die Reise ist schon ein paar Monate her, aber ich habe nicht vergessen, dass ich versprochen hatte darüber hier im Forum einen Bericht abzugeben. Dass dieser Bericht so lange auf sich warten lies, hat zwei wesentlichen Gründe: letztes Jahr hatte ich keine Muse dazu, und ich hab mehr als ein Jahr gebraucht mich nicht mehr über das eine oder andere Detail aufzuregen. Dazu später mehr.
Es war klar, dass es 2014 wieder nach Namibia gehen muss. Auch klar war schnell, dass der Oktober super geeignet ist, habe ich doch just in diesem Monat Geburtstag. Nach einiger Planerei kam dann diese Runde raus:
Am 30. September sollte es losgehen, und am 26. Oktober 2014 war die Reise schon wieder vorbei. Geplant war der Ablauf so:
30.09.2014 Flug Stuttgart – Zürich und weiter Zürich – Johannesburg mit der Swiss
01.10.2014 Flug Johannesburg- Windhoek mit South African Airways, 1 Nacht; Hotel Heinitzburg – Windhoek
02.10.2014 1 Nacht; Bagatelle Game Ranch – Mariental
03.10.2014 2 Nächte; Alte Kalköfen Lodge – Goageb
05.10.2014 2 Nächte; Klein Aus Vista – Eagles Nest – Aus
07.10.2014 3 Nächte; Wolwedans Dune Camp – Namib Rand NR
12.10.2014 3 Nächte; Villa Margherita – Swakopmund Marine-Dune Day mit Sandwich Harbour 4×4 Little 5 Desert Tour mit Living Desert Adventures Dinner im Tug
15.10.2014 1 Nacht; Immenhof Hunting and Guest farm – Omaruru
24.10.2014 1 Nacht; River Crossing – Windhoek – Farm
25.10.2014 Flug Windhoek – Johannesburg mit South African Airways und weiter Johannesburg – Zürich mit der Swiss
26.10.2014 Flug Zürich – Stuttgart mit der Swiss
Am Vortag des Abflugs war klar, dass Lufthansa den Flug Frankfurt - Johannesburg am 30.9. bestreiken wird. Daraufhin haben wohl sehr viele umgebucht auf den Swiss Flug ab Zürich, der Flieger war sowas von voll, es wurden 600€ für den geboten, der noch einen Tag warten kann.
Der Flug war insgesamt unspektakulär, alles Pünktlich und der Aufenthalt am OR Tambo dank der Hilfe/Info von Bele in der Bidvest Lounge sehr angenehm. Pünktlich ging es nach Windhoek weiter. Ankunft dank Ebola-Check etwas langsamer als beim letzten Mal, dafür das Gepäck sofort und vollständig. nach Geld holen am ATM (warum Rand, wir sind doch in Namibia?) und dem obligatorischen SIM-Karten-Kauf auf zu AVIS. Hier die erste richtig positive Überraschung. Ein Fortuner statt des Hilux. SUV statt Pickup. Tolles Upgrade. Viel weniger Staub im Gepäck. Super. Das mit dem zweiten Ersatzreifen und dem Profil, das sollen wir nicht so eng sehen, es geht doch eh nichts kaputt. An der Stelle wollte ich noch meine Vorhersage bei der Planung wiederholen: "Wenn wir einen Platten haben, dann sicher im Etosha neben einem Löwen"
Auf nach Windhoek zur Heinitzburg!
Teil 206. Jan. 2016
Windhoek - Hotel Heinitzburg
Wir haben unser erstes Zimmer in Nambia dieses Jahr im Hotel Heinitzburg bezogen. Sehr groß, kostenloses WiFi, und ein tolles Restaurant. Unseren ersten Sundowner haben wir auf der Hotel Terasse genossen. Es gab Aperol Spritz und das allererste Savanna Dry, es wird nicht das letzte bleiben.
Bei der Übergabe des Autos gab es diesmal sogar eine richtige Einweisung. Zwar ohne Film, aber mit Demonstration des Wagenhebers. Darauf wird ja im Forum gerne hingewiesen, beim ersten Mal gabs aber bei uns niente.
Zum Abendessen haben wir im Leos (Heinitzburg) reserviert. Nicht billig aber sehr gut. Es gab immer irgend einen Zwischengang. Das Personal war sehr aufmerksam. Würde ich immer wieder so tun.
Nach dem Essen haben wir die Skyline genossen:
Vom Pool der Heinitzburg aus, links das Restaurant "Leos"
Der Pool, schön beleuchtet.
Nach einer erholsamen Nacht gab es ein sehr guten Frühstück in der Heinitzburg. Anschliessend sind wir in die Auas Valley Mall gefahren. Wenn der Umbau mal fertig wird, wird das sicher ein schöner Ort. Als wir da waren war es aber recht unvollständig. Wir haben trotzdem bekommen, was wir wollten.
Jetzt geht es auf Pad Richtung Bagatelle Game Ranch, und endlich Landschaft und Tiere.
Teil 306. Jan. 2016
Bagatelle Game Ranch
Irgendwo hatte ich gelesen, dass die Parallelstrecke zur B1 Landschaftlich schöner wäre und man schon früher Kalahari Feeling bekäme. Da wir ausreichend Zeit hatten, sind wir also erstmal auf die B6 Richtung Flughafen gefahren. Abgebogen auf die M23 und weiter bis Dordabis.
Kurz nach der Einmündung in die M23 haben wir angehalten und die Aufschrift, die mein Schwager für mich gemacht hat, am Fahrzeugheck angebracht:
Erstmal gab es Asphalt ab der C15 dann Gravel Pad. Auf dieser sind wir bis nach Hoachanas gefahren. Hier haben wir den ersten Neuzugang in der Sichtungsliste:
Rock Monitor, er sah von weitem recht beweglich aus, hat sich aber fürs Foto sehr ruhig verhalten. Weiter ging es über die C21 zur D1268 und schließlich zur Bagatelle Game Ranch.
Die Fahrt war abwechslungsreich, Landschaft und Dörfer waren sehr beeindruckend. Die Empfehlung „hinten rum“ zu fahren kann ich nur weitergeben.
Die Bagatelle Game Ranch liegt eingebettet in den roten Dünen. Wir kamen am frühen Nachmittag an und haben gleich eine Sundowner Tour gebucht. Man empfahl uns die Combination Tour mit Game Drive, Cheetah Fütterung (Waisen, die nicht in der freien Wildbahn überleben können) und dem obligatorischen Sundowner zusammen mit den Reitern.
Gefahren 271km
Vor der Tour hatten wir noch etwas Zeit und haben die Umgebung unseres Chalets untersucht.
Schnurrbärtchen
Laughing Dove
African Reed-Warbler?
Dann ging es endlich los, erst die Farmrundfahrt mit vielen alten Bekannten und ein paar neue Vögel:
Lilac Breasted Roller
Anschliessen sind wir in das Cheetah Gehege gefahren. Dort war schon ein zweites Fahrzeug.
Auch ein Zuschauer: Maus
Die Show begann mit dem Werfen von Fleischhappen. Ein Gepard durfte zerren wie ein Hund, ein zweiter ist mit seinem Stück davon. Der Dritte ist auch davon, hat aber leider sein Stück Fleisch verloren. Das haben die Guides wohl nicht bemerkt. Wir sollten dann aussteigen und zum ersten Geparden, der sich einige Meter von den Autos entfernt ins Gras gelegt hat um seinen Happen zu verspeisen. Als wir zu dem Tier hingelaufen sind, kam von hinten der Gepard ohne Fleisch an gesprintet:
Gepard im Anflug (links von dem Herrn mit blauen Shirt)
Erst hat dieses Tier versucht, dem ersten Geparden sein Fleisch zu stehlen, was dieser mit deutlichem Missmut abgelehnt hat. Dann hat der Gepard die Menschen um sich herum wahrgenommen und beschlossen, dem Herrn in Grau hier auf dem Bild links:
Klopf ich mal mit der Tatze auf die Sandale und fauche dabei ganz schön. Nicht, dass das nur ein einmaliger "Angriff" war, das ging gefühlt ewig so weiter. Wie eine mit einem Spielzeug spielende Hauskatze.... Ich stand ungefähr 1m hinter diesem Herrn. Die Guides haben nur panisch „Don‘t move!“ gebrüllt, was wir auch taten. Irgendwann hat ein Guide es zum Auto geschafft und mit Hilfe dieses Autos hat er dann den aufgebrachten Geparden abgedrängt, so dass wir einsteigen konnten. Es ist niemanden etwas passiert, aber der Adrenalinspiegel war ganz schön hoch.
Anschließend ging es zu einem sehr Alkoholreichen Sundowner:
Sundowner
Nacht in Richtung Dune Chalets
Das Abendessen war gut, aber das Gesprächsthema war immer noch die Gepardenfütterung.
Am nächsten Morgen haben wir noch an einem Bushmen Walk teilgenommen, sehr beeindruckend und interessant:
Mit Zeichensprache und Lauten, die ich nicht ansatzweise Verstand wurde vorgeführt
Ein Straußenei als Wasserspeicher im Sand vergraben.
Eine Hütte der San aus Gras.
Danach sind wir zur, „Alte Kalköfen Lodge“, aufgebrochen.
Teil 407. Jan. 2016
Alte Kalköfen Lodge
Von der Bagatelle Lodge haben wir noch einen jungen Angestellten mit nach Mariental mitgenommen. Den Halt haben wir genutzt, um uns ein Lunchpaket zu kaufen und das Auto zu tanken. Es kam mit den üblichen 10l Diesel auf 100km aus.
Da heute eine ziemliche Strecke vor uns lag, haben wir beschlossen die Hauptstraße und nicht die Nebenstrecke nehmen. Das schien uns besser, um noch bei Tageslicht anzukommen, schließlich wollten wir noch den Köcherbaumwald besichtigen.
Die B1 mag zwar für Namibia sehr wichtig sein, ist zum Fahren aber sehr langweilig. Links und rechts in großer Entfernung Berge, ansonsten nur flach und karg.
Bei Keetmanshoop sind wir dann zum geschützen Köcherbaumwald (ca. 250 Bäume) bzw. dessen Eintrittsgebäude gefahren und haben ihn besichtigt. Er ist morgens und abends am schönsten, aber man kann auch am hellen Nachmittag diese einmalige Ansammlung besichtigen.
Anschließend sind wir weiter Richtung Alten Kalköfen Lodge (an der B4 Richtung Lüderitz) gefahren. Unterwegs kam die Überquerung des Fish Rivers. Eigentlich war diese Lodge als Startpunkt für die die Besichtigung eben dieses Canyons gewesen. Vielleicht lag es an dem leicht trüben Wetter, dem Fehlen von Wasser im River, oder den Nachwirkungen der Gepardenfütterung, was auch immer wir hatten keine Lust mehr, am nächsten Tag viele Kilometer runterzureissen um zum Aussichtspunkt zu fahren. So wurde beschlossen, es gemütlich weitergehen zu lassen.
