Tag 17: Freitag, der 26.Juni 2015 – Isabis 4x4 Trail
Heute ist eigentlich ausschlafen angesagt, eigentlich. Doch 6 Uhr scheint einfach meine Zeit zu sein. Ausserdem war ich neugierig, was für Tiere sich wohl so früh morgens um uns herum aufhalten werden. Also ziehe ich mich warm an und wage mich nach draussen. Und was soll ich sagen? Was meint ihr, was ich alles gesehen habe?
Nichts. Nada. Nothing. Rien du tou. Kein einziges Tier zu sehen. Ich bereite Frühstück vor und versuche der Sonne hinterherzulaufen, aber es ist einfach zu kalt. So ziehe ich mich in den Camper zurück und trinke meinen Kaffee im Bett. Dann ist die Sonne endlich da und wir trauen uns für ein zweites Frühstück nach draussen.
Wir trödeln den ganzen morgen herum und machen uns auch Sorge um die blinkende Tankanzeige. Wenn das doch was schlimmeres ist? Und wenn wir hier heute liegen bleiben?
Heute ist nämlich der Isabis 4x4 Trail geplant – natürlich Hansi´s Programmpunkt.
Beim Isabis 4x4 Trail handelt es sich um einen für Ungeübte gut zu fahrenden Trail (heisst es). Besonders schwere Umwege sind in einer Karte schwarz markiert. Die Landschaft soll atemberaubend sein: Bizarre Bergketten und Schluchten, grandios ist das Gaub-Flusstal, reichhaltige Vogelwelt (besonders am Klipdam), manchmal kann man Hartmann-Zebras sehen, aber ebenso Kudus, Gemsböcke und Klippspringer. Der Gaub-Fluss kommt in der Regel jährlich einmmal ab, danach bleiben Pools mit Wasser zurück, welche die Tiere anlocken. Die schwarzen Pisten wollten wir nicht fahren und das mit der reichhaltigen Vogelwelt am Klipdam das stimmt schon.
Aber zuerst fahren wir nochmals am Farmhaus vorbei, schliesslich müssen wir ja noch den Campground bezahlen. Herr Crantz ist inzwischen aus Windhoek zurückgekommen. Seine erste Frage war, wie wir diese kalte Nacht überstanden hätten. Das wäre die kälteste Nacht bisher und das würde an der Kaltfront liegen. Er erklärt uns den Trail, rät uns auch dazu, die Route im Uhrzeigersinn zu fahren, dann wären die schwierigen Passagen immer in der Abfahrt. Und legt uns schliesslich doch noch eine schwarze Piste ans Herz, die würde ins Rote Gebirge führen und wäre gar nicht so schlimm – gut zu fahren eigentlich. An ein oder zwei Stellen müsste man etwas aufpassen, da wird es eng und kniffelig, aber ansonsten kein Problem. Ok, wenn er das so sagt, dann machen wir das natürlich auch. Und er würde uns dann auch noch Feuerholz vorbeibringen. Und dann fahren wir los – erstmals wieder in Richtung Campground. Die Wolken am Himmel sind heute wirklich spektaklär. Wow!
Die Landschaft ist wie beschrieben tatsächlich atemberaubend:
Bald wird die Landschaft immer wilder - der Trail auch- und dann kommt der Abzweig zur schwarzen Piste, ins Rote Gebirge. Und wir vertrauen den Worten von Herrn Crantz.
Aber wir – vor allem Hansi – schwitzt inzwischen Rotz und Wasser. So easy ist das dann doch nicht und es wird immer schlimmer. Ich würde am liebsten aussteigen.
Und dann passiert es: wir sitzen auf, Hansi kommt weder vor noch zurück und dann reisst ein Teil der Abdeckung des Wassertanks auf. Oh je. Rückwärts geht gar nichts, also Augen zu und durch, die Abdeckung ist eh am Arsch. Und es kommt eigentlich noch schlimmer.
Für die tolle Landschaft haben wir kein Auge mehr, wenn ich ehrlich bin.
Immer wieder muss Hansi aussteigen, sich den Weg suchen und den ein oder anderen Stein zur Seite räumen.
Diesen Abzweig hat uns Herr Crantz auch noch ans Herz gelegt: Nein danke, wir sind bedient.
Noch ein letzer Anstieg und dann waren wir wieder "oben", auf dem Plateau.
Das sind dann auch die einzigen Tiersichtungen, die wir heute haben – wahrscheinlich sind wir an allen anderen Tieren blind vorbei gefahren.
Und noch einmal eine grandiose Aussicht.
Dann sind wir nach einer etwa 3stündigen Fahrt wieder am Campground. Wir sind so froh, dass nichts passiert ist und dass der Camper noch halbwegs ganz ist. Dieses „Boh, alles gutgegangen“-Bierchen haben wir uns redlich verdient.
Wir bauen das Lager auf und so steht dem Sundowner und einem leckeren Stück Fleisch nichts mehr im Wege.
Wir haben jede Menge Holz bekommen. Hm, reicht das? 😈
Heute abend ist es klar und so richtig kalt. Wir lassen den Abend dann mit einem grossen Lagerfeuer und unter einem grossartigen Sternenhimmel ausklingen.
Wie easy ist denn nun der Isabis 4x4 Trail zu fahren? Der "normale" Part ist sicherlich anspruchsvoll, aber eigentlich gut zu fahren - auch für Anfänger - wenn man ein bisschen Feeling fürs Autofahren hat. Sagt Hansi. Die schwarze Piste hat den Namen sicherlich zu Recht und ich wollte sie nicht mehr fahren. Unser Camper ist zwar wirklich richtig gut geländegängig, aber durch den Wassertank fehlt ihm an dieser Stelle eine gewisse (Boden-) Freiheit. Und das ist uns an dieser etwas engen Stelle einfach zum Verhängnis geworden. Und was wir dann irgendwann auch realisiert haben: Schäden durch solche Ausflüge sind - egal mit welcher "Versicherung" - nicht gedeckt! Herr Crantz holt zwar steckengebliebene Autos wieder raus, aber auf dem Schaden bleibt dann der Fahrer sitzen.
Nachtrag: Und das Isabis Camp – eigentlich ja eher das Klimpdam Camp? Es liegt etwa 15-20 Minuten vom Haupthaus entfernt, mitten im „Niemandsland“. Es gibt Wasser, eine Dusche und eine Toilette, zwei Grillplätze und jede Menge Platz. Es darf immer nur eine Gruppe ins Gelände, egal wie gross diese ist. Feuerholz ist umsonst. Das Camp kostet 50 N$/Person und 80$ pro Fahrzeug. Es gibt auch zwei (?) Selbstversorgerhäuser, die man mieten kann.
Teil 2208. Aug. 2015
Tag 18: Samstag, der 27.Juni 2015 – ab nach Swakopmund Heute haben wir eine recht lange Strecke vor uns und wir wissen noch nicht wirklich wie genau wir fahren wollen. Wir haben das Permit für den Naukluft Park ja schon in Sesriem geholt und haben damit einige Optionen. Deshalb stehe ich auch wieder um 6 Uhr auf. Es ist aber heute so richtig kalt, deshalb bleibe ich noch etwas liegen. Irgendwann muss ich dann aber aufstehen und traue meinen Augen nicht:
Raureif – die ganze Wiese ist weiss – und auch dieser Strauch ist normalerweise nur grün. Das Thermometer zeigt minus 2 Grad, das Wasser ist gefroren und an unseren Weingläsern haben sich Eisblumen gebildet
Aber der Sonnenuntergang hat heute früh was ganz besonders
Da hilft nur eins: ein Lagerfeuer – wir haben das Holz gestern doch nicht ganz verfeuern können. An die Dusche zum warm werden habe ich nicht gedacht, schade.
Herr Crantz empfängt uns mit den Worten: „ihr habt´s überlebt, da bin ich aber froh – die Kaltfront bringt das kalte Wetter mit sich“
Unsere erste Station der Gamsbergpass der bekannteste und wohl auch der schönste Pass Namibias, steht im Reiseführer – Zurecht.
Und diese Strassenführung – da macht das Autofahren richtig Spass.
Keine Menschenseele ist um diese Uhrzweit unterwegs, ausser diese Kerlchen.
Dann wird die Landschaft wieder etwas „ruhiger“.
Aber nur bis wir den Kuiseb Pass erreichen.Und uns bleibt wieder der Atem stehen vor so einer tollen Landschaft.
Wir finden einen ganz tollen Picknickplatz mit einer super Aussicht. Wir haben nämlich noch nicht gefrühstückt.
Aber hier ist es richtig windig – auch wenn der Himmel wieder zu strahlend blau gewechselt hat. Laut meiner Karte soll an der Brücke über die Kuiseb Schlucht nochmals ein Picknickplatz kommen. Also fahren wir weiter.
Hier sollte er sein – aber wo bitte geht es hier zum Picknickplatz. Mist. Aber vielleicht können wir ja am Kuiseb Canyon, an der Henno-Martin-Shelder frühstücken.
Wir fahren und fahren und suchen den Abzweig. Dann kommt das hier:
Hä? Dann sind wir zu weit – Abzweig verpasst. Wir können nun hier nach Süden abbiegen und über Homeb nach Walvis Bay und weiter nach Swakokpmund fahren. Wir sind aber heute etwas entscheidungsunfreudig und auch nicht wirklich unternehmungslustig und ausserdem haben wir Hunger. Deshalb fahren wir weiter
Kurz darauf kommt ein weiterer Abzweig nach Norden, für den wir uns entscheiden. Die Landschaft wird wieder eintönig. Man könnte auch fragen: Welche Landschaft? Aber wenigstens kommt hier endlich mal ein Picknickplatz in Form eines Campingplatzes. Frühstückstime.
Mitten im "Nichts", taucht dann plötzlich diese Erhebung auf, danach wieder "Nichtlandschaft"
Und was die hier wohl machen?
Wir kommen wieder auf eine Hauptstrasse, die C28 und hier würde es zur Blutkuppe weitergehen (4x4 only). Da will Hansi natürlich hin 😉 , aber dafür haben wir in diesem Urlaub leider keine Zeit dafür. Im nächsten Jahr ist die Blutkuppe aber fest eingeplant.
Nach ein paar Kilometern geht aber die Abzweigung zum Welwitschei-Drive ab (auch hierfür braucht man das Permit), und diese Abzweigung nehmen wir. Und es dauert auch nicht lange, bis wir die ersten Exemplare, richtige Prachtexemplare, zu sehen bekommen. Und diese Pflanzen sollen bis zu 1000 Jahre alt werden? Wahnsinn.
Und auch Dollarbüsche gibt es hier:
Und dann – sozusagen aus dem Nichts – taucht die Mondlandschaft auf.
Was für eine Landschaft und das mitten im Nichts. Und wie heiss das hier ist. Es gibt drei Viewpoints, die wir natürlich alle anfahren müssen. 😎
Und dann nähern wir uns auch schon Swakopmund.
Meike´s Guesthouse ist schnell gefunden. Wir werden sehr herzlich empfangen und freuen uns heute nacht auf ein weiches Bett (wobei unsere „Koje“ im Camper auch sehr sehr angenehm ist) und eine warme Dusche. Meike hat uns für heute abend einen Tisch im 22Degree im Leuchtturm reserviert. Unser Fahrer heisst Pelé und natürlich ist auch er wieder viel zu früh da. Während wir in Windhoek eine Karte des „Taxiunternehmens“ bekommen haben, sind hier in Swakopmund die Fahrer bei den Restaurants „gelistet“ und man verlangt dann einfach nach „seinem“ Fahrer. Bezahlt wird erst bei der Rückfahrt. So viel Vertrauen muss sein. Während in Windhoek auch nachts jede Menge los ist auf den Strassen, wirkt Swakopmund wie ausgestorben. Fast schon gespenstisch.
Und was soll ich sagen: Das Essen war super: Game Carpacchio für mich, fritierte Meeresfrüchte für Hansi (und die waren mal richtig lecker), RiesenPrawns für mich und eine Pizza für Hansi, dazu natürlich ein leckerer Weisswein. Ein wirklich sehr nettes und gemütliches Restaurant. Das hat uns sehr gut gefallen. Und verglichen mit dem Tug, wo wir am nächsten Tag gegessen haben und Kuckie´s Pub haben wir hier wirklich am besten und eigentlich auch recht preisgünstig gegessen.
Pelé bringt uns wieder zurück und wir sind dann wirklich froh, wieder „daheim“ zu sein. Und was entdecke ich da?
Eine elektriscche Wärmeflasche, ich glaub´s nicht. Zusammen mit unseren Kuscheldcken, die wir noch zusätzlich geholt haben, ist es nun mollig warm. Auch in Swakopmund ist es kalt.
Teil 2308. Aug. 2015
Tag 19: Sonntag, der 28.Juni 2015 – The Little Five Desert Tour
Für heute haben wir die Little Five Desert Tour bei Living Desert Adventures gebucht. Also müssen wir wieder früh aufstehen. Ab 7:15 Uhr gibt es Frühstück und um 8 Uhr werden wir von Chris abgeholt. Lediglich ein weiteres Pärchen nimmt an der Tour teil. Um diese Zeit ist Swakopmund wie ausgestorben. Und nein, es regnet nicht, das ist der Nebel. Und es ist kalt heute früh – ihr wisst schon die Kaltfront – und sehr sehr nebelig.
Chris ist der Hammer, ein richtiger Entertainer: Er kann toll, anschaulich und witzig erklären, ist schlagfertig ohne Ende und er sieht einfach alles. Zuerst ist es nur ein kleines verängstigtes Häschen - ist das süss 🤩
Dann erklärt uns Chris erst einmal die Dünen, die Zusammenhänge und die Überlebensstrategie der einzelnen Geschöpfe, ich sage nur "Käfermüsli", gell?
Er zeigt uns am Beispiel des Dollarbuschs wie Pflanzen als Wasserspeicher dienen können.
Als nächstes findet Chris einen Gecko – ist der nicht schön? Tja, das ist kein Gecko, das ist eine Eidechse hat mich Hansi gerade belehrt. Ich glaube das sieht man an den Augen - nicht richtig zugehört als uns Chris das erklärt hat 😗
Dann gräbt er eine Eidechse ohne Schwanz aus.
Inzwischen konnte sich die Sonne durchsetzen und der Nebel ist verschwunden. Und somit wird es dann auch immer wärmer.
Und was macht er jetzt schon wieder?
Fehlanzeige!
Dann gräbt und gräbt und gräbt er und zieht dann einen durchsichtigen Gecko aus dem Sand. Er weist uns auf die sichtbaren Blutgefäße und die erkennbare Wirbelsäule hin.
Und da er befürchtet, dass wir das Tierchen nicht richtig fotografieren und danach enttäuscht sind von der Tour, übernimmt er das auch noch für uns.Ist der nicht schön?
Wie auf dem LogoBid 🙂
Dann setzt Chris das Tierchen behutsam zurück und erklärt uns dabei, dass es nicht in ganz feinem Sand leben kann, sondern eine feste Schicht benötigt, da es sonst nicht atmen kann. Deshalb ist diese Behausung nicht gut genug für den Gecko, zu feiner Sand
Hier sieht es schon besser aus.
