Keine Möglichkeit des Nashörn schutzes?

11 Antworten · 4'146 Aufrufe · gestartet 14. Apr. 2017 von desertstar
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Themenstarter49 Beiträge · seit 201614. Apr. 2017 · #1
Hallo,
ich war kürzlich in Südafrika und war entsetzt darüber, dass die Wilderei wieder so zugenommen hat, dass man den Rinos aktuell nur noch 10Jahre gibt.
Ich habe den Besitzer einer Privaten Lodge (der für mich so rüberkam als wenn ihm an den Tieren wirklich liegen würde und es ihm nicht nur ums Geld ginge) per Email gefragt ob es eine Möglichkeit gäbe den Schutz der Nashörner durch eine Spende zu verbessern.
Er antwortete mir dass ihm keine Organisation bewusst wäre die etwas gegen das "abschlachten" der Nashörner tun würde (Forschung und Beobachtung schon) und er wüsste auch nicht ob es überhaupt legal wäre, da es hierbei ja um eine bewaffnete Auseinandersetzung gehe. Der beste Weg währe es seiner Meinung nach entsprechend zu verreisen, da ein guter Teil des an die Lodges/... bezahlten Geldes für die Sicherheit der Tiere ausgegeben würde. Das hat mich durchaus etwas gewundert.... (wäre natürlich eine tolle Ausrede für meine nächste Reise 😄 , aber darum geht es ja nicht)
Wie seht Ihr das? Kennt Ihr Organisationen die direkt etwas gegen Wilderrei tun (können)?
LG
Desertstar
.....
The sad thing is that there is no direct donation to an organisation that will 100% reach the rhino-fight. Almost without exception the NGO’s that collect money for rhino poaching are using a part of the money for their own costs. We are assuming that the remaining proceeds go to the national parks (which themselves, unfortunately have very insufficient budget structures for such donations to result in direct increased security). Some NGO’s do provide monitors and researchers but none that I am aware of provide additional security. (I don’t think think this is even legally possible as security involves armed gaurds and military-style planning, ambushes and tracking of poachers. These poachers are well armed and trained)

A quick poll amongst private reserves did not result in a single private reserve having benefitted from any of the fund-raising projects that you see so clearly advertised everywhere. Basically private land-owners are paying for every aspect of security (guards, fences, alarm systems and weapons) out of their own pocket. Networks are set-up and people are standing together and working with certain police groups and these systems are assisting and helping against the fight. The poachers seem to be going for the softer targets with poorer security.

The conclusion of my discussions and the best way to preserve our rhino is to visit the reserves who protect them well. The income generated from tourists visiting reserves and from the tourist’s friends visiting after them are being directly used for rhino security and protection.
zuletzt bearbeitet 14. Apr. 2017
357 Beiträge · seit 200615. Apr. 2017 · #3
Ich finde es auch schrecklich. Als wir 2015 in Südafrika im Hluhluwe gewesen sind, lag dort auf einem Picknickplatz ebenfalls ein gewildertes Nashorn. Einfach krank die Menschen....

Ich kenne diesen hier, also in Namibia: Savetherhinotrust

Und diesen hier: Savetherhino

Auch AGA setzt sich für die Nashörner ein: AGA Artenschutz

In Deutschland gibt es diesen Verein: Go-for-Rhino

Ich selbst bin seit Jahren Mitglied bei Pro Wildlife: Pro Wildlife

Da ich auch Motorrad fahre, bin ich auf den Rhino Ride gestoßen: [http://www.therhinoride.org.za/p/about.html]TheRhinoRide. Die werden durch verschieden Motorradhändler und Reiseveranstalter unterstützt, z.B. durch Afrikascout. Hier habe ich das Maskottchen, den Ronnie bestellt und damit kann man das Projekt mit einer Kleinigkeit unterstützen.

