Reisebericht

Reisebericht Sambia - 2. Versuch - November 2016

von paulinchen · begonnen 08. Feb. 2017 · 30 Teile

Teil 108. Feb. 2017
Nachdem nun seit unserer Rückkehr mehr als 2 Monate vergangen sind, möchte ich euch einladen, meinem 2. Reisebericht zu folgen. Endlich habe ich alles sortiert, es wird Zeit, denn die Details gehen in der Erinnerung doch schnell verloren - LEIDER -



Dieses Mal war unser Zeitrahmen etwas kürzer, Reisestart Freitag, 28.10.2016 mit Emirates ab Düsseldorf, zurück am 24.11.2016 donnerstags.

Wir haben uns diesmal bewusst für Emirates entschieden, da der Flughafen Düsseldorf vor unserer Haustür liegt und die relativ weite Anfahrt Richtung FRA entfällt. Preislich gab es keinen Unterschied zu Qatar Airways im letzten Jahr.
Das Fahrzeug wieder gebucht bei Bushlore in Johannesburg, der Toyota LC mit Dachzelt wie gehabt ( fast.. 😎 .. ).

Da wir auf unserer 1. Sambiareise vor 1 Jahr phasenweise regelrecht weggespült wurden, haben wir uns heuer für einen früheren Reisetermin entschieden. Der November sollte doch hoffentlich besser für unsere Pläne Richtung nördliches Sambia geeignet sein... 🙂
Aufgrund des etwas knapperen Zeitrahmens und der Sehnsucht, endlich noch mehr von Sambia zu entdecken, war unser Plan, die Strecke Johannesburg - Sambia - Johannesburg so zügig wie möglich zu absolvieren, so haben wir auch die Zwischenübernachtungen nach dem Gesichtspunkt "praktisch und trotzdem nett" ausgewählt.
Vorab gebucht haben wir dieses Mal nichts ( außer 1x Tlopi im Marakele am Ende der Reise ).

'and here we go....' 😎

Tag 1 - Samstag, 29.10.2016

Vormittags um 10.50 erreichen wir problemfrei nach 2 Flügen mit Emirates den Airport von Johannesburg...endlich sind wir wieder hier und der strahlendblaue Himmel signalisiert nur Positives... 😁
Wir fliegen nicht das erste Mal Emirates, die Flüge verliefen sehr ruhig, routiniert und mit angenehmem Service. Allerdings war der 6-stündige Flug DÜS-Dubai mit dem A 380 wirklich bis auf den letzten Platz gefüllt - irgendwie mag ich diese "Sardinenbüchsen-Flüge" überhaupt nicht mehr...beim check-in in DÜS erhielten wir direkt je einen Essensgutschein, da wir etwas über 4 h Aufenthalt in Dubai hatten. Nicht so schön, aber das ist der Preis für Abflug DÜS...


Immer wieder ein Wahnsinn, wie unglaublich wenig Anlauf der A 380 bis zum Abheben braucht...

In Dubai stellte sich der Gutschein als kleiner Reinfall raus, da zwar mehrere "Restaurants" zur Auswahl standen ( asiatisch, mexikanisch usw. ), aber letztendlich hatten die Emirates-Menüs keine freie Auswahl, sondern lieferten pappige Cookies und/oder Fastfood. Für uns dann doch McD, da weiß man wenigstens, was man nicht hat.... 😉
Den 8-stündigen Flug Dubai-Johannesburg haben wir weitgehend verschlafen, hier konnte man sich wenigstens etwas ausstrecken...

Die Immigration am O R Tambo ist diesmal echt schlecht organisiert, die Zuteilung zu den Schaltern ist konfus, unterscheidet zwischen Einheimischen und Touristen, obwohl reichlich Menschen anstehen. Erst als es unruhig wird und viele die Reihen einfach selbst wechseln, wird flexibler abgewickelt.
Letztendlich ist schon eine gute Stunde seit unserer Landung vergangen, das Gepäckband steht lange schon still. Glücklicherweise liegt unser Gepäck wartend auf dem Boden...Mist... hier haben wir unnötig Zeit verloren, die hinten raus fehlen könnte.
Schnell noch ein paar Rand einwechseln und nichts wie raus in die Sonne. Ein Bushlore-Mitarbeiter wartet wie immer zuverlässig am Ausgang und schnell erreichen wir das Depot.
Puuh, hier ist es seeeehr heiß, allen steht der Schweiß auf der Stirn und das Stöhnen über die extreme Trockenheit zieht sich durch alle Gespräche. Natürlich haben auch wir von der dramatischen Trockenheit in SA gehört, hier bekommt die Sache aber ein Gesicht...
Unser Fahrzeug ist eine kleine Überraschung und Premiere, es ist nicht einfach nur ein LC mit Dachzelt, sondern ein 4,5 l V8 ! Der sollte uns wirklich überraschen während der gesamten Reise...whow...
Ansonsten ist er wieder fast neu, ca. 33.000 km runter, Dachzelt ebenfalls nagelneu...


...unser Begleiter für die nächsten Wochen, man beachte die Öffnung auf der Motorhaube... 😎

Die Fahrzeugübergabe funktioniert reibungslos und schnell, inzwischen kennen wir das Procedere. Lediglich die Suche nach winzigen Frontscheiben-Schäden nimmt diesmal etwas Zeit in Anspruch ( auf unserer letzten Reise hatte sich ein winziger Schaden zu kapitalen Rissen ausgewachsen ). Wir haben tatsächlich 2 klitzekleine Schäden gefunden, natürlich gab es diesmal keine Probleme damit, war ja klar...und schließlich können wir kurz nach 13 Uhr doch schon starten... 🙂
Der Tank ist knapp 1/2 gefüllt, d.h. wir können direkt Richtung Thabazimbi/Marakele als Ziel für unsere erste Nacht starten.
Schnell erreichen wir Thabazimbi über Bela-Bela, kaufen noch schnell das Nötigste für den Abend/Morgen ein ( ein Steak für Manni, etwas Nettes zu beißen für mich, einen Schlummertrunk und die Basics für' s Frühstück ).
Der Rest wird morgen erledigt.



Das Bontle Camp im Marakele, das wir am späten Nachmittag erreichen, lässt uns wieder mal die Qual der Wahl, wir suchen uns einen Platz mit offenem Blick und schon flackert der Grill.



Freche Webervögel schauen, ob es etwas abzustauben gibt. Hoffentlich "kacken" sie uns nicht auf die Teller...
Bäuche gefüllt, Gläser ebenfalls, Beine hoch und der 1. Tag in Afrika findet ein entspanntes Ende...

Teil 211. Feb. 2017
Tag 2 - Sonntag, 30.10.2016

Wir wachen früh auf, trotzdem ist es schon extrem heiß. Wir haben mal wieder das Fahrzeug in eine "Schattenlücke" gestellt: das Zelt in der Sonne, rundherum Schatten..... 🙁
...was soll´s...mit aufgeklapptem Zelt rollen wir ein paar Meter weiter...hier lässt es sich besser aushalten...und packen...

Frühaufsteher....

Unsere gefiederten Freunde von gestern sind natürlich schon längst auf der Suche nach Futter, Touristen krümeln beim Frühstück ja immer so herrlich herum... 🙂


und noch mehr Besucher ohne Scheu...



Wir packen schnell alles zusammen...schweißtreibende Angelegenheit...das Frühstück wird abgekürzt, besser noch mal unterwegs anhalten...gleich ist hier überhaupt kein ausreichender Schatten mehr...
Nebenan sehen wir, wie man es NICHT machen sollte...ein neugieriger Strauß wird von dicken, südafrikanischen Touristen mit Toastbrot gefüttert...die Strafe folgt auf dem Fuß, das Tier will sich damit nicht zufrieden geben, reißt ihnen die ganze Tüte aus der Hand und will partout den Hals in deren Fahrzeug stecken....da wird natürlich gekreischt und verscheuchen ist nun auch nicht mehr so einfach... 😛
Leider hatte es auch dieses Mal im Bontle camp keine Rhinos, das 2. Mal in Folge. Diese unglaublichen Begegnungen hier in der Vergangenheit waren das eigentlich Tolle, hat sich vielleicht die Politik der NP-Behörden wegen der Wahnsinns-Wilderei im südlichen Afrika geändert und die Rhinos sind nur noch im besser gesicherten Bereich des Parks?
Ich habe hier zu Hause etwas gegoogelt, aber nichts dazu gefunden...
...so ist Manni mal 2014 abends am Waschhaus einem Nashorn "in die Arme" gelaufen, haben sich beide erschrocken...


In Thabazimbi`s 'SPAR' - Markt kaufen wir nur die festen Grundnahrungsmittel ein, im daneben liegenden Liquor shop haben wir die flüssigen bereits gestern besorgt... 🙂
Frische Sachen verkneifen wir uns weitgehend, das werden wir erst in kleinen Mengen in Botswana besorgen. Keine Lust auf irgendwelche Diskussionen an der Grenze oder sonst wo.
Dank unserer bewährten Einkaufsliste sind wir um ca. 11 Uhr auf der Piste, nachdem wir noch schnell getankt haben.
Wir wollen so weit Richtung Kasane vordringen, wie wir Lust haben. Ziel ist Francistown, aber wenn wir schwächeln, wird´s halt wieder die Itumela campsite in Palapye.
Unser border crossing ist wieder der kleine, lauschige Übergang Stockpoort/Parr´s Halt. Die Zufahrten sind zwar gravel roads, dafür nur sehr kleiner Grenzverkehr...
Auf der Piste wird noch mal klar, was für ein irres Fahrzeug der V8 ist. Das Fahrgefühl ist ein völlig anderes, aber man muss ständig aufpassen, nicht zu schnell zu werden.
Na, hoffentlich hat sich bushlore mit diesen Fahrzeugen in der Flotte kein Eigentor geschossen, die Zahl der Überschläge könnte sich locker erhöhen... 🙁
Wie gewohnt ein lässiger, entspannter Grenzübertritt, wir sind das einzige Fahrzeug. Kurz vor Mahalapye erreichen wir den Asphalt Richtung Francistown.
Am Abzweig zu Martin´s Drift fällt mir ein relativ neues Schild zu einer camsite an den 'Tswapong Hills' auf. Mein Navi sagt, dass es zuerst noch ein ganzes Stück Richtung Grenze geht, also kommt das camp für heute nicht in Frage, ist eigentlich auch noch etwas früh. Aber vielleicht was für die Rückfahrt....
Endlich erreichen wir Francistown....unterwegs haben wir einige Radarfallen gesehen...die Warnung per Lichthupe funktioniert aber auch hier bestens... 😉 ...mit unserem LC müssen wir wirklich sehr vorsichtig sein, gerade um die Ortschaften herum schnurrt er leise über den Asphalt und vermittelt ein falsches Tempogefühl... 🙁
An der größten Kreuzung in Francistown erwartet uns eine noch größere Baustelle, dort wird mitten in der Stadt eine Brücke gebaut, auf den Umleitungen drängeln sich Taxen, Busse und LKW´s, das entspannte Dahinrollen ist erst mal vorbei. Hier verlieren wir kurz vor dem Ziel noch einmal reichlich Zeit. 😠
Vor einigen Jahren waren wir bereits in Francistown unterwegs, auf der Suche nach einer Werkstatt für unsere kaputte Kühlschrankbatterie. Da schon haben wir die Stadt als trubeligste und "stressigste" in Botswana empfunden, hat sich nichts dran geändert, im Gegenteil...
10 km weiter Richtung Nata kommt unser camp 'Woodlands Stop-Over', nach knapp 8 km gravel erreichen wir das camp. Auch hier waren wir damals zur Übernachtung, es war ganz nett und auch daran hat sich nichts geändert... 🙂


Im kleinen Kiosk, der auch die Rezeption darstellt, gibt es fast alles: Fleisch, Holz, div. Grundnahrungsmittel, Wein, Bier...und bezahlen kann man in fast jeder Währung, wir zahlen in Rand, Pula haben wir keine...

Ein junges Mädchen zeigt uns die campsite 5, das ist nun unsere....der daneben liegende Fluss besteht nur aus Sand, Wasser gab´s hier schon länger nicht mehr...sobald unser Wasserhahn geöffnet ist, kommen Vögel zum baden und trinken...es ist sooo schwülwarm hier...



Nebenan steht eine südafrikanische Familie, wir grüßen uns freundlich, natürlich müssen die Männer ein paar Worte über die Fahrzeuge wechseln...es ist schon spät, heute gibt es schnelle Spagetti mit roter Soße, dann noch spülen, duschen, immer gut leuchten, denn hier soll es häufig Schlangen geben.
Als wir fast schon schlafen gehen, kommen noch 2 Fahrzeuge an, bauen leise ihr camp auf und verschwinden direkt.
Auch wir krabbeln in unser Zelt und genießen die Geräusche der Nacht...
Teil 315. Feb. 2017
Tag 3 - Montag, 31.10.2016

Der Morgen begrüßt uns mit wolkenfreiem Himmel und hier steht unser Dachzelt sogar im Schatten...trotzdem ist es so früh schon ziemlich warm.

Der pool lacht uns an und wir zurück... 🙂....bevor wir überhaupt irgendwas machen, geht´s auf eine Runde ins kühle Becken. Was für ein Luxus... 😎
Schnell etwas frühstücken, packen, bevor die Sonne uns doch erwischt und es kann losgehen.


Heute ist unser Ziel das Senyati camp bei Kasane. Das sollte locker machbar sein, geht ja fast nur geradeaus...ich möchte unbedingt an einem Wasserloch mit Tieren den Tag ausklingen lassen... 🙂
In Nata könnten wir tanken, aber gemäß unseres Mottos "tanke immer voll, wenn´s möglich ist" rollen wir die paar Kilometer zurück nach Francistown zur Tanke. Eine kalte Cola muss auch noch mit und endlich verlassen wir die Stadt.
Die Strecke ist eintönig, der Horizont platt und flirrend vor Hitze. Irgendwann passieren wir linksseitig das Nata Bird Sanctuary. Vor 2 Jahren Ende Dezember konnten wir hier eine riesige Seenlandschaft mit "Meeresrauschen" erleben, heute sieht es hier verdorrt und öde aus.
Kurz darauf erreichen wir Nata und biegen Richtung Kasane auf die A 33. Bis auf wenige Trucks ist kaum jemand unterwegs, wir rollen weitgehend allein so vor uns hin.
Vor 2 Jahren haben wir rechts und links der Strecke viele Elefanten gesehen, aber was sollten sie bei dieser Trockenheit auch an der Straße? Sicher wissen sie, wo´s Wasser gibt und halten sich lieber dort im Schatten auf.
Stattdessen finden wir diese 2 Giraffen, die sich jeweils unter einem Baum direkt an der Piste versuchen, in den Schatten zu drücken, sie zeigen keine Scheu...zu heiß... 😉...trotzdem ungewöhnlich so nah an der mainroad...



Um das Elephant Sands Camp herum nimmt die Anzahl der Elefantenköttel auf und neben der Straße stark zu, aber auch hier kein Tier zu sehen.
Kaffee, Cola und Wasser müssen raus, statt eines Busches muss unser LC den Sichtschutz auf diesem Parkplatz hergeben. Aber bei dieser Verkehrsdichte könnte man sich auch auf dem Mittelstreifen erleichtern... 😉

So ein Schild bezgl. der Gefahren durch Wildtiere sehe ich auf einem Parkplatz in Botswana auch zum ersten Mal.


Am Horizont vor uns ziehen Rauchschwaden in die Höhe. Ob das schon in Sambia ist oder wo brennt es hier?
Auch gegen den Hunger muss was getan werden. Da Schatten selten ist, freuen wir uns um so mehr über diesen stattlichen Baobab.

Am frühen Nachmittag erreichen wir den Abzweig zum Senyati camp, wir checken besser erst mal ein, keine Ahnung, wie voll das Camp ist.
Die Zufahrt ist in noch üblerem Zustand als beim letzten Mal...eine sandige Buckelpiste...als wir das Camp erreichen ist klar, dass es kein Platzproblem geben wird. Die Campsites sind gerade mal zur Hälfte besetzt.
Hier hat sich wenig verändert, weder äußerlich noch sonstwie. Bezahlung nur cash, keine Kreditkarten, dafür können wir in Rand bezahlen. Abends bis 21 Uhr gibt es an der Bar free internet, das Passwort als Papierschnipselchen dazu.
Unsere campsite ist die No. 12, Tisch und Stühle aufstellen, das ist jetzt unser Dach.


Wir düsen schnell zum Einkaufen nach Kasane, nehmen die Abkürzung direkt gegenüber der Senyati-Zufahrt, die den Kasane-Airport umfährt. So sparen wir den Umweg über Kazungula und manchmal kreuzen auch Tiere die Piste.
Etwas für den Grill, damit wir nicht viel Zeit mit kochen verbringen müssen. Das Wasserloch ruft...


Zurück im camp gönnen wir uns an der Bar ein Glas Wein, die Korbstühle direkt am Wasserloch kenn ich noch nicht, aber für unseren Nachmittags-Absacker passen sie, auch wenn es irgendwie deplatziert wirkt... 🙂
Blöd nur, dass der Wein in Pula bezahlt werden muss, also extra nur dafür an der Rezeption etwas Geld wechseln, naja...was soll´s...Prost... 😎
...und endlich kommen auch schon mal ein paar Elefanten vorbei...perfektes timing... 🙂




...merkwürdiges Schwanzende...muss aber ein alter Bekannter sein, denn diesen Kringel finden wir auch auf einem älteren Poster von Senyati...






Manni bekommt Hunger, wird ungemütlich....geht schon mal zum camp und bereitet den Grill vor, ich bleibe noch eine Weile allein am Wasserloch...aber was heißt schon allein...
...der Internetzugang ist sicher eine gute Sache, aber eine Hand voll Backpacker lässt mich an allem teilhaben...ob ich will oder nicht... 😠
...bis 21 Uhr gibt es u.a. die Fußballbundesliga, Musik, Telefonate in ordentlicher Lautstärke und vielen Sprachen....echt abtörnend und z. T. extrem rücksichtslos....schade...nach 21 Uhr wird es schlagartig leer, an Tierbeobachtungen sind wohl nur wenige hier interessiert...
Manni hat inzwischen selbst das Feuer für die heiße Dusche entfacht, sonst hat das ein Mitarbeiter von Senyati übernommen, aber heute Nachmittag Fehlanzeige...was soll´s...zumindest Feuerholz liegt überall herum.
Es wird schnell dunkel, Grill ist fertig...wird auch Zeit, der Wein wirkt mit leerem Magen doppelt.


Mit Einbruch der Dunkelheit hält uns dieser Skorpion auf Trab, umkreist Tisch und Stühle, flitzt Richtung Bad und zurück. Wir haben eh´ unsere dicken Schuhe an, müssen aber trotzdem ständig den Blick auf den Boden richten...etwas anstrengend... 🙁
Elefantentrompeten lockt uns wieder runter zum Wasser...

...und verbringen noch reichlich Zeit am Wasserloch, die Elefanten scheinen hier im Wasser stehend übernachten zu wollen...


es sind viele sehr kleine Elefanten dabei, die "Tanten" helfen mit dem Rüssel... 🙂








...und bei diesem Foto musste ich eine Weile überlegen, was ich da wohl fotografiert habe...


Endlich ist es still, nur noch ein paar Nachtschwärmer verbringen selbige mit ihren Stativen hier...
Morgen um diese Zeit sind wir bereits in Sambia, ich freue mich sehr...und sage den Elefanten nun 'Gute Nacht'... 😁
Teil 417. Feb. 2017
Tag 4 - Dienstag, 01.11.2016

Heute morgen ist am Wasserloch nichts los, so werden wir nicht abgelenkt und können nach ausgiebigem Frühstück Richtung Grenze starten.
"Unser" Skorpion, der bis zur letzten Minute um unsere Füße rannte, hat sich inzwischen verzogen, wohin auch immer... 😎
Direkt an der Einmündung der Buckelpiste auf die Hauptstrasse entdecken wir diese Gruppe Elefanten mit noch schlafenden Jungtieren, ist das nicht niedlich... 🙂 ...also nicht nur ich bin hier der Langschläfer... 😉 ...und so sehen Elefantenfüße von unten aus...



