Lennard und ich werden in unserem Guidezimmer heute sehr früh wach. Ist die Sonne bereits aufgegangen? Wir vermuten: Nein. Und so keimt in uns ein Gedanke: Wir schleichen uns über die Hängebrücke und schauen uns das erste Mal in Namibia einen Sonnenaufgang an. Alle anderen scheinen zu schlafen und so sind wir mal ganz verwegen, ziehen uns nur unsere warmen Fleecejacken über und tapsen in Schlafanzügen los… 😉 Hängebrücke am frühen Morgen:
Über den Okavango kriechen Nebelschwaden…
Am Ende der Insel:
Es mag etwas seltsam klingen, aber für mich ist es immer etwas Besonderes, mit nur einem unserer beiden Jungs unterwegs zu sein und diesem dann auch die komplette Aufmerksamkeit widmen zu können (wahrscheinlich so ein „Zwillingsding“). Ich genieße es sehr, diese zauberhaften Momente mit meinem Sohn zu teilen, der begeistert durch die Büsche schleicht. Unsere Interessen sind wohl unterschiedlich gelagert, aber das macht ja nichts… Er ist auf der Suche nach Stöcken und anderen Dingen und ich freue mich an der wunderschönen Lichtstimmung. Spaß haben wir beide… 🤩
Es ist noch sehr frisch und die Luft sehr kühl. Lenni wird kalt und so machen wir uns auf den Rückweg...
Mittlerweile kämpfen sich die ersten Sonnenstrahlen um die Flussbiegung und durch den Nebel...
Teil 10215. Nov. 2017
Nun aber schnell… Der Rest der Familie muss geweckt werden… 😉 Lenni und ich berichten unseren beiden Langschläfern beim gemütlichen Frühstück auf der Terrasse von unserem morgendlichen Abenteuer im Schlafanzug auf Mobola Island. Wieder leistet uns Helmut, der „Mobola-Dackel“, Gesellschaft. Wir machen uns für den Mittag ein „Lunch-Paket“ aus den Frühstücksresten zurecht und überlegen, den Rest an Lebensmitteln (darunter auch noch ein ordentliches Stück Kudu-Fleisch) den netten Damen zu überlassen, die uns das Frühstück gebracht haben. Die Freude ist groß… 😁 Nach dem Packen wollen die Jungs ein letztes Mal auf die Hängebrücke, während Matthias bereits das Auto belädt...
Und noch ein paar Fotos für die Mama…
Danach heißt es Abschied nehmen und los geht es Richtung „Roys Rest Camp“. Unterwegs wird an einem möglichst wenig vermüllten Rastplatz gehalten und die Reste des Frühstücks werden verspeist… Bei „Roy“ angekommen, sichten die Jungs natürlich zuerst den Pool, wobei die umgebaute Badewanne für Verzückung sorgt.
Der Nachmittag ist bereits fortgeschritten und wir entscheiden: Alle gehen nochmals an den Pool. Schnell wird klar: Ganz will hier keiner rein… 😊 Aber bis zu den Knien planschen die Jungs im Wasser und wir beobachten ein skurriles Viech am Beckenrand (unter Wasser), das schabenähnlich aussieht, mehrere Zentimeter groß ist und einen mindestens 5 Zentimeter langen „Rüssel“ Richtung Wasseroberfläche streckt… Leider existiert kein Foto… Aber vielleicht hat einer von euch schon mal sowas gesehen…?
Teil 10315. Nov. 2017
Unterwegs zu unserem Bungalow sehen wir immer wieder Buschhörnchen. Besonders Matthis ist total verzückt von den niedlichen Tierchen.
Unsere Unterkunft ist weniger urig als erwartet, da wir logischerweise den Familienbungalow erwischt haben. Dieser stellt sich als zweckmäßiger Flachdachbau heraus.
Die anderen Häuschen erinnern ein wenig an „Hänsel und Gretel“…
Draußen gibt es einen sehr originellen Grill, der wie so vieles hier aus Schrotteilen entstanden ist:
Wir haben zwei große Zimmer mit jeweils angeschlossenem Bad. Wenn auch die Farbgebung der Wände recht speziell ist, Platz für uns und das Gepäck ist ausreichend vorhanden.
