Da wir so viele Informationen aus dem Forum bekommen haben, wollen wir uns natürlich in Form eines Reiseberichtes bedanken. Und da es ja immer wieder dieselben Fragen sind, die man sich vor so einem Urlaub so stellt, versuche ich dies im Bericht auch immer wieder zu berücksichtigen – ihr dürft aber nicht lachen. Immerhin war es für uns das erste Mal. Wir sind ein junggebliebenes Paar knapp über 50 und waren die letzten 2 Jahre immer mit dem Camper in den USA unterwegs. Wir lieben die Natur, tolle Landschaften, Lagerfeuer und Grillen. Gerne wandern oder biken wir ein bisschen und um Städte machen wir eigentlich einen grossen Bogen. Deshalb wollten wir auf jeden Fall auf Campingplätzen übernachten und entschieden haben wir uns für den Bushcamper von ASCO (ein bisschen Komfort darf schon sein 😁 ). Mit der ersten Planung haben wir schon vor fast 1,5 Jahren angefangen und dann auch schon Flug, Camper, Campingplätze und die meisten Aktivitäten gebucht, was oft auch ganz gut so war. Die geplante Tour sah folgendermassen aus und wir waren gespannt, ob auch wirklich alle Reservierungen klappen würden. 10.Juni – Flug nach Windhoek 11.Juni – Windhoek – Pension Steiner 12.Juni – Übernahme Camper – Pension Steiner 13.Juni – Fahrt zur Bagatelle Ranch 14.Juni – Bagatelle Ranch 15.Juni – Quivertree Forest Rest Camp 16.Juni – Canyon Roadhouse 17.Juni – Canyon Roadhouse 18.Juni – Am Oranje entlang nach Rosh Pinah – Amica Guesthouse 19.Juni – Fahrt nach Klein-Aus Vista Campground 20.Juni – Klein-Aus Vista Campground 21.Juni – Klein- Aus Vista Campground 22.Juni – Koiismas Campground 23.Juni – Sesriem Camp 24.Juni – Sesriem Camp 25.Juni – Isabis Camp 26.Juni – Isabis Camp 27.Juni – Swakopmund – Meikes Guesthouse 28.Juni – Swakopmund – Meikes Guesthouse 29.Juni – Meikes Guesthouse 30.Juni – Ameib Campground 01.Juli – Ameib Campground 02.Juli – Ugab Terrace Lodge 03.Juli – Ugab Terrace Lodge 04.Juli – Etosha - Okaukuejo Campground 05.Juli – Etosha - Okaukuejo Campground 06.Juli – Etosha - Halali Campground 07.Juli – Etosha – Halali Campground 08.Juli – Etosha - Onguma Tamboti Campsite 09.Juli – Okonjima Campground 10.Juli – Düsternbrook Campground 11.Juli – Rückflug nach Deutschland
Um es vorwegzunehmen: Alles hat geklappt. Keine einzige Buchung oder Reservierung ging „verloren“. Sogar die Tischreservierungen in Windhoek und Swakopmund haben geklappt. Und die Fahrer waren meist sogar viel früher da wie vereinbart und mussten sehr oft noch auf uns warten. Wir waren total erstaunt über die Pünktlichkeit und Verlässlichkeit in Namibia.
Ach ja, wir haben auch Namen 😛 : Hansi und Nina
Teil 220. Juli 2015
Fazit:
Was haben wir uns vor dem Urlaub Gedanken gemacht über sämtliche Sicherheitsaspekte, die hier diskutiert wurden, die Wasserqualität, Hygiene, Verhalten/Erreichbarkeit in Notfällen, Bargeldversorgung, Umgang mit Kreditkarten, Verlässlichkeit der Buchungen, Qualität des Campers, Ebola, Malaria und sonstige mögliche Krankheiten, das nötige Werkzeug für Notfälle, mögliche „Begegnungen“ mit Spinnen, Schlangen und Skorpionen, Einkaufs- und Waschmöglichkeiten, Sauberkeit der Sanitäranlagen, wie kommt man ins Sossouvlei, wie fährt man mit Allrad, wird es zu kalt oder zu warm, etc. Aber: Don´t worry – Be happy
Und deshalb fange ich meinen Reisebericht mal ganz untypisch mit dem Fazit an.
Bei der Bargeldversorgung haben wir uns für die Sparcard der Postbank entschieden, mit der man theoretisch an allen Automaten mit Visa-Zeichen 10 mal/Jahr ohne zusätzliche Gebühren Geld abheben kann. Ansonsten hätten wir auch noch mit den Kreditkarten Geld abheben können. Die ATMs der Windhoek-Bank wollten die Karte grundsätzlich nicht akzeptieren (mit unterschiedlichen Fehlermeldungen). Bei den ATMs von der First National Bank (FNB) haben wir nie Probleme gehabt.
Normalerweise sind wir immer mit Kreditkarten der Postbank unterwegs (2xVisa und Mastercard). Um noch eine weitere postbankunabhängige Karte zu haben, haben wir noch die kostenlose Mastercard von advanzia dazugenommen. Mit dieser Karte kann man im Ausland ohne zusätzliche Gebühren bezahlen. Zum Geldabheben ist diese Karte nicht geeignet, weil dabei viel zu hohe Gebühren anfallen. Am ATM der Windhoek-Bank am Flughafen in Windhoek habe ich dann mit der Visa-Karte Bargeld bekommen (da hatten sehr viele Menschen vor und nach uns Probleme damit). Als wir am nächsten Tag in Windhoek an einem ATM der Windhoek-Bank Geld holen wollten war dies weder mit der Sparcard noch mit der Visa-Karte möglich. Obwohl wir zum Schluss unter 2.000 N$ waren, war die Summe angeblich zu hoch. Wir wollten dann bei der Bank direkt Geld holen, doch angeblich war unser Tageslimit ausgeschöpft !?! Kurze Panik! Wir haben es dann an einem ATM der FNB versucht und siehe da, no problem. Spasseshalber haben wir es unterwegs immer wieder mit dem ATM der Windhoek Bank versucht und haben dort nie Geld bekommen. Beim ATM der FNB gab es nie Probleme - muss man nicht verstehen. Wir haben an den ATMs keine einzige „brenzlige“ Situation gehabt, haben aber immer nur dort Geld abgehoben, wo nicht zu viele Menschen drumherumgelungert sind und haben vor dem Abheben den Automaten auf Manipulation „untersucht“. Beim Bezahlen mit Kreditkarte waren wir erstaunt, wie „korrekt“ alle Personen mit der Karte umgegangen sind. Wir wurden immer aufgefordert zum Apparat mitzukommen, so dass wir die Karte nie aus den Augen lassen mussten. Es wurde uns immer noch der Betrag gezeigt und gefragt, ob das so in Ordnung ist und erst dann durften wir den Beleg unterschreiben. Lediglich ein Supermarkt kam uns irgendwie suspekt vor und dort haben wir dann bar bezahlt.
Unser „Hauptproblem“ im Vorfeld war die Sicherheit beim Einkaufen, Tanken oder Parken – vor allem beim Ersteinkauf in Windhoek. Wir sind zum SuperSpar in der Maerura Mall gegangen auf den „offenen“ Parkplatz. Es waren jede Menge Menschen unterwegs und wir hatten überhaupt keine Bedenken und auch kein komisches Gefühl, den Camper dort unbeaufsichtigt stehen zu lassen – trotzdem haben wir immer wieder mal während des Einkaufs geschaut, ob noch alles da ist 😄 . Beim Einräumen, nein eigentlich schon beim Einpacken im Supermarkt, haben sich dann einige Jungs angeboten, uns beim Einräumen zu helfen, gegen etwas Trinkgeld natürlich. Aber auch diese Situation fanden wir jetzt nicht schlimm oder bedrohlich. Und das war eigentlich bei all unseren Grosseinkäufen so: weder in Rosh Pinah, noch in Swakopmund oder in Tsumeb hatten wir ein komisches Gefühl oder haben wir uns bedroht gefühlt. In den kleineren Orten, wo wir nur wenig eingekauft haben, ist immer einer beim Auto geblieben, doch das wäre eigentlich nie wirklich nötig gewesen. Klar, dass im Auto nichts sichtbar rumlag und unsere Wertsachen (Geld, Kreditkarten und Reisepässe) hatten wir immer „am Mann“ – aber das machen wir immer und überall so. Und das ganze elektrische Equipment und diverse Fotoapparate waren im hinteren Teil des Campers „versteckt“ also einfach im Camper gelassen. Unterwegs auf den Picknickplätzen und am Strassenrand hatten wir auch keine „dubiosen“ Begegnungen – und da hat man hier ja auch schon einiges gelesen, was man tun oder nicht tun sollte. Ich glaube, wir hätten sogar den ein oder anderen Tramper mitgenommen, wenn wir Platz gehabt hätten. Natürlich wurden wir unterwegs auch immer wieder angesprochen und um Geld, um Unterstützung für eine Jugendfussballmannschaft - nein nichts geben - oder um den Kauf von Souvenirs gebeten. Doch diese Personen waren immer freundlich und höflich und wenn man nein gesagt hat, waren sie auch gleich wieder weg. Und auch auf den Campgrounds – da waren manche schon ganz schön abgelegen (also für unsere Begriffe) – hatten wir kein einziges Mal ein komisches Gefühl. Alles in allem haben wir uns eigentlich kein einziges Mal bedroht gefühlt, und wir hatten auch nie das Gefühl, dass man uns übers Ohr hauen wollte. Ganz im Gegenteil: Als wir ins Sossouvlei gefahren sind, wollten wir uns die Luftablass- und wieder Aufblasprozedur sparen und haben den Shuttle genommen. Der Fahrer hatte kein Wechselgeld und meinte, dass er es uns auf der Rückfahrt geben würde. Na ja, daran haben wir jetzt nicht so wirklich geglaubt. Und was soll ich sagen: Er kam irgendwann auf uns zu und meinte nur, dass wir doch die mit dem Wechselgeld wären und gab uns das bereits abgezählte Geld zurück! Wobei unser Sicherheitsempfinden natürlich durch die Nachricht vom Überfall auf Andi Meier und seine Freundin einen gehörigen Dämpfer bekommen hat.