Die Lodge liegt etwas abseits der B4 am alten Bahnhof Simplon. Es sind nette kleine Chalets, die von weitem sehr klein aussehen, aber eigentlich geräumig genug sind. Die Aussendusche haben wir dank der etwas frischen Temperaturen nicht genossen. Wir haben aber den sehr erfrischenden Pool ausprobiert und anschließend ein sehr gutes Menü zum Abendessen auf der Veranda serviert bekommen.
Chalet Francisci, unser "Zimmer"
Der Pool
Am Ende eines Tages
Am Abend haben wir noch von unserem Chalet aus das Treiben am beleuchteten Wasserloch beobachtet.
Nicht ganz am Wasserloch, aber doch ganz nett, ein Lizard, aber was für einer?
Gefahren 400km
Nacht über dem Chalet
Auf dem Gelände und in den Zimmern ist liebevoll viel altes Eisen dekoriert und in Gebrauch. Z.B. sind die Aschenbecher alte angerostete Konservendosen. Lampenfassungen sind alte Blechschüsseln, im Speisesaal hängen alte (Tee-, bzw. Kaffee-) Kannen. In einer davon hat ein Vogel (ev. ein Familiar Chat) sein Nest gebaut.
Vogel in Kanne (Familiar Chat?)
Ausserdem haben die Farmbesitzer grüne Daumen und hegen und pflegen viele Kakteen und andere einheimische Pflanzen, viele davon in Eisen- und sonstigen alten Behältnissen. In einem Gebäude sind lebende Steine untergebracht.
Lebende Steine
Den Vormittag haben wir genutzt, uns zu erholen und Bilder und unseren Urlaubs-Blog zu aktualisieren, sowie mal kurz nach Bethanie zum Tanken zu fahren und Vorräte aufzufüllen. Am Nachmittag hatten wir eine Farmtour mit Sundowner gebucht. Eigentlich haben wir angesichts der Kargheit der Umgebung nichts außergewöhnliches erwartet. Aber es wurden 2,5 unvergessliche Stunden auf der ca. 21000ha großen Farm.
Zuerst ging es in den Wald. Camel Thorns bis zu 500 Jahre alt, immer wieder die Tiere der Farm dazwischen: Oryx, Springbock, Gnu, Strauß und Kudu, immer auf der Flucht. Es ging durch eine trockene Zone zum ältesten Kalkofen Namibias. Wohl Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Weit weg von jeder Straße.
Daneben hat ein Vorbesitzer Palmen gepflanzt, die seit 14 Jahren nicht gegossen wurden, aber immer noch gut aussehen. Es gibt wohl Grundwasser hier. Anschließend ging es zu einem Aussichtspunkt zum Sundowner. Die Anfahrt war Offroad vom feinsten, obwohl es Fahrspuren gab. Die Aussicht umwerfend, ein liebevoll gedeckter Tisch, der Sonnenuntergang schön spektakulär. Ausser dem Wind keinerlei Geräusche, unfassbar für uns Europäer.
Auf dem Rückweg gab es noch eine Abkürzung: Einfach auf die Gleise der Bahnstrecke. Richtig gefährlich ist das nicht, da wir in der gesamten Zeit keinen Zug gesehen haben. Fährt da überhaupt noch einer? Die Antwort, nein, die Strecke war noch im Bau bzw. in Reperatur.
Es lässt sich mit wenigen Worten zusammenfassen: Was haben wir für ein Glück.
Himmel vor dem Zimmer, was will man mehr?
Gefahren 92 km
Teil 508. Jan. 2016
Klein Aus Vista – Eagles Nest – The Wall
Am Morgen haben wir noch einmal das tolle Frühstück in der Alten Kalköfen Lodge genossen, das Gewächshaus mit den Lebenden Steinen ausgiebig besichtigt und der Vogelmama beim Füttern ihres Jungen in der Kanne zugeschaut. Danach hatten wir Afrika live, die Verbindung des Kreditkartenlesegerätes zur Bank ging nicht, wohl in der ganzen Region nicht. Also bar bezahlen. Kein Problem, hat doch erst gestern der Geldautomat (ATM hier in Namibia) gestreikt.
Gewächshaus
Arrangement mit Teekanne fürs Vögelchen im inneren des Restaurants der alten Kalköfen Lodge
So fahren wir also mit ca 200 Namibianischen Dollar (ca. 15€) Restbargeld los. Würden wir wie geplant weitermachen, käme der nächste ATM erst in ein paar Tagen wieder, also Planänderung, wir werden am Montag nach Lüderitz fahren, statt einen Ausflug mit den Lodge Betreibern zu machen, um Geld zu holen und die Stadt anzusehen.
Gefahren sind wir über die D462 zur D463 und von da auf die C13. Die D-Pads waren sehr ordentlich, die C13 sogar asphaltiert. Die D463 ist eine wunderbare Pad, sie hat alles: Wasserdurchfahrt, loser grober Splitt, tiefer Sand und natürlich Steigungen und Gefälle, die man auf öffentlichen Straßen nicht erwartet. Insgesamt recht gut zu fahren, wir haben ja ein kräftiges SUV mit Allrad.
Zwei Gabar Goshawks
Nachdem wie in Aus angekommen sind, war der Weg leicht zu finden. Nach dem Check-In begüßte und Piet, der Manager und teilte uns mit, dass der Guide von Klein Aus Vista gerade frei hat, es gibt also kein geführtes Programm. Von daher ist der ATM-Ausflug nach Lüderitz gar nicht so schlecht. Piet hat uns dann noch den Tipp gegeben, heute im Restaurant zu essen und morgen zu grillen, da morgen zwei Busse zum Abendessen da wären. Und das wäre für uns dann doch zu viel. Wie recht er hat.
Das Abendessen war nichts herausragendes, nur deutlich teurer als zuletzt und wesentlich unpersönlicher. Man merkt deutlich, daß Klein Aus Vista gar nicht so klein ist.
Gefahren 330km
Die Umgebung ist zwar karg, aber es gab einige Vögel, laute Grillen, und wenig Nachbarn.
Rotstirnbartvogel
Cape Bunting
Einen schleichenden Plattfuss hinten rechts hatten wir dann doch. Ab hier alle zwei Tage aufpumpen....
Die erste Nacht im „The Wall“, wie unser Bungalow heisst, war etwas anstrengend. Der Wind, den es die ganze Zeit über gab, ist zum Sturm ausgewachsen. Es gab Gewitter und ein klein wenig Regen. Hauptsächlich aber Sandsturm und Windgeheule. Man wohnt schon sehr nah an der Natur. Wenn weder Wind noch Sand zu hören war, kamen die Mäuse. Es war immer was los.
Unser Ausflug nach Lüderitz startet nach dem Frühstück. Erster Halt Wasserloch Garub mit den berühmten Wildpferden. Beim Aussteigen war der typische Geruch sofort wahrnehmbar. Leider war es auch ziemlich windig, so dass ein längerer Aufenthalt von allein unwahrscheinlich wurde. Die Pferde waren im Gegenlicht nicht besonders gut zu fotografieren, hier trotzdem ein Beweisfoto
Pied Crow
Lüderitz selbst zeigte sich hochnebelig grau und mollige 15 Grad Celsius warm . Die Hauptaufgabe, einen ATM zu finden, war leicht. Nur dass der erste von der Bank Windhoek auch nicht funktionierte. Diese Bank hat gerade große Probleme mit der Technik. Dafür bin ich wenige Meter weiter zur Standard Bank, und hier ging die Technik, und es wurden 5000 NAD, statt der sonst üblichen 2000 NAD ausgegeben.
Wir sind noch kurz in den Spar und in den Waterfront-Komplex. Hat uns alles nicht wirklich gut gefallen, spannender war die Bahnhofbaustelle. Oder das was da mal fertig werden soll.
Der Ausflug zur Second Lagoon um Flamingos zu sehen, war von mäßigem Erfolg gekrönt, es gab Flamingos, aber wenige und weit weg. Alles bei supergrauem Himmel. Nichtmal ein Foto haben wir Lüderitz gemacht.
Auf der Rückfahrt durften wir wieder TAB (Thats Africa Babe) sagen. Baustelle, 3 km einspurig, mit wechselnden Freigaben. Bei uns gibt es da eine Ampel, fertig. In Namibia sitzt ein tief vermummtes Wesen (es ist schließlich sehr kalt), mit Handschuhen, wie im Kühlhaus, und redet per Funk mit der anderen Seite, wann das Stop-Schild auf GO gedreht werden darf. So weit so gut. An dieser Baustelle nun, wurden wir trotz Stop-Schild vorgewunken und uns dann erklärt, dass die Kommunikation unterbrochen wäre und wir einfach nach dem nächsten Auto losfahren sollen. Falls doch jemand entgegenkommt, einfach ausweichen.
Näher sind wir nicht hin
Zurück in Aus, hatten wir einen längeren Tankstopp, nicht nur, weil der Tank ziemlich leer war, sondern weil ein Laster (irgendetwas offizielles) sehr langsam getankt wurde (viele Ersatzkanister). Hierbei wurden wir zum ersten Mal auf den Rhino Poacher Aufkleber angesprochen. Es war ein einheimischer Fahrer eines Safari Busses. Er meinte, wo ich den Aufkleber herhabe und dass beim nächsten doch alles Weiß und die Buchstaben größer sein müßten. Am meisten hat der weitere Gesprächsverlauf imponiert: „Das müsste dann noch auf Chinesisch drauf stehen“, es scheint auch in Namibia einige sehr aufzuregen. Am Abend haben wir gegrillt. Mit dem Braai-Paket der Lodge waren wir sehr gut bedient und leider blieb was übrig, so reichhaltig war das Ganze. Die Nacht war Windfrei und sowas von ruhig. Traumhaft, hier muss man auch wieder herkommen. Kein Handy, kein WiFi, einfach Natur.
Gefahren 250 km
Teil 609. Jan. 2016
Wolwedans – Teil 1
Abschied von Klein Aus Vista
Vom Eagles Nest sind wir erst nach ausgiebigem Frühstück gegen 10 Uhr gestartet. Die Pads Richtung Wolwedans waren fürs Durchschütteln bestens präpariert. Wir haben die wirklich schöne Strecke über die D707 genommen, für die wir etwas mehr als 2h gebraucht haben. Die Landschaft, die Farben einfach schön.
Gabar Goshhawk
Wir steuern auf der C27 nach Norden, irgendwo links von uns muss die Namibrand Nature Reserve sein. Aber nur Hügel und Reste von Weidezäunen. Dann, nach links die Einfahrt. Was für eine Pad!
Wir sind da!
Klare Anweisungen
Wir hatten im Vorfeld so viel von Wolwedans gehört und alle haben geschwärmt ohne Ende. Wichtig sei, im Dune Camp zu wohnen. Das Dune Camp besteht aus 6 Wohnzelten für Gäste, einem Hauptzelt mit Küche und den Personalunterkünften. Was uns hier wohl erwartet?
Schon auf dem Weg zur Rezeption, die Tiere hier haben einen viel geringeren Fluchtreflex
Gegen 15 Uhr kamen wir dann Richtung Wolwedans Rezeption. Und mussten erst mal die Augen reiben, kommt uns da nicht ein Porsche Cayenne entgegen? Ja, doch und mit Stuttgarter Kennzeichen! Und er war nicht allein, der Porsche Travel Club war mit ca. 20 Fahrzeugen auf dem Parkplatz das klar dominierende Bild. Am nächsten Tag waren die aber alle wieder weg. Sie wohnten auch in der Dune Lodge, das ist die "Massenunterkunft" mit 9 Chalets und einer Suite.
