BEbeate1'450 Beiträge · seit 200602. Aug. 2015 · #21Reinhard,
siehst Du, genau DAS ist es, was ich an diesem Forum anprangere.
Sobald man auch nur ein bischen was Negatives über die Afrikaner sagt, wird man sofort in die nationalistische und rassistische Ecke geschoben.
Hast Du mal überlegt, wieviele Milliarden Entwicklungshilfe unterdessen nach Afrika geflossen sind. Und was haben die Afrikaner daraus gemacht?
Sie haben gelernt, dass es immer gut ist, die Hand aufzuhalten.
Und mit dieser Meinung bin ich nicht allein. Es gibt unterdessen zum Glück auch viele Intelligente und Intelektuelle Afrikaner, die genau dasselbe sagen.
OK, aber ich habe das Gefühl, diese Diskussion treibt wieder mal ab.
Beate
Reinhard1951723 Beiträge · seit 201102. Aug. 2015 · #22beate schrieb:
Sobald man auch nur ein bischen was Negatives über die Afrikaner sagt, wird man sofort in die nationalistische und rassistische Ecke geschoben.
...
Wieso Nationalismus oder Rassismus?
Ich meine Arroganz und Dummheit!
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200602. Aug. 2015 · #23Nun ja, wenn Du meinst!!! Die Frage ist dann nur, wer hier arrogant und dumm ist.
Aber das dürfte sich heute nicht klären lassen. Aber in ein paar Jahren wird man sehen.
Botswanadreams1'737 Beiträge · seit 201003. Aug. 2015 · #24Ich finde es einfach nur beschämend, wie bei so einem traurigen Thema hier diskutiert wird. Da werden 52 Menschen in 12 Monaten getötet, die das versuchen zu beschützen, was wir als Afrika-Reisende so lieben - die letzten verbleibenden Wildnis-Gebiete Afrikas. Sie alle tun es für ein Gehalt, wo keiner von uns den Hintern am Morgen aus dem Bett heben würde und sie riskieren dafür noch Ihr Leben.
Es macht mich nur noch trauriger.
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200603. Aug. 2015 · #25Botswanadream,
Du hast ja sooo Recht.
LG
Beate
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200603. Aug. 2015 · #26beate schrieb:Dagegen taten die Menschen das, was ich auch den Afrikanern ans Herz legen würde: sie arbeiteten hart!
... ja, so Afrikaner arbeiten ja auch kaum.
Schon mal Afrika abseits des Tourismus erlebt?
Da wird kilometerweit Feuerholz herbeigeschleppt, ein 20-Liter-Kanister Wasser fünf Kilometer weit getragen, um dann die Wäsche für die Familie mit acht oder zehn Kindern per Hand zu schrubben. Es gibt keinen Strom und keine Küchengeräte. Erdnüsse oder Yam werden stundenlang im Mörser zu Mehl gestampft. Die Felder werden mit einfachsten Mitteln in knallheißer Sonne bestellt. Am Samstag läuft man die sieben Kilometer zum Markt, selbst wenn man nur drei Tomaten und zwei Paprika zu verkaufen hat, weil man sogar auf das bisschen Kleingeld angewiesen ist.
Steine werden mit dem Hammer zu Schotter zerklopft, damit dann mit Muskelkraft Pisten gebaut werden.
Bauland roden und Hausbau ist in vielen Regionen Frauensache. Ich kann mich an eine Szene erinnern, als Frauen eine Fläche rodeten, um dort eine Schule zu bauen, damit die Kinder eine Chance auf Bildung haben. Eine der Frauen war hochschwanger und hatte zudem ein Kleinkind auf den Rücken gebunden. Sie schuftete mit einer Spitzhacke.
Und jetzt kommt da jemand mit dem Rat, die Afrikaner sollen mal hart arbeiten. Zynischer geht es ja kaum noch.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200603. Aug. 2015 · #27Wolfgang,
Du hast das schon richtig gesehen und beschrieben: die Arbeiten machen die Frauen!!!!!!
Ich habe bei meinen vielen Afrika-Reisen kaum Männer gesehen, die "WIRKLICH" gearbeitet haben. Nur die Frauen, und natürlich die Kínder.
