PatouchaThemenstarter63 Beiträge · seit 201709. Feb. 2017 · #1
Hallo zusammen,
seit einiger Zeit habe ich hier still mitgelesen, da ich bald wieder nach Afrika möchte. Und die Berichte haben meine Sehnsucht nach Afrika noch gesteigert. Meine erste Reise (Ägypten, Tunesien und Marokko sind irgendwie nicht so „richtig“ Afrika) ging nach Südafrika, eine klassische Bus-Rundreise. Die zweite nach Tansania mit Badeurlaub auf Sansibar anschließend. Mein nächstes Ziel soll Namibia sein, aber auch Botswana/Simbabwe, Kenia und die große Migration stehen auf dem Programm. Und hier erhoffe ich mir Infos, welche Route für mich am besten ist in Namibia.
Da ich immer alleine reise, muss ich leider organisierte Rundreisen machen. Alles andere wäre mir auch einfach zu viel Aufwand in der Kürze der Zeit. Deshalb habe ich hier auch so viele um ihre individuellen Abenteuer beneidet. Und vor allem um die Freiheit, die Strecken, Aufenthalte und vor allem deren Dauer selbst zu bestimmen. Allerdings bin ich zugegebenermaßen auch kein Camper und koche auch nicht so gerne, so dass ich den Luxus, mich abends an den gedeckten Tisch zu setzen und in ein gemachtes Bett zu fallen, genieße. Es hat halt alles seine Vor- und Nachteile. Da es durch Tansania aber mit einem Safariwagen ging, in den sechs Leute – oder maximal ein siebter neben dem Fahrer – reingingen, war das ja dann keine Massenabfertigung. Und wir waren dann auch zu fünft plus Fahrer und haben uns prächtig verstanden.
Meine erste Tansania-Tour war daher natürlich „Standard“ im Vergleich zu euren Reisen. Trotzdem würde ich euch zum Einstand mit ein paar Bildern daran teilhaben lassen, wenn ihr möchtet. Länger hatte ich überlegt, zu welcher Jahreszeit ich in die Serengeti möchte – und ich denke, der Juni (konkret 23. Juni bis 7. Juli) nach der Regenzeit war für den Einstieg perfekt. Es war noch nicht ganz vertrocknet, aber das Gras auch nicht zu hoch. Und was für mich ganz wichtig war, die Löwen fanden noch genug Futter. In einigen TV-Berichten vor der Rückkehr der Herden hatte ich nämlich Bilder von verhungernden Löwen gesehen – und das wollte ich mir als Löwen-Liebhaberin nicht antun. Da es deutlich über eine Million Gnus in der Region gibt, bin ich (zudem selbst genüsslicher Fleischesser) bei denen deutlich mitleidloser.
Ich begebe mich also mal auf die Reise nach Tansania - und starte auch gleich.
Gruß Helga
Tag 1 - 23. Juni Ich hatte mich für den Tagflug mit KLM von Düsseldorf über Amsterdam und Kilimandscharo-Airport und einer Vorübernachtung entschieden, damit ich am nächsten Tag fit sein würde. Da ich nachts im Flugzeug selten schlafen kann, finde ich am Tag zu fliegen entspannter. Pünktlich ging es in Düsseldorf mit einem kleinen Zubringerflug los – und dann hieß es mal wieder: rennen. Das kannte ich schon aus dem Jahr davor. Man landet in Schiphol am einen Flughafenende – und der Afrika-Flieger startet am anderen. Und dazwischen war nur eine halbe Stunde Zeit.
Sehr „hilfreich“ ist es da, dass einem alle paar Meter mitgeteilt wird, wie viele Minuten Fußweg es noch bis zu besagtem Gate sind – vor allem, wenn die Zeit eigentlich nicht reicht. Im Jahr zuvor hatte ich rennen müssen, hatte noch richtig Zeit an der Passkontrolle verloren und war verschwitzt und schwer atmend am Gate angekommen, wo das Borden dann fünf Minuten später wegen eines Defekts gestoppt wurde und wir zwei Stunden Verspätung hatten. Doch das ist eine andere Geschichte. Da ich den Weg kannte, war ich diesmal nicht so besorgt, kam aber wieder erst abgehetzt am Gate an, als die Hälfte der Passagiere schon an Bord war.
Nach einem ruhigen Flug landete ich am frühen Abend in Tansania. Dort ging alles ganz schnell: Visum gekauft, ab durch die Passkontrolle, das Gepäck kam sofort, Und draußen wurde ich bereits vom Fahrer erwartet. Es ging gleich weiter nach Moshi, wo der afrikanische Veranstalter im Springland-Hotel alle seine Reisenden – vornehmlich die, die auf den Kilimandscharo wollen - zusammenzieht. Verständlich aus Veranstaltersicht, dumm für mich, da wir am nächsten Morgen die Stunde auch wieder zum Flugplatz zurück mussten, um Mitreisende abzuholen.
Das Hotel war einfach, aber sauber – für eine Nacht ganz okay, mehr aber auch nicht. Aber es war herrlich, nach der Ankunft erst mal einen kühlen Drink bei warmen Temperaturen im Garten zu sich zu nehmen und via kostenloses Wlan die Daheimgebliebenen über die gute Ankunft zu informieren.
PatouchaThemenstarter63 Beiträge · seit 201709. Feb. 2017 · #2
Tag 2 – 24. Juni
Um 9 Uhr sollte es losgehen. Im Garten warteten die Veranstalter-Mitarbeiter, um die Reisenden zu verteilen. Mein Guide würde gleich kommen, hieß es. Und das tat er auch – sagte „ich heiße Goodluck“. Den Namen hatte ich in einigen Reiseberichten schon gelesen, und immer waren die Leute voll des Lobes gewesen. Zudem war er mir gleich super sympathisch – sein Name ist quasi Programm: Wir hatten echt Glück, ihn dabeizuhaben.