Wenn er mal nichts findet, dann erklärt er uns halt den Sand – wie die unterschiedlichen Farben der Wüste herkommen: das lila von einem bestimmten Schmuckstein...
... .das schwarz ist Eisen – ja, das kenne ich noch aus dem Physik-Unterricht. In dem Tuch ist ein Magnet.
Was hat er jetzt schon wieder entdeckt? Er gräbt immer tiefer und was findet er da?
Eine White Lady – Wow, was für ein Prachtexemplar.
Und drei Mal dürft ihr raten, wer am nächsten rangeht, um ein gutes Bild zu bekommen? Mein Göttergatte mit der Spinnenphobie!
Auf der Weiterfahrt beobachtet Chris nicht nur die Fahrspur, sondern auch die Dünen und sucht nach Spuren von weiteren Kleinlebewesen. Dann hält er plötzlich an, springt aus dem Auto und rennt die Dünen hoch. Hat er was entdeckt? Nein, Fehlalarm. Schade.
Dann hält er wieder an, rennt auf einen Busch zu und winkt uns zu sich her! Ein Chamäleon – nicht wirklich zutraulich - ausser natürlich bei Chris - und auch nicht wirklich an unserem Wurm interessiert, aber schön anzuschauen.
Auch das Chamäleon wird ganz sachte wieder auf den Boden gesetzt und darf dann wieder seine eigenen Wege gehen.
Nur für Schlangen ist es zu kalt. Wir sehen keine und das macht Chris wirklich wirklich traurig.
Zum Schluss gibt es noch etwas Scenic Drive und wir fahren in die Dünen und geniessen den Ausblick.
Auf dem Nachbarhügel sind Quads unterwegs und Hansis Augen werden immer grösser – QUADS – Neid. „Nina, warum machen wir das nicht?“ Hm, man kann nicht alles machen. 😎
Wir fahren noch ein Stück weiter zu einer anderen Düne und haben noch einen schönen Ausblick auf das Meer.
Und dann fahren wir zurück und sind gegen 13 Uhr wieder in Meike´s Guesthoue.
Das war eine richtig tolle Tour und nicht umsonst ist das mit die beliebteste Tour hier in Swakopmund.
Teil 2409. Aug. 2015
Fortsetzung Tag 19: Sonntag, der 28.Juni 2015 - Swakopmund
Zurück bei Meike´s Guesthouse gehen wir kurz an der Rezeption vorbei.
Wir wollen eigentlich morgen einen Flug ins Sossouvlei machen, haben aber bisher noch nichts gehört. Zuerst fragen wir bei Scenic Air an, dort habe ich meine „Reservierung“ platziert. Es sieht aber schlecht aus, dass sich noch weitere Mitflieger finden lassen. Man kann natürlich auch zu zwei fliegen, doch das ist uns dann doch etwas zu teuer. Meike fragt noch bei weiteren Anbietern an, aber auch dort gibt es im Moment nicht genügend Anfragen. Wir sollen aber morgen früh nochmals einen Rundruf starten. Dann – Hansi habe ich inzwischen raus geschickt – frage ich mal ganz unverbindlich an, ob es hier in Swakopmund denn auch einen Anbieter für die Quad-Touren gibt. Ja, die gibt es und da kann man ganz kurzfristig anrufen und einen Termin vereinbaren. Wirklich? Ja, kein Problem. Und die würden ihn auch hier abholen? Ja klar. Ok – gerne würde ich Hansi diese Überraschung präsentieren.
Wir laufen dann mal los, weil wir uns noch die Stadt anschauen wollen. Vorbei an den Woermann-Arkaden und dem Woermann-Haus geht es Richtung Strand.
Da heute Sonntag ist, haben die ganzen kleinen Läden hier geschlossen. Und auch all die kleinen Restaurants, die ich mir herausgeschrieben habe, haben heute Ruhetag. Lediglich das Café Anton ist geöffnet und dort gehen wir dann hin, um eine Kleinigkeit zu essen.
Was soll ich sagen: Die Menschen kommen in Scharen und kaufen dort Kuchen, Torten, Süsse Stückchen zum Kaffee – wie in Good old Germany. Und so sieht es dann auch aus – eine Karnevalshochburg, mitten in Afrika.
So gestärkt laufen wir weiter: Immer den Leuchtturm oder den Woermann-Turm im Blick einmal durch Swakopmund.
Und hier gelingt mit das erste und einzige vorzeigbare Bild eines Perlhuhns. Diese „Viecher“ treten immer in Scharen auf, machen einen Höllenlärm und lassen sich einfach nicht fotografieren.
Wir kommen zum Strand – das könnte auch an der Ostsee oder in Südfrankreich sein...
...und laufen an der Mole entlang: So eine typische Sonntagnachmittag-Stimmung – die Menschen sind alle relaxed, freuen sich auf einen schönen nachmittag und geniessen die wärmenden Sonnenstrahlen.
Wir laufen weiter am strand entlang zur Jetty - ist das nicht schön hier?
und gehen dann nochmals zurück in die Stadt.
Dort werden wir auch das erste Mal mit der Schultrikot-Masche konfrontiert. Wir standen gerade vor der deutschen Schule, da kam ein älterer farbiger Herr auf uns zu, fragte auf deutsch, woher wir kommen würden, plauderte ein bisschchen mit uns und erzählte uns, dass er früher hier unterrichtet hätte. Ach, das ist ja interessant. Er erzählte noch ein bisschen und verabschiedete sich von uns. Dann kam er auf einmal nochmals zurück, präsentierte uns eine Liste mit Namen und Geldbeträgen dahinter und erzählte uns, dass seine Jugend-Fussballmannschaft demnächst nach Stuttgart (wie raffiniert) kommen würde und dass sie noch Sponsoren für die Trikots benötigen würden. Er zeigte auf die Liste, präsentierte uns irgendwelche Visitenkarten und schaute uns erwartungsvoll an. Uff, was tun? Wir standen gerade vor einer Art Laden und die Frau dahinter hat sehr heftig mit dem Kopf geschüttelt. Also nein, wir sponsern nichts und der Herr ist wortlos gegangen. Wie gesagt, das war die erste – und bestgemachteste – Begegnung mit dieser Masche.
Die Sonne scheint, aber es geht ein richtig frischer Wind. Hoffentlich erkälten wir uns mal nicht. Es gibt noch ein Lekker Eis – und das war mal richtig lecker.....
... und schlendern weiter. Wir haben uns bereits auch diesen langsamen - diesen extrem langsamen - Gang angewöhnt 😄 .
Wir kommen dann gerade richtig zum Sonnenuntergang zurück an die Jetty. Sorry und jetzt wird es kitschig.
Sobald die Sonne weg ist, wird es richtig kalt. Deshalb gehen wir recht früh ins Restaurant The Tug, wo wir einen Tisch reserviert haben. Und das war auch absolut nötig – alle Tische waren gedeckt und überall stand das Reserviert-Schildchen.
Wir haben mal einen richtig schönen Tisch bekommen, mit einer Super Aussicht auf die Jetty. Boh, ist das schön.
Das Essen war gut: Überbackene Austern und Fisch aus der Alufolie für mich, Meeresfrüchte und Prawns für Hansi und natürlich noch ein guter Weisswein dazu. Wie schon gestern geschrieben, war das Essen hier nicht schlecht. Für den Preis – die Preise hier haben durchaus deutsches Niveau – hätten wir uns aber mehr erwartet. Dafür ist natürlich die Aussicht einfach nicht bezahlbar. Somit haben wir hier wirklich einen ganz tollen Abend verbracht. Wir fragen dann nach Pelé unserem Fahrer, der nach wenigen Minuten da ist und uns zurückfährt, für einen Spottpreis: 40N$
Teil 2511. Aug. 2015
Tag 20: Montag, der 29.Juni 2015 – mit dem Quad durch die Dünen - Grins
Heute können wir uns Zeit lassen und sind die letzten und einzigen Gäste beim Frühstück. Frühstück gibt es von 7:15 bis ich glaube 9 Uhr und der Frühstücksraum ist genauso liebevoll hergerichtet wie die einzelnen Zimmer. Es gibt alles, was das Herz begehrt.
Wir telefonieren noch einmal alle Fluganbieter durch, aber es hat sich nichts geändert, es gibt keine zusätzlichen Anfragen. Also werden wir heute nachmittag leider leider keinen Flug ins Sossouvlei unternehmen können. Und dann gebe ich hinter Hansis Rücken das Ok zur Buchung einer Quad-Tour in die Dünen. Um 10 Uhr soll Hansi dann abgeholt werden. So eine Quad-Tour ist nichts für mich. Vor allem würde ich Hansi jeglichen Spass nehmen, wenn ich mitkommen würde. Wir gehen zur Laundry und geben unsere Wäsche ab, das ist keine 5 Minuten vom Guesthouse entfernt. Eigentlich wollten wir ja einkaufen gehen. Also habe ich Hansi erzählt, dass es noch eine geringe Chance auf den Flug geben würde und wir deshalb noch bis 10 Uhr warten müssten – Pinoccio lässt grüssen. Da ich ihn nicht gänzlich unvorbereitet losschicken möchte, erzähle ich ihm also 10 Minuten vorher, dass wir nicht auf den Anruf für einen Flug warten, sondern dass er in 10 Minuten zu einer Quad-Tour abgeholt wird. Er wollte es erst gar nicht glauben, dann hat er sich entsprechend angezogen und dann ist auch schon der Fahrer gekommen. Tschüss und viel Spass! Die nächsten zwei Stunden habe ich es mir auf der Terrasse bequem gemacht und einfach nur die Ruhe genossen. Da sind wir in so einem schönen Guesthouse und sind die ganze Zeit unterwegs. Ist doch viel zu schade.
Und dann kam Hansi zurück – grinsend wie ein Honigkuchenpferd – das hat auch den ganzen Tag nicht mehr aufgehört – und total aufgekratzt. Hansi hat ein „Händchen“ für alles was zwei und mehr Räder hat und das hat sein Guide wohl sehr schnell gemerkt. Man ist wohl schon sehr rasant alle möglichen Dünenkämme hochgefahren, um dann auf der anderen Seite in den Abgrund zu stürzen. So hat sich das für mich angehört. Auf jeden Fall scheinen beide die letzten zwei Stunden sehr viel Spass gehabt zu haben. Was der „Spass“ gekostet hat? 600 N$ für zwei Stunden mit einem Privatguide. Für Hansi DAS Highlight des Urlaubs – kurz vor Isabis natürlich – und bis jetzt.
Wir gehen tanken und passen ganz genau auf, dass der Camper auch wirklich vollgetankt wird. Schliesslich blinkt die Tankanzeige immer noch und wir haben beschlossen das einfach zu ignorieren. Es kann nichts dramatisches sein. Die „kritischste“ Passage haben wir hinter uns. Wir werden nur noch einmal in einem etwas abgelegeneren Gebiet unterwegs sein und werden auch immer genug Tankmöglichkeiten haben. Also: Don´t worry! Dann geht’s weiter zum Spar – Grosseinkauf steht an. Und wir fanden diesen Spar fast besser sortiert wie den in Windhoek. Auch hier haben wir überhaupt keine Bedenken gehabt, den Camper alleine zu lassen. Der Parkplatz war sehr belebt, ein ständiges Kommen und Gehen. Da wäre es aufgefallen, wenn sich jemand am Camper zu schaffen gemacht hätte. Gegenüber vom Sparmarkt gibt es einen einheimischen Meat-Laden. Dort haben wir uns für einen Spottpreis mit Fleisch, Wurst und Biltong eingedeckt. Zurück im Guesthouse bekommen wir dann auch schon unsere frisch gewaschene Wäsche angeliefert – es wird Zeit, dass es weitergeht. Auch heute holt uns Pelé wieder ab – wir haben einen Tisch in Kücki´s Pub reserviert.
Hei, ist das mal eine urige Kneipe. Das gefällt uns.
Ich versuche nochmals mein Glück mit Austern, während es Hansi – mit Dauergrinsen – etwas kalt ist und er eine Fischsuppe nimmt. Als Hauptspeise nehmen wir dann Surf&Turf: Kudu, Calamaris und Prawns – ist auch mal wieder so eine "strange" Kombination, aber lecker .
Wie schon gesagt: am besten haben wir im 22Degree gegessen hier in Swakopmund. Wir lassen uns wieder von Pelé abholen und fallen mit einer schönen warmen Wärmeflasche – ich – und dem Dauergrinsen – Hansi – ins Bett. Morgen geht es endlich weiter.
Meike´s Guesthouse: Hat uns sehr sehr gut gefallen. Die ganze „Anlage“ ist sehr liebevoll mit Blick für´s Detail gemacht. Unser Zimmer – das Perlhuhnzimmer - ist wohl recht neu umgebaut worden und im Moment der ganze Stolz von Meike. Unten ist das Schlafzimmer, das Badezimmer und im Eingangsbereich eine kleine Sitzecke mit Kaffeekocher. Es geht dann noch eine Treppe nach oben, ins Kinderzimmer. Und alles natürlich supersauber. Ach ja, Internet gibt es natürlich auch. Jedes Zimmer hat eine Terrasse und im liebevoll eingerichteten Frühstücksraum steht ein PC mit Drucker für die Gäste zur Verfügung. Meike kennt ich – natürlich – bestens aus hier in Swakopmund und sie versucht wirklich jeden Wunsch zu erfüllen. Für uns erste Wahl, wenn wir das nächste Mal nach Swakopmund kommen. Es gibt ausreichend eingezäunte Parkplätze und die ganze Anlage wird rund um die Uhr bewacht. Zur Innenstadt sind es keine 5 Minuten zu Fuss. Meike meinte, auch wenn es dunkel sei, man kann sich hier so lange „sicher“ auf den Strasssen bewegen, wie die Geschäfte offen haben.
Teil 2612. Aug. 2015
Und es geht weiter, heute ist aber eigentlich "nur" Fahrtag 😵
Tag 21: Dienstag, 30.Juni 2015 – Spitzkoppe und Ameib
Wir geniessen ein letztes Mal das leckere Frühstück hier im Gästehaus. Heute geht es ja endlich wieder weiter. Wir trödeln etwas rum und kommen deshalb erst so gegen 8.30 Uhr los.
Auf der C34 fahren wir aus Swakopmund heraus. Es ist heute wieder richtig kalt und nebelig, so dass wir nicht viel von der „Nichtlandschaft“ zu sehen bekommen. Am Schiffswrack halten wir kurz an und fahren dann weiter bis Henties Bay, ein kleines verschlafenes Nest am Atlantik.
Hier nehmen wir die D1918, der wir etwa 1,5 Stunden durchs Niemandsland folgen. Gähn.
So langsam lichtet sich der Nebel und die Sonne kommt heraus. Gegen 11 Uhr tut sich dann landschaftlich was, die Spitzkoppe taucht auf. Und inzwischen ist es auch richtig warm geworden.
