SchmunzelhaseThemenstarter9 Beiträge · seit 200702. Jan. 2017 · #1Hallo Zusammen
Im Mai fliege ich zusammen mit meiner Freundin für 3 Wochen nach Namibia.
Wir machen eine gemütliche Rundreise Windhoek-Swakop-Etosha und wieder zurück nach Windhoek. Dazu haben wir verschiedene Lodges gebucht.
Bevor ich jede einzelne Lodge anschreibe wollte ich hier einmal nachfragen, ob hier eventuell jemand Namibia-Erfahrungen in Sachen Gluten freien Speisen hat?
Nützt es eventuell etwas, wenn ich die Lodges vorher anschreibe und danach frage oder kann ich mir diese Mühe sparen und nehme besser sogleich selbst das nötigste mit (vor allem fürs Frühstück).
Vielen Dank für die Antworten
Gruss
Thomas
12x Namibia, 11x Tansania,1x Botswana, 1x Simbabwe, 1x Sambia, 1x Nigeria, 1x Elfenbeinküste, 2x Ghana, 1x Gabun, 4 Monate gearbeitet in Kamerun (Douala), 1 Monat gearbeitet in Kenia (Nairobi).
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200602. Jan. 2017 · #2Hallo Thomas,
ist hier in Namibia ein absolutes Randthema. Ich weiß, dass Superspar in Windhoek glutenfreies Brot im Verkauf hat. Ansonsten habe ich bewusst nirgend etwas bisher in die Richtung bei uns gesehen. Glaube kaum, dass sich die Unterkünfte so richtig darauf einstellen können. Die meisten sind bei vegetarisch schon überfordert und tischen regelmäßig dann dennoch Hühnchen auf.
Beste Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
TOTonja7111 Beiträge · seit 201502. Jan. 2017 · #3Hallo Thomas,
Ich habe leider auch keine Antwort auf deine Frage, wäre aber sehr an einem Reisebericht von euch sehr interessiert.
Wir planen im Juli mit unseren Kindern eine ähnliche Tour. Unsere Tochter hat auch Zöliakie. Wir haben bei allen Unterkünften bei der Buchung gleich mit angefragt, ob glutenfreies Essen möglich ist. Wir haben nur positive Antworten bekommen. Aber ob jedem so klar war, was glutenfrei wirklich bedeutet ......?!? Wir werden auf jeden Fall die englische Version der "Bitte an den Koch" der DZG (Deutsche Zöliakie Gesellschaft) in mehrfacher Ausfertigung mitnehmen. Ansonsten packen wir viel Knäckebrot ein. Im Internet ( Zöliakie-Treff) gibt es auch Reiseberichte, die sind aber schon älter.
Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn ihr nach der Reise von euren Erfahrungen berichtet. Welche Unterkünfte habt ihr denn geplant?
Viele Grüße, Tanja
JOJOHNUSS5 Beiträge · seit 201702. Jan. 2017 · #4Hi Thomas,
es schadet bestimmt nicht sofort bei Buchung das anzufragen, allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass das dann bei Ankunft vergessen war. Was ich natürlich auch verstehen kann, bei den ganzen Buchungen und Extra-Wünschen die die haben. Wir haben das dann immer bei Ankunft mit den Koch besprochen und dann konnten die sich relativ schnell darauf einstellen. Tendenziell ist die Kooperationsbereitschaft bei einer höheren Standard/ Preisklasse natürlich größer als bei günstigeren Unterkünften (i.d.R.)!
NicolaW3 Beiträge · seit 201702. Jan. 2017 · #5Hallo zusammen,
jetzt habe ich mich extra angemeldet, um auf diesen Beitrag zu antworten - und dann kann ich ja demnächst auch meinen Reisebericht hier einstellen 🙂
Ich habe auch Zöliakie und wir waren im November das erste Mal in Namibia / Botswana. Daher sind meine Erfahrungen ziemlich frisch...