Die Piste vorbei am Airport bringt uns schnell ins Zentrum von Kasane. Dort tanken wir voll, auch die beiden Reservekanister. Einige frische Sachen werden wir erst in Katima Mulilo einkaufen, denn wir haben uns wieder für den Grenzübergang Katima-Sesheke entschieden. Livingstone sollten wir heute entspannt erreichen, denn seit Tagen freuen wir uns schon auf die Holzofenpizza im Restaurant des 'The Waterfront'....die war schon nicht schlecht letztes Jahr.... 🙂
Am Ortsausgang von Kasane passieren wir das gate zum Chobe, tragen uns in eines der ausliegenden Bücher ein, kleiner smalltalk und weiter geht´s Richtung Ngoma Bridge. Kurz vor der Grenze verlassen wir den Park, tragen uns am gate aus und stehen am Botswana-Grenzhäuschen.
Ab diesem Punkt haben wir mit unseren Grenzübertritten heute einfach Pech. Im letzten Jahr flutschten wir überall so durch, aber diesmal war der Wurm drin... 🙁
Hier halten gerade vor uns 2 Tour-Fahrzeuge mit französischen Reisegruppen. Es ist so voll, dass das kleine Abfertigungsgebäude aus allen Nähten platzt. Mist....und die Lautstärke....
Irgendwann kommen auch wir dran und bekommen freundlich den Ausreisestempel.
Natürlich stehen die Reisegruppen nun auf der namibischen Seite wieder vor uns in der Schlange, neben gefühlten 100 anderen Personen, die in einer langen Reihe vor dem Schalter stehen.
Draußen wird unsere Körpertemperatur per Lichtpunkt am Ohr gemessen, ich brauche eine Weile, bis ich raffe, was man von mir will....bin ich vielleicht krank?...aah, es geht immer noch um Ebola... 😉
Gut, dass ich keinen grippalen Infekt habe, was machen die dann wohl mit uns, wenn der Temperaturcheck positiv ausfällt?
Hier stehen wir Ewigkeiten an, letztes Jahr gab´s hier einen netten Grenzbeamten, mit dem wir sogar noch etwas quatschen konnten. Diesmal bewegt sich ein behäbiger Mensch betont langsam hinter dem Schalter, bedient sowohl Ein- als auch Ausreiseschalter allein, so dass unser Schalter auch mal länger gar nicht besetzt ist. Anderes Personal sitzt einfach nur rum. Unterbrochen werden die Tätigkeiten noch durch die Mittagspause, so dass auch da nichts mehr geht, weder Aus- noch Einreise.... 🙁
Als wir endlich dran sind, wird weder gegrüßt noch schaut die eigentlich nette Dame uns an, eine ausgestreckte Hand bedeutet uns, die Pässe durchzureichen...mannomann...
Auf der weiteren Reise werden wir feststellen, dass wir nicht nur einen unglücklichen Tag erwischt haben, sondern andere unsere Erfahrung teilen...
In Katima Mulilo funktioniert die Ausreise aus Namibia halbwegs zügig, erreichen die Grenze nach Sambia und hier stehen wir uns, inzwischen etwas genervt, selbst völlig im Weg... 😠
Natürlich stürmen wieder die Geldwechsler auf uns zu, bieten Kwachas zum Tausch, aber diesmal wollen wir den Geldautomaten linksseitig des Grenzgebäudes nutzen, den wir beim letzten Mal völlig übersehen haben.
Denkste...klappt nicht, warum auch immer will der Automat unsere Visacard nicht...andere kommen und gehen fast immer mit Geld in der Hand, aber wir und wenige andere haben ein Problem.
Naja, nebenan ist ja eine Bank mit 3 Schaltern, wechseln wir eben dort...wieder denkste...nehmen nur USD, nix anderes... 🙁
Langsam werden wir knatschig und somit auch unentschlossen...wollen endlich weiter...wir haben mehr Rand als USD dabei, kramen aber irgendwann doch 100 USD raus und wechseln diese in Kwachas...muss ja weiter gehen...
Das Einreiseprocedere im sambischen Grenzoffice läuft wieder halbwegs routiniert, aber auch hier mit Verzögerungen durch die Mittagspause. Erst Visa für je 50 USD, dann Versicherung 304 Kwachas+200 Kwacha nebenan ( hier müssen wir wieder eine längere Zeit vor einem leeren Schalter warten... ) und zuletzt Road fee von 20 USD.
Genervt fahren wir endlich weiter, überqueren die Brücke und lassen den kleinen Ort Sesheke hinter uns. Ist doch seehr viel später als wir eigentlich geplant haben...irgendwie selbst Schuld... 🙁
Letztes Jahr war die Strecke bis zur Kazungula-Ferry eine Asphalt-Kraterlandschaft, dieses Mal ist ab Sesheke einiges passiert, eine neue Straßendecke macht Hoffnung, aber leider nur für das erste Drittel der Strecke. Danach geht die löchrige Piste weiter...aber schön, dass hier was passiert... 🙂

Es hat rechts und links der Straße gebrannt, ist auch noch nicht so lange her, die Rauchschwaden hängen teilweise noch in der Luft...waren das vielleicht doch die Brände, die wir gestern am Horizont gesehen haben?.....eine Mondlandschaft....





Spät nachmittags erreichen wir Livingstone, vieeel später als gedacht, der Magen hängt auf den Knien...Pizza-Halluzinationen begleiten uns schon eine Weile... 😎

Es ist schwülwarm, der Schweiß bricht selbst bei Bewegungslosigkeit aus...
...die Campsites des 'The Waterfront' sind fast leer, freie Wahl.... 🙂.... schnell ins Restaurant und die Bestellung aufgeben...endlich können wir auch die tolle Veranda direkt am Sambesi genießen, die letztes Jahr im Regen abgesoffen ist...


Nach diesem leckeren Essen und einer Flasche Wein möchten wir eigentlich den Abend auf der Campsite gemütlich ausklingen lassen. Auf der Restaurant-Veranda gab es nur ein paar Moskitos, die ein coil in Schach gehalten hat. Hier am Fahrzeug werden wir regelrecht angefallen von ( gefühlten ) Trilliarden Moskitos.... 🙁 .... nix mit gemütlich, wir setzen uns erstmal ins Auto in der Hoffnung, dass nach Einbruch der Dunkelheit der Spuk weitgehend vorbei ist. Aber wieder denkste ( heute ist der 'Denkste' - Tag... 😠 ... ), es werden immer mehr. Manni geht irgendwann schlafen, schwierig ohne diese Viecher ins Zelt zu kommen... ich versuche noch 1/2 Stündchen zu genießen... 😎
...es sind merkwürdige Moskitos, unglaublich viele, aber gar nicht aggressiv...sie stechen kaum. Kurz bevor ich auch aufgebe, schieße ich aus Verzweiflung dieses Selfie....die Gefahr, erkannt zu werden, stellt sich bei dieser Handtuch-Schutz-Maskierung wohl eher nicht... 😉

...unsere erste Nacht in Sambia ist zwar trocken, aber wieder mal sehr speziell... 😎
Teil 520. Feb. 2017
Tag 5 - Mittwoch, 02.11.2016

Geweckt werden wir nach ruhiger Nacht durch das Knattern der ersten startenden Helikopter, die zu ihren Rundflügen starten. Es ist eh´ Zeit, den Tag zu beginnen, die stickige Hitze und der vorherige Moskito-Gau haben uns auch nicht wirklich gut schlafen lassen... 🙁
Während des Frühstücks geht das Geknatter weiter, der Start/Landeplatz ist in sichtbarer Nähe. Kurz darauf startet ein motorisierter Drachenflieger nach dem anderen. Alles, was irgendwie fliegen kann, hebt hier ab...trotz des Lärms macht es Spaß, zuzuschauen... 😎
Das 'The Waterfront' hat im hinteren Teil des Palmengartens, direkt neben den Campsites, einen zweiten etwas größeren Pool. Nachdem alles gepackt ist, stürzen wir uns ins Wasser, sind fast allein hier.....genießen die Erfrischung.
Ich möchte noch einen letzten Blick auf den Sambesi werfen, auf der Veranda ist nichts los, hier könnte man Stunden aufs Wasser schauen...



Das Ziel ist Lusaka, die Strecke dorthin kennen wir, ist ziemlich unspektakulär und bis auf den Abschnitt ab Mazabuka in gutem Zustand.
Heute fahre ich die Strecke allein, habe Lust dazu und der Verkehr fließt angenehm spärlich.
In Kalomo beschleicht uns etwas Wehmut, hier geht´s ab Richtung südlicher Kafue NP, aber dazu fehlt diesmal die Zeit... 🙁 Vielleicht können wir ihn am Ende der Reise noch irgendwie einbauen...diesmal wollen wir weiter hinauf in den Norden Sambias.
In Mazabuka tanken wir noch mal auf, kaufen im sehr gut sortierten Supermarkt etwas für den Abend und biegen schließlich ca. 10 km vor Kafue auf die T2 Richtung Lusaka. Ab hier nimmt vor allem der LKW-Verkehr rapide zu, aber bis zum Eureka Camp ist es nicht weit.
Vor 1 Jahr haben wir schräg gegenüber im Sandy´s Creation übernachtet, da Camping aufgrund des sintflutartigen Regens nicht möglich war. Diesmal erreichen wir die Schranke am Eingang bei Sonnenschein. Ein hagerer alter Mann begrüßt uns strahlend, hält uns ein Buch hin, in das wir uns eintragen. Er erklärt uns kurz die Zufahrt zum Camping und öffnet die Schranke.
Wir fahren durch das anliegende Wildtiergebiet, Zebras stehen direkt am Weg. Obwohl das Camp quasi in der Stadt liegt, fühlen wir uns wie in einem entlegenen Gebiet. Kein Fahrzeuglärm, keine Stadtgeräusche, gefällt uns sehr gut hier... 🙂
Die Einfahrt zum Eureka Camp eröffnet uns den Blick auf den Platz. Hier steht heute außer uns niemand, nur vor 2 Chalets gibt´s Fahrzeuge und ein Overlander parkt direkt an der Bar/Rezeption.
Aber auch die dazu gehörenden wenigen Touristen übernachten in Chalets.
Unkomplizierter check-in, direkt bezahlen, ein paar Tourguides grillen hier draußen am Pool, prosten sich zu.
Jede campsite hat einen runden Unterstand, wir postieren uns im Schatten und genießen den Resttag.


Von der ersten Sekunde an begleitet uns ein kleiner schwarz-weißer Hund, der offensichtlich Anschluss sucht....ok, dann haben wir eben heute Abend einen Wachhund....

Nach dem Essen und Abspülen schauen wir uns noch etwas um, freuen uns auf die morgige Weiterfahrt in neue Regionen Richtung Norden. Bin gespannt, wie nah wir dem Kasanka NP kommen.
Manni geht wieder etwas früher schlafen als ich....bin allein auf dem weiten Platz, nur aus der Bar höre ich noch Gespräche und lautes Lachen, aber wir stehen weit entfernt.
Mein kleiner schwarz-weißer Freund ist immer dabei, während ich mich den Rändern des Camps nähere...alles ist mit Stacheldraht umzäunt...

...was steht da direkt neben der Laterne am Zaun? Sie schaut mich an und ich bin völlig fasziniert... 🙂 ...eine Giraffe und ich ganz allein hier...wir schauen uns an...irgendwie ein magischer Moment...alle anderen Geräusche verschwinden gerade...ich bewege mich nicht mehr, aber das Tier ist nicht besonders ängstlich und schaut weiter in meine Richtung...


...noch wage ich nicht den Blitz zu betätigen, möchte sie nicht vertreiben...

Lange stehen wir uns gegenüber, irgendwann kommt sie ("Er") langsam auf mich zu, es sind wohl die leckeren Bäume, zwischen denen ich stehe...nun wage ich den Blitzeinsatz und es stört ihn überhaupt nicht... 😎... ich folge ihm eine Weile...




...und hier kommt das 2. Tier, eine "Sie"...ich finde sie neben den Chalets...es scheint wohl ein Paar zu sein... 🙂

Ich beobachte die beiden noch eine Weile, dann klettere auch ich in´s Bett....das war ein schöner Abschluss heute... 😎
Teil 622. Feb. 2017
Tag 6 - Donnerstag, 03.11.2016

Heute brechen wir auf zu neuen Ufern, nördlich von Lusaka waren wir noch nicht...mal sehen, wie weit wir auf dem Weg zu unserem 1. Ziel 'Kasanka NP' kommen.
Unser Wachhund hat sich inzwischen verdoppelt...nach einigen Irritationen unsererseits sitzen nun 2 von der Sorte an unserem Fahrzeug, sie sehen sich zum Verwechseln ähnlich... 😉
Auf dem Weg zum Zentrum Lusakas liegt ein riesiges shopping center, dort haben wir uns letztes Jahr mit allem Notwendigen eingedeckt. Außerdem ist der Parkplatz bewacht, kann ja nicht schaden.
Hier decken wir uns mit frischen Lebensmitteln ein, keine Ahnung, wie die weitere Versorgungssituation nördlich von Lusaka sein wird. Außerdem gibt´s eine Bank, etwas mehr Kwachas in der Tasche können auch nicht schaden. Ein Stück weiter kommt eine günstige Tankstelle, die auch Kreditkarten akzeptiert ( wir fragen immer vorher, ob das funktioniert, ist nämlich nicht selbstverständlich... 😎 ), wir tanken voll.

Am späten Vormittag starten wir endlich, passieren den ersten Kreisverkehr und halten uns strikt an die Verkehrsregeln. In diesem Kreisel wurden wir vor 1 Jahr von der Polizei herausgewinkt, da wir uns links einordneten, aber nicht links abgebogen sind. Nur die Tatsache, dass es weder Markierungslinien noch Pfeile auf der Straße gab, rettete uns vor einem Knöllchen... 😉
Diesmal kennen wir uns aus...alles geht glatt...es ist viel angenehmer und vor allem schneller, Richtung Norden durch Lusaka zu fahren als Richtung Osten, da man die Bahngleise und somit die 3 Nadelöhr-Brücken nicht passieren muss. Dabei haben wir fast immer endlos viel Zeit verloren. Diesmal rollen wir locker ohne abzubiegen durch die Stadt, auf die Great North Road Richtung Kabwe kommen wir automatisch.

Wie immer bieten an jeder Ampelkreuzung zahlreiche Händler ihre Waren an. Von Sonnenbrillen über Shorts, Handtücher, Schuhe....nahezu alles kann man hier bekommen und einige Sachen sehen auch ganz gut aus.... 🙂

Chinesische Schriftzeichen begegnen uns überall in Sambia, auch auf dem Kleinbus vor uns...

Der Verkehr ist lebhaft, viele Klein-LKW sind unterwegs. Je weiter Lusaka hinter uns liegt, um so zahlreicher werden die Gemüsestände an den Straßenrändern. Hier kann man immer ganz gut ablesen, was gerade geerntet wird. Die Auswahl ist nicht groß, aber was gerade Saison hat, gibt es in Mengen...aktuell sind das Wassermelonen und 'Butternut'-Kürbisse....hier und da auch Tomaten und rote Zwiebeln.

Wie wir auf der gesamten Reise feststellen werden, ist unser geliebter Knoblauch absolute Mangelware im Land und sündhaft teuer... 🙁
Der Gegenverkehr gibt uns häufig die Lichthupe, die Polizei blitzt hier überproportional häufig. Ich meckere herum, dass Manni sich penibel an die Geschwindigkeitsbegrenzungen von 60 bzw. 80 km/h halten soll....während ich schimpfe, passiert es auch schon....unsere gesamte Kolonne wird heraus gewinkt, vor uns ein Pickup und ein Moped, ein Klein-LKW und weitere PKW hinter uns....na super....was das wohl kostet....Manni beteuert, dass er nicht zu schnell war... 😠
Ich bin stinksauer, steige auch nicht aus...soll er mal allein ausbaden...er kommt und kommt nicht wieder, hockt neben dem Auto, in dem eine Polizistin vorn und ein 'höheres Tier' hinten sitzt. Der Pickup-Fahrer vor uns ist sichtbar stinkig, knallt die Tür, muss einige Male hin und her rennen, um seine Papiere zu holen. Manni erzählt mir hinterher, dass dieser Typ sich einen Riesen-Anschiss vom Polizeioberen eingeholt hat, da er nur herumschimpfte und auch laut wurde. Irgendwann wurde das 'hohe Tier' ebenfalls sehr kurz seeehr laut und drohte mit 'Jail', da wurde es schlagartig ruhig und gesittet....das Großmaul hielt einfach die Klappe... 😎
Manni wurde als Tourist intensiv ausgefragt: wie gefällt euch denn Sambia? Ihr wart schon einmal hier? Wo wart ihr denn? Was hat euch am besten gefallen?...usw...sie waren sehr nett.
Ich hatte Befürchtungen bezgl. Korruption, aber alle Gestoppten mussten dasselbe bezahlen: 300 Kwacha.

Und so sieht ein sambischer Strafzettel wegen zu schnellen Fahrens aus:


Interessant war auch die Höhe unserer Geschwindigkeitsüberschreitung, erst hieß es "83 km/h bei 80", dann 87 km/h. Auf die Frage, was denn eine weit höhere Überschreitung von z.B. 100 km/h kosten würde, hieß es "auch 300 Kwacha"...selbst bei 81 km/h wäre der Betrag fällig geworden. Also extreme Vorsicht bei Geschwindigkeitsbegrenzungen, selbst 1 km/h kann zu viel sein.

Straßenkontrollen gibt es immer wieder, die Führerscheine interessieren kaum, meistens wird die Versicherung und das 'Road fee' - Dokument kontrolliert, diese Unterlagen packen wir gar nicht mehr weg.
Irgendwann passieren wir Kontrollhäuschen, die eine 'Road fee' kassieren wollen. Diese Kassenhäuschen sind nagelneu, wird es wohl in Zukunft häufiger in Sambia geben, wir sehen auf unserer Reise noch einige im Bau befindliche. Der Mitarbeiter ist sehr fair, da wir ja ahnungslos sind und fragt, wann wir ins Land gekommen sind. Nach unserer Antwort "vor 3 Tagen" und der Kontrolle unseres 'Road fee' - Belegs erklärt er uns, dass wir 4 Wochen im Land bleiben können ohne irgendwo eine 'Road fee' bezahlen zu müssen....schon wieder was dazugelernt...vielen Dank... 🙂
Überhaupt waren alle Kontrollen auf unserer Reise - und die waren zahlreich - sehr freundlich, fair und meist mit nettem small talk verbunden...


Kurz vor Kabwe passieren wir das Fig Tree Cafe, sind schon vorbei, schauen uns an, die eintönige Strecke hat uns müde gemacht...wir drehen und kehren dort ein...eine sehr gute Idee... 🙂
Die Kaffee-Auswahl ist üppig, auf einer Kreidetafel ist das Sortiment aufgeschrieben, wir entscheiden uns für Filterkaffee einfach und setzen uns in den Garten. Ein schöner Ort zum Rasten, finden auch zahlreiche andere Gäste.
Jemand bringt uns den Kaffee an den Tisch, wir bleiben länger, ist nett hier.


Ein großer Souvenir-Shop vor dem Gebäude lockt bestimmt viele, wir sind immun, kaufen schon lange keine Souvenirs mehr...
Als wir gehen, fällt mir neben unserem Fahrzeug der besonders schöne Garten neben dem Haus auf, viele schöne Blüten an den Bäumen, ich versuche am Zaun ein paar Fotos zu machen und "peng" fühlt es sich an, als wäre mir eine Kokosnuss auf den Schädel gefallen, nicht schmerzhaft, aber ein ordentlicher Schlag...toll...ein dicker Draht über dem Zaun führt Strom, leider kann ich weit und breit kein Hinweisschild erkennen noch die üblich sichtbaren weißen Halterungen....puuh, dumm von mir und wirklich nicht angenehm...gut, dass ich keinen Herzschrittmacher habe.... 😎
Durch Kabwe geht es zügig und problemlos, nach ca. 60 km erreichen wir Kapiri Mposhi. Hier endet die TAZARA-Eisenbahnstrecke nach Dar-es-Salaam, direkt an der Straße entdecken wir eine riesige Schienen-Drehscheibe zum Umkehren der Lokomotiven....



Nach wenigen Kilometern kommt der Abzweig auf die Great North Road - T2 - Richtung Tanzania. Wie immer bei "Neuland" würde ich viel lieber noch weiter geradeaus auf der T3 fahren, das heben wir für´s nächste mal auf... 😎
Wir biegen rechts ab, viele LKW stehen links und rechts der Straße, Verkaufsstände überall, hier kann man sich wieder mit fast allem Notwendigen eindecken.


Die TAZARA-Bahnstrecke liegt rechtsseitig und wird uns bis zu unserem Endpunkt an der T2 begleiten, leider sehen wir nie einen Zug... 🙁
Inzwischen ist es 16.30 Uhr, wir werden den Kasanka NP nicht mehr erreichen, haben auch keine Lust mehr heute. Die nächste ( und einzige uns bekannte ) Unterkunft ist das Forest Inn in ca. 60 km. Das schauen wir uns mal an, vielleicht gibt es dort auch was Leckeres zu essen, wir haben heute auf Kochen keine Lust mehr.

Nach ca. 30 min. stehen wir vor dem Eingangstor, das sofort geöffnet wird. In der Rezeption finden wir einen strahlenden Angestellten vor, wir checken ein. Auf die Frage, ob das Restaurant geöffnet ist, nickt er und reicht uns direkt die Speisekarte, wir sollen vorbestellen, es braucht ca. 1 h Vorbereitung...uns soll´s Recht sein, der Magen hängt auf den Knien.
Seine Empfehlung "Hähnchenschnitzel mit Pommes und Salat" nimmt Manni sofort, ich wähle Halloumi gegrillt auf Toast mit Salat.
Wir sind die einzigen Camper hier, nur einen weiteren Gast sehen wir später im Restaurant.

Ein Stellplatz ist schnell gefunden, das Nötigste aufgebaut und ab zum Essen. Der Kellner ist tiefschwarz mit strahlend-weißen Zähnen, die er uns auch ständig breit lachend zeigt. Er ist total niedlich, weil er sich offensichtlich so sehr über Gäste freut. Auch hat er einen richtig feinen Anzug an wie das gesamte Restaurant-Personal. Wir bestellen eine bezahlbare Flasche Rotwein, das Essen ist exzellent...ein wunderschöner relaxter Abend hier und bezahlen können wir sogar mit Kreditkarte... 🙂
Die Straßengeräusche sind nicht störend, wir sitzen noch etwas an unserer campsite, bis wir irgendwann müde ins Dachzelt krabbeln. Und morgen steht endlich der Kasanka NP auf dem Programm...
Teil 728. Feb. 2017
Tag 7 - Freitag, 04.11.2016

Die Nacht war ruhig und erholsam, beim ersten Sonnenstrahl springen wir aus dem Bett. Ein herrlicher Tag beginnt mit blauem Himmel und angenehmen Temperaturen. Seit Livingstone, wo es erdrückend heiß war, sind wir stetig bergauf gefahren, ohne es wirklich zu merken. Inzwischen befinden wir uns auf mehr als 1.200 m über NN, unglaublich, wenn man in die Fläche blickt und Bergketten am Horizont erkennt.
Ab hier ist Manni´s Armbanduhr mit Höhenmessfunktion mein ständiger Begleiter, denn mich fasziniert dieses auf und ab in Sambia... 🙂
Nach Frühstück und Abbau des camps springen wir unter die Dusche, die uns heute morgen allein gehört. Klein, aber sauber und nett ist es hier, ich breite mich ordentlich aus mit meinen Utensilien, nehme mir mehr Zeit als sonst, denn den Kasanka NP sollten wir heute lässig erreichen... 😎

Auf dem weitläufigen Gelände steht Einiges an verrosteten Gegenständen herum wie z.B. ein Wasserbüffel, der von weitem verblüffend echt aussieht, und alte Dampfmaschinen bzw. Teile davon. Ich schlendere über den Platz, im Hintergrund ist immer wieder Kinderlachen zu hören, als wäre hier eine Schule oder Ähnliches auf dem Gelände.



Los geht´s und wir biegen direkt hinter dem Eingangstor wieder auf die T2 Richtung Norden.

Der LKW-Verkehr aus Richtung Tanzania kommend ist enorm, wohin fahren die wohl alle und was verbirgt sich unter den Abdeckplanen? Auch kommen uns viele Tanklastwagen entgegen.

