns beiden hat die Landschaft sehr an Teile der USA Westküste erinnert.
Fazit zur Fingerklippe: Ganz nett zum Ansehen, aber jetzt auch kein MUSS.
Unsere Fahrt ging nun über die C35 Richtung Uis. Die Straße war in einem teilweise passablen, teilweise miserablen Zustand, was uns die Stimmung im Auto immer wieder etwas vermieste.
Gefühlt nach der Hälfte der Strecke legten wir am rechten Straßenrand eine Pause ein, da sich hier ein kleiner See befand und auch andere Touristen dort ihre Rast einlegten. Nach ein paar ruhigen Minuten begaben wir uns wieder auf die holprige Straße. Ab der Abzweigung zur D2319 wurde die Qualität der Straße noch schlechter. Meine Nerven waren leider schon so überstrapaziert, dass ich kurz an den Straßenrand gefahren bin um mal etwas Dampf abzulassen. Wenn ich mal wütend werde, belastet das auch die Elena, die dann eher emotional reagiert.
Nachdem ich mich wieder beruhigt habe, ging es weiter. Die letzten 19 Kilometer (die Zufahrt zur Lodge ansich) war dann eine Sandpiste die noch miserabler zu befahren war. Wir waren dann einfach nur froh, dass wir an der Lodge angekommen sind. Unsere Stimmung besserte sich kurzfristig, als wir den schön angelegten Garten des Hauptgebäudes begutachtet haben – echt traumhaft.
Leider war die aufkommende Freude nur von kurzer Dauer. Obwohl auf der Website verschiedene Aktivitäten angeboten wurden, wurden die Sichtungsfahrten zu den weißen Elefanten nicht verfügbar, da die Elefanten aktuell nicht in der Umgebung waren – ok dafür konnte die Lodge nichts dafür.
Somit ging es für uns in unser Bush Chalet. Was uns dann dort erwartete war für uns echt eine Katastrophe. Wir wussten von den vorhandenen Bewertungen, dass diese Lodge hier sicher die einfachste Unterkunft der ganzen Reise sein würde, aber was wir dann vorgefunden haben, war für uns leider inakzeptabel:
1) keine richtigen Fenster eingezogen, sondern nur Gitter und einen Art Vorhang davor 2) extrem viele Spinnen im Zimmer 3) kein richtiges Licht im Zimmer (nur 2 kleine Lichtquellen die den Raum/das Bad nicht richtig ausgeleuchtet haben) 4) keine Steckdosen im Zimmer 5) keine Tür zum Badezimmer 6) Matratzen unbequem, eines extrem hart, das andere komplett durchgelegen
Kann ja gut sein, dass einige der oben erwähnten Punkte manch einer Person nicht stört oder vll sogar dieses Bush-Gefühl haben möchte. Aber die Krönung war dann, als ich die Toilette in der Nacht das erste Mal benutzt habe, durfte ich feststellen, dass die Spülung nicht funktioniert, da kein Wasser drinnen war und auch keines irgendwie reingepumpt werden konnte.
Viele der angesprochenen Punkte wurden ja beim Betreten schon sichtbar. Leider konnte man uns an der Rezeption kein anderes Zimmer zur Verfügung stellen. Nach dem Abendessen, was sehr gut war, haben wir deshalb auch entschlossen, den Aufenthalt auf eine Nacht zu reduzieren und gleich nach Swakopmund zu fahren.
Abseits der Problematik mit dem Zimmer, haben wir aber den Sonnenuntergang am eigenen Sunset Point sehr genossen. Trotzdem war es für mich nicht der richtige Zeitpunkt für den Antrag.
Die Nacht war für uns beide dann leider mehr als unangenehm. Während Elena gar nichts geschlafen hat, konnte ich wenigstens ein paar Mal kurz einnicken. Beiden waren wir froh, als der nächste Tag angebrochen ist…
Fazit zum Tag: Die Nacht war für uns wirklich sehr unangenehm und trotz toller Eindrücke vom Brandberg und von der Fingerklippe, wird dieser Tag wohl eher mit negativen Gefühlen behaftet bleiben.
Teil 817. Sept. 2017
[Tag 7] 29. Juli 2017: Fingerklippe + Fahrt zum Brandberg
Die Nacht war leider sehr kurz. Elena hat so gut wie gar nichts geschlafen und ich, jemand der in der Regel nach 10 Sekunden im Bett einschläft, hatte auch eine eher unrunde Nacht.
Bei Sonnenaufgang ging es für uns Richtung Hauptgebäude, um das WC endlich zu benutzen, da das Wasser für die WC-Spülung immer noch nicht funktionierte.
Nach einem kurzen Frühstück ging es für uns Richtung Swakopmund via Henties Bay über die C35/C34.Die Rückfahrt über die Farmpad war genauso unangenehm wie die Hinfahrt und wir waren froh, als wir die C35 erreichten.
Es ging nun recht zügig gen Südwesten. Dadurch, dass das W-LAN in der Lodge nicht funktionierte und wir noch immer keine SIM Karte von MTC hatten, war unser Plan, dass wir nach Henties Bay fahren, dort ein Cafe suchen, um von dort ein Hotelzimmer zu buchen. Gefühlt ca. 50 Kilometer vor Hentiesbay wurde der Wind während der Fahrt immer stärker, der sich nach wenigen weiteren Kilometer zu einem starken Sandsturm entwickelte, wodurch unsere Sicht auf vll 1-2 Meter schrumpfte. Dadurch, dass die wenigen entgegenkommenden Autos auch nur in letzter Sekunde sichtbar wurden, kämpften wir uns diese 50 Kilometer in (fast) Schritttempo Richtung Meer.
In Henties Bay angekommen, wo der Sandsturm nicht schwächer ist, standen wir vor dem in unseren Reisedokumenten aufgeschriebenen Cafe/Restaurant „Misty Bay Cafe“. Schnell stürmten wir aus dem Auto um in das Cafe zu gehen, um aber dann zu bemerken, dass das Cafe (aufgrund des Sandsturmes) geschlossen hatte. Als wir ins Auto zurückwollten, kam aber zufälligerweise der Besitzer des Cafes an und lies uns trotzdem ins Cafe, um dort das WC zu benützen, einen Kaffee zu trinken und das W-LAN für die Hotelbuchung zu benützen.
