Foto-Philosophie

26 Antworten · 5'975 Aufrufe · gestartet 24. Feb. 2017 von _Matthias_
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Themenstarter284 Beiträge · seit 201424. Feb. 2017 · #1
Da ja in einem Reisebericht angeregt über zu dunkle Fotos, Nachbearbeitung usw. diskutiert wurde/wird, interessiert mich eure Herangehensweise ans Fotografieren. Es geht mir nicht darum die verschiedenen Philosophien zu vergleichen oder bewerten, sondern darum wie ihr es handhabt und warum. Reine Neugier.

Ich fange dann Mal an:
Da ich Reisen meist in der Reisegruppe mache bedeutet das es Einschränkungen beim Fotografieren gibt, sei es Zeit, Ort, Flexibilität usw. Daher ist es eher schwer das perfekte Foto gleich in der Kamera zu erzeugen und daher Pläne ich oft schon beim Fotografieren mit ein, dass der Feinschliff später am Computer erfolgt. Ich finde das nicht verwerflich und auch in analogen Zeiten würde bei Profis jedemenge Nachbearbeitung gemacht. Damals könnten dass wirklich nur die Profis, heute kann fast jeder die Schieberegister bedienen. Aber damit was gutes raus kommt muss an immer noch wissen was man tut! Persönlich mag ich eher den natürlichen Look ohne übertriebene Kontraste und HDR-Effekte, obwohl das manchmal schon hübsch aussieht. Aber gerade in schwierigen Lichtsituationen kann eine Nachbearbeitung die Fotos schon erheblich verbessern.

Worauf ich bei Tierfotos Wert lege ist die Unterscheidung zwischen frei/wild lebenden z.B. in Nationalparks, und gefangenen, z.B. in Gehegen, Zoos, Tieren. Das abgebildete Tier ist in beiden Fällen zwar das Gleiche, aber es ist für mich trotzdem ein Unterschied und das Zoofoto von weniger "Wert". Schwieriger ist diese Unterscheidung bei Tierfarmen, da kommt es mit drauf an, ob es natürlich vorkommende Arten sind, und wie intensiv sie gemanagt werden, würde aber meist eher Richtung "gefangen" tendieren.

Wie ist das bei euch? Wie viel Bearbeitung ist für euch okay? Unterscheidet ihr auch zwischen frei und gefangen? Oder sind Fotos für euch eher unwichtig? Reicht euch die Smartphone- Kamera oder die Miniknipse oder schleppt ihr (wie ich) ne größere Ausrüstung mit rum?

Bin gespannt wie ihr das seht...
franzastische Reisen, Fotos und mehr - https://franzastisch.de
828 Beiträge · seit 201624. Feb. 2017 · #2
_Matthias_ schrieb:

Wie ist das bei euch? Wie viel Bearbeitung ist für euch okay? Unterscheidet ihr auch zwischen frei und gefangen? Oder sind Fotos für euch eher unwichtig? Reicht euch die Smartphone- Kamera oder die Miniknipse oder schleppt ihr (wie ich) ne größere Ausrüstung mit rum?

Bin gespannt wie ihr das seht...
Hallo Matthias...ein gutes Thema und du wirst wahrscheinlich viele verschiedene Antworten erhalten. Ich war früher auch mit viel schwerem Equipment unterwegs, heute nutze ich fast nur noch meine Samsung Handy Kamera und die Resultate sind erstaunlich. Die Automatik stellt das Bild fast perfekt ein, ich hebe jeweils noch etwas den Kontrast und gebe etwas mehr Sättigung.

Für Bilder mit Menschen und Landschaften ist das für mich eine gute Lösung, für Tiere, je nach Motiv auch. Natürlich nicht, wenn ich das Auge des Leoparden fotografieren will...

Viele Amateur Fotografen legen generell viel zu viel Wert auf grosses teures Equipment und aufwendige Bildbearbeitung und würden sich lieber mehr mit Bildaufbau befassen.