Die Männer waren (fast) alle damit beschäftigt, gut auszusehen.
OK, das ist jetzt überspitzt ausgedrückt. Aber es ist die Wirklichkeit.
Wir haben in Tansania die Massai gefragt, was sie arbeiten. Die Antwort war: sie beschützen das Dorf wenn der Löwe kommt!!!! Nur: wie oft kommt der Löwe? Und wie lange stehen die Männer rum und "bewachen" das Dorf????
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200603. Aug. 2015 · #28... typische Männerarbeiten sind Straßenbau, Waldarbeit, Arbeit in Plantagen mit hoher körperlicher Anstrengung (Bananenstauden schleppen, Palmen hochklettern und Kokosnüsse ernten oder Palmöl gewinnen, Holzkohle herstellen und transportieren, Mechaniker, Bootsbau, Fischerei, öffentlicher Nahverkehr, Bauarbeiten an Gebäuden, die umfangreicher sind als traditionelle Hütten, Transport von Waren aller Art mit Handkarren und Fahrrädern.
Gut aussehen wollen Frauen und Männer gleichermaßen.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
La Leona2'779 Beiträge · seit 200703. Aug. 2015 · #29Gerhard2025 schrieb:Nur so
30 Antworten innerhalb von 24 Stunden bei dem Löwen Cecil
8 Antworten innerhalb 24 Stunden bei 52 getöteten Menschen
größte Sorge um die 6 Jungen Löwenkinder
bei Butterblume immerhin 1 x Erwähnung der Kinder der Toten
Wie kann man so kleinen Menschen die Welt erklären ?
gerhard
Wieviele Afrikaner bringen sich täglich gegenseitig um? Und aus welchen Gründen? Armut, Religion, Stammesfehden? Wie lange dauert es normalerweise bis die Weltöffentlichkeit an lokalen Ereignissen Anteil nimmt? Es verwundert mich nicht im Geringsten dass diese Ranger Statistik nicht in die news sickert und auch hier im Forum wenig Aufsehen erregt. So traurig wie dies sein mag, es ist ein internes Problem.
Wenn aber ein betuchter weisser Amerikaner bei seiner unsportlichen Löwenjagd ertappt wird ist dies etwas anderes, da müssen und dürfen und können wir als Ausländer Stellung nehmen.
ButterblumeThemenstarter3'700 Beiträge · seit 200903. Aug. 2015 · #3003.08.2015:
Sudan warriors kill UWA ranger, UPDF soldierUnd wieder einer mehr!
Mit respektvollem Gruß
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit
www.butterblume-in-afrika.de
picco6'369 Beiträge · seit 201103. Aug. 2015 · #31Hoi zämä
Echt traurig!
Zum Einen natürlich dass 52 weitere Ranger/Väter/Ehemänner/Söhne/Ernährer sterben mussten während sie das beschützen was die Meisten von uns in Afrika suchen.
Zum Anderen was hier diskutiert/behauptet wird!
Offenbar gibts hier Leute die beim Anblick eines Menschen in Afrika 'wieder so ein fauler Afrikaner, der zu blöd ist irgendwas auf die Reihe zu bekommen' denken...
Ich habs da mit Wolfgang, ich sehe in Afrika sehr viele Menschen, unabhängig von Geschlecht und Alter, die wirklich hart arbeiten und, um bei den gemachten sehr naiven Behauptungen zu bleiben, keinen Marshallplan als Hilfe um auf die Beine zu kommen haben.
Und nein, die Hilfslieferungen nach Afrika und auch viele Entwicklungshilfezahlungen sind nicht mit dem Marshallplan, ohne den Deutschland niemals zu dem hätte werden können was es heute ist, zu vergleichen, da viele davon die bestehende Wirtschaft konkurenzieren.
Ich frage mich echt wie man eine Gegend bereisen kann und so wenig davon mitbekommt...