Zurück zum Flugplatz, ein Pärchen nach dem Nachtflug aufgabeln - das zweite (stellte sich als Mutter und Tochter heraus) sollte ins nächste Hotel nachkommen. Vom Kilimandscharo-Airport ging es dann über Mto wa Mbu, wo wir Mittagspause machten, Richtung Karatu, wo das Hotel lag. Und auch erste Tiere säumten unseren Weg.
Natürlich wurde an den herrlichen Aussichtspunkten oberhalb des Lake Manyara NP ein Stopp eingelegt. In der Ferne sah man die Flamingos als kleine Punkte stehen.
Dann ging es hinaufnach Karatu zum Highview-Hotel, bei dem der Name Programm ist. Herrlich gelegen, mit einem schönen Blick, einem Pool zur Abkühlung. Zimmer, Essen – war alles okay, aber jetzt auch kein Luxus. Diese „Tagesstrapaze“ hätte ich auch bequem nach einem Nachtflug bewältigt, zumal es sich vorne neben Goodluck herrlich schlafen ließ. Irgendwie hatte er eine beruhigende Wirkung auf mich 🙂
PatouchaThemenstarter63 Beiträge · seit 201709. Feb. 2017 · #3
Tag 3 – 25. Juni
Heute ging es in den Tarangire NP. Doof nur, dazu musste man wieder den Berg von Karatu runter über Mtowa Mbu und noch ein Stück weiter – den rund eineinhalbstündigen Weg fuhr man somit quasi doppelt. Aber auch hier zog der afrikanische Organisator die Reisenden in seinem Hotel zusammen – verständlich zwar, aber das sollte man überdenken, denn es ist verschenkte Zeit. Die haben wir dann genutzt, um uns ein bisschen kennenzulernen: ein junges Pärchen aus München, Mutter und Tochter aus Wien und ich, aus dem schönen Aachen. Dazu unser Juwel – Goodluck! Es zeigte sich sofort, dass wir es gut angetroffen hatten und uns gut verstanden.
Die ersten Tiere unterwegs..... natürlich wieder Paviane. Auf dem Weg zum Tarangire NP – noch in einiger Ferne – das erste Gnu … hurra. Was freute man sich da drüber.
Landschaftlich ist der Park auf rund 1000 bis 1500 Meter Höhe sehr schön und abwechslungsreich, Grasland wechselt sich mit Baumsavanne und Buschland ab, zudem ist der Park sehr reliefiert mit Hügeln und Felsen. Da der Tarangire-Fluss ständig Wasser führt, wandern in der - zu unserer Reisezeit gerade begonnenen - Trockenzeit viele Tiere aus trockeneren Regionen ein, so dass hier dann die höchste Großtierdichte in Tansania nach dem Ngorongoro-Krater herrscht.
Herrliche Baobab-Bäume zierten unseren Weg, schnell sahen wir zahlreiche Zebras, Giraffen, Elefanten und zahlreiche Antilopen-Arten. Ich mag Zebras, und irgendwie hatten es mir die Streifen angetan. Meine Mitreisenden mutmassten aber auch, ich wäre irgend wie auf Hinterteile fixiert..... Aber nur auf solche mit Streifen 😛
Und wie gesagt Streifen ohne Ende - und ja, auch Hinterteile....
Nur Raubtiere sichteten wir nicht, obwohl wir die Geier schon kreisen sahen, dort also irgendwo Aas lag. Eine Elefantenherde mit Nachwuchs tröstete uns aber darüber hinweg. Mit herrlichem Ausblick machten wir Mittagspause, dazu gab es die Lunchpakete aus dem Hotel, die man sich – eine gute Idee - selbst packen durfte, so hatte der eine mehr Obst dabei, der andere mehr Fleisch (ich 🙂 ) in Form von Hähnchen.
Dumm war nur, dass wir nachmittags den Weg nach Karatu ins Highview-Hotel wieder zurück machen mussten – aber ich habe mich dann einfach im Safariwagen, bei dem man das Dach zum fotografieren nach oben drücken konnte, nach vorne neben Goodluck verzogen und ein bisschen gedöst.
Topobär5'479 Beiträge · seit 200909. Feb. 2017 · #4
Ich lese interessiert mit, muss aber sagen, dass ich die Streckenplanung gelinde gesagt für eine Katastrophe halte. Dass man in Karatu übernachtet, um den Tarangire NP zu besuchen ist der größte Unsinn, den ich seit langem gehört habe. So verbringt man die besten Gamedrive-Stunden am frühen Morgen und späten Nachmittag auf der Straße anstatt im Nationalpark und es ist ja nicht so, dass es im und beim Tarangire NP keine Unterkünfte gäbe.
Wenn Geier kreisen deutet das in den allermeisten Fällen nicht auf Aas, sondern auf eine gute Thermik hin. Wo Aas zu finden ist, sitzen die Geier in der Nähe auf den Bäumen oder am Boden.
sphinx1'624 Beiträge · seit 201524. März 2017 · #5
Hallo Patoucha bin erst gerade über Deinen Reisebericht gestolpert. Ich hoffe, Du hast nicht wegen zuwenig Interesse nicht weitergeschrieben. Ich würde mich über eine Fortsetzung freuen. Liebe Grüße Elisabeth
_Matthias_284 Beiträge · seit 201424. März 2017 · #6
Hallo Patoucha,
ich hatte den Bericht auch übersehen und würde mich freuen wenn du weiter schreibst, ich bin mir sicher da kommen mit der Zeit noch weitere Mitleser dazu. Besonders toll finde ich, dass du, wie ich auch immer, in einer organisierten Gruppe unterwegs bist und davon gibt es ja nicht so oft Reiseberichte.