Wenn wir im Ausland unterwegs sind, nehmen wir grundsätzlich nur Trinkwasser zum Zähneputzen, fürs Kaffee- und Teewasser oder zum Nudeln abkochen. Anfangs haben wir das hier auch so gemacht, doch war uns das irgendwann zu „doof“ und wir haben das Wasser vom Campingplatz genommen (man hat uns immer wieder versichert, dass das alles Trinkwasser sei). Und was soll ich sagen? Nichts passiert.
Das Fleisch war auch immer so lecker, dass wir es – trotz einiger Warnungen hier im Forum – immer medium gegessen haben und auch sonst haben wir fast alles gegessen, was auf den Teller kam. Es war immer gut und immer lecker. Tiramisu und Salate mit Mayo und ähnliches essen wir auch daheim im Sommer nicht. Auch das Fleisch, das wir unterwegs in Meatshops, auf den Farmen oder in Tankstelle gekauft haben, hatte immer eine super Qualität.
Über die Sauberkeit der Sanitäranlagen – sowohl unterwegs als auch auf den Campgrounds - wurde hier schon so viel geschrieben und das können wir wirklich nur bestätigen. Da können sich manche Restaurants in Deutschland eine Scheibe abschneiden.
Ein grosser Diskussionspunkt bei uns waren Spinnen, Schlangen und Skorpione. Mein Göttergatte hat eine Spinnenphobie und wäre er am ersten Abend einer Spinne begegnet, dann hätte er die Abende – und die fangen im Juni ja sehr früh an – im Camper verbracht. Und an alle „Leidensgenossen“ folgende Nachricht: Lediglich am allerletzten Campground ist ihm eine klitzekleine Spinne begegnet und da war er so entspannt, dass auch hier einem Lagerfeuer im Freien nichts im Wege stand. Man hat uns im Vorfeld immer wieder gesagt, dass man diese Tiere wohl eher selten sehen wird und dass es ihnen im Winter viel zu kalt wäre. Das haben wir nicht ganz geglaubt, aber wir können das wirklich so bestätigen. Keine „Tiersichtungen“ in diesem Sektor – Uff, Glück gehabt.
Und so kommt dann auch unser Fazit zustande: Namibia – Don´t worry – Be happy!
Ach und auch noch ein paar Worte zu ASCO – da gibt es ja gerade einen eher unschönen Bericht dazu. Wir haben uns für ASCO entschieden, weil wir den Bushcamper haben wollten. Zum einen wegen dem schönen grossen bequemen Bett, aber auch weil der Camper eine Toilette hat, die wir aber nie benutzt haben 😎 . Und natürlich auch, weil die Beurteilungen alles in allem ganz in Ordnung waren. Gebucht haben wir von daheim aus – bereits diese Abwicklung war vorbildlich. Wir wurden im Vorfeld über alles informiert, was wichtig ist. Und wir haben die „Zusatzversicherung“ mitgebucht – ob die jetzt sinnvoll ist oder nicht – uns hat sie etwas beruhigt. Die Rechnung war in Euro und wurde auch nach der „Euroabwertung“ im Frühjahr nicht angepasst und wir konnten auf ein deutsches Konto überweisen. Vor der Anreise wurden wir gebeten ein Excel auszufüllen mit allen möglichen Infos, unter anderem auch für die Vertragserstellung und die Transfers. Und sowohl der Transfer vom Flughafen zum Hotel, als auch der Transfer am nächsten Tag vom Hotel zur Vermietstation hat reibungslos geklappt. Der Fahrer war sogar wesentlich früher da wie vereinbart. Der Vertrag war vorbereitet – das hat in den USA bisher noch nie funktioniert – und nachdem wir das Sicherheitsvideo gesehen haben und man uns den Camper bis ins kleinste Detail erklärt hatte, konnten wir losfahren. Das Auto war trotz 96.000 Kilometern auf dem Tacho in einem sehr guten Zustand und alle Reifen einschliesslich der Ersatzreifen waren (fast) neu. Wir waren wirklich erstaunt, wie professionell das ASCO managt. Wir hatten die ganzen vier Wochen, die wir unterwegs waren keine Probleme mit dem Auto und mussten – zum Glück – auch keinen Service in Anspruch nehmen. Auch hatten wir keine einzige Reifenpanne. Lediglich auf einem 4x4-Trail war ein Stein im Weg, der die Abdeckung des Wassertanks beschädigt hat und die Aufhängung wurde komplett verbogen. Dumm gelaufen. Die Abwicklung bei ASCO dann wirklich vorbildlich: Der Manager (?) ist zufälligerweise am Camper vorbeigelaufen und meinte nur: „Tja, da war wohl was im Weg – kann passieren“. Und an der Rezeption meinte man dazu nur, dass man nun die Kaution einbehalten werde (1.500 N$) und für diese Belastung wurde dann ein neuer Beleg erstellt (und nicht der provisorisch gebuchte Betrag abgezogen). Mit weiteren Kosten müssten wir nicht rechnen. Das war´s und bisher ist auch nichts weiter abgebucht worden. Wir können uns also wirklich nicht beschweren und würden jederzeit wieder bei ASCO buchen.
Ja und über den Bushcamper ist ja auch schon einiges geschrieben worden und dem können wir uns nur anschliessen: Obwohl es ein Camper ist, ist er super geländegängig. Wir sind einige Trails gefahren und der hat wirklich alles mitgemacht (ok, einmal war es halt einfach etwas eng – und was muss auch der Stein da in den Trail hinreinragen 😗 ). Er hat einen Doppeltank mit 170 Litern Fassungsvermögen – damit kommt man ganz schön weit – einen Wassertank mit 40 Litern – den wir nicht wirklich gebraucht hätten – ein bequemes und grosses Bett, das man nicht erst aufbauen muss und eine Toilette – sofern man diese wirklich braucht. Die Matratze ist echt ok und wir haben anstandslos eine zweite Garnitur Decken und Kissen bekommen. Der Stauraum ist beträchtlich und wir haben unser gesamtes Gepäck und die gesamten Vorräte für vier Wochen untergebracht. Und auch der Kühlschrank bietet genügend Platz für Essen und die Sundowner-Getränke. Die „Geschirrkiste“ umfasst alles, was man braucht und natürlich war auch Werkzeug, ein Kompressor, ein Erste-Hilfe-Kasten, Warndreieck und eine Schaufel mit dabei.
Und was natürlich ganz toll war: Es ist ein Inverter eingebaut mit einem deutschen Stecker, so dass wir immer und jederzeit alle unsere elektrischen Geräte laden konnten, auch wenn wir keinen Strom hatten. Mit dem Camper ist man wirklich stromunabhängig und wir haben deshalb auch oft darauf verzichtet, ihn überhaupt an Strom anzuschliessen. Wir hatten übrigens den Camper mit dem Kennzeichen N 130584W und dort war die Fussklappe mit Silikon fest verschlossen.
Ach ja, noch ein paar Tipps für unterwegs: • Die Namibianer lieben Listen und Registrierungen. Und jedes Mal wird man nach dem Auto-Kennzeichen gefragt – also am Besten die Nummer einmal aufschreiben und dann diesen Zettel immer zur Hand haben oder den Autoschlüssel mitnehmen
• Für den Camper gibt es ein Leintuch, doch das ist ziemlich knapp. Um nicht ständig das Leintuch zurechtziehen zu müssen, haben wir ein passendes Spannbetttuch mitgenommen. Das war Gold wert.
• Und was man ständig braucht sind: Labello, Nasenspray und Handcreme.
So, genug geschrieben, jetzt geht es endlich Auf Pad und ich versuche natürlich auch ein paar (Nichtprofi) Fotos miteinzubauen. Vielleicht hat ja jemand Interesse daran, an unserer Ersttäter-Tour in Namibia mitzufahren. Kalte Getränke gibt es reichlich und auch am Lagerfeuer ist noch Platz genug.