Vor dem Abendessen machen wir noch einen Spaziergang über das Gelände des Camps. Es gibt hier ein Wasserloch und die Bäume sind beschriftet. Weiter hinten befinden sich die Campingplätze und dort ist scheinbar einiges los. Die Stimmung scheint super. Wir gehen zurück Richtung Bar und setzen uns ans Feuer. Ein kleiner Tipp fürs Restaurant: Achtet auf den Fußboden… Auf dem Weg zum Buffet befindet sich eine Stufe nach unten, die ich – mit Blick auf die Leckereien – glatt übersehen habe. Mich hat`s so richtig hingelegt und ich hab mir ordentlich wehgetan… 🙁 Die Damen am Grill waren sehr nett und besorgt. Mir war der Appetit allerdings erstmal vergangen. Die Beleuchtung an dieser Stelle ist wirklich nicht gut… Ansonsten ist das Essen wohl gut genießbar. Alle werden satt. 🙂
Teil 10419. Nov. 2017
Tag 26: Vorsicht vor herabfallenden Meteoriten!
Im Restaurant erwartet uns morgens gähnende Leere… Aber ein Tisch ist noch gedeckt. Dann nehmen wir doch den! Alle anderen sind wahrscheinlich schon wieder längst auf Pad…
Bei Tageslicht kann man deutlich besser jene Stufe erkennen und ich ärgere mich noch ein wenig. Meine Knie sind mittlerweile zwei einzige blaue Flecken. Aber ich will nicht jammern, kann ich doch froh sein, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Heute geht es zum Waterberg. Auch eine neue Station für uns, hier waren wir noch nie… Ich möchte unterwegs unbedingt den Hoba Meteoriten ansehen, da wir ja fast direkt vorbeikommen. Matthias interessiert der Brocken aus dem All nicht so sehr, aber ich finde: Wenn wir schon mal da sind… Zudem müssen die Jungs aufs Klo. Es gibt hier ein Mini-Besucherzentrum mit nett gestaltetem Garten. Ein kleiner Shop bietet kalte Getränke und Souvenirs an sowie eine Beschreibung über den Meteoriten in mehreren Sprachen. Hier zahlt man auch den Eintritt und findet Toiletten und einen kleinen Grillplatz.
Lenni und Matthis kommen mit mir Meteoriten gucken und Matthias setzt sich mit einem kalten Getränk in den Schatten. Wir gehen an einer von verschiedenen Arten besuchten Vogeltränke vorbei…
Angola-Schmetterlingsfinken, Granatastrilden und was Gelbes Frau Weber… (Danke, Logi!) Folgender Hinweis tut Not:
Der Meteorit selbst befindet sich in einem kleinen Amphitheater. Mittlerweile sind wir alleine hier… Die Jungs jagen sich um den Metoriten herum.
Der himmlische Eindringling ist vermutlich vor etwa 80000 Jahren auf dem Gebiet der Farm mit Namen Hoba West eingeschlagen. Das Gewicht des Hoba-Meteoriten schätzen Experten auf rund 60 Tonnen. Er ist das größte natürliche Eisenstück, das es auf der Erde gibt. Seit seiner Entdeckung hat der Meteorit etwa eine halbe Tonne Masse verloren – zum einen, weil Wissenschaftler Proben genommen haben, zum anderen weil touristische Besucher in einem Akt von Vandalismus kostbare Souvenirs mitgenommen haben.
Wir verhalten uns natürlich vorbildlich und machen nur brav ein Selbstauslöser-Bild… 😉
Teil 10522. Nov. 2017
Auf einem kleinen Mäuerchen liegen noch einige Halbedelsteine, die man kaufen kann. Die Jungs sind begeistert und so wandert ein weiteres Mitbringsel in unsere Tasche… Mit „Harry Potter“ als Geräuschkulisse geht es weiter Richtung Waterberg…
Einige Zauntore müssen geöffnet und hinter uns wieder geschlossen werden. Aber die Strecke gefällt uns sehr.
Zum Nachmittagskaffee kommen wir auf der Waterberg Wilderness Lodge an und werden direkt begrüßt von drei Dik-Diks (unsere ersten! 🤩 )
und einem Klippschliefer…
Unsere wirklich geräumige Familienunterkunft versprüht nicht unbedingt afrikanischen Charme, aber wir haben ordentlich Platz,
2 funktionale (getrennte) Schlafzimmer, ausreichend Sitzgelegenheiten und einen Wasserkocher (für meine Wärmflasche…).