PatouchaThemenstarter63 Beiträge · seit 201719. Apr. 2017 · #8
Hallo zusammen,
Sorry, ich bin einfach nicht dazu gekommen. Krank, in Urlaub, viel Arbeit, tut mir echt leid, aber ich werde den Bericht nun sehr gerne und zügig fortsetzen.
Und ja Topobär, das Highview-Hotel in Karatu macht wirklich keinen Sinn, wenn man noch zum Tarangiere-NP will. Das war ein einziges Hin und Her. Die Planung erklärt sich nur dadurch, dass das Hotel im Besitz der tansanischen Reiseagentur ist und es sich deshalb vermutlich rechnet.
Und bei den Geiern habe ich mich in der Tat nicht ganz korrekt ausgedrückt, sie kamen angeflogen und stießen herab, da lag also sicher etwas. Nur leider konnten wir es nicht sehen. Da sollten wir in den nächsten Tagen aber noch mehr Glück haben.
Ja, Matthias eine organisierte Gruppe hat Vor- und Nachteile - wenn man so einen tollen Guide wie Goodluck hat aber vor allem Vorteile. Er hat uns wirklich bemuttert und uns einen unvergesslichen Urlaub beschert. Der Abschied fiel dann hinterher schon recht schwer.
Ich gelobe Besserung und werde morgen die nächste Etappe, die gleich in die Serengeti führte, hochladen.
Liebe Helga, Bin auch jetzt erst über Deinen Bericht gestolpert und Reise natürlich mit. Du weisst ja, dass ich auch von der Serengeti träume. Viele liebe Grüße aus den verschneiten Alpen Sandra
PatouchaThemenstarter63 Beiträge · seit 201719. Apr. 2017 · #10
Hallo Sandra, ich hoffe, Du hast einen schönen Urlaub. Kalt ist es hier aber auch. Nur der Schnee fehlt zum Glück. Noch gut zwei Wochen dann fliege ich wieder - allerdings in die Wärme.
Dann werde ich mal schnell mein Versprechen erfüllen.
LG Helga
PatouchaThemenstarter63 Beiträge · seit 201719. Apr. 2017 · #11
Tag 4 - 26. Juni Von Karatu in die Serengeti
Irgendwie ging es jetzt erst richtig los!!! Das merkte man auch an der Stimmung vor der Abfahrt mit dem Safariwagen, die ein bisschen aufgeregter war als noch am Tag zuvor. Von Karatu ging es hoch zum Ngorongoro-Krater, den wir von oben bewunderten. Der Besuch stand erst auf dem Rückweg im Programm. Trotzdem steigerte der Blick hinunter schon die Vorfreude. In der Ferne sah man bereits zahlreiche Tiere. Und natürlich war ein Fotostop am Denkmal für Bernhard und Michael Grizmek Pflicht. Wer hat "Serengeti darf nicht sterben" nicht schon gesehen? Ich hatte mit das Video vor dem Abflug noch einmal angesehen - und wenn ich ehrlich bin, auch "Hatari" so als Einstimmung.
Vorbei an den Massei-Dörfern und den ersten Tieren – Gnus, Zebras, Geier und Antilopen – ging es hinunter und fröhlich Richtung Serengeti.
Fröhlich - bis Goodluck auf einmal sagte, "lasst uns doch direkt in die Serengeti fahren und keinen Abstecher über die Olduvai-Schlucht machen, da gibt es nur Steine zu sehen". Da wurde ich dann mal ganz schnell – wirklich entgegen meiner sonstigen Natur 😎 - zickig. Was der arme Goodluck nicht wissen konnte: Ich hatte eigens bei diesem Veranstalter gebucht, da der Besuch der Schlucht ausdrücklich als Punkt angegeben worden war.
Und Tansania ohne die Schlucht wäre für mich undenkbar gewesen. Mein Baugeschichte-Professor, Gott habe ihn selig, hat es immer geschafft, jede Vorlesung mit den Funden des Australopithecus boisei von Louis und Mary Leakey zu beginnen. Und von daher musste ich unbedingt zu diesem Tal, so unspektakulär es auch sein mochte. Da ich sonst nicht zickig bin und bis dahin auch nicht war, hatten Goodluck und meine Mitreisenden aber wohl sofort begriffen, wie sehr mir das am Herzen lag, so dass es gar keine Diskussionen gab und wir den kleinen Schlenker - wie im Programm vorgesehen - gefahren sind.
Okay, unspektakulär war es wirklich: ein weites Tal, ein kleines Museum mit Nachbildungen – aber ich war da!! Für mich war das echt emotional, was wohl nur jemand nachvollziehen kann, der bei diesem – wirklich tollen – Professor studiert hat. Und normal bin ich auf meinen Reisefotos selten selbst drauf, hier musste ich aber ein Beweisfoto haben. Ich bin das übrigens auf dem oberen Foto mit dem Blick ins Tal..... Das zweite Foto ist die Nachbildung des gefundenen Schädels des Australophitecus bosei 😉
Weiter ging’s – nun allseits natülich wieder bestens gelaunt. Dann das Tor in die Serengeti – und gleich waren die ersten vereinzelten Tiere rechts und links zu sehen. Dann rumpelte es gewaltig – und ein Reifen war platt. Goodluck und unser einziger männlicher Mitreisender hatten das aber schnell im Griff.
Auf einmal bog Goodluck nach links ab – und wir waren mittendrin in der Serengeti. Auf einem Felsen lag gleich eine erste Löwin, die allerdings lieber schlafen wollte anstatt für uns zu posieren.