Auf diesen Seiten kann man Berichte von dem Projekt auf deutsch lesen:
http://www.therhinoride.org.za/p/about.html
https://www.afrikascout.de/reisen/the-rhino-ride/

Was natürlich wirklich bei den Tieren ankommt, kann ich nicht sagen. Ich kann nur hoffen, dass ich einen kleinen Beitrag leisten kann, die Tiere zu schützen.
Grüßle, Ela Reiseblog: https://ela675.wordpress.com/ 2017 - Namibia - Reisebericht: https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/292904-namibia-2017.html 2015 - Südafrika - Reisebericht: http://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/287480-reisebericht-suedafrika-2015.html 2008 - Uganda - Reisebericht: http://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/287021-reisebericht-uganda-2008.html#396747 2007 - Botswana - Reisebericht: http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/38955-reisebericht-botswana-2007.html#38955 2006 - Namibia - Reisebericht: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/17891-reisebericht-namibia-2006.html#17891 2004 - Südafrika - Reisebericht: http://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/11662-reisebericht-suedafrika-2004.html#11662
2'664 Beiträge · seit 201215. Apr. 2017 · #4
Eine der Organisationen, die der Wilderei auf Nashörner und Elefanten auf den Grund geht, ist www.oxpeckers.org

Einer der treibenden Kräfte für diese Organisation z.B. in Namibia ist der seriöse und ausgezeichnete Enthüllungsjournalist John Grobler (unter dem Namen findet man ihn in Facebook).

Er hat im letzten und diesem Jahr Fälle bis in die nächsten Kreise um den Altpräsidenten von Namibia und seine chinesischen Kreise aufgedeckt, was ihm viefältige Bedrohungen eingebracht hat, denn er bekämpft die organisierte Kriminalität bis in die Spitzen der regierenden Partei hinein. Dieses betreibt er auf eigene Kosten, was ihn nahezu in den Ruin getrieben hat. Zuletzt haben ihm Facebook-Teilnehmer, primär Naturliebhaber in Namibia, privat finanziell unter die Arme gegriffen, und er ist zur Zeit wieder einmal unterwegs in Angola.

Seine Ergebnisse veröffentlicht er auf der Oxpeckers-Webseite, weil sich die Presse auch in Namibia da nicht richtig heranwagt zumal diese sich weitgehend in den Händen der Swapo befindet, auch DMH, wozu die deutschsprachige Allgemeine Zeitung gehört.

Wenn Du an einer seriösen Verfolgung und Offenlegung unüblich der afrikanischen Vorgehensweise interessiert bist, dann unterstütze bitte John Grobler in seiner Privatinitiative gegen die organisierte Kriminalität eines namibisch-chinesischen Raubkartells.

John Grobler gehörte mal zum Team des von der Politik gefürchteten Smittie vom "alten" Windhoek Observer, der gnadenlos sämtliche schnutzigen Deals und Mißtritte der Politiker aufdeckte und dafür gefürchtet war.