Mich begeistert vor allem die niedliche stachelschweinbestickte Bettwäsche 🤩 :
Im Bad gibt es außerdem Dusche und Badewanne…
Interessiert beschäftigen sich die Jungs sofort mit einem ausgelegten Info-Zettel, auf dem auf mögliche „Mitbewohner“ wie beispielsweise Stinkwanzen (auf die wurde auch im Mushara Bush Camp aufmerksam gemacht, was wir wirklich gut fanden) und auch große Regenspinnen 😮 hingewiesen wurde. Naja, wir befinden uns mitten im trockenen Südwinter, die Regenspinnen werden wohl eher zur Regenzeit auftreten… 😉
Teil 10623. Nov. 2017
Nun aber zurück zum Nachmittagskaffee, der samt Kuchen angeboten wird… 😉 Matthias und ich überlegen, was wir am nächsten Tag in dieser wunderschönen Umgebung anstellen wollen. Er möchte auf das Waterbergplateau, ich möchte die Rhino Tour machen… Die Kinder toben derweil herum und haben unbemerkt Bekanntschaft gemacht mit 2 anderen Kindern. Denn zwischenzeitlich ist eine weitere Familie aus Deutschland angereist: Sina und Jens mit ihren beiden Kindern Arved und Anouk… Es ist, als ob die 4 sich schon ewig kennen… 😁 Sie erkunden gemeinsam den Teich der Waterberg Wilderness Lodge und den um ihn herum befindlichen „Bambuswald“. Und wir lernen Sina und Jens kennen… Die Kinder wollen den Rest des Tages gerne gemeinsam verbringen und wir überlegen, zusammen eine kleine Wanderung im Waterberg-Tal zur Quelle zu unternehmen.
Auf so einem Spaziergang können sich schließlich auch wir Erwachsene uns ein wenig „beschnuppern“…
Die Felsformationen und auch die Farben sind so anders als beispielsweise im Erongogebirge, wo alles irgendwie „rund“ aussieht. Die Felsen hier wirken schroff, zerklüftet und irgendwie wild.
Die Farben sind insgesamt intensiver und das „giftige“ Grün an den Felshängen wirkt unrealistisch…
So seltsam anders als das, was wir an Namibia so sehr lieben gelernt haben… Und doch saugen wir die Landschaft in uns auf und ich bin sofort verzaubert.
Der Bewuchs im Tal ist üppig und es ist alles unglaublich grün. Arved, Anouk, Matthis und Lenni jagen durchs hohe Gras irgendwelche Phantasiegestalten und wir genießen einfach nur unser nettes Gespräch und die Landschaft. So sollte Urlaub sein…
Teil 10724. Nov. 2017
Schließlich finden wir auch besagte Quelle, wo einiges an Klettermaterial vorhanden ist… 🙂
Und es scheint hier ein ähnliches Pflänzchen zu geben wie eines, das ich in meiner Kinderzeit zu Hause immer vermehrt habe. Es sieht aus wie ein „Fleißiges Lieschen“ , aber nicht im Blumentopf, sondern wild wuchernd am Waterbergmassiv…
Die ganze Gegend macht einen "verwunschenen" Eindruck…
Die Sonne ist mittlerweile hinter dem Tafelberg verschwunden und wir machen uns auf den Rückweg.
Danach geht es unter die Dusche… Beim Abendessen sehen wir unsere Nachbarn wieder, sitzen aber im nicht wirklich gemütlichen „Restaurant“ der Waterberg Wilderness Lodge für die Kinder definitiv zu weit voneinander entfernt… Im Gegensatz zur kühlen „Bahnhofsatmosphäre“ des Raumes ist das Essen jedoch wirklich gut. Es gibt ein mehrgängiges Menü und Matthias muss noch was aus dem Zimmer holen. Irgendwie bleibt er ziemlich lange weg… Ich habe aus Versehen ein großes Alster (halber Liter…) bestellt und halte mich derweil damit auf. Als er wiederkommt, berichtet er von einem Stachelschwein, auf das ihn ein Lodgemitarbeiter aufmerksam gemacht hat und das munter über das Lodgegelände spaziert. 🤩 Nun sind die Jungs natürlich nicht mehr zu halten und wollen auch das stachelige Schwein in Augenschein nehmen. Sie nehmen Arved und Anouk auch gleich mit, aber das Tierchen hat sich aus dem Staub gemacht… 😉 In der Zwischenzeit diskutieren wir Erwachsene unsere Planungen für den nächsten Tag… und entscheiden: Da die Kinder sich so gut verstehen (und wir uns eigentlich auch 😁 ), könnten wir doch die Aktivitäten auch gemeinsam durchführen. Alle sind sich einig: Die geführte Wanderung auf das Waterbergplateau wird nur gemacht, wenn wir um 9 Uhr statt um 8 Uhr starten können. Es wird nachgefragt und mit einem sehr netten Mitarbeiter der Lodge diskutiert, der sich schließlich bereiterklärt, eine Stunde später als geplant mit unseren beiden Familien zu starten. Für den Nachmittag wird die Rhino -Tour gebucht. Wir haben also einiges vor am nächsten Tag. 