Teil 321. Juli 2015
So, und nun geht es endlich los:
Tag 1: Donnerstag, 11. Juni 2015
Wir sind pünktlich um 5.30 Uhr In Windhoek angekommen. Es ist richtig kalt (minus 2 Grad wird gemunkelt) und wir beeilen uns alle, in die Halle zu kommen. Bereits daheim haben wir das Einreiseformular ausgefüllt (bekommt man über das Tourist-Office in Frankfurt) und so haben wir schnell unser Visum bekommen. Die Koffer waren auch bald da und am Ausgang hat uns auch schon Bruno, unser Fahrer von ASCO begrüsst. Wir haben noch Zeit, um zum ATM zu gehen. Mit der Postbank Sparcard hatte ich kein Glück, aber mit der VISA-Karte hat er 2000 N$ ausgespuckt. Andere Urlauber hatten da wesentlich mehr Probleme. Für eine Telefonkarte war es noch zu früh, also sind wir gleich in unsere Pension Steiner nach Windhoek gefahren worden. Bereits im Vorfeld haben wir gefragt, ob wir überhaupt so früh schon kommen dürfen – wir durften – und da ein Zimmer frei war, konnten wir auch gleich aufs Zimmer gehen. Das war toll – und das ist Service. Wir haben uns etwas frisch gemacht und sind dann gleich frühstücken gegangen. Alles da, was man braucht, es werden sogar Spiegeleier und Rühreier gemacht.
Eigentlich hätten wir uns jetzt gerne hingelegt, aber wir wollten uns noch ein bisschen die Independence Avenue anschauen.
Wir schlendern etwas rum, aber wir sind müde, überall wird gerade gebaut – das lädt nicht wirklich zum Flanieren ein – und zum Shoppen haben wir nicht wirklich Lust.
Im Wernhill Park haben wir dann wenigestens noch die Telefonkarte gekauft. Der Verkäufer war so nett und hat uns – trotz einer riesengrossen Schlange hinter uns – noch alles eingerichtet. Das nenn ich mal Service.
Dann wollten wir noch etwas Geld holen und zwar am ATM der Windhoek Bank. Aber sowohl mit der Sparcard als auch mit der Visa-Karte: Fehlanzeige. Die Summe wäre nicht verfügbar. Naja, dann versuchen wir es halt in der Bank, vielleicht ist der ATM ja auch leer. Man hat in irgendeinem VISA-Büro angerufen und wir haben kein Geld bekommen, weil angeblich das Limit überschritten wäre. ???? Panik!!! Was tun? Ist da heute früh am Flughafen die Karte kopiert worden? Nein, das kann eigentlich nicht sein. Ok, lass es uns mal am ATM der FNB versuchen: Mit der Sparcard: kein Problem. Und jetzt noch mit der VISA-Karte: Auch kein Problem. Seltsam, also ist die Karte wenigstens in Ordnung. Uff, da ist uns dann doch ein Stein vom Herzen gefallen. Und dann hatten wir keine Lust mehr und sind in die Pension zurückgegangen. Während Hansi etwas Augenpflege betrieben hat, habe ich mich an den Pool gesetzt und gleich Freundschaft geschlossen. Eigentlich waren es ja 3 Stubentiger, doch die wollten nie alle zusammen auf ein Bild.
Der Hunger hat uns dann zu einem Take-Away in der Nähe getrieben (gegenüber dem Baumarkt). Dort kann man sich die Komponenten seines „Menüs“ selber zusammenstellen, dann wird das Essen einzeln gewogen, auf den Teller gegeben und zusammen warm gemacht – ganz schön umständlich. Draussen haben wir uns dann hingesesetzt und unser „Festmenü“ so richtig mit Appetit und mit bester Unterhaltung gegessen. Hier herrscht ein Kommen und Gehen, man begrüsst sich lauthals, lacht, sitzt zusammen, telefoniert, schimpft – und wir mittendrin!
Dann mussten wir wieder zurück, weil wir bei Bwana Tucke Tucke die Stadtrundfahrt gebucht haben. Uwe (?), unser Fahrer war viel zu früh da. Und dann ging es los. Ist das toll, sich in einem alten offenen Landrover durch die Stadt fahren zu lassen. Zuerst ging es über ein holprige Piste zum Auas-Blick – Windhoek von oben.
Hier erfahren wir dann erst einmal einiges zu Land und Leuten, den einzelnen Stadtteilen und Namibia im Besonderen. Weiter geht es dann zur Christus Kirche mit Blick auf die „Kaffeemaschine“ und wir lassen uns natürlich einen geschnitzten Schlüsselanhänger mit unserem Namen „andrehen“. Es ist heiss, wir haben vergessen, uns einzucremen, meine Sonnenbrille ist verschollen und Hansi hat seine Mütze vergessen. Prima.
Weiter geht es zum Bahnhof und dann fahren wir durch Katutura, dem Ort, wo niemand sein will. Katutura hat bei uns grossen Eindruck hinterlassen – so viel Elend (?) auf einem Haufen und trotzdem so viele fröhliche Gesichter – das war zumindest unser Eindruck.
Dann geht es zur Rush Hour zurück zur Pension. Irgendwie sind wir ziemlich fertig, aber kurz vor 19 Uhr – natürlich wieder viel zu früh – war unser Fahrer des „sicheren“ Taxis da – wir haben einen Tisch in Joe´s Beerhouse reserviert. Uns hat es dort ausgesprochen gut gefallen und wir fanden auch die Einrichtung sehr urig mit viel Atomsphäre. Gegessen haben wir natürlich die „Game-Platte“, um einmal die wichtigsten Fleischsorten (Kudu, Springbock und Oryx) für die nächsten Wochen kennenzulernen – es hat alles vorzüglich geschmeckt. Aber wir waren so müde, dass wir ganz vergessen haben, das Essen zu fotografieren. Dann haben wir bezahlt (mit Kreditkarte und ich musste mitkommen zum Karten-Apparat) und die Bedienung hat unseren Taxifahrer bestellt, der auch kurz darauf gekommen ist. Jede Fahrt hat 80 N$ gekostet. In der Pension sind wir dann hundemüde ins Bett gefallen – was für ein erster Tag in Namibia.
Teil 422. Juli 2015
Tag 2: Freitag, 12.Juni 2015 - Übernahme des Bushcapers
Ab 7 Uhr gab es Frühstück und dann mussten wir uns beeilen, weil der Fahrer von ASCO uns bereits um 8 Uhr abgeholt hat – natürlich wieder viel zu früh.
Bei ASCO hatten sie schon alles vorbereitet und wir mussten den Vertrag nur noch unterschreiben. Nachdem wir das Sicherheitsvideo gesehen haben und man uns den Bushcamper ganz genau erklärt hat, sind wir noch die vorhandenen Schäden durchgegangen. Der Camper hatte bereits 96.000 km auf dem Buckel, war aber bis auf die vielen Dellen und Kratzer (aber dann kommt es auf eine mehr auch nicht mehr an 😗 ) in einem super Zustand. Die Reifen und auch die Ersatzreifen waren (fast) neu und das Auto war picobello sauber. Wir haben – weil es so kalt war – anstandslos einen zweiten Satz Decken und Kissen bekommen und dann konnten wir auch schon losfahren mit unserem neuen Zuhause. Oh je Linksverkehr - da muss man sich erst einmal dran gewöhnen.
Es ging in den SuperSpar in der Maerura-Mall und was soll ich sagen: Ein Einkaufsparadies, in dem es alles gibt, was das deutsche Touri-Herz braucht (oder auch nicht).
Wir hatten jede Menge helfende Hände, wollten aber auf dem Parkplatz nicht mit dem Einräumen anfangen. Also haben wir nur das Fleisch in den Kühlschrank gelegt und den Rest einfach mal so aufs Bett geschmissen. Wir haben auch noch Wein und Bier gekauft und beim PEP haben wir die restlichen Dinge bekommen, die uns noch gefehlt haben. Jetzt aber nichts wie weg hier, zurück in die Pension.
Dort war dann erst einmal auf- und einräumen angesagt. Wo soll nur das ganze Zeug hin? Unsere Klamotten (viel zu viel) und die ganzen Vorräte für vier Wochen? Nein man muss nicht wirklich Milch für vier Wochen einkaufen und Wasser bekommt man auch überall – Anfängerfehler! Aber irgendwann hatte alles seinen Platz. Uns haben noch einige Campingsachen gefehlt, die wir noch schnell beim Cymot geholt haben – und auch das hat noch in den Camper gepasst.
Zum Essengehen hatten wir dann aber keine Lust mehr, deshalb gab es Vesper mit Wein auf dem Zimmer. Und wir haben dann das letzte Mal für die nächsten vier Wochen Fernsehen geschaut.
Morgen geht es endlich richtig auf Pad. Bisher hat uns Windhoek eher genervt – so viel Verkehr und dann auch noch links, Baustellen ohne Ende und so viele Menschen….
Pension Steiner: Sehr zentral gelegen, rund um die Uhr bewachter Eingang, sicherer Parkplatz, schöner und ruhiger Innenhof mit Pool, Frühstück vollkommen ausreichend, saubere und recht grosse Zimmer, Safe
Teil 523. Juli 2015
So, und jetzt geht es endlich auf Pad.
Tag 3: Samstag, 13.Juni 2015 - Fahrt zur Bagatelle Game Ranch
Wieder früh raus, gefrühstückt und dann endlich losgefahren. Wir wollten aber noch bei Trans Kalahari Meat & Bildtong Supplies vorbei und Fleisch kaufen – aber nach zwei Stunden sinnlosem herumkurven in Windhoek haben wir den Laden immer noch nicht gefunden. => gibt es diesen Laden überhaupt noch? Weil eigentlich müssten wir dort ein paar Mal vorbeigefahren sein.