Ein gutes Landschaftsbild zum Beispiel lebt hauptsächlich von der Stimmung und gut komponiertem Bildaufbau. Viele Bilder hier in diesem Forum sind zwar technisch 100% perfekt bearbeitet, wirken aber trotzdem oft beliebig und langweilig,

Unten ein paar Knipser Bilder vom Samsung S6, und ich bin mir sicher, dass RAW Fetischisten jetzt einwerfen, dass die Schatten zu dunkel sind und viel zu wenig Zeichnung haben, aber für mich ist diese Art von Fotografie trotzdem ein guter und vor allem bequemer Kompromiss...


fgh-5.jpg


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zuletzt bearbeitet 24. Feb. 2017
527 Beiträge · seit 201324. Feb. 2017 · #3
_Matthias_ schrieb:
Wie ist das bei euch? Wie viel Bearbeitung ist für euch okay? Unterscheidet ihr auch zwischen frei und gefangen? Oder sind Fotos für euch eher unwichtig? Reicht euch die Smartphone- Kamera oder die Miniknipse oder schleppt ihr (wie ich) ne größere Ausrüstung mit rum?
Die Frage "wieviel Bearbeitung ist für euch okay?" ist für mich rein akademischer Natur. Es gibt keine Anleitung für das "wieviel". Für mich gilt der alte Spruch: soviel wie nötig, sowenig wie möglich. Dieses "wieviel" hängt von hundert Faktoren und Punkten ab: vom Licht, von den Kontrasten, vom Ausschnitt (ich kann ja nicht nur Farbe, Kontrast, Belichtung, Lichter und Tiefen verändern, sondern u.a. auch den Ausschnitt - ein oft sehr wichtiges Gestaltungselement). Nicht zuletzt hängt das "wieviel" von meinem persönlichen Geschmack, meinen Vorlieben und - oft leider - von den Vorgaben des Druckers ab. Bei schwierigen Motiven fertige ich oft zwei, drei oder gar vier Varianten an und lege alle dem Art Director vor - der kann sich dann den Kopf über "die Beste" zerbrechen (wobei ich ihm natürlich keine vorlege, die mir nicht gefällt!). Dass eine RAW-Bearbeitung notwendig ist - darüber müssen wir gar nicht diskutieren...
Gruss Mzeekenya, seit 1971 professioneller Natur- und Reisefotograf 😛 (sofern das für den einen oder anderen wichtig ist).

wenig bearbeitet - lediglich ein bisschen Lichter und Tiefen sowie Dynamik
Elefantenkalb-.jpg


werden verschiedene Bilder auf einer Buch- oder Magazinseite verwendet - hier in einem meiner Bücher über bedrohte Tiere -, müssen die Aufnahmen einander ein Stück weit bezüglich Farbe und Kontrast angepasst werden.
BedrohteTiere-14.jpg


bei Vögeln ist es noch schwierig als z.B. bei den Gorilla-Aufnahmen, bei denen die Affen "nur" schwarz sind. Unter Umständen muss man dann das eine gegen ein anderes, "passenderes Bild austauschen.
BedrohteTiere-11.jpg
zuletzt bearbeitet 24. Feb. 2017
828 Beiträge · seit 201624. Feb. 2017 · #4
Mzeekenya schrieb:


Dass eine RAW-Bearbeitung notwendig ist - darüber müssen wir gar nicht diskutieren...
Gruss Mzeekenya, seit 1971 professioneller Natur- und Reisefotograf 😛 (sofern das für den einen oder anderen wichtig ist).

Hallo Mzeekenya

Mich stört diese Aussage etwas. Sie ist mir zu definitiv und suggeriert, dass man nur mit dem RAW Format brauchbare Bilder machen kann. Wenn du schreibst -für Profis- dann bin ich voll und ganz einverstanden. Das wird heute von Redaktionen erwartet.

Der Normalo, der einfach nur ein paar schöne Urlaubsbilder machen will, kann das auch mit JPEG ohne danach umfangreich die Bilder zu bearbeiten.

Wenn du seit 71 als Fotograf arbeitest, kennst du ja auch das Arbeiten mit Diafilm. Das war ehrliche Fotografie. Das Motiv mit den Himbas ist mit Kodachrome 200 fotografiert.Und ein Dia war ein Dia und Diskussionen über zu viel oder zuwenig Bildbearbeitung haben sich erübrigt...Die Fotografie ist mit RAW nicht besser geworden, nur halt "perfekter".... 😉


ghj-5.jpg
708 Beiträge · seit 201524. Feb. 2017 · #5
Maputo schrieb:
Mzeekenya schrieb:


Dass eine RAW-Bearbeitung notwendig ist - darüber müssen wir gar nicht diskutieren...
Gruss Mzeekenya, seit 1971 professioneller Natur- und Reisefotograf 😛 (sofern das für den einen oder anderen wichtig ist).

