Auktion von Nashorn-Hörnern

21 Antworten · 4'162 Aufrufe · gestartet 21. Aug. 2017 von Logi
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Themenstarter16,9k Beiträge · seit 201221. Aug. 2017 · #1
Am heutigen Montag kann eine umstrittene Versteigerung von 264 Nashorn-Hörnern in Südafrika wie geplant beginnen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) gestern Abend berichtete, gab ein Gericht in Pretoria am Sonntag dem Antrag eines privaten Nashorn-Züchters statt, mit dem das Umweltministerium zur Herausgabe der erforderlichen Genehmigungen gezwungen werden sollte. „Wir werden dem Urteilsspruch des Gerichtes nachkommen“, zitierte dpa einen Sprecher von Umweltministerin Edna Molewa in Pretoria. Die geplante dreitägige Online-Auktion hatte im Vorfeld international Proteste von Tierschützern ausgelöst. Deren Sorge ist, dass der Handel dazu führen könnte, dass Wilderer noch mehr Tiere töten als bisher schon.

ohne Login:
https://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:glYEE5yV3h0J:https://www.az.com.na/nachrichten/auktion-von-nashorn-hrnern/+&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de

LG
Logi
112 Beiträge · seit 201121. Aug. 2017 · #2
Hallo!

Ganz, ganz traurige Nachrichten.

🙁 Gajol
785 Beiträge · seit 200822. Aug. 2017 · #3
Hi,

ich sehe hier vielleicht eine Chance das Illegale Abschlachten der Nashörner einzudämmen, da:

Die Tiere stammen aus einer Zucht, das Horn wird den Tieren entfernt, ohne dass sie dabei getötet werden, das Horn wächst nach und kann somit langfristig "geerntet" werden.

Wenn der Handel mit Horn vom gezüchteten Nashorn jetzt legalisiert wird, schafft es Anreize für weitere Farmer in dieses "Geschäft" zu investieren und der Illegale Handel und die Wilderei könnte an finanziellen Reiz verlieren, denn leider sind alle anderen Versuche den illegalen Handel und die Wilderei zu unterbinden kläglich gescheitert und auch mit extremen finanziellen Aufwand verbunden.


Gruß


Markus
zuletzt bearbeitet 22. Aug. 2017
4'984 Beiträge · seit 201622. Aug. 2017 · #5
Hallo,

zum Nachlesen für Interessierte die Meinung dazu von "save the rhino" > https://www.savetherhino.org/rhino_info/thorny_issues/john_humes_proposed_rhino_horn_auction

Ein Absatz daraus stimmt mich mehr als nachdenklich...
According to draft legislation published by the DEA, a loophole will allow a foreign national with relevant paperwork to export two rhino horns across South Africa’s borders as long as the rhino horn is intended for “personal use”. Allowing export of horn for personal use implicitly lends credibility to the idea that rhino horn has a medicinal or status value, which is not supported by sound science and undermines demand reduction work in Asia. Vietnamese and Chinese law enforcement agencies’ jobs will be made significantly more difficult if they must distinguish between horn exported from South Africa under the guidelines in the draft domestic trade regulations, and horn being illegally transported to consumer countries.

Gruß Gina
241 Beiträge · seit 201622. Aug. 2017 · #6
maggus schrieb:Hi,

ich sehe hier vielleicht eine Chance das Illegale Abschlachten der Nashörner einzudämmen, da:

Die Tiere stammen aus einer Zucht, das Horn wird den Tieren entfernt, ohne dass sie dabei getötet werden, das Horn wächst nach und kann somit langfristig "geerntet" werden.