Gerhard2025338 Beiträge · seit 201503. Aug. 2015 · #32hallo la Leona
Ich bin mir nicht sicher ob ich Dich richtig verstanden habe , nicht das ich nur aus dem Sinnzusammenhang zitiere
Also: es ist ein internes Problem wenn Ranger umgebracht werden
aber es ist ein Problem der restlichen (zivilisierten ?) Welt
Wenn aber ein betuchter weisser Amerikaner bei seiner unsportlichen Löwenjagd ertappt wird ist dies etwas anderes, da müssen und dürfen und können wir als Ausländer Stellung nehmen.
Wenn das so gemeint ist kann ich dem leider nicht folgen.
Die einzigste Frage war eigentlich wie ich meinen kleinen Kindern das erklären soll ?
Ich versuche es einmal:
Liebe Kinder, also das mit den Rangern geht uns ja nichts an, das ist in Afrika. (wenn ich weiter aushole erkläre ich noch : Hunger , Dürre, kein Regen, keine Maschinen, schlechte Böden)
Das mit dem Löwen , das ist unser Problem Kinder, denn da hat ja ein Weisser ja etwas böses getan, das ist etwas anderes !
noch ein anderer Versuch gefällig:
Liebe Kinder, ihr habt doch selbst gesehen das die Schwarzen nur vor der Hütte hocken und Däumchen drehen, wie die Griechen und Italiener auch. Wenn Sie alle so hart arbeiten würden wie wir Deutschen , dann....... wäre alles gut.
Irgend ein Schlauer hat mal von der Gnade der Geburt gesprochen, ich versuche den Kindern immer die Welt zu erklären mit ihrem Glück hier geboren zu sein.
Bin übrigens kein Weltverbesserer
gerhard
deemha412 Beiträge · seit 201103. Aug. 2015 · #33Was hier abgeht ist einfach nur beschämend. Diese Leute riskieren Kopf und Kragen um:
- in Madagaskar einen Rosenholzbaum zu retten, aus dem die reichen Amis teure Musikinstrumente herstellen wollen.
- in Südafrika ein Nashorn zu bewachen, für dessen Horn abergläubische Asiaten horrende Summen bezahlen, um Viagra zu sparen.
- in Sambia einen Nilwaran am Leben zu erhalten, den die europäische Modebranche lieber an finanzkräftigen Damen sehen würde.
- in Tansania eine Population kleiner, blauer Geckos zu beschützen, die westliche Tierliebhaber lieber in ihren Terrarien beobachten würden.
- usw. usf.
Diese Leute haben meinen grössten Respekt verdient, denn kaum einer von uns würde diesen harten und gefährlichen Job zu diesen Konditionen tun. Hut ab! Um so tragischer, dass so viele von ihnen brutal ums Leben kommen. Da wird vom Flusspferd, vom Warzenschwein, vom Elefanten als gefährlichstem Tier Afrikas gesprochen, aber falsch, diese sind alle auf die Plätze verwiesen, weil wir ihnen schon längst den Rang abgelaufen haben. Ich schäme mich, zu den Rekordhaltern zu gehören.
nachdenklich
Dieter
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200603. Aug. 2015 · #34Dieter, da bin ich ja voll und ganz bei Dir.
Nur lasse ich mir die Verantwortung für diese Morde nicht in die Schuhe schieben.
Beate
BJ-MAN20 Beiträge · seit 201303. Aug. 2015 · #35Beate, irgendwas stimmt meiner Meinung nach in deiner Wahrnehmung nicht.
Ich kann mir erlauben das zu sagen, bin in deinem Alter:
Nur 3 Bemerkungen zu deinen Äußerungen :
Warst du schon mal in Asien? Ich meine nicht als Pauschalreisende.
Ein Asiate weiß :
- die Nashörner werden ausgerottet
- viele schwarze Ranger sterben, und noch einige andere mehr, bis das Horn in Asien ist
aber das ist dem Asiaten egal, Afrika ist weit weg und diese Probleme interessieren den Asiaten nicht,
weil ihm seine Potenz sehr viel wichtiger ist als das Leben von ein paar schwarzen Rangern.
Mach dem Asiaten klar das Nashornpulver zu seiner baldigen Erblindung führt und kein Ranger und kein Nashorn
muss mehr sterben.
Ich denke das wir eine Menge Schuld auf uns geladen haben.