Wir haben in insgesamt 13 Lodges / Guesthouses gewohnt und ich habe nur positive Erfahrungen gemacht. Ich hatte vorher jede einzelne Unterkunft angeschrieben (selbst, nicht über das Reisebüro), und von den meisten hatte ich sehr sehr schnell eine Antwort. Einige konnten mir sogar Brot und andere speziell glutenfreie Lebensmittel anbieten, andere meinten, Brot ginge nicht, aber die anderen Mahlzeiten wären kein Problem. Also habe ich mir ein bisschen Brot mitgenommen - für die ersten Tage Reisbrot (das, das aussieht wie helles Pumpernickel), für später Knäckebrot und außerdem ein paar Portionsbeutel Müsli. Damit bin ich super über die drei Wochen gekommen, eine Tüte Müsli ist sogar wieder mit zurück gereist und das letzte Knäckebrot habe ich im Flugzeug gegessen... Ich hatte nicht ein einziges Mal Bauchschmerzen, also bin ich ziemlich sicher, dass alles "sauber" war.
Hier eine kurze Übersicht:
- Windhoek, The Elegant Guesthouse: kein Brot, Abendessen hatten wir in Joes Beerhouse - Kudu/Oryx mit Pommes und Krautsalat
- Etosha Süd, Toshari Lodge: kein Brot, aber gute Auskünfte zur sehr reichlichen Salatbar, außerdem immer viel frisch gegrilltes Fleisch, ebenfalls gf
- Etosha Ost, Mushara Bush Camp: die hatten ALLES. Frisch gebackenes Brot, Nudeln, zwei Sorten Cerealien, bei Bedarf extra abgewandelte Speisen, Nachtisch für mich ohne Kekskrümel, aber in einem extra Glas. ALLE wussten Bescheid und haben mich jeweils von sich aus darauf hingewiesen, was ich essen kann und was nicht. Traumhaft!!!
- Divundu, Nunda River Lodge: kein Brot, die Info über meine Zöliakie war auch nicht beim Koch angekommen, ich habe das dann für das Abendessen jeweils nachmittags mit ihm besprochen und ohne Probleme leckere Sachen bekommen.
- Kongola, Camp Kwando: kein Brot, und hier hat es das erste Mal nicht geklappt, obwohl sie extra beim Einchecken nochmal nach Allergien gefragt haben (der Einfachheit halber lasse ich Zöliakie unter Allergie laufen, das verstehen die meisten besser - macht ihr sicherlich auch so?). Den Käsekuchen habe ich dann mal besser nicht gegessen, aber sofort als Alternative einen Teller Obst bekommen.
- Kasane, Bakwena Lodge: Großartig - kleine Buchweizenpfannkuchen zum Brunch und Frühstück, beim Mittagessen ebenfalls Extras, wenn's nötig war. Einmal war ich nicht sicher und habe nachgefragt, daraufhin ist die Bedienung sofort in die Küche gegangen und kam mit der Köchin zurück, um alle Zweifel auszuräumen. Nur bei den Game Drives / Bootstouren hat es nicht immer geklappt, einen glutenfreien Keks oder so zu bekommen - aber das konnte ich gut verschmerzen
- Victoria Falls, Bayete Lodge: kein Brot, aber ich habe mich gut von Joghurt, Obst und Omelette und Bacon ernährt beim Frühstück. Abendessen hatten wir nicht (bzw. nur eine Tüte Chips, die war glutenfrei 😗
- Nata, Nata Lodge: hier hatte ich keine Antwort, wenn ich mich richtig erinnere. Abendessen war a la carte, da hatte ich Steak und Gemüse, und zum Frühstück habe ich von meinem Müsli gegessen und hatte dazu Joghurt, Obst und Omelette. Also problemlos.
- Maun, Audi Camp: Abends hatten wir was aus dem Supermarkt, zum Frühstück war's schwieriger als sonst, weil sie kein Käse-Omelette hatten, sondern nur Spiegelei und Rührei mit Bacon. Habe ich halt das gegessen und wieder ein bisschen Müsli von zuhause.
- Okavango Delta, Moremi Crossing: Großartiges Essen, viel mehr als ich essen konnte. Eigenes Brot, eigene Muffins, statt Quiche einen Auflauf, eine eigene kleine glutenfreie Pizza statt der Wraps, die die anderen hatte... und auch beim Abendessen war alles glutenfrei oder mir wurde direkt gesagt, was ich nicht essen darf.
- Khwai, Machaba Camp: siehe oben, unglaublich viele Extras für mich (und super-lecker!)