Als erstes fahren wir zur Rezeption. Und was holen wir uns da wohl? Natürlich ein Permit. Das Day-Visit-Permit kostet 40N$/Person plus 50N$ für den Camper. Hier gibt es auch ein paar Chalets, die man mieten kann, ein kleines Restaurant und ein Sanitärhäuschen für den Campingplatz. Das ist alles sehr nett gemacht hier. Und hier könnte man sich auch einen Guide mieten für die „gesperrten“ Bereiche an der Spitzkoppe.
Wir fahren auf dem Gelände herum, geniessen die Gesteinsformationen, die wir so sehr lieben, klettern ein bisschen rum und suchen uns einen schönen Platz zum Picknicken. Die (Camping-)Plätze hier sind einfach der Hit. Schade, dass wir hier nicht bleiben können.
Und so sehen die Toiletten aus 😁
Sind diese Bäume nicht schön?
Am frühen nachmittag müssen wir dann leider weiter – wir haben im Vorfeld lange überlegt, ob wir die Nacht hier an der Spitzkoppe verbringen wollen oder auf Ameib. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen und wir haben uns letztendlich für Ameib entschieden. Rund um Uis sieht man jede Menge solcher "Verkaufsstände": Am liebsten würden an jedem Stand anhalten und jedem Kind etwas in die Hand drücken.
Nach etwa 1 Stunde erreichen wir Usakos und hier geht dann auch die Farmstrasse nach Ameib ab.
Und dann erreichen wir auch schon das Gästehaus. Irgendwie scheint alles ein bisschen in die Jahre gekommen zu sein. Hat aber trotzdem alles einen gewissen Charme. Der Campground ist recht gross und in der Nebensaison muss man hier sicherlich nicht reservieren. Allerdings gibt es lediglich 1 Sanitärhäuschen für den ganzen Platz. Das ist – wenn es voll ist – wohl etwas wenig. Jeder Platz hat einen Feuerring und einen Grillplatz, es gibt Wasser aber keinen Strom. Und es gibt auch einen kleinen Swimmingpool. Ich glaube, wir sind inzwischen aber etwas verwöhnt. Der Platz an der Spitzkoppe hätte uns viel besser gefallen 😗 😗
Endlich gibt es mal wieder ein „Welcome“-Bierchen, was bei der Hitze – inzwischen ist es wirklich so richtig heiss geworden – auch absolut nötig ist. Und das lassen wir dann - gegen die Hitze sozusagen - gleich nahtlos in den Sundowner übergehen.
Wir bereiten alles fürs Grillen vor – Kudu mit Kartoffeln – die Weinvorräte haben wir in Swakopmund auch wieder aufgefüllt und so steht einem Lagerfeuer nichts mehr im Wege. Das ist die erste laue Nacht, die wir hier in Namibia erleben – wir können ohne warme Jacken, nur in einem warmen Shirt am Lagerfeuer sitzen. Jetzt sind wir in Afrika, endlich.
Teil 2713. Aug. 2015
Tag 22: Mittwoch, 1.Juli 2015 – Philipps Cave, Elephant´s Head und Bull´s Party
Hach, endlich wieder ein Frühstück im Freien. Es ist schon morgens recht warm und so beschliessen wir, nach dem Frühstück - also jetzt gleich - zu Philipps Cave zu laufen.
Der Weg ist super gut ausgeschildert und man braucht etwa 2 Stunden für den Hin- und Rückweg, wenn man wie wir ständig anhält, um Bilder zu machen.
Es geht über Stock und Stein und man kommt ganz schön ins Schwitzen.
Belohnt wird man aber unterwegs immer wieder mit einer phantastischen Aussicht auf das Erongo Gebirge . Ich habe Hansi mal besser nicht gesagt, dass es hier alle möglichen Tiere geben könnte. Aber wir haben – mal wieder – nichts gesehen. Wirklich gar nichts.
Und irgendjemand muss es furchtbar langweilig gewesen sein – unterwegs sehen wir sehr sehr viele Bäume und Sträucher, die mit einer Nummer versehen sind.
Dann sind wir endlich an Philipps Cave, ein Felsüberhang, der zu Nationalen Monument erklärt wurde.
Jäger malten Giraffen, Zebras und Strausse an den Fels. Die Zeichnungen sind echt noch gut erhalten, vor allem der Weisse Elefant.
Und die Aussicht ist natürlich einfach genial.
Und der Rückweg bietet ganz neue Perspektiven.
Dann laufen wir vom Campground aus noch kurz zum Rohrdommelsitz. Aber auch hier gibt es nicht allzuviel zu sehen. Schade.
Inzwischen ist es richtig heiss geworden. Also verbringen wird den nachmittag mit Nichtstun auf dem Campingplatz. Nichtstun? Naja, einer muss sich ja um die Wäsche kümmern – aber wo aufhängen, wenn man keine Lust hat, eine Leine zu spannen?
Geht doch – zu irgendetwas muss der Zaun doch gut sein.
Und dieser Vogel hat sich den ganzen nachmittag die Zeit mit unserem Aussenspiegel vertrieben: er hat ihn "geherzt", ist dagegen geflogen, hat sich im Spiegel angeschaut und dann ging das Spielchen von vorne los.
Und dann machen wir uns nochmals auf den Weg zu Bull´s Party und Elephant´s Head. Diesmal aber mit dem Camper. Dann sehe ich auf einmal was im Gebüsch. Stopp! Was ist das? Schau mal, da hinten.
Eine Giraffe.
Und dann gelingt uns doch tatsächlich ein Bild einer ganzen Perlhuhnfamilie, was für ein Glück.
Und was ist das? Ein Papageienbaum?
Dann erreichen wir Elephant´s Head. Warum das so heisst? Hm…
Und da sage noch einer, dass es nur in den USA Balance Rocks gibt. Oder was ist das?
Bei Bull´s Party liegen überall überdimensionale runde Steinkugeln rum. Ja, so lieben wir es.
Eigentlich wollten wir am Elephant´s Head noch etwas rumklettern, haben aber den Zugang nicht gefunden. Da es aber immer noch gut warm war, haben wir vielleicht auch nicht intensiv genug danach gesucht. Wir sind dann lieber noch etwas zwischen den "Steinkugeln" herumgelaufen.
Das Wetter macht uns schon seit ein paar Stunden etwas „Sorgen“ – es ist bewölkt mit Wolkengebirgen und das Licht ist einfach „seltsam“ - deshalb wird es auch nichts mit den rot leuchtenden Felsen beim Sonnenuntergang.
Auf dem Rückweg läuft uns dann noch eine Pavianfamilie über den Weg. Aber wir waren einfach zu langsam.
Zurück am Campground ist dann auch gleich wieder Zeit zum Grillen und ein Lagerfeuer vorzubereiten. Aber natürlich erst nachdem wir ein Savanna Dry zum Sundowner getrunken haben. Dramatische Wolken – dramatische Sonnenuntergänge.
Aber ich bin heute hundemüde, schlafe schon am Lagerfeuer ein. Also krieche ich recht früh ins Bett, während Hansi noch alleine das Lagerfeuer geniesst. Hoffentlich werde ich nicht krank.
Ameib Ranch Campground: Eigentlich ist der Campingplatz ja gar nicht so schlecht. Es gibt auch kleine Pavillons, die man auf dem Campingplatz mieten kann. Von hier aus kann man halt echt viel unternehmen: Philipp´s Cave, Elephant´s Head und Bull´s Party sowie den Rohrdommelsitz haben ich ja beschrieben. Aber es gibt noch weitere Wanderungen auf dem Gelände. Man kann auch Klettern - mit Guide - und es gibt die Möglichkeit mit dem Bike durch das Gelände zu fahren.
Teil 2814. Aug. 2015
Tag 23: Donnerstag, 2.Juli 2015 – es geht zu den Ugab Terrassen
Als ich heute morgen aufgestanden bin, stand noch der Mond am Himmel - wir gehen auf Vollmond zu - kurz darauf dann der Sonnenaufgang.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, das gehört bei uns einfach dazu und dafür stehe ich auch gerne früher auf - geht es dann los. Und wir hätten es hier durchaus noch eine Weile aushalten können.
Heute ist wieder so ein Tag, wo ich überhaupt nicht einschätzen konnte, wie viel Zeit wir brauchen und ob wir überhaupt vor Einbruch der Dunkelheit ankommen werden. Eigentlich müsste es reichen, aber…. . Wir wollten in Christina´s Café gehen, das San-Dorf besuchen, wir mussten einkaufen und tanken gehen und dann ab Omaruru ging es kilometerweit nur noch über D-Strassen voran. Wir werden sehen.
Christina´s Café haben wir verpasst – die Abzweigung ist genau vor dem Gate. Und wir waren so damit beschäftigt, uns über das Gate zu wundern, dass wir schon daran vorbei waren, als wir realisiert haben, dass das das Café gewesen wäre. Egal. Zum Umdrehen hatten wir nicht wirklich Lust. Wir haben auch weiterhin das Erongo-Gebirge in Sicht, dadurch ist die Fahrt erst einmal ganz abwechslungsreich.
Dann gegen 9:30 Uhr waren wir am San Dorf. So früh war man wohl noch nicht so ganz auf Besuch eingestellt. Dieser junge Mann konnte leidlich Englisch und er war dann unser Guide durch das Dorf.
Während wir aus einem „Katalog“ ausgewählt haben, welche „Tour“ wir gerne machen würden, sind dann so nach und nach weitere Bewohner aufgetaucht. Man kann wählen zwischen einem Bushman-Walk (1,5 Stunden), einen ganzen Tag im Dorf oder nur ein kurze Rundgang mit ein paar Demonstrationen. Wir haben uns für den kurzen Rundgang entschieden – der hat 50 N$/Person gekostet.
Die San haben uns gezeigt, wie der Schmuck gemacht wird, den ich so schön finde, alles in mühevoller Handarbeit.
Dann zeigt man uns, wie man Köcher und Pfeile herstellt. Zur Jagd werden die Pfeilspitzen mit Pflanzengift bearbeitet.
Die nächsten drei San sind fürs Feuermachen zuständig - mit den entsprechenden Beschwörungsformeln.
Und schon ist es an. Sofort kommen dann die Kleinen angerannt, um sich am Feuer zu wärmen.
Die Kleinen hatten einen Heidenspass - sie versuchten mit allen Mitteln, unsere Aufmerksamkeit zu erregen:
Natürlich werden wir auch noch ins Fallenstellen eingewiesen.
Und zum Abschluss wird noch getanzt und gesungen.
Wir standen – gebe ich zu – etwas peinlich berührt rum, haben schon interessiert zugehört und Fragen gestellt, aber wir wussten nicht wirklich, ob wir das jetzt toll oder peinlich finden sollten. (Anmerkung: Mittwoch abend kam im Auslandsjournal ein Bericht über die San und deren Leben. Und der Tenor dieses Beitrages war tatsächlich, dass solche „Living Museum“ einen Beitrag dazu leisten, dass die Traditionen der San nicht vergessen werden - die Kleinen sind nämlich voll begeistert dabei – und es sichert den San eine Einnahmequelle. Mit diesem Wissen geht man vielleicht etwas offener in so ein Dorf hinein.) Natürlich habe ich mir noch mehr von den Ketten gekauft und Hansi hat ein schönes Messer gefunden.
Und dann ging es auch schon weiter. Dieses Verkehrsschild hat natürlich Hoffnungen geweckt. Aber das einzige, was wir gesehen haben, war das:
Eine Zeit lang haben begleiet uns noch das Erongo Gebirge und dann kommen wir nach Omaruru.
Hier gehen wir tanken und in einem Shoprite einkaufen.Hier kam dann auch so etwa wie „Afrikafeeling“ auf. Schon allein das Einkaufen war ein Erlebnis. Ich war fast die einzige Weisse im Laden und der Shop wurde mit Karibischen Klängen beschallt. Und alle – da mache ich doch gerne mit – sind im Groove dieser Klänge durch den Supermarkt "getänzelt".
Eigentlich hatte der Supermarkt alles, was man so gebraucht hat. Nur halt leider kein Fleisch.
Und dann hat die Pisten-Odyssee begonnen: zuerst die D2344 dann die D2351 bis zur Ugab Terracce Lodge. Es geht nun etwa 3 Stunden lang durch Weideland. Das waren sozusagen die Highlights.
Ständig müssen Gitter auf und zu gemacht werden. Ich hatte mich hier auf eine schöne Landschaft gefreut. Wie ich darauf komme? Ich weiss es nicht. Die Landschaft war eintönig, es war heiss, ich fühlte mich nicht wohl und ich musste stänig ein- und aussteigen. Nörgel.
Dann endlich kommen die Ugab Terrassen, das Monument Valley Namibias. Und wir sind wieder hellauf begeistert. Was für tolle Felsformationen und erst die Vingerklip, auf wie wir einen ersten Blick werfen können.
Wir haben den Campground reserviert. Wir müssen aber zuerst zur Rezeption gehen, um uns anzumelden. Und die ist bei der Lodge auf dem Berg Dort führt eine richtig steile Piste hoch. Und wenn ich steil schreibe, dann meine ich auch steil. Und wenn man so einen Berg hinauf fährt, was hat man dann? Eine geniale Aussicht. Und wo sind die Bungalows der Lodge? Alle entlang dem Bergrücken mit dieser genialen Aussicht. Wir haben uns auf Anbieb in diese Bungalows verliebt.
Und uns war eigentlich klar, dass der Campground wohl nicht hier oben sein wird. Und wir hatten nicht wirklich die Absicht heute abend wieder herunter zu fahren. Wir wollten hier oben übernachten mit dieser tollen Aussicht. An der Rezeption hat uns Zacharias sehr freundlich begrüsst und unsere erste Frage war dann, wo denn der Campingplatz sei. Unten im Tal natürlich. Enttäuschte Gesichter bei uns. Zacharias hatte bereits so ein schelmisches Lächeln im Gesicht. Er könne uns ein „Special-Angebot“ machen: Für 750 N$ pro Person pro Nacht können wir gerne hier oben übernachten. Oh ja, das wollen wir und grinsen beide wie ein Honigkuchenpferd. Der Manger stand daneben und war sichtlich erfreut über so viel Geschäftstüchtigkeit.
Unser Bungalow ein Traum: in Richtung Sonnenaufgang und diese Seite komplett verglast. Wow!
Und darauf erst einmal ein "Hach, was geht es uns doch gut"-Bierchen. Das haben wir uns verdient 😗
Wir machen uns frisch, nachdem wir den halben Camper wieder mal ausgeräumt haben, und freuen uns dann auf den Sundowner auf der Terrasse mit Blick ins Ugab Tal und die Vingerklip. Und wir laufen auch an der Zipline vorbei, die es hier gibt. Ich habe mir ja ganz fest vorgenommen, das zu machen. Wirklich. Aber das geht praktisch sofort ins Nichts über das Tal hinweg. Never ever mach ich das.
Die Lodge selber ist wirklich sehr sehr liebevoll eingerichtet, man fühlt sich aber immer noch wohl, weil alles doch noch sehr bodenständig ist.
