Kreditkartensicherheit

16 Antworten · 2'322 Aufrufe · gestartet 06. Mai 2016 von Nemo
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Themenstarter4 Beiträge · seit 201606. Mai 2016 · #1
Wir planen unsere Reise und möchten einige Vorausbuchungen tätigen. Nun ist mir aufgefallen, dass die Anbieter immer sämtliche Kreditkarteninformatinen verlangen, inkl. der Prüfziffer. Ist das sicher? Bitte um eure Erfahrungen. Vielen Dank.
33,1k Beiträge · seit 200606. Mai 2016 · #2
Hallo Nemo,

willkommen im Forum.
Nutze mal die Suche (oben rechts)... das Thema ist ein beliebtes. Ich bin auf dem Standpunkt, dass KK die sicherste Zahlmethode ist. Keine Unterschrift/Genehmigung/PIN von Dir - kein Risiko, denn Du kannst zurückbuchen lassen (nicht mehr so einfach wie "damals", aber es geht). Üblich ist es hier auch allemal, d.h. wenn es Dir zu risikoreich ist, müsstest Du Direktbuchungen wohl ad acta legen und über ein Buchungsbüro gehen.

Viele Grüße aus WIndhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
48 Beiträge · seit 201206. Mai 2016 · #3
Hallo Nemo.

nach nunmehr 8 Reisen a 4 Wochen ins südliche Afrika haben wir festgestellt, dass dies vor allem in Namibia üblich ist. Dort wollte man neben den Kreditkartendaten (oft auch Fotokopie der Vorder- und Rückseite der KK) auch meist eine Fotokopie des Reisepasses gemailt haben. Einige Unterkünfte buchen direkt oder zu einem bestimmten Termin die Beträge ab, einige verlangen die Daten zunächst nur als Sicherheit und man kann dann vor Ort bezahlen.

Ich finde die Buchungsformalitäten in Namibia im Gegensatz zu Südafrika sehr unkomfortabel. Bei fast allen Unterkünften In Südafrika kann man direkt über die Homepage mit der Angabe der KK-Daten verbindlich buchen. In Namibia muss man meist per E-Mail anfragen und seine Daten hin- und her senden. Das ist oft sehr zäh. 😐

Wir hatten das vor einiger Zeit auch mal bei unserer Bank angesprochen, weil wir mit der Herausgabe der Daten auch Sicherheitsbedenken hatten. Dort hat man das aber als unkritisch abgetan mit der Bemerkung, dass das in einigen Ländern halt üblich sei.
Wir haben nie schlechte Erfahrungen gemacht. Alles hat immer einwandfrei geklappt. 😁
Viele Grüße
Andrea
2018 Tansania / 2017 Botswana - Nambia / 2016 Namibia / 2015 Südafrika - Simbabwe - Botswana / 2013 Südafrika & Swasiland / 2012 Südafrika & Namibia / 2011 Lesotho - Swasiland - Südafrika / 2009 Südafrika - Botswana - Swasiland / 2008 Südafrika - Swasiland
33,1k Beiträge · seit 200606. Mai 2016 · #4
Hi Camelopardalis,
Bei fast allen Unterkünften In Südafrika kann man direkt über die Homepage mit der Angabe der KK-Daten verbindlich buchen. In Namibia muss man meist per E-Mail anfragen und seine Daten hin- und her senden. Das ist oft sehr zäh.
Da stimme ich mit Dir überein. In den vergangenen etwa 2 Jahren hat sich aber auch in der Hinsicht in Namibia sehr viel getan. Mittlerweile sind 100+ Unterkünfte in Namibia bereits dem gleichen Buchungssystem wie in Südafrika (Nightsbridge) angeschlossen. Das vereinfacht vieles...

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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48 Beiträge · seit 201206. Mai 2016 · #5
Hallo Christian!