Aber dann habe ich aus dem Augenwinkel den Biltong&Bites Laden gesehen - wenigstens haben wir jetzt richtig leckeren Biltong in allen möglichen Geschmacksrichtungen 😁 . Jetzt aber nichts wie raus aus Windhoek. Sobald man die Stadt hinter sich gelassen hat, wird der Verkehr zusehends weniger und es ist angenehm zu fahren. Aber auch langweilig. Aber wir sehen unsere ersten Paviane! (auch wenn das Foto leicht unscharf ist - der erste Pavian muss einfach gezeigt werden 😗 )
Natürlich halten wir am Tropic of Capricorn an, um das obligatorische Bild zu machen 😛
Hansi ist froh, als wir endlich in unsere erste Gravel Road abbiegen. Das gefällt ihm (noch) wesentlich besser - aber wie das staubt!
Boh, sind die gross, die Webervögelnester.
Und was ist das für ein komischer Vogel?
Wie kommen aus dem Staunen nicht heraus. Die nächsten zwei Stunden bekommen wir ausser ein paar Springböcken und unsere ersten Oryxe keine Menschenseele zu sehen.
Aber auch jede Menge Termitenhügel - sehen die toll aus.
Und dann sind wir auch schon da: An der Bagatelle Game Ranch.
Wir werden freundlich mit einem Begrüssungscocktail begrüsst und da alles vorgebucht war, sind die Formalitäten sehr schnell erledigt und wir können auf unsere Campsite fahren. Auf dem Weg dorthin springen Springböcke herum - wir der Name schon sagt.
Und dann erst unsere Campsite – ein ganzes Waschhäuschen nur für uns alleine Wow! Wir können es gar nicht fassen. Wir trinken erst einmal unser „Hach, was geht es uns doch gut“-Bierchen und geniessen die Ruhe und unseren ersten richtigen Tag in Namibia.
Der Sonnenuntergang ist traumhaft schön, doch dann wird es auch schon dunkel. Schnell den Grill angeschmissen – wenn das nur so schnell gehen würde – und dann gibt es lecker Fleisch und zum Abschluss noch ein schönes Lagerfeuerchen.
Kalt ist es , aber wir haben das ja gewusst und entsprechende Kleidung eingepackt. Es gibt also kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung. Und für die ganz kalten Nächte haben wir noch eine dünne, leichte, aber sehr warme und kuschelige Fleecedecke eingepackt.
Teil 624. Juli 2015
So und heute kommen wir endgültig in Afrika an.
Tag 4: Sonntag, 14.Juni - Bagatelle Ranch - Part I
Der Wecker klingelt früh, wir haben den Bushmanwalk gebucht - nicht nur wir. Eine ganze Reisegruppe – Mann sind wir froh, dass wir alleine unterwegs sind – kommt ebenfalls mit. Jonathan ist unser Dolmetscher und dann warten auch schon fünf Buschmänner, die ausser ihrem Lendenschurz nichts anhaben auf uns – und das bei der Kälte, die armen. Brrrr
Nach einer kurzen Begrüssung geht es dann auch schon los.
Uns wird in den nächsten drei Stunden gezeigt, wie die San früher gejagt haben, wie sie in der Wüste überleben konnten, was für Heilmittel sie haben und wie sie gelebt haben. Obwohl es natürlich schon alles etwas touristisch angehaucht war, hat uns der Walk sehr gut gefallen, hat er uns doch etwas das Leben der San nähergebracht und auch die für uns so ungewöhnliche Sprache mit den Klicklauten.
Dieser "Bursche" hatte richtig schauspielerisches Talent:
Zum Abschluss sind wir dann noch in ein Schaudorf der San gegangen, wo man uns unter anderem gezeigt hat, wie aufwändig es ist, die schönen Ketten aus Strausseneiern herzustellen. Und natürlich – was für ein Zufall – konnte man gerade diese Ketten dort auch kaufen. Das habe ich aber gerne getan, weil die Ketten sind wirklich schön.
Und zum Abschluss noch ein kleines "Spielchen" - wir sollten das Alter der San schätzen und die San unseres - gar nicht so einfach.
Zurück am Campsite haben wir dann erstmal ausgiebig gefrühstückt und da wir bisher, wenn wir was gebraucht haben, ständig am Suchen und Wühlen waren, habe ich einen Versuch unternommen, etwas Ordnung in das Chaos zu bringen. Schwierig – egal was man braucht, man ist immer am Wühlen und Suchen. Und weil ich gerade noch etwas Zeit hatte, habe ich auch gleich mal einen „Waschtag“ eingelegt.
Ja, jetzt sind wir wirklich angekommen - Fortsetzung folgt.
Teil 725. Juli 2015
Fortsetzung Bagatelle Ranch
Und dann ist auch schon wieder Zeit für unsere nächste Aktivität: Wir haben auch noch den Game-Drive gebucht. Wir sind etwas früh dran, lernen den Hausspringbock kennen und schauen uns etwas die Lodge an. Die gefällt uns sehr sehr gut.
Ach ja, die Hauskatze scheint gespürt zu haben, wie sehr wir unsere Lola vermissen.
Dann kann es endlich losgehen.
Etwa 2 Stunden lang fahren wir durch das Gelände und sehen ersteinmal wieder springende Springböcke.
Natürlich dürfen die Oryxe auch nicht fehlen.
Und dann der erste Kudu - wie auf dem Laufsteg präsentiert er sich uns - und weitere folgen.
Schau, dort ist ein Streifengnu.
nein ganz viele, die laufen vor uns über die Pad - wie schön die sind.
Und dann, unsere allererste Giraffe.
Nein sogar zwei, drei, ..... viele!
Sorry, unsere ersten Giraffen, die müssen ausreichend gewürdigt werden.
Oh, ist das toll. Jetzt sind wir in Namibia angekommen. Wir fahren zurück zur Lodge.
Dort holt Pedro, unser Fahrer, Fleisch für die Cheetahs und dann geht es weiter zum Cheetah-Feeting, das uns auch total fasziniert. Soo schöne Tiere.
Achtung Vegetarier - es wird blutig.
Die Cheetahs sind satt und ziehen sich zurück - und wir fahren weiter.
Nach so viel neuen Eindrücken, ist es jetzt Zeit für den ersten richtigen Sundowner hier in Namibia mit einem fantastischen Sonnenuntergang.
Und zum Abschluss des Tages haben wir noch das Dinner in der Lodge dazugebucht, das nächste Highlight. Als Vorspeise gab es Kudu Carpaccio – schmackofatz - und im Anschluss geht es zum Buffet: Kartoffelgratin – hm lecker – Bohnen und Karotten – lecker – Couscous Salat – saulecker – Chicken – kann ich daheim essen – Kudu Sosatie – yamyam- und gegrillten Springbock – der Hammer. Dazu ein vorzüglicher Weisswein und zum Abschluss Eis mit Schoko/Amarula-Sauce. Das Essen war einfach die Wucht, das hat sich mal richtig gelohnt.
Vorsichtig fahren wir zurück zu unserer Campsite und fallen glücklich, zufrieden, satt und hundemüde ins Bett. Bagatelle Ranch Campground: Es gibt etwa fünf Campgrounds, die ziemlich weit auseinander liegen und jedes hat sein eigenes Sanitärhäuschen. Man bekommt hier regelmässig Besuch von Springböcken, Kudus und Oryxen und zur Einstimmung ist der Platz einfach super. Die angebotenen Aktivitäten haben uns sehr gut gefallen und hier hatten wir das – mit Abstand – beste Essen unserer Reise.
Teil 826. Juli 2015
Tag 5: Montag, 15.Juni 2015 zu den Quivertrees
Schade, dass wir heute schon weiter müssen, hier hat es uns wirklich gut gefallen. Wir geniessen noch etwas diesen wirklich idyllischen Campground und frühstücken in aller Ruhe.
Heute früh haben wir schon etwas mehr Routine beim Ein- und Aufräumen. Trotzdem brauchen wir bis fast 9 Uhr bis wir gefrühstückt und geduscht haben und alles weggeräumt ist . Wir geben noch schnell den Schlüssel ab, bezahlen das Dinner von gestern abend und dann geht es wieder auf Pad.
In Mariental tanken wir das erste Mal und gehen noch eine Kleinigkeit einkaufen und dann geht es auch schon weiter. Die nächsten 3 Stunden fahren wir immer geradeaus auf einer Teerstrassse – ganz schön eintönig.
Aber irgendwann erreichen wir dann doch das Quivertree Forest Rest Camp.
Wir checken ein und fragen nach Fleisch – ich soll später nochmals kommen. Wir können uns einfach einen Platz aussuchen. Hier finden wir einen riesengrossen Campground vor - jetzt wissen wir auch, warum man hier nicht vorbuchen muss - mit jede Mengen Plätzen und ein Sanitärhäuschen für mehrere Plätze – ein ganz normaler Campground halt. Wir haben uns für einen Platz im hinteren Bereich entschieden, gleich bei den Quivertrees. Hier müssen wir uns den Campground ersteinmal Schöntrinken – Prost.