Wir geniessen die tolle Aussicht, beobachten drei Warzenschweine am Wasserloch und dann bewundern wir den Sonnenuntergang. Wir können unser Glück kaum fassen.
Hansi fragt – natürlich – nach der Zipline. Aber es sieht nicht gut aus. Die Personen, die das normalerweise machen, haben noch ein paar freie Tage vor der Hochsaison bekommen. Aber eine Gruppe Südafrikaner hat auch schon gefragt und sie versuchen mal, ob sie eine Notmannschaft zusammenbekommen würden, dann könnten wir uns – nein, nur Hansi – gerne anschliessen. Er gibt uns dann noch Bescheid.
Dann endlich Essen, wir hatten Kohldampf. Die Vorspeise und der Nachtisch konnten jetzt nicht wirklich überzeugen, dafür war das Hauptgericht – Fleisch mit Beilage (wie immer) lecker und mehr wie reichlich. Der Tisch war so liebevoll gedeckt, die Servicekräfte so bemüht. Einfach perfekt.
Und dann die gute Nachricht für Hansi: Man hat genügend Personen zusammenbekommen, morgen früh um 7:30 Uhr trifft man sich für die Zipline. Danach können wir dann frühstücken, sie geben Bescheid.
Auch heute bin ich schon beim Essen fast eingeschlafen, meine Nase ist mir fast davongelaufen und ich fühle mich echt nicht gut. Ich bin so froh, als ich endlich im Bett bin. Aber da bleibe ich nicht lange: Montezuma ruft….. . Was für ein Glück, dass wir heute eine „richtige“ Toilette in Laufnähe haben.
Teil 2915. Aug. 2015
Tag 24: Freitag, 3.Juli 2015 – Die Ugab Terrassen
Sonnenaufgang im Bett – Wahnsinn. Da braucht man ganz sicher keinen Wecker.
Wir müssen uns dann aber etwas beeilen, die Zipline ruft. Hier ist schon alles vorbereitet. Und da geht es dann hinunter. 🤩
Zusammen mit der „Crew“ fahre ich zum Endpunkt der Zipline. Und einmal mehr bin ich froh, dass ich hier stehe und nicht da oben.
Von hier aus gibt es aber auch einen schönen Blick über die Ugab Terrassen.
Einer der Angestellten muss immer testen, ob auch alles in Ordnung ist – und was wenn nicht? 😈
Alles gut, dann kann es ja losgehen.
Hansi fährt als letzter und hat auch heute wieder den ganzen Tag dieses Dauergrinsen im Gesicht. Wenn man ihn nun nach den Highlights des Urlaubs fragt ist auch die Zipline ganz vorne mit dabei.
Die Zipline soll die längste in Südafrika sein. Diese Part ist 880m lang. (Es gäbe noch eine Fortsetzung mit 630 Metern, doch das wäre dann doch zu viel Aufwand gewesen). Die ganze Aktion war dann schon etwas improvisiert, aber toll für alle Beteiligten. Aber was für ein Aufwand hier betrieben wurde, um 5 Personen glücklich zu machen und das für 280 N$ pro Person. Das nenn ich halt mal wieder Dienstleistung.
Und dann geht es endlich zum Frühstück. Und auch hier haben wir alles durcheinandergebracht: Die ganze Mannschaft musste noch auf uns warten, damit wir auch noch Frühstücken können.
So gestärkt, fahren wir zur Vingerklip. Er/sie steht auf dem Gelände der Vingerklip Lodge und so müssen wir einen kleinen Obulus bezahlen, um dort hinzufahren: 20 N$. Es ist schon wieder recht heiss und so ganz fit bin ich auch noch nicht, aber da will ich auf jeden Fall hoch. Und das lohnt sich dann auch. Was für eine Aussicht.
Man kann hier auch noch zu den anderen Formationen laufen, doch dazu fehlt mir heute einfach die Power.
Auf der Rückfahrt fahren wir noch kurz am Campground vorbei. Der wäre sicherlich auch sehr sehr schön gewesen – man darf sich halt nur nicht in die Hütten und die Aussicht auf dem Berg verlieben.
Den restlichen Tag verbringen wir auf unserer Terrasse mit Nichtstun. Dann hören wir ein leichtes Rumoren und ein toller Duft weht über dem Gelände. Die Donkies werden angezündet.
Rechtzeitig zum Sundowner gehen wir vollbepackt mit Kamera und Savanna Dry – unser neuestes Lieblingsgetränk – zum Viewpoint. Hier hat man die Ugab Terrassen und die Lodge noch viel besser im Blick.
Hier sieht man ganz schön die Vingerklip Lodge mit dem Restaurant.
Und dann gibt es endlich Essen: Auch heute ist der Hauptgang – Kudu mit Gemüse und Kartoffeln – das Highlight. Und weil mir immer noch nicht so ganz gut ist, gehen wir auch heute wieder früh schlafen.
Morgen geht es dann endlich in den Etosha 🤪 Ob wir dort endlich Tiere sehen werden?
Ugab Terrace Lodge: Was sicherlich mit ein Highlight auf unsesrer Tour, vor allem weil das so ja gar nicht geplant war. Die Bungalows sind einfach herrlich schön mit einer tollen Aussicht. Wenn man die Bungalows in Richtung Sonnenaufgang" nimmt, dann wird man vom Sonnenaufgang geweckt. Das Personal war sehr freundlich, die Anlage hat uns wirklich gut gefallen und das Essen ist gut. Nachmittag gibt es noch Kaffee und Kuchen und es werden neben der Zipline noch andere Aktivitäten angeboten. Man kann z.B. hier auch Wandern und Mountainbiken.
Teil 3016. Aug. 2015
Tag 25: Samstag, 4.Juli 2015 – Es geht in den Etosha
Auch heute werden wir wieder mit dem Sonnenaufgang geweckt.
Es weht schon ein toller Duft durch den Morgen, also sind auch die Duschen bereits warm. Und am Wasserloch sehen wir eine Kudu-Familie – ist das ein gutes Omen für den Etosha?
Nach einem ausgiebigen Frühstück müssen wir diese herrliche Lodge leider verlassen. Ja, hier hat es uns sehr sehr gut gefallen. Wir werfen noch einen letzten sehnsüchtigen Blick zurück.
Aber: heute geht es endlich in den Etosha.
Wir haben den Etosha ganz bewusst ans Ende unserer Reise gelegt. So haben wir uns die ersten Wochen über jede Sichtung, über jedes Tier, das wir gesehen haben – und das waren bisher ja noch nicht soooo viele – gefreut. Und nun werden wir wohl hoffentlich mehr davon sehen.
Aber zuerst geht es nach Outjo zum Tanken – das hat auch funktioniert - und zum Einkaufen. Tja, das war dann das Problem. Es gibt hier zwar eine richtig deutsche Bäckerei mit Café, aber die Regale des „Supermarktes“ waren leer. Es gab eigentlich ausser Wasser und Bier nichts zum Einkaufen. Na ja, dann müssen wir halt die nächsten Tage von unseren Vorräten leben und etwas improvisieren.
Und dann geht es auf feinstem Asphalt – ja inzwischen freuen wir uns darüber – weiter in Richtung Etosha. Am Anderson Gate dann Stau. Manche Autos müssen alles ausräumen und/oder werden „desinfiziert“. Das dauert natürlich. Doch wir dürfen gleich durchfahren, nachdem wir die Formalitäten erledigt haben. Unsere Ausweise werden verlangt und dann wird alles andere elektronisch! erfasst. Wie fortschrittlich.
Am Anderson Gate ist auch gleich ein Wasserloch, Ombika, an dem oft Löwen zu sehen sein sollen. Aber auch um die Mittagszeit? Hansi ist skeptisch. Doch ich will da unbedingt hin. Schau, gaanz viele Zebras. Sind die schön.
Aber was ist das da unterm Baum?
Wir können unser Glück kaum fassen: Rechts und links der Pad liegt ein Rudel Löwe mit etwa 10-12 Tieren. Keine 10 Minuten im Park und wir sehen gleich sooo viele Löwen.
Und auf der Weiterfahrt dann auch noch Giraffen.
Und dann erreichen wir das Camp Okaukuejo, wo wir 2 Näche bleiben.
Und bekommen erst einmal einen „Kulturschock“ (ja, wir wussten es ja, aber dennoch) 😊 . Das ist ein riesengrosses Camp mit vielen vielen Menschen und Massenabfertigung. Zuerst gehen wir an die Rezeption, wo wir zum einen das Permit für die nächsten Tage bezahlen müssen und wo wir unseren Campingplatz zugewiesen bekommen. Geht alles mit Karte! Wir essen am Kiosk noch eine Kleinigkeit – der Hamburger ist echt ok , das Restaurant hat uns überhaupt nicht angemacht – gehen noch ein paar Dinge einkaufen und machen uns dann auf den Weg zum Campingplatz – wir haben die Nummer 40 am Zaun, dort sind die „schöneren“ Plätze. Natürlich ist der Platz riesig, aber was anderes haben wir auch nicht erwartet. Es gibt ausreichend Sanitärhäuschen und das Wasserloch ist innerhalb von ein paar Minuten erreicht.
Das Begrüssungskomitee wartet schon auf uns – herzlich willkommen bei uns.
Und was mir erst beim Durchschauen der Fotos aufgefallen ist: Es gibt kein einziges Foto vom Campingplatz.
Wir machen uns kurz frisch und gehen dann gleich auf Pad: Dort sehen wir die „üblichen“ Verdächtigen:
Da bekommt das Wort Zebrastreifen eine ganz neue Bedeutung 😁
Aber dann, was ist das? Ganz da hinten unser erster Elefant – der darf dann auch kaum zu sehen sein 😎
In Olifantsbad ist dann eher wenig zu sehen.
Also fahren wir noch weiter bis zum Wasserloch Aus. Auch dort ist eher weniger los.
Und wir wollen schon losfahren. Doch dann auf einmal kommt ein Nashorn mit ihrem Kleinen zum Wasserloch. Wie schön das ist solche Tiere in der freien Natur beobachten zu können.
Doch wir werden „nervös“ und fangen das Rechnen an. Es ist jetzt gleich 16:45 Uhr – das Gate schliesst um 17:25 und es sind 30 Kilometer bis zum Camp, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 60 Kilometern brauchen wir also 30 Minuten. Somit können wir noch 10 Minuten schauen.
Schweren Herzens verabschieden wir uns von diesem Wasserloch, gerne wären wir länger geblieben.
Und was nun folgt ist unser „Höllenritt durch den Etosha“, nichts für schwache Nerven. Die obige Rechnung geht nämlich nur auf, wenn man überall 60km fahren könnte. Und das kann man eben nicht überall. Wir haben also zwei Möglichkeiten: am 1.Tag aus dem Park geschmissen werden, weil wir zu spät ans Tor kommen oder aus dem Park fliegen, weil wir die Höchstgeschwindigkeit nicht einhalten. Wir entscheiden uns für das Letztere: Im „Blindflug“ – weil gegen die Sonne - fahren wir die letzten Kilometer mit gut 100 durch den Park.
Und das schlimmste dabei: Was für tolle Motive hätten wir die letzten 10 Minuten gehabt: Ein stattlicher Löwe ist kurz neben unserem Camper mitgelaufen (ohne Bild).
Dieser Elefant stand einfach so in der Pampa rum.
Und dann eigentlich das Wahnsinns-Motiv: Giraffenherde im Sonnenuntergang.
Wir hatten nur die Uhr im Blick – noch fünf Minuten bis zur Schliessung des Gates – und haben uns nicht die Zeit genommen, dieses Motiv zu geniessen.
Aber wir sind aber sehr langsam und vorsichtig an den Giraffen vorbeigefahren.
Tja, dann um 17:23 Uhr haben wir das Gate passiert. Uff! 🙂 Was aber das Schlimmste war: Das Gate war um 18 Uhr immer noch offen! Wir hätten also noch genügend Zeit gehabt, um unsere Motive auch zu geniessen. 😈
Schnell zum Campground, eine Kleinigkeit essen und dann noch einen Blick aufs Wasserloch werfen. Das war unser Plan. Aber: Unser Platz war besetzt und weit und breit niemand zu sehen, der uns weiterhelfen könnte. Mist. Also bin ich zurück zur Rezeption gelaufen – fahren ging ja nicht wegen den Gates - um nach einem neuen Platz zu fragen. Dort war aber noch die Hölle los: jede Menge Neuankommende. Nach einer Ewigkeit war dann die Reihe an mir: Ja, da wollten Freunde zusammen einen Platz haben und sie könnte uns die Nummer ich weiss nicht mehr am anderen Ende des Platzes geben. Ok, ist auch egal. Am Campingplatz habe ich dann Hansi wild gestikulierend mit den „Campgroundwächtern“ vorgefunden – hätten die nicht mal früher dort sein können? Und Hansi kann halt kein Englisch!
Was wir dann aber alle verstanden haben: Wir sollen auf den Platz 3x gehen, der wäre frei. Und was ist mit der Nummer, die ich bekommen habe? Nein, die haben sie heute schon vergeben. Wir sollen auf die 3x, morgen könnten wir dann, wenn wir wollen auf den anderen Platz gehen. Was für eine Aktion. Inzwischen ist es stockdunkel und wir haben nur noch Hunger. Also schnell noch den Grill angeworfen und was zum Essen gemacht.
Auf das Wasserloch hatten wir keine Lust mehr. Am nächsten Morgen haben wir erfahren, dass sich dort Löwen herumgetrieben haben.
Teil 3116. Aug. 2015
Tag 26: Sonntag, 5.Juli 2015 – Rund um das Camp Okaukuejo
Wir stehen früh auf – was für ein Sonnenaufgang - und gehen erst einmal ans Wasserloch – aber dort herrscht Totenstille.
Schade. Also gehen wir zurück und frühstücken erst einmal. Wir beschliessen, den Platz nicht zu wechseln, weil wir sonst alles wieder zusammenpacken müssten. Ganz im Gegenteil. Wir lassen alles am Platz stehen – wir markieren ihn sozusagen.
Wir fahren an diversen Wasserlöchern vorbei zum Märchenwald und dem Wasserloch Grünewald. Die Wasserlöcher sind aber alle ausgetrocknet und der Märchenwald eine Enttäuschung. Ausser ein paar Giraffen bekommen wir nichts zu sehen, nicht einmal die Springböcke.
Ach stimmt nicht ganz: Es sind ja auch Oryxe, Zebras und Gnus unterwegs und ein paar Springböcke sehen wir auch, wir waren halt etwas enttäuscht an diesem Morgen 😐 . Aber das war ja gar nicht nötig.
Und wir sehen diese interessanten Vögel:
Ach ja, in dem Baum lebt ein Waran - nein, den haben wir nicht selber entdeckt, da hat uns jemand mit guten "Besitzkenntnissen" darauf aufmerksam gemacht. Den hätte man sonst wirklich nicht gesehen 🙂
Dann kommen wir gegen 12:30 Uhr ans Wasserloch Okondeka. Angesichts der Uhrzeit machen wir uns keine grosse Hoffnung. Aber: Hier ist ein Kommen und Gehen: Strausse sind da, dazwischen Springböcke und Oryxe und Kudus, auch die Gnus gehören dazu. Zuerst dürfen die einen ans Wasserloch und dann die anderen. Alles schön geordnet, als gäbe es untereinander eine Absprache.