Wir waren dem Besitzer und seinem Team extrem dankbar, da wir mit so viel Freundlichkeit und Gastlichkeit in dem Moment gar nicht gerechnet haben. Nachdem wir unseren Kaffee ausgetrunken haben und zur Freude der Mitarbeiter scheinbar ein sehr hohes Trinkgeld für deren Hilfe und Gastlichkeit dagelassen haben, ging es im Sandsturm nun Richtung Swakopmund.
Im Hotel angekommen (Swakopmund Plaza, relatives neues Hotel was ein tolles Preis-Leistungsverhältnis hatte) machten wir uns erstmal frisch, kamen etwas zur Ruhe um dann unseren ersten Sightseeing Spaziergang in Swakopmund zu starten.
Für uns ging es gleich Richtung Jetty, da wir auch eine Reservierung für den nächsten Abend tätigen wollten. Nach einem Spaziergang am Strand und einem kleinen Einkauf im Supermarkt, ging es dann auch zurück ins Hotel um zu überlegen, welches Restaurant wir am Abend ansteuern möchten.
Dadurch, dass im Bräuhaus keine Plätze mehr gab, gingen wir ins Kücki’s Pub. Auch das Restaurant war randvoll, wir konnten mit Glück noch einen kleinen Tisch ergattern. Das Essen selbst war jetzt nicht umwerfend, aber sättigend und hat für uns gepasst.
Nach dem Essen begaben wir uns auch schnell zurück ins Hotel, da wir durch die letzte Nacht doch einiges an Schlaf aufholen wollten.
2 Punkte gab es dann vor dem Schlafengehen noch zu planen. Einerseits die Aktivität für den neugewonnenen Tag in Swakopmund (wir entschieden uns für die Fahrt zur Spitzkoppe) andererseits die möglichen Aktivitäten für die weitere Zeit in Swakopmund. Wir entschieden uns für die Living Desert Tour (www.livingdesertnamibia.com), schrieben eine E-Mail und bekamen auf unsere Anfrage auch am späten Abend noch eine positive Rückmeldung. Somit waren die groben Punkte für die nächsten 2 Tage auch fertiggestellt.
Fazit zum Tag: Wir waren ehrlich gesagt einfach nur froh, dass wir die Lodge am Brandberg verlassen haben, um direkt nach Swakopmund zu fahren. Der Sandsturm war zwar mehr als nervig (laut dem Besitzer vom Misty Bay Cafe war ein solch starker Sandsturm auch nicht normal), doch waren wir froh, dass wir einen Tag mehr in Swakopmund und deren Umgebung hatten.
Teil 918. Sept. 2017
[Tag 8] 30. Juli 2017: Spitzkoppe + Swakopmund
Der Tag begann mit einem extrem guten Gefühl. Nach vielen Lodges und Camps wachten wir das erste Mal in Namibia in einem westlichen Hotelzimmer auf, hatten ein schönes Badezimmer und auch das Frühstück konnte uns sehr überzeugen.
Nicht das wir mit den Unterkünften (ausgenommen Brandberg) unzufrieden waren, aber ein stark westlich geprägtes Hotelzimmer zwischendurch hat uns schon sehr gut getan.
Nach einem kurzen Frühstück stand nun die Fahrt zur Spitzkoppe am Programm. Wir fuhren über die B2 Richtung Norden und waren über das hohe Verkehrsaufkommen richtig überrascht – das waren ja schon fast westliche Verhältnisse.
Nach gut einer Stunde fuhren wir ab auf die D1918/D3716, um dann nach einigen holprigen Kilometer an der Spitzkoppe anzukommen. An der Rezeption des Spitzkoppe Restcamp holten wir uns das Permit und auf ging es zum Arche.
Schon bei der Anfahrt zur Spitzkoppe war der Wind extrem stark, der sich auf freiem Gelände schon fast zu orkanartigen Böen entwickelte. Dies hielt uns aber nicht davon ab, einige tolle Bilder und Eindrücke von der Spitzkoppe und seinen Sehenswürdigkeiten zu machen. Meine Frisur ähnelte dank des Windes aber an eine Igelfrisur die ich vor 15 Jahre zu tragen gepflegt habe.
Nachdem wir einige Zeit entlang der Spitzkoppe gefahren sind nahmen dann die Rückfahrt in Angriff.
Am frühen Nachmittag sind wir in Swakopmund wieder angekommen und nun hieß es für uns Hotelwechsel. Somit fuhren wir mit den Auto und Gepäck zum Strand Hotel um dort für 2 weitere Tage einzuchecken.
Auch wenn das Hotel bzw. das Zimmer bei kleinen Details schwächelte (wenn man es mit einem Top Hotel messen möchte), so war das Hotel trotzdem eine 1A Unterkunft in der wir uns in den 2 Tagen sehr wohlgefühlt haben.
Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten nutzten wir die noch vorhandene Zeit vor dem Dinner für einen weiteren Rundgang in der Stadt. Weiters wollten wir noch eine weitere Aktivität am nächsten Tag absolvieren, weshalb wir mit einem halbguten Gewissen die Township Tour in Mondesa gebucht haben.
Das Abendessen in der Jetty empfanden wir als sehr guit. Sehr nette Location, unser Essen war sehr gut und auch das Personal konnte überzeugen. Das Beste war der Wein den ich mir sogar nach dem Urlaub bestellt habe.
Als wir mit dem Dinner fertig waren, ging es auch schon wieder zurück zum Hotel um ein paar gute Stunden zu schlafen, um dann früh morgens zur Living Desert Tour aufzubrechen… naja… dachten wir zumindest noch zu diesem Zeitpunkt.
