matthThemenstarter425 Beiträge · seit 200705. Aug. 2015 · #1
Liebe Internetgemeinde,
auf Grund der recht guten Beschreibung bei Hupe wollten wir am 29. Juni 2015 den „Leopard Hill Trail“ machen. Und zwar vom Norden kommend zum Sambesi. Hupe: „..2007 wurde die sog. Leopard Hill Road wieder instandgesetzt und ausgebessert, …. Seither ist diese reizvolle Allradstrecke eine gute Alternative für Reisende .. „
Es war die Hölle und wir verbrauchten ein dutzend Schutzengel. Etwa so vier Mal waren wir am Kippen, da unser Auto auch durch das Dachzelt einen recht hohen Schwerpunkt hatte. Ich würde lieber den Van Zyl’s Paß fahren, als noch einmal diese Strecke. Die Lodgebesitzer am Sambesi bestätigten uns, dass seit der letzten Regenzeit die Piste nicht mehr befahrbar sei – für Rallyefahrer vielleicht ausgenommen.
Diese Straße wird im Augenblick von Chinesen neu gebaut und es sollen sogar Tunnels entstehen. Die Fotos können nur ein wenig erahnen lassen, in welchem Zustand sich die Piste befindet.
Montango1'667 Beiträge · seit 201105. Aug. 2015 · #2
Hallo Mathias,
danke für die wertvollen Infos. Wir haben eigentlich vor, die Strecke nächsten Mai vom Lower Zambesi hoch zu fahren. Da ich hoch noch schwieriger finde als runter, werden wir nun vermutlich davon Abstand nehmen.
Birgitt1'667 Beiträge · seit 200906. Aug. 2015 · #4
Hallo, Montango wir sind die Strecke damals auch berghoch gefahren. Ich sah darin keine nennenswerten Schwierigkeiten. Die Piste sah bei uns ähnlich wie auf den gezeigten Fotos aus. Man muss halt langsam und gefühlvoll fahren, den Wagen manchmal einfach " klettern" lassen. Ich fand die Strecke nicht sehr dramatisch, auch die gezeigten Fotos nicht. Also lasst euch nicht bange machen, und verzichtet nicht darauf. Die Piste sieht ja schliesslich nicht auf der ganzen Strecke so aus. Da fahren sogar Zambier mit ihren alten Fahrrädern hoch.....:)
matthThemenstarter425 Beiträge · seit 200706. Aug. 2015 · #5
Hallo Birgitt,
du schreibst: „wir sind die Strecke damals auch berghoch gefahren. Ich sah darin keine nennenswerten Schwierigkeiten.“
Was verstehst du unter „damals“, war es anfangs 2015? Letztes Jahr war sie noch zu befahren, laut Aussagen von Menschen, die dort wohnen und sich auskennen. Ich bin der Meinung, es ist egal, ob man die Piste von oben nach unten oder umgekehrt fährt. Beim Flußabstieg und- aufstieg ist es einerlei.
Ich gebe dir Recht, die Fotos geben nicht die Probleme wieder, weil ich nicht fotografieren konnte, als ich auf dem ausgewaschenen Sand Richtung Rand gerutscht bin, da der Gripp bei dem schweren Auto nicht da war. Auch die ausgewaschenen Serpentinen habe ich nicht fotografiert. Das eingedellte Trittbrett fotografierte ich auf der Camp Site. Nach etwa 15 km war der Schotter sonderbarerweise immer noch darauf.
Aber, es ist mir wurscht, wenn jemand die Strecke fahren will – ich wolle nur davor gewarnt haben.
La Leona2'779 Beiträge · seit 200707. Aug. 2015 · #6
hallo matth ich finde es sehr aufmerksam von dir andere vor einer schwierigen Strecke zu warnen. Wir haben auf unserer Sambiareise im 2005 auf die Leopard Hill route verzichtet, im insgeheimen würde ich die Strecke aber sehr gerne mal bewältigen, denn ich gehöre zu den freaks die 4x4 Schwierigkeiten lieben.