🤪 Deswegen geht es jetzt auch schnell ins Bett. Mein noch viertelvolles Alsterglas darf ich mit aufs Zimmer nehmen und in Ruhe zu Ende trinken. Ich möchte den Jungs „Gute Nacht“ sagen, da hält mich Matthias am Arm fest und zeigt auf die Wand. Etwa 50 Zentimeter neben dem geschlossenen Moskitonetz der Jungs sitzt eine Spinne… 🤨 eine riiiiesige Spinne… 🙄 Jetzt bloß nicht in Panik verfallen und vor den Kindern unbedingt die Fassung wahren… Die Jungs haben noch nichts gemerkt und wir ziehen uns kurz in unser Schlafzimmer zurück. Mit dem Tier können wir nicht in einem Zimmer schlafen, das steht fest. Harmlos oder nicht… Schließlich liegen auch noch die geöffneten Koffer herum. Die Spinne muss raus. Aber WIE? 😐 Mir fällt mein Bierglas ein. Zuhause werden ungebetene Gäste immer mit Hilfe eines Glases nach draußen befördert. Im Glas ist eh nur noch ein Schlückchen, also kein Problem. Das denken wir zumindest, bis wir mit meinem Bierkrug in die Nähe des achtbeinigen Tierchens kommen. Nee, das wird nichts… Die Spinne passt niemals in die Glasöffnung, ohne dass sie ordentlich ihre 8 Beinchen einzieht, und ich wüsste nicht, wie wir sie dazu bekommen sollten. 😉 Ein Plan B muss her. Schließlich läuft Matthias los, um einen Mitarbeiter der Lodge zu finden, der uns helfen kann. Auf dem Infozettel zu möglichen Mitbewohnern im Zimmer wird extra darauf hingewiesen… Ich zücke mittlerweile meine Kamera und überlege, wie ich einen Größenvergleich hinbekomme. Schnell greife ich nach einem „Kinder-Croc“, der neben dem Bett liegt. Die Spinne ist weit oben an der Wand und ich halte mit einer Hand den Kinderschuh. Super ist das Bild nicht, aber ihr könnt euch vielleicht ungefähr vorstellen, welche Ausmaße unsere Mitbewohnerin hat...
Es ist uns schon etwas peinlich, als schließlich der nette Mann mit einem bunten Staubwedel und voller Tatendrang lächelnd in der Tür erscheint. Lenni und Matthis haben mittlerweile auch von ihrem Überraschungsgast erfahren und gucken interessiert zu, wie dieser mit dem Staubwedel „aufgenommen“ wird und auf den Boden fällt. Unfassbar, wie schnell… Aber unser Retter ist glücklicherweise schneller, greift den Körper der Spinne mit den riesigen Ausmaßen zwischen Daumen und Zeigefinger und bugsiert sie an die frische Luft. Puh… 😎 Dann heißt es nur noch: „Und nun schlaft gut und träumt was schönes…“
Teil 10802. Dez. 2017
Tag 27: Hoch hinaus aufs Waterbergplateau und nachmittags auf Nashornsuche
Wir haben einen ereignisreichen Tag vor uns. Nach dem Frühstück treffen wir uns alle für die Wanderung aufs Waterbergplateau. Die Kinder sind aufgeregt. Es ist schön, eine weitere Familie dabei zu haben. 😁 Unser sympathischer vorabendlicher Held und Retter vor der Riesenspinne wird uns aufs Plateau führen. Es geht ganz schön zügig hoch, die Kinder haben Spaß und ich merke, dass ich dringend anfangen sollte, irgendeinen Sport zu machen. Meine Kondition lässt doch sehr zu wünschen übrig und ich bin ganz schön aus der Puste… 😗 Der Blick ist dennoch traumhaft und die Zeit für ein paar Fotos (und zum Verschnaufen 😉 ) muss auch sein:
Irgendwann sind wir oben und laufen von der Waterberg-Talseite einmal quer rüber auf die „Kalahari-Seite“. Unterwegs sehen wir immer wieder Hinterlassenschaften und auch Spuren von nicht wirklich kleinen Tieren… Diese haben hier ihr ganz eigenes Reich. Das Waterberg Plateau ist sehr unzugänglich. Deshalb entschloss man sich, hier oben einige bedrohte Tierarten anzusiedeln, unter anderem Breitmaul- und Spitzmaul-Nashörner, Rappen- und Pferdeantilopen. Außerdem findet man hier Damara Dik-Diks, Streifengnus, Warzenschweine, Giraffen, Leoparden und Geparde und sogar eine Herde von Kapbüffeln. Es gibt hier sogar Wasserstellen. Das Wasser wird dann von unten mit Solarpumpen heraufgepumpt. Man kann es kaum glauben… Schließlich machen wir eine Fotopause mit Blick in die Weite der Kalahari…
Ich sterbe tausend Tode, weil sich die Kinder natürlich mit Begeisterung am Rand des Abgrunds tummeln... Höhe ist ja nun nicht so meins und ich bin auch froh, dass wir unten im Tal wohnen...