Es war einfach schön, diesem Kommen und Gehen, diesem Miteinander zuzuschauen.
Am Platz – es gibt doch ein Bild davon - machen wir uns eine Kleinigkeit zu essen, ich gehe zur „Laundry“ – hier steht tatsächlich eine alte Waschmaschine rum, doch leider „out of order“. Also ist handmade angesagt. Und wir führen dann natürlich die Platzdiskussion – wir hätten ja wechseln sollen - und „gewinnen“ – wir bleiben am Zaun stehen und wechseln nicht.
Heute nachmittag werden wir hier am Wasserloch bleiben - Fortsetzung folgt 😎
Teil 3216. Aug. 2015
Immer noch Tag 26: 5.Juli 2015 - Waterhole TV – Part1
Am nachmittag gehe ich mit Wasser, etwas zum Naschen, Sonnenhut und Fotoapparat bewaffnet ans Wasserloch. Die neue Serie „Waterhole TV“ startet hoffentlich bald. Anfangs ist – mal wieder – nur wenig zu sehen.
Ein paar Springböcke haben Durst.
Dann kommen noch ein paar Zebras angetrabt. Hach, wie erfrischend ist das Wasser.
Aber was ist das? Wo? Da links? Wow - eine ganze Herde Elefanten, etwa 25 Tiere, ist auf dem Weg zum Wasserloch.
Die Zebras sind immer noch glücklich und zufrieden im Wasser.
Aber die Elefanten haben auch Durst und wollen ans Wasser
Platz da, jetzt kommen wir:
Das sind zu viele - die ersten Zebras geben nach und verlassen fluchtartig das Wasser. Hilfe, die Elis kommen 🤩
Noch mehr Elefanten drängeln in Richtung Wasser.
Die Zebras haben keine Chance - und auch die letzten mutigen Tiere ergreifen vor so viel Übermacht die Flucht.
So, Kinder! Das Wasserloch ist nun eures, der Badespass kann beginnen. Man sieht den Tieren - vor allem den Jungtieren - förmlich an, was für einen Spass sie dabei haben.
Aber zuerst wird getrunken - Durst!
Und dann gibt es kein Halten mehr - ab ins kühle Nass.
Das ist ein Spass - da wird getobt und es werden Kräfte gemessen. Bis auf das übermütige Tröten des ein oder anderen Jungbullen und dem spitzenden Wasser ist kaum was zu hören. Auch das Publikum ist muksmäuschenstill und starrt gespannt auf die Szenen, die sich da abspielen.
Die ersten entdecken das Sandbad - wow macht das Spass, sich noch voll nass mit Sand zu bespritzen! Was für eine tolle Sauerei 😗
Inzwischen hat sich auf dem Platz herumgesprochen, was hier im "Waterhole TV" geboten wird - die Buschtrommel funktioniert.
Doch dann - wir können es kaum glauben - gekommt die Elefantenherde Besuch von der Verwandtschaft, etwa 25 weitere Tiere kommen dazu.
Nicht alle scheinen sich zu mögen und die ersten Elis treten den Rückzug an.
Doch die meisten Elis scheinen sich zu mögen und haben keine Berührungsängste.
Im Gegenteil, sie werden zum Mitmachen eingeladen: Hey, kommt rein - das ist echt erfrischend hier und wir haben jede Menge Spass. Platz gibt es noch genügend.
Das lassen sich die Neuankömmlinge nicht zwei Mal sagen - Yuhuu! Danke für die Einladung.
Und so beginnt der Badespass von vorne - ab ins kühle Nass.
Dann die Sauerei mit dem Sand 😄
Reicht es euch immer noch nicht? Ganz unbemerkt ist Familie Giraffe aufgetaucht. Auch sie haben Durst und würden gerne ans Wasser gehen.
Doch Giraffen sind wohlerzogen und warten geduldig im Hintergrund, bis sie an der Reihe sind.
Die Elis haben aber noch lange nicht genug.Schliesslich war heute ein langer und heisser Tag und es passiert ja nicht jeden Tag, dass man die Verwandtschaft am Wasserloch trifft.
Doch dann scheinen die Elis endlich genug zu haben, die ersten Tiere treten den Rückzug an.
Darauf hat diese mutige Giraffe nur gewartet. Endlich ans Wasser, endlich trinken.
Doch, hier am Wasserloch gelten andere Gesetze. Man darf erst dann ans Wasserloch, wenn es die Elis ausdrücklich gestattet haben. Also: Verpiss dich, bis wir euch das ok geben.
Ist das klar? Habt ihr das verstanden?
Ja, haben sie. Die Giraffen warten nun geduldig im Hintergrund, bis sie endlich das ok bekommen.
So, habt ihr eure Lektion gelernt? Jetzt seid ihr dran. Bitteschön!
Endlich - die Giraffen haben nun auch lange genug gewartet und haben auch einen langen Tag hinter sich. Sie wollen nun endlich trinken. Sieht halt immer witzig aus. Giraffenyoga sozusagen.
Happy End - aber noch nicht das Ende.
Die Elefanten haben nun endgültig genug und die restlichen Herden ziehen sich zurück. Lediglich die Bullen gehen ihre eigenen Wege.
So lautlos wie sie gekommen sind, sind die Tiere auch wieder gegangen. Was für ein Glück, so eine Vorstellung erleben zu dürfen - "Reality-Tier TV" vom Feinsten.
Doch noch ist die Vorstellung nicht ganz zu Ende: Auch die Oryxe wollen endlich ein Bad nehmen, jetzt, wo die ganze Aufregung vorbei ist.
Und nun haben auch diese Tierchen eine Chance, wahrgenommen zu werden.
Wir haben genug und "zappen". Eine gute Gelegenheit, um ins Camp zurückzgehen und den Grill anzuwerfen. Für den späten Hunger legen wir noch ein paar Kartoffeln in die Glut. Wir wollen nochmals einen Blick ins "Waterhole TV" werfen.
Teil 3316. Aug. 2015
Immer noch Tag 25: Sonntag, der 5.Juli 2015 - Waterhole TV Part2
Hier sind wir also wieder, mit einem Glas Wein "bewaffnet" und hoffen, dass "Waterhole TV - Part2" genausogut wird, wie der 1.Teil.
Wir kommen gerade richtig: Ein Rhino mit ihrem Kleinen ist gerade am Trinken.
Dann kommen zwei Elis dazu, doch das scheint die beiden in keinster Weise zu stören:
Doch was ist das da links? Kaum zu glauben, ein einzelnes Rhino geht zielstrebig zum Wasser und trinkt. Ob das gut geht?
Wer treibt sich sonst noch so hier rum?
Ein Schakal - die sind auf dem Campingplatz inzwischen eine richtige Plage geworden.
Eine Giraffe - die scheint die Rhinos aber nichts auszumachen. Die scheinen etwas toleranter zu sein, wie die Elis heute nachmittag.
Oh, das sind sogar zwei Giraffen - wie schön!
Aber was ist da passiert, während wir die Giraffen beobachtet haben?
Das einzelne Rhino hat sich der Mutter mit ihrem Kleinen genähert.
Ob das eine gute Idee war? Ob das gut geht?
Mama Rhino geht sofort in Verteidigungshaltung - wenn es um ihr Junges geht, versteht sie keinen Spass.
Das scheint auch der einzelne Rhino bemerkt zu haben und sucht das Weite.
Siehst Du Kleines, alles Gut und jetzt gehen wir schlafen, war ein langer und aufregender Tag. 😗
Ja, das gilt auch für uns. Wir gehen zurück zum Camp, wo unsere Kartoffeln natürlich schon längst Brickets geworden sind. Egal, bei so einem spannenden Programm kann man nicht einfach abschalten. Morgen ziehen wir weiter ins Camp Halali, wo wir ebenfalls zwei Tage bleiben werden.
Doch was ist das? Hat da nicht gerade ein Löwe gebrüllt. Also, schnell zurück zum Wasserloch. Doch da ist nichts zu sehen, nur das Brüllen der Löwen ist zu hören. Also gehen wir wieder zurück zum Camp und kriechen in unseren Camper: Und das ist unheimlich: Wir schlafen mit dem Gebrüll der Löwen ein.
Camp Okaukuejo:. Hier hat uns der "Massentourismus" voll erwischt. Das Camp an sich hat alles, was man braucht: Einen Shop, in dem man das wichtigste bekommt, die Rezeption, an der man das Permit bezahlt und sich fürs Camp und die anderen Unterkünfte anmelden muss, ein Restaurant, das uns gar nicht gefallen hat, einen Kiosk, wo man eine Kleinigkeit essen und trinken kann und einen Swimmingpool. Alles ist zweckmässig gemacht und eigentlich schon in Ordnung. Wir waren halt so viele Menschen auf einmal nicht mehr gewohnt. Das Highlight ist aber sicherlich das Wasserloch. Man sitzt im Halbkreis darum herum und nur durch einen Zaun von den Tieren getrennt. Ich würde das nächste Mal vielleicht noch einen Tag in diesem Camp bleiben und dann wirklich den ganzen Tag hier verbringen anstatt rumzfahren. Egal mit wem wir unterwegs gesprochen haben, die besten Sichtungen hatten alle am Wasserloch von Okaukuejo.
Teil 3416. Aug. 2015
Tag 27: Montag, 6.Juli 2015 – es geht weiter nach Halali
Auf dem Platz ist es schon früh morgens sehr „unruhig“. Also stehen auch wir auf, frühstücken und kommen bereits vor 8 Uhr los. Eigentlich wollten wir noch tanken gehen, aber es gibt irgendwelche technischen Probleme. Nicht schlimm. Die Tankanzeige blinkt zwar immer noch, aber wir haben ja erst getankt.
Wir fahren zum Pan Lookout und was sehen wir? Nichts – Salzpfanne und einen Strauss. Das fängt ja gut an 😐
Aber dann: Autos auf der Strasse – und da vorne ein Rudel Löwen. Besser gesagt zwei Löwinnen, die voran laufen und weiter hinten ein stattlicher Löwe.
Die laufen praktisch vor unserem Auto über die Strasse.
Die drei trotten wie von einer Schnur gezogen vor sich hin.
Ja wo trotten die denn hin? Eigentlich können die ja nur zum Wasserloch Sueda oder Salvadora laufen. Also nichts wie hin. So denken nicht nur wir. Aber auch nach 30 Minuten Warten bleiben die drei Löwen dort wo sie sind – irgendwo im Busch versteckt.. Schade, wir beschliessen weiter zu fahren.
Unterwegs sehen wir diese Gnu-Herde.
Und wir versuchen unser Glück an der Wasserstelle Rietfontein. Ja, und wir haben mal wieder Glück: Waterhole TV Part3: Es kommt gerade ein Rhino aus dem Busch. Wir können unser Glück kaum fassen: Schon wieder ein Rhino.
Dieser Rabe beobachtet uns die ganze Zeit und versucht mit allen Mitteln unsere Aufmerksamkeit zu bekommen:
Doch dann kommen von rechts ein paar Elefanten. Nicht so viele wie gestern, aber eine stattliche kleine Familie, und auch ein paar Minis sind dabei.
Und wie nah die an uns vorbei laufen – dieses Mal ist kein Zaun dazwischen. 😊
Schnurstracks laufen sie auf den hinteren Teil des Wasserlochs zu.
Somit können die Oryxe im Vordergrund das Wasser geniessen.
Und die Springböcke dürfen ja eh immer alles 😁
Bei der Gelegenheit müsste ich auch mal - No chance: die nächste Toilette ist in Halali. Und aussteigen ist strengstens verboten.
Hier scheint es auch etwas lockerer zuzugehen, wie am letzten Wasserloch. Auf jeden Fall rennen die Zebras nicht davon.
Dann kommt noch eine Gnu-Herde dazu. Auch ganz dicht an uns vorbei. Wahnsinn. Wir sitzen ganz still in unserem Camper.
Und auch hier kommt man miteinander aus.
Und dann ist es auch schon wieder Zeit weiter zu fahren. Unsere nächste Station ist Halali.,
Das Camp ist nicht ganz so gross wie Okaukuejo und etwas familiärer, aber auch auf Massentourismus ausgerichtet. Früher konnte man sich am Campground wohl einfach einen Platz aussuchen. Das scheint sich aber nicht bewährt zu haben. Jetzt bekommen wir einen Stellplatz zugewiesen, Site 15. Wir müssen etwas suchen, weil der Platz etwas unübersichtlich angelegt ist. Und man hat wohl auch zwischendurch mal die Nummerierungen geändert, so dass auch nicht immer klar ist, was zu welchem Platz gehört. Und das ist hier das Problem: Unser Platz ist in der Mitte einer 5er Gruppe. Das lässt sich aber nur mit Hilfe des Planes und einem Ordner klären. So, damit sind die Verhältnisse fürs erste geklärt. Eine Gruppe, die unseren halben Platz mit in Anspruch genommen hat, ist etwas verärgert und verlangt nach einem weiteren Platz.
Wir „markieren“ unseren Platz erst einmal – man weiss ja nie – und gehen nochmals einkaufen. Als wir zurückkommen haben wir neue Nachbarn. Es stellt sich dann aber heraus, dass auch sie die Nummer 15 hätten. Ähm gerne können sie dort in der Ecke bleiben, aber sie gehen nach einem anderen Platz fragen. Kurz darauf nochmals jemand für die andere Ecke, mit denen wir und der „Platzwart“ nochmals die Verhältnisse klären mussten. Also irgendwie kriegen die das hier nicht so ganz auf die Reihe mit der Platzvergabe.
Wir haben keinen Bock mehr auf diese "Diskussionen" und gehen ans Wasserloch. Das ist hier nur über einen kleinen Fussmarsch zu erreichen und ist auch nicht annäherungsweise so gross wie das gestrige. Aber: Waterhole TV Part 4
Wir haben mal wieder Glück und ein Nashorn lässt sich sehen. Schon wieder ein Nashorn. Es kommt aus dem Busch, trinkt, schaut in die Runde und scheint sich zurückzuziehen.
Aber: Nein, es hat immer noch Durst und überlegt es sich ander. Also geht es nochmals zum Wasserloch zurück.
War es das jetzt? Aber hallo – kann so ein Nashorn so viel Durst haben? Es kann.
Ja, dann reicht es aber und wir können nur noch diesen tollen Sonnenuntergang bewundern.
Am Camp hat sich die Lage beruhigt und jeder scheint seinen Platz gefunden zu haben. Wir essen noch eine Kleinigkeit, zünden unser Lagerfeuer an und kriechen dann hundemüde aber glücklich in unsere Koje. Inzwischen ist es abends so warm, dass wir keine zusätzlichen Jacken mehr brauchen und auch die zweite Decke wird nun nicht mehr benötigt.