Doch nur einige hundert Meter weiter trafen wir gleich auf eine ganze Gruppe, 15 bis 20 friedlich dösender Löwen (so genau war das bei den hochgereckten einzelnen Körperteilen auf dem Felsen und im Gras nicht mmer zu sehen) – keine zehn Meter vom Weg entfernt. Die „erbarmten“ sich unser, richteten sich mal auf, schauten in die Kamera, wälzten sich – ließen sich aber ansonsten ebenfalls nicht weiter von uns stören. Wir waren natürlich selig, dass wir sofort am Anfang so viele Löwen gefunden haben (im Krüger NP haben wir verzweifelt danach gesucht und waren froh, zwei Mal welche weiter entfernt zu sehen) – aber wir sollten noch viel mehr zu sehen bekommen.
Gleich von Beginn an liefen uns unheimlich viele Tiere - darunter auch ein sehr seltener Serval, den wir aber leider nur von hinten zu sehen bekamen, der wollte sich einfach nicht umdrehen, sondern trottete gemütlich durch die Gegend - vor die Kamera. Wunderschön vor allem eine Elefantenherde, bei der ausgerechnet der Kleinste dann mal probeweise in unsere Richtung mit den Ohren drohte. Wir hätten schwören können, dass die älteren Elefanten genauso wie wir grinsten.
Und dann erfuhr Goodluck über Funk etwas – und sauste los. Auf einem Hügel saß ein Gepard. Leider nicht ganz nah, aber gut zu sehen. Doch recht bewegungsfaul. Trotzdem hätten wir noch ewig schauen könne, wenn Goodluck nicht schon wieder was gehört hätte: Ein Leopard war gesichtet worden – den hatte ich im Krüger NP nicht zu sehen bekommen. Und auf dem Weg dahin gab es noch jede Menge Löwen und andere Tiere. Also wieder los, doch ehe wir da waren, hatte sich die Mutter schon ins Gras gelegt, nur der Kopf schimmerte noch heraus. Wir sahen gerade noch einen jungen Leoparden im Gras verschwinden, aber auch das leider nur von hinten und seitlich.
Wieder bekam Goodluck einen Anruf, diesmal war es aber sein Chef. Und der bot uns an, statt ins Ikoma Wild Camp am westlichen Rand der Serengeti für zwei Nächte in ein mobiles Zeltlager - das Wildebeest-Camp - mitten in der Serengeti zu gehen. Ich war natürlich gleich Feuer und Flamme, die anderen Mitreisenden zuerst noch skeptisch. Mitten in der Serengeti und dazu nicht so weit hin und her zu fahren - das fand ich einfach super - und da Goodluck versicherte, dass die Zelte wirklich luxuriös seien, ließen sich die anderen zum Glück schließlich von uns gemeinsam überzeugen. Vielleicht hatten sie aber auch nur Angst, ich würde wieder zickig … 😛 😎
Die Sonne ging langsam unter, da kamen wir an einem Baum in der Nähe einer Wasserstelle vorbei – voll mit Löwinnen. Die schliefen teilweise noch, andere wachten gerade auf, geweckt von den Geräuschen der möglichen Beute, die langsam an die Wasserstelle kam. Und eine Löwin pinkelte ganz ungeniert vom Baum runter. Wir konnten gar nicht genug bekommen, doch Goodluck mahnte schon wieder zur Weiterfahrt - insgesamt war er aber gerade ein Muster an Geduld und erfüllte immer alle unsere Wünsche. Und dann folgte der schönste Sonnenuntergang, den man sich vorstellen kann. Und – Goodluck sei Dank – hielten wir an einer Stelle, wo er sich auch noch wunderbar fotografisch in Szene setzen ließ.
Im Zeltlager angekommen zerstreuten sich die Bedenken meiner Mitstreiter schnell: Die Zelte waren riesig, unterteilt in „Wohnzimmer“, Schlafzimmer und Bad, mit zwei französischen Betten, Ikea-Möbeln, einem Chemie-Klo und einer Dusche – mit warmen Wasser. Das war von der Sonne gewärmt und wurde in Tanks gefüllt, als wir ankamen. Luxus pur mitten in der Serengeti. Die Masai, die auch auf uns aufpassen sollten – wir sind aber trotzdem immer alleine von unseren Zelten zum Restaurantzelt und zurück gelaufen – hatten gekocht. Das Essen war einfach, aber lecker. Und plötzlich sah ich vor dem Zelt einen Schatten. Ein Masai leuchtete hin, und da lief keine zehn Meter entfernt eine Hyäne vorbei – einfach herrlich.
_Matthias_284 Beiträge · seit 201419. Apr. 2017 · #12
PatouchaThemenstarter63 Beiträge · seit 201720. Apr. 2017 · #13
Tag 5 - 27. Juni In der Serengeti
Wir hatten die Wahl: 6 Uhr aufstehen, einen Tee trinken und um 6.30 Uhr in den Sonnenaufgang fahren und um 11 Uhr zum Frühstück zurück. Oder erst um 8 Uhr Abfahrt und zuvor Frühstück. Goodluck stellte beide Varianten für diesen Tag in der Serengeti zur Wahl. Klar, dass ich nach den Erfahrungen aus dem Krüger NP „Tor 1“ wählte. Die anderen hätten sich mit längerem Schlaf anfreunden können, ließen sich aber nach meinen glühenden Schilderungen von den wunderbaren Morgenfahrten bei aufgehender Sonne und den vielen Tieren im Krüger-NP – und nicht zuletzt dank Goodlucks Unterstützung - überzeugen.