Fazit zum Tag: Ein toller Tag, genau richtig nach 2 eher suboptimalen Tagen auf unserer Reise. Der Ausflug zur Spitzkoppe hat uns gut gefallen, das bezogene Hotel hat uns überzeugt und das Abendessen empfanden wir als sehr gut – so kann mit gut einschlafen.
Teil 1020. Sept. 2017
[Tag 8] 31. Juli 2017: Swakopmund
Wieder ein Tag mit dem man vom Gefühl her mit den richtigen Fuß aufgestanden ist. Gut ausgeschlafen ging es zum Frühstücksbuffet, welches überzeugen konnte – wobei man es bei dem Preis der Übernachtung auch erwarten darf.
Nach dem Frühstück ging es mit den vielen anderen Touristen zum Eingang des Hotels um zur Tour abgeholt zu werden. Nach und nach trudelten die Reiseführer ein um die Gäste abzuholen. Irgendwie kam aber unser Tourguide nicht. Nach einigen weiteren Minuten warten zuckte ich kurz zusammen und packte mein Smartphone aus. Das was mich in dieser Sekunde zusammenzucken hat lassen, hat sich dann auch leider bewahrheitet. Ich **** habe es wirklich geschafft, in der Buchungsanfrage 31. AUGUST zu schreiben, anstatt JULI. Obwohl Elena meine abgesendete E-Mails kontrollierte ist uns beiden nicht aufgefallen, dass ich August anstatt Juli geschrieben habe.
Somit viel die Vormittagsaktivität ins Wasser. Nach kurzem grollen nutzen wir aber den Vormittag um endlich die MTC Karte für die zweite Hälfte der Reise zu besorgen. Weiters besorgen wir unsere obligatorischen Postkarten für Familie und Freunde und gingen dann gemütlich was essen.
Nun waren wir doch sehr froh, dass wir die Township Tour für den Nachmittag gebucht hatten. Am Nachmittag wurden wir dann von unserem Guide abgeholt und fuhren zusammen mit 4 anderen Touristen Richtung Mondesa wo wir u.a. einen Markt, eine Kindertagesstätte und ein Restaurant besucht haben. Ob die ganze Tour jetzt wirklich einen realistischen Einblick in das reale Leben von 25.000 Einwohner von Swakopmund gezeigt hat, ob eine solche Tour sogar für manche moralisch verwerflich ist, lasse ich mal offenstehen. Wir selbst sind mit einem sehr gemischten Gefühl aus dem Township wieder gefahren.
Der Nachmittag war somit vorbei und wir entschieden uns für das Abendessen für eines der vorhandenen Restaurants vom Strand Hotel, das Farmhouse Deli Restaurant. Essen war gut, nur wurde auf die Getränke beim Service vergessen und wir mussten sehr lange auch aufs Essen warten. Da wir aber sowieso keine großen Vorhaben mehr hatten, störte uns das nicht sonderlich.
Nach dem Abendessen war es für uns dann auch Zeit fürs Bett, da wir am nächsten Tag doch recht früh losfahren wollten, damit wir ohne großen Stress in der Namib Desert Lodge ankommen und womöglich sogar noch die Game Drive Tour mitnehmen können. Für mich wurde es aber jetzt wieder ernst. Nachdem der ersten Version für den Heiratsantrag kläglich gescheitert ist, stand die nächste Möglichkeit für den Antrag nun kurz bevor – das Namib Dune Star Camp bei der Namib Desert Lodge. Auch wenn man alles versuchen muss, damit die Elena beim Antrag nicht irgendwie peinlich berührt ist, so empfand ich die Vorstellung sie auf der Veranda unter dem schönen Sternenhimmel zu fragen, doch ganz reizvoll.
Also ab in die Nacht, in 24 Stunden bin ich vielleicht schon verlobt.
Fazit zum Tag: Ein Tag der besser hätte starten können, da wir uns ehrlich gesagt schon sehr auf die Living Desert Tour gefreut haben. Der Tag klang aber noch versöhnlich aus und wir waren nun schon sehr gespannt auf die nächsten Tage, besonders auf die Big Daddy Dune, die wir unbedingt besteigen möchten.
Der Tag begann früh mit einem köstlichen Frühstück, so ein Frühstücksbuffet sollte man ja doch ausnützen. Koffer wurden am Vortag schon wieder gepackt, wobei mich die Elena halb zum Verzweifeln brachte. Sie hat die Angewohnheit, die Koffer während der Reise immer wieder mal umzuräumen, um die schmutzige und saubere Wäsche zu trennen (macht ja Sinn) und wieder etwas Ordnung in den Koffern zu bringen. Leider hat es diesmal aber den Hacken, dass ein Verlobungsring in meinen Koffer war, den Sie bei meinem Glück mit Sicherheit in die Finger bekommen hätte. Somit musste ich mich mit aller Gewalt gegen wehren, dass Sie meinen Koffer angreift – schwerer als man glaubt 😉
Auf ging es Richtung Walvis Bay, wo wir nochmal volltankten und den Reifendruck wieder an die Pads angepasst haben. Als die Teerstraße auf der C14 in die Pad übergegangen ist, bekam ich eine Vorstellung von perfekt präparierten Gravelroads. Die Qualität der Straße hielt aber nicht für lange und wurde sukzessiver schlechter. Ganz schlecht wurde als es dann Richtung Kuiseb Pass in luftige Höhen ging. Nicht nur ein Auto musste auf diesen Kilometern einen platten Reifen verzeichnen und am Straßenrand das Reserverad aufziehen.
Wir kamen aber ohne große Probleme über die Pässe und näherten uns dem „Tropic of Capricorn“ Schild. Bevor unsere Freunde nicht vor kurzem selbst in Namibia waren, wussten wir nicht was es mit diesem Schild auf sich hatte. Ein obligatorisches Bild für unsere Freunde musste aber sein – gerade noch rechtzeitig bevor einer der vielen Reisebusse am Schild angekommen ist und die Meute an Touristen zum Schild stürmt – so sieht scheinbar Begeisterung für ein mit Stickern zugeklebtes Schild aus.