Ja, Nightsbridge ist uns in diesem Jahr das erste Mal aufgefallen. Da mussten wir uns erst mal schlau machen, was das ist.
Über Nightsbridge wurde die Buchung bei Nkasa Lupala abgewickelt. Das war sehr erfreulich und einfach...und hat auch perfekt geklappt.
Ich würde mir wünschen, dass sich solch ein Verfahren in Namibia weiter durchsetzt, weil es die Planung sehr vereinfacht, da man auch die Verfügbarkeit der Unterkünfte in Echtzeit einsehen kann.

Gruß

Andrea
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7'296 Beiträge · seit 200606. Mai 2016 · #6
camelopardalis schrieb:
Ich finde die Buchungsformalitäten in Namibia im Gegensatz zu Südafrika sehr unkomfortabel. Bei fast allen Unterkünften In Südafrika kann man direkt über die Homepage mit der Angabe der KK-Daten verbindlich buchen. In Namibia muss man meist per E-Mail anfragen und seine Daten hin- und her senden. Das ist oft sehr zäh. 😐
... und an der Stelle wird es auch unsicher. Unverschlüsselte Mails im Internet können ja leicht mitgelesen werden mit den passenden Tools. Wenn es über die Website mit HTTPS läuft, ist es wohl ok, aber per Mail ... eher nicht.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
248 Beiträge · seit 201506. Mai 2016 · #7
Guten Morgen,
Mir ist auch immer unwohl dabei, meine Kreditkarten Daten online zu übermitteln (besonders unverschlüsselt per Email). Ich nutze inzwischen für diese Transaktionen die Karte für mein Haushaltskonto. Das ist keine KK sondern eine Visa Debit Karte. Da ist nie mehr Geld drauf, als wir im Monat für Lebensmittel auszugeben planen. Wenn eine online Überweisung ansteht überweise ich vorher die Summe die ich benötige auf die Karte. Sollten die Daten doch einmal gehackt werden, dann sind zumindest keine größeren Summen weg (wir müssten uns nur für den Rest des Monats von Tiefkühlpizza ernähren 🤢 ).

LG, Mellie
2006: Botswana und Sued Afrika 2009: Botswana und Sued Afrika 2012: Sued Afrika (KTP) 2014: Marokko 2016 endlich wieder Botswana und Sued Afrika :)
zuletzt bearbeitet 06. Mai 2016
Gast06. Mai 2016 · #8
Hallo,

ich halte Kreditkarten auch für eine relativ sichere Option und die praxisrelevante Frage ist häufig, was denn eigentlich die bessere Alternative wäre. Im Detail wird es wie so oft kompliziert. Pauschalisierungen machen keinen Sinn und man muss dann mal das Kleingedruckte zu genau seiner Karte durcharbeiten. Da gibt es durchaus größere Unterschiede.

Als Beispiel ein Absatz aus den Bedingungen der weit verbreiteten kostenfreien Visa-Karte der Comdirect:
Erfolgt der Einsatz der Karte in einem Land außerhalb Deutschlands und des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) (Drittstaat) oder in der Währung eines Staates außerhalb des EWR (Drittstaatenwährungszahlung), trägt der Karteninhaber den aufgrund einer nicht autorisierten Kartenverfügung entstehenden Schaden nach den Absatz 1 und 2 auch über einen Betrag von
maximal 150 Euro hinaus, wenn der Karteninhaber die ihm nach diesen Bedingungen obliegenden Pflichten fahrlässig verletzt hat.
Bedeutet: Die Absicherung in Namibia ist bei der comdirect-Visa eine andere als man das aus Europa gewohnt ist. Es reicht (einfache und nicht grobe) Fahrlässigkeit und die Haftung ist dann nicht auf 150 EUR begrenzt. Ob es schon unter einfache Fahrlässigkeit fällt, Kreditkartendaten per E-Mail zu senden, entscheiden dann ggf. Gerichte.