Mich stört diese Aussage etwas. Sie ist mir zu definitiv und suggeriert, dass man nur mit dem RAW Format brauchbare Bilder machen kann.
Hallo,

ich hab das nicht so negativ verstanden, sondern vielmehr, dass wer in RAW fotografiert, die Bilder auch entwickeln, also bearbeiten muss.

Matthias, welches ist denn der RB, wo die Diskussion stattfand? Auch ich bin neugierig 🤩

Ich unterscheide überigens nicht zwischen frei und gefangen - da ich gefangene Tiere nicht fotografieren mag. Es geht mir nicht darum, Tier X auf einem Bild zu haben, sondern sein Verhalten (in der Freiheit) zu zeigen. 😉

Cheers
trsi
Meine Afrikaerfahrungen: 2003 Tunesien und Libyen (2 Wochen) ¦ 2009 Namibia & Botswana (3 Wochen) ¦ 2011 Nambia, Sambia & Botswana (7 Wochen) ¦ 2016 Namibia & Botswana (4 Wochen) ¦ 2018 Kamerun (12 Tage) ¦ Namibia & KTP (5 Wochen) ¦ 2019 Uganda & Tansania (5 Wochen) ¦ 2020 Namibia (3 Wochen) ¦ 2021 Tansania (2 Wochen) ¦ Namibia (6 Wochen) ¦ 2022 Sabbatical in Namibia und Kapstadt (6.5 Monate) ¦ 2023 Namibia (2x 3 Wochen) ¦ 2024 Namibia (3 Wochen) ¦ 2025 Namibia & KTP (6 Wochen) ¦ 2026 Namibia (3 Wochen)
7'296 Beiträge · seit 200624. Feb. 2017 · #6
trsi schrieb:
welches ist denn der RB, wo die Diskussion stattfand? Auch ich bin neugierig 🤩

... guckst Du:
https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291851-der-sueden-ein-hilux-kameraequipment-und-ich.html

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
487 Beiträge · seit 201224. Feb. 2017 · #7
Die Freude am Wildlife photografieren ist das Gesamtpaket. Sicher ist die Schlepperei von ca. 20 kg Fotoequipment von lichtstarken Telelinsen, Weitwinkeln, Kamerabodies, Ladegeräten, Akkus, Speichertanks, großem Dreibein, Einbein und Autoscheibenstativ mehr eine Plagerei als eine Freude. Auch ist eine Ausbeute von ca. 10-15 tollen Photos nach drei Wochen Botswana nicht gerade hoch aber es reicht für einen Kalender, der die Vorfreude auf die nächste Reise hochhält. Genauso spannend ist es auf eigene Faust, mit viel Zeit für Beobachtungen auf Fotofang zu gehen. Wanderwege der Tiere zu finden, Spuren zu lesen, Tiergeräusche zu lernen und sich für die Morgen- und Abendstunden einen perfekten Stellplatz mit oder gegen die Sonne zu suchen und dann das Wildhundrudel zu finden, dass zur morgenlichen Jagd aufbricht oder die Welpen aus dem Bau lässt. Wer einmal Leoparden mit seiner Beute in Baum entdeckt und keine 100 Meter weiter Löwen gesichtet hat, der hofft das der Leo seine Beute weiter wegbringen möchte, sich dann einen Stellplatz uu suchen, den der Leo wohl passieren könnte, den Hintergrund frei von Gebüsch wählen und dann zwei Stunden in der Hitze an der Stelle warten für den einen perfekten Schuss um genau den zu bekommen, der weiß wovon ich spreche.
Wenn man Impalas in der Nähe des Campgrounds aufgeregt schnaufen hört, sich mit dem Stativ am Flussufer postiert und dann plötzlich ein Leo vorbeischleicht, man sich gegenseitig wahr nimmt, für einige Minuten in die Augen schaut, nur getrennt durch ein paar Meter Wasser, beide wie eingefroren verharren und sich bis auf die Schwanzspitze des Leos nichts bewegt, nur die Kamera rattert von Zeit zu Zeit, dann das Stativ über den Kopf heben um sich groß zu machen und der Leo trottet dann beeindruckt von der zu großen Beute zügig ins Unterholz, dann bereut man es nicht 20 kg geschleppt zu haben und viele verrauschte Fotos dieser Begegnung immer wieder anzuschauen.
Einen eher unspektakulären Nimmersatt im Wasser zu sehen und zu denken, in einer halben Stunde, wenn die Sonne tief steht könnte das sensationell aussehen, das Wildhundrudel hinter uns wird auf Mal nebensächlich, dann gibt vielleicht schon ein Kalenderblatt.
20130530-DZ0A9921.JPG