Wenn der Handel mit Horn vom gezüchteten Nashorn jetzt legalisiert wird, schafft es Anreize für weitere Farmer in dieses "Geschäft" zu investieren und der Illegale Handel und die Wilderei könnte an finanziellen Reiz verlieren, denn leider sind alle anderen Versuche den illegalen Handel und die Wilderei zu unterbinden kläglich gescheitert und auch mit extremen finanziellen Aufwand verbunden.
Ich sehe es auch so. Natürlich ist es fraglich, ob es über diesen Weg klappt. Und ein Farm alleine wird den Trend nicht umdrehen können. Außerdem wäre zu bewerten, ob man Nashörner als Nutzvieh für zweifelhafte Produkte halten soll. Aber der Status quo mit der Wilderei ist ja auch alles andere als zufriedenstellend.

Gruß

Thomas
2010 - 2024 Nam, Nam/Bot, SA, Nam/Bot, Bot/SA, Nam/KTP, Nam/Bot
246 Beiträge · seit 201522. Aug. 2017 · #7
ThF schrieb:
maggus schrieb:Hi,

ich sehe hier vielleicht eine Chance das Illegale Abschlachten der Nashörner einzudämmen, da:

Die Tiere stammen aus einer Zucht, das Horn wird den Tieren entfernt, ohne dass sie dabei getötet werden, das Horn wächst nach und kann somit langfristig "geerntet" werden.

Wenn der Handel mit Horn vom gezüchteten Nashorn jetzt legalisiert wird, schafft es Anreize für weitere Farmer in dieses "Geschäft" zu investieren und der Illegale Handel und die Wilderei könnte an finanziellen Reiz verlieren, denn leider sind alle anderen Versuche den illegalen Handel und die Wilderei zu unterbinden kläglich gescheitert und auch mit extremen finanziellen Aufwand verbunden.
Ich sehe es auch so. Natürlich ist es fraglich, ob es über diesen Weg klappt. Und ein Farm alleine wird den Trend nicht umdrehen können. Außerdem wäre zu bewerten, ob man Nashörner als Nutzvieh für zweifelhafte Produkte halten soll. Aber der Status quo mit der Wilderei ist ja auch alles andere als zufriedenstellend.

Gruß

Thomas
Hallo,

das kann man leider zu 100% ausschließen. Das Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ist so hoch, dass man mit Zucht niemals eine ausreichende Menge produzieren kann, nicht einmal einen Bruchteil. Nicht sicher, aber sehr wahrscheinlich ist es vielmehr, dass derartige Aktionen die illegale Wilderei anheizen, da durch das Suggerieren eines legalen Produkts noch mehr zusätzliche Nachfrage geschaffen wird als durch solche Angebote gedeckt werden kann. Hinzu kommt, dass offenbar den Konsumenten suggeriert wird, dass es sich bei Nashorn um ein wirksames Arzneimittel handelt. Auch das steigert die Nachfrage weiter. Da der potentielle Markt für Nashorn nahezu unbegrenzt ist (Asien), wird vermutlich eine fatale Entwicklung in Gang gesetzt.

Gruß,
Thomas
zuletzt bearbeitet 22. Aug. 2017
Themenstarter16,9k Beiträge · seit 201222. Aug. 2017 · #8
Hinzu kommt, dass offenbar den Konsumenten suggeriert wird, dass es sich bei Nashorn um ein wirksames Arzneimittel handelt.

In anderen Kulturkreisen wird den Menschen suggeriert, dass der Glaube hilf. 😉 Für den "richtigen" Glauben werden dann gerne mal Kriege vom Zaun gebrochen (oder Attentate) begangen.

So oder so, rational kommt man weder gegen das eine noch das andere an. Man muss andere Wege suchen!

Von daher finde ich die Zucht wenigstens einen Versuch wert.