Der Straßenzustand ist sehr unterschiedlich, mal fast wie neu mit breitem Randstreifen, aber wesentlich häufiger mit Löchern in der Teerdecke und, was mich wirklich nervös macht, einem völlig "abgefressenen" Straßenrand, der stellenweise auch einen ordentlichen Absatz zur umgebenden Landschaft hat. Die Trucks, die uns entgegenkommen, meiden natürlich ebenfalls diesen hohen, löcherigen Rand und fahren mehr mittig, so dass wir häufig auf der gelben, "abgefressenen" Kante entlang eiern müssen...sehr unangenehm... 🙁
...einige Male sehen wir die Reste von umgekippten LKW am Rand liegen, denen u.a. diese Kante wohl zum Verhängnis geworden ist....neben einschlafen und was weiß ich noch.... 🙁
Wir passieren die Orte Mkushi und Serenje, immer wieder den hohen Bahndamm neben oder über uns...er schlängelt sich mit uns dahin...linksseitig kommt der Kongo mit seinen Höhenzügen am Horizont ganz nah... 🙂


Verkaufsstände erscheinen am Straßenrand, die die obligatorische Holzkohle, aber zunehmend auch Haushaltsgegenstände wie Besen, Beile u.ä. verkaufen. Sobald wir halten, rennt aus dem Nirgendwo jemand in unsere Richtung, obwohl alles wie ausgestorben wirkt. Hütten sehen wir an dieser Straße nur selten, dafür um so häufiger Straßenkontrollen, gekennzeichnet mit orangefarbenen Hütchen und verbeulten Tonnen. Man interessiert sich aber hauptsächlich für die LKW´s... 😉

...und der hat Pech gehabt, sieht aus, als ob hier schon länger repariert wird... 🙁


Ca. 40 km hinter Serenje kommt der Abzweig links auf die D 235 Richtung Kasanka NP. Hier befindet sich ein kleiner Markt und einige Häuser, richtig was los hier im Gegensatz zur Strecke davor...


Kaum biegen wir ab, hört der nervige Gegenverkehr auf. Bis zum Eingang des NP kommt uns kein Fahrzeug mehr entgegen, außer Radfahrern und Fußgängern sind wir die einzigen, die hier unterwegs sind. Entsprechend gut sind die Straßenverhältnisse, fast wie neu... 🙂

...die beiden hatten auch schon bessere Tage... 🙁


Nach eintöniger Strecke mit wenig sichtbaren Häusern erreichen wir eine Polizeiabsperrung, die sofort geöffnet wird. Direkt dahinter befindet sich die Einfahrt zum NP, weiter Richtung Norden fahren offensichtlich nicht viele Fahrzeuge, das Dorfleben findet direkt auf der Straße statt... 😎

Wir betreten das steinerne Gebäude, wo wir einen Ranger in Tarnkleidung vorfinden. Ich verstehe sein Englisch nur mit Nachfragen, hier kommen Mannis Sprachtalente besser zum Einsatz, er versteht jedes noch so undeutliche Wort... 😎
Guten Tag, wie geht´s usw...etwas smalltalk...dann die Frage, ob wir vorreserviert haben...nein, haben wir nicht, möchten aber gern 2 Nächte bleiben...
Ein knatschendes Funkgerät wird bemüht, es dauert, bis sich jemand meldet, verstehe nichts von dem, was geantwortet wird...sch... Verbindung... 🙁
Aber wir haben Glück, können 2 Übernachtungen auf der einsamen Kabwe Campsite ergattern ( hätten wir wählen können, wäre sie es auch gewesen... ).
Ein großes abgegriffenes Buch wird geöffnet, ich trage uns ein, während Manni die 660 Kwacha Eintrittsgebühr bezahlt...Camping fee sollen wir am Headoffice an der Wasa Lodge bezahlen. Dann öffnet sich die Schranke und wir fahren in den Park... 🙂
Der Weg schlängelt sich durch dichtes Buschwerk, die rotbraune Färbung am Gestrüpp sieht so aus, als ob hier in der Regenzeit alles unter Wasser stehen würde...



An der Wasa Lodge werden wir bereits von einem rothaarigen Mädel erwartet, Volontärin oder so.... 🙂
Wir folgen ihr ins office, sie textet uns ununterbrochen in superschnellem Englisch zu, habe wieder Mühe, ihren Erklärungen zu folgen...heute fühle ich mich sprachlich nicht auf der Höhe... 😠 ...sie freut sich offensichtlich über jede Unterhaltung an diesem relativ einsamen Ort... 😎
Der Preis für 2 Campingübernachtungen beträgt 80 USD oder 800 Kwacha, die wir bevorzugen.
Wir sollen um 16 Uhr vom Camp zu den Aussichts-Hides starten, sie empfiehlt uns als besten Aussichtspunkt die Wiesenfläche am BBC Hide, die Hides selbst sind ausgebucht ( würde rückblickend immer die Wiesenflächen bevorzugen... 😉 ).
Das Navi kennt unser Camp, wir folgen der Piste, überqueren den kleinen Kasanka River, der tatsächlich etwas Wasser führt, folgen einer offenen Fläche wieder ins Buschwerk, biegen irgendwo rechts ab und am Ende wartet das leere Camp auf uns...hier gefällt es uns sofort... 😎
Unsere Camp-Hüter kommen sofort nebenan von ihrer Hütte, erklären uns Dusche und Toilette und das sie alle unsere Wünsche erfüllen werden... 🙂 ... Heißes Wasser für die Dusche sollen wir anfordern, sie erzählen uns auch etwas über die Tiere um uns herum. Vor allem der ältere der beiden spricht sehr gut Englisch und lernt offensichtlich den Jüngeren gerade an.
Wir bauen Tisch und Stühle zwischen den Bäumen auf und genehmigen uns, ausnahmsweise, ein Bier vor 4...herrliche Ruhe hier und ein beeindruckender Blick auf die Ebene vor uns... 😎
Der gesamte Platz ist sauber gefegt, überall, wo jemand entlanggehen muss, liegt kaum Laub, außerhalb des Camps dafür umso mehr braune Blätter...heute Abend werden wir wissen, warum dies hier so wichtig ist... 😎
Um kurz vor 16 Uhr machen wir uns auf den Weg Richtung Wasa Lodge und Hides. Direkt hinter der Furt geht es rechts ab zum Fibwe und BBC Hide. Die Vielzahl der Wege ist verwirrend, wenn man das erste Mal hier durchfährt, aber irgendwann haben wir den BBC Hide gefunden. Auf einem kleinen Parkplatz stellen wir den LC ab, laufen noch ein Stück bis zum Hide...es ist ein merkwürdiges Gefühl, im afrikanischen Busch so allein herumzulaufen...hier soll es ja fast keine gefährlichen Tiere geben...trotzdem komisch... 🙁
...der BBC Hide...


Natürlich sind wir viel zu früh und die einzigen hier, dieser Hide ist nicht allzu hoch, dafür gibt es eine Wiese mit dem Schild 'public viewing'....das ist das wahre 'PUBLIC VIEWING'.... 🙂

Nach einer Weile kommt ein Ranger mit Gewehr, im Schlepptau ein paar Touristen, wahrscheinlich aus einer der Lodges.
Wir kommen ins Gespräch und er empfiehlt uns, besser die Wiese am Fibwe Hide aufzusuchen, die sei viel besser als Aussichtspunkt... 😉

Hört sich glaubwürdig an, wir brechen auf und suchen den nicht weit entfernten Fibwe Hide auf, wieder ein kleiner Parkplatz und schon folgen wir dem Weg, der sich durch ein Gewürm von kleinen Bachläufen und Plankenübergängen windet.
Ja, diese Wiese gefällt uns auf Anhieb besser, sie liegt mitten in der Ebene, der Fibwe Hide befindet sich am Rand der Fläche in einem Mahagonibaum, zwar wesentlich höher als der BBC Hide, aber wir fühlen uns in der Fläche, so glaube ich, wohler.... 🙂

...im Hintergrund der Fibwe Hide...


Hier stehen ein paar Bänke, hinter uns kommt nun auch ein Ranger mit Gewehr, setzt sich auf eine Bank. 2 Bier zum Sonnenuntergang haben wir noch dabei und langsam kommen noch ein paar Touristen...der Lärm vom Hide zeigt an, dass es dort wesentlich voller ist.
Wir sind nicht die einzigen, die sich ein Bierchen mitgebracht haben...unser Wachmann bekommt eine 0,5 l Flasche kaltes Wasser von uns - er ist ja im Dienst - und freut sich sichtlich... 🙂
Ein junge Kanadierin schwärmt, wie wahnsinnig beeindruckend dieser Schwarm am gestrigen Abend war und macht mich noch viel gespannter, als ich es eh´ schon bin.
Die Sonne ist weg und endlich geht es los, in westlicher Richtung tut sich was, zuerst noch eher in Bodennähe fliegen die Flughunde hin und her, bewegen sich aber nur vereinzelt in unsere Richtung und das geht recht lange so. Selbst meine kanadische Freundin guckt enttäuscht aus der Wäsche...klappt das nicht automatisch jeden Abend so...?

Dann sind fast alle Tiere wieder verschwunden, auch wir sind gerade etwas enttäuscht...war´s das etwa schon...?

Und dann, nach ca. 30 Min., geht plötzlich die Post ab, als hätte jemand den Korken aus einer Flasche gezogen...es ist ein unglaubliches Schauspiel, dass mit keiner Linse, weder Foto noch Film, auch nur annähernd eingefangen werden kann...
Wir legen uns auf die Wiese und schauen einfach in den Himmel, nachdem ich vergeblich versucht habe, das zu fotografieren....die Realität ist so viel besser.... 🙂





...erinnert an kryptische Schriftzeichen... 😉


Es sind so viele, dass einem im Stand beim Hochblicken richtig schummerig wird, so sehr flimmert dieser vorbeiziehende Flughunde-Schwarm vor Augen...und das Geräusch der Flügel dazu...der Schwarm ist untermalt von einem Grundrauschen....Wahnsinn.... 😎

...manchmal kann man gegen das Licht ihren Körper durchscheinen sehen...bin ich froh, die Wiesenfläche als Ausguck gewählt zu haben, am Boden liegen und nach oben zu schauen ist wahrscheinlich die beeindruckendste Variante der Beobachtung...



...es wird immer dunkler und nur noch einige Nachzügler sind unterwegs...

Diesen buckeligen Weg mit Löchern in der Wiese geht man besser nicht im stockdusteren...und eine Taschenlampe sollte man dabei haben... 😎

Am Auto angelangt ist es fast dunkel und auf der Rückfahrt zum Camp sind wir beide noch völlig geflasht...das hält noch den ganzen Abend an, da bin ich mir sicher und jetzt schon froh, 2 Nächte hier zu sein...das begreift man nach dem ersten Mal in seiner ganzen Größe noch nicht... 😎

Wir erreichen unseren Platz...im Dunklen sieht doch alles völlig anders aus...und hier brennt schon das Lagerfeuer...unsere Camp-Hüter waren sehr fleißig und wenig später hängt das heiße Duschwasser am Haken, was für ein Luxus... 🙂

Heute gibt es kalte Küche, wozu schleppen wir Brot, Thunfischdosen und anderes Zeug mit uns rum? Genau für solche Abende ist es gedacht...
Die heiße Dusche reicht exakt für 2 Personen und mit etwas im Magen lassen wir am Lagerfeuer die Eindrücke sacken...die Fahrt hierher hat sich jetzt schon mehr als gelohnt... 🙂
Der ältere der beiden Wächter sitzt noch kurz mit uns an "seinem" Feuer, informiert uns, dass noch Gäste unterwegs sind, die wahrscheinlich um 11 Uhr abends eintreffen werden...schade...ich hatte gehofft, wir sind allein im Camp... 🙁
Aber noch genießen wir die Stille, leuchten aber unser Fahrzeug rundherum gut aus...auf dem Boden krabbelt so Einiges herum...deshalb also ist alles so penibel gefegt...und diese kleine Schlange finden wir zufällig mit Hilfe unserer Taschenlampe...sie fühlt sich unwohler als wir und flüchtet gemächlich Richtung Laub...dank eurer Hilfe weiß ich, dass es sich um eine Herald Snake - Crotaphopeltis hotamboeia - handelt... 😎



...ich weiß, sie ist auf folgendem Bild, aber ich kann sie kaum erahnen...wer findet sie?


Gerade möchten wir schlafen gehen, als 2 Scheinwerfer den Platz erhellen. Ein weißer Hilux, besetzt mit 4 Personen, 3 jungen Männern und 1 Frau, platzieren sich am Rand der Campsite, kommen nicht zum Feuer, sagen nicht 'Hallo' oder sowas...mmh...komisch... 🙁
Schnell und halbwegs leise bauen sie 3 kleine Zelte am Gebüsch im Laub auf und weg sind sie...gute Nacht...noch ein Glas Wein und wir machen uns auch bettfertig... 😎


...und die nerven uns den gesamten Abend...laufen ständig in rasantem Tempo um´s Auto und sogar auf dem Feuersockel herum, auf den wir wegen der Krabbelviecher unsere Füße gelegt haben...ich glaube, es ist eine Walzenspinne...und es sind einige hier...

...wer das ist, keine Ahnung, fühlt sich aber sehr wohl am Feuer... 🙂

Freue mich jetzt schon darauf, das Flughund-Spektakel morgen noch einmal erleben zu dürfen...werde wohl noch weniger fotografieren und mehr genießen... 🙂
Teil 807. März 2017
Tag 8 - Samstag, 05.11.2016

Am Morgen sind unsere Nachbarn früh auf und haben ihre Habseligkeiten im kleinen Unterstand des Camps mit Tisch und Bank aufgebaut. Ok, sollen sie ihn allein nutzen, sie haben schließlich außer kleiner Iglu-Zelte keine Campingausrüstung dabei...
Leider verhalten sie sich weiterhin sehr merkwürdig, keiner schaut herüber, kein Blickkontakt, kein 'Hallo' oder 'Guten Morgen'....naja... 🙁
Wir stehen direkt neben dem noch warmen Lagerfeuer, das sie mangels Kocher schließlich zum Erwärmen ihres Frühstücks nutzen ( Dosenbohnen und noch mehr Dosenbohnen... 😉 ... ).
Im Vorbeigehen erhaschen wir einen kurzen Blickkontakt und zumindest 2 von den Jungs werfen uns ein kurzes Lächeln mit 'Good morning' zu, aber das war es auch schon wieder...was soll´s... 😎
Heute werden wir einen entspannten Tag im Park verbringen, der einzige Termin in unserem Kalender ist wieder heute Abend mit den Flughunden. Der Park soll ja sehr wenige und scheue Tiere aufweisen, wir machen uns keine Hoffnung, tagsüber bei der Hitze einige davon zu sehen... 🙁
Plötzlich kommt völlig aufgeregt unser Camp-Attendant angerannt, wir sollen sofort mitkommen zum Rand des Camps...schnell...schneller...
Das Camp liegt direkt an einer weiten Ebene, die den Kasanka River beidseitig umschließt. Dort vorbei schlängelt sich die Camp-Ausfahrt, die wir ein Stück hinter ihm herlaufen...

Und da ist das Objekt der Aufregung: ein Elefant!...direkt unter dem Pfeil ist er als kleiner dunkler Punkt erkennbar.... 😎 Der ältere Attendant ist voller Freude, uns diesen einzigen Elefanten hier in der Umgebung des Camps zeigen zu können und völlig stolz... 😎 ...er sei sehr selten zu sehen und "we are very lucky..." 🙂
Unsere Camp-Nachbarn schauen etwas enttäuscht aus der Wäsche, dass hier so ein Aufheben um einen Elefanten in der Ferne gemacht wird und schlurfen zurück ins Camp...


Ich bleibe irgendwann allein zurück und gehe den Fahrweg entlang Richtung Wasser, schaue nur wenige Minuten in der Gegend herum und da ist der Elefant weg, wie eine Erscheinung ist er in kürzester Zeit spurlos verschwunden... 🙁 ....schade, wollte noch ein paar Fotos machen...
Unser Frühstück ist eh´ beendet und wir beschließen Richtung Luwombwa Fishing Lodge zu fahren, also mal die westliche Seite des Parks erkunden.
Glücklicherweise gibt es im Camp kaum Tsetsefliegen, nur bei den Fahrten durch den dichten Busch sind es ein paar mehr, aber weit entfernt von einer Plage... 🙂

Ereignislos schlängelt sich die Fahrspur durch die Fläche, wie befürchtet sind außer ein paar Vögeln und Gazellen in der Ferne keine Tiere zu sehen...was soll´s...zumindest ist es herrlich ruhig hier... 🙂
Die Lodge liegt direkt am Luwombwa River und macht einen netten, einfachen Eindruck.

Es kommt jemand vom Personal und spricht kurz mit uns, aber wir wollen ja nur etwas herumschauen...alles ok...
An der Zufahrt zum Fluss liegen ein paar unbenutzt aussehende Boote und ein Ponton, der bei diesem niedrigen Wasserstand anscheinend selten zum Einsatz kommt.

Außer einiger Fische und Libellen ist nichts Lebendiges sichtbar.
Ein Stück den Fluß entlanglaufend erreichen wir eine kleine Aussichtsterrasse mit Blick auf´s Wasser. Hier "lümmeln"... 😎... sich 2 ältere Herren mit Kamera und einigen Bierchen durch die Mittagszeit. Ist bestimmt ein netter Ort für den Abend und es soll nach ihrer Aussage ein guter Ort für Birdwatching sein.

Wir haben weder Eile noch Ziel, so rollen wir einen offensichtlich selten benutzten Weg nördlich am Luwombwa River entlang, im Schritttempo geht es durch den teilweise sehr dichten Busch, manchmal öffnet sich dagegen die Landschaft zu einer weiten Ebene um den Mulembo River herum. Dort gibt es auch mal kleine Lagunen, aber nur sehr scheue Tiere. Ein großer Leguan springt direkt bei unserer Ankunft ins Wasser, Vögel sehen wir nur in weiter Ferne...




Irgendwann biegen wir rechts auf einen schmalen Weg und lassen den Fluss hinter uns, fahren auf Chikufwe zu, eine weite Ebene öffnet sich vor uns...




Die gesamte Fläche ist mit hellgrauen Termitenhügeln bedeckt...


...mit Blick auf die Uhr rollen wir zurück Richtung Camp, heute kochen wir vor der "Flugshow", da wir garantiert wieder erst im Dunklen zurückkommen.


Unsere Nachbarn im Camp sitzen herum und machen nichts....merkwürdig ist auch, dass 2 Zelte, obwohl unbeaufsichtigt, halb geöffnet sind...das bleiben sie auch, während wir kochen.... 🙁
Verstehe ich nicht, sie wirken nicht wie Touristen und sollten doch eigentlich wissen, was so alles ins Zelt krabbeln kann.
Manni erzählt ihnen vom Geschlängel und Gekrabbel gestern Abend, sie reagieren cool, danke...und ändern erst mal nichts.
Aber nach 10 Min. schließt zumindest einer der Jungs sein Zelt.... 😎
Nach Spaghetti mit roter Soße spülen wir, das wird eine Punktlandung, um 16 Uhr sind wir mit dem Pflichtprogramm fertig und starten Richtung Fibwe Hide... 🙂
Die Orientierung fällt heute leichter, finden direkt zum Parkplatz des Fibwe Hides...es ist wesentlich voller als gestern, der Lautstärke nach zu urteilen ist der Hide brechend voll, auch auf der Wiese ist wesentlich mehr los...unser bewaffneter guide heute ist unser "Berater" von gestern am BBC Hide....er bekommt auch eine kleine Flasche Wasser... 😉 ...und erzählt, dass die Flughunde tagsüber überwiegend in Büschen und nicht in Bäumen hängen...
Es kommt auch einer unserer Camp-Nachbarn, der allein wesentlich gesprächiger ist als in der Gruppe, und lüftet das Geheimnis: sie sind in der Tat keine Touristen, sondern Beschäftigte bei unterschiedlichen NGO´s in Lusaka, also arbeitende Bevölkerung....das erklärt Einiges... 😉 ...die wollen einfach ihre Ruhe...
Er ist Kanadier, die 3 anderen aus den USA, sind spontan und sehr spät erst am Freitag in Lusaka gestartet, um mal etwas vom Land zu sehen...und mehr als Flughunde gucken wollen sie an diesem Wochenende auch nicht...
Zur selben Zeit wie gestern beginnt das Spektakel, heute fotografiere ich kaum, versuche mit meiner kleinen Kamera aus der Hand etwas zu filmen, vielleicht ist die "Show" so besser vorstellbar, aber dann lasse ich es ganz uns genieße... 😎



...auch andere hier vergessen irgendwann zu filmen. Vor mir steht jemand mit Stativ und Riesenobjektiv, aber so richtig klar kommt er mit der Masse der Tiere auch nicht und blickt irgendwann nur noch staunend in den Himmel... 😎
Auch das Ende ähnelt dem von gestern...es war wieder beeindruckend, aber nun können wir morgen mit einem richtig guten Gefühl weiterreisen... 🙂 ...mehr geht nicht... 😎...


Bevor alle anderen die Wiese verlassen, sind wir bereits am Auto, der Parkplatz ist 3mal so voll wie gestern.
Es ist wieder Nacht bei Erreichen des Camps, das Feuer brennt, das heiße Wasser hängt bereits über der Dusche. Wir sind die ersten und stürzen uns unter den heißen Strahl...heute müssen die Attendants richtig arbeiten und 3 Fuhren heißes Wasser ranschleppen.
Während die anderen in der kleinen Hütte ihr Essen zubereiten, kommt unser Camp-Hüter angerannt, wir sollen mitkommen, da ist was Interessantes für uns...wir laufen mit ihm zu seiner Hütte und finden dieses Tier... 🙂
...die Bestimmung war auch mit eurer Hilfe schwierig, aber wahrscheinlich ist das eine
"Amblyodipsas polylepis = Common purple-glossed snake"




Am Feuer lassen wir den letzten Abend hier ausklingen...ein sehr angenehmer Ort, um einige Tage zu relaxen...die Zelte der Nachbarn haben sich früh geschlossen, wahrscheinlich wollen sie morgen früh starten....aber selbst ein kurzes 'Gute Nacht' gab es heute wieder nicht... 🙁
...so verbringen wir die Zeit am Feuer mit den Walzenspinnen und einem kleinen Skorpion, der schnell unter dem Auto verschwindet...