Kurz nach Mittag erreichten wir Solitaire. Nach einem kurzen Snack im Auto, gönnten wir uns den allzu oft gepriesenen Apfelkuchen. Ob das jetzt der beste Apfelkuchen der Welt ist… als Österreicher hat man doch schon viele Süßspeisen mit Äpfel gegessen… er war zumindest in den Top3, also schon sehr lecker 😄
Nachdem wir Solitaire verlassen haben, ging es auf der C19 direkt zur Namib Desert Lodge. Gleich nach Solitaire war ein Grader unterwegs, der uns wieder eine traumhafte Gravelroad bastelte.
In der Lodge angekommen wurden wir mit einem feuchten Tuch direkt am Parkplatz begrüßt, eine sehr nette Geste. Nach dem Check-In wurden wir durch die Anlage geführt, die sich wunderbar präsentierte. Das Zimmer war schon etwas abgewohnt, aber das Hotel zeigte hier sehr gut auf, dass man ein abgewohntes Zimmer trotzdem in einem sauberen und tollen Zustand behalten kann – also wir haben uns sehr wohl hier gefühlt.
Dadurch, dass wir leider etwas zu spät für den Gamedrive angekommen sind, machten wir es uns am Pool gemütlich. Während Elena am Pool ein Buch gelesen hat, nutzte ich die Zeit um bei der Rezeption bzgl. eines freien Zimmer im Dune Star Camp zu fragen. Das hat schon mal geklappt, jetzt muss nur noch die Elena kurz zustimmen, was aber aus meiner Sicht kein Problem sein sollte – falsch gedacht. Auf die Frage ob es eh passt, wenn wir die Nacht im Dune Star Camp verbringen, kam nur ein: „Ne hab eigentlich keine Lust“ – AUTSCH!
Ok im Nachhinein betrachtet, hätte ich Sie einfach gar nicht fragen sollen, sondern hätte es einfach ohne Ihr Einverständnis machen sollen… naja… wieder eine Chance vergeben. Aber die nächste passende Gelegenheit sollte aber eh schon am nächsten Tag im Sossusvlei auf mich warten.
Somit ging es mit etwas hängenden Kopf zum Abendessen. Die leichte Unmut verschwand aber schnell, als wir das Buffet gesehen haben. Im Vergleich zu den Buffets in den NWR Camps, war das wirklich eine grandiose Auswahl, besonders bei den Vorspeisen. Auch der Wein passte sehr gut und wir verbrachten somit ein nettes Abendessen, trotz dem vielen Gewusel durch die vielen Gäste vor Ort. Wie an jedem Abend ging es wieder früh ins Bett, da wir vor Morgengrauen schon Richtung Sossusvlei aufbrechen wollten. Gute Nacht!
Fazit zum Tag: Dadurch, dass dieser Tag ohne große Highlights auskommen musste, bleibt dann doch im nachhinein der gute Apfelkuchen hängen und die Tatsache, dass die Möglichkeiten für einen passenden Heiratsantrag immer geringer werden.
Teil 1224. Sept. 2017
[Tag 10] 02. August 2017: Sossusvlei - Namib Desert
Der Tag mit dem zweiten großen Highlight auf unserer Reise ist angebrochen. Bevor es zum Frühstück ging, packte ich noch den Verlobungsring in die Hosentasche… wer weiß ob es nicht auf den Dünen einen schönen ruhigen Moment gibt der passend ist.
Im Restaurant war schon reger Verkehr, da wohl alle sehr früh die ca. 1 Stunde Fahrt zum Sossusvlei beginnen wollten. Ich hatte den Drang, dass wir noch vor den Reisebussen loskommen, weshalb wir uns nur ein paar Kleinigkeiten gönnten und dann zum Auto starteten.
Nach ca. 10 Minuten Autofahrt durch die frühe Morgendämmerung fiel uns auf, dass wir unser Geld vergessen hatten. Solche Vergesslichkeit meinerseits bringen mich auf die Palme – also umkehren zur Loge während uns die Reisebusse schon entgegenkamen. Nachdem wir nun alles beisammenhatten, ging es zum Sossusvlei.
Die Fahr verlief relativ reibungslos aber man bekam bei dieser Fahrt schon ein gutes Gefühl, warum man Fahrten in der Dunkelheit vermeiden sollte. In der Nähe der Straße waren immer wieder Tiere die gerne mal den Anschein gemacht haben, dass Sie das Licht unserer Scheinwerfer suchten.
Als wir auf die C27 abgebogen sind, erwartete uns die bisdato schlechteste C-Straße der Reise. Durchgehendes starkes Wellblech wo man mit dem Gefühl „Augen zu und durch“ drüberfuhr.
Am Parkeingang angekommen, ging es auf der Teerstraße Richtung Sossusvlei/Deadvlei. Die Straße hatte eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 60km/h und obwohl wir mit ca. 75km/h gefahren sind, wurden wir von 99% aller Autos überholt. Dass die Touristen einen solchen Stress in diesem Land haben und das es, egal wie schnell man fährt, immer noch Jemanden gibt der einem überholt… etwas worüber sich die Leute Gedanken machen sollten… und schlussendlich diskutieren wir hier im Forum wieder über die leider schrecklichen Unfälle…
Die Fahrt verlief vorbei an der Dune 45, wo in den frühen Morgenstunden schon unzählige „Ameisen“ die Sanddüne hochgingen. Hauptsächlich waren es größere Vans und Reisebusse, die scheinbar durch den strickten Zeitplan gleich die erste große Chance nützen, um eine Sanddüne zu besteigen, um dann recht zügig den Park auch wieder zu verlassen.
Für uns ging es zum 4x2 Parkplatz, wo wir uns ein Ticket für den Shuttleservice kauften. Nun begann die wilde Fahrt zum Deadvlei Parking - unglaublich lustige Abenteuerfahrt mit immer wieder kurzen Stopps um die vielen steckengebliebenen Allradfahrzeugen aus dem Sand zu helfen. Viele der meist jüngeren Autofahrer scheinen Ihre Fahrkünste im Allradbereich doch etwas zu überschätzen :-D
Auf dem Weg konnten wir, aus meiner Sicht, einige der besten Bilder unserer Reise machen.