Teil 3517. Aug. 2015
Tag 28: Dienstag, 7.Juli 2015 – Rund um Halali
Auch hier ist es schon sehr früh sehr unruhig Also kriechen auch wir aus unserem Camper heraus, gehen duschen und frühstücken. Bevor wir losfahren, versuchen wir alle vier Ecken unseren Platzes zu markieren – wir haben keine Lust mehr auf leidige Diskussionen. Die Tankstelle hat bereits auf, so dass wir unseren Camper volltanken können. Kartenzahlung ist hier möglich. Ein kleiner Rundgang um die Tankstelle ist lohnenswert. Das ist die Wanne zum Reifenflicken.
Unsere heutige „Strategie“: Wir wollen nicht kreuz und quer durch den Park fahren, sondern konzentrieren uns auf ein, höchstens zwei Wasserlöcher. Noniams ist unser erstes Ziel. Hier sollen sich hunderte Zebras aufhalten. Schauen wir mal. Auf dem Weg dorthin können wir unseren Augen kaum glauben: Minutenlang zieht ein Zebra hinter dem anderen über die Strasse. Sie sind nicht zu hören, nur zu sehen.
Sie kommen einzeln rechts aus dem „Wäldchen“ und verschwinden dann links in der Steppe. Wow!
Wir nutzen eine Lücke, weil wir zum Wasserloch wollen. Doch Fehlanzeige. No water in the waterhole. Also fahren wir wieder zurück. Und die Zebrawanderung ist immer noch im Gange. Eines nach dem anderen trottet über die Strasse. Jetzt kommen sie von links und verschwinden rechts 😄
Wenn Noniams ausgetrocknet ist, vielleicht ziehen die dann alle nach Goas? Das soll – gemäss Beschreibung – auch eine sehr gute Wasserstelle sein. Also nichts wie hin.
Waterwhole-TV Part5
Auf der Anfahrt zur Wasserstelle sehen wir wieder die nicht enden wollenden Zebraherden – und wieder bekommt das Wort Zebrastreifen eine ganz andere Bedeutung.
Sie alle zieht es zum Wasserloch. Es ist ein Kommen und Gehen. Wenn die Zebras mit Trinken fertig sind, gehen sie wieder zurück, während die Zahl der ankommenden Tiere nicht nachlässt. Das waren nicht hunderte – das waren Tausende – sag ich mal.
Während wir mit der Beobachtung der Zebras beschäftig waren, hat sich der Fahrer des Autos links von uns auf den Busch konzentriert. Und was macht ein jeder Touri im Etosha, wenn jemand anhält oder angestrengt in eine Richtung schaut? Er schaut auch mal. Erst haben wir nichts gesehen, aber dann: Dort im Gebüsch.
Dort lag ein stattlicher Löwe wohl schon eine ganze Weile rum und hat sich das Schauspiel aus sicherer Entfernung angeschaut. Wahrscheinlich hatte der sein Frühstück schon gehabt. Dann trottete er von dannen.
Goas besteht eigentlich aus zwei Wasserlöchern und wir fahren zum oberen Teil, in der Hoffnung dort nochmals auf den Löwen zu treffen. Und wir haben Glück und können noch einen Blick auf ihn werfen.
Doch dann hat er genug und verzieht sich ins Unterholz. Schade.
Die nächsten 30 Minuten tut sich gar nichts: Kein Löwe mehr, keine Springböcke, gar nichts. Nur die Zebras, die immer noch Tier für Tier ankommen.
Doch dann: Nach und nach kommen 3 Giraffen von hinten aus dem Wäldchen heraus.
Während sich bei uns vereinzelte Springböcke und Schwarznasenimpalas sehen lassen. Haben die nicht nette "Puschels"? Die sind uns noch nie so richtig aufgefallen 🤪
Bei den Tieren am "hinteren" Wasserloch geht es wild durcheinander - die haben keinerlei Berührungsängste: Giraffe mit Zebra
Giraffe mit Kudu
Hier verträgt man sich halt:
Während die Tiere bei uns eher unter sich bleiben. Die Springböcke – wo kamen die nur alle her? - verlassen das Wasserloch und machen den Kudus Platz.
Die Kudus sind sehr vorsichtig, wahrscheinlich riechen sie den Löwen.
Und dann plötzlich - nachdem die Kudus das Wasserloch verlassen haben - kommen Dutzende von Schwarznasenimpalas.
Und dann ist weitgehend Ruhe. Die Giraffen haben sich ins Gebüsch zurückgezogen, die meisten Zebras sind von dannen gezogen, nur ein einzelner Oryx ist noch zu sehen.
Wie hat das Elsa so schön geschrieben: Die ganze Arche Noah hat sich wieder blicken lassen. Ein schönes Bild.
Zeit für uns zum Camp zurückzufahren. Den nachmittag verbringen wir mit relaxen, Postkartenschreiben – ja, so altmodisch bin ich noch – und Tagebuch schreiben.
Während Hansi noch etwas Augenpflege betreibt, mache ich mich auf den Weg zum Wasserloch.
Teil 3617. Aug. 2015
Immer noch Tag 28: Dienstag, 76.Juli 2015 – Waterhole TV Part6
Zuerst war es eher ruhig am Wasserloch.
Doch dann kann die Vorstellung beginnen: 😎 Die Elis kommen und zwar ganz lautlos, plötzlich sind sie da. Nicht so viele wie gestern, aber dennoch schön anzusehen.
Und auch hier haben gross und klein viel Spass mit dem kühlen Nass.
Inzwischen ist auch eine kleine Zebraherde aufgetaucht, die auch ans Wasser möchte.
Das stört die Elis jedoch wenig - erst einmal sind sie dran 🙂
Familienrat: Was meint ihr, sollen wir sie reinlassen?
Komm, wir wollen doch eh bald gehen - lass uns mal nett sein.
Das ist aber lieb von euch - wir haben ja sooooo Durst.
Ja, und was machen wir nun? Lass uns doch mal besser in den Schatten gehen - es ist heiss hier . Und es muss uns ja nicht jeder gleich sehen.
Tschüss, Zebras. Wir sind dann mal da hinten, wenn das wäre.
Das ist doch die Gelegenheit für die Giraffe. Vorsichtig nähert sie sich dem Wasserloch.
Ist da jemand? Ein kurzer Blick nach rechts und nach links
Die Luft schein rein zu sein - wenn sie sich da nicht mal täuscht - also nichts wie ab ans Wasser. Man weiss ja nie, wann die doofen Elis kommen.
Kommt her ihr Springböcke - habt ihr auch Durst? Mich stört ihr nicht.
War da was? Hat da nicht ein Eli trompetet?
Hm, ich geh mal lieber wieder. Das gefällt mir hier nicht
Und so ganz unrecht hatte die Giraffe ja gar nicht - Hier sieht man, dass die Elis immer noch da sind.
Ende der Vorstellung. Ich gehe zu Hansi zurück, der schon auf mich gewartet hat und währenddessen mit der Kamera herumgespielt hat - ist das nicht eine nette Spielerei?
Komm, lass uns einen Sundowner mitnehmen und hoch auf den Hügel gehen - schliesslich gibt es heute was zu feiern - jetzt kommt Kontrastprogramm "Romantic TV" 🙂 .
Hinter dem Parkplatz geht nämlich ein schmaler Pfad hoch auf den kleinen "Hill" - dort wo auch der Sendemasten steht. Und hier gibt es diese schönen Bäume und von hier aus hat man natürlich einen schönen Blick nach unten.
Der hat´s aber eilig - aber er wird es noch schaffen 😄 So sind wir vor zwei Tagen durch den Park gerast 😗 .
Und dann geniessen wir den Sonnenuntergang.
Ist das nicht ein schöner Platz für einen Sundowner. Und was wir zu feiern haben? Heute vor 15 Jahren haben wir geheiratet. Und damals hätten wir es uns nie träumen lassen, dass wir 15 Jahre später hier, mitten in Afrika, an so einem schönen Platz zum Sundowner sitzen werden.
Leider hat es von der Planung her nicht gepasst, dass wir heute an einer schönen Lodge sind. Also müssen wir uns mit dem letzten Stückchen Fleisch und Folienkartoffeln zufriedengeben. Dazu gibt es aber einen richtig guten Wein. Wer braucht schon ein Feinschmeckermenü, wenn Hansi dabei ist, der uns die letzten Wochen schon so lecker bekocht hat? Eben! Und auch dieses Essen war wieder Schmakofatz. 😄 Wir sitzen heute lange draussen in der lauen Nacht und geniessen unser nicht enden wollendes Lagerfeuer. Und wir wissen, dass dieser Urlaub bald zu Ende gehen wird. Seufz 😕
Camp Halali: Dieses Camp hat uns schon besser gefallen wie Okaukuejo. Auch wenn das Wasserloch hier lange nicht so viel zu bieten hat. Es geht hier einfach familiärer um. Die Sanitäranlagen sind auch hier sauber und ausreichend vorhanden. Nur mit der Platzvergabe müssen sie noch etwas üben....
Teil 3717. Aug. 2015
Tag 29: Mittwoch, 8.Juli 2015 – Der letzte Tag im Etosha 😐
Heute früh werden wir sauer: Der „Viehtransport“ 😗 – sorry, so nennen wir die MenschenTransporter mit Aussicht – fängt bereits gegen 5 Uhr – in Worten fünf – Uhr an, abzubauen, und zwar lautstark. Es wird laut gesprochen, gelacht !!! und gepfiffen. Die Damen – ja es sind die Damen – machen einen Heidenlärm in der Dusche. Wie gesagt: morgens um fünf Uhr und: ce sont des francais!!!! Incroyable. 😈 Frechheit. Also machen wir uns auch fertig, aber leise. Schliesslich wollen wir nicht noch mehr Leute aufwecken.
Unser heutiger Plan: Wir bereiten alles fürs Frühstück vor und nehmen es mit ans Wasserloch. Abfahrt hier im Camp um 6:30 Uhr. Unser Ziel: Kalkheuwel. Heute fahren wir der Sonne entgegen.
Zuerst werfen wir noch einen Blick auf Goas, aber dort ist tote Hose. Also fahren wir weiter. Unterwegs sehen wir tatsächlich einen Eli und ein Rhino zusammen. Ist das nicht toll. Ganz nah dran sind die beiden.
Und tschüss
Und noch eine Herde Zebras. Ich kann mich gar nicht sattsehen an Zebras.
Und dann dasselbe Bild, das wir auch gestern schon hatten: Ein Zebra am anderen trottet die Strasse entlang. Wie an einer Schnur gezogen. Wow!
Am Wasserloch Kalkheuwel angekommen steht nur ein weiteres Auto da. Die haben wohl denselben Plan wie wir und sitzen zusammen mit uns den ganzen vormittag hier rum. Wir fangen an, unser Frühstück vorzubereiten: Kaffee mit Milch und Müsli. Alles griffbereit vorne im Auto. Und hier geniessen wir dann das Frühstücksfernsehen: Waterhole TV Part7 Zuerst sind nur wenige Tiere zu sehen: Ein Schwarznasenimpala
meine „Freunde“, die Perlhühner, die ich doch öfter vor die Linse bekommen habe, wie gedacht 🙂
Und dann kommen auch endlich die Zebras, die wir ja unterwegs schon gesehen haben.
Und auch heute sind das bestimmt hunderte von Tiere – nicht so viel wie gestern, aber das Wasserloch ist auch kleiner.
Man kann gar nicht mehr oben und unten, rechts und links unterscheiden.
Doch dann kommt Unruhe, fast schon Panik auf. Die Perlhühner sind ganz aufgeregt und die Zebras laufen panisch davon. Was ist da los?
Da, dort im Gebüsch 🤩
Ein Leopard. Wir sehen ihn für den Bruchteil einer Sekunde und dann ist er auch schon weg.
Die Vögel beruhigen sich wieder, die Perlhühner auch.
Die Oryxe haben wohl gar nichts mitbekommen – sie trotten ganz unbedarft ans Wasser.
Und lerne wieder was dazu: auch die Oryxe knien sich zum Teil hin beim Trinken. Dann ziehen sie wieder davon. Wir wollen mit dem all hier nichts zu tun haben.
Die Impalas – hier noch einer mit „Puschel“ – haben sich wieder beruhigt
Und die Zebras auch.
Ein Strauss – den haben wir schon lange nicht mehr gesehen – traut sich ebenfalls ans Wasserloch.
Und dann kommen die Kudus – die sind aber sehr sehr skeptisch...
... und auf einmal springen sie panisch davon.
Ist der Leopard doch noch in der Nähe? Nichts zu sehen.
Dann trauen sich die Kudus – sehr sehr vorsichtig und immer fluchtbereit – doch noch ans Wasser.
Und auch die Warzenschweine haben Durst – es ist aber gar nicht so einfach die zu fotografieren.
Und dann wird es ruhig am Wasserloch. Nur noch diese Papageien sind zu sehen.
Das ist dann auch das Ende von "Waterhole TV" - die Produzenten fahren weiter ins Camp Namutoni, wo der Ausflug in den Etosha Park dann auch endet 🙁
Hier haben wir, obwohl wir bereits im August letzten Jahres mit den Buchungen angefangen haben, keinen Platz mehr bekommen. Soviel zum Thema, man bekommt immer noch einen Platz. Das war hier aber nicht ganz so schlimm, weil Onguma ja direkt um die Ecke liegt. Und dort haben wir dann unser "Ausweichquartier" bekommen und gebucht. Trotzdem machen wir hier einen kurzen Halt und essen am Kiosk eine Kleinigkeit. Und auch hier, kann man nicht meckern – ist vollkommen ok. Eigentlich wollten wir noch um die Fischer´s Pan herumfahren, doch heute ist es Hansi nicht so gut – die Nase läuft und läuft und läuft. Also verlassen wir bereits um die Mittagszeit den Etosha Park. Auf dem Weg zum Lindequist Gate sehen wir dann noch einen Elefantenbullen, der doch tatsächlich die alten vertrockneten Äste isst, obwohl daneben noch schöne grüne Blätter auf dem Baum sind.
Am Gate müssen wir durch die Disease Control – nein – und dieses Mal stimmt es wirklich – wir haben wirklich kein Fleisch dabei. Dann werden die Autoreifen desinfiziert, wir müssen über ein mit was auch immer getränktes Tuch laufen und dann sollen wir clean sein – Na ja, ob das wirklich hilft?
500 Meter nach dem Gate geht es dann auf der linken Seite ab und zwar zur Etohsa Aoba Lodge auch wenn man nach Onguma möchte (rechts ist der Abzweig zur Mokuti Lodge). Also aufpassen – wir sind auch zu weit gefahren. Nun geht es 13 km weit durch die Farmstrasse. Gleich nach dem Tor „trennen“ sich die Wege. Wir haben auf dem neuen Campground Tamboti reserviert. An der Rezeption angekommen, werden wir freundlichst begrüsst. Man zeigt uns den Swimmingpool und bringt uns zum Campground. Wir können gerne im „Restaurant“ essen oder Frühstücken, müssen uns aber rechtzeitig anmelden. Wir gehen erst einmal auf unseren Platz: Wow – Gras, frisches grünes Gras. Wann haben wir das letzte Mal Gras – grünes Gras – gesehen?