20160622-unbenannt-108.jpg


Nimmersatt_A3-II.jpg


Meine Tipp: lichtstarke Linsen, min. zwei Kameras, nur RAW, meist -1/3 unterbelichten (aufhellen kann man später und man hat keine ausgerissenen Lichter). Den Tieren auf den Bildern Platz lassen, mit dem Ausschnitt später arbeiten, nicht immer voll draufhalten, die Umgebung gehört dazu. Freistellen durch Lichtstärke und möglichst wenig Bearbeitung, mit (z.B.) Lightroom, das Bild nur dem natürlichen Sehen von Kontrasten, Farben und Licht anpassen.
Und die Einsamkeit Botswanas, auch bei Minustemperaturen, nachts am Lagerfeuer und Sternenhimmel erleben.
LG
www.save-wildlife.org www.sptr.de
zuletzt bearbeitet 25. Feb. 2017
7'296 Beiträge · seit 200625. Feb. 2017 · #8
... ich habe noch mit komplett manuellen Spiegelreflexkameras und Diafilm fotografiert. Wenn ein Foto misslungen war, war es halt so. War es ok, hat man sich gefreut, aber das Dia zeigte eben das, was und wie man es fotografiert hatte.

Dabei bin ich auch im Zeitalter der Digitalfotografie geblieben. Ich bearbeite gar nichts nach. Vielleicht kann sich ja mal jemand an meinen Bildern versuchen, um mich davon zu überzeugen, dass es sich lohnt.
JPEG mit zusätzlicher Komprimierung ist natürlich kein tolles Ausgangsmaterial, aber vielleicht kann jemand aus den folgenden drei Fotos ja mal bessere machen und mich auf den Geschmack bringen.

DSCN0296-2-3.JPG


DSCN0320-2-3.JPG


DSCF3390-2.JPG


Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
1'166 Beiträge · seit 201725. Feb. 2017 · #9
Hi Wolfgang,

also zu allererst mal bewundere ich, dass du mit dem Bike unterwegs bist. 😎

Ob man nachbearbeitet oder nicht ist denke ich tatsächlich eine Philosophie-Frage. Ich halte es dabei ganz gerne mit einem Vergleich, den ich mal in einer ähnlichen Diskussion gelesen habe:

"Früher konnten Meister ihres Fachs sehr viel aus den Fotos bei der Entwicklung in der Dunkelkammer herausholen oder durch verschiedene Techniken und Arbeitsschritte unterschiedliche Bildgestaltungen erzeugen. Im digitalen Zeitalter entwickelt man entsprechend auch digital seine Bilder."

@ deine 3 Testfotos
Ich glaube kaum, dass man da etwas "verbessern" kann, da man selber nicht eine bestimmte Stimmung mit dem Bild verbindet oder die Szene in "echt" vor Augen hat.

Von der rein technischen Seite ist es eh' nicht sinnig aus einem JPG heraus zu entwickeln, da dies ja schon Kameraseitig vorentwickelt und angepasst wurde. Ich habe dennoch mal versucht in Maßen dran zu gehen. Was ich teils nicht sehr gelungen finde. 😉

Bei dem Bild kommen mir die Farben im Original zu intensiv vor. Ich war aber nicht vor Ort und kenne das Motiv nicht. Daher basiert die Änderung auf dieser Annahme. Ich habe also die Farben etwas zurückgenommen, ausgeblichen und vorne im Kotflügel die Beulen hervorgehoben.


Hier kann man eigentlich gar nichts ändern. Irgendwie unnötig. Evtl. ist das ganze Bild ganz grob gelbstichig. Das habe ich ganz dezent versucht rauszunehmen. Fast identisch.


Hierbei ist nur Quatsch entstanden. 😄 Ich hab's dennoch drin gelassen. Mir gefiel die Stimmung des Bildes vorher nicht. Das ist aber auch nicht wirklich zu bearbeiten aus dem JPG raus, ich glaube in der RAW hätte man Optionen. Für mich gehört das Bild einfach in eine etwas spätere (blaue) Stunde. Ist es aber nicht, also der Ansatz es dahin zu bewegen ist minimal fraglich...



Unter'm Strich. Kann man die Bilder verbessern?

Ich denke nicht, dass das pauschal geht. Du müsstest eher dazu sagen ob dir etwas an den Bildern nicht passt, weil du es im Moment vor Ort anders wahrgenommen hast. Dann kommt für mich eine Nachbearbeitung ins Spiel und macht auch Sinn.
..
.
Nicht um etwas künstlich herbeizuführen was nicht da war, sondern um die Darstellung näher an das Bild zu bringen, dass ich mit dem Auge wahrgenommen habe.