Aber es geht ja hier nicht darum Rekorde aufzustellen, sondern den Fomis mit Informationen zu helfen damit jeder selber abschätzen kann wie er seine Reise gestalten möchte.
Nicht unwichtig finde ich das Thema Haftung. Die meisten hier sind mit einem Mietwagen unterwegs, man sollte also bedenken dass Schäden am Unterboden ev. zu ellenlangen und kostpieligen Diskussionen führen können. Abgesehen davon dass einen da wohl kaum jemand per sos-dienst schnell erreichen und raushelfen kann. Wenn denn überhaupt mobil Telefonverbindung besteht...
VG leona
Gruss Leona
Birgitt1'667 Beiträge · seit 200907. Aug. 2015 · #7
Hallo, Matthias
Ich wollte dir nicht zu nahe treten, ich entschuldige mich dafür, dass es so rüber kam. Wir machen auf unseren Reisen ja auch gerne so spektakuläre Fotos. Aber, ich meine, was für einen die "Hölle" ist, ist für einen anderen aufregend, hat aber auch seinen Spaßfaktor. Und wir lieben halt solche Strecken. Das heisst nicht, dass wir nicht mit äusserster Vorsicht fahren, und , wenn wir es uns nicht zutrauen, auch schon mal umkehren. Wir sind schliesslich auch mit einem Mietwagen unterwegs. Also....ich hoffe, wir vertragen uns wieder .... Schönes WE und LG Birgitt
Wir sind die Strecke 2013 runtergefahren, auch weil Ilona meinte, es sei eine überholte reizvolle Alternative. Zwischendurch wäre ich gern umgedreht, wenn man denn hätte drehen können 😐 Wir brauchten sechs Stunden und trotz einiger 4x4-Erfahrung war das Bier am Abend selten so gut verdient 😉
Viele Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
WAwaldemar6617 Beiträge · seit 201403. Sept. 2015 · #10
Hallo Matthias,
aufmerksam habe ich Deine Geschichte gelesen. Danke für die Hinweise. Eigentlich habe ich in ca. 6 Wochen vor die Strecke auf dem Weg von Chipata in Richtung Zambezi Fluß zu fahren. Ich nehme an, dass Du von Lusaka aus gefahren bist, oder? Kannst Du mir sagen, wo die Hauptschwierigkeiten waren? War es das Teilstück Lusaka bis zum Punkt 15°36'07S, 28°44'22E ( bei Hupe Punkt 30 )? Den muss ich nämlich nicht fahren. Oder war es das Teilstück vom Punkt 15°36'07S, 28°44'22E bis zum Zambezi Fluß? Oder bist Du bei Chongwe Village ( Great Eastern Road ) in den Weg abgebogen? Ich wäre Dir sehr dankbar für eine Antwort. Wie war es im Luambe N. P.? Vielleicht kann sich noch jemand an der Diskussion beteiligen?
Schönen Gruß
Waldemar66
matthThemenstarter425 Beiträge · seit 200703. Sept. 2015 · #11
Hallo Wademar,
unsere Tour führte uns vom South Luangwa NP über Chipata nach Petauke (Übernachtung „Chimwemwe Lodge“). Laut T4A hätten wir, wenn wir Glück gehabt hätten, es am nächsten Tag bis zum Abend schaffen können, zum Sambesi („Kiambi Lower Lodge“) zu kommen. Wir mußten aber bei „Dam View Chalet“ (wenn jemand mehr hierüber wissen möchte, bitte melden) übernachten, da die Strecke sehr schlecht zu befahren war. Eine neue Teerstraße wird nach Lusaka gebaut und wir mußten fast die ganze Strecke auf einer Bypass-Piste fahren (Abfahrt: 8:30, Ankunft 15:15). Statt 100 auf Teer 20/30 auf Sand und im Staub hinter LKWs her.