Neben schönen Bildern von den Sanddünen und der Umgebung war der wichtigste Programmpunkt die Besteigung der Big Daddy Düne. Nach einem kurzen Fußmarsch ging es für ca. 45 Minuten auf die Dünenspitze. Wir hätten ehrlich gesagt mit mehr Zeit und mit einer größeren Anstrengung gerechnet – mir sollte das aber mehr als Recht sein.
Oben angekommen erhaschten wir einen wunderschönen Blick über die Landschaft. Leider waren sehr viele Leute auf der Düne, weshalb der Antrag hier oben mehr als unpassend gewesen wäre.
Die Landschaft und der Antrag wurden aber dann schnell zweitrangig, denn das Wichtigste der Besteigung war ja nicht der Weg hinauf, sondern der Weg hinunter – was für ein Spaß… hierfür hat sich die günstige China-Go-Pro schon ausgezahlt – ein Video das wir uns hoffentlich doch öfters noch ansehen werden.
Unten wieder angekommen, machten wir vom Deadvlei noch die obligatorischen Bilder mit den Bäumen im Lehmboden und wanderten gemütlich zurück zum Parkplatz.
Nun mussten wir uns entscheiden ob wir noch ins Sossusvlei fahren oder doch die Heimreise antreten, damit wir wenigstens an diesem Nachmittag am Gamedrive teilnehmen können. Wir entschieden uns für letztes und nahmen wieder den Shuttle zurück zu unserem Auto.
Am Parkplatz bzw. am Weg zum WC begrüßte uns und andere Touristen noch ein Oryx – wenn man aus dem WC kommt und nicht damit rechnen… einen solchen Blick setzt man dann scheinbar als Tourist auf:
Auf dem Weg zurück kamen wir auch wieder an der Düne 45 vorbei auf der zu diesem Zeitpunkt (kurz nach Mittag) gar nichts mehr los war. Das wäre doch die Gelegenheit… kurz noch auf die leere Düne rauf und endlich eine perfekte Location für den Antrag gefunden.
Jetzt wurde es aber dann schon leider verhext – auf meine Frage hin ob wir nicht noch auf die Düne raufwollen, da gar nix los ist, bekam ich mit der fast selben Wortwahl wie am gestrigen Abend eine Absage… vermutet die Frau was und will gar nicht, dass ich Sie frage… jetzt wird mir das ganze schon etwas mysteriös… 😄
Nachdem wir den Park verlassen haben, ging es wieder mit klapperten Gestell über die Wellblechstraße. Die Freude über das Straßenkreuzungsschild kann ich immer noch gut nachvollziehen.
Gemächlich ging es nun zurück zur Lodge. An der Lodge angekommen, buchten wir gleich die Sundowner Fahrt und machten uns kurz frisch.
Endlich die erste Sundowner Fahrt in diesem Urlaub. Mit insgesamt 3 Autos begann nun die wilde Fahrt in die Namib Desert. Wie angekündigt vom Ranger gab es wenige Tiere, dafür aber tolle Landschaften zu sehen… und natürlich ein paar gute Gin-Tonics 😉
Nach einem anstrengenden Tag freuten wir uns wieder auf das gute Buffet beim Abendessen und auf den guten Wein den wir noch vom Vortag hatten. Sogar frisch gemachte Schnitzel gab es am Buffet und die eher geringere Erwartung meinerseits konnte übertroffen werden.
Was bleibt nun nach dem Abendessen noch zu tun, abgesehen davon, dass Elena wieder meinen Koffer umräumen wollte? Genau… schlafen gehen…
Fazit zum Tag: Was für ein grandioser Tag... ok... das Hin- und Herfahren wegen der vergessenen Geldbörse war unnötig und das der Heiratsantrag nicht klappt zerrte auch an meine Nerven... aber was für tolle Stunden bei den Dünen und dann bei der Sundowner Fahrt - sicher einer der besten Tage unserer Reise gewesen.
Teil 1327. Sept. 2017
[Tag 11] 03. August 2017: Fahrt nach Duwisib
Für uns Stand am heutigen Tag nur die Fahrt zur Duwisib Guestfarm an, weshalb wir endlich mal wieder keinen Stress in der Früh hatten. Somit konnten wir das Frühstück im Gegensatz zum vorherigen Tag ausgiebig genießen und uns dann ohne Stress Richtung Duwisib machen.
Dadurch, dass wir am Vortag auf den Sesriem Canyon verzichtet haben, nutzten wir diesen ruhigen Tag dafür, dass wir im „vorbeifahren“ den Canyon kurz ansehen. Obwohl wir nur ein Permit für den gestrigen Tag hatten, lies man uns für maximal 2 Stunden in den Park, damit wir einen Blick in den Canyon werfen können – sehr nett vom Einfahrtspersonal.
Der Canyon ansich war jetzt aus unserer Sicht nicht wirklich spannend, war für ein paar nette Foto hat es gereicht.
Bei der Ausfahrt aus dem Park machten wir noch ein paar Besorgungen an der nah gelegenen Tankstelle und befragten die Polizisten vor Ort nach dem besten Weg nach Duwisib, also ob wir über die C27 oder über die C19 fahren sollten. Auch hier im Forum wurde mir die C27 empfohlen, weshalb wir uns auf diesen holprigen Ritt gewagt haben.
Holprig war aber gar kein Ausdruck, die Straße war einfach komplett hinüber, genauso wie wir die ersten Kilometer zum Sossusvlei Nationalpark erlebt haben. Auch die entgegenkommenden Autos gaben uns keine Entwarnung, weshalb wir die komplette Strecke bis nach Betta mehr als ungemütlich verbrachten. Ab hier wurde es dann bis zum Duwisib Guesthouse etwas besser, aber wir spürten die Fahrt wirklich in den Knochen.