FAZIT:
Bild 1 - gefällt mir unter den von mir gesetzten Annahmen besser
Bild 2 - kann man, aber MUSS?
Bild 3 - ist Quatsch (zumindest so wie ich es gemacht habe)


Prost,
Pils
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7'296 Beiträge · seit 200625. Feb. 2017 · #10
... Danke für Deine Mühe.

Das Herausheben der Beulen im ersten Foto finde ich tatsächlich prima. Die Farben des Autos sind aber wirklich noch so intensiv (das war wahrscheinlich noch "echter" Lack). Das hat mir aber schon ein bisschen die Möglichkeiten gezeigt, die es so gibt.

Beim dritten Bild kam ich ganz spät an. Eine Viertelstunde später war es dunkel. Deine Variante kommt tatsächlich dem näher, wie ich es in echt wahrgenommen habe. Ich habe es aber nicht geschafft, es direkt so zu fotografieren.

Ich habe mit Absicht drei ganz unterschiedliche Motive gewählt, um mal die Möglichkeiten auszuloten.
Ich bin hin- und hergerissen. Auf der einen Seite mag ich die Fotos so, wie sie im Original sind, aber auf der anderen Seite kann ich auch den geänderten etwas abgewinnen.

Auf weitere Antworten kann ich nun geraume Zeit nicht reagieren ...

Gruß
Wolfgang
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4'129 Beiträge · seit 200825. Feb. 2017 · #11
Matthias fragte:
„Wie viel Bearbeitung ist für euch okay? ... Reicht euch die Smartphone- Kamera oder die Miniknipse oder schleppt ihr (wie ich) ne größere Ausrüstung mit rum?“
Es ist nicht so einfach, der Umgang mit einem derart komplexen Thema: Wir benutzen ja noch nicht einmal alle die gleichen Termini und wir haben alle einen anderen Hintergrund.

Was z.B. bedeutet Bearbeitung?
Bearbeitung von was? Wo fängt "viel" an?
Ist das „Original“ ein RAW, muss es erst entwickelt werden. Der eine betrachtet es als Nachbearbeitung, der nächste kennt nur den Namen, aber nicht die Eigenschaften der einzelnen Formate.
Ein „entwickeltes“ RAW kann man als jpg abspeichern – und schon ist man bei der gleichen Situation desjenigen, der mit einer Hersteller-Voreinstellung jpg-Bilder macht.
Ist das „Original“ ein jpg, kommt es ja schon bearbeitet aus der Kamera.
Ein nicht bearbeitetes Bild?
Beides sind bearbeitete Bilder!
Jeder könnte ja auch in seiner Kamera die Hersteller-Einstellung individuell ändern – sogar für jedes Bild... Welch ein Aufwand! Fotografiert man RAW kann man das hinterher gemütlich am Computer machen.

Maputo schrieb:
„Ein gutes Landschaftsbild zum Beispiel lebt hauptsächlich von der Stimmung und gut komponiertem Bildaufbau. Viele Bilder hier in diesem Forum sind zwar technisch 100% perfekt bearbeitet, wirken aber trotzdem oft beliebig und langweilig,...“
Vielleicht liegt genau in diesem Bereich das Dilemma.

Denn eines hat sich nie verändert: Das handwerkliche Können und der kreative Blick steht immer noch hinter der Kamera, - und man kann mit den besten Programmen am Bild arbeiten: Aus einem schlechten Bild lässt sich kein gutes Bild machen. Da hilft dann auch die Nachbearbeitung nicht.
Und ein gutes Bild ist nicht das perfekte Bild sondern das Bild, das Stimmungen und Gefühle transportiert, Informationen transportiert, Situationen festhält, Spaß bringt... Jedes Bild hat seine Aufgabe/Bestimmung und ist diese erfüllt, dann ist es ein gutes Bild!

Vielleicht beruhigt es manchen Amateur, dass auch Profis nicht nur gute Bilder machen.

Zur Ausrüstung: Das sehr umfangreiches Equipment ist natürlich vom Beruf beeinflusst, aber auch wir specken im Laufe der Jahre deutlich ab, - aber halbherzig... ist halt nicht so einfach aus seiner Haut zu schlüpfen... - man hat ja seinen Traumberuf auch nicht grad zufällig gelernt.