Beste Grüße

Guido
48 Beiträge · seit 201206. Mai 2016 · #9
Hallo,

ich finde da eine Debit-Karte im Vergleicht zur "richtigen" KK auch nicht sicherer. Zum einen wird das Girokonto bei mit der Zahlung über eine Debit-Karte sofort belastet, zum anderen bräuchte man dann ja auch ein Girokonto, welches nur auf Guthaben-Basis geführt wird. Wer hat das schon? (In diesem Zusammenhang: viele meinen, dass man sein Konto nur bis zum Dispo überziehen kann, der Dispo regelt aber i.d.R. lediglich die Höhe der - günstigeren - Überziehungszinsen bis zu einem Betrag X, das Konto kann dann aber trotzdem über den Dispo hinaus belastet werden, dafür werden dann noch höhere Zinsen fällig. Hierzu ggfl.s bei der jeweiligen Bank nachfragen!!!)
Bei Guthabenkonten wird aber meist nur eine Prepaid-KK angeboten, die man zuvor mit einem Betrag X aufladen muss.

Bei einer "richtigen Kredikarte" kann man die Buchung ggfls. noch stornieren bevor auf dem Girokonto abgerechnet wird.

Gruß, Andrea
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zuletzt bearbeitet 06. Mai 2016
248 Beiträge · seit 201506. Mai 2016 · #10
Hallo Andrea,
Bei mir ist es in der Tat so, dass das Konto auf reiner Guthaben Basis läuft (ich lebe allerdings auch in Irland, vielleicht gibt es in Deutschland/Schweiz kein Equivalent?). Nur das, was auf dem Konto ist kann abgebucht werden und im Normalfall dauert es zwei Tage bis es vom Konto runtergeht (ich habe also nach einer Abbuchungs Anfrage noch Zeit zur Stornierung). Ich bin davon ausgegangen, daß es diese Möglichkeit des Bankings auch in Deutschland gibt aber vielleicht liege ich da falsch?

LG, Mellie

PS: eigentlich ist das ja OT, ich entschuldige mich dafür 🙂
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zuletzt bearbeitet 06. Mai 2016
48 Beiträge · seit 201206. Mai 2016 · #11
Hallo Mellli,
ehrlich gesagt kenne ich keine Person, die in D ein Girokonto auf Guthabenbasis führt aber das muss ja nichts heißen. Eine Abbuchungsanfrage kenne ich auch nicht.
Das System scheint bei euch in Irland tatsächlich etwas anders zu sein.
Die Kreditkartengesellschaften (Visa, Master) haben (hier) ja auch keinen Zugriff auf das Girokonto, um beim Einsatz der Karte sofort abzuklären, ob du noch ausreichend Guthaben auf dem Konto hast. Daher werden (hier) bei einem Guthabenkonto auch die aufladbaren Prepaid-KK angeboten.

Liebe Grüße aus dem sonnigen NRW nach Irland 🙂 .
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zuletzt bearbeitet 06. Mai 2016
Themenstarter4 Beiträge · seit 201606. Mai 2016 · #12
Vielen Dank für deine Antwort.
Themenstarter4 Beiträge · seit 201606. Mai 2016 · #13
Vielen Dank Andrea. Bin nun definitiv zuversichtlicher.
Themenstarter4 Beiträge · seit 201606. Mai 2016 · #14
Hallo Christian, vielen Dank für deine Antwort. No risk no fun 🙂
142 Beiträge · seit 201607. Mai 2016 · #15
Vielleicht mal ein Beispiel aus der Praxis:
Ich hatte im vergangenen Jahr auf einer Kreditkartenabrechnung mehrere Abbuchungen von unterschiedlichen Unternehmen in unterschiedlichen Ländern außerhalb Europas, die ich nicht in Auftrag gegeben hatte. In der Summe waren das fest 4500 Euro. Im gleichen Zeitraum waren auf der Karte etwas über 8000 Euro gebucht, die von mir autorisiert waren; darunter eine Flugbuchung (direkt auf der Homepage der Fluggesellschaft), Anzahlungen für Lodges im südlichen Afrika (Kreditkartendaten ungeschützt per E-Mail übermittelt), Restaurant- und Hotelzahlungen vor Ort in Deutschland und vor Ort in zwei südeuropäischen Ländern, Mietwagenzahlung in Deutschland und den beiden südafrikanischen Ländern, Zahlungen im Einzelhandel u.a. auch in den beiden südeuropäischen Ländern.
Ich habe dem Kreditkartenunternehmen telefonisch mitgeteilt, dass ich die fraglichen Zahlungen (4500 Euro) von mir nicht getätigt wurden. Daraufhin bekam ich ein Formular, das ich ausfüllte und zurücksendete. Ohne weitere Nachfrage wurden die beanstandeten 4500 Euro meinem Kartenkonto gutgeschrieben.