Und vorweggenommen – sie haben es absolut nicht bereut! Um 6 Uhr kletterten wir also nach einer Katzenwäsche aus dem Zelt, schlürften dankbar einen heißen Tee, denn es war noch ziemlich kalt. Noch bevor die Sonne aufging, fuhren wir bereits los – und sahen einen schönen Sonnenaufgang.
Und sofort auch in nächster Nähe zu unserem Camp bereits zahlreiche Tiere: Giraffen, Zebras, Gnus, Büffel, Hyänen, Schakale, jede Menge Vögel, Antilopen usw. Mit der Sonne wurde es auch gleich wärmer. Und die Stimmung am frühen Morgen in der Serengeti war sehr schön.
Und unterwegs gab es eine Sichtung nach der anderen, vor allem Hyänen liefen uns an dem Morgen über den Weg.
Dann sah ich einen braunen Puschel auf einem Felsen – aber die anderen meinten, es sei nur Gras gewesen. Ich hatte es für ein Löwenohr gehalten. Auf einmal – etwas Großes im hohen Gras am Boden: Ein männlicher Löwe kam. Und als wir um den Felsen herumfuhren, lag da obendrauf wirklich eine Löwin (von wegen Gras), und ein Stück weiter saß ein weiterer männlicher Löwe – allein „unser“ Löwe. Der hatte Bock fotografiert zu werden, agierte wie ein Model: Kopf in den Wind, Augen in die Ferne, Blick in die Kamera – von ihm habe ich 50 verschiedene Porträts. Wir wären wohl den ganzen Tag geblieben – nur wir und die drei Löwen, denn die hatte sonst niemand entdeckt. Es war wunderbar. Außer dem Klicken unserer Kameras und ab und zu einem Flüstern war nur pure Natur um uns herum. Und Goodluck informierte seine Kollegen erst über Funk, als wir irgendwann dann doch widerstrebend abfuhren. Bereits 100 Meter weiter die nächste Sichtung: Da lag noch eine Löwin mit zwei Jungen, die gerade ihre Beute fraßen – toll, nur die Fotos sind leider nicht so gut geworden.
Und dann endlich: ein Leopard – darauf hatten wir die ganze Zeit gehofft. Leider trafen sich an dem Baum immer mehr Safarifahrzeuge – zum Glück waren die Leute aber gesittet, es blieb leise, keiner fuhr zu dicht heran. Trotzdem war das natürlich eine ganz andere Stimmung als bei „unserem“ Löwen. Am wenigsten störte das aber anscheinend die Leopardin, die eigentlich lieber schlafen wollte als fotografiert zu werden. Und wir waren dann schon happy, als sie wenigstens mal kurz die Augen öffnete, in die Gegend schaute – und dann wieder weiterschlief. Goodluck hat wirklich alles versucht, mir noch einen wachen männlichen Leoparden zu suchen, das hat aber auf dieser Fahrt leider nicht mehr funktioniert.
Also fuhren wir weiter und genossen die herrliche Landschaft, sahen Zebra- und Gnu-Herden, Elefanten, Giraffen, Unmengen Vögel und kleinere Tiere. Ich habe alles andere als nah am Wasser gebaut, aber beim Blick über die weite Serengeti mit den ziehenden Zebras und Gnus hatte ich doch zwischendurch immer wieder Tränen in den Augen. Um uns herum – auch im Wagen, da Goodluck uns immer mahnte, zu flüstern - war es so still, dass man alle Geräusche draußen gut hörte. Einfach nur wunderschön. Darüber haben wir ganz die Zeit vergessen – und Goodluck, der Beste, hat alles mitgemacht.
So erschienen wir statt um 11 Uhr zum Frühstück erst nach 13 Uhr wieder im Camp – und dort servierten sie uns dann „zur Strafe“ im Restaurantzelt das leckere Frühstück quasi als Vorspeise und gleich darauf das ebenso leckere Mittagessen. Und in der Nähe zogen währenddessen Giraffen und Zebras vorbei…
Pappsatt und etwas schläfrig nach dem frühen Aufstehen wurde die Mittagspause dann doch mal ausnahmsweise verdöst – eigentlich war die Zeit ja dafür zu schade. Aber wir mussten ja auch Goodluck mal eine Pause gönnen. Der fuhr ja nicht nur, sondern hatte auch viele Infos für uns bereit – wirklich ein toller Guide!!! Und wenn er wirklich mal was nicht wusste – dabei konnte es sich aber höchstens um einen Vogel handeln - hat er im Buch nachgeschaut. Zudem sprach er richtig gut deutsch.
Am Nachmittag ging es weiter – mit reicher Fotobeute. Wir hatten sie fast alle, Unmengen Löwen (bei 80 haben wir mit zählen aufgehört), Elefanten, Giraffen, und, und, - nur eins (der dort wenigen) Nashörner ist uns in der Serengeti nicht über den Weg gelaufen. Was die anderen natürlich enttäuschte, ich hatte im Krüger NP und im Hluhluwe NP in Südafrika aber schon reichlich gesehen, konnte das also verkraften.
Dann ging es zu einem neuen Foto-Motiv: an den Hippo-Pool. Einzelne Exemplare hatten wir schon unterwegs in einem Tümpel ausgemacht. Kurz vor Erreichen des „Pools“ rumpelte es wieder, der zweite Reifen war platt. Während wir die (wirklich stinkenden) Hippos - es dürften so an die 60, 70 gewesen sein - bewunderten, musste der arme Goodluck also mal wieder ran und Reifen wechseln. Die Hippos lagen faul im Wasser, kämpften aber auch immer mal wieder miteinander und schienen vor allem eine Lieblingsbeschäftigung zu haben: Scheißen - bevorzugt vor der Nase des Liegeplatznachbarn, was diesen aber nicht weiter zu stören schien. Und der Lärmpegel war ebenfalls beeindruckend.