Eines sollte man trotz der vielen Strapazen bei der Fahrt nicht vergessen. Wie von allen angekündigt war die Landschaft entlang der Strecke atemberaubend. Leider waren wir nicht fähig, dass auch gebührend auf Bilder richtig festzuhalten... vll sollte ich das Buch mit dem Fotokurs der Elena einfach auf den Nachttisch legen 😉
Am späten Nachmittag sind wir an der Duwisib Guestfarm angekommen. Wir nutzten die ruhigen Minuten und relaxten am Pool, während nach und nach weitere Gäste angekommen sind, u.a. eine Familie aus Brighton mit der wir lange Zeit am Pool gequatscht haben.
Die Stimmung unter den wenigen Gästen die da waren, war eine ganz andere als in den Lodges oder Camps. Die tolle Stimmung hat sich dann auch beim Abendessen fortgesetzt, wo wir zusammen mit Jochen (dem Besitzer der Farm) und den anderen Gästen zusammen gegessen haben. Abgesehen davon, dass die Stimmung und die Gespräche unter uns 7 Gästen und Jochen hervorragend waren, so grandios war auch das Essen das die Hausherrin Belinda gezaubert hat (eine Art Oryx Fleischauflauf).
Nach ein paar Gläser Wein ging es dann für uns auch ins Bett um dann recht früh am Morgen Richtung Kalahari Wüste aufzubrechen, die letzte große Station unserer Namibia Rundreise.
Fazit zum Tag: Die Fahrt war ein Horror und ich möchte mich ja nicht dauerhaft in diesem Reisebericht über die Straßenqualität beschweren, aber an diesem Tag haben wir den Höhepunkt an schlechter Fahrbahn erlebt. Umso erfreuter waren wir aber dann, als wir an der Guest Farm angekommen sind, denn die Stimmung und das Essen waren vor Ort großartig. Ich kann also wirklich allen Erstlingen in Namibia empfehlen, sich für mind. Eine Nacht in eine Guest Farm einzuquartieren, das Gefühl im Vergleich in einem Camp oder in einer Lodge war ein ganz anderes und Elena und ich schwärmen immer noch von Jochen und Belinda. Aufgrund der holprigen Fahrt war das Thema Antrag für mich an diesem Tag gänzlich irrelevant aber ich machte mir noch gute Hoffnung, dass es vielleicht in einem ruhigen Moment in der Kalahari Wüste klappt... mal gucken
Teil 1428. Sept. 2017
[Tag 12] 04. August 2017: Duwisib – Hardap Dam – Intu afrika Kalahari
Nach einem gemütlichen Frühstück bei Jochen ging es für uns nun Richtung Kalahari Wüste. Doch bevor wir uns auf den Weg machten, machten wir noch einen kurzen Fotostopp beim Duwisib Castle. Das Schloss von innen ansehen hat uns nicht allzu sehr gereizt, weshalb wir nach ein paar Bilder uns wieder auf den Weg gemacht haben.
Dadurch, dass wir an diesem Tag keine großen Pläne hatten, sind wir zwecks der vorhandenen Zeit zum Hardap Damm gefahren. Gefühlt waren wir in diesem Recreation Resort die einzigen Gäste, zumindest im Restaurant waren wir lange Zeit lang die einzigen Personen.
Wirklich umgeworfen hat uns das Resort nicht, weshalb wir uns auch zügig Richtung Intu Afrika Reserve gemacht haben.
Im Hotel angekommen, wollten wir für den nächsten Tag den Gamedrive und den Bushman Walk reservieren. Leider hat eine Reisegruppe alle Plätze vorab reserviert, weshalb man uns keine Plätze für den Gamedrive zusichern konnten. Die einzige Möglichkeit bestand darin, dass wir am selben Tag am GameDrive teilnehmen. Obwohl wir somit wussten, dass wir dadurch am nächsten Tag keine große Aktivität vor uns hatten, gingen wir kurz nach der Ankunft im Hotel auf Tierschau.
Den GameDrive empfanden wir als toll: wunderschöne Landschaft, tolle Tiervielfalt und guter Gin Tonic 😉
Einziges Manko an dem 4x4 Safari war die Besichtigung des Raubtiercamps, wo wir trotz 5 Fahrzeuge die Löwin nicht gefunden haben… also das mit den Raubkatzen wollte wohl nicht so recht klappen.
Nach dem Gamedrive ging es dann zum Abendessen. Es gab zwar kein Buffet, aber die servierten Speisen waren durchweg gut, besonders die Fleischspeisen waren sehr gut. So durfte ein solcher Tag auch glücklich enden...
Fazit zum Tag: Hardap Damm eher flop, Kalahari Wüste top. Also der GameDrive hat uns sehr gut gefallen und konnten nach dem Etosha genau dem nachgehen, warum wir so gerne nach Namibia gefahren sind - wegen der freilebenden Tiere. Ein solcher Tag kann gerne noch öfters kommen, wobei der folgende Tag eher im Zeichen anderer Dinge stehen sollte 😉
Teil 1509. Okt. 2017
[Tag 13] 05. August 2017: Intu Afrika Kalahari
Der Tag begann sehr früh am Morgen mit einem schnellen Kaffee um dann schnell von unserer Lodge in die Hauptlodge des Reserve gebracht zu werden. Es wartete auf uns ein Bushmanwalk.
Was wir mehr als sehr positiv empfunden haben war die Tatsache, dass man uns gleich zu Beginn an mitgeteilt hat, dass sie zwar uns zeigen wie das Leben der Bushmen früher war, aber das das ganze eher touristisch angehaucht ist und die Bushmänner ihren Alltag nicht mehr so verbringen.
Also im Gegensatz zu tun, dass wir hier authentische „Eingeborene“ erleben, gab man uns einen ehrlichen Einblick wie sie früher gelebt haben… eine sehr ehrliche Art und Weise und hat dadurch auch gleich viel mehr Spaß gemacht.