Natürlich schauen wir uns gleich mal die Quivertrees an.
Neben den Quivertrees gibt es hier noch jede Menge Klippschläfer, die wir ausgiebig beobachten. Klippschläfer sind hervorragende Kletterer wie man sieht.
Es gibt aber auch jede Menge anderer Dinge zu "bestaunen":
Da ich wegen dem Fleisch eh nochmals vorgehen muss, gehe ich rechtzeitig zum Cheetah-Feeting um 16 Uhr an die Rezeption. Im Gegensatz zu gestern auf der Bagatelle Ranch leben die Cheetahs hier in einem eher kleinen Bereich und die ganze Reisetruppe darf ins Gehege rein und sogar streicheln ist erlaubt. Achtung, es wird wieder blutig.
So richtig wohl ist mir nicht – hoffentlich riechen die mein Fleisch nicht. Es gibt noch ein zweites Gehege mit weiteren zwei Cheetahs – und auch dort hätte man mit hineingehen dürfen - Nein, danke zuschauen reicht mir. Aber wenigstens habe ich auch heute Miezekatzen gesehen.
Ich gehe zurück zum Campground – zu Fuss etwa 10-15 Minuten – gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang.
Hansi hat schon den Grill angeschmissen – den Springbock heben wir uns aber für morgen auf.
Und während Hansi grillt machen wir noch ein paar Sonnenuntergangsbilder.
Und auch hier wird natürlich ein schönes Lagerfeuerchen entzündet. Und so schlecht ist der Campground dann auch nicht - auf der Bagatelle Ranch wurden wir halt wirklich verwöhnt.
Quivertree Forest Rest Camp: Jede Menge zweckmässige Campingplätze mit Wasser und Strom und gemeinschaftlichen sauberen Sanitärhäuschen. Liegt direkt neben der Strasse – die Autos rasen auch nachts vorbei – und direkt bei den Quivertrees – schöne Fotos möglich. Für Farmgäste stehen unter anderem witzige Igloo-Bungalows zur Verfügung. Das Cheetah Feeting ist immer um 16 Uhr, man kann ins Gehege mit hinein und darf einen der Cheetahs sogar streicheln. Hat mir aber nicht so gut gefallen. Für den Quivertree und Giant´s Playground benötigt man ein Permit, das man an der Rezeption bekommt und 55 N$/Person kostet.
Teil 926. Juli 2015
Tag 6: Dienstag, 16.Juni 2015 - es geht zum Fish River Canyon
Wir haben nun unseren Rhythmus gefunden: Um 6 Uhr stehen wir auf – da ist es meist noch dunkel – aber gerade richtig, um den Sonnenaufgang mitzubekommen und dann wird gefrühstückt. Und zwischen 8 und 9 Uhr kommen wir dann los.
Heute geht es erst einmal zum Giant´s Playground. Wir waren fast alleine hier und dieser Platz trägen den Namen zu Recht. Wow – wer hat diese Steine nur so hingelegt.
Nach Keetmanshoop verlassen wir die „Hauptstrasse“ und nehmen die D608. Diese Pad windet sich in einem endlosen Auf und Ab durch eine phantastische Landschaft und wir treffen keine einzige Menschenseele – fast schon unheimlich.
Dann wie aus dem "Nichts", mitten im "Nichts", die Zufahrt zur Farm Hoas und ein paar Ziegen laufen über den Weg. Woher die kommen und wohin die gehen ist uns nicht so ganz klar.
Nach etwa drei Stunden erreichen wir wieder die "Zivilisation" und weiter geht es zum Canyon Roadhouse.
Hier gibt es jede Menge "alte" Dinge zum Bestaunen:
Wir haben eigentlich den Campground Nummer 12, sind aber zu doof den richtigen Platz zu finden und denken, dass die Betonplatte hinter dem 1.Sanitärhäuschen der Platz wäre. Nein, das geht gar nicht – da haben wir fast ein Jahr im Voraus gebucht und bekommen so einen hässlichen Platz zugewiesen. Also wieder zurück und nach einem anderen Platz gefragt. An der Rezeption war man etwas irritiert – wie der Platz gefällt Ihnen nicht? – gab uns dann aber die Nummer 2. Der war schon besser 😗
Bei der Platzbesichtigung habe ich dann gemerkt, dass wir einfach noch ein Stück weiter hätten fahren müssen, dann hätten wir einen wunderschönen (aber schattigen) Platz gehabt, abseits von all den anderen. Sorry, wir haben das echt nicht geblickt 😵
Wir richten uns ein, eine Katze kommt uns besuchen und dann wird es Zeit für den leckeren marinierten Springbock, den wir gestern eingekauft haben und natürlich wieder ein schönes Lagerfeuerchen.
Wir packen schon heute alles ein, weil wir morgen ganz früh loswollen, ohne Frühstück. Mal sehen, ob das auch klappt.
Teil 1027. Juli 2015
Tag 7: Mittwoch, 17. Juni 2015 - Der Fish River Canyon
Wir fahren gleich morgens um 7 Uhr los in Richtung Fish River Canyon. Unterwegs sehen wir nur ein paar Strausse 😕
Am Camp Hoab gibt es eine Schranke und hier kann man dann auch das Permit für den Fish River Canyon kaufen. (80 N$/Tag und 10 N$ fürs Auto). Das Büro hat ab 6 Uhr geöffnet - man darf von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang in den Fish River Canyon reinfahren. Nach weiteren 12 Km weiter erreichen wir dann den Hauptaussichtspunkt „Hell´s Bend“ – das Licht ist aber zum Fotografieren noch nicht wirklich geeignet. Aber das muss man sich mal vorstellen: Wir stehen hier am zweitgrössten Canyon der Welt (nach dem Grand Canyon) und wir stehen um 7:30 Uhr ganz alleine hier und können die Aussicht in aller Ruhe geniessen. Wow, ist das toll.
Wir fahren weiter zum „Hikers Point“ – hier beginnen die mehrtägigen Wanderungen in den Canyon - und geniessen auch hier die Aussicht ganz alleine für uns.
Hier frühstücken wir auch erst einmal ausgiebig – Frühstück mit Aussicht.
Wir kommen nochmals am „Hell´s Bend“ vorbei und jetzt ist das Licht schon viel besser zum Fotografieren (es ist jetzt etwa 10 Uhr).
Weiter geht es zum nächsten Aussichtspunkt – der wäre für ein Frühstück eigentlich noch viel schöner gewesen – und dann immer weiter.
Wenn den ganzen vormittag über insgesamt etwa 10 Autos unterwegs waren, dann war das sicherlich eher viel. Das haben wir so genossen – fast alleine an so einem phantastischen Ort zu sein und keine Touristenbusse mit hunderten lärmenden und nervenden Touristen um einen herum zu haben. Während es am Grand Canyon von Hörnchen, Vögeln, Bienen und Schmetterlingen nur so wimmelt – mit den entsprechenden Geräuschen dazu – ist es hier mucksmäuschenstill. Absolute Ruhe….
Dann kam die 4x4 Strecke – natürlich musste die sein – Hansi´s Programmpunkt.
Bis auf eine etwas kniffelige Strecke kein Problem – landschaftlich hat sich das aber nicht wirklich gelohnt.
Wir fahren dann zurück und während Hansi die Stille geniesst, mache ich nochmals eine kleine Campgroundrunde, laufe noch auf den Aussichtsberg hoch und geniesse die Aussicht.
Im Camp läuft mir dann noch in aller Ruhe ein Oryx über den Weg. Ich glaube, ich war glaube ich wesentlich aufgeregter wie er (oder 🙂 sie?)
Zum Abschluss dieses schönen Tages beschliessen wir im Roadhouse essen zu gehen.
Wir sitzen bei Kerzenlicht und mit Lagerfeuer verteilt zwischen den alten Autos und Ausstellungsstücken und fanden das alles etwas „unwirklich“: man sitzt hier mitten in Namibia, hat aber eher das Gefühl in einem nett eingerichteten amerikanischen Diner zu sitzen. Es gab Game Carpaccio als Vorspeise, für mich Kudu Steak, Pommes und Gemüse - gute Wahl - für Hansi Spareribs - na ja- und einen leckeren Weisswein.
An der Bar tinken wir noch einen kleinen Amarula-Absacker - das "Zeug" ist so lecker, dass wir beschlossen haben, es nur in homöopatischen Mengen zu uns zu nehmen- treffen den Öschi-Fotografen wieder, dem wir unterwegs schon über den Weg gelaufen sind - und der gibt uns den absoluten Tipp, morgen noch einen Abstecher zur Mountain Lodge zu machen. Schauen wir mal.
Das Essen war gut und wir sinken satt und glücklich in unsere Betten.
Canyon Roadhouse Campground: Hier hat es 12 Plätze mit Wasser und Strom und Grillplatz. Mehrere Plätze teilen sich ein sauberes und vollständig eingerichtetes Sanitärhäuschen. Zum FishRiver Canyon sind es noch 25 km, es gibt einige ausgeschilderte Wanderungen. Ein schöner Campground.
Teil 1130. Juli 2015
Alles anschnallen, es geht endlich weiter.