Natürlich fanden wir hier und auch danach bei der weiteren Rundfahrt wieder kein Ende, und so musste der arme Goodluck mal wieder richtig Gas geben, damit wir - schon im Dunkeln - noch halbwegs pünktlich zum Abendessen kamen. In der Nacht zuvor waren wir alleine im Camp gewesen, jetzt war noch eine vierköpfige schwedische Familie angekommen. Die ging aber schnell ins Bett, so dass wir das Lagerfeuer ganz für uns alleine hatten und den Abend gemütlich ausklingen ließen.
Mein Zelt war das letzte in der Reihe, und ich bin zum Glück von Natur aus alles andere als ängstlich. Hätte man drüber nachgedacht, hätte man wohl nicht so seelenruhig auf dem Boden gekniet, den Rücken zum Busch, um das Schloss aus den Reißverschlüssen des Zeltes zu entfernen. Natürlich wieder ohne Masai-Begleitung. In der Großstadt hätte ich mir wohl eher Gedanken gemacht als hier. So habe ich das Buschfeeling einfach nur genossen.
Erwähnte ich schon, dass ich meist schlecht schlafe? Entweder schlafe ich nicht ein oder ich wache nach kurzer Zeit wieder auf und bin dann bis zum Morgengrauen wach. So auch auf dieser Tour. Nur nicht in der folgenden Nacht. Kaum waren wir in unseren Zelten, wurde es draußen immer lauter: Löwen brüllten, Elefanten trompeteten, Hyänen kicherten - und ich bin nach kürzester Zeit friedlich eingeschlafen und habe selig durchgeschlafen. Wie ärgerlich!! Die anderen haben teilweise die halbe Nacht wach gelegen, auch etwas besorgt, weil die Geräusche so nah am Zelt waren. Und der arme Goodluck konnte nicht schlafen vor Sorge, dass ein Elefant gegen seinen Safariwagen laufen könnte, da es da kein kleines Lämpchen (wie vor unseren Zelten) gab.
Hallo Helga, du hattest ja bei unserer Aachener Quaselrunde von der Serengeti erzählt. Danke, dass du uns mit Deinem Bereicht und den Bildern daran weiter teilnehmen läßt. Wenn du von deinem nächsten Nordafrikatrip zurück bist , müssen wir mal Kaffeetrinken und dann möchte ich die 50 Fotos von dem posenden Löwen alle sehen. 😄
PatouchaThemenstarter63 Beiträge · seit 201721. Apr. 2017 · #15
Hallo Sandra,
danke. Und das können wir gerne machen. "Mein" Löwe war wirklich prächtig. Ich würde mich auch freuen, Dich noch mal zu sehen, jetzt wo wir uns durch so einen Zufall wiedergetroffen haben.
Noch schönen Urlaub und LG
Helga
PatouchaThemenstarter63 Beiträge · seit 201721. Apr. 2017 · #16
Tag 6 – 28. Juni Abschied aus der Serengeti
Nichts passiert, alle haben die vergangene Nacht gut überstanden. Und das Auto ist auch heil geblieben, kein Elefant war dagegen gelaufen. Nach dem frühen Frühstück mussten wir uns schweren Herzens aus dem Zeltlager verabschieden. Goodluck wollte dann aber mal lieber zuerst einmal die Servicestation (auch die gibt es mitten in der Serengeti) ansteuern, um die beiden beschädigten Reifen reparieren zu lassen - bei einem nächsten Platzer hätten wir nämlich nicht mehr wechseln können.
Dann ging es auf den letzten Gamedrive in der Serengeti. An dem Tag haben wir noch einmal viele große Tiere und Herden gesehen, aber auch zahlreiche kleinere Tiere.
Dann hatten wir noch einmal eine tolle Sichtung: Zwei Geparde, die im Gras lagen, sich aber immer wieder aufgerichtet haben - leider nicht so nah, dass die Fotos toll geworden wären, denn ich hatte zwar eine gute Kamera, aber kein „großes Rohr“ dabei. Aber auch direkt auf dem Weg gab es Schönes zu sehen. Und dieser Tag war auch der Tag der Hyänen.
Und dann kamen wir mal wieder an einem Baum vorbei – voll mit Löwen, die locker über den Ästen hingen. Ein toller Anblick. Aber auch sonst gab es wie immer viel zu sehen. In der Serengeti kommt ganz sicher keine Langeweile auf.
Traurig haben wir uns schließlich auf den Rückweg Richtung Ausgang gemacht - denn man muss pünktlich an den Gates aus- bzw. einchecken, wenn man nicht nachzahlen will. Und das wird teuer. Entsprechend wichtig war es Goodluck natürlich, pünktlich zu sein. Wir waren pünktlich und habe an der Station Mittagspause gemacht. Auf dem Weg weiter Richtung Ngorongoro Conservation Area wurde dann natürlich noch der übliche Stopp in einem Masai-Dorf gemacht. Das war aber wider Erwarten aber sehr nett und interessant – und nicht peinlich wie so oft, wenn irgendwelche Volksgruppen „vorgeführt“ werden: Natürlich haben die Masai für uns getanzt, natürlich konnten wir dann auch selbstgebastelten Schmuck kaufen – den ich übrigens immer wieder gerne trage –, aber wir haben wirklich viel erfahren, da der junge Masai, der uns rumführte, gut Englisch sprach und uns in die Hütte seiner Familie einlud. Wir hatten Stifte und Blöcke für die Kinder dabei, die sehr gerne für die Dorfschule genommen wurden.