LG
Logi
2'397 Beiträge · seit 201122. Aug. 2017 · #9
Hallo,

hier ein Artikel auf Zonline dazu:
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-08/nashorn-auktion-john-hume-suedafrika-wilderei-artenschutz-afrika

LG aus Puerto de la Cruz,

Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
Gast22. Aug. 2017 · #10
Seit Beginn der Aufzuchtprogramme in den 1960ern in KZN und Auswilderung in anderen NPs und neuen privaten GRs haben sich die weißen Nashörner beständig mit 5 bis 6 % (netto!!) pro Jahr vermehrt, bis ca. um/nach 2010 auf ca. 20.000 Tiere. Die Wildtierbestände sind aber meistens aus einem Mikrozensus hochgerechnete Zahlen. Eine 5%ige Nettozuwachsrate bringt eine Verdoppelung des Bestandes alle ca. 15 Jahre, 2025/2030 hätte es demnach 40.000 weiße Nashörner gegeben. Seit dem explosionsartigen Anstieg des Wilderns gehen höchstwahrscheinlich mehr Tiere als der natürliche Zuwachs verloren, der Bestand wird wohl seither leicht gesunken sein, ist aber Gott sei Dank noch nicht gefährdet.

Ein wesentlicher Anteil der Zucht ist durch Private erfolgt, nicht nur aus idealistischen sondern auch aus kommerziellen Motiven, als Investment das sich rechnen muss/soll. Dies erfolgte über Ernten des Hornes oder Abverkauf an GRs die auch ein Rhino wollten aber auch an Jagdfarmen. Wobei Letzteres genauso für viele andere (nicht gefährdete) Tiere und Arten aus NPs und GRs zutrifft, letztendlich landen Überschusstiere immer am Grill, im Topf, an der Wand. Das war immer schon das gängige Geschäftsmodell, wurde aber nie an die große Glocke gehängt. Es wurde/wird als win win angesehen, weil die Bestände stabil blieben oder sogar wuchsen und einen Erlös generierten.

Ich bin jetzt zu faul zu recherchieren wie früher die Gesetzeslage in SA für Hornexport war, es muss aber eine legale Möglichkeit gegeben haben, sonst wäre Hume wohl nicht auf die Idee gekommen bis auf 2000 Tiere hoch zu füttern und deren Horn zu trimmen. Nach dem explosionsartigen Anstieg der Wilderei wurde nun (auch unter dem Druck der öffentlichen Meinung) der Hornexport unterbunden, genauso wie die (zuletzt durch Vietnamesen etc. vorgetäuschte) Trophäenjagd.