...bin gespannt, wo wir morgen übernachten...gute Nacht... 🙂
Teil 911. März 2017
Tag 9 - Sonntag, 06.11.2016

Heute müssen wir uns nicht beeilen, spätestens am Mutinondo Wilderness Camp werden wir übernachten. Gemütliches Frühstück, noch einmal die Dusche genießen und vor allem die Ruhe, nachdem unsere Nachbarn ihr Camp zeitig und lärmend abgebaut und den Platz verlassen haben. Natürlich wie gewohnt ohne Blickkontakt und 'Good bye'...trotzdem gute Fahrt zurück nach Lusaka wünschen wir euch.... 😎



Um kurz vor 10 Uhr starten auch wir, stoppen an der Hütte unserer Camp-Hüter, um uns zu verabschieden. Ein bisschen was von unseren Vorräten bleibt hier, so nett wie wir betreut wurden....macht´s gut ihr zwei..... 🙂
Richtung Wasa Lodge müssen wir den Kasanka River überqueren, ein Gedenkstein aus dem Jahr 2012 ehrt alle, die an diesem Brückenbau und der Finanzierung beteiligt waren.



Unterwegs machen sich die Tiere weiterhin rar...klar...sie tummeln sich lieber an der relativ großen Wasserfläche des Wasa-Sees. Wir stoppen noch mal, inzwischen ist es in der Sonne ordentlich heiß, drücken uns im Schatten herum und beobachten die Tiere am Wasser.


Mit Blick auf die Uhr müssen wir schließlich weiter, denn das Livingstone Memorial ganz in der Nähe soll nun auch noch mit, wenn wir schon mal hier sind...
Bei Erreichen der Hauptstraße biegen wir deshalb links ab und finden nach 10 km rechts eine gute Beschilderung zum Memorial, wie überhaupt der gesamte Weg dorthin gut beschildert ist. 'Chief Chitambo´s Palace' bleibt links liegen und die ca. 25 km zum Memorial liegen vor uns. Die sehr schlechte Piste führt durch zahlreiche Dörfer, in denen heute Gottesdienste im Freien stattfinden. Uns ist es unangenehm, diese Staub aufwirbelnde Strecke mitten durch die Dörfer zu fahren und die fein zurechtgemachten Menschen zu verdrecken....deshalb fahren wir an diesen Stellen Schritttempo, was die eh´ schon mühselige Anfahrt zeitlich noch weiter verlängert. Zumindest freut man sich über unsere Rücksichtnahme.... 🙂
Nur ein Touristenfahrzeug kommt uns entgegen....ich habe mich mit dem Zeitaufwand der Strecke ziemlich verschätzt, dauert wesentlich länger als geplant, es ist bei unserem Eintreffen bereits Mittag... 🙁

Das Memorial ist erreicht, durch ein eisernes Tor fahren wir an einem etwas verrotteten Hinweisschild vorbei eine Allee entlang auf den Gedenkstein zu.
Im Schatten der Bäume stellen wir den LC ab, der Ort ist überschaubar...

Schnell kommt ein Mann mit Ticketheft und Buch unter dem Arm auf uns zugelaufen...wir sollen Eintritt bezahlen...ok, was soll es denn kosten....?
Ich schlage hinten rüber...sage und schreibe 30 USD für 2 Personen möchte er von uns...nööö, selbst nach dieser fiesen Anfahrt sind wir nicht bereit, das zu bezahlen, fühlen uns irgendwie abgezockt und machen Anstalten zu verschwinden... 😠
Dann bietet er an, 15 USD seien auch ok...nur aufgrund der langwierigen Strecke sind wir bereit, das zu bezahlen, hier möchte man wohl ein gutes Geschäft mit der Gedenkstätte machen.
Ich kann ja verstehen, dass sich die Dörfer in der Umgebung diese Sehenswürdigkeit und die Piste dorthin irgendwie vergüten lassen wollen, aber das ist, finden wir, etwas überzogen.... 🙁

Hier das Gedenkschild von David Livingstone, anschließend schauen wir uns den offensichtlich neuen Monolithen mit Gedenktafel an, der an der Stelle des Muvalebaum stehen soll, unter dem Livingstone´s Herz begraben wurde.


Wir machen uns auf den Rückweg, vorbei an den Hütten links und rechts.
Die Häuser sind z.T. wirklich hübsch, Ich möchte gern zumindest ein Foto machen, ohne den Menschen zu nahe zu treten, steige in reichlich Entfernung zu einigen Hütten aus und drücke schnell ab.

Höre aus der Ferne lautes Geschrei einer Frau, die ich kaum sehen kann und brauche einige Minuten, um zu begreifen, dass sie mich meint. Ich soll hier wohl nicht fotografieren, obwohl weit und breit kaum Menschen zu sehen sind.... 🙁
Wir sind froh, endlich wieder die Hauptstraße zu erreichen und unser Fazit dieses Abstechers ist, dass die Menschen links und rechts der Zufahrt offensichtlich genervt von durchreisenden Touristen mit Staub und Kameras sind. Weiterhin fühlte sich der kurze Besuch am Memorial nicht gut an, da unserer Meinung nach der Eintritt ziemlich überzogen war.... 🙁
Nun gut, abgehakt und zurück Richtung Great North Road, auf die wir nach kurzer Zeit Richtung Tanzania abbiegen. Hier schaue ich mal wieder auf den Höhenmesser und bin überrascht, dass wir uns auf ca. 1.400 m über NN befinden.
Nicht weit und der Abzweig zu den Kundalila Falls ist erreicht, wo sich eine sehr einfache Campingmöglichkeit befinden soll. Aber gibt es bei dieser Trockenheit überhaupt Wasserfälle...und eigentlich ist es für einen Übernachtungs-Stop noch etwas zu früh. Wir entscheiden, direkt Richtung Mutinondo zu fahren.


Die Teerdecke mit weitgehend abgefressenen Rändern führt über einige Hügelketten mit wieder zunehmendem LKW-Verkehr. Unser Navi zeigt an, dass sich rechtsseitig ein größerer See befinden soll, der 'Lake Lusiwasi', aber der hohe Bahndamm der TAZARA-Strecke versperrt jede Sicht. Auch der Versuch, auf dem Damm etwas zu sehen, scheitert. Nur ein paar hübsche Blumen sowie die Erkenntnis, dass die Gleise hauptsächlich als Fußgängerweg zwischen den Dörfern genutzt werden, bleiben uns.



Es ist bereits kurz vor 16 Uhr, als wir die ca. 24 km lange Zufahrt zum Wilderness Camp erreichen. Die Sandpiste zieht sich weitgehend geradlinig dahin, umsäumt von vereinzelten Blüten und Früchte tragenden Bäumen. Ob die wohl essbar sind...Manni probiert mal ein winziges Stück, schmeckt aber nur sauer und unreif.... 😠 ....ob die Flughunde das mögen... 😉




Unterwegs begegnet uns ein Fahrzeug, der junge Mann versucht spaßig in bestem Englisch uns zu überreden, ihn als Guide, Dienstboten oder sonst was einzustellen...er ist hartnäckig, lacht ständig, aber ein Funken Ernsthaftigkeit steckt wohl doch in seinem Anliegen.
Endlich erreichen wir im Licht der tief stehenden Sonne das Camp, rollen erst einmal vor die Rezeption, die etwas erhöht über dem kleinen Parkplatz liegt. Puuuh, ist das heiß hier, die umgebenden Felsen scheinen wie Backofensteine zu wirken... 🙁
Draußen erwartet uns eine junge blonde Frau, Inge aus den NL, ihre kleine Tochter springt um uns herum.
Wir wollen 2 Nächte bleiben, kein Problem, ins dicke Buch eintragen, bezahlt wird alles zusammen beim check-out, WLAN gibt es an der Rezeption.
Interessant finden wir die ökologischen Aktivitäten hier, es gibt einige Initiativen bezgl. Wasser und Strom, u.a. werden wir gebeten, bei Weiterreise unseren Müll bitte wieder mitzunehmen.
Inge nimmt sich viel Zeit, uns alles persönlich zu zeigen. Zuerst geht´s den kleinen Hügel hinter der Rezeption hinauf zur Bar und Aussichtsplattform....whow....atemberaubende Aussicht über das Tal und Umgebung...



der höhere Buckel dort ist der Mayense...bei den Temperaturen hier mag man sich eine Besteigung nicht vorstellen... 🙁

In der Bar gibt es kalte Getränke mit Selbstbedienung und Vertrauen....gibt es nicht mehr so oft auf der Welt... 😎
2 Stühle mit Blick auf den Sonnenuntergang direkt am Rand der Bar...hoffentlich sind die nachher noch frei.
Mit Hilfe einer paper-map gibt Inge uns eine allround-Orientierung, das hilft sicher morgen bei einer Wanderung... 🙂
Gefährliche Tiere gibt es hier nicht, manchmal hört man die einzige Hyäne in der Umgebung, aber die sei nicht aggressiv.
Zu den campsites ist es nicht weit, Inge nimmt zwischenzeitlich 2 Österreicher mit ihrem Landrover in Empfang, während ein junger Mann uns die sites zeigt. Wir haben sogar die Wahl, sind nicht viele Camper hier, und entscheiden uns für eine große übersichtliche Stellfläche am Rand.

Kleine Toilettenhäuschen mit Ausguck ( während der Sitzung kann man sich die Gegend anschauen... 🙂.... ) und Zeitschriften...Luxus im Busch... 🙂

Dusche mit heißem Wasser, Holz für das Feuer bringt man uns auf Wunsch und das offene Waschhaus hat Dschungelcharakter...

Manni geht das Steak in unserem Kühlschrank nicht mehr aus dem Kopf, er hat Riesenhunger und ist für keinen Sonnenuntergang mehr zu gewinnen.
Also kümmert er sich um´s Camp + Feuer, ich um ein paar nette Fotos...eine gerechte Aufteilung, wie ich finde....
Muss mich beeilen, um den Sonnenuntergang nicht völlig zu verpassen, geht doch verdammt schnell hier.

Wie befürchtet sind die beiden Stühle an der Bar belegt... 🙁 ...na ja...hier gibt es einige Aussichtspunkte, um sich den Sonnenuntergang und Umgebung entspannt anzuschauen... 🙂



Kaum ist die Sonne verschwunden, setzt das schlechte Gewissen ein, dass Manni und das Steak alles allein machen müssen....B) ....aber die beiden haben sich bestens verstanden... 😎

Feuerholz gibt es genug, auch nach dem Essen können wir noch lange entspannt an der Feuerstelle sitzen und eine Flasche Wein leeren.

Plan für morgen ist in jedem Fall eine Wanderung, ob es die Besteigung des Mayense oder etwas anderes wird, entscheiden wir wie immer nicht mehr am heutigen Abend, besser drüber schlafen... 😎
Ich glaube, wir sind die letzten, schnell noch Zähne putzen und ab ins Dachzelt.
Teil 1017. März 2017
Tag 10 - Montag, 07.11.2016

Ist es toll, jeden Morgen wie selbstverständlich einen strahlend blauen Himmel vorzufinden....was doch im Gegensatz zur letzten Reise eine 5 Wochen frühere Reisezeit ausmachen kann... 😎

Während des Frühstücks überlegen wir, welche Wanderung es werden soll. Für den Mayense hätten wir bei diesen Temperaturen, die bereits am frühen Morgen extrem sind, wahrscheinlich in der Dunkelheit starten müssen...die Vorstellung, auf diesem schattenlosen, schwarz-grundigen Felsen herum zu klettern, lässt das Frühstücksbrot im Halse stecken... 🙁
Hat Inge gestern nicht etwas vom 'Paradise Pool' erzählt, in dem man herrlich schwimmen kann? Entscheidung gefallen, wir packen unseren Rucksack mit gaaanz viiiel Wasser und was man so braucht und los geht´s Richtung Choso Falls. Der Pfad startet unterhalb unserer campsite und führt leicht abschüssig über eine schattenlose Fläche Richtung Fluss. Es ist nicht weit, wir erreichen die "Falls", oder das, was davon übrig ist... 🙁

Der Musamfushi River kommt hier zwar mit ordentlicher Wasserhöhe an, kann aber die Felsen nicht überwinden und somit keine Choso Falls bilden. Klar erkennbar die dunkle Spur des Wassers, aber hier stehen nur noch Pfützen zwischen den Steinen....hoffentlich gibt es auf dieser Seite der Felsen überhaupt noch einen Flusslauf und somit auch einen Badepool... 🙁

Die beiden Kajaks behalten wir mal im Hinterkopf, wenn sonst nichts geht hier...

Ein Trampelpfad startet entlang des Flusslaufs und...hurra...überraschenderweise hat der Musamfushi doch noch reichlich Wasser, das lässt hoffen... 🙂
Der Weg führt zu Beginn entlang schattiger Passagen und macht das Wandern bei diesen Temperaturen noch angenehm.
Die Umgebung ist vertrocknet, das Gras braun-beige und wirkt, als würde nur ein Funke alles in Brand setzen können...aber es muss hier bereits erste Regenfälle gegeben haben....die Natur um uns herum explodiert regelrecht. Der Kontrast zwischen verdorrtem Gestrüpp, braunem Gras sowie der satt-grünen oder rötlichen Blätter und vereinzelt hervorblitzender Blüten in herrlichsten Farben ist beeindruckend und lässt uns viel Zeit mit Staunen und Fotografieren verbringen...so kommen wir nur langsam voran...aber hier ist wirklich auch der Weg das Ziel... 🙂




...die einzige Samenkapsel an diesem Busch...


Immer wieder überqueren wir öde, leblose dunkle Flächen, auf denen wir regelrecht verglühen, aber sobald wir in Flussnähe in den Schatten eintauchen, gibt´s wieder überwiegend saftige Farben... 🙂




Wir erreichen die "Ndubaluba Falls"....kein Rauschen....klar....sie liegen ebenfalls trocken.... 🙁 .... auch hier viele Restpfützen wie kleine 'Billabongs'....Rinnsale zeigen, wo bei höherem Wasserstand sicher die Post abgeht.... 😎


Wir klettern über die Felsen zur höchsten Stelle und es bietet sich ein imposanter Blick auf den darunter liegenden Flusslauf, der eher wie ein von Seerosen bedeckter See rüberkommt....ein guter Ort für eine kurze Pause....

....der Höhenunterschied ist gewaltig, in der Regenzeit ist dies sicher der beeindruckendste Wasserfall... 😎

...und so sieht es oberhalb der Fälle aus...


Der weitere Pfad zu den Mulinso Falls führt überwiegend durch schattenfreies Buschland, die Sonne steht nahezu senkrecht und grillt uns gnadenlos. Trotzdem ist die Natur um uns herum weiterhin farbenfroh...




....mein kleiner Wasserfall.... 😎

Auch die "Mulinso Falls" machen ihrem Namen keine Ehre, der relativ breite Flusslauf endet oberhalb und "rinnsalt" unten weiter...hoffentlich bleibt für unseren Badepool noch genug Wasser übrig...


Diese "Falls" sind eigentlich ein sehr langer Abschnitt mit vielen Felsen, das werden heftige Stromschnellen bei guten Wasserständen...
...hier überlegen wir bereits, ob wir schwimmen gehen, aber die Uferränder sind unzugänglich... 🙁






Der weitere Weg wieder überwiegend schattenlos.... 🙁 ....

....da, endlich der Hinweis zu 'Paradise Pools' rechts, nur noch 300 m bergab, aber inzwischen zur Mittagszeit durch die ungeschützte Sonne...außer uns ist hier nichts mehr "saftig"... 😉



Endlich erreichen wir das Wasser, sicher ist das hier auch eine irre Stromschnelle bei hohen Wasserständen, nun ein oberer und unterer Tümpel, wobei der untere Pool sich als tiefer und durchaus zum Schwimmen geeignet erweist.....hurra.... 🙂 ...


Um eine Schattenstelle zum Entkleiden zu finden, müssen wir auf die gegenüberliegende Seite über die flachen Felsen springen. Hier ist ja außer uns keiner, Badezeug unnötig, völlig nackig laufen wir zum Rand des Felsens und verbrennen uns ordentlich die Fußsohlen...puuuh...sind die Felsen heiß, hier könnte man wirklich Spiegeleier braten... 😎
Mit Gummilatschen starten wir den 2. Versuch und rutschen an den Rändern ins Wasser, der Ein- und Ausstieg ist nicht so simpel, da alles unter Wasser mit glitschigem Moos bewachsen ist... 😎

...whow...DAS ist ein Genuss...das Wasser ist auch nicht so warm wie befürchtet...herrlich erfrischend...wir bleiben lange drin und genießen es hier in der Wildnis ganz allein ohne Angst vor gefährlichen Tieren... 🙂
...wenn man sich bewusst macht, wo wir uns gerade befinden... 😎 ...das Luangwa-Tal ist per Luftlinie direkt nebenan...trägt dieser Pool seinen Namen zu Recht - es ist ein Paradies! 🙂
Wir bleiben lange, von hier führt der Weg weiter zum Kapinda Rock...nöö...bloß nicht auf diese nackten dunklen Felsen klettern...der Pfad entlang des Musamfushi endet leider hier... 🙁
Irgendwann beschließen wir, den Rückweg anzutreten, ziehen uns noch nass an, damit es kühlt, aber die 300 m zurück hügelaufwärts zum Hauptweg in der prallen Sonne machen jede Erfrischung schnell zunichte...wir könnten direkt wieder zurückgehen und beschließen, irgendwo unterwegs noch einmal eine Badestelle zu suchen... 🙂



Zurück sind wir wesentlich schneller, weit war diese Wanderung wirklich nicht, aber wunderschön und mitten in Afrika...kann man nicht sooo oft... 😎
Unseren Ausgangspunkt "Choso Falls" erreichen wir schnell, wollen wir noch etwas paddeln? Leider stellt sich beim check der Kajaks heraus, dass sie schon länger nicht mehr benutzt wurden, weder sind alle Paddel vollzählig noch machen sie einen verkehrstüchtigen Eindruck...schade...Saisonende halt... 🙁
Um den Hügel des 'Main Camps' herum am Fluss entlang führt der Trampelpfad noch weiter bis zur Brücke über den Musamfushi. Von dort geht es den Hügel hinauf zurück zum Camp, wir bereuen fast unsere Entscheidung, denn hier sind wir der Hitze völlig schutzlos ausgeliefert...oben angekommen sind wir ziemlich fertig... 🙁
Zurück auf der campsite kochen wir etwas Schnelles, denn heute wollen wir zusammen den Sonnenuntergang mit der herrlichen Aussicht genießen. Die Chancen sind gut, wir sind offensichtlich allein im camp, keiner kann uns die Aussichtsterrasse streitig machen... 😉
Während des Essens kommt heftiger Wind auf, dunkle Wolken und einige Regentropfen streifen uns, Blitze zucken, aber der Spuk zieht erstaunlicherweise knapp vorbei...wir hatten fest mit einem Gewitter gerechnet...gibt es doch noch einen tollen Sonnenuntergang?