Dann ging es weiter Richtung Kraterrand, wo das Ngorongoro Wild Camp unsere Station für die nächste Nacht war. Zwar konnte man von da leider nicht in den Krater schauen, aber die auf festem Grund stehenden Zelte mit fest gemauertem Bad waren schön eingerichtet und komfortabel. Und lagen landschaftlich sehr schön. Und das Essen war auch gut. Erstmals sind wir wieder auf viele andere Menschen gestoßen – ach, was habe ich mich nach unserem einsamen Zeltlager in der Serengeti zurückgesehnt.
PatouchaThemenstarter63 Beiträge · seit 201722. Apr. 2017 · #17
Tag 7 - 29. Juni Ngorongoro-Krater
Brrrrr, war das kalt. Gerade einmal 5 Grad waren es am frühen Morgen, aber wir waren ja auch in 2000 Meter Höhe. Da kam meine Lieblings-Fleecejacke endlich mal zum Einsatz – zu Hause war ich ausgelacht worden, dass ich im Juni eine Fleece-Jacke eingepackt habe. Aber ich hatte ja Reiseführer gelesen und wusste, was mich erwartete. Der Einzige, der nicht entsprechend gekleidet war, war ausgerechnet unser lieber Goodluck, der hatte seine Jacke vergessen und fror. Ich habe ihm meine Fleecejacke angeboten, wollte mir was anderes aus dem Koffer nehmen - aber er war stur, hat sich nur mit einer Decke umhüllt und tapfer gefroren, der Arme. Schnell waren wir am Kraterrand, fuhren rein und runter.
Nach wenigen Minuten sahen wir einen Löwen und seine Liebste. Interessant: Unten im Tal ging ein Masai, und die Löwen hielten sich in seine Richtung bedeckt und beobachteten ihn genau. Uns, die wir nicht weit von ihnen entfernt standen, beachteten sie dagegen gar nicht. Goodluck sagte, dass obwohl verboten immer wieder Löwen getötet würden, wenn die in die Nähe der Masai-Herden kämen. Der Löwe schien genau zu wissen, von welcher Seite die Gefahr drohte.
Leider war das Wetter nicht so schön an diesem Morgen, grau, etwas nieselig, kein gutes Fotowetter, zumindestens wurde es aber ziemlich schnell wärmer. Die Stimmung im Wagen hob sich aber schnell, als wir es entdeckten: ein Nashorn, von denen es im Krater nur noch 17 geben soll. Es stand zwar etwas entfernt, hatte aber immerhin ein Einsehen und drehte sich in unsere Richtung, so dass wir auch ihn freudig „abschießen“ konnten.
Unterwegs gab es allerlei zu entdecken.
Diese Gesellen hatten schon im Krüger NP nicht stillhalten wollen, aber wenn ich so aussähe, würde ich auch keine Großaufnahme wollen
Ungleich hübscher dagegen:
Auf dem Weg durch den Krater lag dann auf einmal ein Hindernis auf dem Boden: ein schlafender Löwe. Obwohl wir ihn umkurven mussten und neben ihm mit dem Auto hielten, ließ er sich nicht weiter stören, richtete sich aber freundlicherweise fürs Foto mal auf. Wir standen zwangsläufig direkt daneben und fotografierten aus dem geöffneten Dach herunter, das störte ihn aber wenig. Ganz in der Nähe waren weitere Löwen, die alle vollgefressen schliefen.
Und dann kam ein Funkspruch: ein Löwen-Riss. Leider waren wir dank des Gesellen auf der Fahrbahn zu spät - ohne ihn wären wir schon weit in der Richtung unterwegs gewesen und hätten die Jagd mitbekommen. Eine Herde Löwinnen hatte gerade am Rand einer Wasserstelle eine Büffel getötet. Und die ganze Familie samt Jungtieren kletterte darauf herum und fing an zu knabbern. Allzu hungrig schien die Gruppe aber nicht zu sein, mehr als Anknabbern war noch nicht. Ganz in der Nähe spielten halbwüchsige Löwen miteinander, leider alles am Ende der Objektivweite meiner Kamera - vielleicht muss ich beim nächsten Besuch doch ein großes Rohr mitschleppen, um noch bessere Fotos machen zu können. Aber zumindest zwei (schlechte) Beweisfotos
Erstaunlich immer, dass das Leben knapp deneben immer so friedlich weitergeht:
Erneut sahen wir wieder viele Hyänen, die genug Reste fanden, die ihnen wohl die Löwen, die alle gut genährt aussahen, übriggelassen haben:
Während andere schliefen, oder es sich gut gehen ließen:
Mittagspause war diesmal an einem schönen See mit vielen Hippos, an dem man auch das Auto verlassen durfte (was in der Serengeti ja verboten war). Endlich klarte es auf, die Sonne lugte hervor.
Also weiter, denn wir mussten ja pünktlich am Gate zum Auschecken sein. Hyänen, allerlei Antilopen u.ä., Vögel, mehrere Gruppen Löwen, Elefanten, Strauße, Flamingos - alle paar Meter gab es wieder etwas zu entdecken. Als Goodluck so langsam unruhig wurde und los wollte, sahen wir einen einsamen Elefanten, der plötzlich aufmerksam lauschte. Aus dem Busch kam plötzlich ein zweiter Elefant, auf den der erste zueilte. Freudig haben sich die beiden begrüßt und sich mit den Rüsseln umschlungen - das war ein wunderschönes Bild. Goodluck meinte, dabei könnte es sich um Brüder handeln.
Auf dem Weg zum Kraterrand verabschiedete uns bereits halb den Kraterrand hinauf noch eine andere Herde Elefanten.