Somit besteht folgendes Dilemma. Ohne eine (legale) kommerzielle Nutzungsmöglichkeit weißer Nashörner würde es nämlich heute gar nicht so viele geben. Und wer meint, dass das ein Blödsinn ist, sollte sich fragen, warum die heute sehr viel selteneren und stärker gefährdeten schwarzen Nashörner nicht mit demselben Engagement gezüchtet wurden als die weißen.
Aber wie weiter? Es ist schwierig sich hier zwischen Pragmatismus vs. Prinzipien zu entscheiden. Es gibt gute Argumente für beides.
Grüße
831 Beiträge · seit 200922. Aug. 2017 · #11
Wir haben dazu im Matopos National Park letztes Jahr gelernt, dass die (zum Horn absägen) betäubten Weißen Rhinos bis zu einem halben Jahr danach mit dem Betäubungsgift in ihrem Körper zu kämpfen haben. Das ist ja auch nicht schön, oder?
Sagt die hilflose Marga
2'391 Beiträge · seit 201623. Aug. 2017 · #12
Und die Rancher am Waterberg, sagen, dass Horn absägen für ein Nashorn wie eine Handamputation bei einem Menschen sei.
Beim Elfenbein sagt der WWF, dass die Legalisierung des Verkaufs immer auch zu einem Anstieg der Wilderei führte, da es dann einfacher ist unter das legale auch gewildertes Elfenbein zu exportieren. Das dürfte beim Nashorn ähnlich sein.
Viele Grüße
Sasa
Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo seine Faust die Nase eines anderen trifft. 3 Generationen zum ersten Mal auf Pad, Namibia 2016: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291659-3-generationen-auf-grosser-namibia-erstlingstour.html
Gast23. Aug. 2017 · #13
PS @ Markt für Nashornhorn
Seit dem starken Anstieg der Wilderei wurde öfters berichtet, dass nicht der (rückgängige!) Verbrauch für TCM, wie nutzlos der auch immer ist, den Markt anheizt, sondern dass Horn und Elfenbein hochpreisige "Anlagegüter" geworden sind, wie Edelsteine, -metalle etc.
Das alles ist längst in den Händen des weltweit organisierten Verbrechens gelandet........you can pay me in ivory
246 Beiträge · seit 201524. Aug. 2017 · #14
Das tut beim Lesen ja schon etwas weh. *Seufz*
Für den Rückgang in Sachen TCM hätte ich gerne einen Beleg. Mir wäre das neu. Durch den unglaublichen Wirtschaftsboom in Vietnam (wir waren dieses Jahr in Vietnam, Kambodscha, Laos - es ist mit Händen greifbar) entstehen nämlich immer größere potente Käuferschichten. Übrigens, gerade wenn diese Behauptung stimmt, ist diese Verkaufsaktion um so verwerflicher, weil man dann ja gerade versucht gegenzusteuern und Interesse an der medizinischen Verwendung zu schüren (Verkaufsbewerbung in vietnamesisch und chinesisch für medizinische Verwendung, warum wohl 😗 ).
Um sich mal das Missverhältnis anzuschauen, hilft ein Rechenbeispiel. Ich zitiere einmal:
"Die Analyse zeigt: Schon eine einzige Standard-Dosis von drei, fünf oder 50 Gramm Nashornpulver, die von lediglich 3,8 Prozent, 1,3 Prozent oder 0,2 Prozent der chinesischen und vietnamesischen Erwachsenen eingenommen wird, würde das gesamte, weltweit zur Verfügung stehende Horn aufbrauchen. „Egal, welches Szenario wir durchgerechnet haben – die Ergebnisse zeigen eindeutig: Eine ‚Marktüberflutung‘ ist völlig illusorisch – schon bei einer einzigen Nashornpulver-Dosis versagt das Argument“, erklärte Maas."
https://www.nabu.de/news/2016/09/21269.html

Dass internationale Verbrecherorganisationen den Handel beherrschen ist selbstvertändlich, schließlich ist der Handel illegal und hochlukrativ. Als Anlageobjekt taugt es ja gerade nur, weil es einen Markt dafür gibt, die Sache an sich ist völlig wertlos, weil unproduktiv (wie Edelmettalle ...). Man kann nur in Elfenbein zahlen, weil es als gemahlenes Pulver auf dem vietnamesischen Markt schon von bald einer Dekade 2000 € für 100 Gramm brachte.

@ Logi: Ich stimme Dir absolut zu, dass man etwas neues ausprobieren muss. Nur macht es keinen Sinn, etwas auszuprobieren, dass sich im absolut verglichebaren Fall (Elfenbein) bereits als sinnlos und kontraproduktiv erwiesen hat. Wenn man etwas unternehmen will, dann geht das nur mit massiver Aufklärung über TCM in den Konsumländern Vietnam und China. Fall man sie im Sinne von Placebo aufrechterhalten will, lohnt es sich, nach ökologischen Alternativen zu suchen. Dann könnte der Preis wirklich fallen. Es gibt nämlich auch innerhalb der TCM wohl für alles an geschützten Arten Alternativen, z.B. Wasserbüffelhorn für Nashorn und wohl sogar Kuhhorn.
http://tierschutz-tierrecht.weebly.com/uploads/2/8/1/5/28159335/tcm_artenschutz_2010.pdf (dort S.212)

Gruß,
Flotho
zuletzt bearbeitet 24. Aug. 2017
Themenstarter16,9k Beiträge · seit 201224. Aug. 2017 · #15
Nashorn-Horn-Auktion in Süd­afrika beginnt

https://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:1Qcp3_RuUDgJ:https://www.az.com.na/nachrichten/nashorn-horn-auktion-in-sd-afrika-beginnt/+&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de