Wir spazieren noch ein wenig herum. Schließlich entdecken wir noch diese Klippspringer, die in schwindelnder Höhe scheinbar ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen…
Danach geht es wieder zurück ins Tal.
Teil 10905. Dez. 2017
Unterwegs begegnen uns immer wieder die scheinbar ewig lächelnden Klippschliefer…
Nachmittags ist ein Rhino Drive geplant, wieder mit zwei Familien… 😁 Wir fahren an einer Warzenschweinfamilie vorbei und nach einigen Runden entdecken wir zwei Nashörner. Ein weiteres Fahrzeug steht schon vor Ort und die Insassen sind auch schon ausgestiegen. Wir schließen uns an und sollen dicht zusammen bleiben...
Nashörner können mit ihren kleinen Augen schlecht sehen und peilen entfernte Dinge stattdessen über die Nase und ihre beweglichen Ohren an. Dann laufen sie in jene angepeilte Richtung. Im Falle eines Angriffs kann sich eine geschlossene Gruppe schützen, indem sie einfach schnell mehrere Meter seitwärts geht. Dann würde sich das Nashorn erstmal wieder neu über Öhrchen und Nase orientieren müssen. Glücklicherweise brauchen wir besagtes Manöver nicht anzuwenden… Die Tiere sind vollends friedlich, kennen wahrscheinlich solche „Gruppenbeobachtungen“ zu Fuß und fühlen sich scheinbar in keiner Weise gestört.
Nach unserer Begegnung mit den Breitmaulnashörnern geht es weiter und wir treffen recht schnell auf Frau Strauß.
Diese beginnt direkt vor unserem Fahrzeug einen wilden Tanz aufzuführen…
Mir bleibt keine Zeit, das Objektiv zu wechseln, so dass ich die tanzende Dame nur aus dem ruckelnden Auto mit Teleobjektiv in Teilen festhalten kann. Sie befindet sich direkt vor uns.
Teil 11006. Dez. 2017
Wir entdecken außerdem noch eine weit entfernte Gnuherde + Riesentrappe,…
… eine Giraffe,
ein Kudu-Frollein auf der Flucht,
ne Gabelracke…
… und weitere Kudus nach einem kleinen Imbiss (mit Blick auf die untergehende Sonne).
Zurück auf dem Gelände der Lodge freue ich mich besonders, diese kleinen Gesellen wieder zu treffen:
Und diesmal nicht ganz so weit weg wie an unserem Ankunftstag in mildem Abendlicht…
Teil 11108. Dez. 2017
Wir essen abends mit zusammengeschobenen Tischen und genießen das Beisammensein mit unseren neuen Reisegefährten sehr… 🙂 Vorsichtshalber haben wir unser Nachtsichtgerät mitgenommen. Vielleicht haben wir ja nochmal Glück… Schließlich klingt es irgendwann durchs Restaurant (wir sind glücklicherweise fertig mit dem Essen…): „Porcupine in Sicht!“ 🤩 Jetzt aber schnell… Ich merke: Das Nachtsichtgerät ist dabei, aber keine Kamera… Naja, vielleicht ist das Stachelschweinchen auch schon wieder weg, bis wir draußen sind… 😐 😗 Nein, ist es nicht… 😁 Ich höre ein leises Rascheln… und kann das Stachelschwein gut mit bloßem Auge ausmachen, da es durch den Lichtkegel des Restaurants läuft (oder soll ich besser sagen: raschelt…). Das Nachtsichtgerät macht die Runde, während sich das stachelige Tier in Richtung Teich und „Bambuswald“, wie ihn die Kinder nennen, davon macht. Schließlich entdecken wir noch ein zweites Tier dieser Art… Ich ärgere mich mittlerweile sehr, keine Kamera dabei zu haben… Es gibt also leider kein Foto von unserer Begegnung mit dem größten Nagetier Afrikas. Mir fällt vor allem die „Frisur“ aus zu Berge stehenden Borsten auf und ihr „wippendes Bambusröckchen“ aus Stacheln. Ich bin glücklich, habe ein Grinsen im Gesicht und könnte diesen Tieren stundenlang einfach nur weiter zusehen… 😁 Aber auch das zweite Stachelschwein verschwindet irgendwann im „Bambuswald“. Für uns heißt es: Ab ins Bett! Morgen ist unser letzter kompletter Tag in Namibia. 😮 Unglaublich, wie schnell die Zeit vergangen ist, und doch haben wir alle das Gefühl, schon ewig hier zu sein…
Teil 11220. Dez. 2017
Tag 28: Abschiedsschmerz und Wiedersehensfreude…
Fürs Frühstück sind wir verabredet und zumindest bei uns ist die Stimmung leicht gedrückt… Die Kinder denken daran, dass der Abschied von ihren neu gewonnenen Freunden Arved und Anouk naht und Matthias und mir ist deutlich vor Augen, dass wir uns heute auf den Rückweg Richtung Windhoek machen und morgen Abend im Flieger Richtung Frankfurt sitzen… 😐 Dennoch wird es ein sehr gemütliches Frühstück und die Kinder toben nach bestellten und verzehrten Eierspeisen Richtung „Bambuswald“ davon. Während sie sich eine Rutschbahn aus den natürlichen Gegebenheiten bauen und auf riesigen Blättern den kleinen Hang hinabrutschen,
packen Matthias und ich ein vorletztes Mal unsere Sachen zusammen und räumen den Hilux ein.