Die Heimat lässt Grüßen, oder wenn man nicht mehr weiss, wohin mit dem Geld, hier sind sie richtig.
Für Wolwedans bucht man immer ein All-Inclusive Paket, das auch einen Guide beinhaltet. Unserer hies Teresius und hat seinen Lieblingslandy Sophie meist dabei gehabt.
Teresius
Teresius hat uns in Empfang genommen, nach dem Willkommensdrink ging es dann direkt zum Dune Camp. Auf dem Weg versuchte Teresius, uns alle Optionen für die kommenden 2 Tage zu erklären. Das hat uns erstmal komplett überfordert.
Aussicht vom Bett - Warum hier wieder weggehen?
Aussicht von der Terrasse
Die Terrasse von Zelt Nr. 1
Abends ging es zur ersten Sundowner Tour.
Oryx sind überall auf Wolwedans, wirklich überall (selbst UNTER den Zelten)
Aus dem Auto heraus, haben sie praktisch keine Scheu, nur wenn man aussteigt, werden sie nervös.
Aussicht vom "Marriage Point" einer schönen Düne
Tok-Tokkie Käfer, oft zu sehen, schlecht zu fotografieren
Endlich Sundowner
Einhorn (männlich, Horn im Kampf verloren) im letzten Tageslicht
Anschliessend Abendessen mit allen anderen, die im Dune Camp übernachten (max. 12 Personen) an einem großen Tisch. Heute waren wir 14, weil ein amerikanisches Paar, das eigentlich Dune Lodge gebucht hatte, wegen dem Porsche Travel Club nach in ein Reservezelt im Dune Camp wohnen durfte. Sie haben das sehr genossen. Die Tischnachbarn waren alles freundliche nette Zeitgenossen, wobei irgendwann raus kam, dass man auch mit dem Flugzeug aus Windhoek anreisen kann, oder als Schweizer Bänker einfach die Frau fahren lassen kann und selbst ein Buch lesen. Nach reichlich Amarula ging es in das Traumzelt.
P.S. musste zwei Bildunterschriften korrigieren. Marriage Place kommt erst noch und der Tok-Tokkie auch....
Teil 710. Jan. 2016
Wolwedans Teil 2
6:12 Uhr, die Sonne geht auf
Morgens ist das Licht einfach schön
Am nächsten Morgen, es ist bereits der 8. Oktober, und damit schon eine Woche vorbei 🤨 Gegen 6 Uhr wurde ein Tablett mit Kaffee, Tee und Biscuits von einer guten Seele ganz leise ans Zelt gebracht (damit man schon etwas gestärkt zum Frühstück geht). Natürlich ist das feine Klingeln des Porzellans wie ein Wecker in dieser Ruhe.
Die "Weg zum Frühstück" Stärkung
Morgendlicher Besucher, eine Krähe
Um 8 Uhr ging es mit Teresius und einem Schweizer Paar zur einer 1/2 Tages Tour. Wir haben uns für die Nordrunde entschieden. Das ist vom Camp aus gesehen Richtung Einfahrt und Sossusvlei. Ein besonderes Highlight war sicherlich die Sichtung junger Oryx Antilopen, die kaum 4 Wochen alt schneller als unser Land Rover Sophie waren.
Erstmal warten auf Teresius
Spuren im Sand, Horn Adder
Wo man hinkommt, Oryxe.
Plain Sand Lizard
Spotted Desert Lizard, sauschnell
Die Dunkle Farbe im Sand, ist Eisen
Desert Melon. Wasserspeicher in der Wüste
Eingang zur Höhle der Dancing White Lady
Dancing White Lady, Männchen
Das Rennbaby
Eigentlich habe ich die Korhaans fotografiert....
Nachmittags haben wir uns eine Massage vor unserem Zelt gegönnt. Ganz schön dekadent. Aber soll man sich im Urlaub nicht auch etwas erholen?
Abends wieder Sundowner Fahrt, diesmal zum sogenannten Hochzeitsplatz. Wer auf Wolwedans heiraten möchte, wird es an dieser Stelle am frühen Morgen tun.
Scalyfeatherd Finch (Schnurrbärtchen)
Jetzt aber wirklich, der Hochzeitsplatz!
Anschließend Abendessen zusammen mit den Anderen. Der Eigentümer von Wolwedans, Stefan Brückner, war auch dabei. Er gab uns in einem interessanten Gespräch Infos zu Wolwedans und zu seiner Einstellung. Meiner Meinung nach, macht Stefan Brückner alles richtig und ein Besuch auf Wolwedans füllt nicht nur seine Taschen, sondern unterstützt vor allem Anderen die Natur und die lokale Bevölkerung. Von daher immer wieder gerne werden wir zurückkehren, wenn wir in der Gegend sind.
Am nächsten Morgen wieder Frühstück um 7 Uhr (es war recht frisch), da um 8 Uhr Abfahrt zur Ganztagestour mit Teresius (diesmal nur wir zwei Beide) angesagt war. Es ging in den Süden. Vorbei an den anderen Unterkünften (Private Camp, Boulder Camp und später noch Dune Lodge, Werbung musste wohl sein) durch unglaublich schöne Dünenlandschaften. Hier wurde uns Offroad Fahren vom Feinsten auf weichem Sand gezeigt. Es ging in die Berge, bzw. um diese herum.
Der Wind hat den Sand zwischen den Wurzeln verweht, jetzt schwebt der Baum
Es hat steiler gewirkt....
Teresius nannte ihn "Soldier Lizard", weil er immer den Kopf schüttelt...
Keine Kobra drin
Ein Social Weaver
Klip Springer
Lunch haben wir im sog. Hard Rock Cafe (einer Ansammlung von grossen runden Felsblöcken inmitten der Savanne) Tiere waren leider etwas schüchtern heute, die Sichtungsfee hatte frei. Immerhin ist kurz vor uns ein Leopard auf der Fahrspur spaziert. Das hat zumindest Teresius aus den Spuren gelesen.
Es wird angerichtet, im Hard Rock Cafe
Ein paar Schritte weit weg
Neugierige Besucher, Mountain Chat
Yellow Mongoose, warum nur Yellow?
Ground Squirrel
Die Mamis passen ganz schön auf, wenn man aus dem Auto steigt.....
Die 120 km haben wir in gut 8 Stunden hinter uns gebracht, dann stand Auspannen an.
Über das Essen habe ich bisher nichts geschrieben. Ganz einfach, weil ich nciht mehr weiss, was es gab. Ich weiss nur noch, es war phantastisch. Eine Küchenhilfe hat die Menüfolge in ihrer Heimatsprache vorgetragen, die Küchenchefin hat es dann auf Englisch übersetzt. Als Stefan Brückner da war, waren die Damen so dermaßen nervös, dass sie einem schon leid tun konnten. Wollten sie doch alles für den Big Boss richtig und gut machen. Zu essen gab es reichlich, zum Abnehmen braucht man nicht nach Wolwedans fahren 🤪
Ein letzter Blick auf "unser" Zelt, gleich kommt Teresius und bringt uns zum Auto zurück......
Teil 811. Jan. 2016
Sossus Dune Lodge
Da die Fahrstrecke von Wolwedans zur Sossus Dune Lodge nur knapp 100km lang ist, haben wir den Tag nochmals in der Ruhe des Dune Camp begonnen. Wir sind nach dem Frühstück und dem Auschecken erst kurz nach 10 Uhr aufgebrochen. Die 20 km bis zur Hauptstraße kamen uns noch rumpeliger als bei der Anfahrt vor. Auf die C27 eingebogen und locker bis zum Eingang des Sossusvlei Parks gefahren.
Beim ersten Mal hier, 2010 im August war das, hatten wir morgens Nebel und keinen Sonnenaufgang, wir wohnten 60km vom Parkeingang weg, so dass die An- und Abreise anstrengend war. Daher haben wir uns für die Sossus Dune Lodge im Park entschieden.
Wir haben, ja auch dank des Forums, uns viele Gedanken gemacht, ob es gut ist nach dem Paradies Wolwedans in die Obhut des NWR (Namibian Wildlife Resorts) und einer seiner Lodges zu gehen Wir werden schon sehen, ob uns das gefällt.
Am Tor haben wir kurz angehalten, um die Buchungsbestätigung aus dem Rucksack zu ziehen und dann an die Pforte. Der Torwächter des MET (Ministy of Environment and Tourism) oder was auch immer, war kaum zu verstehen. Warum wir neben dem Tor gehalten hätten? Die Buchungsbestätigung interessiert ihn doch nicht. Die Liste ausfüllen, das macht er. Rezeption und Parkgebühren bitte dort hinten bezahlen. Alles klar, ein leicht mürrischer Torwächter. Wenn die alle hier so sind?
Also los ins Office. Das ist aber die Rezeption für den Campingplatz, hat der Kerl am Tor das so missverstanden? Aber dann doch gleich daneben die Parkgebührzahlstelle. Ob wir Heißluftballon fahren wollten? Ja klar, aber das haben wir doch schon gebucht! Ja dann wird die Parkgebühr für einen Tag erlassen. Gut, die Gebühr bezahlt, und mit der Kirche ums Dorf geschickt worden. Die Lady sagte uns, wir sollten vom Tor zum Cayon fahren und dann zur Lodge. Das ist gefühlt doppelt so weit, wie gerade in den Park und dann die Privatstraße zur Lodge. Das kann ja heiter werden mit dem NWR, wenn das so weiter geht.
Am Parkplatz der Sossus Dune Lodge stand ein einsames NWR Auto, ein Schild verbietet, weiter zu fahren und ein anderes weist auf einen Fußweg hin. Da wird es wohl zur Lodge-Rezeption gehen. Also losmarschiert. Nach 20 m kommt uns ein Golfcart entgegen, der Fahrer entschuldigt ernsthaft und aufrichtig sich fürs zu spät kommen. Bringt uns zum Auto zurück, packt das Gepäck auf und bringt es bis ins Zimmer. Nett, freundlich, hilfsbereit. Bei der Schlüsselübergabe auch. Alle hier. Wunderbar. Das Zimmer bzw. das Chalet sind zwei ineinander gebaute typisch afrikanische Rundbauten mit Strohdach und Zeltwänden, drinnen Platz zum Tanzen, große Fensterfront, große Terrasse, super Ausblick.
Eigentlich wollte ich keine Bilder von Zimmern posten, aber das hat es verdient
Am Nachmittag fahren wir über die private road zur Hauptstrasse ins Sossusvlei und fahren zur Dune 45. Wir versuchen los zu Laufen und dann kraxeln ein Stück hoch. Der Wind bläst abartig, und wir beschliessen jetzt und hier noch Bilder zu machen und wieder nach unten zu gehen. Weniger als 50% haben wir geschafft. So what? Auch wegen der latenten Angst von Andreas, wenn es stark windet und der Untergrund kein Fels ist. Mein Schutzengel hat definitiv in solchen Situationen schon seinen Dienst getan…..