Am nächsten Tag ging es um 8:00 weiter und wir waren um 9:06 in Chongwe; um 10:07 waren wir in Mulelika (Hupe GPS-Punkt 30) auf einer Teestraße unterwegs (Ich glaube wir hatten recht viele Löcher in der Straße). Dann ging es auf Straßenbett bzw. Bypass-Piste weiter Richtung Süden. Nach etwa 20 km, es waren auch einiger chinesische Vermesser unterwegs, ging es auf einer romantischen 2 Spur Piste bis zu den ausgewaschenen Steigungen/Gefällen. Um 15:15 erreichten wir den Sambesi bzw. die „Kiambi Lower Lodge“. Hätten wir T4A bezüglich Zeiten vertraut, so hätten wir unterwegs campieren müssen. An den Spuren zu urteilen, machten das schon einige andere vor uns.
Am Tag darauf machten wir nix und freuten uns unseres Lebens. Am übernächsten Tag ging dann zur Mvuu Lodge. Auf der kurzen Strecke (42 km 1:20 h) hatten wir, immer wenn das Auto ein wenig in Schieflage geriet, erhebliche psychische Probleme. Nachdem Hupe geschrieben hat, dass der Lower Sambesi NP nicht ganz ohne wäre, haben wir Abstand genommen. Im Nachhinein war das sicher ein Fehler.
Was waren die Hauptschwierigkeiten?
Die Auswaschungen bei den Steigungen und Gefällen. Die Steigungen waren nicht das ganz große Problem, hier kann man mit Kraft (wir hatten eine Toyota Hilux Diesel 3L mit Dachzelt und ordentlichen Reifen) schwierige Passagen überwinden. Aber wenn man eine steile, sandige und enge Piste hinunterfahren muß, die auf einer Seite ausgewaschen ist, dann kann es vorkommen, dass der Wagen ins Rutschen kommt, nicht nach vorn, sondern seitwärts in Schräglage. Bei uns war es so, dass ich auf der Bremse stand und der Wagen rechts in die Auswaschung rutschte. Er schlug rechts an (siehe Bild vom Trittbrett). Der Schlag war so groß, daß ich von der Bremse rutschte und auf das Gaspedal kam. Das Auto machte einen Hüpfer und sprang aus der Rinne. Wahrscheinlich war das unser Glück, sonst wäre wir womöglich gekippt. Teilweise sind die Serpentinen recht problematisch. Wenn es in eine Rechtskurve geht, dann ist die Piste rechts und erst recht in der Kurve ausgewaschen. Dann muß man in Schräglage sich noch nach recht vorne kippen lassen – viel Spaß 😉. Eines muß man bedenken, sollte man Schwierigkeiten haben, dann kommt nicht so schnell jemand und hilft einem. Und bei einem Leihauto ist man nicht versichert. Auf der engen Piste ist eine Bergung nicht ganz ohne. Und Umdrehen geht schon gar nicht. Das macht man auch nicht, auch wenn es ginge, wenn man schon die halbe Strecke hinter sich gebracht hat. Als wir 2008 den Van Zyles Pass gefahren sind, gab es dort keine engen Serpentinen und die Steinplatten gaben genug Gripp. An Sand kann ich mich nicht mehr erinnern.
Wie war es im Luambe N. P.?
Hier waren wir leider nicht. Wir sind von Chipata zum North Luangwa NP gefahren. Unterwegs haben wir einen kaputten Reifen und im NP ging eine unserer Batterie kaputt. Ich und unser Auto mußten so etwa 7 Stunde, ohne daß das Auto ausgehen durfte, wieder zurück nach Chipata fahren, um eine neue Batterie und einen neuen Reifen zu besorgen. Wir fuhren deswegen leider nicht das Luangwatal und konnten somit den Luambe N. P nicht besuchen. Von Chipata aus fuhren wir dann direkt auf einer super Teerstraße direkt zum South Luangwa NP und dann auch auf dieser zurück.
Ich hoffe dir geholfen zu haben, wenn du weitere Fragen hast, kein Problem.
WAwaldemar6617 Beiträge · seit 201404. Sept. 2015 · #12
Hallo Matthias,
vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Vielleicht könntest Du doch etwas über die "Dam View Chalets" schreiben. Ich suche nach Alternativen für die Übernachtung zwischen Chipata ( Mama Rula ) und Luangwa Bridge Camp, abhängig davon wie schnell wir vorankommen. Du würdest mir damit sehr helfen. A propos - jemand im Forum schrieb, dass Luangwa Bridge Camp zu ist. Es stimmt nicht. Gerade habe ich mit denen gemailt.