Danach verabschieden wir uns von Sina und Jens, Anouk und Arved. Die Vier werden noch weitere vier Tage auf einer Lodge in der Nähe von Windhoek verbringen. Von der Fahrt gibt es kaum Fotos. Wir müssen noch ein wenig einkaufen und überlegen, dies in Okahandja zu erledigen. Dort wird also ein Supermarkt angefahren. Da das Auto vollgepackt ist, beschließe ich im Auto zu bleiben, während der Rest „Shoppen“ geht… Plötzlich klopft es an die Autotür und davor stehen Matthis und Anouk! 🤩 Da hatten wir wohl alle die gleiche Idee… Ich schaue mich nochmal um und stelle fest, dass der Parkplatz äußerst sicher wirkt. Keiner wartet hier im Auto. Also raffe ich die sichtbaren Dinge zusammen, schnappe meinen Fotorucksack und strebe den Kindern hinterher. Im Supermarkt wird nochmal familienübergreifend über Zufälle und die doch so „kleine Welt“ gelacht und für ein Picknick eingekauft. Getrennt machen wir uns dann auf den Weg. Am Holzschnitzermarkt wollen wir auf gar keinen Fall das vollgepackte Auto parken und alle aus dem Auto raus. Da Matthias immer noch keine „San-Figuren“ gefunden hat, beschließen wir, langsam an den Ständen des zweiten, kleineren Marktes vorbeizufahren. Ich finde es sehr schade und wäre gerne zu Fuß an den Ständen vorbeigeschlendert…. Vielleicht ein anderes Mal… 😉 Im „Stefan-Loose-Reiseführer“ wird darauf hingewiesen, dass die Rastplätze um Okahandja gerne für Raubüberfälle genutzt werden und nicht sicher sind. Also dauert es noch etwas, bis wir ein Plätzchen für unser Picknick finden…
Eigentlich sind wir schon kurz vor Onjala…
Hier werden wir Dirk und Regine treffen, die wir letztes Jahr auf Omandumba kennen gelernt haben. Die beiden wohnen in Leer nicht weit von uns entfernt (Zufälle gibt`s… 😉 ) und wir haben uns tatsächlich in Deutschland gegenseitig besucht… (Ich weiß, dass du hier mitliest, lieber Dirk… Vielleicht magst du dich mir gegenüber zu erkennen geben…? 😉 )
Teil 11327. Dez. 2017
Als wir auf Onjala ankommen, entdecken die Kinder voller Freude recht schnell Regine mit einem Kaffee auf der Aussichtsterrasse der Lodge. Wir werden von einem Mitarbeiter der Lodge auf dem Gelände herumgeführt. Unter anderem gibt es einen recht großen Pool mit traumhaftem Ausblick. Irgendwie bin ich jedoch leicht „fotomüde“, so dass es kaum Bilder gibt. Wir wohnen im Hauptgebäude und haben Platz über zwei Ebenen.
Mit Dirk und Regine haben wir vereinbart, gemeinsam zu einem Sundownerplatz zu fahren. Es kommen noch Wolfgang und Franz mit, die gemeinsam mit Dirk Astro-Aufnahmen vom Saturn (?) machen möchten. Nachdem die Getränke eingeladen wurden, geht es auch schon los… Vor Ort richten die Profis strategisch günstig ihre Stative und Kameras aus.