Wind, dass einem der Sand sonstwohin geblasen wird....
Wobei die Leute nach uns, auch nur 5m weiter sind, wohl um ein Foto zu machen mit nur ihren Fussspuren 😉
Wir fahren zurück bis zum Main Gate, sehen unterwegs noch den ersten Schakal und einen Sekretär. Versorgen uns mit Savannah und machen unseren privaten Sundowner im Room No. 21. Beim Dinner erfahren wir, dass wir für die Ballonfahrt am nächsten Morgen um 5 Uhr 50 am Main Gate stehen sollen. Also gehen wir zeitig schlafen. und schlummern selig. Für eine staatliche Lodge ist hier alles sehr gut, freundlich und organisiert. Woher der schlechte Ruf der NWR Lodges kommt, von hier definitiv nicht!
Gefahren 190km
Heißluft Ballon Fahrt
Wir haben uns schon vor der Reise gesagt, das mit dem Heißluftballon müssen wir mal ausprobieren. Und damit haben wir uns dann in das nächste Highlight gestürzt.
Aufstehen um 4:30 Uhr. Stockfinster, trotz abnehmenden Mondes. Kurz nach 5 Uhr am Speisesaal kein Frühstückspaket hinterlegt (war uns wegen nicht eingenommenen Frühstücks wegen Ballonfahrens so gesagt worden). Nur Lunchpakete. Ratlos, vielleicht doch ein wenig unorganisiert hier? Der Nachtwächter meint, einfach ein Lunchpaket nehmen. Gut, dann eben kein Frühstück, aber dafür Lunch. Zum Auto gelaufen, um die Zeit ist noch kein Fahrdienst da, und wieder mal die Toyota-Techik verflucht, dass das Auto hupt, wenn es aufgeschlossen wird.
Wir sind zu früh und warten am geschlossenen Tor. Pünktlich kommt der Abholer. Wir sind die ersten im Bus. Es folgt noch eine Abholstation, die Sossusvlei Lodge, wenige 100m weiter. Dann fahren wir in die beginnende Dämmerung Richtung Startgelände.
Das ist heute bei der Kulala Lodge. Dort sind zwei Ballone, unser Bus wird zum zweiten geschickt. Wir schauen uns das Aufheizen von weitem an, es heisst plötzlich einsteigen. Dank eines wenig einsichtigen Dränglers sind wir die Letzen, die in den Korb klettern. Da war was mit den Ersten und Letzen und so.
Um 6:45 Uhr ging es los. Ein leichter Ruck und ein Zischen der Brenner sind alles, was den Unterschied zwischen am Boden und Airborne ausmachen. Die Helfer winken noch und es geht zügig hoch. Dadurch, dass wir als Zweite gestartet sind, haben wir immer einen Ballon vor uns. Sehr fotogen.
Bis ca. 1200m über dem Boden steigen wir auf, um die richtige Windrichtung zu finden. Die Sicht ist leider nicht ganz klar, das gibt aber dafür sehr schöne Bilder mit dem zweiten Ballon. In dem sass die Bosch Automotive Namibia Tour 2014. Es war zwar der amerikanische Ableger, aber sowas könnten sich deutsche Firmen auch mal abgucken….
Landung des ersten Ballons
Und raus mit der Heissluft
Um 8:05 Uhr waren wir sicher gelandet. Nach einem opulenten Sektfrühstück in der Wüste ging es zurück in die Lodge.
Sektkorken werden mit der Machete entfernt
Eine junge Grasschlange, Cross-marked Grass Snake, wurde beim Ballonabbauen gefunden
Was für ein Erlebnis. Ganz sicher nicht das letzte Mal!
Nach ein wenig Erholung, sind wir gegen 14:00 Uhr los Richtung Deadvlei. Unterwegs haben wir die Lunchpakete verspeist und sind dann recht alleine am 4×2 Parkplatz angekommen. Nach kurzer Diskussion haben wir beschlossen, unseren 4×4 stehen zu lassen und den Shuttle zu nehmen. Von wegen, das mit dem Tiefsand testen wir nicht hier, wenn kaum noch Hilfe da ist. Der Fahrer des Shuttle meinte trocken: „Warum fährst Du nicht selbst bei so einem tollen Auto? Einfach den Reifenluftdruck auf 1,8 Bar (in jeder Quelle habe ich bisher eher 1,6 bis 1,5 gehört) und los.“
Nach der Versicherung, dass uns geholfen wird, wenn es doch nicht klappt, haben wir den Luftdruck auf 1,8 gesenkt.
Und das Abenteuer Tiefsand begann. Es war wirklich fast so einfach, wie der Shuttlefahrer meinte, und wir kamen am Deadvlei Parkplatz an.
DeadVlei 4x4 Parkplatz
Die 1,1 km ins Vlei gelaufen und schon waren wir da.
Nach wenigen Minuten waren wir ganz Mutterseelen allein im Vlei. Und kurz darauf fingen die Schatten an länger zu werden. Wenn man sich überlegt, was morgens los ist, ist es absolut verwunderlich, dass man abends alles allein hat. Gut, durch das Wohnen im Park waren wir privilegiert, was die Rückkehrzeit angeht. Wir mussten erst eine Stunde nach Sonnenuntergang in der Lodge zurück sein. Alle, die draußen wohnen, müssen zum Sonnenuntergang am Tor sein (65km bei einem Tempolimit von 60km/h). Also können wir bis Sonnenuntergang im Dead Vlei bleiben bei etwas zügigerer Rückfahrt und großzügiger Auslegung der 60 Minuten 😈
Durch das späte Fahren, sieht man sehr viel mehr Tiere als am Tag und kommt eher langsamer voran…
Mitten im Sandkasten, und ganz allein
Rennender Schakal im letzten Licht des Tages
Das anschließende Abendessen in der Lodge wurde durch einen weiteren Schakal unterbrochen. Das verdutzte Tier wurde 4m vom Restauranteingang durch Fotoblitze in die langsame Flucht geschlagen. Der kommt wohl öfter vorbei.
Im Forum hat mal jemand nach dem perfekten Tag im Sossusvlei gefragt. Dieser Tag war für uns mehr als perfekt.
Gefahren 140km
Teil 913. Jan. 2016
Swakopmund, Villa Magherita - Teil 1
Für die Fahrt nach Swakopmund wollten wir diesmal eine andere Strecke nehmen. Da diese durch den Namib Naukluft Park geht, haben wir uns vor der Abfahrt einen Permit im gleichen Büro wie vorher für Sossusvlei geholt. Diesmal war es ein netter junger Mann, der freundlich und zuvorkommend uns das Papier ausgestellt und die Gebühr erhoben hat. Danach sah die Route wie folgt aus: Von Sesriem nach Solitaire auf der C19, weiter auf der C14 bis kurz nach dem Kuiseb-Pass und dann die unbenannten Pads an den Wasserlöchern von Ganab und Hotsas vorbei zur C28 nach Swakopmund.
Bei Solitaire haben wir kurz angehalten und etwas Frisches gekauft. Das Grab von Mooses angesehen und ein paar Vögel abgelichtet. Dann ging es weiter. Wieder ohne Apfelkuchen, es ist einfach zu früh am Tag.
Ein Glanzstar auf Solitaire
Mittag haben wir auf der Rostock Ritz Lodge gemacht. Das war auch eine sehr gute Empfehlung aus dem Forum. Rock-Shandy ist auch nicht schlecht.
Die Pads waren insgesamt eher schlecht, es war ein heftiges Gerumpel den ganzen Tag. Highlight waren Geier am Hotsas Wasserloch.
Musste sein 🙂
Am Kuiseb Pass
Gefahren 350km
In Swakopmund angekommen, haben wir unser Quartier in der Villa Magherita bezogent. Ein hübsches Haus, grosses Zimmer (nennt sich Romeo & Juliet) mit einem Balkon, wohl das schönste Zimmer dort.
Der Innenhof der Villa Mageritha, oben unser Zimmer
Ohne Fisheye geht halt nicht viel ...
Da es ohne Reservierung in Swakopmund immer etwas schwierig ist mit Dinner, sind wir in ein Restaurant gefangen, das wir vom letzten Mal kannten, das nie komplett ausgebucht ist.
Am nächsten Morgen wurden wir pünktlich um 8 Uhr abgeholt für die Little 5 Tour.
Wir waren mit Living Desert Tour von und mit Chris Nel unterwegs. Chris ist auf einer Mission, dem Ende des Quadbikings in Namibia. Das hat er sehr deutlich vorgestellt und es ist sehr nachvollziehbar. Dann ging es auch schon los mit Erklärungen zu den Dünen und der Nahrungskette in und auf ihnen. Chris sieht etwas, fängt an, im losen Sand zu graben an und präsentiert die Lebewesen unter dem Sand. Wir haben unter anderem einen bezaubernden Gecko (der Entenfuss-Gecko), mehrere Chamäleons und Schlangen bewundert. Wir hatten auch viel Spass beim Dünen rauf- und Runterfahren. Die Tour kann nur wärmstens empfohlen werden.
Chris Nel
Palmato Gecko (Entenfußgecko)
Ab ins Loch zurück
Suchbild, hier ist eine Sidewinder versteckt
Hier die Vergrößerung, in der Bildmitte sieht man zwei Augen!
Die zwei Augen auf der Flucht, bei dem trüben Licht kein einziges scharfes Foto....
Chris nimmt gerne Lumix Kameras von Gästen zum zeigen was geht
Aber geht auch ohne Lumix ganz gut 🙂
Chris sein Personal auf der Suche
Namaqua Chamäleon -endemic!-
Achtung, es kommt noch öfter:
Hornviper
Don't try this at home!
Wilde Hatz über die Dünen, war ein echter Spaß!
Am Aussichtspunkt
Der Vogelflüsterer, oder die Zwei kennen sich
Warum dieses Bild aussieht wie es aussieht weiss ich nicht....
Ab nach Hause
Da das Wetter recht trüb war, haben wir uns gegen die Fahrt auf dem Welwitschia Trail entschieden und waren stattdessen etwas bummeln. Das Wetter war sogar so trüb, dass es kein einziges Foto aus der Stadt gibt.
Abends haben wir unseren seit langem online reservierten Tisch im Tug (The Tug, Swakopmund) aufgesucht. Unglaublich aber wahr, es war der Erkertisch! Also einer der besten Tische. Was folgte war das beste Seafootdinner ever. Das Restaurant war brechend voll und das Preis-Leistungsverhältnis ist sensationell. Wer in Swakopmund wohnt und nicht im Tug essen war, hat was verpasst.
Ein weiterer Tag mit sehr schönen Erlebnissen ging zu Ende.
Teil 1014. Jan. 2016
Swakopmund, Villa Magherita - Teil 2: Marine Dune Day
Nachdem 2012 Katja wegen eines Zahnproblems nicht an der Dolphin Cruise teilnehmen konnte, wollten wir dieses Mal eine ganztägige Kombitour machen. Gebucht haben wir bei Sandwich Harbour 4×4 und alles war bestätigt und klar. Als wir kurz vor der vereinbarten Zeit im Büro von Sandwich Harbour waren, wurden wir freundlich begrüßt und mit einem kleinen Zettelchen zu Mola Mola Cruises geschickt. Mit dem wagen Hinweis, nach der Schifffahrt wieder im Büro von Sandwich Harbour vorbeizukommen.