...ich knacke jeden Deckel... 😎



Ca. um 17 Uhr finden wir uns frisch geduscht mit vollen Bäuchen in der Bar ein. Unsere Weinvorräte sind erschöpft, wir gönnen uns einen bezahlbaren Rotwein aus der Kühlbox in der Bar...und dann genießen wir den sunset, die Ruhe und den Wein...
Außer uns finden sich nur noch die Manager des Camps ein, Inge mit Mann und Kind...sie genießen ebenfalls den Ausblick...
...bisher waren wir zuversichtlich, dass unser Plan, die 05er Road Richtung South Luangwa fahren zu können, funktionieren wird. Aber wieviel Regen gab es in den letzten Tagen/Wochen in dieser Region? Heute zieht sich der Himmel aus östlicher Richtung ordentlich zu....sind überzeugt, dass es heute noch regnen wird... 🙁


Wir setzen uns zu den "Inhabern" und fragen nach dem Zustand der 05er Road. Es wird ein längeres Gespräch...wir erfahren, dass die beiden seit 2 Jahren die Manager von Mutinondo sind und vorher 6 Jahre lang ein anderes Camp geleitet haben.
Die Escarpment Road sollte ihrer Meinung nach noch ok sein, aber sie selbst sind seit einem Monat die Strecke nicht mehr gefahren...hört sich doch nicht so schlecht an... 🙂




Die Sonne verschwindet, der Himmel verdunkelt sich weiter, hoffentlich können wir noch unser vorhandenes Feuerholz verheizen....wäre schade drum... 🙁
Wieder veräppelt uns das Wetter, nur einzelne Tropfen, kein Regen und zu später Stunde ist der Sternenhimmel wieder sichtbar...der Spuk vorbei...
Ein schöner Abend mit Lagerfeuer ( immer wieder erstaunlich, dass man selbst bei diesen Temperaturen ein Lagerfeuer genießen kann...da kommt wohl der Neandertaler in uns durch... 😎 ... ) und auch mal schön, in der Wildnis zu sitzen und die Nacht ohne Wildtiere zu genießen... 🙂


Es wird spät, bis wir den Weg die Leiter hinauf finden und freuen uns auf die wahrscheinlich machbare Escarpment Road, die uns einen Riesenumweg über Lusaka zurück Richtung South Luangwa ersparen soll.
Teil 1120. März 2017
Tag 11 - Dienstag, 08.11.2016

Wie schon fast gewohnt begrüßt uns die Sonne früh am Morgen, allerdings haben sich nicht alle Wolkenfetzen seit gestern Abend verzogen... 🙁
Nach dem Frühstück geht´s zur sehr angenehmen Dusche und...Überraschung...hier sind doch noch andere Camper, die anscheinend auf einer versteckt liegenden Campsite stehen.
An der Rezeption bezahlen wir unsere Rechnung, die gerade entnommene kalte Cola gibt es umsonst...vielen Dank...würden gern noch einige Tage bleiben... 🙂
Die T2 ist schnell erreicht, weiter Richtung Tanzania. Wir überlegen die weitere Vorgehensweise, unsere "Grundnahrungsmittel" gehen zu Ende.... 😎 ....es fehlen Brot, Wasser, Diesel, Bier und Wein...das bedeutet, wir müssen erst nach Mpika in der Hoffnung, dort alles zu bekommen, und dann zurück zur Einfahrt der Escarpment Road...das ist blöd... 🙁 ...wir wissen ja nicht, was uns dort erwartet und wo sich die nächste Übernachtungsmöglichkeit konkret ergeben wird.
Die Entscheidung fällt während der Fahrt Richtung Mpika, wir fahren auf eine dunkle Wolkenwand zu, die empfängt uns noch vor Mpika mit leichtem Nieselregen...bei diesem Wetter haben wir keine Lust, die Escarpment Road in Angriff zu nehmen...welche Alternative bietet sich noch?
Habe da im Hupe etwas von "Shiwa Ngandu" und "Kapishya Hot Springs" gelesen, das ist zwar noch ein Stück in die entgegengesetzte Richtung, aber heiße Quellen sind doch immer eine tolle Sache... 🙂 ...das machen wir...
In Mpika steuern wir zuerst die Tankstelle an, wollen wieder volltanken und haben richtig Glück...die Tanke ist leer, wir können direkt an die Zapfsäule rollen...sind gerade fertig, da kommt ein Konvoi von mind. 15 Fahrzeugen z. T. mit Anhängern und südafrikanischen Kennzeichen. Ruckzuck ist die Tankstelle besetzt, nun hätten wir schlechte Karten...wer weiß, ob danach noch Diesel übrig ist... 😎
Einen kleinen Supermarkt und Bäcker finden wir schnell, auch hier einige Südafrikaner beim shoppen... 😎
Schwieriger wird es mit Bier und Wein...wir biegen rechts ab und finden eine große Lagerhalle mit Bierkisten, die gerade in zahlreiche PKWs geladen werden...ist das ein freier Verkauf?
Manni geht hinein und kommt nach längerer Zeit mit 2 sixpacks wieder raus... 🙂 ...ob es hier wohl auch irgendwo Wein gibt?
Wir rollen die Hauptstraße rauf und runter, können aber keinen 'Liquor shop' entdecken. Zurück an der Tankstelle fragen wir ein paar Jungs und werden fündig: 2x links, dann rechts und wieder links...dort soll einer sein...tatsächlich finden wir ein kleines blaues Gebäude in einer Nebenstraße, auf dem sichtbar in schwarzer Schrift 'Liqour store' aufgemalt ist...den hätten wir allein niemals gefunden...und es gibt sogar einige Flaschen Rotwein, von denen wir 2 mitnehmen, sogar der Preis ist akzeptabel... 🙂
Weiter geht es Richtung Nakonde, vor uns und um uns herum wieder graue Wolkenwände, die Regenfahnen hängen sichtbar darunter...wie ein trübsinniges mitteleuropäisches Regenwetter an einem sehr üblen Tag.... 🙁
Ca. 90 km weiter erreichen wir das deutlich sichtbare Schild links ab nach 'Shiwa Ngandu'. Wenige Kilometer später kommt das gate, besetzt mit einem dünnen, klapprigen alten Mann. Die Prozedur wie so oft: Eintrag in ein dickes Buch, die Frage ob wir zum Camping wollen, dann dürfen wir hinein.
Das Navi zeigt einen verschnörkelten Weg durch das Nature Reserve, in dem sich 'Shiwa Ngandu', auch 'The Africa House' genannt, befindet, leider ziehen die schiefergrauen Wolken direkt in unsere Richtung, wir fahren auf sie zu...Mist...und nun geht die Welt unter... 🙁
Ein heftiges Gewitter entlädt sich über uns, während der sich hinziehenden Fahrt zur "Kapishya Hot Springs Lodge" sehen wir manchmal kaum die Hand vor Augen, geschweige denn etwas von dem Anwesen hier.
Die Piste verwandelt sich in ein aufgeweichtes Etwas... 🙁 ...war das hier wirklich eine gute Idee?
Wir passieren noch ein gate, dass sofort ungefragt geöffnet wird. Ich drücke neugierig auf den Knopf für die Anzeige des Außenthermometers und bekomme Schnappatmung... 😠 ...durch das Gewitter hat es sich auf gerade mal 16° C abgekühlt und wir sitzen hier mit kurzen Hosen und nackten Füßen...
Als wir endlich den kleinen Parkplatz der Lodge erreichen, lässt der Regen zumindest ein bisschen nach, meine Laune befindet sich auf dem Nullpunkt, Manni muss allein aussteigen, habe keine Lust bei diesen Temperaturen... 🙁

Der Inhaber begrüßt uns mit Regenschirm, Manni checkt auf dem Campingplatz ein und ich lasse mich doch noch auf ein teures Begrüßungsbier im Hauptgebäude einladen...puuuh....ist das kalt und nass hier.... 🙁

...den Pool können wir leider nicht nutzen... 🙁

...aber tolle Krokodile gibt es hier... 😎


Es hört und hört nicht auf zu tröpfeln, donnert immer wieder irgendwo, wir fahren trotzdem zum Camp, auf dem nur wenige Gäste stehen, wir haben fast die freie Wahl und suchen einen Platz mit kleinem Unterstand und den wenigsten Pfützen, einige Plätze schwimmen gerade weg. Kochen können wir so auch vergessen, heute ist mal wieder kalte Küche angesagt.
Am späten Nachmittag hört es dann endlich auf zu 'meimeln', aber es ist immer noch saukalt.... 🙁

...zumindest können wir das Zelt aufbauen und uns direkt neben einer Feuerstelle platzieren, denn trockenes Feuerholz gibt es hier...
Eigentlich schön gelegen direkt neben dem Fluss, später schauen wir uns die 'Hot Springs' an, sieht nett aus und die Temperatur von ca. 37° C lädt direkt zum Baden ein... 🙂


hier die kleine Umkleidekabine...

Die heiße Quelle füllt sich direkt aus dem Untergrund, es ist lustig, die Füße in den Sand zu drücken und die Blasen zwischen den Zehen aufsteigen zu spüren... 😎 ...
Am Fluss steht ein weißer Toyota LC mit Kabine, sieht fast so aus wie unser Fahrzeug zu Hause...ein belgisches Paar, das von Antwerpen nach Walvisbay verschifft hat und bereits seit 2 1/2 Jahren unterwegs ist...nun geht es zurück nach Belgien und im nächsten Frühjahr nach Argentinien...NEID... 🙂

In einer Ecke des Camps stehen einige Iglu-Zelte, die durch den Regen ziemlich gelitten haben. Es handelt sich um Rucksacktouristen aus den USA...versuchen gerade, ihre Klamotten zu trocknen... 😎 ...schätze mal so Anfang/Mitte 30...
Ein Mädel ist sehr gesprächig, auf dem Weg zum Waschhaus komme ich kaum zu Wort, ist aber ein nettes Gespräch...schnell kommt sie auf Trump und die Wahlen zu sprechen und wie grässlich sie es findet, wenn er Präsident würde....ich frage, wann denn die Wahlen sind ( habe kein Zeitgefühl mehr )...Antwort: heute!... 🤨 ...sie verspricht mir, morgen früh das Ergebnis mitzuteilen...
Der Inhaber kommt barfuß auf den Platz, geht von campsite zu campsite und begrüßt jeden Gast persönlich, fragt, ob alles ok ist und macht auch sonst noch etwas smalltalk...sehr aufmerksam 🙂 ...
Nach unserer kalten Mahlzeit springen wir in die heiße Quelle, keiner ist sonst hier, ich versöhne mich gerade wieder mit diesem Ort... 🙂
Anschließend entzünden wir das Feuer, ohne Wärme und dicker Jacke kann man nicht draußen sitzen...direkt am Feuer drehen wir unsere Stühle wie auf dem Grill, denn die feuerabgewandte Seite kühlt ordentlich ab...
Trotzdem bekommen wir einen netten Abend zustande...hoffentlich hat es nicht auch die 05er Road weggespült...denn die werden wir morgen definitiv in Angriff nehmen, so langsam wird es Zeit für tolle Tiersichtungen im Luangwa-Tal... 😎
Teil 1229. März 2017
Tag 12 - Mittwoch, 09.11.2016

In der Nacht hat es noch etwas getröpfelt, aber am Morgen sind die düsteren Wolken wie weggewischt. So sieht die Welt und auch dieser Ort wieder etwas freundlicher aus. Es herrscht allgemeine Aufbruchstimmung, alle packen und werkeln auf den campsites herum, die Feuchtigkeit und Kälte steckt allen noch in den Knochen...
Die Belgier mit ihrem LC starten zuerst, die amerikanischen Backpacker haben sich über Nacht vermehrt, vielleicht haben einige ein festes Dach über dem Kopf bevorzugt, könnte ich verstehen... 😎
Der Inhaber hat auch heute morgen jeden Camper persönlich besucht und nach dem Befinden erkundigt...ein freundlicher Ort hier... 🙂
Zurück zur Hauptstraße müssen wir wieder an den Gebäuden von Shiwa Ngandu vorbei. Diesmal können wir zumindest die Umgebung anschauen, fahren vorbei an kleinen Dörfern, können Reste der Gebäude unter mächtigen Bäumen auf diesem weitläufigen Gelände erkennen, allerdings schlägt der Verfall überall sichtbar zu...eine merkwürdige Atmosphäre hier mitten in Sambia...

Vor der Zufahrt zum Hauptgebäude weist ein Schild darauf hin, dass Unbefugten der Zutritt untersagt ist...naja...dann eben nicht.
Shiwa Ngandu befindet sich in einem Nature Reserve mit See, landschaftlich ist es ganz nett, Zebras und Antilopen grasen in der Ferne...
Die Belgier überholen wir noch vor dem gate, tragen uns dort aus dem Buch aus und schon stehen wir an der Great North Road, die wir zurück Richtung Mpika fahren. Weiter nördlich geht es für uns hier leider nicht mehr...
Durch Mpika fahren wir ohne Stop, wir sind noch mit allem gut versorgt, außerdem wollen wir endlich ins Luangwatal, es wird Zeit.
Knapp 40 km hinter Mpika zeigt unser Navi den Einstieg in die Escarpment Road an, gute Beschilderung sieht allerdings anders aus...

...beide Schilder sind nur aus der Gegenrichtung zu "lesen", verblichen und mit diversen Wahlaufklebern überdeckt...nur mit viel Fantasie können wir die Inhalte entziffern...hoffentlich ist der schlechte Zustand der Beschilderung nicht auch ein Hinweis auf den Zustand der Strecke... 😎

Ich bin neugierig und sehr aufgeregt, wie steil es wohl in das Tal hinabgeht. In Mpika hat der Höhenmesser noch 1.450 m über NN angezeigt.
Die Piste zieht sich weitgehend geradlinig dahin, zu Beginn noch über einige Hügel, aber schnell haben wir wirklich das Gefühl, auf einen riesigen Abgrund zuzufahren, es ist permanent abschüssig und der Horizont öffnet sich... 🙂




Links und rechts der Strecke befinden sich vereinzelt Häuser, Radfahrer und Fußgänger nutzen die Fahrspur, wir fahren langsam wegen der Staubentwicklung.
Die Besiedelung nimmt stetig ab, der Busch um uns herum wird dichter.
Zuerst glaube ich, meine Augen spielen mir einen Streich, doch lange vor Erreichen des Ntunta Wildlife Camps erkenne ich am Horizont einen blauen Streifen, der wie ein in der Ferne liegender Meeresspiegel aussieht. Je weiter wir der abschüssigen Strecke folgen, um so deutlicher sichtbar wird dieser "Meeresspiegel", das Luangwatal breitet sich vor uns aus...ich bekomme eine leichte Gänsehaut... 😎


Nach ca. 40 km tauchen links und rechts plötzlich einige Häuser auf, wir stehen vor einem Schlagbaum, das muss das Ntunta Wildlife Camp sein, wir stehen also direkt am Beginn der Escarpment Road. Leider ist der Bewuchs hier so dicht, dass keine Aussicht möglich ist...ich bin enttäuscht...wir steigen trotzdem aus... 😎
Ein junger Mann löst sich aus einer Gruppe Männer, die im Schatten vor einer Hütte sitzen. Wieder das obligatorische dicke, abgegriffene Buch, in das wir uns eintragen müssen, bevor sich der Schlagbaum hebt und wir ein Stückchen weiter im Schatten noch mal stoppen.
Die Einträge der letzten Tage im Buch sind spärlich, kann nur einen Schweizer entziffern, der vor 2 Tagen hier war...
Unsere Frage nach der Streckenbeschaffenheit versteht der junge Mann offensichtlich nicht, was sollte denn an der Strecke Richtung Mfuwe nicht in Ordnung sein...?... 😉
Da ich meine Kamera in der Hand halte, errät er sofort, dass ich einen Aussichtspunkt suche. Er winkt uns zu folgen und wir klettern ein Stückchen abseits auf einen großen runden Felsen, der wohl die höchste Stelle des Camps darstellt...und hier verschlägt es uns den Atem...whow...da liegt das Luangwatal zu unseren Füssen...was für ein Anblick...



...das kann man weder fotografieren noch filmen...dieser Anblick geht wirklich unter die Haut... 😎
Es dauert eine Weile, bis wir uns losreißen können, am liebsten würde ich hier übernachten, um das noch länger genießen zu können, aber wir müssen weiter, denn nun geht´s steil bergab...der Höhenmesser steht bei knapp 1.200 m über NN.
Andächtig stehen wir einen Moment vor dem ebenfalls sehr verwitterten Hinweisschild, auf dem sich kaum erkennbar ein Auto in extremer Schräglage befindet, ich bin sehr angespannt, Manni relaxt wie immer, wenn er ein Lenkrad in Händen hat... 🙂 ...also los jetzt...



Wir sind erst einige Meter gefahren, als 3 vollbesetzte dunkelgrüne Geländefahrzeuge aus dem Luangwatal kommend an uns vorbeirasen, die Steine fliegen in alle Richtungen, die geben Vollgas...kann gerade noch im Vorbeifahren das Emblem der "Zoologischen Gesellschaft Frankfurt" erkennen.
An welchen Projekten die hier wohl arbeiten?
Habe nach der Reise mal gegoogelt und sehr interessante Berichte dazu gefunden, hier nur 2 links dazu:

https://fzs.org/de/projekte/schutzprojekt-north-luangwa/
https://fzs.org/de/aktuelles/einheimische-scouts-schuetzen-das-north-luangwa-oekosystem-sambia/

Wir beginnen den Abstieg ins Tal, wobei auf den ersten Metern schon klar wird, dass eines der größten Probleme entgegenkommende Fahrzeuge sein dürften. Phasenweise wären Ausweichmanöver völlig unmöglich und auf diesem extremen Gefälle rückwärts zu fahren ebenfalls. Daumen drücken, dass es das war mit dem Gegenverkehr... 🙂






Eigentlich fahren wir im oberen Abschnitt ein sehr steiles Flussbett hinunter, große Geröllhaufen und scharfkantige Felsen lassen um unsere Reifen fürchten, nicht nur deshalb sind wir sehr langsam unterwegs. Es bieten sich unentwegt spektakuläre Ausblicke auf das Luangwatal, ständig möchte ich diese Aussicht festhalten, so stehen wir häufiger als zu fahren.
Am liebsten würde ich die Strecke laufen... 😉






Je tiefer wir kommen, um so konkreter werden Details am Talboden sichtbar...es wirkt verdorrt und verbrannt, um die zu erahnenden Wasserläufe herum wird das Buschland grün...und eine beeindruckend klare Sicht lässt beinah die gegenüberliegende Talbegrenzung erahnen ... 🙂




Endlich erreichen wir das Ende dieser steilen Abfahrt, der felsige Boden geht in eine sandige Piste über, die sich noch über einige Hügel windet...der Höhenmesser zeigt immer noch knapp über 700 m über NN an...das "Schlimmste" ( und rückblickend einen der schönsten Streckenabschnitte dieser Reise... ) haben wir hinter uns....es waren gerade mal 10 km... 😎

Nach wenigen Kilometern erreichen wir den Mutinondo River und das Munyamadzi Community Bush Camp. Die wenigen Gebäude drängen sich eng um den Fluss, schattige Bäume umsäumen das Ufer, ein netter Ort, aber leider ist das Camp bereits geschlossen. Es ist erst kurz nach 14 Uhr, wir überlegen trotzdem, hier zu übernachten, weil dies ein ruhiger angenehmer Fleck ist....schließlich fahren wir doch weiter, zumindest das Chifungwe Gate wollen wir noch erreichen.
Den River überqueren wir per kleiner Betonbrücke und folgen der Fahrspur weitere 8 km, bis links ein Abzweig auftaucht. Fast alle Reifenspuren biegen hier links ab, wir bleiben auf der Hauptspur, der in den letzten Tagen offensichtlich nicht viele Fahrzeuge gefolgt sind....eigentlich sehen wir nur eine Reifenspur... 🙁 ... einsam und trocken sieht es ringsherum aus und nach weiteren 8 km erreichen wir ein kleines Dorf mit zahlreichen grasbedeckten Rundhütten hinter einem die Piste umrahmenden Stroh-Zaun. Vor der schwarz-weiß gestrichenen Schranke am Ende der Dorfstraße bleiben wir stehen, dies scheint der Parkeingang zu sein.



Kein Mensch weit und breit zu sehen, wir tasten uns vorsichtig ins Dorf hinein und schon kommt uns ein Ranger aus dem größten Steingebäude entgegen...hastig wirft er sich ein Hemd über den nackten Oberkörper...offensichtlich hat er nicht mehr mit Besuchern gerechnet, um so mehr freut er sich über diese Abwechslung. Hinter ihm krächzt aus dem Gebäude ein Funkgerät Unverständliches hervor...woher auch immer... 😎
Wir folgen ihm zu seinem Office, ein sehr einfaches weiß-grünes Gebäude mit noch einfacherer Einrichtung...tragen uns in sein Buch ein. Wir wollen heute auf keinen Fall mehr in den Park fahren, fragen ob wir hier am gate übernachten dürfen...kein Problem... 🙂


In Sichtweite des gates parken wir unter einem großen schattenspendenden Baum, machen es uns gemütlich. Es ist auch am Nachmittag noch sehr heiß hier, deshalb erst einmal ein kaltes Bier...welcher Luxus. Dem Ranger spenden wir eine Flasche kaltes Wasser, worauf er über alle Backen strahlt. Dann zeigt er uns die Toilette, die wir benutzen können, ein einfaches Loch im Boden in einer Strohhütte, abgedeckt durch eine Platte mit Holzstiel. Es wird sich herausstellen, dass es gar nicht so einfach ist, diese relativ kleine Öffnung zu treffen... 😎


Nach einer schnellen Mahlzeit schlendern wir die Dorfstraße ein Stück hinauf, sehen keinen Menschen...das Dorf wirkt wie ausgestorben, viele Hütten stehen leer...wesentlich mehr Hühner als Menschen sind unterwegs.



Lediglich die Hütten in der Nähe des gates scheinen bewohnt, Kinder spielen dort, Frauen mit Behältern auf dem Kopf ziehen Richtung Park zu einem Wasserloch, denn sie kommen nach kurzer Zeit mit gefüllten Behältern zurück.
Eine Frau mit 2 Kindern sitzt vor ihrer Hütte, winkt uns zu... 🙂 ...wir überlegen, wie wir den Kindern eine Freude machen können, die Vitamin-Brausetabletten fallen uns ein. Schnell füllen wir eine Literflasche mit kaltem Wasser und lösen 2 Tabletten darin auf, die das Wasser gelblich verfärben. Die Freude ist riesig und heute Abend wird diese Flasche nicht mehr aus der Hand gegeben...
Der Strohzaun ist an einigen Stellen eingedrückt oder lückenhaft...ja, das waren Elefanten, erzählt uns der Ranger...
Die Schatten werden länger, ein herrlicher Sonnenuntergang gibt diesem Tag einen krönenden Abschluss. Unser Schattenspender ist Aufenthaltsort für viele kleine "Einfamilienhäuser", die Webervögel scheinen sich wohl zu fühlen, so zahlreich sind sie vertreten.





Hier gibt es keinen Strom, als die Sonne verschwindet, liegt alles im Dunkeln. Nur ein kleines Licht in einer Hütte ist zu erahnen...es ist sehr interessant, mal einen Abend in so einem entlegenen Dorf mitten in der Wildnis zu verbringen und dem Dorfleben zuzuschauen. Wir gehen für unsere Verhältnisse früh schlafen, denn die Menschen werden wahrscheinlich bei Sonnenaufgang erwachen und da wollen wir nicht wie Schlafmützen wirken... 😎
Kurz Zähne putzen und ins Dachzelt klettern, wider Erwarten schlafen wir sogar relativ schnell ein. Das war ein toller Tag, wir sind gespannt auf die weitere Strecke. Irgendwann nachts werde ich kurz wach, glaube das Trompeten eines Elefanten gehört zu haben und weitere undefinierbare Geräusche in der Umgebung.
Schnell bin ich wieder weg...wenn ich mich auf alle Geräusche konzentriere, schlafe ich garantiert nicht mehr ein... 😉
Teil 1303. Apr. 2017
Tag 13 - Donnerstag, 10.11.2016


Wir erwachen tatsächlich mit den ersten Sonnenstrahlen, nur lautstarkes Vogelgezwitscher unterbricht die Stille an diesem einsamen Ort...über unseren Köpfen fliegen die Webervögel, die gestern Nachmittag unsichtbar waren, lautstark zwischen Ast und Nest hin und her...es ist offensichtlich Zeit für die Familiengründung... 🙂


Auf dem Dorfplatz neben dem Gate fegt ein alter Mann gemächlich den sandigen Boden, die Staubwolken verziehen sich in den nahen Busch, Frauen kommen bereits mit gefüllten Wasserbehältern zurück, die Kinder spielen...während unseres einfachen Frühstücks beobachten wir das Treiben am frühen Morgen...so läuft es hier wahrscheinlich täglich ab...was für ein Kontrast zu unserem Leben...
Wir sind gespannt, ob der Mupamadzi River Wasser führt, deshalb packen wir schnell zusammen, auch um nicht wieder in der größten Hitze unterwegs zu sein...die Luft steht hier im Tal...