Alternativ kannst Du natürlich auch dem WWF Geld spenden, aber was "unten" ankommt in diesem großen Verwaltungsapparat vermag ich nicht zu beurteilen. Ich jedenfalls unterstütze lieber John Grobler.
zuletzt bearbeitet 15. Apr. 2017
Themenstarter49 Beiträge · seit 201616. Apr. 2017 · #6
Hallo,
Ich habe jetzt versucht die angebotenen Links abzuchecken, und habe es so verstanden:
  1. nur SavetheRhinotrust scheint gemeinsam mit der Polizei zu patrolien
  2. ein paar sponsorn (maximal paramilitärisches) Equipment (z.b. chipembere,wwf)
  3. es wird durch Nachforschungen Drahtzieher & Korruption aufgedeckt (EAGLE,oxpeckers)
  4. einige versuchen Zusatzaufgaben von der Polizei zu übernehmen wie Rhino Monitoring/...
  5. einige versuchen die langfristige Vereinbarkeit von Wildtieren und Menschen zu verbessern
Wenn ich was übersehen habe lass ich mich gerne eines besseren belehren...
Gruß
Manuel
zuletzt bearbeitet 16. Apr. 2017
Gast16. Apr. 2017 · #7
Hi, ein paar Gedanke dazu.
Überall dort wo die Bekämpfung/Abwehr von Wilderern von Polizei, Militär, deren Sondereinheiten, kommerziellen Sicherheitsunternehmen im öffentlichen Auftrag etc. ausgeführt wird, fällt das doch in den „hoheitlichen“ Bereich des Staates oder seiner Gebietskörperschaften. Ich persönlich sehe nicht, dass/wie Private dazu spenden könnten oder sollten ……. insbesondere bei dem Zustand der Verwaltung dort. Aber bi- oder multilaterale Hilfen sollten wohl möglich sein und wird es wahrscheinlich geben.
Beiträge zu den Schutzkosten privater GRs- etc. sind m. E. eine völlig andere Sache. Dass die sowieso schon überforderten Staaten dafür kein Geld haben, verstehe ich. Da und nur da, wären Private gefordert. Von den Spenden an NGOs dürfte aber lt. dem Eingangspost wenig bis gar nichts bei den privaten GRs ankommen. Ich hatte einmal mit savetherhino wegen Informationen Kontakt, das hat bei mir keinen guten Eindruck hinterlassen.
Grüße
PS in Ostafrika mag das anders gelagert sein
Themenstarter49 Beiträge · seit 201616. Apr. 2017 · #8
Hallo
Überall dort wo die Bekämpfung/Abwehr von Wilderern von Polizei, Militär, deren Sondereinheiten, kommerziellen Sicherheitsunternehmen im öffentlichen Auftrag etc. ausgeführt wird, fällt das doch in den „hoheitlichen“ Bereich des Staates oder seiner Gebietskörperschaften
Solange der Staat nicht überfordert ist sehe ich das genau so. Da dem aber nicht so ist und meiner Meinung nach das sicher auch eine Frage des Geldes ist (selbst Südafrika kann nicht die scheinbar nötigen Ausgaben aufbringen==>Ich meine wenn es nicht ums Geld gehen würde könnte man eine 24/7 Bewachung der Rhinos mit Polizisten bewerkstelligen...)
insbesondere bei dem Zustand der Verwaltung dort.
Das wäre das Argument dass das Geld nicht da ankommt wo es soll.... was sich etwas mit dem obigen Punkt wiederspricht dass man die Aufgabe den Behörden überlassen soll...
Aber bi- oder multilaterale Hilfen sollten wohl möglich sein
Bilateral/... wie Mehrere Staaten? Sprich ist Deine Idee dass Deutschland Polizisten/... nach Südafrika schickt? .... Wo ich so darüber nachdenke sollten wir vielleicht mal ne Mailingaktion/... an unsere Abgeordnete... starten.... Ich meine da das Problem denke ich überhaupt nicht im Griff ist und ich auch nicht viel davon gehört habe dass Deutschland da was macht könnte man das als Souverän ja mal anstossen...
Beiträge zu den Schutzkosten privater GRs- etc. sind m. E. eine völlig andere Sache.
Ehrlich gesagt sehe ich das nicht,... Ich hoffe wenigstens dass unsere Polizei nicht nur Strassendieben das Handwerk legt sondern auch für Rechtskonformität auf Privatbesitz sorgt. Die Wilderrei ist ja auch "nur" organisierte Kriminalität.
...
Die Kurzform meiner Meinung ist: Ich finde das ich es den afrikanischen Staaten nicht vorwerfen will, dass sie mit der Situation überfordert sind, sondern dass ich gerne eine Möglichkeit hätte ihnen zu helfen. Mir ist es eigentlich egal wie die Lösung aussieht, solange sie EFFEKTIV (!!NICHT EFFIZIENT!!) ist=Also die Rhinos gerettet sind (auch wenn es natürlich am besten ist wenn es möglichst wenig kostet).