Die Schifffahrt war interessant, der zahme Seehund kam an Bord und hat seinen Fisch bekommen. Auch Pelikane und Möwen sind fotogen am Boot entlang geflogen. Auch drei Bottlenose Delphine haben sich gezeigt. Das Wasser hatte sensationelle 11 Grad, die Luft war unbedeutend wärmer und der Himmel grau. Die Seehunde hatten keinen Spaß und so sind wir nach schnell vergangenen 3h wieder Richtung Hafen. Zwischendurch war der Wind und die Wellen stärker geworden, und die Kamera mit dem großen Zoom wurde nass. (scheint aber keinen Schaden davon getragen zu haben)
Die Möven wissen, wo der Fisch herkommt...
Ganz schön groß das Maul....
Anflug zum Fisch
Auch die Jungen lernen das
Pelikane verdrängen viel Wasser beim Landen
Sehen aber dann recht gut aus
Flamigos am Himmel, am Boden wirken sie eleganter 😈
Endlich Delphine, wenn die sich nur auch mal fotografieren lassen wurden 😠
Man sieht, dass man eigentlich nichts sieht.
Ein paar gelangweilte Seehunde, es war einfach zu kalt.
Nach einer chaotischen Pause ging es mit 5 oder 6 meist klapprigen Land Rovern los. Da wir noch auf die Toilette mussten, waren wir die letzten, die zu den Autos kamen. Francis unser Fahrer war etwas genervt, weil seine Schrottkarre zum berrsten voll war. Andreas durfte auf den Beifahrersitz, den Fotorucksack auf den Schoß legen. Na klasse.
Wir haben auf dem Weg zum namensgebenden Sandwich Harbour öfter gehalten, meist war nicht klar, was der Grund sein sollte. Da die Gezeiten günstig waren, konnten wir am Strand fahren. Am Ziel angekommen wurden alle zu Fuß die Düne hochgejagt, wegen der Aussicht. Die ist wirklich nicht schlecht, aber es war mal wieder sehr windig und der Sand wurde mal wieder überall hin geblasen. Darum gibt es nur Bilder aus der halben Höche. Da war doch schon mal sowas?
Flamingos in Walvis Bay
Schakal, was der wohl bei den Flamigos will?
Ich habs versucht 🤪
Es war sehr Windig, die Möven haben fast die Düne berührt.
Irgendwie wars im Sossusvlei besser....
Achtung, ich hebe gleich ab!
Dann ging es zurück. Nach wenigen Metern bog das Führungsfahrzeug in die Dünen ab. Vorneweg führen die zwei neuesten und auch leichtesten Fahrzeuge. Als drittes unser Seelenverkäufer. Es ging flott voran, bis es knirschte und das Fahrzeug sich nach rechts neigte und zum Stillstand kam. Wir stecken schräg am Hang fest. Da Andreas auf dem Beifahrersitz (links) saß, durfte er sich als erster aus dem Auto quälen und dann den Anderen beim Aussteigen helfen.
Rückwandtür. Der Tacho zeigte 460.000, stand aber seit langem....
Alle Aussteigen, der Wagen könnte kippen, aber bitte einer nach dem anderen den Berg hoch! 🤢
Tolle Vorstellung....
Bei der nun folgenden Bergung, es waren ja vier Fahrzeuge da. Funk um die anderen zwei zurück zurufen war nicht vorhanden. Nun wurde demonstriert, dass die Fahrer zwar Spaß, aber nur begrenzt Ahnung von Fahrphysik hatten. Am Schluss steckten drei von vier Autos im Sand fest. 😕
Und es bewegt sich doch, die ganze Aktion hat nur 10 Minuten gedauert, fühlte sich aber deutlich länger an 😣
Als alle wieder frei waren sind diese vier Fahrzeuge am Strand zurück gefahren. Zum Glück waren die Gezeiten günstig, so daß wir gerade noch durch kamen. Wir kamen doch noch zu einer kleinen Sandrutscherei, es war beeindruckend rückwärts die Dünenleeseite (34°) runter, wie diese alte Karre das noch geschafft hat.
Wenigstens noch ein gelungener Spass am Schluss.
@Bloke: das wäre der perfekte Ersatz für Emma.
Fazit: Nie wieder Sandwich Harbour 4×4
Teil 1115. Jan. 2016
Immenhof, Omaruru oder "Ab in die Wärme"
Abschied von der Villa Magaretha
Mit frisch gewaschenem Auto (war vom Parkplatzwächter während der Vortagestour gemacht worden, also doch was Gutes), sind wir nach Norden aus Swakopmund auf die Salzstraße C34. Es hatte geregnet oder die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch, auf jeden Fall war das keine weiße trocken harte Straße, sondern brauner Matsch. Kein Spaß zu fahren, es war so eine Mischung aus Schneematsch und Glatteis und das Auto sah schlimmer als je zuvor aus.
In Henties Bay sind wir auf die C35 Richtung Uis eingebogen. Irgendwann kam die Sonne raus, und aus anfänglich 13 Grad und trübe wurden bis zur Ankunft auf dem Immenhof 33 Grad und Sonne. Endlich.
C35, da hinten, das ist doch blauer Himmel?
Dreckspatz
Blauer Himmel! Endlich
Eines der Highlights nach der Sonne auf der Fahrt war ein Kampfadler, der schön auf einem Strommast posiert hat. Solange wir ihn beobachtet haben kam ein Auto an, und der Fahrer meinte, das wäre nur einer von Sechsen, die anderen wären aber schon Richtung Brandberg aufgebrochen.
Rechts
Links
Gerade aus, noch eine Pose?
Wolkenlos!
Straßenschild, fast geschafft
Auf dem Immenhof wurden wir wie alte Bekannte empfangen. Dabei waren wir erst zum zweiten Mal da. Der Immenhof ist eine Jagd und Gästefarm. Man sagt ja, Namibia ohne Gästefarm ist nur das halbe Erlebnis, und dem kann ich zustimmen. Der Immenhof ist unsere einzige Gästefarm bisher, aber wir haben ihn liebgewonnen. Und zu unserer großen Freude gab es gleich die Farmrundfahrt mit Antilopen Futterstellen füllen und anschließendem Sundowner. Der Sundowner auf dem Granithügel auf dem Immenhof ist sowas wie mein Lieblingsplatz geworden. Perfekt.
Rappenantilope, im Leopardensicheren Gehege
Adler, aber kaum noch Licht
Die Giraffen gibt es wirklich, beim letzten Mal haben wir sie nicht gesehen
Solange wir weg waren, wurde unser Auto vom Farmprakti gewaschen. Noch perfekter.
Gefahren 350km
Teil 1216. Jan. 2016
Etosha – Westteil – Dolomite Camp
Abschied vom Immenhof
Da es doch recht weit bis zum Dolomite Camp ist, beschlossen wir, nicht die schönen längeren Strecken, sondern die schnellste über Outjo und Kamanjab zum Galton Gate zu nehmen. Die Strecke war erstaunlich ereignisarm.
uns Touristen sagt man, wir sollen 60 fahren?!?
In Outjo gibt es ein Farmhouse Cafe, das ist auf jeden Fall einen Stop wert. Die „Himmlische Baisertorte“ hat Kalorien für den ganzen Tag.
Farmhouse Cafe Outjo
Am Galton Gate angekommen, fiel auf, dass alles neu war. Es roch nach Farbe und kein einziges Hinweisschild war da, also dumm gefragt, bis alles erledigt war, einschließlich Permit für den ganzen Aufenthalt. Aber es gab nicht ein Stück Papier, das behilflich gewesen wäre, um den Weg zu finden. Nur den Hinweis, nicht auf gesperrten Wegen zu fahren. Würden wir ja sowie so nie bewusst tun 😗
Galton Gate
Der Westteil ist recht schön, aber noch schlecht erschlossen. Es ist nicht so staubig wie im Osten, es hat sehr viele Bäume und Büsche. Allerdings hatte es auch keinerlei Picknick Fläche und kaum Wegweiser. Trotz allem haben wir bald ein Wasserloch gefunden und dort Elefanten und kleinere Vegetarier gesehen.
Wer bist Du denn?
Weg da, wir kommen!
Warzis sind auch da
Als wir im Dolomite Camp ankamen, erinnerte alles an die Sossus Dune Lodge. Nur war der Fahrer nicht so auf Zack. Das ging beim Einchecken so weiter, es gab keinen Willkommensdrink. Dafür gab es kurze Irritation, weil Madam hinter der Rezeption sagte, wir würden nur eine Nacht dableiben? Natürlich nicht, wir haben ja zwei gebucht und hier ist auch die Bestätigung des Reisebüros. Madam nickte und wir bekamen den Schlüssel zu Zelt Nr. 6.
Es war ein schönes Zelt-Chalet, mit Blick auf die Ebene, aber leider nicht zum Wasserloch. Abends haben wir noch einen Game Drive für den folgenden Nachmittag gebucht und sind früh ins Bett und haben gut geschlafen.
Gefahren 400km
Elefanten auf dem Weg zum Dolomite Wasserloch
Nacht im Zelt Nr. 6
Etosha Westteil – Morgens Selbstfahren – Mittags geführter Game Drive
Der Tag fing gut an, Katja hat auf dem Weg zum Frühstück einen Stachelschweinstachel gefunden. Nach einem leckeren Frühstück sind wir dann auf eine Selbstfahrrunde los. Wir haben einen Kampfadler, einige Hundertfüssler, viele Sekretärvögel, Kuhantilopen in großen Gruppen, Zebras, Giraffen, Kudus und andere gesehen. Wir standen ganz allein weit über eine Stunde an einem Wasserloch, das war sehr schön.
Sekretär
Kampfadler, vielleicht hat schon jemand bemerkt, dass ich diese Gesellen ganz besonders mag 🤩
Die Tarnung reicht nicht 🤪
Centipede, braucht ganz schön lange bis der unterm Auto durch gelaufen ist 🙂
Schau mir in die Augen kleines
Wenn nichts anderes zu sehen ist, Vögel gibts immer viele
Red Hardebiest, auch eines meiner Lieblingstiere
African Pipit
Webervögel Kolonie, Einfamilienhäuser.
Die Kleinen liegen überall im Schatten, oft nur wenige cm von der Straße weg
Springböcke hat es natürlich auch, nicht nur einen
Blacksmith Lapwing
Warum Zebras immer so rumspritzen müssen?
Oryx in voller Fahrt
Ein etwas genervter Herr, der allein am Dolomite Wasserloch sein wollte
Wirklich allein...
Sobald er geht, kommen die anderen wieder 🙂
Doppelsekretär
Gegen Mittag sind wir dann zur Lodge, um den Lunch einzunehmen und vor dem Gamedrive noch etwas auszuruhen und die Aussicht zu geniessen.
Am Parkplatz war erstmal kein Abholer da, mentales Minus im Bewertungbogen.