Im einfachen Office bezahlen wir den Parkeintritt, diese sehr langsame Prozedur kennen wir bereits, akribisch werden die Formulare ausgefüllt und die Beträge addiert, für diesen 1 Tag müssen wir 810 Kwacha bezahlen ( am Mfuwe gate werden wir nur 750 Kwacha bezahlen...warum auch immer es hier etwas teurer ist... 🙁 ... ).
Dem Dorfältesten sollen wir umgerechnet 10 € für die Übernachtung geben...man bedankt sich freundlich...
Um 6.20 Uhr können wir endlich starten, das Tor öffnet sich, die Menschen winken uns zu und der South Luangwa NP hat uns endlich wieder... 😎
Nach ca. 2 km erreichen wir bereits die Furt des Mupamadzi River und sind doch etwas erstaunt, dass das Flussbett völlig trocken ist, nur wenige Pfützen konnten sich halten...
Sandsäcke sichern den Untergrund, so ist die "Flussquerung" natürlich problemlos...dann sollten auch alle weiteren Wasserläufe keine Schwierigkeiten bereiten...


Nach wenigen Kilometern undurchdringlicher Buschlandschaft, vorbei an zahlreichen Elefantenhaufen, erreichen wir tatsächlich einen Wasser führenden Arm des Mupamadzi, der zwar schmal, aber um so tiefer ist. Die Vegetation um uns herum ist extrem dicht und grün, Sandhügel erschweren zusätzlich die Sicht...kein guter Ort zum anhalten... 🙁
Die Ausfahrt bringt das Fahrzeug in ordentliche Schieflage, zusätzlich werden wir durchgerüttelt, aber soweit alles ok...
Nach 50 m schaut Manni glücklicherweise in den Außenspiegel und stoppt abrupt...die rechte Seitenklappe ist aufgesprungen und ragt nach oben...wir haben sie heute morgen nicht abgeschlossen, sondern die Schlösser nur einschnappen lassen...böser Fehler... 🙁
Unsere Schlafsäcke sind einzeln in Müllsäcke verpackt, um sie zusätzlich gegen Schmutz zu sichern. Einer der Säcke liegt auf dem Boden am Rand des Wassers...was für ein Glück, dass er nicht ins Wasser gefallen ist...und das wir es überhaupt bemerkt haben...
...schnell läuft Manni zurück und fängt den Schlafsack wieder ein...mehr fehlt scheinbar nicht...nächster Schock: vorne rechts ist der Reifen fast platt...das kann doch nicht wahr sein, ausgerechnet an dieser völlig unübersichtlichen Stelle am Wasser.... 😠
....und weil das alles noch nicht reicht, ist dies die Tsetsefliegen-verseuchteste Stelle, die wir bisher in Afrika entdeckt haben...zu Dutzenden stürzen sie sich auf uns, wir springen zurück ins Fahrzeug, schließen Türen und Fenster, erschlagen die Biester auf Mannis Brust ( das heute Morgen frisch angezogene T-Shirt weist nun einen gigantischen Blutfleck auf... ), zerquetschen sie an den Scheiben und zwischen den Gummidichtungen...sie sind alle prall mit Blut gefüllt und versauen uns nachhaltig einige Stellen mit riesigen Blutflecken...
...nun habe ich eine leichte Vorstellung davon, warum ganze Landstriche wegen dieser Viecher unbesiedelbar sind...
Es ändert alles nichts, nach kurzer Besinnung müssen wir raus und den Reifen wieder aufpumpen...das ist wohl doch eine Spätfolge der Escarpment Road und ihrer scharfkantigen Felsen...hoffentlich ist es kein Totalschaden, sondern ein schleichender Luftverlust...heute Morgen haben wir beide nicht darauf geachtet...
Also holt Manni den Kompressor raus, Haube auf, anklemmen und los geht´s...darin sind wir ein eingespieltes Team. Ich beobachte inzwischen so weit wie möglich die Umgebung...es ist extrem unübersichtlich hier...und noch früh am Morgen...Wasser gibt es nicht so viel in der Umgebung, warum sollten hier nicht auch Tiere sein...
Schnell ist der Reifen wieder prall gefüllt, alles einpacken und weiter geht es Richtung Mfuwe. Während der Fahrt zerquetschen wir weitere Tsetsefliegen oder versuchen sie durch die geöffneten Fenster zu entsorgen...puuh...ist das eklig...
...und draußen wimmelt es nur so von ihnen, noch mal pausieren werden wir hier möglichst nicht...


Je weiter wir uns vom Wasser entfernen, um so trockener und lichter wird der Busch. Die Piste schlängelt sich weitgehend geradlinig dahin, hier würde wahrscheinlich ein Funke ausreichen, alles in Brand zu setzen.


Bis auf vereinzelte Gazellen in Flussnähe haben wir bisher keine Tiere gesehen, aber reichlich Elefantenköttel...ich rechne auch nicht mehr mit Tieren in diesem Teil des NP, denn der Luangwa River ist bei dieser Trockenheit sicher als Wasserspender der attraktivere Aufenthaltsort für Tiere...
...um so auffälliger plötzlich dieser Vogel völlig allein im Geäst...denn auch Vögel sind hier an der Piste Mangelware...


Der Busch lichtet sich immer weiter und wir erreichen eine riesige Grasebene...wegen des hohen Grases ist aber auch hier die freie Sicht nicht besser... 🙁

Bis zum Lubi River wechselt die Landschaft immer wieder von offenen Grasflächen zu dichtem Buschbestand. Der Untergrund ist nicht mehr sandig, sondern dunkel und hart gebacken...das ist wohl die berüchtigte "Black Cotton Soil", die sich in nassem Zustand in klebrige "Mördermatsche" verwandelt...nach heftigen Regenfällen möchte ich hier nicht durchfahren...



Endlich sehen wir unsere ersten Elefanten im dichten Buschwerk. Als sie unser Fahrzeug bemerken, entfernen sie sich von der Piste und bleiben im mickrigen Schatten eines Baumes stehen...wir beobachten sie noch eine Weile aus der Entfernung, aber die haben keine Lust auf einen Fototermin..





Endlich sehen wir im hohen Gras einige Tiere und genau an dieser Stelle begegnet uns das einzige Fahrzeug auf der gesamten Strecke. Ein Pickup, wieder mal mit hohem Tempo und einigen stehenden Personen auf der Ladefläche, kommt um die Kurve und hält neben uns. Der Wortführer im Tarnanzug ( Ranger? ) beäugt uns misstrauisch, fragt woher wir kommen und was unser Ziel ist. Potentiell ist hier jeder wahrscheinlich erst einmal ein Wilderer... 🙁 ...

Am späten Vormittag erreichen wir das sandige Flussbett des Lubi River, hier stehen noch nicht einmal Pfützen, die wenigen Tiere stehen oder liegen fast unsichtbar im spärlichen Schatten der Bäume.


...ein Blick zurück... 🙂



Das Flussbett ist schnell durchquert, nun ist es nicht mehr weit bis zur Schotterpiste Richtung Mfuwe Gate. Die Bäume werden wieder höher, der Busch dichter und die Zahl der leckeren grünen Blätter nimmt zu... 🙂
...wir passieren den imposanten 'Big Baobab'...



Ca. 15 km hinter dem Lubi River erreichen wir den Abzweig der 05er Road von der Hauptpiste im Park, irgendwie schade, dass wir schon durch sind...knapp 4 1/2 Std. haben wir vom gate bis zum Abzweig benötigt, incl. Reifenpanne und langsamer Fahrweise. Die Strecke ist sicher in relativ kurzer Zeit zu bewältigen, wenn man es eilig hat..... 😎
Und der Reifen hat tatsächlich die Luft gehalten, es handelt sich um einen schleichenden Luftverlust, den wir bis zum Ende der Reise durch morgendliches Aufpumpen in Schach halten können...Glück im Unglück... 🙂

...auch auf dieser Seite der 05er Road könnte die Beschilderung etwas 'aufgepeppt' werden... 😎 ...

Nun sind wir wieder im uns bekannten Teil des Luangwatals, aber es sieht völlig anders aus als vor einem Jahr... 🙁 ... paradiesisch grün zeigte sich bei unserer letzten Reise die Ebene, heute herrscht der braun-beige Farbton vor, der uns während der gesamten Fahrt die 05er Road entlang begleitet hat...nur selten unterbrochen vom zarten Grün winziger Blätter. Wo letztes Jahr Lagunen mit planschenden Elefanten vorherrschten, existieren heute weder Tümpel noch saftig-grünes Gras...Staub und flirrende Hitze...die wenigen sichtbaren Tiere liegen irgendwo an den wenigen Schattenplätzen und bewegen sich nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt...es ist Mittag...keine gute Zeit für Tiersichtungen...




Rechts taucht das Schild zum Zebra-Loop auf, dort hatten wir damals tolle Löwensichtungen, also fahren wir diesen kurzen Umweg ( natürlich ohne Löwen zu sehen... 😎 ... ) Richtung Mfuwe Gate. Wir wollen zuerst eine gute Campsite im Wildlife Camp sichern, keine Ahnung, wie voll das Camp ist.
Kurz vor Erreichen des Gates passieren wir linksseitig die Mfuwe Lodge mit vorgelagerter Lagune...puuh...auch hier ein extrem niedriger Wasserstand, der rechte Teil der Lagune besteht nur noch aus Matsch und flachem Wasser.




In der Mitte der Lagune knubbeln sich die Flusspferde, rechtsseitig mehrere Krokodile und ein riesiger Flusspferd-Bulle, der schlammverkrustet und leblos in einer Pfütze liegt... 🙁
Es ist der erste von vielen Flusspferdbullen, die wir in den nächsten Tagen sehen werden, die offensichtlich von einem jüngeren Rivalen besiegt wurden und nun extrem schlecht gelaunt am Rand der Lagunen und Flüsse leben.

Diesen Bullen halten wir nach längerer Betrachtung mit seinen schlammverklebten Augen fast für tot, kein sichtbares Lebenszeichen... 🙁
Kurz darauf passieren wir die Brücke über den Luangwa und sind auch hier erschrocken, wie wenig Wasser der Fluss führt...an der Brücke gibt es noch Badepools für die Flusspferde, aber der Luangwa fließt nicht mehr, hinten in der Biegung liegt das Flussbett trocken...bin gespannt, wie es am Wildlife Camp aussieht, das doch so herrlich am Flussufer liegt... 🙁




...tief ist das Wasser hier auch nicht mehr...da müssen wir uns schon seeehr flach machen.... 😎

...ein sogenannter "Flusspferdhaufen"... 🙂

Neben dem Office hängt ein Ranger im Schatten auf einem kleinen Küchenstuhl...er leidet sichtbar unter der Hitze, erhebt sich nicht und lächelt uns müde zu. Wir sagen ihm, woher wir kommen, unser Eintritts-Permit will er gar nicht sehen...wahrscheinlich hat uns heute morgen schon ein krächzendes Funkgerät angekündigt...so viele Touristen fahren hier zu dieser Jahreszeit eher nicht herum...
Uns fällt ein, dass wir noch eine originalverschlossene 0,5 l Flasche eiskaltes Soda-Wasser besitzen, schnell holt Manni diese und drückt sie ihm in die Hand...ein müdes glückliches Lachen zieht sich über sein Gesicht, seine Sympathien sind uns für die nächsten Tage sicher... 😎 ...er legt sich die kalte Flasche erst mal auf die Stirn...
...wir verabschieden uns mit dem Hinweis, heute Nachmittag wieder zu kommen...er öffnet das Tor und kurz danach biegen wir rechts zum Wildlife Camp ab...ist das schön, wieder hier zu sein...
Das Camp sieht recht leer aus, wir parken an der Rezeption und werden von der Inhaberin begrüßt...sie erzählt, dass es zwar schon kleinere Regenschauer gegeben hat in den letzten Wochen, aber die trockenste und heißeste Phase gerade ansteht...die 40°C - Grenze fällt täglich...
Check-in ist schnell beendet, wir erreichen das Camp, auf dem nur ein fast leerer Overlander am vorgesehenen Platz steht sowie ein südafrikanisches Fahrzeug mit Anhänger am Ufer. Die 3 linken Campsites an der Uferkante sind frei...hurra...letztes Jahr wollte ich gern auf der linken äußeren Site stehen, die leider besetzt war, schnell breiten wir uns dort aus, Stühle raus, kaltes Begrüßungs-Bier ausnahmsweise schon zu dieser Uhrzeit... 😎
...tja, und so sieht das aus, was vom Luangwa River übrig geblieben ist...unglaublich, was diese 4 - 5 Wochen Unterschied in der Reisezeit ausmachen... 😉 ...

Wir beobachten einen Adler, der lange in einer der vorgelagerten Pfützen steht und seine Krallen kühlt...tief ist das Wasser nicht, wenn es hier nicht bald regnet, werden diese Pfützen wohl auch verschwinden...beängstigend wenig Wasser hier... 🙁

...und dann wird der arme Adler auch noch ständig von einem Vogel attackiert, der ihn offensichtlich als Bedrohung empfindet... 🙁


...bei diesen Wasserständen sind wir gespannt, was der Park heute Nachmittag noch für uns bereithält... 🙂
Teil 1411. Apr. 2017
Um 14 Uhr stehen wir wieder am Gate, müssen nichts vorzeigen, das Tor öffnet sich sofort. Wir steigen aus und werden mit breitem Lächeln begrüßt... 🙂 ...müssen uns gar nicht erst erkundigen, ob es besondere Sichtungen gibt...der Ranger erklärt uns ungefragt, wo heute Löwen gesichtet wurden... 😎 ...1. Piste links hinter der Brücke abbiegen, dem Flussbett entlang, irgendwo gabelt sich dann die Piste, weiter rechts halten und dort sollen wir Ausschau halten...bin mir nicht sicher, ob ich alles richtig verstanden habe, er erklärt es zur Sicherheit noch mal...ok...das sollte passen... 😎
Den Einstieg finden wir sofort, aber Löwen sehen wir erst einmal keine...folgen dem Flusslauf und den mäandernden Fahrspuren, die quasi um jeden Busch herumführen...mehrfach fahren wir dieselben Wege, aber Tiere sind Mangelware... 🙁 ...als wir schon nicht mehr damit rechnen, stehen wir plötzlich neben dieser Löwin... 🙂



sie schaut uns nur kurz an, ignoriert uns anschließend völlig...es ist seeehr heiß...sie hechelt schnell und heftig...offensichtlich ist auch ihr warm...und dreht sich ständig hin und her...






...nur wenige Meter neben der Löwin finden wir diese entspannte Gazelle...

Wo sind die restlichen Löwen, von denen der Ranger sprach? Vielleicht liegen sie im Flussbett, aber wir wagen nicht, hier auszusteigen und über die Uferkante zu schauen...



Auch hier viele Flusspferde und ein Stück weiter am gegenüberliegenden Ufer ein kleines Fischer-Camp...die Lichter dieser Camps kann man nachts von unserer Campsite aus sehen...das Wildlife Camp dürfte auch irgendwo dort drüben sein...
Irgendwann reißen wir uns von der Löwin los, drehen weiter unsere Runden...mit sinkender Sonne krabbeln mehr und mehr Tiere aus ihren Schattenplätzen hervor, aber lange kein Vergleich mit den paradiesischen Zuständen der letzten Reise, als hier Wasser und Futter in Mengen für eine hohe Tierdichte sorgten... 🙁


Ein hübscher 'Lesser Pied Kingfisher' ( Graufischer )...






Als wir nochmal bei der Löwin vorbeischauen wollen, ist sie weg...vielleicht erfrischt sie sich im Flussbett... 🙂 ...


Auf dem Weg zur Luangwa Wafwa Lagune sehen wir endlich Elefanten, die sich auch in die Richtung bewegen.
Aber die Lagune ist vertrocknet, nicht mal eine Pfütze... 🙁 ...letztes Jahr plantschte hier eine Elefantenherde im Wasser herum...die Landschaft sieht völlig verändert aus...



Langsam müssen wir zurück Richtung Gate...die Sonne verschwindet...in der Umgebung der Brücke sehen wir merkwürdigerweise die meisten Tiere...


Natürlich stoppen wir wieder am Tümpel vor der Mfuwe Lodge, mal sehen, ob "der Dicke" sich bewegt hat...wieder liegt er leblos mit geschlossenen Augen am Rand der Pfütze, aber irgendwann heute muss er sich bewegt haben... 🙂
...im Vordergrund darf er sich aufhalten, weit ab der Herde... 🙁


Kurz vor dem Gate entdecken wir noch einige Giraffen und Elefanten mit einem sehr kleinen Baby im Dickicht...wir wagen uns nicht zu nah heran...sie entfernen sich auch schnell von uns... 😎


...die Tarnung funktioniert... 😎

Auf der Brücke steigen wir aus....genießen den Blick in die untergehende Sonne mit Hippos und Krokodilen...das Gegrunze nimmt an Lautstärke zu... 🙂






...auch in östlicher Richtung endet das Wasser in Sichtweite der Brücke...


Zurück im Camp ist die Sonne bereits verschwunden, wir machen es uns in den Stühlen bequem und schauen unser "Privatprogramm"...linksseitig durchqueren einige Elefanten das Wasser und klettern die Uferböschung hinauf...

...ich staune immer wieder, wie Elefanten die Jungtiere visuell abschirmen...nur auf einem Foto erkenne ich eindeutig einen kleinen Elefanten... 😎




die Flusspferde stehen am Ufer...direkt vor uns liegt das Hauskrokodil, das uns von nun an ständig begleiten wird...weit rechts in der Flussbiegung erscheint eine Giraffe ganz vorsichtig und langsam bewegt sie sich...es ist eine riesige Freifläche hier und sicher nicht ungefährlich für sie...



Schnell wird es dunkel, das Krokodil schafft es tatsächlich immer wieder in diesem niedrigen Wasserstand unsichtbar zu werden... 😉
Der Wasserspiegel flirrt stellenweise...zuerst denken wir an Wasserabläufe, aber es müssen winzige Fischschwärme sein, die sich dort aufhalten...vielleicht hat auch der Adler heute Mittag nicht nur seine Krallen gekühlt... 😎

Ein Vogel stelzt durch das Wasser, zieht in einer merkwürdigen Seitwärtsbewegung den Schnabel durch´s Wasser und kommt dem Krokodil oft gefährlich nah...ich rechne mehrfach mit einer Attacke, aber ein Mindestabstand wird strikt eingehalten... 😎




Nun wird es auch zum Fotografieren zu dunkel, wir lassen den Abend gemütlich bei einem Glas Wein ausklingen...ausnahmsweise mal ohne Lagerfeuer...ist einfach zu warm, um Lust darauf zu bekommen... 🙁 ...später schaut noch der Wächter vorbei und plaudert mit Manni...wir lauschen den Geräuschen der Nacht und verabschieden uns von diesem tollen und ereignisreichen Tag ins Dachzelt... 🙂
Teil 1515. Apr. 2017
Tag 14 - Freitag, 11.11.2016

Wir erwachen früh und genießen das Frühstück mit herrlichem Blick auf das, was vom Luangwa übrig geblieben ist. Schon jetzt ist es erdrückend heiß und der Eckplatz an der Uferkante ist zwar schön, aber auch fast ohne Schatten... 🙁 ...den Vormittag verbringen wir u.a. damit, uns und das Fahrzeug im Schatten zu halten...mit aufgeklapptem Dachzelt rollen wir hin und her, schieben die Stühle von rechts nach links...noch haben wir 3 leere Campsites zur Auswahl... 🙂


Gestern Abend haben wir bereits beschlossen, einen superfaulen Tag im Wildlife Camp zu verbringen und einfach nur darauf zu warten, was passiert...diese Strategie ist letztes Jahr aufgegangen und sollte auch diesmal funktionieren...
Auch unser "Hauskrokodil" hat wohl eine anstrengende Nacht hinter sich und genießt die ersten Sonnenstrahlen des Tages... 😎

Nachdem unsere Körper ca. 1 Stunde in den Stühlen hängen, wir ebenso unseren Gedanken nachhängen und ins Flussbett schauen, bekommen wir Besuch von einem Waran, der an der äußersten Kante der Campsite gemütlich entlang schlendert...er wird uns heute ein äußerst interessantes Schauspiel liefern... 😎

Während ich mich dem Waran nähere, bewegt er sich ohne Eile raschelnd hinab ins welke braune Laub, dass direkt neben der äußeren Campsite in einer leichten Senke liegt. Was will er dort...er scheint etwas zu suchen...was liegt denn dort...ist das ein Ast oder ein alter Schlauch?


Es handelt sich um eine tote Schlange, die dort halb verborgen im Laub liegt. Beim Heranzoomen kann ich erkennen, dass die Haut bereits leicht vertrocknet aussieht, was bei diesen Temperaturen hier allerdings keinen Rückschluss auf den Todeszeitpunkt zulässt...zumindest nicht für uns Laien... 😎


Der Waran interessiert sich brennend für den toten Körper und versucht ihn seitlich wegzuziehen...gelingt nicht so leicht und überraschend schnell lässt der Waran von der Schlange ab und bewegt sich langsam davon...komisch... 🙁


Während ich meine Aufmerksamkeit dem Waran zuwendete, hat sich das Flussbett mit Antilopen gefüllt, die irgendetwas Fressbares auf diesem Sandboden finden...trotz fehlendem Grün hat die Szenerie wieder etwas Paradiesisches... 🙂

Ereignislos vergeht der Vormittag, während wir Fahrzeug und Stühle zwischen den 3 Campsites dem Schatten folgend hin und her bewegen...die äußere Campsite liegt inzwischen in der prallen Sonne...sie ist zwar schön gelegen, aber nicht mehr unsere 1. Wahl. Vielleicht haben wir ja Glück und es kommt heute niemand mehr...dann haben wir die freie Wahl.
Zwischenzeitlich hat Manni vorbeikommende Männer des Personals bezüglich der Schlange angesprochen...wissen sie etwas darüber? Nein, sie haben die Schlange nicht getötet, es sieht aus wie eine Kobra, meinen sie ( ... 😎 ...ich weiß, es sind immer Kobras und Mambas... 😎 ...) und vielleicht waren es Zebramangusten, die die Schlange getötet haben...sie stromern hier täglich durch das Camp, auch wir haben die Gruppe heute Morgen kurz gesehen...
Mittags bekommen wir dann ein Schauspiel, das allein schon den Verbleib im Camp gelohnt hat...es raschelt wieder im welken Laub, wo der tote Schlangenkörper liegt...ist der Waran doch zurückgekommen?
Er war schnell und steht bereits wieder oben am Rand des Weges, hat irgendetwas zu Fressen vor sich liegen...was ist das...ein Stück Schlange?
Ich zoome die Szene heran, Manni steht mit Fernglas neben mir...gebannt beobachten wir dieses Spektakel...der Waran wähnt sich unbeobachtet und zeigt keine besondere Eile...
er hat sich den Kopf der Schlange geholt, wahrscheinlich eine besondere Delikatesse...