Gruß lilytrotter


Nachsatz:
Maputo schrieb:
„ ...Diafilm. Das war ehrliche Fotografie. Das Motiv mit den Himbas ist mit Kodachrome 200 fotografiert. Und ein Dia war ein Dia und Diskussionen über zu viel oder zuwenig Bildbearbeitung haben sich erübrigt...Die Fotografie ist mit RAW nicht besser geworden, nur halt "perfekter"
Ja,
aber...
den Charakter des Bildes in Farbwiedergabe und Kontrast beeinflusste man durch die Wahl des Filmes.
Und kein Dia-Film war in der Lage die Kontraste so zu verarbeiten, wie die modernen Sensoren, - von so was hat man früher immer geträumt. Belichtungsfehler durfte man sich nicht erlauben!
RAW „verzeiht“ fast jeden Fehler!
jpg nicht.
das ist durchaus ein Fortschritt... 🙂
aber auch deutlich mehr Arbeit zuhause...


...o.k. wenn ich dem Ele den Kopf abschneide, kann ich das natürlich nicht mal eben ausgleichen... 😎
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 25. Feb. 2017
7'296 Beiträge · seit 200625. Feb. 2017 · #12
... noch vergessen ...
Blende18.2 schrieb:
also zu allererst mal bewundere ich, dass du mit dem Bike unterwegs bist. 😎

... das ist kein Hexenwerk. Manchmal strengt es natürlich an, manchmal ist es auch ein Scheißtag (Regen, Wellblech, Hitze, Pannen, Sand, Schlamm) und macht in dem Moment auch keinen Spaß und alles andere wäre gelogen. Aber gerade diese Momente sind sehr intensiv und hinterher sind es genau die Momente, die im Gedächtnis bleiben. Und überall auf der Welt sind die Menschen neugierig, auf so komische Typen zu treffen, die mit dem Rad unterwegs sind.
Früher habe ich mal gedacht, mit 40 könnte ich solche Touren nicht mehr machen. Nachdem ich die 50 überschritten habe, habe ich die Latte mal auf 60 gelegt. Die kann man ja auch noch überspringen.

Ich weiß von einer Frau in den 80ern, die jedes Jahr einmal rund um den Bodensee geradelt ist und dabei gezeltet hat. Fand ich klasse ...

Gruß
Wolfgang
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4'129 Beiträge · seit 200825. Feb. 2017 · #13
Bike Africa schrieb:
Nachdem ich die 50 überschritten habe, habe ich die Latte mal auf 60 gelegt. Die kann man ja auch noch überspringen.
Och, das ist zu schaffen, - wir haben letztes Jahr zwei deutsche Rentner in Botswana getroffen, die fahren schon seit Jahren durchs südliche Afrika. 🙂

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
7'296 Beiträge · seit 200625. Feb. 2017 · #14
... ich habe auf ca. 20.000 km überhaupt erst etwa fünf Radler in Afrika getroffen. Einer war ein Jahr älter und die anderen deutlich jünger.

Gruß
Wolfgang
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1'166 Beiträge · seit 201725. Feb. 2017 · #15
@ Fotos Wolfgang
Kein Ding, gerne. Und es freut mich sehr, dass ich doch recht nah rangekommen bin an die Stimmung der Bilder und das es zum denken anregt. Ich habe zwar insgesamt viele Einstellungen geändert, aber halt immer nur im Rahmen.

Ich beschäftige mich ja selber erst seit gut 6 Monaten mit dem Thema Fotografieren, bin bei sowas aber immer sehr akribisch und lese mich seither sehr ein in das Thema. Ich glaube fast, dass die ganzen HDR bearbeiteten Bilder den Schritt der "digitalen Entwicklung" in Verruf bringen. Denn wie lilytrotter schreibt: "Wenn jemand sagt er bearbeitet seine Bilder nicht nach." und nimmt dann nur das JPG direkt aus der Kamera ist die Entwicklung bereits geschehen.

Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass es Leute gibt die ein flaches RAW, eins zu eins so nutzen. Das sieht eigentlich immer unentwickelt schlechter aus als das zugehörige JPG. (meiner bisher kurzen Erfahrung nach)

Vielleicht kann man ja unterscheiden in:
- Entwicklung
- Bearbeitung
- Gestaltung

Ich habe mal einen Bildvergleich bei meinem Lieblings-Tier-Testbild gemacht. JPG ooc / RAW / entwickelt mit LR. Dezente Schritte und man kann die Details besser rausholen, ohne das Bild völlig neu zu gestalten.