Als wir an der Rezeption vorbeikommen, werden wir gefragt, ob wir Zimmer 6 wären. Ja klar, das sind wir. Ob wir denn jetzt endlich auschecken wollten? Wieso das denn, wir haben doch zwei Nächte gebucht. Im System würde aber stehen, dass wir heute in Okaukuejo einchecken müssten. Was, wie, wo? Wir haben einen Voucher für zwei Nächte Dolomite Camp (den sich die Dame beim Einchecken am Tag zuvor wohl doch nicht angesehen hat).
Aber gebucht ist nur eine! Ein Anruf beim Reisebüro und diverse Verwünschungen später ist klar, es gibt keine Möglichkeit im Dolomite zu bleiben, unser Zimmer und der Rest der Lodge ist belegt.
Bis 17:00 Uhr müssen wir 180km Rüttelstrecke bei 60 km/h bis Okaukuejo geschafft haben. Es ist aber schon 12:30 Uhr. Also schnell das Zimmer geräumt, alle verwunschen, die das zu verantworten haben, vor allem die Rezeption, die es nicht geschafft hat, uns beim Frühstück, beim Bestätigen des Gamedrives oder wann auch immer darauf hinzuweisen, dass zwischen Voucher und Buchungsbestätigung eine Differenz ist.
Wir haben noch zwei Lunchpakete kostenlos bekommen, der Manager hat sich entschuldigt, die Enttäuschung über diese Aktion ist aber unendlich.
Und leider bis heute nicht wirklich verdaut. Dass bei einer Buchung etwas schiefgehen kann, kommt einfach vor. Dass man aber nicht in der Lage ist, einem Gast zu sagen, dass es ein Problem gibt, das ist unfassbar. Eigentlich ist die Wut auf die Art und Weise, wie das abgelaufen ist, größer, als die, dass die Buchung prinzipiell schief ging. Denn es wurde uns gesagt, dass wir 3 Nächte in Okaukuejo wären. Es war also „nur“ eine Nacht verschoben.
Man muss sich das bildlich vorstellen, wir werden am Mittag aus dem Zimmer geschmissen.
Namibian Rock Agama, hat versucht meine Wut auf dem Weg ins Zimmer zu bremsen.
Wir haben also hektisch gepackt, dabei vergessen, die Dusche auszurämen 😠 , und sind ziemlich pünktlich um 13:00 Uhr losgekommen. Müsste also reichen, noch vor Arbeitsende der Rezeption in Okaukuejo anzukommen und die Lunchpakete zu verspeisen. Schließlich ist das Mittagessen bisher nur durch Adrenalin ersetzt gewesen.
Der Westteil des Etosha ist so viel lieblicher als der Ostteil, das wurde uns auf der Fahrt nochmal so deutlich. Und wir durften nur eine kurze Runde darin drehen.
Die Fahrt war im Westteil sehr rumpelig, 60 war nicht immer fahrbar. Da das Auto auf dem Wellblech nicht gut die Spur gehalten hat, habe ich den 4×4 zugeschaltet.
An einem Wasserloch hatten sich Geier zum Putzen eingefunden.
Am Sonderkop Wasserloch standen Menschen? Ahh, der Parkservice hatte zu tun. 20m weiter sehen wir einen Kadaver. Auf den ersten Blick ein kleiner Elefant, aber es war ein Rhinobaby.
Man findet manchmal in der Nähe noch den Jäger. So auch hier, keine 10m weiter, im Schatten eines Busches direkt an der Straße, liegt ein Löwe mit Halsband. Unsere erste Katze, und selbst entdeckt!
Da liegt er.
Noch ein bischen näher
Auch ein schöner Rücken und so, aber bitte dreh dich nochmal um!
Es kam ein Auto von hinten, Ranger, und hielt neben meinem Fenster. „Good Afternoon, you have a flat tyre“.
Gibt es die sich selbst erfüllenden Prophezeiungen doch? Haben wir nicht immer gescherzt, wenn wir einen Platten haben, dann im Etosha neben einem Löwen? Es hat 3390 km gedauert, nun ist passiert.
Der Ranger bot uns an, uns zu helfen, wir sollten nur etwa 400m weiterfahren, wegen dem Löwen. Das hat dieser gehört, und ist losgelaufen. Wir also nach hinten.
Hier wird der Kadaver von der Straße weg gezogen, damit es nicht zu Unfällen kommt
Gemeinsam gehts am Besten
20 min. später (es hatte mollige 34 Grad) waren wir etwas staubiger, aber wieder unterwegs. Den freundlichen Helfern haben wir natürlich ein kleines Trinkgeld gegeben.
Trotz des Zeitdrucks, auch für ein Gnu wird gehalten.
Wir haben es nach dieser Unterbrechung ohne weitere Pause gerade so vor 17:00 Uhr geschafft. In Okaukuejo konnte der Tankwart kleinere Reifenschäden mit einem Lederstopfen und etwas blauer Paste in 10 min. reparieren. Kostet 60 namibianische Dollar, also 4 Euro und ein paar Cent im Oktober 2014.
Das Wasserloch ist einfach Klasse in Okaukuejo, nur nicht heute Abend.
Gefahren 220km
Teil 1317. Jan. 2016
Etosha – Planänderung
Auf dem Weg nach Okaukuejo ist uns klargeworden, neben dem Glück, dass der Löwe schon satt war, als wir den Platten hatten, dass wir auf keinen Fall drei Nächte in Okaukuejo bleiben wollten. Da wir keinen Handyempfang auf der Fahrt hatten, konnten wir erst gegen halb sechs beim Reisebüro anrufen. Wie wir uns es gedacht haben, war freitags um diese Zeit nur der Anrufbeantworter dran. Dieser hat uns aber als Notfallnummer die des Chefs verraten.
Aber genau das ist der Vorteil unseres kleinen Reisebüros, wenn alle Feierabend haben, der Chef kümmert sich trotzdem. Wir haben vereinbart, dass wir versuchen, in der Mushara Lodge bzw. dem Outpost eine Nacht früher anreisen zu können. Und dann dem Reisebüro Bescheid geben. Da das dann doch einfacher hier vor Ort per Telefon zu organisieren war. Das Gute ist, der Sohn des Reisebüro-Chefs hatte erst vor kurzem ein Praktikum in der Mushara Lodge absolviert, man kennt sich also.
Es hat auch geklappt, wir könnten eine Nacht Mushara Lodge und dann die geplanten zwei Nächte im Mushara Outpost für uns nehmen. Die Mehrkosten würde das Reisebüro tragen. Da haben wir dann sofort zugesagt, auch wenn es nicht ideal ist, nach einer Nacht umzuziehen, aber im Outpost war eben nichts frei, „nur“ ein Standardzimmer in der Lodge.
Geplant waren 2-2-2 Nächte, also 2x Dolomite, 2x Okaukuejo und 2x Mushara Outpost. Jetzt sind halt 1-2-1-2 draus geworden. Da die Mushara Lodge uns in sehr guter Erinnerung geblieben ist, haben wir uns sehr gefreut, dass es so weitergeht.
Eigentlich haben wir mehr Glück als Verstand. 😊 Wenn das die restliche Reise nur so bleibt.
Jetzt konnte einem entspannten Okaukuejo Abenteuer nichts entgegenstehen. Bis auf diese Krabbeltiere, die am Abend plötzlich überall an der Wand waren, zum Glück gibt’s Moskitonetze. Im August haben wir die nicht gesehen, scheinen es etwas wärmer zu mögen 🤪
Wall Crab Spider, Körperlänge bis 20mm und die Beine …..
Teil 1423. Jan. 2016
Etosha – Okaukuejo Man kann ja im Forum lesen, dass man keinen Game Drive vom NWR buchen braucht, da man selbst überall hinfahren kann. Das ist soweit auch richtig. Nur nachts kann man das nicht. Also haben wir uns auf einen Night Drive angemeldet. Mal sehen, was es in der Nacht so gibt.
Nach einem Frühstück, das vor allem satt macht und jetzt im Oktober auch im Freien genossen werden kann (im August 2012 ging das nicht) sind wir erst noch ans Wasserloch. Gnus kamen zum Trinken.
Gnus am Wasserloch
Dann sind wir den Vormittag selbst im Park unterwegs gewesen.
Zebras, wie immer am spritzen
Die Landschaft war unwirklich
Kudufamilie
Glanzstar
Springbock im Profil
African Pipit
Black Korhan
Gegen Mittag wurde es heiß. Die Springböcke suchen Schatten
Bis jetzt viele Tiere, aber nichts wirklich Außergewöhnliches. Am Newbroni Wasserloch sahen wir schon von weitem etwa 50 Elefanten.
Ein tolles Schauspiel. Wenn wir da nicht genau zwischen diese Autos geraten wären. Auf der einen Seite ein Videofilmer, der gleich laut mitkommentiert hat, was da zu sehen sein soll. Auf der anderen Seite eine vierköpfige Gruppe, drei Männer und eine Frau, alle so etwa Mitte 20, die sich offensichtlich alle gegenseitig im lautstark pubertäre Kommentare geben übertreffen mussten. Nach 10 Minuten war dieses Naturschauspiel durch diese Menschen so unerträglich geworden, dass wir geflüchtet sind.
Auf dem Rückweg dann ein White Rhino, ein Breitmalnashorn
Noch ein Gabar Goshhawk
Nachmittags stand Ausruhen auf dem Programm. Nichts tun, ans Wasserloch gehen und immer noch nichts tun. Viel trinken, es war fast 40 Grad heiß.
Maskenweber
Night drive
Es gab zwei Fahrzeuge und ein paar Wartende. Irgendwann dann die Erklärung, ein Fahrzeug für eine Reisegruppe, das andere für alle anderen. Irgendwie habe ich es in Reihe eins direkt hinter den Fahrer geschafft. Das ist nicht schlecht, da versteht man wenigstens was er sagt, ganz hinten hab ich auch schon öfter nichts mitbekommen….
Der Fahrer hielt während der Fahrt einen Scheinwerfer in der Hand (Rücklicht war an, ansonsten keine Beleuchtung am Fahrzeug), um Tiere zu finden und nicht von der Straße abzukommen. Anfangs war der Scheinwerfer weiss, später kam dann eine rote Scheibe drüber.
Gesehen haben wir zuerst gar nichts, dann nicht viel mehr. Es war ziemlich enttäuschend. Da es relativ kühl war, war es zwar interessant und angenehm, aber es schien doch zu teuer zu sein. Das merkte dann auch irgendwann der Fahrer. Also haben sich die beiden Fahrzeuge vereinbart, zum Ombika Wasserloch zu fahren, da waren am Nachmittag noch Löwen. Aber auch hier gab es nichts, bis der Fahrer eine Bewegung im Gebüsch sah.
Eine braune Hyäne! Wir konnten sie eine Zeitlang beobachten (sie sind selten zu sehen in diesem Teil des Parks).
Der Fahrer hat dann doch sehr intensiv nach der Löwengruppe gesucht – und schliesslich auf einem offiziell gesperrten Weg gefunden: eine Löwin, 3 Jungtiere und 2 Männchen. Völlig relaxed und nicht im mindesten durch uns und die irgenwann dann doch erlaubten Blitze gestört.