Tag 8: Donnerstag, 18.Juni 2015 - zum Oranje und dann weiter nach Rosh Pinah
Auch heute fahren wir ohne Frühstück los, wir wollen uns unterwegs ein schönes und warmes Plätzchen suchen. Wir fahren noch schnell an der Canon Lodge vorbei - dem "Geheimtipp" des Österreichers - und sind gespannt, was uns erwartet. Wow, sind die Bungalows schön in die Landschaft integriert! Was uns aber noch viel besser gefällt, das sind die Steinformationen – leider hat hier die „Fotografin“ einen schlechten Job gemacht.
Die nächsten zwei Stunden fahren wir durch eine traumhaft schöne und abwechslungsreiche Landschaft und sind auch heute wieder erstaunt, wie vielfältig das hier alles ist. Aber ein schönes – davon gäbe es einige – und warmes – es ist einfach zu windig – Plätzchen zum Frühstücken ist einfach nicht zu finden.
Es ist so windig, dass sich hier sogar der "Kühlerlüfter" ständig dreht. Unheimlich hier mitten im Nichts und mit den Einschusslöchern. Und dann geht es weiter durch das "Wonderland".
Aber ausser ein paar Bergzebras und diesem Kudu haben wir auch heute nicht viele Tiere gesehen 🙁
Und dann - von jetzt auf nachher – sind wir im Tal des Oranje. Nach den eher „Nicht“ Farben weiss, beige und hellbraun gibt es plötzlich grün und blau. Was für ein Kontrast: ein Fluss, der auch Wasser führt und diese Farben!
Plötzlich entdecke ich eine Pavian-Grossfamilie neben uns im Berg: gut 50 Tiere folgen uns ein Stück weit am Berg entlang, es sieht aus, als ob der Berg leben würde. Sie sind aber viel schneller, wie unsere Fotoapparate. Was für geschmeidige Tiere.
Wir geniessen das Grün und den Oranje. Was für eine Wohltat für Auge und Seele
Und dann geht es wieder ein Stück weit ins Gebirge hinein. Und nachdem wir am Oranje keinen geeigneten Platz gefunden haben fürs Frühstück – gibt es hier ein schnelles und karges Mittagessen, passend zur Landschaft.
Nach ein paar Kilometern geht es dann auch schon wieder zurück an den Oranje, wo eine Brücke über den Fluss führt.
Aber was ist das da vorne?
Eine Grenzkontrolle !?! Ausweis, Führerschein, der internationale, und die Frage ob wir Waffen hätten – natürlich nicht – und Steine. Warum, was sollen wir mit Steinen anfangen? Ach so, die darf man hier ja nicht sammeln. Nein, haben wir auch nicht. Der Grenzbeamte erklärt uns dann, dass er das Recht hätte, unseren Camper zu durchsuchen und macht dies dann auch (eher oberflächlich). Er scheint aber sichtlich amüsiert darüber zu sein, was deutsche Camper so alles mit dabei haben 😄 und wir dürfen passieren.
Unser nächstes Ziel ist Rosh Pinah, eine private Bergbaustadt, die etwa 2.500 Einwohner hat und die hauptsächlich von der Skorpion-Zink-Mine lebt. Wir haben hier das Amica Guesthouse reserviert, weil wir die Strecke bis nach Klein-Aus nicht an einem Stück fahren wollten und weil wir hier keinen geeigneten Campground gefunden haben. Ausserdem müssen wir wieder einkaufen – für die nächsten 10 Tage – und natürlich auch tanken. Der Supermarkt, obwohl auch ein SPAR Markt, führt hier so ganz andere und auch kaum auf Europäer zugeschnittene Produkte, wie in den übrigen Märkten. So haben wir hier das einzige Mal kein Vollkornbrot bekommen. Dann geht es aber endlich weiter zu unserer Unterkunft. Das Amica Guesthouse ist ein nettes kleines Gästehaus inmitten einer Wohnsiedlung. Ausgeschildert ist der Weg zum Parkplatz - und von dort aus kommt man dann in das Guesthouse. Der Parkplatz ist aber nicht abgeschlossen. Ein "komisches" Gefühl hatten wir aber nicht.
Nachdem wir unseren gesamten Hausrat - zumindest hat sich das so angefühlt - ins Zimmer geschleppt haben (so schön ein Guesthouse oder eine Lodge auch ist - es ist einfach eine ständige Umräumerei), geniessen wir den „Luxus“ eines Gästehauses am nachmittag und essen hier auch. Es gibt Kudu Filet mit Gemüse und baked potatoes. Lecker! Und der Nachtisch: ein richtig feiner, weicher, fluffiger, saftiger und nicht zu süsser Schoko Kuchen mit einer Custard Creme ist einfach der Hit. Hmmmmm. Dazu natürlich wieder einen leckeren Weisswein. Wir fallen mal wieder hundemüde und pappsatt ins Bett.
Wir sind jetzt schon eine Woche unterwegs – kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht. Amica Guesthouse: Ein wirklich nettes und einfaches Gästehaus. Hier steigen fast ausschliesslich Arbeiter und Geschäftsleute der Minen ab und manchmal auch ein paar Touris auf der Durchfahrt. Man bekommt hier ein gutes Abendessen und ein ausreichendes Frühstück. Es gab einen Safe, der aber nicht funktionierte. Und man kann hier wirklich schön einen nachmittag am Pool verbringen.
Teil 1231. Juli 2015
Tag 9: Freitag, der 19.Juni 2015 – Fahrtag nach Klein-Aus Vista
Die Bestellung des Frühstücks war etwas gewöhnungsbedürftig. Auf einem kleinen Zettel kreuzt man alles an, was man möchte – und man bekommt dann auch nur das. Wenn man einen Toast möchte, dann muss man den ankreuzen, möchte man Bacon zu den Spiegeleiern, ankreuzen, Tomaten, Pilze oder sonstwas, ankreuzen. Wir haben das System leider erst viel später verstanden und so waren unsere Eier ziemlich „nackt“. Aber wir wurden dennoch satt.
Wir haben Rosh Pinah auf der C13 verlassen – eine typische langweilige Teerpad - und haben unterwegs noch an einem typischen Picknick-Platz angehalten.
Als es dann endlich in die D727 abging, waren wir dann ganz froh. Das gefällt uns schon viel besser.
Mit den Tiersichtungen sind wir nicht wählerisch, wir müssen wohl oder übel das nehmen, was uns vor die Linse läuft.
Diese Strecke führt durch ein – für namibianische Verhältnisse – fruchtbares Tal und es war einfach eine wunderschöne und abwechslungsreiche Strecke. Unterwegs sind uns etwa 2 Autos begegnet und hin und wieder war eine Farm zu sehen.
Aber was ist das? Kürbis? Melone? Zuchini? Wir wissen es nicht, hatten aber auch nicht den Eindruck, das das essbar ist.
Dann: eine Kreuzung – wir fahren auf der D446 in Richtung Aus.
Und hier geht es dann schon wieder auf die B4 zu in Richtung Aus – so wie viele von euch die Strecke kennen, eine kerzengerade Teerpad durchs „Niemandsland“.
Und es ist jetzt genau die richtige Zeit für Kaffee und Kuchen - im Hotel in Aus soll es leckeren Apfelkuchen geben, heisst es - den gab es aber nicht. Lediglich sehr sehr süsse andere Kuchen – hat aber trotzdem geschmeckt.
Hätte aber auch irgendwo in einem deutschen Café in Deutschland sein können.
Dann ging es weiter nach Klein-Aus Vista, wo wir die nächsten drei Nächte auf dem Campground verbringen werden.
Die Rezeption ist sehr schön anzusehen und hier kann man auch Mountain Bikes mieten, um den (sehr anspruchsvollen)Trail zu fahren und einmal im Jahr gibt es hier auch eine Mountainbike Challenge.
Wir melden uns an - und dafür wird natürlich auch wieder die Autonummer gebraucht, die ich immer noch nicht auswendig kann - wir zahlen den Obulus für die Wanderwege, bekommen eine Broschüre dazu - sogar in deutsch - und dann fahren wir los zum Campground.
Der Campground mit etwa 10 Plätzen liegt ein paar Kilometer vom Haupthaus entfernt. Jeder hat seinen eigenen mit einem Windschutz versehenen Platz mit Bänken und einem Feuerring, das saubere Sanitärhäuschen teilt man sich mit den anderen Campern. Man hat Wasser am Platz, es gibt aber keinen Strom. Und jede Site hat einen Baum, der Schatten spendet. Einer hatte einen besonders tollen Baum mit vielen Webervogelnestern. Der Platz war an allen drei Tagen (fast) voll. Und obwohl wir hier nicht alleine waren, hat uns der Platz sehr sehr gut gefallen.
So, alles hergerichtet, dann ist jetzt Zeit für ein „Willkommens-Bierchen“ und dann war chillen angesagt: Strausse beobachten, zusehen, wie die Sonne die Landschaft in alle möglichen Farben hüllt - einfach Campgroundidylle geniessen.
Mit frischem Fleisch versorgt, wurde natürlich auch wieder gegrillt und ein schönes grosses Lagerfeuer entfacht, hach wie wir das lieben.