Die ursprünglich schon für Montag angesetzte Versteigerung war wegen nicht rechtzeitig vorliegender Genehmigungen verschoben worden. Die Hörner gehören dem südafrikanischen Züchter John Hum, der mit dem Erlös die Kosten für Hege und Pflege der ihm gehörenden 1536 Dickhäuter decken will. Hum ist nach Angaben der Homepage der größte Nashorn-Züchter weltweit. Das zu ersteigernde Horn ist nur für den heimischen Markt bestimmt. „Die Auktion findet wie geplant statt“, sagte der Anwalt des Züchters. Einen freien Zugang für die Medien zu der Auktion gibt es nicht.

LG
Logi
Themenstarter16,9k Beiträge · seit 201224. Aug. 2017 · #16
Flotho schrieb:@ Logi: Ich stimme Dir absolut zu, dass man etwas neues ausprobieren muss. Nur macht es keinen Sinn, etwas auszuprobieren, dass sich im absolut verglichebaren Fall (Elfenbein) bereits als sinnlos und kontraproduktiv erwiesen hat. Wenn man etwas unternehmen will, dann geht das nur mit massiver Aufklärung über TCM in den Konsumländern Vietnam und China. Fall man sie im Sinne von Placebo aufrechterhalten will, lohnt es sich, nach ökologischen Alternativen zu suchen. Dann könnte der Preis wirklich fallen. Es gibt nämlich auch innerhalb der TCM wohl für alles an geschützten Arten Alternativen, z.B. Wasserbüffelhorn für Nashorn und wohl sogar Kuhhorn.
http://tierschutz-tierrecht.weebly.com/uploads/2/8/1/5/28159335/tcm_artenschutz_2010.pdf (dort S.212)
Wie schon gesagt/geschrieben: es hat was mit "Glauben" zu tun. Und wer "glaubt", der lässt sich nicht ein X für U unterjubeln. Das funktioniert nicht. Die Katholiken werden auch nicht zum Zeugen Jehovas".

Diesen "Glauben" umzuleiten oder aufzuweichen benötigt Zeit. Zeit, die die Nashörner dieser Welt nicht mehr haben. Es ist erst Ruhe, wenn das letzte Tier abgeschlachtet ist. Da brauchen wir uns nichts vormachen.

Wenn durch den Verkauf der gezüchteten Nashörner Zeit erkauft werden kann - und sei es nur ein paar Wochen - , dann werte ich das schon als Gewinn für die Nashorn-Population.

LG
Logi
Gast24. Aug. 2017 · #17
@ Bedarf für TCM: Dass der massive Anstieg des Wilderns sich nicht durch den bestehenden Bedarf für TCM erklären lässt, haben „Experten“ geschrieben. Welche weiß ich nicht mehr, ich glaube es in NG gelesen zu haben. „Anlagegut“ kann auch heißen, dass eine spätere Verknappungssituation des Marktes vorhergesehen wird, in welcher man dann das gehortete Gut mit noch höherem Gewinn verkaufen kann.

Aber egal, wenn ich die sich widersprechenden Meldungen, Einschätzungen und Strategien von Experten, NGOs….etc. alle aufzähle werde ich nicht fertig und habe zu guter Letzt gar keine eigene Meinung mehr. Andererseits aus der Fülle von Argumenten nur das eine herauszupicken, das der eigenen Gemütslage entspricht, hilft auch nicht weiter…..außer einem selber. M. E. gibt es keine eindeutigen Beweise dafür, dass ein legaler Handel den Markt erst so richtig anheizen wird oder dass umgekehrt dessen Verbot das Wildern eindämmen wird, zumal ja das alles „akademisch“, an den „Marktteilnehmern“ vorbei, diskutiert wird, die lachen sich gerade krumm darüber. Und das Argument mit der sogenannt gescheiterten Elfenbeinauktion (in 2008? glaube ich), ist m. E. kein stichhältiges. Darüber wurde berichtet (NG) und die Meinung vertreten, dass sich die Anbieterstaaten von China und Japan über den Tisch haben ziehen lassen……was soll eine Auktion mit nur zwei Bietern, die sich abgesprochen haben, bringen? Noch dazu, wenn China als Staat einkaufen darf und dann im eigenen Land mit riesigen Aufschlägen und Gewinnen an die Verarbeiter weiterverkauft….das kann besser gemacht werden.