Zwei Löwen...
Nachtaktive Tiere haben wir leider gar nicht gesehen.
Um 23 Uhr kamen wir zurück. Der Torwächter hat wohl schon geschlafen, unser Fahrer musste selbst öffnen und war nicht sehr amused…
Noch einmal ans Wasserloch und siehe da, Breitmaulnashorn mit Kalb war da.
Gefahren 150 km
Teil 1524. Jan. 2016
Etosha – Ostseite
Es stand die Fahrt zur Mushara Lodge an. Schliesslich haben wir ja umgebucht. Nur weiss das Okaukujo noch nicht. 😈 Also ganz in Ruhe Frühstücken, packen und zur Rezeption fahren. „Auschecken“ sagen und in erstaunte Gesichter sehen. Ja, wir haben einen Notfall und müssen leider heute sofort weg. Tja, Rache ist süß. 🤪
Aber nett ist das Chalet doch irgendwie, uns hat die rechte Hälfte gehört.
Nicht, dass der Eindruck entsteht ich würde Okaukuejo nicht mögen. Das stimmt nicht, es ist nur so, dass es die unterste Kategorie Unterkunft auf unserer Reise ist. Und da muss man ja nicht länger als nötig bleiben. Die Infrastruktur des Campes ist gut, es gibt Tankstelle, Laden, Aussichtsturm, Wasserloch mit Licht. Man kann Nachts draussen rumlaufen und muss sich maximal mit Insekten und Schakalen rumschlagen. Alles Dinge, die sonst im Etosha schwer zu finden sind. Auch die Lage des Camps ist recht günstig. Also alles in allem finde ich Okaukuejo besser als sein Ruf.
Auf dem direkten Weg zur Mushara Lodge sind es nur etwa 140km, so dass wir viel Zeit haben, alle möglichen Wasserlöcher anzufahren.
Springbock, springt endlich mal 🤩
Wir haben am Kapupuhedi Wasserloch beobachten können, dass die Springböcke und die anderen Tiere sehr angespannt waren – Grund waren 2 Löwen (male und female), die sich nach einiger Zeit gezeigt haben und schlieslich weitergezogen sind. Bei diesem zeigen ist eines meiner absoluten Lieblingsbilder entstanden. Leider nicht 100% perfekt scharf, aber das macht nix:
Mein absolutes Lieblingsbild eines Löwen.
Die Tatze ist ganz schön breit....
Und Abmarsch. Die Show ist aus.
Eine riesige Gruppe Zebras hat sich am Charitsaub Wasserloch ausgiebig gebadet.
Am Salvadora Wasserloch lag ein mächtiger Löwe im Gras, ganz in der Nähe von einem toten Elefanten, von dem wir vorher schon gehört hatten (allerdings hatte der Erzähler den Namen des Wasserlochs verwechselt…..).
Den Baum kennt fast jeder, aber das Detail links unten, ist nicht immer da.
Vollgefressen, der tote Elefant ist rechts davon, nicht sichtbar von unserer Position aus
Riesentrappe beim Balzen, dass der Hals nicht platzt ist erstaundlich
Mittagessen gab es auf Halali, und diesmal wurden wir bedient bzw. uns wurde erklärt, wie man zu etwas zum Essen kommt. Beim ersten Mal 2012 hat das ja nicht geklappt. Aber noch habe ich Halali nicht in mein Herz geschlossen. Es gefällt mir einfach nicht.
Nach dem Essen sind wir weiter, am Goas Wasserloch war vorne eine Giraffe mit Akrobatikübungen.
Hinten am Wasserloch sind wir in den Auszug der Impalas und Springböcke geraten. Plötzlich standen wir zwischen hunderten Tieren. Hier entstand mein zweites Lieblingsbild. „Zuckerschnute“
Zuckerschnute, Blackfaced Impala
Das Blau des Himmels, das Grün der Bäume und Springböcke suchen Schatten
Rund um Namutomi fiel uns auf, dass an jeder Ecke Giraffen standen. Aber auch große Schäden an Bäumen und Sträuchern durch Elefanten. Auch davon gibt es sehr viele, wahrscheinlich sogar schon zu viele. Gegen vier Uhr nachmittags kamen wir auf der Mushara Lodge an. Und wurden wieder erkannt! Nach mehr als zwei Jahren und nur einmaligem Aufenthalt. Unglaublich.
Haben unseren Bungalow bezogen und es uns bis zum leckeren Abendessen auf der Terrasse gut gehen lassen.
Für den nächsten Morgen haben wir uns einen Morning Game Drive gebucht. Unser Gepäck wird von der Lodge ins Outpost gebracht werden. Luxus im Busch. Perfekt.
Gefahren 160km
Teil 1626. Jan. 2016
Etosha - Mushara
Frühstück um 6:30 Uhr, Abfahrt 7:00 Uhr. Das mit dem Morning Drive ist ernst zu nehmen. Nach dem Aufstehen erstmal die Besucher begrüßen: Kudu und Dikdik.
Dann schnell frühstücken und schon geht es los.
Unser Guide heisst Alfred, wir sind 6 Leute in drei Reihen, also jeder einen Aussenplatz. Auf der Suche nach Löwen halten wir zuerst noch an allen Standardakteuren (Zebra, Giraffe, Impala, Springbock), auch ein Kampfadler ist wieder dabei. Bisher ein gutes Zeichen.
Aber die Sichtungsfee hat zuerst keine Zeit für uns, keine Katze weit und breit.
Elefantenbulle in der Musth, der war ganz schön aufgeregt....
Wir kommen am Kalkheuwel Wasserloch an, an dem fünf Hyänen planschen und mit einem Stück, ja was ist das denn, Stoff? Nein ein Stück Fell spielen. Geier werden verjagt und auch sonst ist man Chef am Wasserloch….
Aber es gab noch etwas wesentlich Dramatischeres zu sehen. Ein Babynashorn ist in die künstliche Wasserstelle aus Beton gefallen, und kam allein nicht mehr raus. Es kämpfte verzweifelt am „oberen“ Ende des Troges. Ein Elefant hat es angemotzt, so nach dem Motto, hau ab, das ist mein Wasserloch.
Eli schimpft mit dem Baby-Rhino
Die Hyänen waren satt, sind also nur aus Jux und Tollerei drumrumgelaufen.
Hyänen und Baby
Alfred hat die Ranger gerufen, die nach einer gefühlten Ewigkeit auch kamen. Ihnen gelang es, das Nashorn aus dem Becken „unten“ zu führen. Hier gibt es eine Stufe, und das Baby kam problemlos raus.
Die Überlebenschance des Babies ist extrem gering, da die Mutter schon weitergezogen ist und es aufgegeben hat. Die Schreie des Kleinen waren nicht schön.
Nach diesem Erlebnis sind wir noch zum Wasserloch Klein Namutoni. Giraffen, Graulärmvögel und kleinere Huftiere gab es hier.
Anschliessend zurück in die Mushara Lodge zum Lunch.
Nach einem leckeren Mittagessen sind wir ins Outpost umgezogen.
Die Aussentemperaturanzeige ist eindeutig
Aussicht aus der Dusche, 15m rechts ist eine Wasserstelle
Kurzfristig haben wir noch einen Abend Game Drive gebucht.
Dieser startet um 15:00 Uhr, bei 36 Grad. Zu heiß für Katzen, sagt Bennie unser Guide vom Nachmittag, die liegen im Schatten und zeigen sich nicht. Wir haben eine große Gruppe Elefanten gesehen. Da waren von 3 Wochen alten Babies bis zu alten Bullen alles dabei. Solange solch eine Gruppe am Wasserloch ist, traut sich kaum ein anderes Tier ans Wasser.
Die Feierabend Giraffe bei Namutoni, die haben wir jeden Abend gesehen 😉
Wir haben viel Landschaft angeschaut bis wir zum Sundowner ans Chudop Wasserloch gefahren sind. Dort war ein Elefantenbulle, einige Giraffen und in jeder Vertiefung eine Hyäne!
Wieviel, haben wir nicht zählen können, jedenfalls deutlich mehr als 10. Einige davon haben gebadet, eine andere hat sich unser Auto so genau angeschaut, dass wir schon geglaubt haben, sie will reinkommen. Nach dem Sundowner (Gintonic) kam dann noch ein Eland. Leider waren das Licht und mein Tele nicht mehr ganz gut zueinander.
Also auch ohne Katzen zwei Sichtungen von der Wunschliste geschafft (Hyäne und Eland).
Nach einem sehr guten Abendessen, ging es zeitig ins Zelt, nachsehen, wer da vorbeikommt.
Teil 1729. Jan. 2016
Es geht weiter. Einen herzlichen Dank an alle Danke-Button-Drücker. Es freut mich, dass Euch mein Bericht gefällt.
Etosha - die letzte Runde
Heute wollen wir allein unterwegs sein, also ohne Guide und offenes Auto. Nach einem gemütlichen Frühstück sind wir aufgebrochen. Da es aber schon um 8 Uhr über 30 Grad hatte, waren viele Tiere schon auf der Suche nach Schatten.
Bei der Hitze sollte man wirklich vor dem Frühstück eine Runde drehen….
Auch heute hatten wir kein Glück mehr mit Katzen. Wir haben am Vormittag diverse Wasserlöcher angefahren, auch die Hyänen am Chudop waren noch da.
Was heute sehr interessant war, wir haben springende Impalas beobachtet. Eigentlich direkt neben dem Auto sind sie gesprungen. Springböcke haben uns das nie gezeigt.
Am Ngobib hat eine Elefantengruppe geplanscht. Und wir waren ganz allein da.
Auf der Rückfahrt haben wir dann noch einen Marabu im Klein Namutomi Wasserloch gesehen. Leider im Gegenlicht und die Luft hat so geflimmert, dass die Bilder davon grausam sind.
Nachmittags sind wir erneut in den Park gefahren und haben zunächst die Fishers Pan umrundet.
Eine Schildkröte (Mountain Tortoise), die mitten auf dem Fahrweg hinter einer Kuppe mit Kurve lag, haben wir ins Gebüsch verfrachtet, was diese mit lautem Fauchen quittierte.
Bei Twee Palms standen 2 Paradieskraniche.
Bei der Weiterfahrt gab es noch ein paar interessante Vögel zu sehen.
Spotted Thick-Knee (Kaptriel)?
Crowned lapwing (Kronenkibitz)
Crimsonbreasted Shrike (Rotbauchwürger)
Den Dik-Dik Drive entlang waren viele dieser Dik-Diks und auch Steinböckchen (ich kann die fast nicht auseinander halten) zu sehen. Hyänen waren auch wieder vertreten. Ich verschone Euch vor diesen Bildern. Die vorher sind besser.
Gegen 18:30 Uhr kamen wir im Outpost an, haben uns ans Feuer gesetzt, mit anderen Gästen geplauscht und das sehr gute Abendessen mit den Resten des Weines, den uns unser Reisebüro noch geschenkt hat, unter freiem Himmel genossen.