Und nach einem wehmütigen Blick zurück in den Krater, der nun im Sonnenlicht freundlich aussah, ging die wilde Fahrt los, denn Goodluck bekam beim Blick auf die Uhr Panik. Es wurde zeitlich eng. Der Gute fuhr so hochkonzentriert, dass er meinen Einwand glatt überhörte – er hatte vergessen, dass seine Uhr ja fünf Minuten vorging. Er ist wirklich zum Gate gebrettert, aber wir waren drei Minuten zu spät – seiner Meinung nach. Und da die Wärter da wohl kein Pardon kennen, wäre das teuer geworden und er hätte ziemlichen Ärger mit seiner Agentur bekommen. Und so war er überglücklich, als er nun meinen erneuten Einwand wahrnahm und feststellte, dass wir noch zwei Minuten hatten und somit pünktlich waren.
Ruhiger ging es nun weiter das kurze Stück zum Highview-Hotel, das wir ja schon von der Hinreise kannten. Augenscheinlich freuten sich die Mitarbeiter auch, dass die Gäste noch mal vorbeischauten, denn beim Abendessen fingen sie urplötzlich an zu tanzen und singen, nutzten Messer, Gabel und Löffel als Rhythmusinstrumente –, zogen musizierend durch Restaurant, das war wirklich schön.
PatouchaThemenstarter63 Beiträge · seit 201723. Apr. 2017 · #18
Tag 8 – 30. Juni Lake Manyara NP und weiter nach Sansibar
Bevor wir vom tansanischen Festland an dem Tag Abschied nehmen mussten, stand auf dem Weg nach Arusha noch ein kurzer Besuch im Lake Manyara NP auf dem Programm. Dahin muss man von Karatu runter und in Mtowa Mbu abbiegen – die Strecke kam uns schon sehr bekannt vor von der Hin- und Her-Fahrerei zu Beginn der Safaritage. Von oben hatten wir schon mal den ersten Blick auf den Park und den See.
Der Manyara-Park ist im Vergleich zu anderen nicht sehr groß (330 Quadratkilometer) und zu zwei Dritteln vom See bedeckt. Aber er bietet eine sehr vielfältige Vegetation mit einem Grundwasserwald – schön anzusehen hier unter anderem der Leberwurstbaum - durch den man Richtung See fährt, der von zahlreichen Sümpfen umgeben ist. Der Park weist eine hohe Tierdichte auf, und hier gibt es auch die berühmten Baumlöwen. Allerdings haben wir keinen zu Gesicht bekommen – für uns hatten ja weit über 30 Löwen schon in der Serengeti die Bäume erklommen. Löwen haben wir wirklich viele gesehen, bei über 80 habe ich mit zählen aufgehört. An diesem Tag haben wir aber leider kein einziges Raubtier mehr gesichtet.
Der Park war – zumindest an dem Tag, der sich leider erneut sehr bedeckt präsentierte – nicht wirklich spektakulär, vielleicht waren wir nach Serengeti und NCCA aber auch zu verwöhnt, denn dort hatte sich Sichtung an Sichtung gereiht, eine schöner als die andere. Landschaftlich ist der NP aber auf jeden Fall sehr schön. So standen diesmal andere Tiere im Mittelpunkt, sehr viele Vögel, vor allem Wasservögel, darunter natürlich auch zahlreiche Flamingos.
Weiter ging es durch den Park, der sich aber aufgrund des bedeckten Himmels etwas trüb präsentierte, ansonsten aber landschaftlich eigentluich sehr schön ist. Schön auch, weil er wieder so ganz anders als die Serengeti und der Krater ist.
Und da ist auch der Leberwurtsbaum. Lustig war auch unser „nachdenkender“ Pavian …
Am frühen Nachmittag ging es dann leider schon weiter Richtung Arusha, wo wir auf dem kleinen Flugplatz Abschied vom tansanischen Festland und unserem Guide nehmen mussten. Vor allem der Abschied von Goodluck fiel uns allen schwer – ihm augenscheinlich auch, denn er wollte gar nicht losfahren, obwohl er noch bis zur Zentrale der Firma nach Moshi musste – dorthin, wo er mich eine Woche zuvor aufgegabelt hatte. Zum Abschied habe ich ihm meine petrolfarbene Fleecejacke geschenkt, damit er künftig im Ngorongoro-Krater nicht mehr so friert – und er hat sich sehr gefreut. Vielleicht denkt er, wenn er sie trägt, auch mal an die tollen gemeinsamen Tage zurück. Ich tue das definitiv sehr oft. Der Flugplatz in Arusha war sehr übersichtlich, der Flieger urig:
Eine Stunde mit dem Flieger – und wir landeten auf Sansibar. Hier wie übrigens überall auf der Tour war alles bestens organisiert. Schnell waren wir in unseren Hotels, Mutter, Tochter und ich im gleichen, das junge Paar hatte ein anderes für die restlichen Badetage gebucht. Wir hatten es im Sultan Sands gut angetroffen, mit seinen schönen, großen Bungalows. Und einem reichhaltigen Abendessen. Nun konnte also die Entspannung beginnen…. obwohl ich natürlich auch die Insel erkunden musste.
REReintje3 Beiträge · seit 201625. Apr. 2017 · #19
Hallo Patoucha,
Ich habe erst jetzt deinen Reisebericht gelesen und meine du hast eine tolle Reise gehabt mit schöne Sichtungen. Vielen Dank auch für die schöne Bilder. In Juli gehen wir zum erstenmal 3 Wochen auf Safari in Tanzania. Wir können kaum warten bis es so weit ist.
Viele Grüsse Renilde
PatouchaThemenstarter63 Beiträge · seit 201726. Apr. 2017 · #20
Hallo Renilde,
ja, es war eine tolle Tour. Du kannst Dich freuen, das werden sicherlich drei unvergessliche Wochen. Welche Gegenden besucht ihr denn?