Hallo Karsten,
o.K. Du hast kein Problem beim lesen, sondern Du verstehst nicht. Dann erkläre ich das gerne.
KarstenB schrieb:
Zum ersten Teil noch mal: ich verstehe nicht, warum Ihr Euch nicht vom Flughafen abholen lasst, zu Eurer Lodge bringen lasst und am nächsten Tag die Autoübergabemacht. Spart auch noch einen Tag Automiete. Oder brauchst Du unbedingt den Kitzel einer nächtlichen Fahrt?
"Unsere" Lodge war die Etango Lodge. Diese ist in etwa 5 - 10 Minuten Fahrt vom Flughafen zu erreichen. Die auf der B6 zurück zu legende Strecke beträgt etwa 200 Meter, der Rest wird mit etwa 30 km/h auf Farmgelände gefahren. Der "Kitzel" hält sich im Rahmen. 😛
Einen gesparten Tag Automiete gibt es nicht. Entweder man übernimmt abends das Auto (meine Variante) oder morgens (Deine Variante) und gibt es bei beiden Varianten nachmittags zurück. Die Summe an Tagen im 24 Stunden Rhythmus bleibt gleich.
Ich habe übrigens nicht geschrieben, man solle nicht bei lokalen Vermietern buchen, sondern dort, wo man das bekommt, was man möchte. In unserem Falle war das: Wir wollen nicht nach Windhoek, wir fahren hauptsächlich Asphalt, wir fahren nicht in komplett verlassene Gegenden und wir sind Lodgehopper. Abgesehen davon bevorzugen wir die Übernahme unseres Fahrzeuges direkt am Flughafen. Bei diesen unseren Wünschen werde ich bei großen internationalen Anbietern am besten bedient und zahle auch weniger. Jemand anderes plant womöglich eine Reise in entlegene Gebiete, als Selbstversorger, über schlechte Pads, bevorzugt es, erst einmal nach Windhoek gebracht zu werden und möchte eventuell schon ein paar Sachen eingekauft bekommen. Dieser Jemand wird bei lokalen Anbietern wohl eher zufrieden gestellt.
Jetzt noch einmal zurück zu der von Dir so gefürchteten nächtlichen Fahrt.
Meine Variante: Wir landeten um etwa 19 Uhr, einer Zeit, zu der ich durch meinen heimatlichen Tagesablauf am fittesten bin. Dann übernehme ich ein Auto, an dem ich mir die Reifen ansehe, das Lenkrad ein wenig bewege, auf den ersten Metern die Bremsen teste. Ich weiß von mir, dass ich im Flieger relaxt habe und ausgeruht bin. Ich weiß von mir, dass ich keine Drogen genommen habe und keinen Alkohol getrunken habe. Dann fahre ich 1,9 km auf dem Fluhafenzubringer, der stark ausgeleuchtet ist, 150 Meter auf der B6 und dann, nach Öffnung eines Tores noch etwa 2 km mit niedriger Geschwindigkeit und ohne Verkehr auf Farmgelände. Da ich ein vorsichtiger Mensch bin, habe ich falls die Maschine verspätet ist oder aus anderen Gründen es Probleme mit der Fahrzeugübenahme gegeben hätte, mit den Gastgebern vereinbart, dass sie mich zur Not vom Flughafen abholen und mir zu diesem Zwecke die Telefonnummer geben lassen. Das abholende Fahrzeug wäre dann etwa 10 Minuten nach meinem Anruf erschienen, weitere 10 Minuten später wäre ich in meiner Unterkunft gewesen.Das scheint mir doch sehr überschaubares Risiko zu sein.
Nun zu Deiner Variante: Landung 19 Uhr, der Fahrer des lokalen Mietwagenanbieters holt uns ab. Ich weiß nicht, ob er ausgeruht ist oder schon einen 14stündigen
Arbeitstag hinter sich hat. Ich hoffe zwar, weiß aber nicht, ob er nüchtern, ohne Drogen und fahrtüchtig ist. Ich kann mir maximal die Reifen ansehen, werde aber auch bei schlechtem Zustand derselben wohl nicht am Flughafen bleiben wollen. Vom restlichen Zustand des Autos, was Lenkung und Bremsen betrifft, habe ich nicht den Hauch einer Ahnung. Dann werde ich über den Flughafenzubringer gefahren und dann etwa 45 km in stockdunkler Nacht mit wahrscheinlich hohem Tempo (der Abholer möchte ja irgendwann Feierabend haben) nach Windhoek gebracht. Wenn alles gut geht, bin ich nach etwa 1 Stunde in meinem Guesthouse in Windhoek. Zu dieser Zeit saß ich schon eine Weile beim Abendessen und einem Bierchen in der Etango Ranch. Sollte aber, was auch bei Deiner Variante passieren kann, die Abholung aus welchen Gründen auch immer nicht geklappt haben, hätte ich ebenfalls mit einer vorher ermittelten Telefonnummer die Abholung ermöglichen können. Nur hätte die Anfahrt zum Flughafen für den Abholer dann mindestens 1 Stunde gedauert, die ich am Flughafen gewartet hätte. Mir scheint diese Variante doch deutlich gefährlicher zu sein.
Nun kann sich jeder für sich die richtige Variante aussuchen. Für mich ist es die von mir gewählte Variante. 🙂
Gruß,
Karl