Wir haben ein eigenes Sanitärhäuschen mit allem Drum und Dran. Wahnsinn. Was für ein Luxus. Dabei hatten wir die letzten Wochen doch gar keine Entbehrungen. 😄 Während Hansi sich hinlegt, erkunde ich den Platz. Der Swimming Pool ist schon sehr schön...
... es stehen lauter alte – und deutsche, wir uns erzählt wird – Gerätschaften herum
.. und ich schaue mir natürlich auch noch das „Wasserloch“ an. Sorry, die Sendung Waterhole TV muss heute wegen mangelnder Teilnehmer leider ausfallen. Lediglich ein, nein zwei, Dikdiks lassen sich hier sehen und ein paar Papageien.
Und ich habe uns heute abend fürs Abendessen angemeldet. Unser Kühlschrank ist ziemlich leer. Zurück am Campingplatz schaue ich natürlich erst einmal nach Hansi. Ihm geht es wieder gut. Schlaf ist doch immer wieder die beste Medizin. Er hat sogar alles für ein Lagerfeuer vorbereitet.
Den Sundowner dürfen wir natürlich nicht vergessen 😗
Und dann gehen wir ins „Restaurant“ essen.
Es ist nur noch eine weitere französische Familie da. Eigentlich wollte jeder eine eigene Vorspeise essen – Geräuchertes Game Carpaccio - doch bereits beim Bestellen wurde uns davor abgeraten – zu viel. Das war dann auch gut so.
Als Hauptspeise gab es Beef für Hansi und Kudu für mich mit Pommes. Lecker. Und natürlich wieder einen guten südafrikanischen Wein dazu.
Das Dessert – Pancake, also Pfannkuchen, mit Eis und Honig – war überflüssig und auch nicht ganz so gut. Aber alles in allem ein schönes Dinner in einer tollen Athomsphäre. Und zum Abschluss noch ein – nicht so grosses – Lagerfeuer. Und wieder geht ein schöner Tag zu Ende.
Onguma/Tamboti Campground: Zum Campground gehören etwa 10 Plätze, jeder mit einem eigenen super sauberen und frisch gekachelten !!!! Sanitärhäuschen. Der Platz hat eine eigene Rezeption, einen eigenen Swimming Pool und ein eigenes „Restaurant“. Im offenen Aufenthaltsbereich, kann man sich jederzeit aufhalten und hat Blick auf das Wasserlöchli. Das „Restaurant“ ist im offenen Aufenthaltsbereich und das Essen muss man gut zwei Stunden vorher bestellen. Bei zwei Tischen kommt der „Koch“ dann ganz schön ins Schwitzen. Trotzdem war das Dinner wirklich lecker – unsere Erwartungen wurden weit übertroffen – und uns hat die Atmosphäre dort sehr gut gefallen. Der Platz selber – unserer war auf Gras – hat uns gut gefallen, aber da hat irgendwie der Charme gefehlt. Schade. Aber sicherlich eine tolle Alternative zum Etosha
Und wie war Etosha? Natürlich war der Etosha Nationalpark eines der Highlights. Und unsere "Bedenken", dort keine Tiere zu sehen, waren völlig unbegründet. Wir hatten mit der "planlosen" Rumfahrerei eher weniger Glück. Wir würden - was wir ja zum Schluss auch immer getan haben - wirklich ganz gezielt ein Wasserloch anfahren und dann dort einfach mal bleiben und abwarten. Wie ihr gesehen habt, hat sich meist immer was getan 😎 . Und natürlich wirklich zu den Wasserlöcher in den Camps gehen. Da passiert meistens etwas.
Teil 3818. Aug. 2015
Tag 30: Donnerstag, 9.Juli 2015 – auf geht´s nach Okonjima
Wir stehen wieder mit der Sonne und den Vögeln auf, frühstücken, trödeln rum und kommen letztendlich erst gegen 8:30 Uhr los.
Heute ist mal wieder nur Fahrtag angesagt 😐 Aber auf bester namibianischer „Autobahn“, bis auf die Zufahrtsstrassen alles vom Feinsten, alles geteert. In Tsumeb war einkaufen angesagt – die Zufahrtsstrasse in die Stadt könnte eigentlich auch irgendwo in Frankreich sein. Was für eine Wasserverschwendung 🙄
Nur diese Frau passt da nicht so ganz dazu – das Produkt auf ihrem Kopf schon wieder eher 🙂
Und da drüber könnte man sich wahrscheinlich streiten
Der Supermarkt hat alles, was man nach einigen Tagen ohne Einkaufsmöglichkeit so braucht. Wir füllen aber nur das Nötigste auf, schliesslich sind wir jetzt nur noch 2 Nächte unterwegs 😮 Ja, so langsam geht es wirklich dem Urlaubsende entgegen. In der Zufahrt zum Supermarkt befindet sich ein Meat Shop - daneben ist gleich die Schlachterei – der hat uns jetzt aber nicht so zugesagt, vielleicht waren wir auch etwas zu wählerisch?
Und dann die nächsten zwei bis drei Stunden folgen wir weiter der B1. Die Highlights?
Paviane kreuzen unseren Weg, aber wir sind wieder zu langsam.
Viehhirten, die mit einer roten Fahne auf sich und das Vieh aufmerksam machen - wir haben lange gebraucht, um das zu verstehen.
Tja, und was ist das? Warum steht der da? Und was macht der da?
Ja, auch in Namibia gibt es Geschwindigkeitskontrollen – ist aber auch nötig.
Eigentlich dachten wir, dass gleich nach Otjiwarongo die Zufahrt zur Okonjima-Lodge abgeht, doch das täuscht. Wir müssen noch 50 km auf der B1 fahren, dann ist die Abfahrt zu Okonjima Lodge nicht zu übersehen.
Die machen es aber spannend! Ich weiss gar nicht mehr, wie viele Gates wir hatten und jedes Mal wurden die Daten von uns aufgenommen, einmal sogar telefoniert. Wir hatten zwar eine Bestätigung, doch die Lodge nicht so wirklich !?! Und wenn wir all diese Tiere angetroffen hätten, vor denen hier gewarnt wurde, wow, dann hätten wir weitere richtig tolle Sichtungen gehabt 😄
Das einzige was uns über den Weg lief, waren die Warzenschweine – und ausgerechnet vor denen wurde hier nicht gewarnt.
Dann der Abzweig zu unserem Campground....
... und da hat dann schon Simon auf einem Quad auf uns gewartet, der uns zu unserer privaten Campsite gebracht hat
Camp Chilala. Tja, was soll ich sagen?
Willommen bei „Schöner Campen TV“: Darf ich vorstellen: unser ganz privater Campground mit eigenem überdachten Spülhäuschen....
... einem kombinierten BBQ und Lagerfeuer - da muss man nur einmal das Feuer umschichten und schon kann es nach dem Grillen mit dem Lagerfeuer weitergehen - Ist das nicht praktisch? Und jede Menge Platz für die neue moderne Wohn-/Essecke, aber auch für das komfortable Schlafzimmer ist noch ausreichend Platz vorhanden.
Sollte es tagsüber zu heiss werden – sehr wahrscheinlich - oder regnen – im Moment eher unwahrscheinlich – dann kam man sich unter die geräumige Veranda zurückziehen. Das Dach aus echtem Buschholz und garantiert nach den neuesten ökologischen Richtlinien und durch die besondere Anordnung der Zweige im Wandbereich voll klimatisiert 😗
Es gibt zwei Freilufttoiletten - falls mal Gäste zu Besuch kommen 😄
– oh besetzt 😈 -
mit einzigartigem Panoramablick - wer hat das sonst schon? - und gleichzeitiger automatischer Durchlüftung
Bitte folgt mir nun zu den beiden Freiluftduschen- so kann dann auch hier im "Busch" die Privatsphäre gewahrt werden 😛
Mit dieser formschönen Regendusche, die im Moment voll im Trend liegt.
Und wann habt ihr das letzte Mal mit so einer Aussicht geduscht?
Selbst der Boiler ist nicht zu verachten - echt deutsche Wertarbeit 😗 .
Der strapazierfähige Duschvorhang wird mit seinem futuristisch anmutenden Grünton Akzente setzen und davor ist man vor jedem neugierigen Blick geschützt 😄 Oder doch nicht?
Aber das ist noch nicht alles auf diesem innovativen Luxuscampground: Für den Sundowner gibt es extra einen kleinen Platz auf dem Hügel, ganz für uns alleine 🤪
Meine Güte, dieser Platz ist wie geschaffen für einen gepflegten (fast) letzten Sundowner in Namibia. Doch schaut selber:
Und last but not least – gibt es hier für alle fünf Campingplätze zusammen noch den Private Swimmingpool. Das hat doch auch nicht jeder, odr? 😄
Auf dem Weg dorthin befinden sich noch diese dekorativen Termitenhügel - da wir der Nachbar aber neidisch werden 😈
Und: Der „neueste“ Schrei – Webervögelnester - aber vorsichtig sein beim Sammeln - die Bäume wehren sich 😊
Voilà – unser ganz privater Luxuscampground - Ach ja für eine Voliere ist natürlich auch noch jede Menge Platz - sieht das nicht natürlich aus?
Diese Sendung wurde gesponsert von Windhoek Lager, Savanna Dry, Amarula & Co😄
Wir klären noch mit Simon ab, dass er uns Feuerholz bringt und ob wir an einer Aktivität teilnehmen können. Ja klar, am nachmittag um 15 Uhr , also in einer Stunde, wäre noch Platz bei der AfriCat Tour. Super, da machen wir mit.
Als um 15.30 Uhr dann endlich jemand bei uns vorbeikommt, sind wir eher skeptisch, ob sich das überhaupt noch lohnt. Und auch der Guide würde die Tour lieber morgen früh – ohne Zeitdruck mit uns machen. Alles klar, also dann morgen früh gegen 6 Uhr. Endlich können wir unsere Campground-Schlamper-Klamotten rausholen und unseren tollen privaten Luxuscampground so richtig geniessen. Meine Güte ist das toll hier.
Und dann: Vorwurfsvoller Blick von Hansi: Schau mal da oben – warum hast Du mir das nicht gesagt? Sorry, ich kann doch nicht alles wissen 😊
Natürlich gibt es einen ausgiebigen Sundowner - der ist wirklich ausgiebig - auf unserem eigenen Sundowner-Hügel – ist der nicht toll?
Zurück am Platz wird natürlich gleich die Kombination Grill/Lagerfeuer angeheizt 🤩
ein schöner Hintergrund für unser Resteessen 😎
Dazu gibt es einen leckeren Rotwein - um ehrlich zu sein, der war dieses Mal leckerer wie das Essen, was aber nicht am Koch lag 😛 . Und natürlich auch wieder ein richtig tolles Lagerfeuer.
Und wir hatten heute unsere ersten richtigen Spinnensichtungen. Vor 4 Wochen wäre das das Aus für Lagerfeuer&Co gewesen. Und heute? Hm, da hinten hat es Spinnen, na und? Und man hat sich noch nicht mal die Mühe gemacht, ein schönes Foto zu bekommen 😗
Und was machen wir jetzt mit dem angebrochenen Abend? So ein toller Sundowner-Hügel lädt doch förmlich zu Sternenaufnahmen ein. Gesagt, getan 😎
Wir sind - habt ihr das etwa bemerkt? - total begeistert von diesem Platz und bedauern es wirklich, dass wir hier nur eine Nacht bleiben können. Kurz haben wir überlegt, ob wir hier verlängern – sofern möglich – und dann in einem Rutsch nach Windhoek zur Camperrückgabe durchfahren. Das wäre sicherlich von der Entfernung her möglich, ist uns dann aber einfach zu stressig – da darf dann irgendwie nichts mehr dazwischenkommen und – hm, schäm – wir müssen ja auch noch das mit unserem kaputten Wassertank regeln. Ich denke zwar, dass das eher schnell geht, aber man weiss ja nie. Und wir haben unsere Taschen bei ASCO gelassen, d.h. wir müssen auch noch vor Ort umpacken. Nein, so schön der Platz auch ist, das wird uns zu stressig, das muss nicht sein.
Also bleibt uns nichts anderes übrig, wie wehmütig ins Lagerfeuer zu schauen und den Abend vollends zu geniessen.
Das Fazit für diesen tollen Capground kommt aus "dramaturgischen" Gründen erst morgen. Heute müsste ich zu viel erklären.
Teil 3920. Aug. 2015
Tag 31, Freitag, 10. Juli 2015 – Cheetah Feeding und Fahrt nach Dusternbrook
Unser letzter richtiger Tag in Namibia – heul. 😵
Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker, um 6 Uhr sind wir abfahrbereit und geniessen den Sonnenaufgang.
Um 6:30 Uhr werden wir dann endlich abgeholt.
Na ja, mit der Pünktlichkeit hapert es hier wohl etwas (wir sind verwöhnt). Dann fahren wir zur nächsten Campsite, wo zwei Amis zusteigen. Die sind noch nicht fertig, weil man denen 7 Uhr genannt hat. Hm, das scheint hier nicht so ganz zu funktionieren. An der nächsten Campsite wartet eine Gruppe von etwa 6 Personen – äh, wie sollen die alle hier reinpassen? – aber die haben eine andere Tour gebucht, wie unser Fahrer auf Nachfrage mitgeteilt bekommt. Also geht es endlich zur Rezeption, wo noch ein Pärchen aus Österreich dazusteigt.
Und dann geht es los in den eingezäunten Cheetah- Bereich. Hier werden gefundene oder auf Farmen gefangene Cheetahs wenn nötig aufgepäppelt, wieder an die Freiheit gewöhnt und wenn alles gut geht auch wieder in die Wildnis entlassen. Das funktioniert leider nicht bei allen Cheetahs - die dürfen/müssen dann für den Rest ihres Lebens hier bleiben.
Wir haben ja inzwischen einige Cheetah-Anlagen gesehen und hier haben die Tiere wirklich am meisten Platz und werden auch z.B. so gefüttert, dass sie das Futter nicht mit den Menschen in Verbindung bringen.
Wir erfahren einiges über Cheetahs im Allgemeinen und Besonderen, warum die Cheetahs – im Gegensatz zu den Leoparden – geschützt werden müssen und weshalb sie es in der Wildnis so schwer haben, zu überleben. Dabei kommen wir den drei Tieren hier im Bereich ganz ganz nahe.
Und auch hier ist auf der einen Seite eine gewisse Angst mit dabei – was ist, wenn da jetzt einer ins offene Auto springt – und auf der anderen Seite ist man so fasziniert von den Tieren, dass man sie am liebsten streicheln möchte – geht bei diesen Tieren natürlich nicht – aber man möchte sie noch näher sehen, ihnen noch näher sein. Also reckt man den Hals aus dem Auto heraus, streckt den Arm mit dem Fotoapparat noch ein Stück näher an das Tier heran und weiss eigentlich, dass man das nicht wirklich tun sollte. Aber alles geht gut.