Nun sind 6 Tage Etosha rum wie nix. Wir haben sehr viele Tiere gesehen, von vielen Leopardensichtungen gehört (dabei gibt es gar keine im Etosha 😣 ). Es soll Leute geben, die sagen das wäre zu lang, aber wir hätten es durchaus noch ein paar Tage hier aushalten können. Morgen geht es nach Okonjima und damit unweigerlich dem Ende entgegen.
Gefahren 140km
Teil 1830. Jan. 2016
Okonjima
Wir hatten uns vorgenommen, früh in Okonjima einzutreffen, um noch am Nachmittagsprogramm teilnehmen zu können.
Abschied vom Mushara Outpost - wir kommen wieder!
Das hat auch funktioniert, kurz nach 13:00 Uhr kamen wir nach ereignisloser Fahrt auf der geteerten B1 an. Beim Losfahren hat der Kilometerstand gesagt, wir sind jetzt schon 4000km gefahren.
Die sog. Standard Rooms im Plains Camp sind riesig und wunderschön dekoriert mit jeder Menge bunter Holzgiraffen.
Ausblick, aus den "No View Zimmer"
Hausbewohner
Wir haben uns gleich zu eine Sundowner Tour mit Cheetah Tracking angemeldet. Nach einem Kaltgetränk ging es dann los. Wir waren in einem typischen offenen Landy mit unserem Guide Jeremia und dem Tracker Felix. Jeremia fuhr und Felix suchte, und suchte und suchte.
Zuerst war keine Katze zu finden. Das ging ja gut los.
Red-Billed Frankolin?
Sollten die Berichte stimmen, dass man auch mal nichts zu sehen bekommt?
Aber da immer mehre Fahrzeuge in verschiedene Richtungen losziehen, gab es bald am Funk die Meldung, dass das Funksignal einer Dreiergruppe aufgenommen wurde. Aber so ganz genau hat uns Jeremia nicht verraten was die anderen so gefunden haben. Wir fuhren weiter „planlos“ herum.
Als wir immer noch nichts selbst fanden, wurden wir zu den Wildhunden geführt. Um die Zeit zu überbrücken, bis die anderen Fahrzeuge an der Gruppe fertig waren. Denn es steht immer nur ein Fahrzeug zu den Tieren, maximal zwei beim „Wachwechsel“.
Irgendwann kam die Meldung, dass ein Leopard den Geparden die Beute abgenommen hat. Also erst den Leoparden suchen, dazu wird richtig querfeldein gefahren, und da war er, im fahlen Abendlicht unter einem Baum hat er an einem jungen Oryx gefressen.
Anschließend sind wir wenige 100m weiter zu den drei Geparden. Sehr schön im Abendlicht. Wir sind ausgestiegen und bis auf ca. 10m an die Tiere herangegangen. Die hatten inzwischen ein Warzenschwein in ein Loch getrieben, aus dem sie es nicht herausbekamen. Ein Schakal hat das bemerkt und war ganz aufgeregt, hat sich aber nicht an den drei Geparden vorbeigetraut.
Mit dem breiten Rücken, das bin ich
Hier nun das krasse Gegenteil zu dem Erlebnis auf der Bagatelle Ranch. Zwei Guides, sechs Gäste, ruhig und langsam Richtung Geparden. Am Ende standen wir kaum 10m weg von den drei Gesellen. Der Schakal in unserem Rücken. Warmes Abendlicht. Ein unglaubliches Erlebnis.
Die Bilder können die Stimmung nur sehr unzureichend wiedergeben.
Nach dem Sundowner neben diesen Geparden ging es im Dunkeln zur Lodge und zum Abendessen.
Für den nächsten Morgen haben wir ein Leoparden Tracking gebucht. Schließlich war heute das Licht nicht optimal. Aber eigentlich, was kann das noch toppen?
Gefahren 350km
Teil 1931. Jan. 2016
Okonjima - Teil 2
Heute ist der letzte richtige Urlaubstag. Es geht nochmal den ganzen Tag durch das Gelände von Okonjima. Morgen dann Rückfahrt nach Windhoek, Auto waschen und packen für den Flug. Also nicht wirklich noch Urlaub.
Am Morgen steht Leoparden Tracking auf dem Programm. Um 6:30 Uhr geht es los. Ist das wirklich noch Urlaub?
Diesmal nur mit unserem Guide Jeremia. Auf einem schönen Aussichtspunkt sucht er das Signal von Shanty, einer 3 jährigen Leopardin, die gerade von der Mutter ins echte Leben geschmissen wurde.
Jeremia sucht
Dabei sehen wir dieses Tier
Das Signal wird gefunden, wir fahren in die Richtung. Einige Zeit folgen wir dem Signal, dann verschwindet es, und Jeremia sagt, es macht keinen Sinn es erneut zu suchen.
Paviane gibt es natürlich auch
Schön ausgeleuchtet
Als Ersatz könne er ein mächtiges Männchen mit Warzenschwein als Frühstück bieten. Wir setzen uns in Bewegung, wieder über Stock und Stein, bis wir ankommen. Das andere Fahrzeug verlässt die Szene sofort. Es scheint ernst zu sein auf Okonjima, dass immer nur ein Fahrzeug an einem Tier ist. Das finden wir echt gut.
Ein unbeschreiblicher Geruch liegt über der Gegend, „Chef“, so heisst der Leopard übersetzt, hat das Warzenschwein ausgenommen und lässt die Innereien liegen, den Rest zerrt er in ein Gebüsch. Ein wunderschönes Tier. Er putzt sich, erhebt seine Stimme, und nach einigen Minuten zieht er los, sein Revier zu markieren. Jetzt kommen Leo Bilder, wirklich viele 🤩
Einfach cool der Kerl
Da noch etwas Zeit bis zum Frühstück bleibt, fahren wir doch noch zu Shanty, die inzwischen von einem weiteren Fahrzeug gefunden wurde. Die junge Dame muss noch viel lernen, sie hat ihre Beute so tief aufgehängt, dass Hyänen problemlos und sogar Schakale rankommen. Shanty hat aber genug vom Fotomodeldasein und zieht sich hinter ein Gebüsch in einen Graben zurück. Einfach schön, diese kräftigen gefleckten Katzen zu sehen.
Gut getarnt
Jetzt geht es zurück und wir entfernen schon mal unsere Aufschrift vom Auto.
Für den Abend haben wir uns das Wildhunde und Hyänen Tracking ausgesucht. Irgendwie hatten wir keine Lust auf die sicher interessante Führung durch die Philosophie von AfriCat.
Wieder mit Jeremia und Felix geht es los. Es gibt drei Wildhunde und drei Hyänen, die ausgewildert wurden und ein Halsband haben. Wieder die Suche nach der Stecknadel im 20000ha Heuhaufen.
Zuerst zum leichteren Teil, den Wildhunden. Da wir sie am Vortag schon gesehen hatten, sind wir genau dort wieder hin und haben sie auch bald gefunden. Zu Fuß wurden die letzten Meter zurückgelegt. Sehr beeindruckend.
Dann wurde die Hyäne gesucht. Sie wurde von einem anderen Auto am anderen Ende des Parks entdeckt. Nach sehr dynamischer Offroad Fahrt kamen wir an.
Felix fragte, wo die Hyäne denn sei und Andreas entdeckte sie als erstes. Auch hier zu Fuß hin. 80kg Kraftpaket, müde und faul. Sehr putzig, ohne die Zähne zu zeigen.
Natürlich gabs noch einen kleinen GinTonic auf einem Aussichtshügel.
Was gibt es Schöneres? GinTonic, Sonnenuntergang und die Ruhe Namibias?
Im Dunkeln ging es zurück.
Und heute ist es passiert, es gab zum ersten Mal ein Essen, das uns nicht schmeckte. Es nannte sich Game Potjie, und sah aus wie Gulasch. Es war Oryx, aber wohl ganz andere Teile als die Steaks, die wir bisher hatten.
Im Zimmer haben wir dann noch unsere Mini-Skorpione an der Decke begutachtet. Die waren etwa 2cm groß
Das Essen konnte das Gesamtbild des Tages nicht ernsthaft stören. Perfekter Schlusspunkt der GameDrieve Aktivitäten. Okonjima, wir kommen wieder!
Teil 2031. Jan. 2016
River Crossing Lodge und Schluß
Nachdem wir heute in Okonjima erst mit der Sonne aufgestanden sind, konnten wir die Panoramascheibe voll genießen. Warzenschweine, Steinbock, Oryx und Red Hartebeast gaben sich die Ehre. Da könnte man noch länger bleiben, wenn jemand die Miniskorpione vor die Tür setzt, bevor die groß und stark werden.
Nach einem guten Frühstück ging es los. Die Fahrt war nichts besonderes, der Verkehr nahm ständig zu und nach 3,5 Wochen Busch muss man sich daran erst wieder gewöhnen. Bilder davon gibt es keine.
Am Nachmittag haben wir die Maruera Mall unsicher gemacht und zum letzten Mal getankt. Laut unserer Auswertung hat der Toyota Fortuner 3,0l Diesel Automatik im Schnitt 9,06l/100km über etwas mehr als 4600km verbraucht. Nicht schlecht für diese Schrankwand.
In der Lodge wurde uns angeboten, das Auto zu waschen, was wir dankend angenommen haben. Hauptsache Avis bekommt kein Geld dafür (die haben 60 € fürs Waschen angedroht).
Das Abendessen war OK, weder besonders gut, noch besonders schlecht. Was schlechter als beim letzten Mal war, war so eine Busgruppe Marke Kegelbrüder am Nebentisch. Da tut man sich schwer mit ausklingen lassen des Urlaubs.
Mit etwas GinTonic und Savannah klappt aber auch das.
Abendliches Ständchen vor dem Chalet
Nach einem gemütlichen Morgen in der River Crossing Lodge, sind wir um 10:00 Uhr im sauberen Auto losgefahren und haben die 37km zum Flughafen entspannt zurückgelegt. Das Wetter zeigte sich nochmal von seiner besten Seite, 28 Grad und blauer Himmel.
Letzte Aussicht
River Crossing Lodge
Das Auto abzugeben war der Knaller. Erst ein Schild, man möge doch Tanken (beim letzten Mal wurde das während der Rückgabe gemacht).
Auf dem Parkplatz kommt niemand, also erstmal einen Gepäckwagen geholt. Immer noch niemand, doch da kam einer, sagte wir sollen reingehen und den Schlüssel abgeben. Drin dann völliges Unverständnis, warum wir kein Abnahmeprotokoll haben. TAB
Ob wir die Rechnung gleich brauchen? Nein, kann gerne per Mail kommen, schließlich sollte nix draufstehen…
Abflug mit SA75 pünktlich, Landung 25 Min. früher. Nur halt nicht am Internationalen Terminal. Drum alle die Treppe runter in den Bus. TAB.
Der Rest der Reise war nicht schlecht, da Swiss uns beim Einsteigen ein Upgrade in die Business-Class gewährte.
Damit bin ich am Ende des Berichtes angekommen. Jetzt müssen leider alle wieder aussteigen.
Wir danken allen Kommentatoren, Danke-Button-Drücker und stillen Mitlesern für ihr Interesse.
Bis demnächst, dann heißt es: „Nam+Bot 2016“, oder so ähnlich