==>Mein Ihr das einsetzen für mehr Angagement in Deutschland wäre der bessere Weg?
Gast16. Apr. 2017 · #9
Guten Abend desertstar, nur ganz kurz, ich bin am Weg in den Urlaub,
…..und keineswegs wollte ich dich kritisieren.
@Spenden an Staatsorgane: Ich kann nicht „dem“ Militär oder „der“ Polizei Geld spenden sondern höchstens der Militärkapelle oder dem Polizeisportverein. Und auf die rechtlichen Probleme hat ja schon dein SA-Gesprächspartner hingewiesen.
@Bilateral, z. B. spendet der chinesische Staat (aus schlechtem Gewissen versteht sich) der BDF Ausrüstung für diesen Zweck und ähnliches wird wohl öfter unter „ODA“ oder anderen Titeln laufen.
@Bewachung: Effektiven 24/7 Schutz für Wildtiere wie im Kruger halte ich persönlich nicht für möglich und es ist auch bis jetzt nicht gelungen. Bestände in privaten GRs fallen schon fast nicht mehr unter Wildtiere
Grüße
PS 18:50: und von Ausrottung in 10 Jahren kann in SA Gott sei Dank keine Rede sein. Die Situation ist schlimm genug, aber man muss sie nicht schlechter machen als sie ist. Die Bestandsreduktion durch Wildern wird nämlich durch natürlichen Zuwach teilweise ausgeglichen und das schafft Zeit.
zuletzt bearbeitet 16. Apr. 2017
2'664 Beiträge · seit 201217. Apr. 2017 · #10
Spenden an Staatsorgane oder WWF sind herausgeworfenes Geld bzw. gut gemeint und völlig naiv an den Realitäten vorbei.
Wer die Mentalität kennt, der weiß, daß öffentliche Bloßstellung krimineller Aktivitäten und eine negative Darstellung in den Medien, möglicherweise noch in Verbindung mit einer strafrechtlichen Verfolgung, sehr viel wirkungsvoller sind als alle anderen Aktivitäten. Man muß die Hintermänner der organisierten Kriminalität bloßstellen, der losgeschickte kleine Wilddieb, der wird umgelegt und ist im nächsten Moment vergessen. Schon die Bloßstellung der Kriminellen rund um die Omusati Connection rund um den Kral bzw. Dorf des Altpräsidenten, der inzwischen der reichste Mann Namibias ist, hat die Wilderei in der Etoschapfanne maßgeblich gestört und regierungsseitig ein Personalkarussell und Versetzungen der offenbar Beteiligten ausgelöst. Ein Zeichen, daß die gesamte Swapo-Spitze, wenn möglicherweise auch nicht involviert, jedoch bestens darüber informiert ist.
192 Beiträge · seit 200808. Sept. 2017 · #11
Hallo,

die letzte Antwort datiert zwar von April aber ich hole das Thema gern wieder hervor. Wundert mich sowieso ein wenig, warum dieses akute Thema unter uns "Afrika-Liebhabern" nicht mehr Beachtung findet? Wenn's so weiter geht, haben wir bald keine Big 5 mehr, sondern noch Big 4 oder gar Big 3... Und wenn ich die Bilder der gewilderten Tiere sehe, werde ich sowieso schweinesauer und könnte 🤢

Zum eigentlichen Thema, ich hätte da beizutragen: https://www.iapf.org/ ?

Nebenbei: Kennt jemand ein sinnvolles (und vertrauensvolles) Volunteerprogramm in SA für Leute, die nicht grad erst 20 sind? Ich suche da gerade für uns (ca. 50J.), weil wir der Meinung sind, man sollte nach Möglichkeit da unbedingt etwas vor Ort beitragen, wenn man kann. Ist nicht grad einfach...

VG michi

Übrigens: Der, der 34 mal auf ein Nashornkalb mit einer Panga einhackt, das neben seiner gewllderten Mutter steht und nicht begreift, was da eigentlich passiert und dann zurücklässt wird kein Chinese sein... Der, der die "Mörder" zum "Opfer" führt, muss sich vor Ort auskennen...
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit - aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." (Einstein)
zuletzt bearbeitet 08. Sept. 2017
2'664 Beiträge · seit 201209. Sept. 2017 · #12
Wir müssen uns darüber im Klaren sein, daß es hier um sehr viel Geld und nahezu ausschließlich um organisierte Kriminalität mit chinesischen und vietnamesischen Hintermännern geht. Ihre dreckigen Finger haben afrikanische Politiker in der Suppe, die mit kassieren.

Schauen wir mal was z.B. an, was im Krüger Park abgeht:

Es handelt sich hier um einen wahren Krieg zwischen paramiltärischen Polizeieinheiten und Kriminellen, die von den Hintermännern mit Kriegswaffen losgeschickt werden und auch gnadenlos von der Schußwaffe gegen die Polizei Gebrauch machen.
Da werden schon länger nahezu keine Gefangenen mehr gemacht, weil auch viele der südafrikanischen Polizei/ Justiz/ Richter gekauft zu sein scheinen.
Dieses ist auch in Namibia zu vermuten.