Teil 1301. Aug. 2015
Tag 10: Samstag, der 20.Juni 2015 – Kolmanskop und Lüderitz
Heute sind wir wieder ganz früh aufgestanden und ohne Frühstück kurz vor 7 Uhr losgefahren. Natürlich nicht ohne den umwerfenden Sonnenaufgang genossen zu haben. Was für tolle Farben.
Heute bin ich mir überhaupt nicht sicher, ob unsere „Planung“ überhaupt so machbar ist. Geplant war nach Kolmanskop zu fahren, ausgiebig zu fotografieren bevor wir an der Besichtigungstour teilnehmen. Dann sollte es nach Lüderitz weitergehen zum Tanken und Einkaufen und mittags wollten wir an der Mole eine Kleinigkeit essen. Zur Verdauung war dann noch die Besichtigung von Lüderitz angedacht und mit ganz viel Glück könnten wir noch auf die Shark Island fahren. Für die Wildpferde in Garub würde die Zeit wohl leider nicht reichen, wenn wir vor Einbruch der Dunkelheit (und das ist nun mal bereits gegen 18 Uhr) am Campingplatz eintreffen wollen. Aber meine Bedenken waren völlig umsonst.
Wir haben gerade mal eine Stunde bis nach Kolmanskop gebraucht. Was für ein tolles Licht, was für eine tolle Landschaft.
"Fata Morgana" und Realität
Und dann, kurz nach dem Airport, ist auch schon unser estes Ziel zu sehen - Kolmanskop.
Wir waren kurz vor 8 Uhr dort und obwohl der offizielle Einlass erst um 8 Uhr ist, durften wir schon hinein. Natürlich erst nach Bezahlung des Permits von 80 N$/Person. Es waren schon einige Fotografen dort.
Angefangen hatte im April 1908 alles per Zufall, als Oberbahnmeister August Stauch und seine Arbeiter wie gewöhnlich die neue Streckenlinie von Lüderitz nach Keetmanshoop vom allgegenwärtigen Treibsand freischaufelten.
Der farbige Bahnarbeiter Zacharias Lewala präsentierte seinem Vorgesetzten einen unscheinbar aussehenden Stein, den er im Sand gefunden hatte. Lewala hatte in einer südafrikanischen Diamantenmine gearbeitet und vermutete, dass es sich um einen Diamanten handeln könnte. Stauch sicherte sich in aller Eile die Schürfrechte. Als er dann die Bestätigung erhielt, dass es sich bei dem Fund Lewalas tatsächlich um einen Diamanten handelte hing er seinen Job an den Nagel, rüstete eine Expedition aus und begann eiligst mit der Diamantenschürfung im Wüstensand.
Die Nachricht von Diamantenfunden in Deutsch-Südwest verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Das Diamantenfieber brach aus. Von überall strömten die Menschen herbei: Bauern verliessen ihre Scholle, Matrosen setzten sich von ihren Schiffen ab, Händler gaben ihre Geschäfte auf, Männer liessen ihre Frauen sitzen. Es hiess, man müsse sich nur bücken, um die Diamanten an der Oberfläche des Sandbodens aufzusammeln.
Hauptquartier wurde Kolmaskop. Schöne Häuser wurden gebaut, alle Materialien aus Deutschland importiert. Ab 1911 gab es elektrischen Strom. In einer Eisfabrik wurde Stangeneis produziert, das jeder Haushalt gratis bekam. Das erste Röntgengerät Afrikas wurde in Kolmanskop aufgestellt.
Stauch verkaufte die Gesellschaft 1920 an die CDM.
Diese beliess alles beim Alten. Das Casino wurde erst 1927-1928 gebaut, wiederum mit aus Deutschland importieren Materialien, einschliesslich einer Kegelbahn.
Als dann 1929 wesentlich grössere Diamanten bei Oranjemund entdeckt wurden, war das baldige Ende von Kolmanskop besiegelt. 1938 wurden die Förderanlagen stillgelegt und 1944 die Verwaltungsbüros nach Oranjemmund verlegt. 1956 verliess der letzte Sicherheitsbeamte die Stadt, die seither von den Wanderdünen zurückerobert wird.
Heute ist der Wüstenboden längst leergeräumt, man fördert die funkelnden Steinchen mit modernsten Geräten aus dem Meeresgrund vor der Küste. Aus August Stauch, dem ersten Diamantenschürfer, war ein vielfacher Millionär geworden. Auch Zacharias Lewala hatte es zu ein wenig Wohlstand gebracht. Doch die Weltwirtschaftskrise und zwei Weltkriege machten aus dem reichen August Stauch einen „armen Schlucker“.
Wir haben uns dann alles in Ruhe angeschaut und gaaaaanz viel fotografiert.
Hier im Casion würde die Tour dann starten.
Der Hunger hat und Kaffeedurst hat uns jedoch in die Cafeteria getrieben und wir haben auf die Führung um 10.30 Uhr verzichtet. Es gab leckeres Omelett für Hansi und ich habe mich auf Pancakes gefreut, die hier in Namibia aber wirklich richtige Pfannkuchen sind.
Und dann sind wir früher wie gedacht, nach Lüderitz weitergefahren
- Fortsetzung folgt -
Teil 1401. Aug. 2015
Fortsetzung Tag 10: Samstag, der 20.Juni 2015 – Kolmanskop und Lüderitz
Kurz vor 11 Uhr erspähen wir dann das Meer und sehen die ersten Zeichen von Lüderitz. Das war jetzt aber wirklich mal ein Katzensprung.
Zuerst suchen wir den Supermarkt, ein Sparmarkt, wenn ich mich recht erinnere. Der ist aber etwas „speziell“: kein grosser Parkplatz davor, sondern eher ein „Stadtmarkt“, geparkt haben wir in einer Seitenstrasse, am Eingang Security, die auch Taschenkontrollen durchführt. Hier bin ich dann alleine einkaufen gegangen, wir haben eh nicht viel gebraucht, weil wir ja bereits gestern Grosseinkauf gemacht haben. Im Gegensatz zu den anderen Supermärkten, in denen wir bisher eingekauft haben, kaufen hier kaum Weisse ein.
Zum Mittagessen war es noch etwas zu früh, so haben wir noch gleich eine kleine „Stadtrundfahrt“ gemacht:
„Auf schwarglänzenden Felsen, etwas erhöht über dem Atlantischen Ozean gelegen, grüssen in Pastelltönen restaurierte Jugendstilvillen über den eisblauen Ozean – nach der trostlosen Wüstenfahrt ein erstaunlicher Anblick.“ So stand es in einem Reiseführer und genauso haben wir das auch empfunden.
„Man könnte sich Lüderitz überall in Deutschland vorstellen – hier, an der Südwestküste Afrikas wirkt es unpassend.“ Und auch uns ging es so.
Lüderitz besitzt eine sehr gute historische Bausubstanz. Die meisten Gebäude wurden in den Jahren des Diamantenbooms zwischen 1908 und 1914 errichtet. Der spätere wirtschaftliche Niedergang von Lüderitz hatte hinsichtlich des architektonischen Aussehens auch etwas Gutes: Es wurden fast keine neuen, unpassenden Häuser zwischen die alten gesetzt. Kein Haus ist höher als 3 Stockwerke. Besonders schöne Zeugnisse der alten Zeit sind u.a. die Kirchen, das Bergamt, der Bahnhof, das ehemalige Krankenhaus auf Shark Island (jetzt das Büro des Fischereiwesens), die Schule, das Woermannhaus, das Gericht sowie das ehemalige kaiserliche Postamt in der Schintzstrasse, und alle Gebäude in der Bergstrasse, wie das KreplinHaus und das Erberlanz-Haus.
Und nun? Eigentlich wollten wir ja an der Mole zu mittag essen, aber dort waren uns viel zu viele Menschen – das sind wir nicht mehr gewohnt - und auch die Parkplatzsituation hat uns nicht so wirklich gefallen und Hunger hatten wir auch noch keinen. Also haben wir beschlossen noch zum Diaz Point zu fahren. Und das war auch gut so. Schon der Weg dorthin hat uns sehr gut gefallen.
Wir waren fast alleine dort. Wir geniessen den frischen Seewind während die Vögel ständig schreien und die Brandung tost. Man kann das Meer sogar riechen. Einfach das perfekte Plätzchen um Vesperpause zu machen. Am Campground war niemand, das wäre auch viel zu windig gewesen.
1488 fuhr Bartolomeu Diaz an der südwestafrikanischen Küste entlang. In der Lüderitzbucht suchte er 5 Tage lang Zuflucht vor schlechtem Wetter. Am heutigen Diaz Point errichtete er ein Steinkreuz, das er dem Heiligen Jacobus widmete. Anlässlich der 500 Jahr Feier der ersten Landung wurde eine Reproduktion des alten Kreuzes enthüllt.
Wir fahren weiter und geniessen diese Idylle.
Bereits gegen 14 Uhr sind wir zurückgefahren. Noch ein letzter Blick auf Kolmanskop und wie immer geniessen wir auch unterwegs die Landschaft.
Da wir soooo früh dran waren, haben wir sogar noch den Abzweig nach Garub genommen – doch wir haben dort kein einziges Pferd gesehen, lediglich diese beiden Oryxe, die dann weitergetrottet sind.