Und ich bin sicher, auch wir würden unsere einheimischen Gemsen bedingungslos jagen wenn
reiche ...........Millionen für ein Horn zahlen würden.
Zweite Bemerkung:
Stimmt, nach dem Krieg waren wir alle arm, und nur wenige haben deshalb den Nachbarn beklaut.
Wie wäre es aber gewesen wenn der Nachbar einer von vielen reichen Schwarzen gewesen
wäre, die uns unser Land weggenommen hätten und uns als Untermenschen betrachtet hätten?
Ohne das ich hier ausführlich werde, kannst du dir ein umgekehrtes Szenario vorstellen.
Sicher nicht. Für dich steht fest : weiss ist gut ,intelligent, sauber, fleissig und Maß aller Dinge,
schwarz ist faul, dumm, schmutzig und wohl auch überflüssig.
Gibt es für dich so etwas wie akzeptierte kulturelle Unterschiede? Du misst die Dinge mit deinem Mass.
Wenn der schwarze Mann sich nicht so verhält wie der Weisse ist es falsch.
Wenn der schwarze Mann nicht so denkt und fühlt und fleissig arbeitet und schafft wie der Weisse dann
ist er dumm und verachtenswert.
Oh Beate, bevor man auf Reise geht tut es not zu versuchen seinen eigenen Horizont an die Größe der Welt
anzupassen. Wenn man versucht mit dem Horizont des eigenen Umfeldes die Welt zu verstehen
und zu interpretieren, dann wird man unwiderruflich scheitern und es kommt zu solchen Äußerungen.
Bitte, ich möchte dich nicht beleidigen, aber versuche doch einmal die Welt von einem Standpunkt aus zu betrachten der neben deinem liegt.
Ich weiss, das ist sehr schwer, aber ein Versuch sollte es wert sein.
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200603. Aug. 2015 · #36Hallo BJ-Man,
Dein gesamter Beitrag strotzt nur so von persönlichen Beleidigungen und Unterstellungen. Ich bitte Dich, hier etwas vorsichtier zu argumentieren, denn ich sehe absolut keinen Grund, warum ich mich hier im Forum beleidigen lassen sollte.
Beate
La Leona2'779 Beiträge · seit 200703. Aug. 2015 · #37Gerhard2025 schrieb:hallo la Leona
Ich bin mir nicht sicher ob ich Dich richtig verstanden habe , nicht das ich nur aus dem Sinnzusammenhang zitiere
Also: es ist ein internes Problem wenn Ranger umgebracht werden
aber es ist ein Problem der restlichen (zivilisierten ?) Welt
Wenn aber ein betuchter weisser Amerikaner bei seiner unsportlichen Löwenjagd ertappt wird ist dies etwas anderes, da müssen und dürfen und können wir als Ausländer Stellung nehmen.
Wenn das so gemeint ist kann ich dem leider nicht folgen.
Die einzigste Frage war eigentlich wie ich meinen kleinen Kindern das erklären soll ?
Ich versuche es einmal:
Liebe Kinder, also das mit den Rangern geht uns ja nichts an, das ist in Afrika. (wenn ich weiter aushole erkläre ich noch : Hunger , Dürre, kein Regen, keine Maschinen, schlechte Böden)
Das mit dem Löwen , das ist unser Problem Kinder, denn da hat ja ein Weisser ja etwas böses getan, das ist etwas anderes !
noch ein anderer Versuch gefällig:
Liebe Kinder, ihr habt doch selbst gesehen das die Schwarzen nur vor der Hütte hocken und Däumchen drehen, wie die Griechen und Italiener auch. Wenn Sie alle so hart arbeiten würden wie wir Deutschen , dann....... wäre alles gut.
Irgend ein Schlauer hat mal von der Gnade der Geburt gesprochen, ich versuche den Kindern immer die Welt zu erklären mit ihrem Glück hier geboren zu sein.