- Gobabis, Tautona Lodge: gefiel uns eh nicht (schlecht gepflegt), und so war auch das Frühstück das schlechteste der ganzen Tour. Aber immerhin hatte ich ein Omelette und (eigenes) Brot mit Marmelade
- Ghanzi, Kalahari Bush Breaks: ebenfalls kein Brot, aber ansonsten alles ok für mich (bis auf die Soße, aber auf die konnte ich verzichten)
Mittags haben wir meistens nur Joghurt oder Obst oder eine Handvoll Nüsse gegessen, also alles ungefährliche Optionen. IN Windhoek hatten wir am ersten Tag in der Maerua Mall eingekauft - im Food Lovers Market gibt es diverse Produkte, z.B. Kekse, Waffeln, Chips und so weiter. Da habe ich ein paar Dinge mitgenommen für unterwegs. In den großen Spars gab es auch immer was, allerdings viel Backmischungen, also eher nichts für Lodge-Reisende. Die meisten Produkte, die ich kontrolliert habe, waren ordentlich ausgezeichnet - Allergene waren fettgedruckt, also wie bei uns oft. Ob es die gleichen Vorschriften gibt, weiß ich nicht, aber ich bin davon ausgegangen, dass (bei identischer Kennzeichnung und eben deutlicher Hervorhebung der Allergene) dann auch Gluten jeweils mit aufgeführt ist, wenn's drin ist.
So, das war's erstmal. Falls du noch Fragen hast, melde dich gerne 🙂
Ich kann nur sagen: das war viel einfacher, als ich gedacht hätte, ich war eher von "Brot für alle Tage mitnehmen und abends immer Fleisch und nacktes Gemüse essen" ausgegangen. Und selbst das wäre es wert gewesen, wir waren ganz sicher nicht das letzte Mal da unten 😎
Liebe Grüße aus Düsseldorf,
Nicola
picco6'369 Beiträge · seit 201103. Jan. 2017 · #6Hoi Nicola
Mal ganz dumme Frage: Wie konntest Du ein Ommelette essen ohne Probleme zu bekommen? Haben die glutenfreies Mehl verwendet? Oder was verstehst Du unter Ommelette?
Champagner8'678 Beiträge · seit 201003. Jan. 2017 · #7picco schrieb:Hoi Nicola
Mal ganz dumme Frage: Wie konntest Du ein Ommelette essen ohne Probleme zu bekommen? Haben die glutenfreies Mehl verwendet? Oder was verstehst Du unter Ommelette?
Zitat Wikipedia:
Ein Omelett ist eine Eierspeise, für die Eier, in Österreich und der Schweiz auch unter Zusatz von Mehl und Milch oder Wasser, zu einer Eiermasse angerührt werdenDa scheint es lokale Unterschiede zu geben - ich kenne Omelett nur mit Eiern und Gewürzen - und sonst nichts. Und sämtliche Omeletts, die ich in Namibia gegessen habe, waren auch so.
Gruß Bele
marimari2'240 Beiträge · seit 201103. Jan. 2017 · #8Hallo
Eher eine sprachliche Differenz: in der CH kann mit Omelett eine Crepe gemeint sein:-). Mit Pfannkuchen bezeichnen wir in der CH einen Berliner 🙂
Gruss aus der verschneiten Schweiz,
Gehe jetzt ein Gipfeli kaufen
Mari 🙂
TOTonja7111 Beiträge · seit 201503. Jan. 2017 · #9Hallo Nicola, danke für deinen ausführlichen Bericht! Leider haben wir andere Unterkünfte gebucht, aber ich hoffe auf ähnlich positive Erfahrungen. VIele Grüße, Tanja
picco6'369 Beiträge · seit 201104. Jan. 2017 · #10Hoi zämä
Champagner schrieb:Da scheint es lokale Unterschiede zu geben...
Offensichtlich!
Die Deutschen und ihre Extrawürste, tststs... 😉 😄 😎
Aber diesen Verdacht hatte ich ja schon, zumal ich nebst der Schweizerisch/Östreichischen Art, die ich übrigens auch aus Frankreich kenne obwohl es dort offenbar auch die Art ohne Mehl gibt, nur das 'spanish Omelette' kenne, das ohne Mehl auskommt.
picco schrieb:Oder was verstehst Du unter Ommelette?
Haben wir wieder was gelernt! 🙂
marimari schrieb:in der CH kann mit Omelett eine Crepe gemeint sein:-)
Zumindest bei uns besteht da ein grosser Unterschied, vor allem in der Konsistenz des Teiges und der Dicke des Endproduktes und somit auch im Geschmack.