Wir plaudern und stromern ein wenig herum...
und Lenni entdeckt das zu ihm perfekt passende Gehörn, das selbstverständlich ausprobiert werden muss…
So genießen wir unseren letzten Sonnenuntergang in Namibia in sehr angenehmer Gesellschaft…
Zum Abendessen gibt es lecker Gegrilltes, das man am Tisch bestellt. Die Beilagen nimmt man sich vom Buffet. Danach geht es ein letztes Mal unter namibischem Sternenhimmel ins Heiabettchen…
Tag 29: Venus, Glimmersand und Rückflug…
Nach einem ausgiebigen Frühstück möchte Dirk uns die Sternwarte zeigen. Es ist Tag und die Sonne scheint. Ich bin gespannt… Letztes Jahr auf Omandumba zeigte Dirk uns den Mond durch das Teleskop dort. Für mich ein unglaubliches Erlebnis… Hier auf Onjala befinden wir uns in einer Kuppel mit 4 Metern Durchmesser. Das Dach öffnet sich und Dirk richtet das Teleskop aus – auf der Suche nach der Venus… Schließlich dürfen alle mal gucken… Die Jungs müssen sich ganz schön „strecken“, werden aber mit einem Blick auf die Venus belohnt.
Sie sieht aus wie der Mond und ist wie dieser in Phasen zu sehen. Spannend… 🤩
Nach diesem „himmlischen“ Abenteuer und unserem Umzug in ein Tageszimmer, in dem wir uns bis zur Abreise aufhalten können, packen Matthias und ich unsere Koffer für den Heimflug. Glücklicherweise haben wir ausreichend Platz, da ein kleiner Koffer, in dem sich auf dem Hinflug Winterkleidung für die Kindergartenkinder auf Krumhuk befand, mittlerweile übrig ist. Das ist auch gut so, denn schließlich müssen auch mein Warzenschwein und die übrigen diversen Mitbringsel irgendwo Platz finden… 😉 Die Jungs begeben sich zwischenzeitlich auf eine Wanderung mit Regine und Dirk. Hier ist nochmal so einiges zu entdecken, wie die Jungs hinterher voller Begeisterung berichten. Vor allem Matthis ist hin und weg von dem erwanderten Flussbett, da sich dort unzählige „Glitzersteine“ finden ließen… 🤩 Das erinnert mich daran, dass ich einer Freundin Sand versprochen hatte… Matthis meint, der Flussbettsand sei perfekt. Matthias und der Rest trinken also Kaffee, während ich mich mit meinem Sohn auf die Suche nach Sand mache… Matthis hat eine genaue Vorstellung, wo der beste zu finden ist… Es ist Mittag und die Sonne knallt vom Himmel. 🙄 Aus dem kleinen Gang wird ein recht ordentlicher Marsch, bis wir schließlich genau den „Glimmersand“ gefunden haben, den Matthis meinte. Aber es hat sich gelohnt: Dieser Sand unterscheidet sich sehr von dem, den wir Natascha letztes Jahr aus dem Herzen der Namib mitbrachten. Zudem finden sich unterwegs neben ein paar Perlhühnern auch noch ein paar sehr hübsche rosèfarbene Glitzersteine… 😄 Ich bin mittlerweile komplett durchgeschwitzt und brauche dringend eine Dusche. Wie gut, dass wir noch das Zimmer haben… Der Abschied naht – sowohl von Onjala, Dirk und Regine als auch von Namibia… Die Rückfahrt zum Flughafen verläuft problemlos, die Autoabgabe ebenfalls und unser Air Namibia-Flieger hebt pünktlich ab. Bei Ankunft in Frankfurt am 24. Juli erwartet uns strömender Regen… 🙁
Teil 11428. Jan. 2018
Liebe FoMis, das war also unser Familienabenteuer – 4 Wochen Namibia, inklusive der Sambesiregion. Um das hier so richtig abzuschließen, braucht es für mich noch ein paar Worte… 😗 Da lilitrotter auf dem Forumstreffen so gerne ein Statement von den Jungs gehabt hätte, haben wir Namibia dieses Wochenende nochmals Revue passieren lassen… Es wurde festgestellt: Eigentlich war alles toll! Und: Wir haben unglaublich viel erlebt! 😁 Lenni hatte lust, diesbezüglich was in sein Tagebuch zu schreiben. Und: Ich darf es veröffentlichen… Hier also (insbesondere für lilitrotter) ein kleiner Original-Auszug aus dem Tagebuch eines Neunjährigen:
Für mich kann ich sagen, dass sich mit der Region nördlich des Veterinärzauns für uns eine völlig neue Welt erschlossen hat. Hier im Forum hatte ich schon oft gelesen, dass dort das „wahre Afrika“ beginnt. So richtig vorstellen konnte ich mir dieses „andere“ Namibia jedoch nicht. Für uns war es wie anfangs geschrieben: Fremd, wild und einfach wunderbar… 🤩 Im Mahango Nationalpark war waren uns fast noch zu viele Menschen… Im Mudumu Nationalpark, und besonders in der Buffalo Core Area, hatten wir das Gefühl, vollkommen allein in der Natur zu sein. Das war unbeschreiblich…
Vor Buchung der Reise hatten wir überlegt, nur bis Divundu zu fahren, und dann umzudrehen, da die Strecke bis zum Ende des Caprivizipfels ja doch sehr lang ist und wir Zeit sparen wollten. Herzlichen Dank an Christian, dass du uns ermuntert hast, doch bis zum Chobe zu fahren! Die Bootstour auf dem Fluss war überwältigend, was sicher ganz viel mit der „Masse an Flattervieh“ zu tun hat, die sich dort nochmal ganz besonders zeigte. Mein Tipp: Wer vorhat, die Sambesi-Region zu erkunden, sollte dies auch „bis zum Ende“ tun. Wir sind den Streifen ja einfach wieder zurückgefahren und haben uns den Rückweg über Botswana im wahrsten Sinne „gespart“… Das fanden wir keinesfalls langweilig, da auch die unterschiedlichen Unterkünfte ihren ganz eigenen Reiz hatten.
Besonders empfehlenswert für Familien in diesem Bereich: - Die Ndhovu Safari Lodge mit ihrer familiären Atmosphäre, dem Pool, dem leckeren Essen und den unglaublichen Hippo-Begegnungen am Morgen… - Die Mobola Lodge mit „Mobola Island“, den „Mobola-Fällen“ und der tollen Bar… Hier gibt es für Kinder unglaublich viel zu entdecken und allein die Hängebrücke ist ein riesiges Abenteuer… - Das Chobe River Camp, das direkt an Botswana grenzt, mit Pool und engagierten Guides für die Bootstour auf dem Fluss.
Ansonsten im Bereich Etosha empfehlenswert und sehr familienfreundlich: - Das Taleni Etosha Village direkt am Andersson Gate mit extrem freundlichen Mitarbeitern, einem prima Pool (für: nach der Safari) und ganz tollem Essen… - Das Mushara Bush Camp im Osten mit Spielplatz, Kinderspielecke im Restaurant, sehr aufmerksamen Mitarbeitern, Extra-Essen für Kinder und guten Gamedrives (falls man mal nicht selber fahren möchte). - Für den Etosha-Erstbesuch würde ich dennoch eine Unterkunft IM Park empfehlen, da das abendliche Sitzen am Wasserloch schon auch toll ist…
In Swakopmund: Die Beach Lodge haben wir wieder sehr genossen, da die Kinder morgens nur durch die Terrassentür schlüpfen müssen, um Entdeckungen am Strand zu machen. Auch Fußballspielen auf dem Rasen vor den Zimmern ist toll…
Im Erongogebirge: Wir sind bekennende „Omandumba-Fans“… Für Familien ist es dort am Wochenende besonders spannend, da dann die drei Kinder zu Hause sind…Sebastian, dürfte mittlerweile 13 Jahre alt sein, ist der jüngste Sohn von Harald und Deike und kümmert sich gerne um die Gäste. In unserem Fall hat er uns auch zu den San begleitet, was für unsere Jungs natürlich besonders toll war. Sebastian konnte ihnen die verschiedenen Dinge nochmal genau auf Deutsch erklären.
Zum Damaraland: Uns gefällt die Gegend dort besser als die Umgebung der Vingerklippe. Die Twyfelfontein Country Lodge war für uns eine gute Alternative zum hochpreisigen Camp Kipwe oder Mowani Mountain Camp.
Restaurant-Tipps: Swakopmund: - Oben erwähnte gelbe Fischbude ist sagenhaft günstig und äußerst lecker! - Die „Wurstbude“ (auch sehr gut für „Pizza to go“)
Uis: Cactus Coffee&Teagarden ist unbedingt empfehlenswert für einen Stopp…
Outjo: - Das „Farmhouse“ gegenüber der Bäckerei: Sehr schöner Innenhof, leckeres Essen und suuupernette Bedienung!
Hier noch ein „Naschtipp“… Meine neue Lieblingsschokolade:
So, jetzt möchte ich noch all jenen Danke sagen, die geduldig immer wieder Vögel für mich bestimmt haben oder einfach dabei waren, bei unserem Familienabenteuer…