Lieben Gruß
Waldemar 66
matthThemenstarter425 Beiträge · seit 200704. Sept. 2015 · #13
Hallo Wademar,
View Dam Chalet“ ist in T4A zu finden (S15° 09.923' E29° 19.573')
Der Weiher, hinter unserem Auto stehen die Häuschen, in denen die Lehrer und die Frauen wohnen, hier befinden sich auch die Toilette.
Der Platz befindet sich an einem kleinen Weiher, ein paar Meter von der Hauptstraße entfernt. Wir kamen so um 16 Uhr an. Einige junge Afrikaner waren hier, mit recht lauter Musik, ist auch ok, es war schließlich Sonntag. Sie waren mit uns irgendwie überfordert. Auf die Frage, was es hier koste, meinte der eine 3 (wir haben nicht weiter gefragt, welche Währung er wohl meine, wir gingen, wie üblich in Sambia/Malawi, von Dollars aus).
Die Toilette befand sich im Haus, mit Eimern voller Wasser zum Nachspülen davor. Die Dusche war zwar räumlich vorhanden, darin befand sich nur eine Plastikwanne, um wohl darin das kalte Wasser über sich zu schütten – wir haben nicht geduscht. Dort wo wir uns hinstellten, räumte ich noch ein wenig den Müll zusammen und gab ihn den netten Leuten. Übrigens war das Haus morgens, als mein Morgengeschäft anstand, verschlossen.
Der linke auf dem Bild war wohl der, der eigentlich was zu sagen hat. Der rechte auf dem Bild (hier haben wir uns übrigens noch gut verstanden und sie wollten unbedingt haben, daß ich sie fotografiere - sonst gäbe es das Bild nicht) war lange Zeit sehr anhänglich und interessiert, wo wir her kämen; was wir machen; ob wir mit ihm essen wollten; ob wir sambisch mögen; was ich jetzt wohl trinken werden (?), … nach etwa einer Stunde haben wir gemeint, daß es nun reichen würde. Ich war da bereits mitten im Kochen/Grillen. Er sagte uns noch, daß er Lehrer wäre.
Eigenartiger Weise standen sie, es war noch ein 3. anwesend, lange Zeit zusammen und beratschlagten sich wohl. Es war schon dämmrig, da kamen die 3 zu uns und meinten, daß wir unsere Übernachtung zahlten sollen. Die Übernachtung koste 300 Kwascha – über diese Unverschämtheit bin ich explodiert und habe ihnen in meinem fränkischen Englisch erklärt ob sie spinnen würden. Wir haben ihnen dann 50 Kwascha gegeben. Am nächsten Tag hat sich der Chef, der auch Lehrer ist, bei mir entschuldigt.
Resümee: Das „View Dam Chalet“ ist eine gute Alternative zu einer Unterkunft unter einer Brücke. Wir waren trotzdem zufrieden und ließen es uns gut gehen.
WAwaldemar6617 Beiträge · seit 201405. Sept. 2015 · #14
Hallo Matthias,
lieben dank für Deine Hilfe. Du hast mir sehr geholfen.
Schönen Gruß
Waldemar
Kandanga115 Beiträge · seit 201020. Sept. 2015 · #15
Danke für den Leopard Hill Update! Ich komme gerade aus dem Lower Sambezi und bin die Eskarpment Road gefahren (Bridge Camp - Mvuu: 1 Tag). Wir wollten sie ev. im Oktober fahren, aber ich habe sie aus diversen Gründen gestrichen. Am South Luangwa trafen wir ein Pärchen, die mit einem L/Cruiser d/Cab die Leopard gefahren waren. Die Route hat sie 2 Reifen gekostet! Ich meinte, sie hätten auch etwas erzählt dass die Chinesen dort am arbeiten sind. Man sollte lieber die Schotterpiste nach Chirundu etwas pflegen! Gruß, Kandanga