Dass die Lösung des Problems NUR von China als größter Abnehmer und Vietnam als kleinerer Abnehmer aber großer Schmuggler ausgehen kann/muss ist eh klar. Ich persönlich sehe die Situation aber nicht so hoffnungslos. Die ersten Schritte sind gemacht, mittelfristig wird es auch in China zu einer Bewusstseinsänderung kommen, das Land entwickelt sich, wird moderner, die jungen Generationen werden anders denken…. Und wenn man China durch Druck von außen auf sein Image dazu bringen kann, ein Verbot zu exekutieren und die Übertreter zu bestrafen, ist wirklich etwas erreicht. Denn Strafen und Strafvollzug in China sind wirklich abschreckend. Und nichts ist für professionelle Kriminelle abschreckender als ein Missverhältnis zwischen Risiko und Gewinn….siehe Schiffsentführungen. Die Leute wollen Geld verdienen, womit ist ihnen egal.

Bleibt eigentlich hauptsächlich gute Recherche- und Polizeiarbeit, Aufklärung, Öffentlichkeit, und so eine Auktion, wenn sie denn stattfindet, ist auch eine Chance für engagierte Detektive. Der Verkauf ins Ausland ist ja nach wie vor verboten aber in SA gibt es ja keinen Markt dafür. Bei dieser Menge kann man ja schon fast mit dem Netz fischen, da muss doch was hängen bleiben, wenn man sich bemüht.

Grüße
zuletzt bearbeitet 24. Aug. 2017
2'844 Beiträge · seit 201129. Aug. 2017 · #18
"Wenig Bieter bei Auktion von Rhinozeros-Horn in Südafrika

Johannesburg
Eine international umstrittene Auktion von 264 Rhinozeros-Hörnern in Südafrika ist hinter den Erwartungen des Anbieters John Hume geblieben. Konkrete Angaben zum Erlös machte sein Anwalt am Montag zwar nicht. Aber: "Bei der Auktion gab es weniger Bieter und Verkäufe als erwartet, doch der legale heimische Handel ist nun wieder begründet und der Weg für künftige Verkäufe somit geebnet." Die Hörner gehörten einem der weltgrößten privaten Rhinozeros-Züchter, der zuvor in einem langen Rechtsstreit durch mehrere Instanzen die erste legale Auktion von Rhino-Hörnern in Südafrika seit 2009 durchgesetzt hatte.

Tierschützer befürchten, dass der Handel die Wilderei befeuern könnte. Seit rund fünf Jahren liegt die Zahl der jährlich gewilderten Dickhäuter über der 1000er-Marke – auch in diesem Jahr wird das befürchtet. Erst vergangene Woche fand die Polizei in Thüringen unter anderem 7,5 Kilo Nashorn-Horn. Denn obwohl die Auktion nur für den Handel innerhalb Südafrikas freigegeben war, glauben viele Naturschützer, dass die Hörner ihren Weg auch zum Beispiel nach Asien finden.