Das Ganze dauert nicht einmal 5 Minuten, in denen ich ständig den Auslöser drücke...ich bin sicher kein Schlangenexperte, aber auf einigen Bildern sieht es tatsächlich nach Kobra aus...als wäre das untere Halsstück etwas flacher und hell glänzend...aber wer will diesen deformierten Kopf schon mit Sicherheit identifizieren... 🙁
Ich stelle die Bilder einfach mal kommentarlos ein, für uns war es superspannend... 😎 ...























Ein letzter Bissen...ein letztes Schlucken und weg ist der Kopf...spurlos...nichts weist mehr auf dieses Drama hin...was für ein Glück, das wir im Camp geblieben sind... 😎
Der kopflose Schlangentorso wird hier im braunen Laub vergammeln, die Natur wird ihn schon irgendwie verwerten...

Der Waran macht sich satt und zufrieden davon, nun haben wir nicht nur ein "Hauskrokodil", sondern auch einen "Hauswaran"... 🙂
In der heißesten Zeit des Tages lassen sich keine weiteren Tiere blicken, wir beschließen die Gelegenheit zu nutzen und im Dorf nach Einkaufsmöglichkeiten zu suchen...in der Erinnerung war das in Mfuwe außer des kleinen Straßenmarktes nicht so dolle...
Ich frage mal mein Navi nach dem nächstgelegenen Supermarkt und es zeigt mir tatsächlich einen an...den haben wir gar nicht gesehen...
Navi lenkt uns zur Hauptstraße und dann hinaus Richtung Chipata...wo soll dort ein Supermarkt sein?
Hier soll es sein, eines der letzten Gebäude von Mfuwe, rechtsseitig gelegen und dunkelgrün...'Supermarket' steht nirgendwo geschrieben...wir gehen hinein durch die relativ neuen Glastüren und stehen in einem neu aussehenden Supermarkt...gekühlter Raum, gutes Sortiment, eiskalte Getränke und Tiefgefrorenes...whow...das überrascht uns nun doch...Dank ans Navi...ohne dich hätten wir das nicht gefunden... 😎
Wir decken uns mit ein paar Vorräten ein, gönnen uns gierig eine eiskalte Cola direkt vor der Tür und besorgen auf der Rückfahrt zum Camp noch ein paar Tomaten und eine Wassermelone auf dem kleinen Markt...

...das Sortiment ist eher mickrig...man sieht der Auslage die Trockenheit der Umgebung an...die Menschen werden sich sicher über den Beginn der Regenzeit freuen...
Zurück im Camp ist es mit der Ruhe erst einmal vorbei...zu dem halbleeren Overlander, der bereits hier steht, hat sich der Inhalt eines weiteren Trucks über den Platz ergossen, der war wohl rappelvoll....überall laufen plärrende Teenies herum, der kleine Pool ist völlig in ihrer Hand...an einen relaxten Poolaufenthalt ist nicht mehr zu denken... 🙁
...dafür hat nun auch die kleine Bar dort geöffnet und wir gönnen uns ein kaltes teures Bierchen...versuche mich auf die Steine zu setzen und verglühe mir die nackten Oberschenkel...
...scheint eine schwierige Reisegruppe zu sein, zu groß, zu unterschiedlich...selbst für Außenstehende wie uns ist schnell die eindeutige Grüppchenbildung zu erkennen...eine "coole" Truppe am/im Pool und reichlich abgesonderte Einzelpersonen, die sichtbar die Augen verdrehen und nicht gerade glücklich mit der Situation zu sein scheinen...bin ich froh, nicht in einer Gruppe reisen zu müssen...mein persönlicher 'overkill'... 😉 ...
Eventuell möchten wir heute Essen gehen, hängt ab vom Angebot...laufen am Ufer entlang zur Rezeption. Dort sitzt die Inhaberin mit einigen Gästen und/oder Nachbarn zusammen, man lamentiert über´s Wetter: der 'International Airport' in Johannesburg steht wohl unter Wasser, bis zu den Autodächern auf den Parkplätzen...ein heftiges Unwetter hat in SA kurzfristig für 'Land unter' gesorgt...natürlich kramt nun jeder Insider hier die Stories der heftigsten Überschwemmungen am Luangwa River hervor...das Wildlife Camp stand auch schon einige Male komplett unter Wasser...seeehr interessante Geschichten, die hier lässig und wie eine Selbstverständlichkeit ( was sie wahrscheinlich ja auch sind... 😎 ) vorgetragen werden...
Die Speisekarte spricht uns nicht besonders an, die Preise dazu auch nicht...also doch selbst kochen, macht nichts...wieder zurück an der Uferkante direkt zur Campsite...inzwischen stehen Fahrzeug und Stühle an Site No. 8, sie bietet den meisten Schatten... 🙂
...kaum sind wir ermattet vom Hitze-walk zur Rezeption in die Stühle gesunken, startet die Nachmittagsvorstellung am Luangwa Flussbett mit dem Auftauchen einiger Elefanten... 🙂


...und Morgen geht´s weiter... 🙂 🙂 🙂
Teil 1618. Apr. 2017
...es ist eine Gruppe von 5 Elefanten, die sich der größten verbliebenen Wasserstelle des Flusses nähert...ein Kleines, ein Halbstarker und 3 erwachsene Tiere...kurz vor Erreichen des Wassers werden sie richtig flott...haben wohl ordentlich Durst... 😎 ...es ist immer wieder herrlich, Elefanten beim Trinken, Duschen und Tauchen zuzuschauen... 🙂 ...wobei, die meisten sehen ziemlich abgemagert aus... 🙁 ...



Da kommt noch ein Nachzügler aus derselben Richtung wie die Gruppe und mischt sich wie selbstverständlich unter die anderen...vielleicht gehört er dazu...


Die Kleinen legen sich flach ins Wasser. spielen U-Boot...zwischendurch quietschende Geräusche...so hört sich Spaß an... 🙂







Alle machen Anstalten, in Richtung unserer Campsite zu laufen, aber nur eine Elefantenmama mit Jungtier findet sich direkt vor unserem Camp ein...zum Unmut des Krokodils...ist schließlich sein Pool... 😠











Nach kurzer Erfrischung kehren sie zum Rest der Gruppe zurück...inzwischen sind noch weitere Tiere eingetroffen...und traben gemeinsam zum Wasser...die Flusspferde im Hintergrund halten Distanz...








...einige durchqueren das Wasser, der einzelne Nachzügler folgt ihnen...langsam wird klar, dass er in der Gruppe nicht wirklich erwünscht ist...es ist ein junger Bulle...auf ihn haben die Mädels keine Lust...klettern die Uferböschung hinauf... 🙁







...er verrichtet erst mal sein Geschäft, langsam wird unter´m Bauch sein Geschlecht deutlich sichtbar...niemand will etwas mit ihm zu tun haben...weitere Tiere verschwinden Richtung Uferkante, eine andere Kleingruppe mit Jungtier in die entgegen gesetzte Richtung...der junge Bulle bleibt allein zurück und trottet schließlich davon...irgendwie haben wir etwas Mitleid mit ihm...."C´est la vie".... 😎 ...





Zwischenzeitlich ist ein Hilux mit Dachzelt und namibischem Kennzeichen angekommen...erst jetzt wird uns bewusst, das für niemanden erkennbar ist, welche Campsite unsere und welche unbesetzt ist... 😉
Schnell erkläre ich dem niederländischen Paar den Grund unserer Entfaltung hier, No. 8 ist unsere, der Rest ist frei...sie entscheiden sich für meinen ehemaligen Favoriten No. 9 ganz außen...die ohne Schatten...

Auch die beiden setzen ihren Hilux von nun an hin und her, um etwas Schatten zu erhaschen...leider kommen wir hier ansonsten nicht so richtig ins Gespräch... 🙁
Nebenan räumt eine Affenhorde gerade das verlassene Vorzelt eines südafrikanischen Paares aus, einige Gegenstände fliegen über den Platz, wir verscheuchen die Meute und sammeln das Zeug wieder ein...





Die Show im Flussbett ist vorbei... 🙂 ...ich schaue mich um, sehe hinten im Camp eine merkwürdige Holzkonstruktion...sieht neu aus...was ist das...?...kann mich nicht erinnern, das im letzten Jahr dort gesehen zu haben... 😉
Während wir uns dem Konstrukt nähern, wandern die Teenies der Overlander hin und her...es ist ein Unterstand, der Ausblicke auf eine überwucherte Wasserfläche zulässt...und einige Elefanten stapfen dort herum, rupfen schmatzend das Grün in ihr Maul...vielleicht ist es sogar ein Teil der Truppe, die wir gerade im Flussbett gesehen haben... 😎


...auch ihnen schmeckt´s...






Als wir die Stufen hinaufklettern, sind noch einige Touris im Unterstand...leider wieder mit unvermeidlichen Smartphone-Geräuschen, während die Elefanten nah an uns vorbeiziehen...unpassender geht es kaum... 🙁 ...
Endlich sind bis auf ein junges Paar alle weg...wird wohl doch schnell langweilig... 😉 ...und so genießen wir zu viert die mampfenden Elefanten... 🙂





Das Camp ist immer noch relativ leer, wir können entspannt auf unserer "Terrasse" sitzend den Ausblick genießen...nur wenige Tiere sind weit entfernt zu erkennen...






...alles wie gestern...der Sattelstorch stakst durch das Wasser, "unser" Krokodil belauert ihn und ist heute wesentlich aggressiver als zuvor...vielleicht einfach hungriger... 😎






Das Flirren im Wasser nimmt zu...Echse wirbelt herum...die Fische scheinen sie 'veräppeln' zu wollen... 😉 ...



Die Sonne verschwindet...gaanz weit hinten rechts an der Flussbiegung laufen 2 Elefanten entlang, ein Muttertier mit einem sehr kleinen Jungen...fühle mich nicht wohl, die beiden allein ohne Herde zu sehen...gleich ist es dunkel, hoffentlich geht alles gut für die zwei... 🙁 ...





Endlich hat 'unser Krok' Erfolg, ein Fisch verschwindet im Maul...




Hier darf man seine Aufmerksamkeit nicht teilen, die Affen sorgen sofort wieder für 'action'...warten nur auf geöffnete Heckklappen...heute Morgen mussten wir bereits einen Affen aus dem Auto schmeißen...die können sogar den Kühlschrank öffnen... 😎 ...


Währenddessen haben wir verpasst, dass sich ein weiteres kleineres Krokodil an "unseres" herangepirscht hat...in einer heftigen Attacke wird es vertrieben, zischt links unten aus dem Bild...in der Realität kaum zu erkennen... 😎 ...




Die Nacht senkt sich über das Camp, 2 Lichter hinten am Ufer sind wahrscheinlich Fischer...vielleicht ist eines der Camps das gestern gesichtete...von der Richtung her kommt es ungefähr hin...

Im letzten Tageslicht können wir erkennen, dass das kleinere Krokodil wieder ganz nah bei dem Großen ist...ob Konkurrenz oder Turteltäubchen... 😎 ...



Später schaut noch der Nachtwächter vorbei, wir quatschen etwas, dann lassen wir die Geräusche des NP auf uns wirken...weit entfernt Löwengebrüll...wieder gibt es kein Lagerfeuer heute...schade, aber einfach viel zu heiß...
Weit nach 22 Uhr schneiden noch Scheinwerfer durch die Dunkelheit...ein Fahrzeug erreicht das Camp und stoppt auf der Campsite neben uns...es ist zu dunkel, um Details zu erkennen, aber es sind ein paar Jungs, die sofort Richtung Bar verschwinden...wir verstehen nur "...bottle of red wine...", vielleicht Südafrikaner mit spätem Durst...nach kurzem Lärm während des Zeltaufbaus kehrt aber schnell wieder Ruhe ein...
...nun auch für uns noch ein Glas Wein, dann verabschieden wir uns in das gemütlich warme Dachzelt... 🙁 ...
Teil 1723. Apr. 2017
Tag 15 - Samstag, 12.11.2016

Heute fahren wir wieder in den Park... 🙂 ...vielleicht wird das ein erfolgreicherer Tag für Tiersichtungen....
Unsere spät angekommenen Nachbarn entpuppen sich als Briten, 4 Jungs mit ihrem verdreckten und schwer bepackten Landrover...das macht uns natürlich wieder neugierig...wie haben sie das Fahrzeug hierher bekommen?
Der offensichtlich älteste der 4 ( Anfang/Mitte 20 ) fängt unsere fragenden Blicke auf und...schwups...stehen wir zusammen...die üblichen Fragen "woher-wohin und wer seid ihr"...schon sind wir schlauer... 😎
Sie haben von Antwerpen nach Alexandria verschifft und von dort bis Südafrika gefahren...gerade sind sie auf dem Rückweg...dieselbe Strecke, denn unser Gegenüber muss im Januar einen neuen Job in GB antreten...
Auch sie wollten eigentlich ( so wie es auch unser Traum ist... 😎 ... ) direkt von zu Hause aus losfahren, aber leider gibt es ja keine Fährverbindungen mehr nach Ägypten...
Meine Frage nach der Machbarkeit der Strecke, vor allem im Norden des Kontinents, macht Hoffnung...es war völlig problemlos, nur eine Strecke im Sudan mussten sie im Konvoi fahren, aber auch das war 'easy'...
Heute gehen sie die 05er Road an, Etappenziel ist das 'Africa House', also Shiwa Ngandu...darüber können wir nun etwas berichten... 🙂
Sie haben es eilig, wir wünschen einen guten weiteren Trip und kommt heil wieder zurück... 😉
Das abgebrochene Frühstück beenden wir schnell, es wird auch für uns Zeit, sonst lohnt der Parkeintritt nicht mehr...
Wenig später stehen wir vor dem Gate, die 4 Jungs haben die Formalitäten gerade erledigt...noch einmal verabschieden wir sie heftig winkend...

750 Kwacha kostet der Spaß, gibt es wieder besondere Sichtungen heute morgen...wo könnten denn z. B. Katzen sein...?
Um Wamilombe herum sind Löwen gesichtet worden...bei unserem bisherigen Glück sollten wir sie doch eigentlich finden...
aber zuerst überqueren wir die Brücke und steigen kurz aus...gefühlt kann man dem Wasserpegel beim Sinken zuschauen... 😉 ...
...erst jetzt fällt mir auf, wie viele seehr kleine Flusspferdköpfe im Wasser zu sehen sind...vielleicht ist das der Grund für dieses merkwürdige Aneinanderkuscheln der Tiere...bei so wenig Platz im Wasser rückt man sich doch nicht ohne Not so auf die Pelle.... 🙁




Nächster Stop ist natürlich wieder der Rand des kleinen Tümpels an der Mfuwe Lodge...wie geht´s "dem Dicken"... heute schon bewegt...?... 😎


Dieses Mal dreht er uns den Hintern zu, nah bei ihm liegen 2 recht große Krokodile scheinbar harmonisch nebeneinander.


Der Bulle fühlt sich gestört, gönnt uns einen schlechtgelaunten Blick und wandert in etwas tieferes Wasser, der Rücken schlammverkrustet, der Wasserpegel zeichnet sich deutlich ab...

...leider verpasse ich gerade einen heftigen Disput zwischen den beiden Kroks, sie wirbeln herum...einer ergreift die Flucht...das Schwanzende links im Bild ist noch zu erkennen...

...die können so verdammt schnell werden... 😎 ...die Wogen glätten sich, der Sieger bleibt zurück...

Zuerst fahren wir rechtsseitig ein Stück Richtung Luangwa Wafwa Lagoon, finden auf dem Weg dorthin einige sehr zutrauliche Zebras...sie zeigen keine Nervosität...wenige Jungtiere sind hier bereits, aber die Bäuche einiger Tiere sehen so aus, als würde es in Kürze noch mehr Nachwuchs geben... 😉 ...








Ansonsten sind Tiere leider wieder Mangelware... 🙁 ...zurück an der Hauptpiste wenden wir uns der Wamilombe Lagoon zu, natürlich ist auch hier alles vertrocknet, nur der Fluss hat ein paar Pfützen. Antilopen grasen in der Hitze, das war es aber auch...

...aber hübsch sind sie schon... 🙂

Auf der Schleife zurück schlurfen diese Büffel vorbei...sehr langsam und sehr missmutig...





Inzwischen ist es Mittag, das Außenthermometer des LC zeigt die gnadenlose Wahrheit... 🙁 ...

...falls es hier heute Löwen gibt, werden die wahrscheinlich tief in irgendwelchen schattenspendenden Büschen liegen...also entschließen wir uns zu einer Siesta im Wildlife Camp und verbringen die heißeste Zeit des Tages dort kraftlos in unseren Stühlen hängend... 😉 ...
Nach 14 Uhr starten wir den nächste Versuch, diesmal beginnen wir sofort in der Region um Wamilombe, fahren entlang des Airstrips dort, finden endlich auch einige Elefanten, die aber im extrem dichten Buschwerk mehr zu hören als zu sehen sind...wir versuchen ihnen zu folgen, aber das mögen sie nicht und entfernen sich... 🙁 ...in dieser Enge möchten wir ihnen auch nicht zu nah auf die Pelle rücken...
Den Fluss entlang winden sich die Wege um jeden Busch, hier stoßen wir auf diese Impala-Mutter mit ihren 2 Jungtieren, eines ist sehr viel kleiner und unsicher auf den Beinen...seehr wackelige Angelegenheit...und hier in direkter Nähe sollen sich Löwen aufhalten...?...




Unsere Stimmung sinkt auf den absoluten Nullpunkt... 🙁 ...kann doch nicht sein, dass die Katzen nicht aufzufinden sind...haben wir doch jedes mal geschafft...ich muss zugeben...bin richtig sauer in diesem Paradies...dieser NP hat uns bisher so verwöhnt, dass tolle Sichtungen fast eine Selbstverständlichkeit scheinen...
Teil 1825. Apr. 2017
Endlich tauchen die ersten Tourfahrzeuge auf, stehen zu zweit mitten auf der Fläche...sind wir etwa die ganze Zeit an den Tieren vorbeigefahren...?...nein, die Touristen beobachten einige Warzenschweine...aber da kommen noch mehr Tourfahrzeuge vorbei und alle rollen Richtung Flussufer, wir natürlich hinterher...HURRA...da liegen sie seelenruhig und faul in den Büschen...so nah am Ufer haben wir nicht gesucht.... 🙂

Es sind 3 Tiere... eine Löwin mit Halsband, ein ausgewachsener Löwe mit imposanter Mähne sowie ein außergewöhnlich helles "blondes" Tier, ist wohl ein junger männlicher Löwe...whow...hat der eine tolle Färbung...( wir erfahren später, dass er aufgrund seiner Farbe 'Ginger' heißt und der Sohn dieses Löwenpärchens ist )... 😎 ...




Während der Beobachtung fragen wir uns noch, welche Verwandtschaftsverhältnisse hier wohl bestehen...sie gehen sehr zärtlich miteinander um... 🙂 ...
Wir sind mehrere Fahrzeuge und verbreiten Unruhe, die beiden männlichen Tiere strecken sich und trotten Richtung Flussbett, 'Ginger' direkt vor uns her, der 'Alte' hinten rum direkt runter...ich behalte sehr wohl im Hinterkopf, dass die Löwin noch unter dem Busch liegt, also exakt hinter uns... 😎...





'Ginger' hat mächtig Durst und lässt sich viel Zeit...einmal dreht er sich direkt in unsere Richtung...ein wirklich außergewöhnliches Tier... 🙂 ...unser Glück ist zurück...





Ich erinnere mich an unsere letzte Reise, in der Nähe der Chichele Lodge fanden wir einen Löwen mit seiner Partnerin, auch mit Halsband. Zwei andere Touris berichteten uns von einem sich angeblich in der Nähe befindlichen "Albino-Löwen", ob damit 'Ginger', der helle Löwe gemeint war? Könnte passen...



...er durchquert das Flussbett und lässt sich am Wasser wieder fallen...puuh...war das anstrengend... 😉 ...




Der andere Löwe liegt bereits wie ein Macho im Sand des Luangwa...fehlt nur noch die Löwin...

...warum müssen sich Löwen immer ins Gegenlicht legen... 😎 ...

...mein Fenster ist ganz geöffnet...mir ist bewusst, dass sie direkt hinter uns sein muss. In den Außenspiegeln sehen wir sie nicht, tückische Situation. Sie muss hier vorbeikommen, fahre das Fenster zur Sicherheit schon einmal komplett hoch...ja...da ist sie, taucht direkt auf meiner Seite neben dem Auto auf, nur eine Armlänge entfernt schaut sie in Höhe des Fensters zu mir hinauf...bin so fasziniert, dass ich erst danach den Auslöser drücke, wollte ihr ohne Kamera in die Augen schauen...was für ein wundervolles Tier... 🙂 ...

Vor uns steht ein vollbesetztes Tour-Fahrzeug, sie läuft in die Richtung und dann auch ins Flussbett hinab...alle drei haben die Ruhe weg... 😉 ...




Löwin und Pascha begrüßen sich auf Katzenart, als hätten sie sich lange nicht gesehen...sehr verschmust die beiden, während 'Ginger' weit abseits liegt...



Ich habe die Bilder des letzten Jahres von der Chichele Lodge mit diesen hier verglichen...es handelt sich um denselben männlichen Löwen, der mich extrem nah am Fahrzeug so durchdringend angeblickt hatte, es gibt eindeutige Kennzeichen...aber die Löwin ist es nicht...der rechte hintere Fußabdruck passt nicht...klar, der hat mehrere Mädels... 😎 ...






...man könnte sie glatt übersehen... 😉 ...

Während die 3 Katzen dösen, trabt ein Flusspferd seelenruhig sowohl an ihnen als auch an dutzenden Krokodilen vorbei...hat es die Löwen vielleicht gar nicht realisiert...


...sie schaut in die entgegengesetzte Richtung...


...sie hat sich schon mal in Richtung Flusspferd gedreht...

...er nun auch...

...die Distanz ist nicht soo groß...