La Leona2'779 Beiträge · seit 200704. Jan. 2017 · #11Nordeuropäer essen generell sehr mehllastig. Darum werden für Zöliakie Patienten Ersatzprodukte hergestellt welche in meiner Sicht anders "schädlich" sind weil sie extrem viele zusätzliche Inhaltstoffe (meist künstliche) zum verdicken, aufblasen, geschmeidig machen, Konsistenz verleihen, knusprig machen, Farbe geben, cremig machen, etc benötigen.
Wer keine Form und Art von Hafer, Gersten, Weizen und Roggen essen darf, und seine sensiblen Darmwände schonen will, tut in meinen Augen gut daran auf diese Ersatzprodukte gänzlich zu verzichten und seine ganze Ernährung umzustellen. Statt Brot, Butter und Mermelade zum Frühstück, gibts dann Eier (omelette ist in Afrika meist einfach zwei - drei verschlagene Eier und Zugabe nach Wunsch, z.B. Tomaten, Peperoni, Zwiebeln, Käse), Avocado, Früchte, Joghurt und Nüsse. Statt Sandwiches, Pasta und Pizza gibt es Salate, gegrilltes Fleisch, Huhn, Fisch und als Kohlehydrate hat man Reis, Mais und Kartoffeln.
Meine Erfahrung, denn seit 3 Jahren ernähre ich mich konsequenz glutenfrei, ist, dass ich viel gesünder bin. In den südlichen Ländern Afrikas gibts in Restaurants, Hotels und Lodges immer viel Fleisch, Kartoffeln, Süsskartoffeln (batats), Butternut Kürbis, Früchte sind ebenfalls durchwegs erhältlich, auch Milchprodukte. Zudem gibt es wunderbare Trockenfürchte (Nüsse und Früchte) in jedem Supermarkt.
Auf Reisen in afrikanischen Ländern habe ich beobachtet dass erheblich weniger Mehl als in einer nordeuropäischen verwendet wird, dort wo man ja auch immer noch fast alle Sossen mit Mehl verdickt 🙁
Das Problem ist nur wenn die Zöliakie so schlimm ist dass man schon wegen minimalen Spuren von Mehl eine starke Reaktion bekommt. Daher ist es auf jeden Fall angebracht bei Reservierung der Zimmer auf die Glutenunverträglichkeit hinzuweisen, beim check-in nochmals und dann bei jedem Essen nochmals. Ich würde aber nirgends Spezialbrot, Speizalpasta, Spezialgebäck erwarten. Wer darauf nicht verzichten kann tut gut daran sich mit Reisnudeln, Mais- und Reiskrackern - und Gebäck einzudecken in einer Grossstadt.
Steinböckchen89 Beiträge · seit 200904. Jan. 2017 · #12Hallo Thomas,
schön, dass jemand mal dieses Thema anspricht. Ich antworte hier von "der anderen Seite" also der Unterkunftsseite. Mitlerweile hat fast jede 5. Buchung eine Essenseinschränkung, ob nun Laktoseunverträglichkeit, Vegetarier, Veganer, Rohköstler, Glutenallergiker, kein Zucker, keine Eier, .... alles kein Problem, wenn man es rechtzeitig VORHER weiß. Meist scheuen sich Vegetarier ein vegetarisches Diner zu buchen und kommen dann um 18h00 an und fragen ob dies möglich ist. Dann haben wir ein Problem. Frisches Gemüse ist zur Hochsaison (hier Winter) hier ein Problem. Falls man jedoch irgendeine Einschränkung rechtzeitig kennt, kann man sich darauf einstellen. Bei Glutenfrei kann man morgens was mit Millipap und Hirse bereiten.
Zum Omlette, das kenne ich nur mit etwas Wasser gestreckt. Doch da gibt es sicherlich regionale Unterschiede.
Viele Grüße Karsten
JOJOHNUSS5 Beiträge · seit 201704. Jan. 2017 · #13@NicolaW
Da habt ihr ja wirklich sehr positive Erfahrungen gemacht 🙂
NicolaW3 Beiträge · seit 201704. Jan. 2017 · #14Ja, eindeutig!!!! 🙂
Und noch etwas verspätet: ja, ich meinte Omelette nur aus Eiern, bei uns (Deutschland) kenne ich das nicht anders, und auch in den USA ist es Ei pur (ok, und Bacon, Käse etc ;))
Wieder was gelernt, sollte ich mal in der Schweiz oder Österreich Lust auf sowas haben, werde ich's ganz genau beschreiben, was ich meine!