Ich glaube mal gehört zu haben, dass Kreditkartenzahlungen von den Kreditkartenunternehmen den Vertragspartnern erst mit dreimonatiger Verzögerung gutgeschrieben werden, genügend Zeit also, reklamierte Zahlungen erst gar nicht weiterzureichen.

Grüße
Haio
4'528 Beiträge · seit 200707. Mai 2016 · #16
Hallo Fomis,

ich arbeite seit über 30 Jahren bei einem regionalen Kreditinstitut und habe mit Mastercard einige Erfahrungen gemacht.
Grundsätzlich muss man bedenken, dass das im Kreditkartengeschäft eine Menge Geld verdient wird. Ich habe in den ganzen 30 Jahren keinen Fall erlebt, in dem ein Kunde oder wir selbst einen Schaden aus einer missbräuchlichen Verwendung erlitten hat. Das ist natürlich keine Garantie dafür, dass das nicht doch einmal passieren könnte. Eine Zahlungsreklamation wird Mastercard schriftlich gemeldet, die Gutschrift erfolgt in aller Regel schnell. Mir ist das selbst schon passiert.

Ca. drei Wochen nach unserer Rückkehr von der letzten Botswana-Reise bekam ich einen Brief von Mastercard. Man habe meine Karte aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ich rief die Hotline an und ein netter Mitarbeiter erklärte mir, dass nach der Rückkehr aus Afrika eine Abbuchung eines Softwarekaufes aus Frankreich sicher nicht von uns veranlasst wurde. Die Zahlung wurde dann erst gar nicht abgewickelt. Zwei Tage später hatte ich meine neue Karte. Zwei Wochen später passierte bei meiner Esmeralda dann das Gleiche. Aus meiner Praxis weiss ich, dass es inzwischen Sicherheitssoftware gibt, die die Plausibilität von Kreditkartenbuchungen prüft.

Um das Risiko von Schäden zu minimieren gibt es einige Ideen. Da habe ich von der Kreativität von Kunden gelernt. Für Internetzahlungen im Alltag kann man sich entweder eine Prepaid-Kreditkarte oder eine Zweitkarte mit sehr kleinem Limit ausstellen lassen. Im Urlaub (eigenen Erfahrung) ist es immer gut, wenn man mehrere Möglichkeiten hat. Mehrere Kreditkarten, Mestro-Karte + Bargeld.

Auf jeden Fall sollte man seine Abrechnungen stets gut im Auge haben. Ich mache das immer online. Die Sache mit den Passkopien und Kartenkopien in Namibia gefällt uns auch nicht. Die Nightsbridge Sache in Südafrika funktioniert wunderbar.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Casimodo
Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowie Kenia, Bangkok Kambodscha, Marokko und Lofoten Vesteralen
1'115 Beiträge · seit 201007. Mai 2016 · #17
Wenn ein Vertragspartner im südlichen Afrika meine Kreditkartenangaben will, dann sende ich diese auch per e-mail.

Jedoch nie in einem e-mail die vollständigen Informationen. Z.B. im ersten email die Kartennummer als 5016 4583 YYYY, die Prüfnummer 'vergesse' dann gleich.

Im zweiten e-mail, normalerweise nachdem der Vertragspartner die fehlenden Informationen moniert hat, dann nur noch
YYYY : 8345 und die Prüfnummer, sonst nichts mehr.

Bis heute (nach rund 20 Jahren Einsatz) dadurch noch nie Probleme.

Gruss Rajang