...mit einem kurzen Blick zu den Löwen macht sich das Flusspferd davon...

Die Mengen von Kroks fallen mir erst jetzt auf...habe sie bisher eher als vertrocknetes Holz wahrgenommen...verdammt viele hier... 🙂

Überhaupt realisiere ich jetzt erst die restliche Umgebung...die Löwen hatten die ungeteilte Aufmerksamkeit...auch hier befindet sich im Wasser weiter links eine Gruppe Flusspferde und im Vordergrund weit abseits ein großer Bulle, den wohl dasselbe Schicksal ereilt hat wie unseren "Dicken" an der Mfuwe Lodge...diese Schlacht hat er wohl auch verloren... 🙁


Inzwischen ist der Pascha bei 'Ginger', sie schmusen sehr vertraut...wundern uns über die Zärtlichkeit zwischen den Löwen...kennen das Verwandtschaftsverhältnis noch nicht...Vater und Sohn... 😉 ...




Beide liegen entspannt im Licht der inzwischen tief stehenden Sonne...würden wir jetzt hier entlang fahren, würden wir die Löwen im Flussbett wahrscheinlich nicht sehen...



Ich könnte ewig hier stehen, aber die Sonne verschwindet, wir müssen raus aus dem Park. An der Mfuwe Lodge kommt gegen Abend endlich auch Leben in den Flusspferdbullen...

...es wird nun unglaublich schnell dunkel...

...an der Brücke ist hörbar was los...lautstarkes Grunzen, Gerangel und die ersten Landgänger...whow...was für ein herrlicher Ausblick auf den Luangwa...und weiter hinten auch noch einige Elefanten...



...auch hier wieder die vielen kleinen Köpfchen sichtbar...


...ein Farbwechsel... 🙂

...und stehend sieht man erst mal, wie flach das Wasser wirklich ist...

Zurück im Camp ist es bereits stockduster, die Lichter der Fischercamps hinten am Ufer sind wieder sichtbar...nach den heutigen Löwensichtungen eine unheimliche Vorstellung, dort nachts zu campen...aber zu diesen Themen werden wir in den nächsten Tagen noch einige interessante Dinge hören... 😎
Nach dem Abendessen genießen wir eine Flasche Wein und den letzten Abend im Wildlife Camp ausgiebig...es darf spät werden, denn morgen gibt es nur einen kurzen Trip zum Zikomo Safari Camp am Rande des Nsefu Sektors des South Luangwa NP.
Der Tag war am Ende doch toll und ich schäme mich etwas für meine Ungeduld vor der Löwensichtung... 🙁
Im Waschhaus bin ich mitten in der Nacht nicht völlig allein, dieser "Albino-Frosch" leistet mir am Waschbecken Gesellschaft...ist wohl der "Albino-Tag" heute...er lächelt wie eine Buddha-Statue und verzieht keine Miene...vielleicht ist er ein Glücksbringer... 😉


Beim Einschlafen hören wir Löwengebrüll in der Ferne...was für ein wundervoller Ort ist das hier... 🙂
Teil 1904. Mai 2017
Tag 16 - Sonntag, 13.11.2016

Das Frühstück darf heute Morgen seehr gemütlich ausfallen, wir haben alle Zeit der Welt und genießen ein letztes Mal den Ausblick auf die Flussschleife... 😎
...wir sind gespannt auf das Zikomo Safari Camp, letztes Jahr standen wir dort vor einem geschlossenen Camp mit Notbesetzung und strömendem Regen, heute begleitet uns Sonnenschein und die Gewissheit, dass das Camp noch geöffnet ist. Vor unserer Abreise hatte ich das Camp kontaktiert...sie teilten uns mit, dass erst am 20. November Saisonende sei, also in wenigen Tagen. Wir sollen einfach kommen...das klappt schon... 😉
Während wir zusammenpacken, kann ich meine Augen nicht von unseren südafrikanischen Nachbarn lassen...was für eine Show... 😄 ...
Sie bereitet ihrem Mann die Spiegeleier am Küchenanhänger zu...steht dort wie Audrey Hepburn in einem Hollywood-Schinken...zum Schreien... 😎 ...schick zurechtgemacht mit Schürze, Strohhut und Handschuhen...sieht man auch nicht so oft beim Campen...
Bevor wir starten, geht´s noch mal zur Rezeption, hier gönnen wir uns ne´ kalte Cola und erfahren zufällig die Verwandtschaftsverhältnisse von 'Ginger' und seinen Eltern...neben der Inhaberin steht dort ein Tourguide ( und/oder Inhaber ) einer anderen Lodge, der die Tiere in der Umgebung offensichtlich sehr gut kennt...interessanter Abschluss... 🙂
Schnell sind wir an der Dorfstraße und decken uns im Supermarkt wieder mit eiskalten Getränken ein...


Den Einstieg in die Piste Richtung Nsefu Sector und Zikomo Safari Camp am Ortsende kennen wir noch vom letzten Versuch, hier standen wir damals nach wenigen Kilometern vor einem reißenden Lupande River...Durchfahrt bestenfalls mit einem U-Boot möglich...wir mussten den Umweg weiter Richtung Chipata nehmen...
Diesmal alles kein Problem, ein sandiges Flussbett erwartet uns und auch die 2. Flussquerung des Msandile River ist staubtrocken...lediglich ein LKW und Sand schaufelnde Männer blockieren die Durchfahrt, machen aber schnell Platz...
Mehrere Dörfer folgen, deren Grenzen ineinander übergehen...dann verschwinden die Hütten allmählich und das Miliyoti Gate wird vor uns sichtbar. Links geht es ab zum Zikomo Camp, hier standen wir vor 1 Jahr vor einer grünen, unübersichtlichen Ebene, die gefährlich sumpfig aussah, wir wählten die Zufahrt direkt hinter dem Gate.
Heute erwartet uns eine knüppelharte Piste...völlig andere Landschaft...lediglich das letzte Stück an der Lagune entlang hat Ähnlichkeiten mit der Szenerie der letzten Reise...unglaublich, was die paar Wochen ausmachen...




Wir erreichen das Camp und parken direkt vor der Rezeption...schön ist es hier...viel Schatten spendet bei dieser höllischen Hitze etwas Kühlung... 🙂
Wir werden herzlich begrüßt und direkt in die Camp-Regularien eingewiesen...kleiner Pool, Essen möglich mit Vorbestellung, Internetzugang usw., hier gibt es fast alles, was man so braucht mitten in der Wildnis...

...die kleine Internet-Plattform funktioniert ganz ok...

Das Camp ist nicht groß, insgesamt vielleicht 6 campsites, aber nur spärlich belegt...2 Fahrzeuge mit NL und ZA-Kennzeichen belegen jeweils eine site, wir können also wählen und entscheiden uns für eine schattige Stelle mit kleiner Überdachung ganz am Rand...tolle Lage hier... 😎


Ein Mitarbeiter begleitet uns auf dem Trampelpfad zwischen Campsites und Lodge, es geht an einigen nicht belegten Hütten vorbei, diesen Weg hier in der Wildnis möchte ich im Dunklen nicht unbedingt laufen...extrem unübersichtlich...

Auf meine Frage diesbezüglich erzählt er, dass Elefanten häufig diese Passage kreuzen, um zum Flussbett zu gelangen...auf keinen Fall anleuchten... 😎 ...
Der Manager berichtet später, dass gestern Abend direkt vor der Lodge am kleinen Wassertümpel mehrere Löwen gelegen haben...überhaupt seien viele Löwen in der Umgebung...sagt er breit grinsend...wir sollen vorsichtig sein... 😎 ...

Das Waschhaus besteht aus einigen Schilfwänden mit Zugängen zu jeweils einer Toilette und Dusche...natürlich alles ohne Türen... 😉 ...und Affen beäugen uns auch direkt als potentielle Beute....

...diesen Spiegel mögen vor allem die Affenladies... 😎

Nach dem check-in rollen wir über die Zufahrt zu unserer Campsite, was für eine Aussicht...allerdings hat auch hier der Luangwa River kaum Wasser, die wenigen Pfützen sind noch weiter entfernt als im Wildlife Camp...




So steht der LC richtig gut...Manni baut das Camp auf, während ich das gesamte Gelände erkunde...es ist inzwischen Mittag und lähmend heiß...die großen Hütten für die Gäste der Lodge ziehen sich doch über eine größere Fläche und scheinen noch gut besetzt...der kleine Pool ist in niederländischer Hand...die beiden Fahrzeuge im Camp scheinen zusammen zu gehören...



Den restlichen Tag werden wir im Camp verbringen und die Aussicht genießen, vielleicht haben wir ja Glück und müssen nicht viel für tolle Sichtungen tun... 😉 ...
Stinkefaul verbringen wir den Nachmittag, aber außer einer Giraffe, zahlreicher Gazellen mit Jungtieren, die direkt vor der Lodge grasen, sowie einer Warzenschweinfamilie schaut niemand vorbei...egal...es ist sehr entspannt hier... 😎 ...










Ich erkunde alles zu Fuß...sowohl auf der Lodge-Seite als auch hier spenden überwiegend Leberwurstbäume den Schatten, habe noch nie so viele und mächtige dieser Art gesehen...
Der Rest unserer Wassermelone muss weg...ein junger Mann ( unser Platzwächter, den wir alles fragen können... 😎 ... ) leistet uns kurz Gesellschaft und fragt, ob er die Melonenkerne haben kann, Saat ist Mangelware hier...er bekommt das ganze Stück, ist eh´ nicht mehr viel und so kann er sich die Kerne heraus pulen... 🙂 ...
Auch er redet von den vielen Löwen hier, jeden Abend tauchen sie irgendwo um´s Camp herum auf und laufen auch gerne mittendurch...er verspricht, heute Nacht sehr aufmerksam zu sein... 🙂
Die Sonne senkt sich, Wolken ziehen auf...es sieht irgendwie nach Regen aus...naja, die Natur würde es freuen...


...das Zikomo-Problem mit dem Internet...wo ist es denn...?... 😉

Nachmittags starten mehrere Tour-Fahrzeuge vollbesetzt mit Touristen Richtung Flussbett zu einem Night-Drive...das möchten wir Morgen auch in Angriff nehmen...aber heute ist nur Faulenzen angesagt...
Noch vor Einbruch der völligen Dunkelheit schaffen wir das Abendessen incl. Spülen...irgendwie hat mich das ganze Gerede über Löwen doch etwas nervös gemacht...im Dunklen möchte ich auf diesem unübersichtlichen Platz nicht unbedingt herumlaufen...der Busch beginnt unmittelbar hinter dem Waschhaus... 😎 ...

Die Tourfahrzeuge kommen zurück, weit sind die Motoren zu hören...auch unsere Nachbarn waren dabei und sind begeistert...es soll hier ja eine "Leoparden-Garantie" geben, Sichtungen sind sehr wahrscheinlich...auch sie hatten Glück und konnten einen beobachten...
Beim Bezahlen der Tour zeigt sich wieder das Zikomo-Problem mit dem Internet-Zugang...der Manager kommt direkt ins Camp und hält das Lesegerät in die Luft...hier soll der beste Platz für einen Empfang sein...ok, er sollte es wissen... 😎 ...
Wir sitzen noch länger draußen...eine faszinierende Geräuschkulisse...den Lichtkegel des Wachmannes sehen wir ständig herumschwirren, er schaut immer mal wieder bei uns vorbei und leuchtet die Umgebung ab..."no lions up to now"...ich beneide ihn nicht...
Zähne putzen am Auto und schnell ins Dachzelt...nun kann hier bis Morgen früh herumlaufen, was will... 😎 ...
Teil 2009. Mai 2017
Tag 17 - Montag, 14.11.2016

Als wir erwachen, sind unsere Nachbarn bereits verschwunden, wir sind allein auf dem Platz.
Im Vorbeigehen berichtet uns das Reinigungspersonal, dass es letzte Nacht einen Büffelriss in der Nähe gegeben hat, nur einige hundert Meter nördlich des Camps. Die Menschen hier haben es in der Nacht gehört, während wir wahrscheinlich in der Tiefschlafphase waren... 😎 ...
Kurz darauf schlendert unser Nachtwächter vorbei und berichtet ebenfalls aufgeregt von dem Riss und dass das Camp heute Nacht Löwenbesuch hatte...sie haben den Platz kreuz und quer durchlaufen...
Bevor wir in den NP starten, wollen wir den Game-Drive heute Nachmittag buchen und werden enttäuscht...alle Fahrzeuge sind bereits ausgebucht, da heute der letzte Tag aller Lodge-Touristen hier ist und einige Gäste von umliegenden Unterkünften ebenfalls gebucht haben...naja...auf überfüllte Fahrzeuge haben wir eh´ keine Lust... 🙁 ...
Aber der Manager bietet uns als Alternative den nächsten Tag an, da wären wir allein...eigentlich wollten wir Morgen abreisen, aber spontan entscheiden wir, einen weiteren Tag zu bleiben und den Game-Drive zu machen...somit ist unser Reservetag für einen eventuellen Kafue-Aufenthalt weg...aber viel schöner als hier in der Wildnis geht doch auch kaum, vor allem, da die Lodge Morgen nur uns allein gehört... 😎 ...
Endlich starten wir in den Nsefu-Sektor und sind sehr gespannt, dieser Teil des Parks ist neu für uns...ob hier mehr Tiere sind als in der Mfuwe-Region...?
Am Milyoti-Gate angekommen empfängt uns eine grimmige Rangerin...ob wir heute früh bereits im Park waren, ohne Eintritt bezahlt zu haben, fragt sie uns...sie hätte ein Fahrzeug gesehen, das aussah wie unseres...erst glaubt sie uns nicht, aber als wir uns als Zikomo-Gäste outen, die erst gestern angekommen sind, erhellt sich ihr Gesichtsausdruck und endlich lächelt sie...( vielleicht haben unsere Nachbarn heute Morgen noch schnell eine Spritztour gestartet...Zikomo hat eine eigene Parkzufahrt am Gate vorbei...)...

Sie drückt uns eine Papierkarte in die Hand und es gibt eine Kurzeinweisung. Auf unsere Frage nach besonderen Sichtungen erzählt sie, dass heute Morgen ein Radfahrer 14 Löwen etwas unterhalb des nördlichen Gates gesichtet hat.....hier glaube ich noch, es falsch verstanden zu haben...ein Radfahrer????... 😉 ...
Endlich können wir starten und begeben uns auf die Hauptstrecke durch den Park Richtung Chikwinda Gate...unser erstes Ziel sind die 'Hot Springs' ungefähr an der Hälfte der Strecke...
Dieser Tag wird 2 Überraschungen bieten...die erste taucht gerade in unserem Sichtfeld auf....ich habe mich nicht verhört...hier gibt es einen offiziellen Rad- und Fußweg entlang der Piste quer durch den NP...also hat tatsächlich ein Radfahrer die Löwen gesehen... 😎 ...Wahnsinn...auf dem Radweg hier ist richtig was los und Frauen tragen zu Fuß ihre Utensilien durch den Park...das sind schon einige Kilometer...


...links im Bild der "Radweg" mit zahlreichen Reifenspuren...


Wir durchqueren weite trockene Ebenen, natürlich ohne Tiere, denn Wasser gibt es hier nicht...erreichen den Abzweig zu den 'Hot Springs' und biegen rechts ab auf die Chichele Road...

...blühende Bäume säumen die Piste und plötzlich stehen zahlreiche Büffel vermeintlich auf der Strecke...nein...dort ist tatsächlich Wasser und nicht einmal wenig...die Büffel baden und saufen...wir beäugen uns misstrauisch...stören die Herde...ziehen sie sich zurück oder sollten wir das besser tun?...sie weichen aus und wir rollen im Schritttempo vorbei... 😉 ...







Entlang des schmalen Wasserlaufes führt die Piste Richtung 'Hot Springs', die offensichtlich diesen kleinen Bach speisen...entsprechend viele Tiere stehen herum...und da ist sie...tatsächlich der Ursprung dieser kleinen Oase hier in der vertrockneten Landschaft...sogar ein kleiner See befindet sich direkt nebenan... 🙂 ...





Zuerst wollen wir natürlich wissen, wie heiß das Wasser ist....verbrühen uns fast die Finger, das Wasser ist kochend heiß...
Wir stehen wie auf dem Präsentierteller, es ist übersichtlich hier, keine Büsche oder Bäume, wir können uns also etwas die Beine vertreten...
Während wir noch an der Quelle stehen, beobachten wir den kleinen See...liegt da etwa ein Flusspferd im Wasser...?...tatsächlich, dort liegt wieder ein einsamer ( und vielleicht auch 'angepisster' ) Bulle in diesem wahrscheinlich sehr heißen Wasser...die Lufttemperatur wird da nicht viel abkühlen können...irgendwie bizzar... 😎 ...
...direkt neben dem Bullen liegt auch noch ein Krokodil...


Nun folgt die 2. Überraschung des heutigen Tages und die hat es in sich... 😎 ...
Der kleine See und somit der Flusspferd-Bulle liegt vielleicht 200 m von den 'Hot Springs' entfernt und wir überlegen für den Bruchteil einer Sekunde, etwas näher dorthin zu laufen...es sieht hier alles so friedlich und übersichtlich aus...
...die innere Stimme siegt, wir steigen in den LC und rollen langsam Richtung Flusspferd...rücken ihm auch nicht zu nah auf die Pelle ( so glauben wir... 🙁 ... ) ...halten schließlich mit etwas Abstand bei noch laufendem Motor...Manni lässt sein Fenster runter, ich stelle meine Kamera gerade scharf auf den Bullen durch das geöffnete Fenster und Manni will gerade den Motor abstellen...da dreht der Bulle langsam den Kopf in unsere Richtung und explodiert regelrecht vor unseren Augen... 😮

...ich erlebe diese Explosion durch die Linse und drücke exakt in diesem Moment ab...das bleibt auch das einzige Bild, denn das Flusspferd rast in Wahnsinnsgeschwindigkeit auf uns zu...Manni gibt richtig Vollgas...die Steine fliegen nur so durch die Gegend und das Tier rennt uns noch eine Weile hinterher, wie wir im Rückspiegel sehen...
...dann endlich dreht er bei und trottet wieder in aller Ruhe zurück in SEINEN See... 😎 ...


Puuuuuh....DAS war knapp...wäre der Motor aus gewesen, hätte er uns wahrscheinlich eine ordentliche Beule ins Auto gerammt...
Wie schnell ein Flusspferd auf schlammigem Untergrund von 0 auf 100 kommt, hätte ich niemals für möglich gehalten...das sie extrem schnell sind, war uns bewusst...das sie aber aus dem Stand diese Geschwindigkeit erreichen, werden wir sicher nie mehr vergessen...eine Lehre für´s Leben.... 😉 ...
Noch etwas geschockt fahren wir langsam zurück zur Hauptpiste und biegen ab Richtung Chikwinda Gate...wir wollen doch die Löwensichtung des Radfahrers von heute Morgen finden...es soll nah am Gate gewesen sein...
...aber so sehr wir auch Ausschau halten, keine Schwanzspitze einer Katze lässt sich blicken... 🙁 ...

...diese Kleinen wären ein netter Snack für "unsere" Katzen... 🙁 ...sind sicher noch nicht lange auf dieser Welt...

Irgendwann stehen wir vor dem Gate, dass an das Dorf am Chifungwe Gate erinnert mit seinen Graswänden links und rechts der Piste.
Auf die Frage nach den Löwen zeigt der Ranger schräg in den Busch...ca. 500 m entfernt liegen sie im Gestrüpp, aber nicht von der Piste aus zu sehen und es sind auch keine 14 Tiere mehr, die Gruppe hat sich geteilt... 🙁 ...
🙂 ...sehr nette Leute hier...wir hätten kaum eine Chance, die Tiere allein zu finden...der Ranger winkt einen Mann heran, den er als Guide vorstellt...er spricht sehr gutes Englisch...der wird uns zu den Löwen führen ( erst glaube ich, er will zu Fuß mit uns dorthin... 😕 ...sind ja nur 500 m und wer hier Fahrrad fährt, der läuft vielleicht auch dorthin... )...was für ein Tag... 😎 ...
Gottseidank...er springt doch zu uns in den LC, ich verziehe mich auf den Rücksitz und muss nun natürlich meine Frage loswerden: "Ist es nicht gefährlich für die Menschen hier, den Park zu Fuß und/oder mit dem Rad zu durchqueren?"
Er lacht...nein, am Tag sei das kein Problem, da die gefährlichen Tiere ja nachtaktiv sind. Bei Einbruch der Dunkelheit hält sich niemand mehr dort auf...es gab noch nie einen Zwischenfall mit Löwen, deshalb erkennen die Katzen den Menschen auch nicht als Beute...hoffentlich wissen das auch die Löwen... 😎 ...
Er zeigt nach rechts...wir biegen von der Piste ab querfeldein über eine extrem harte, stoppelige Fläche...fahren um einen großen Busch herum und dort in dem Gestrüpp liegen sie...das hätten wir sicher nie gefunden...
Wie viele Tiere noch hier sind, ist nicht klar erkennbar, sie liegen teilweise versteckt...wir müssen den Busch umrunden, um überhaupt etwas erkennen zu können...



...erst auf diesem Foto habe ich gesehen, dass links neben der Löwin noch mindestens ein weiteres Tier im Busch liegt...


Ein männliches Tier liegt zwischen den Bäumen, unter´m Gestrüpp eine Löwin mit Halsband...,...gut sichtbar 2 Tiere, von denen eines eine sehr auffällige Färbung hat...das Maul sieht von Weitem irgendwie deformiert aus, wie eine Hasenscharte o.ä....erst bei Vergrößerung erkennen wir, dass es lediglich eine Färbung des Felles ist, die diesen optischen Effekt erzeugt... 🙂 ...




...noch nie habe ich ein so markantes Löwengesicht gesehen...



...diese gerunzelte Stirn... 🙂 ...

Nach einigen Fotos verlassen wir die Gruppe und holpern über diesen harten Acker zurück zum Gate...möchten unseren netten Begleiter nicht überstrapazieren... 🙂 ...









Ich sitze wieder im "Cockpit"...lieben Dank an die netten Menschen hier...und zurück geht es Richtung Süden entlang des extrem mäandernden Luangwa-Flussbettes, dem man direkt über verschlungene Pisten folgen kann... 🙂

Fortsetzung folgt... 😎

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