Auch wenn die hier ganz relaxed daliegen, es sind halt doch Raubkatzen und nicht unsere Lolakatze 🙂 .
Nachdem wir die Tiere ausgiebig bewundert haben, fahren wir zu AfriCat und erfahren einiges über deren Arbeit, die einzelnen Tiere, die sie hier gefunden haben und deren Geschichte. 1993 wurde auf Okonjima die AfriCat –Stiftung gegründet, die sich den Schutz und Erhalt der afrikanischen Grosskatzen, insbesondere von Geparden und Leoparden, auf die Fahne geschrieben hat. Oft werden in Namibia wildernde Grosskatzen von Farmern in Käfigfallen gefangen und anschliessend erschossen. AfriCat bietet die Möglichkeit, die gefangenen Cheetahs abzugeben und abholen zu lassen, anstatt sie zu töten. Die Katzen werden dann auf Okonjima gefüttert, versorgt und medizinisch behandelt. Anschliessend werden die Tiere wenn möglich wieder ausgewildert.
Das ehemalige Farmgebäude ist schon seit Jahrzehnten im Besitz der Familie Hanssen, auch heute noch ist der Betrieb familiengeführt. In den 70er Jahren war Okonjima eine Rinderfarm und die Familie hatte – wie auch die angrenzenden Farmer – grosse Probleme mit wildernden Raubkatzen. Zunächst wurde auf dem üblichen Weg, also durch gezielte Jagd und durch Tierfallen versucht, die Viehverluste durch Raubkatzen zu minimieren – mit mässigem Erfolg. Die intensive Beschäftigung mit der Lebensweise der Tiere sowie das Interesse der Touristen an den faszinierenden Grosskatzen führten letztlich zu einem Umdenken und Okonjima entwickelte sich langsam von einer traditionellen landwirtschaftlichen Farm zu einem Naturschutzgebiet und beliebten touristischen Ziel.
Ganz wichtig ist aber die Präventionsarbeit und die Zusammenarbeit mit den Farmern, deren Tiere von den Wildtieren getötet werden. Man versucht sie mit ins Boot zu holen, so dass sie ein gewisses Verständnis für diese Tiere aufbringen und die Farmer lernen durch einfache Massnahmen die Verluste bei ihren Tieren zu reduzieren. Ob es was hilft, wird wohl erst in einigen Jahren zu sehen sein. Auf jeden Fall ist diese Arbeit wichtig und kann auch erste Erfolge vorzeigen. Leoparden werden hier nicht aufgenommen, weil sie „stark“ genug sind, dass sie sich selber in der Wildnis verteidigen können und – im Gegensatz zu den Cheetahs – selber überlebensfähig sind, so erzählt man hier.
Trotzdem gibt es hier einen Leoparden. Der hier lebende Leopard war ein Findelkind der Familie Hanssen, der irgendwann halt nicht mehr kuschelig und klein und süss war, sondern zu einem ausgewachsenen Leoparden wurde, mit dem die Hormone durchgegangen sind. Auswildern hat nicht funktioniert und so hat man ihn wieder in ein Gehege zurückgenommen. Und wir fahren jetzt zur Fütterung von diesem Leoparden. Das Gehege wird mit Fleischstücken präpariert und dann können die Touris in einem Unterstand zuschauen, wie der frisst. Und deshalb ein letztes Mal: Vegetarier bitte wegschauen.
Alles in allem war das eine wirklich tolle Tour mit vielen interessanten Informationen. Gekostet hat die 375 N$ pro Person oder so.
Zurück an der Rezeption erfahren wir eher durch Zufall, dass wir die Tour hier bezahlen sollen. (Simon meinte gestern, er käme dann nochmals irgendwann vorbei und dann könnten wir bei ihm bezahlen – hm). Bei der Gelegenheit haben wir dann auch erfahren, dass der Campground noch nicht abgebucht wurde – obwohl dies angeblich vier Wochen – da waren wir ja schon unterwegs – vor der Ankunft automatisch geschehen würde. Also das mit dem Informationsfluss und den Abstimmungen zwischen den einzelnen Stationen funktioniert wohl noch nicht so ganz hier. Das ist für uns das erste Mal hier in Namibia, dass Absprachen nicht so funktioniert haben. Eigentlich ja kein Problem, aber wir sind nun wirklich verwöhnt und haben gesehen, wie das auch funktionieren kann.
Wir werden an den Campground zurückgefahren, nutzen unsere Freiluftdusche mit Aussicht und machen uns erst einmal ein schönes Frühstück. Ob Simon nochmals vorbeikommt? Natürlich nicht - von dem haben wir nichts mehr gesehen und gehört. Naja.
Gegen 12 Uhr verlassen wir dann sehr traurig diesen schönen Campground.
Okonjima/Chilala Campsite: Ja, was soll ich sagen: ein Campground, den wir so schnell nicht vergessen werden. Traumhaft gelegen und es macht einfach Spass sich hier aufzuhalten. Nicht ganz günstig – 250 N$ die Nacht pro Person versteht sich (2016 noch mehr) , aber eben traumhaft schön. So schön, dass wir hier nächstes Jahr gleich 2 Nächte bleiben werden. Auf dem riesengrossen Gelände sind Wanderwege ausgeschildert und auch Mountainbiken ist möglich. Man kann auf jeden Fall an den AfriCat Touren mitmachen und teilweise – zumindest in der Nebensaison – auch an den anderen Touren, die an der Lodge angeboten werden. Auch das Zubuchen von Frühstück und Abendessen ist – zumindest laut Homepage – möglich. Ich würde mich nicht unbedingt auf die Aussagen von Simon – oder wer auch immer einen begrüsst – verlassen, sondern eher zum Besucherzentrum der Lodge – und nicht der AfriCat – gehen und mich dort für die Touren oder zum Essen anmelden. Wenn man bei der Ankunft nicht rechts zum Campground abbiegt, sondern geradeaus den Berg hinauf fährt, dann kommt man zu einer Art Besucherzentrum. Und dort kann man relativ problemlos alles buchen, zu was man Lust hat – so war unser Eindruck. Ich persönlich komme mit der Homepage nicht ganz klar und fand sie sehr unübersichtlich. Für dieses Jahr wollte ich im Vorfeld Infos zu den angebotenen Touren haben, habe aber entweder keine oder nur unzureichende Antworten bekommen. Eine Buchung sei nur vor Ort möglich, hiess es. Bei der Buchung für das nächste Jahr war ich wohl etwas hartnäckiger – oder man ist im Buchungscenter inzwischen etwas „professionaller“ geworden. Auf jeden Fall habe ich die Bestätigung für die Cheetah-Tracking Tour – da geht man dann in das 16ha grosse Schutzgebiet - bereits jetzt in Händen.
Wir haben etwa 3 Stunden Fahrstrecke vor uns – auf bestens geteerter „Autobahn“.
Der Verkehr wird merklich mehr (auch wenn das hier nicht so aussieht), die Überholmanöver immer riskanter – nein, nicht unsere – und wir sehen auch heute wieder jede Menge Radarkontrollen.
Erwischt 😈
Die Abzweigung nach Dusternbrook ist schnell gefunden, aber dann stehen wir vor dem abgesicherten Tor einer Hühnerfabrik. Hier sagt man dann einfach, dass man nach Dusternbrook möchte und man wird durchgelassen. Das steht so aber auch auf der Homepage. Die Strasse gefällt uns nach 2,5 Stunden Teer natürlich viel besser und wir geniessen die nächsten 20 Minuten.
Und dann sind wir da und werden sehr freundlich begrüsst.
Wir bekommen den Platz Nummer 1 im eingezäunten Bereich zugewiesen. Es gibt noch einen offenen Platz, den haben wir aber - leider - gar nicht angeschaut.
Anfangs hat mir der Platz so gar nicht gefallen, doch ich habe mich schnell mit ihm angefreundet – mit den riesen Bäumen, die hier stehen und Schatten spenden, das hat schon was. Und wenn man ganz genau hinschaut, sieht man auch, dass da am Baum jemand steht - ich - und wie gross die Bäume eigentlich sind 😛
Unsere Site hat viel Platz – im Gegensatz zu den anderen Plätzen – und wir machen uns breit.
Hansi macht Augenpflege, während ich zur Lodge gehe und ausnahmsweise mal unsere mails checke. Nicht dass sich der Flug geändert hat und wir bekommen nichts davon mit. 🤩
Normalerweise versuchen wir in den Ferien immer ganz ohne Internet auszukommen. Bei uns könnte die Welt untergehen, wir würden das wahrscheinlich gar nicht mitbekommen. Auch hier ist ganz klar, dass die Lodge und der Campingplatz schon bessere Zeiten gesehen haben und man sieht dies auch. Trotzdem hat es uns hier sehr gut gefallen.
Der Platz liegt an einem Flüsschen, der auch tatsächlich Wasser hat, und man kann hier nur spazierengehen, oder man wandert auf den ausgeschilderten Wanderwegen.
Schnell ist es dann wieder Zeit für einen Sundowner, unser letzter in Namibia in diesem Jahr – oh wird der uns fehlen. 😊 Währenddessen kümmert sich Hansi um den Grill – das letzte Mal BBQ – und das Lagerfeuer – wir haben noch vier Sack Holz übriggehabt, die müssen weg.
Wir sitzen heute sehr sehr lange am Lagerfeuer, obwohl es echt kalt ist und Hansi macht nochmals Sternenbilder.
Ja, und dann gehen wir ins Bett und kuscheln uns in unsere warmen Decken ein.
Aber ich habe einen ganz schlimmen Fehler für Namibia gemacht – ich habe den Müll liegenlassen. Nachts muss ich mal raus auf die Toilette und bekomme einen Riesenschreck – zwei Augen leuchten mich an: Uff, nichts wirklich schlimmes: nur ein Schakal, der sich über unseren Abfall hermacht. Ich mache den Sack also zu – zu mehr war ich mitten in der Nacht nicht fähig – und gehe wieder ins Bett. Das war der nächste Fehler, jetzt fängt das Geraschel erst richtig an. Ich sehe schon vor mir, wie ich morgen früh auf dem ganzen Platz unseren Müll zusammensuchen darf, war aber echt zu müde, nochmals raus zu gehen. Warum habe ich den Müll nicht weggestellt? Selber schuld.
Dusternbrook Campsite. Hier hat es mir erst auf den zweiten Blick gefallen. Der eingezäunte Platz liegt unter riesengrossen Bäumen, die Schatten spenden. Das hat schon was. Der Platz Nr. 1 ist eigentlich der grösste, der Platz Nr. 3 und/oder 4 hat einen Stromanschluss. Man kann in der Lodge Dinner und Frühstück zubuchen, es gibt Reitausflüge, Game Drives und auch ein Cheetah Feeding. Ein weiterere Vorteil ist halt echt, dass es nur 50 km bis nach Windhoek sind. Wir haben etwa 1Stunde bis nach Windhoek gebraucht. Die Farm liegt also optimal für den ersten oder den letzten Tag und hat bereits etwas Namibia Feeling.
Teil 4020. Aug. 2015
Tag 32, Samstag, 11.Juli 2015 - Rückflug
Ich wache auch heute wieder früh auf und es ist mal wieder a…kalt. Da muss ein Lagerfeuer her – wir haben es gestern nicht geschafft, alles Holz zu vernichten, es waren wohl doch fünf Sack Holz 😗 . Und wie sieht unser Müll aus? Uff, der Schakal war aber gesittet – der hat ja gar keinen Müll verteilt. Heute gibt es also Frühstück am Lagerfeuer – unser letztes Frühstück in Namibia.
Dann hilft aber nichts, wir müssen aufräumen. Inzwischen ist der „Gärtner“ mit seiner süssen kleinen Tochter aufgetaucht und er bekommt eigentlich alles mit, was wir nicht mehr brauchen und das ist eine Menge. Ein kleines Häufchen bleibt aber noch für „Elsa“ übrig, die ihren Camper ja im September übernehmen wird.
Um 12 Uhr kommen wir dann los.
Das letzte Mal Piste und das geniesst Hansi natürlich. Ein bisschen Sand, ein bisschen Wasser, alles nichts schlimmes, aber einfach nochmal schön.
Noch ein paar Paviane....
Und dann geht es 2spurig nach Windhoek hinein. Dass das hier eine Art Autobahn ist, juckt hier aber niemanden, auch nicht die Ziegen.
Wir tanken voll und dann fahren wir bei ASCO auf den Hof.
Wir räumen zuerst um – eigentlich müssten wir jetzt ja weniger Gewicht haben – aber warum wird das immer mehr? Der Manager kommt kurz vorbei, sieht unseren „Schaden“ und meint nur: „Da war wohl was im Weg – kann passieren!“. Ok, kann also nicht zu schlimm sein 😗
Wir geben den Camper zurück und weisen nochmals auf den Schaden sowie die blinkende Tankanzeige hin – da wird wohl Staub im Filter sein (nicht schlimm). Wir hatten die reduzierte Kaution gewählt und wir bezahlen für den Schaden – egal wie hoch die Rechnung letztendlich sein wird – lediglich den Kautionsbetrag: 1500 N$, etwa 100 Euro. Und obwohl ich ja für das Blockieren der Kaution schon einmal unterschrieben habe, wird vor meinen Augen dieser Beleg vernichtet und eine neue Kreditkartenbelastung vorgenommen. Wir waren mal wieder erstaunt, wie penibel genau man das hier in Namibia mit der Kreditkarte nimmt.
Das war´s. Wir warten noch auf eine weitere Gruppe und werden dann rechtzeitig zum Flughafen gefahren.
Und ich muss einmal mehr sagen, dass uns die professionelle Abwicklung bei ASCO von der Angebotserstellung bis zur Rückgabe des Campers sehr gut gefallen hat. Wir waren superzufrieden mit ASCO selber, aber auch mit dem Camper. Und auch mit dem Umgang der Kreditkartendaten gibt es nichts zu bemängeln, wir hatten nie wirklich die Befürchtung, dass da jetzt noch eine Nachbelastung kommen würde. Das hätte einfach nicht zum Verhalten im Büro gepasst.
Der Check-In bei Air Namibia lief sehr sehr schleppend, die waren nur zu zweit oder zu dritt und das hat ewig gedauert. Doch dann waren wir dran: Eine Tasche hatte leider etwas mehr wie 24kg – uff! Also schnell eine Jacke rausgenommen, um den Bauch gebunden und dann hat es hat gepasst – 23,8 kg sind in Ordnung. Das Handgepäck hat hier niemand gewogen – zum Glück! Wir hätten sonst doppelt binden müssen. Der Security Check war einfach nur ein Witz und dann heisst es wieder warten. Pünktlich um 20:35 Uhr starten wir, so dass wie genauso pünktlich in Frankfurt landen. Und dann heisst es auf den ICE nach Stuttgart zu warten – der hat – an einem Sonntag! – 20 Minuten Verspätung. Willkommen im Land der Unpünktlichkeit.