Und was das Fahrrad angeht... na zumindest den Bodensee haben wir 2015 auch geschafft. Natürlich ohne campen, damit fängt man schließlich in Namibia an! 😉


@ lilytrotter
Stimme ich dir voll zu. Technisch kenne ich mich mit Nachbearbeitung schon etwas aus und mache seit Jahren Design in Photoshop. Lightroom habe ich mir aber erst jetzt im CreativeCloud Abo dazu geholt wegen der Fotografie.

Die Seite habe ich halbwegs drauf mit viel Luft nach oben.

Astronomische Schritte liegen im Thema Bildkomposition / Fotografisches Auge / etc. noch vor mir. Für ein gutes Foto liegt für mich dort der Hund begraben. Das kenne ich vom Filmen. Die Idee, Ausführung, Winkel und Perspektive muss stimmen und DASS sind die wichtigen Dinge.

Wenn man dann was gutes hat, kann man es feintunen.
Ansonsten gilt: "Wenn's Scheiße ist, ist Scheiße!"


Prost,
Robin
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zuletzt bearbeitet 25. Feb. 2017
828 Beiträge · seit 201625. Feb. 2017 · #16
lilytrotter schrieb:

Und ein gutes Bild ist nicht das perfekte Bild sondern das Bild, das Stimmungen und Gefühle transportiert, Informationen transportiert, Situationen festhält, Spaß bringt... Jedes Bild hat seine Aufgabe/Bestimmung und ist diese erfüllt, dann ist es ein gutes Bild!

Das stimmt absolut...

Da war ich letze Woche bei einem bekannten mehrfach ausgezeichneten Wildlife Fotografen in Stellenbosch. Wir diskutieren immer über die guten alten Zeiten... 😄

Nachdem er mir sein neustes Objektiv gezeigt hat...es war etwa 15kg schwer und man könnte es auch zum Kraf und Hanteltraining verwenden hat er mir gestanden, dass er privat fast nur noch mit seinem Handy fotografiert, weil man es ja immer dabei hat. Er hat sogar einen Weitwinkelvorsatz.

Er hat auch ein neues SAMSUNG. Wir sind beider zum Schluss gekommen, dass die Qualität der Bilder und die Art wie SAMSUNG das JPEG einstellt absolut erstaunlich sind. Kein Vergleich mit dem Iphone meiner Frau...

Und wie du schreibst, die Kunst ist es Stimmungen, Gefühle einzufangen, den richtigen Moment zu erwischen und die Gestaltungselemente gekonnt einzusetzen, das braucht viel Erfahrung und Instinkt und wenn du so ein "outstanding" Bild gemacht hast, wirst du am Ende viel mehr Applaus ernten als derjenige der mit dem "technisch perfekten Bild", auf dem nichts los ist, daherkommt....lg Andreas
4'129 Beiträge · seit 200825. Feb. 2017 · #17
Maputo schrieb:
hat er mir gestanden, dass er privat fast nur noch mit seinem Handy fotografiert, weil man es ja immer dabei hat. Er hat sogar einen Weitwinkelvorsatz.
unsere Tochter auch 😁 - aber nicht fürs Samsung
und die Ergebnisse sind wirklich erstaunlich.
Wir selbst haben da irgendwie eine Blockade... 😄

@ Blende18.2
Dein Bildvergleich mit dem Kleinen Panda zeigt exakt was ich meine.
Danke, so eine Darstellung macht es schön deutlich.

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
548 Beiträge · seit 201625. Feb. 2017 · #18
lilytrotter schrieb:

@ Blende18.2
Dein Bildvergleich mit dem Kleinen Panda zeigt exakt was ich meine.
Danke, so eine Darstellung macht es schön deutlich.

Gruß lilytrotter
Das sieht eher nach einem roten Waschbär aus 😉

viele Grüße
Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
354 Beiträge · seit 201425. Feb. 2017 · #19
Hallo alle zusammen!
Ich komme noch aus dem analogen Zeitalter und nach wir vor ist meine Devise zunächst:

Meine Bilder entstehen vor Ort in der Kamera!
Ansel Adams sprach mal von einer "vorausgeahnten Idealkomposition". Das versuche ich immer vor Ort umzusetzen.

Meine Augen sind das wichtigste Instrument. Zur Umsetzung des Motivs arbeite ich mit einer Vollformat im Raw-Format mit manueller Einstellung. Da mein Schwerpunkt in der Landschaftsfotografie liegt, kommen bei mir auch diverse Filter wie z.B. Grauverlaufsfilter, Graufilter usw. zum Einsatz.