Wir wurden somit ca. 1h gut unterhalten und hatten nette Gespräche – ein sehr guter Start in den Tag.
Dann gab es Überlegungen wie wir den restlichen Tag gestalten. Dadurch, dass wir die einzigen Gäste waren, nahmen wir vorerst den Pool für uns in Anspruch und gönnten uns mal ein paar ruhige Minuten mit lesen und entspannen.
Nur am Pool herumlungern war uns dann nach einiger Zeit doch zu langweilig. Da wir zwar keine geführte Tour an diesem Tag machen konnten, gab es ja trotzdem keinen der uns davon abhält, dass wir selbst das Gelände alleine zu Fuß erkunden. Somit gingen wir zum Bungalow um uns umzuziehen.
Dadurch, dass wir das Game Reservat am Vortag schon etwas kennen gelernt haben, schoss mir natürlich sofort der Gedanke ein, dass auf den schönen hochgelegenen Dünen, inmitten der Tiere doch ein guter Platz wäre um auf die Knie zu fallen. Diesmal gibt ja wohl auch keinen ersichtlichen Grund wo mir meine Angetraute einen Strich durch die Rechnung machen könnte und da sie selbst eine schlechte Orientierung hat, muss sie ja dann fast ja sagen, weil sie es nicht schaffen würde alleine ins Camp zurück zu finden. 😉
Also Ring in einem unbeobachteten Moment eingepackt und dann ging es über die schönen Dünen hinweg, vorbei an vielen Tieren die alle rund um uns Ihren Alltag verbrachten.
Als wir so die Landschaft genossen und Elena von mir ein Bild in der Landschaft gemacht hat…
… war es dann wohl soweit und ich packte mit leichter Nervosität meinen Mut zusammen. Wenn man 2 Wochen Zeit hat für diesen Moment, macht man sich unglaublich viele Gedanken was man sagen sollte und wie bei so mancher Präsentation auf der Uni schmiss ich dann doch alles kurzfristig über Board.. und sagte wohl jene Worte die von Herzen kommen und die wohl auch gepasst haben... denn ich bekam das einzige zu hören was ich hören wollte: JAAAAA
IT’S DONE!! 😄 Wer hätte das noch gedacht und das dann hoffentlich auch aus den richtigen Gründen.. also nicht aufgrund der Angst, dass sie sonst nicht mehr zurück zum Bungalow findet 😉
So sehen dann 2 nicht ganz passend gekleidete junge Menschen aus, die seit wenigen Minuten verlobt sind.
Nach einigen weiteren schönen Momenten, gingen wir dann wieder zurück zu unserem Bungalow und verbrachten gemeinsam noch einen schönen Nachmittag.
Als es Zeit wurde für den Sonnenuntergang und die anderen Gäste, die nach und nach in der Lodge angekommen sind, auf Safari fuhren, dachte wir, dass wir uns wenigstens eines der Highlights der Safari Touren gönnen können und das ganz ohne Tour – einen guten Sundowner. 😉
Also machten wir uns mit Getränken wieder Richtung Dünenlandschaft auf, um einen passenden Platz für den bevorstehenden Sonnenuntergang zu finden. Es war wohl der schönste Sonnenuntergang auf unserer Reise und der Titelsong von König der Löwen "Circle of Life" (in meinem Kopf) hat in Kombination mit den Sonnenuntergang ein wunderschönen Moment gezaubert.
Als die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist, machten wir uns dann doch wieder zügig Richtung Resort auf, da wir nicht im Dunkeln in der Wildness rumlaufen wollten.
Passend zu einem so tollen Tag, gab es dann auch nochmal ein richtiges gutes Abendessen serviert, wonach wir dann glücklich als Verlobte und Verlobter ins Bett gefallen sind um früh wieder aufzustehen, denn wir hatten uns entschlossen, dass wir am darauffolgenden Morgen einen MorningDrive zu machen.
Also gute Nacht… noch 2x schlafen und dann geht es leider schon wieder nach Hause, aber wenigstens mit einer Verlobt-in im Gepäck 😉
Teil 1611. Okt. 2017
[Tag 14] 06. August 2017: Intu Afrika Kalahari - Windhoek
Er steht an… der letzte volle Tag in Namibia… und das wieder sehr früh, da wir ja einen MorningDrive vor uns hatten. Die letzte Chance nochmals die Tiere zu sehen und vielleicht im Raubtier-Reservat an diesem Morgen mehr Glück zu haben.
Dadurch, dass wir die einzigen zwei auf der Tour waren, konnte der Guide sehr gut auf uns und unsere „Wünsche“ eingehen. Nachdem uns gesagt wurde, dass es auf diesem großen Gelände nur 12 Giraffen gibt, waren wir schon sehr überrascht, dass unser Guide über gefühlt 10 Dünen hinweg, einen der 2 Herden entdeckt hatte.
Auch die anderen Tiersichtungen waren grandios und erwärmten unsere Herzen… was auch notwendig war… denn mit Fahrtwind war es doch recht frisch an diesem Morgen.
Dann ging es für uns zum Highlight, ins Raubtier-Reservat und unsere Glückssträhne sollte auch nicht abreissen… denn es dauerte nur wenige Sekunden bis unser Guide die Löwin entdeckt hatte.
Nach dem GameDrive gönnten wir uns ein ausgedehntes Frühstück und fuhren dann Richtung Windhoek. Um ca. 11 Uhr sind wir dann im Avani Hotel angekommen, haben eingecheckt und machten uns dann auf eine kurze Sightseeing Tour.
Fazit zur Stadt: Die Stadt hatte für unseren Geschmack leider so gut wie gar nichts zu bieten. Uns war nach vielen Erzählungen und Berichten hier im Forum bewusst, dass wir keine großen Erwartungen an die Stadt stellen sollen – und so kam es dann auch.
Wir nutzten den Tag um auch ein paar Sehenswürdigkeiten zu kaufen, genossen ein paar ruhige Minuten auf der Dachterrasse des Hotels und gingen dann im Hotel Abendessen. Im Nachhinein hätte ich dann doch lieber eines der vielen Empfehlungen hier im Forum genommen, aber uns war an diesem Abend nicht mehr danach, dass wir das Hotel verlassen.