Der Züchter John Hume dagegen vertritt die Ansicht, dass das unter Betäubung vorgenommene Absägen des nachwachsenden Horns bei den Tieren in privatem Besitz die Wilderei eindämmen könnte. "Seit heute gibt es legalen und nachhaltigen Nachschub, ließ Hume mitteilen. Der internationale Handel mit dem Horn der vom Aussterben bedrohten Tiere ist seit rund vier Jahrzehnten verboten. In Asien gelten Nashorn-Hörner als Potenz- und Heilmittel.
( dpa )"
Hamburger Abendblatt
1'042 Beiträge · seit 201629. Aug. 2017 · #19
Hallo Flotho,
Flotho schrieb:
Für den Rückgang in Sachen TCM hätte ich gerne einen Beleg. Mir wäre das neu. Durch den unglaublichen Wirtschaftsboom in Vietnam (wir waren dieses Jahr in Vietnam, Kambodscha, Laos - es ist mit Händen greifbar) entstehen nämlich immer größere potente Käuferschichten.
Von potent kann gar keine Rede sein... 😮
(sorry der musste sein)
Flotho schrieb:
Fall man sie im Sinne von Placebo aufrechterhalten will, lohnt es sich, nach ökologischen Alternativen zu suchen. Dann könnte der Preis wirklich fallen. Es gibt nämlich auch innerhalb der TCM wohl für alles an geschützten Arten Alternativen, z.B. Wasserbüffelhorn für Nashorn und wohl sogar Kuhhorn.
Sollte man in gemahlener Form ohne Genanalyse keinen Unterschied zwischen Nashorn und Kuhhorn feststellen können so wäre es durchaus zielführend den Markt in Asien mit den gemahlenen Hörnern aller so oder so geschlachteter Kühe zu überfluten. Auch wenn das den Kunden bekannt würde, so wüssten die ja gar nicht mehr von welchem Horn das Pulver kommt. Wäre doch auch einmal ein Ansatz?

Gruß Markus
Gast29. Aug. 2017 · #20
Hallo,

ich sehe das auch eher kritisch. Zum einen haben sich die erhofften Marktpreissenkungen und somit die Verminderung der Attraktivität von Wilderei bei früheren Verkaufsrunden von Elfenbein wohl auch nicht eingestellt? Und egal was erzählt wird: Wenn man legal Hörner in den Handel gibt, wird man am Ende legale Hörner nicht von illegalen Hörnern unterscheiden können und somit dem Handel mit illegalen Hörnern Vorschub leisten. Die Unterscheidung mag mit aufwändigen Kennzeichnungen bei ganzen Hörnern möglich sein, aber nicht runtergebrochen auf hunderttausende Tütchen mit ein paar Gramm Nashornpulver, die wohl einen Großteil des Endverbraucher-Handels ausmachen. Dafür gibt es keine funktionierende Lösung, ganz egal was irgendwelche Horn-Handel-befürwortende Experten behaupten - zumal der Konsument sich null für für legal oder illegal interessiert und entsprechend DNA-Untersuchungen u.ä. nicht bezahlen will.
leser schrieb:Dass die Lösung des Problems NUR von China als größter Abnehmer und Vietnam als kleinerer Abnehmer aber großer Schmuggler ausgehen kann/muss ist eh klar. Ich persönlich sehe die Situation aber nicht so hoffnungslos. Die ersten Schritte sind gemacht, mittelfristig wird es auch in China zu einer Bewusstseinsänderung kommen, das Land entwickelt sich, wird moderner, die jungen Generationen werden anders denken…. Und wenn man China durch Druck von außen auf sein Image dazu bringen kann, ein Verbot zu exekutieren und die Übertreter zu bestrafen, ist wirklich etwas erreicht.
So sehe ich das auch. Eine ursächliche Lösung ist nur durch Ausschalten der Nachfrage möglich. Alles andere ist Rumdoktoren an Symptomen. China hat sich in Sachen Artenschutz zuletzt durchaus etwas bewegt. Ich habe keine Ahnung, wie die Chinesen ticken, aber das dürfte ja ein Feld sein, wo China international einfach an Reputation gewinnen kann, ohne dass es viel kostet oder Kern-Wirtschaftsinteressen zuwider läuft.

Beste Grüße

Guido