Bin übrigens kein Weltverbesserer
gerhard
hallo Gerhard
in Bezug auf meinen Post möchte ich dir gerne wie folgt antworten:
Kleine Kinder, wie zum Beispiel unser 4-jähriger Enkel, sind für mich eine Inspiration und grosse Hoffnung. Gerade auch in Bezug auf die Zukunft von Tier- und Umweltschutz. Schon bald wird er alt genug sein damit wir ihm den Unterschied erklären können bezüglich der Freiheit der Tiere in Afrika und denjenigen die er im hiesigen Tierpark so gerne besucht. Und wir können ihm dann auch erklären warum Tiere und Nationalparks mit allen Mitteln geschützt werden müssen und wie hoch machmal der Preis dafür ist und wie ungerecht für viele Beteiligte das Resultat.
Heute erzähle ich ihm bestimmt nicht dass jemand einen Löwen aus Sport erschossen hat oder dass jemand erschossen wurde weil er den Löwen beschützen wollte. Beides sind keine Themen für kleine Kinder.
Solltest du aber mit "kleinen Kindern" etwas anderes gemeint haben, dann ignoriere obige Erklärung einfach 😉
viele Grüsse
leona
CICicero45 Beiträge · seit 201403. Aug. 2015 · #38Hallo,
ich habe das Gefühl, dass hier einige sehr aneinander vorbeireden (zumindest hoffe ich es).
Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier im Forum irgendjemand pauschal alle Afrikaner als faul verurteilen wollte. Das wäre ja auch vollkommen albern.
Ich sehe die Verantwortung sowohl bei dem Afrikaner als auch bei der westlichen Welt.
Natürlich haben wir als westliche Welt eine Verantwortung. Denn mit unserem Geld werden solche Jagden ja finanziert. Und würden wir dies gerade nicht tun, gäbe es für einen Afrikaner auch keinen Grund ein Nashorn zu wildern und deswegen einen Ranger zu erschießen.
Trotz allem kann einen Mord nichts entschuldigen. Er mag nachvollziehbar sein. Und man kann die Beweggründe verstehen. Aber er ist nicht zu entschuldigen. Kein Mensch hat das Recht, das Leben eines anderen Menschen gegen seinen Willen zu beenden. Es sei denn er handelt in Notwehr. Der Mord an einem Ranger ist aber deutlich keine Notwehr. Auch wenn die eigenen Kinder hungern. Denn was ist denn mit den Kindern der Ranger? Sind die weniger wert?
Es ist selbstverständlich leicht, bequem vom Schreibtisch aus zu urteilen. Aber ein Mord bleibt ein Mord.
Es ist unsere Aufgabe, daran zu arbeiten, dass zukünftig solche Notlagen zumindest verringert werden, damit solche Situationen gar nicht erst eintreten. Selbstverständlich ist mir klar, dass wir die Welt nicht so einfach ändern können. Aber jeder kann hierzu einen Beitrag leisten. Und das ganz individuell. Und dazu zählt auch eine Touristen-Lodge-Reise oder eine Reise mit dem Fahrrad durch das Land.
Liebe Grüße
Cicero
Jamiroquai98 Beiträge · seit 200603. Aug. 2015 · #39_Matthias_ schrieb:Das ist ein Missverständnis, keiner sagt wer arm ist darf alles. Was ich sage ist, dass manche in bestimmten Situationen etwas falsches tun, weil sie keinen anderen Ausweg sehen. Und ich finde es besser zu versuchen dafür zu sorgen, dass die Leute nicht in solche Situationen kommen, sondern einen anderen Ausweg finden. Einen Grundsatz an Abschaum wird es immer und überall geben, aber viel armutsbedingte Kriminalität ließe sich verhindern. Und nochmal, trotz der Situation sinddort nicht alle Erwachsenen kriminell, sondern nur ein kleiner Prozentsatz und den gab es in den Nachkriegsjahren hier auch, hier waren auch nicht alle ehrlich und den Mord und Totschlag gab es ja die Jahre davor ohne, dass es die "braven" Bürger gestört hätte.
Ich bin fast schockiert, was für Ansichten hier vertreten werden. Aus welcher Welt kommt Ihr?
In keiner Kultur dieser Welt würde man auf die Idee kommen, einen Mord mit der Frage des Wohlstandes der eigenen oder auch einer fremden Gesellschaft zu erklären oder zu rechtfertigen.