So spektakulär der Tag begann, so unspektakulär ging dann für uns der Abend dann zu Ende.
Teil 1715. Okt. 2017
[Tag 15] 07. August 2017: Windhoek - Abreise
Der letzte Tag ist nun angebrochen. Da es keine großen Pläne für den letzten Tag gibt, gönnten wir uns ein ausgiebiges Frühstück im Hotel. Danach machten wir uns auf zum Namibia Craft Centre um noch ein paar kleine Einkäufe zu tätigen. Abseits davon gönnten wir uns noch eine warme Mahlzeit und vergnügten uns etwas im hauseigenen Casino.
Kurz nach Mittag machten wir uns frühzeitig dann Richtung Flughafen auf, da wir ja das Mietauto noch zurückgeben mussten und wir uns hier einen Zeitpuffer einplanen wollten, sollten irgendwelche Probleme aufkommen. Die Rückgabe klappte aber extrem problemlos, wie waren sehr positiv überrascht. Als wir das Mietauto ausgeladen haben, kamen wir mit anderen Touristen ins Gespräch und mussten erfahren, dass dieses ältere Ehepaar innerhalb von 2 Wochen 5!! Reifenschäden hatte, 2x musste sogar der Reifen zur Gänze ausgetauscht werden, da er irreparabel war. Gerade nach dieser Erzählung waren wieder umso glücklicher, dass wir (trotz zT sehr nervigen Autofahrten) ohne einen Reifenschaden heil wieder am Flughafen angekommen sind.
Mit einem grinsenden Gesicht kamen wir in den Check-In Bereich an und schwups war uns das grinsen entflohen :-D Obwohl wir 2 1/2 Stunden vor Abflug das Flughafengebäude betreten hatten, ging die Schlange vor dem Check-In Schalter schon fast zurück bis zum Ankunftsbereich. Es war nur ein Check-In Schalter offen und das Check-In System fiel alle paar Minuten aufgrund von Verbindungsproblemen aus. Auch die Eurowings Crew, die später am Flughafen angekommen ist, konnte bei der vorhandenen Situation auch nur mehr lachen. Es wurde zwar irgendwann ein zweiter Schalter geöffnet, aber durch den regelmäßigen Ausfall des Systems dauerte unser Check-In 2 1/2 Stunden.
Durch die Probleme verzögerte sich auch der Abflug um ca. eine Stunde.
[Tag 16] 08. August 2017: Heimreise
Der Flug war abseits einiger Turbulenzen zB über Angola ganz passabel und wir sind nur mit einer geringen Verspätung in Köln wieder sicher gelandet. Der Anschlussflug ging nur wenige Zeit später nach Wien. Dadurch, dass wir kein durchgehendes Ticket bis nach Wien bekommen haben, mussten wir kurz zum Transferschalter, damit wir unser Rückflugticket nach Wien erhalten.
Der letzte "Schock" des Urlaubs folgte dann noch beim Gepäcksband in Wien, da alle Koffer der Namibia Reisenden nicht angekommen sind. Somit ging es zum AUA Lost & Found damit das Gepäck gefunden und an uns weitergesendet wird. Die Gepäckstücke wurden beim Check-In in Windhoek nicht richtig getaggt, weshalb alle Koffer am Förderband in Köln ihre einsamen Runden gezogen haben :-D
Aber es hat ja auch einen gewissen Vorteil, wenn man nur mit Handgepäck die letzte Station nach Linz antreten muss, da man weniger Gepäck zum schleppen hat :-D Die Heimfahrt mit dem Zug lief halbwegs reibungslos.
WIR SIND WIEDER ZUHAUSE – und dank der fehlenden Koffer waren wir auch nicht gezwungen unsere Wäsche sofort zu waschen… auch mal sehr komfortabel 😉 Das Gepäck wurde mir dann am nächsten Tag in die Arbeit geliefert, das verlief also auch alles reibungslos.
Alsooooo Fazit nach ca. 2 ½ Wochen Namibia…
+ tolles Land mit tollen Landschaften + viele Tiere, die man sonst nur im künstlich angelegten Zoo ansehen kann, in deren natürlichen Lebensweise erleben + ein Sternenhimmel, den wir noch nie so wahrgenommen haben + a la carte essen durchgehend gut gewesen + zT tolle Gastgeber (zB Jochen und Belinda in Duwisib) +++ Verlobung
- zT schlechte Straßen die einem die Freude richtig vermiesen können - Fahrstil der Touristen und zT der Einheimischen katastrophal - zT schlechter Service in den Unterkünften - Windhoek nicht wirklich sehenswert
Ich kann hier ja ganz ehrlich sein. Dieses Land wird (hoffentlich) aufgrund meiner Verlobung (und den oben erwähnten Punkten) immer in positiver Erinnerung bleiben, aber das wir jetzt Wiederholungstäter werden… ich glaube nicht. Der Kontinent Afrika wird uns vielleicht wiedersehen (Südafrika), aber unsere nächsten Ziele werden wohl abseits von Afrika angesteuert.
-------------- Hiermit ist nun (leider) mein Reisebericht beendet. Leider, weil ich in diesem Reisebericht den Urlaub nochmal recht intensiv erleben konnte/durfte und es mir auch hier nochmal sehr gut gefallen hat. Auch wenn das Fotobuch schon seit einigen Wochen fertig gestellt ist, überlege ich, ob ich zusammen mit diesem Reisebericht ein weiteres Buch erstelle, da mir diese Form der "Urlaubs-Zusammenfassung" doch sehr gefallen hat.
Hoffe manche User hatten hier genauso gefallen an den Zeilen wie ich selbst und manch ein Ersttäter wird einen zT leicht anderen Blick auf manche Dinge in Namibia erhalten, sobald er meinen Reisebericht gelesen hat bzw. lesen wird.