Ich bezweifle nicht, dass man auch mit Handys und kompakten Kameras sehr gute Bilder machen kann und mit der teuersten Profiausrüstung auch Schrott produzieren kann.

Ich bin auch begeistert von den Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung. Wobei ich unterscheide in eine ENTWICKLING im Raw-Converter und eine BEARBEITUNG in Photoshop. Hier ist mein Motto, so wenig wie möglich, weil ich einfach den Ehrgeiz habe, mit der Kamera mein Bild zu machen.

Der Umfang der Bearbeitung hängt vom Motiv ab.
Bei Makrofotografie und Tierfotografie muss ich in der Regel so gut wie nichts nacharbeiten. Ebenso in der Porträtfotografie. Die Entwicklung im Raw-Converter mit Kontrast und Schärfe reicht meistens aus.
In der Architekturfotografie ist es meistens notwendig, die Aufnahme auszurichten, stürzende Linien zu entfernen und die Weitwinkelkorrektur durchzuführen.
Auch die Langzeitbelichtungen bedürfen bei mir kaum einer Korrektur.
Bei Landschaftsaufnahmen hat man leider oft starke Licht-Schatten-Kontraste. Die Kamera kann leider nicht leisten, was das menschliche Auge vermag, nämlich noch Zeichnung in den dunklen Schattenanteilen zu sehen. Hier muss ich häufig selektive Aufhellungen in Bildbereichen vornehmen. Außerdem verursachen bestimmte Lichtstimmungen und auch die Filter oft Farbstiche, die ich beseitige. Und manchmal verstärke ich Stimmungen in meinen Fotos über Weißabgleich oder über die Tonwertkorrekturen. Leichte Strukturerhöhungen machen sich in Landschaften, speziell bei Wolken auch sehr gut.
Übrigens ist auch bei einer Belichtungsreihe eine dezente Bearbeitung möglich, so dass man dem Foto das HDR oder DRI nicht ansieht. Wobei stark betonte HDRs bei der Fotografie von Lost Places auch sehr gut ausschauen können.

Wer Interesse hat, über meine Signatur gelangt man zu einem Reisebericht und einer Bilderreise, ebenso zu meiner Homepage.
In diesem Sinne wünsche ich allen immer gutes Fotolicht.
Liebe Grüße
Anne
www.pleuro.de Namibia 2014...die mit den Wolken reisen. Eine Hommage an Namibia - Unsere Reise in Bildern (2015) Namibia in Wolken - eine Bilderreise (2017)
zuletzt bearbeitet 25. Feb. 2017
1'079 Beiträge · seit 201625. Feb. 2017 · #20
Ich kann es mir einfach nicht verkneifen, auch ich muss wieder einmal meinen Senf dazu geben. Meiner Meinung nach wird dem technischen Teil einfach viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Für mich ist eine Kamera nichts anderes als eine Kiste, die Licht einfängt, wie schon zu Zeiten der Camera Obscura (Michelangelo lässt grüssen). Meine fotografischen ersten Schritte habe ich mit einer alten Rollei 6x6 meines Vaters getan. Null elektronic usw. Später dann mit einer 4 1/2 x 6 Zenza Bronica. Und mit diesen "Kisten" entwickelt man einen Instinkt für den richtigen Ausschnitt und man bekommt ein Gefühl für die richtige Belichtung. Was am Dia oder Negativ war war drauf, aus fertig. Als ehemaliger Leiter eines Großlabors weis ich wovon ich spreche.
Entscheiden bei der Fotografie ist, nicht die Kamera macht das Bild, sondern der, der sie in der Hand hält und zum "richtigen" Zeitpunkt auf den Auslöser drückt und das einfallende "Licht" (Motiv) fixiert. Ich gebe all denen Recht, die meinen, dass ein perfektes Foto Stimmung und Emotionen vermitteln soll. Technischer Schnick Schnack hin oder her.
Gruß und Gut Licht
Ernst
Edit: Und wenn ich jetzt in einem Forum wäre, in dem man den Beitrag bewerten könnte (Grün für Zustimmung, Rot für Ablehnung) können mich jetzt alle Rotstricheln bis zum geht nicht mehr, aber mehr als fast 50 Jahre Erfahrung in der Fotografie haben sicher die wenigsten!
zuletzt bearbeitet 25. Feb. 2017