Wenn hier behauptet wird, dass deutsche Flüchtlinge, nachdem sie zum Beispiel von den Russen, Polen und Tschechen aus ihrer Heimat vertrieben worden waren, Diebstähle begangen haben, dann stimmt dies wohl unbestritten. Dies war strafbar, aber wohl moralisch im Einzelfall verständlich, wenn man bedenkt, dass es damals wirklich um Überleben oder Verhungern der eigenen Familie ging. Es war moralisch wohl für jeden noch nachvollziehbar, zumal es den Bestohlenen in vielen Fällen nicht in dieselbe Not, in der der Flüchtling war, gebracht hat.
Wenn dieser Gedankengang aber nun auf einen Mord an einem Ranger übertragen wird, dann empfehle ich ein grundsätzliches Überdenken der eigenen Weltanschauung oder zumindest ein Beratungsgespräch beim örtlichen Pfarrer: Gerade im südlichen Afrika herrscht derzeit keine Hungersnot dergestalt, dass die Bevölkerung akut vom Hungertod bedroht wäre. Sicherlich haben viele Menschen keine Möglichkeit, eine abwechslungs- und kalorienreiche Ernährung zu sich zu nehmen, wie sie hier zum Standard gehört. Das hatten sie aber noch nie. Auch ich habe viele stammesanghörige Afrikaner auf meinen Reisen erlebt und gesprochen und ich kann Euch beruhigen: Auch in deren Kultur gilt ein Mord als Verbrechen, den man auch nicht damit rechtfertigen kann, dass man mehr essen bzw. diverse andere Konsumgüter erwerben möchte.
Die Herrschaften, die die Ranger umbringen, sind Verbrecher, die es nicht darauf abgesehen haben, ihren Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen oder ein festes Haus zu bauen. Nein, sie wollen sich schamlos bereichern, sie wollen ihre eigene Verhaftung verhindern und sie sind dabei so rücksichtlos, wie auch ein Mörder in Deutschland rücksichtslos ist. Und wenn jemand derart moralisch verkommen ist, dann liegt das nicht daran, dass ein paar Chinesen ihre Kräfte mit Nashornpulver stärken wollen oder daran, dass wir in Europa aufgrund der Leistungen und Werte unserer Vorfahren und unseres darauf beruhenden Könnens recht wohlhabend sind.
Es liegt einzig daran, dass dieser Mörder kein so ausgeprägtes Gewissen hat, wie es Gott sei Dank noch die meisten Menschen der Welt haben.
Man kann für Vieles Verständnis aufbringen, aber bei Mord hört in 99,9 % aller Fälle ja wohl der unbeirrbare Glaube an das Gute in jedem Menschen und das Böse im weißen Manne auf!
Man mag die Kolonialgeschichte beurteilen, wie man möchte. Sie ist aber weder verantwortlich für häufige Morde an den Rangern oder auch an den Farmern.
Beste Grüße!
Topobär5'479 Beiträge · seit 200903. Aug. 2015 · #40Es ist ja immer sehr beliebt, der westlichen Welt zumindest eine Mitschuld zu geben. Bei der Wilderei ist die westliche Welt aber wirklich so gut wie gar nicht involviert. Die Tiere werden entweder für den Kochtopf gewildert oder für Produkte des asiatischen Marktes. In der westlichen Welt besteht so gut wie überhaupt kein interesse an den gewilderten Produkten.
Hauptursache für die Wilderei ist auf jeden Fall die Armut. Entweder weil es die billigste Möglichkeit ist, Fleisch in den Kochtopf zu bekommen, oder weil man die Möglichkeit hat, in kurzer Zeit sehr viel Geld zu verdienen. In Europa war die Wilderei auch sehr verbreitet, als das Armutsgefälle noch groß war. Das hat sich auch bei uns erst gebessert, als es für alle Menschen einfachere Möglichkeiten gab, satt zu werden.
Die Fleisch-Wilderer sind aber in den seltensten Fällen diejenigen, die für Morde an Rangern verantwortlich sind. Die haben in der Regel gar keine Schußwaffen.