Später an der Strasse haben wir dann jeder Menge Wildpferde gesehen.
So kamen wir schon weit vor Sonnenuntergang am Campground an, es war etwa 16 Uhr. Auch gut. Wie immer war ein Feierabend-Bierchen angesagt, relaxen, Grillen und Lagerfeuer.
Selbst wenn wir also noch die Führung in Kolmanskop mitgemacht hätten, hätte die Zeit ewig gereicht, um einkaufen und tanken zu gehen, Lüderitz anzuschauen, zum Diaz Point zu gehen und auch noch die Wildpferde zu beobachten.
Teil 1502. Aug. 2015
Tag 12: Sonntag, der 21.Juni 2015 - 4x4 Townlandtour
Heute ist Sonntag, also ist ausschlafen und ausgiebig frühstücken angesagt– das ist Urlaub. Und heute ist Straussentag.
Was wir heute machen? Die Townlandtour, eine 4x4Piste auf dem Farmgelände, Hansi´s Programmpunkt. Der Manager von Klein-Aus Vista hat uns diese Möglichkeit, selber mit dem Camper zu fahren, mal in einer Mail vorgeschlagen. Als wir an der Rezeption danach gefragt haben, wussten die nichts. Erst auf Anfrage hat uns dann der Manager die Koordinaten und eine Art Beschreibung dafür gegeben. Hätte ich das vorher gewusst, hätten ich natürlich meinen Garmin mitgebracht. So habe ich die letzten zwei Tage, die Koordinaten von Hand in unser Navi eingegeben. Bin mal gespannt, ob das funktioniert.
Wir sind etwa 3 Stunden in dem Gebiet rumgefahren, haben die schöne Landschaft genossen, haben jede Menge Strausse gesehen - ich sag´s ja: Straussentag.
Die Tour war jetzt nicht besonders anspruchsvoll bis auf ein oder zwei - für uns - kniffeligere Passagen und es hat einfach Spass gemacht.
Lediglich zum Schluss haben wir uns etwas verfahren - oder haben die Wegpunkte nicht gestimmt? - und sind dann einfach nach Gefühl gefahren. Und – ich war noch mit meinem nicht vorhandenen letzten Wegpunkt beschäftigt – hält Hansi plötzlich an und sagt, das kommt mir aber irgendwie komisch vor. Zum Glück: Kurz vor dem Camper hört die Piste plötzlich auf und eine etwa 1 Meter hohe Kante liegt vor uns.
Meine Güte haben wir da Glück gehabt – ich will mir gar nicht ausmalen, wie das ausgegangen wäre.
Dann wurde die Piste so langsam besser und die "Zivilisation" hat uns wieder.
Wir schauen uns noch schnell die Geisterschlucht und die Häuschen an. Das Selbstversorgungshaus in der Geisterschlucht gefällt uns wesentlich besser.
Zurück am Campground haben wir natürlich erst einmal ein „Hurra, wir leben noch"-Bierchen getrunken und wir erholen uns von dem Schrecken.
Und gegen 15 Uhr haben wir uns dann fertiggemacht, um noch den Vista-Trail zu laufen.
Ganz schön anstrengend, aber dafür wurden wir mit einer fantastischen Aussicht belohnt.
Wir müssen uns nun etwas sputen, weil wir keine Lampen dabeihaben und nicht so richtig einschätzen können, wie lange wir dafür benötigen. Zeit für ein paar Bilder war aber schon.
Unterwegs ist uns dann noch der Manager (?) von Klein-Aus Vista auf dem Bike begegnet – Respekt!
Gerade zum Sonnenuntergang sind wir dann in der "Zielgeraden".
Und der abend wird natürlich noch mit einem BBQ und einem Lagerfeuer beendet.
Klein-Aus Vista Campground: Der Campground hat uns ausgesprochen gut gefallen. Um einen grossen schattigen Baum herum hat man genügend Platz für Camper, Lagerfeuer, Grill und alle anderen Dinge, die man so dabei hat. Die Sanitäranlagen sind sauber und ausreichend.
Teil 1603. Aug. 2015
Tag 13: Montag, der 22.Juni 2015 – Auf der D707 nach Koiimasis
Die Busgruppe macht sich bereits morgens um 5.30 Uhr mit viel Lärm abfahrtbereit. Also stehe ich halt auch auf – an schlafen ist eh nicht mehr zu denken, vor allem weil jetzt alle anderen auch schon wach sind und sich ebenfalls für den Tag vorbereiten. Geht das nicht leiser?
Wir geniessen das letzte Frühstück auf diesem tollen Campground und sind schon fast traurig, dass es heute weitergeht. Wir kommen weit vor 8 Uhr los, müssen aber noch tanken gehen. Und wenn einem schon so früh am morgen, der erste Kudu über den Weg läuft, dann ist das doch schon einmal ein gutes Omen.
An der Tankstelle, bzw. dem Shop, kommt das ganze Dorf zusammen und dann wird gemeinsam gebetet und gesungen. Wir sind ganz ergriffen von dieser Szene. Nach etwa 5 Minuten verlassen alle wieder den Shop und der Alltag geht weiter.
Wir tanken und kaufen noch ein paar Kleinigkeiten in dem Shop ein, dann geht’s wieder auf Pad.
Zuerst die auf die C13 – die hat überhaupt keinen Spass gemacht – und dann auf die D707 auf Sand, schon besser. Was für eine Landschaft, wir können gar nicht genug bekommen davon.
Und dann kommt auch schon die Abzweigung zur Farm Koiimasis.
Die nächsten 20 Minuten zuckeln wir durch eine traumhaft schöne Landschaft vor uns hin. Hier ist die Beifahrerin doppelt gefordert: sie muss nicht nur alles dokumentieren, sondern hat auch noch die Aufgabe, die Gatter zu öffnen und zu schliessen. Stress - und das im Urlaub. 🤩
Dann sind wir da, holen Oryx-Steaks und Brennholz und fahren weiter zum Campground. Zahlen sollen wir später, Anke ist etwas in Stress.
Und was soll ich sagen? Der Platz ist einfach gigantisch. Wie schön die einzelnen Plätze im Fels angelegt sind. Jeder Platz mit Feuerring, BBQ und einer überdachten Sitzecke und einem kleinen Sichtschutz.
Und jede Menge Klippschiefer beobachten uns:
Rätsel: Wie viele Klippschliefer sind auf dem Bild zu sehen?
Doch auch Klippspringer sind hier jede Menge zu beobachten:
Und erst die Sanitäranlagen. Auch in den Fels hineingebaut und liebevoll dekoriert. In diesen Platz haben wir uns sofort verliebt.
Hansi zaubert was zu essen und dann geniessen wir diesen tollen Platz. Um 14 Uhr sind bereits alle Plätze belegt – wie gut, dass wir schon lange vorreserviert haben.
Eigentlich wollten wir ja noch den Farmrundweg laufen, aber uns war zu heiss und wir waren zu faul dazu. Wir sind so faul, dass wir sogar an die Rezeption mit dem Camper fahren, um unsere Schulden zu begleichen. "Kurz" umschauen tun wir uns aber noch. Hier gibt es jede Menge zum Anschauen und Bestaunen.
Irgendwann ist es Zeit, den Grill anzuheizen und einen Sundowner zu trinken. Und was soll ich sagen? der Oryx hat vorzüglich geschmeckt.
Und dann hat Hansi endlich auch die Muse seine Kamera auszupacken und Sternenbilder zu machen. Dafür habe dann ich die Verantwortung für das Lagerfeuer bekommen. Au ja, das macht Spass. Ich habe unser ganzes Feuerholz verheizt – und wir hatten eine Menge davon – schliesslich darf das Feuer nicht ausgehen. Was für ein schöner Abend, was für ein schöner – fast schon magischer – Platz.
Koiimasis Campground: Einer der schönsten Plätze unserer Reise. Liebevoll ausgestattetes einfaches Sanitärhäuschen, die Plätze liegen schön zwischen den Steinen. Site Nr. 4 hat ein eigenes Sanitärhäuschen und einen tollen Sundowner-Platz ins Tal „nach hinten“. Und man bekommt hier sehr sehr leckeres Fleisch.
Teil 1704. Aug. 2015
Tag 14: Dienstag, der 23.Juni 2015 - es geht ins Sossouvlei
Wir sind wirklich traurig, dass wir hier nicht noch mindestens eine Nacht bleiben können. Aber das Sossouvlei ruft und hier haben wir natürlich auch schon alles gebucht.
Und dieser kleine Kerl scheint uns den Abschied etwas versüssen zu wollen.
Wir fahren früh los und geniessen noch einmal die Farmstrasse.
Hier würde es zur Lodge abgehen – die Häuser sind auch hier in den Berg hinein gebaut, man sieht sie kaum. Sieht toll aus.
Dann kommt die D707. Wie schön.
Heute sehen wir jede Menge Tiere haben aber auch zwei „unschöne“ Erlebnisse. Hier gerät eine Herde Springböcke in Panik und versucht, über den Zaun zu springen. Einer schafft das nicht und knallt voll gegen den Zaun…. . Diese Bilder haben wir die ganze Zeit vor Augen.
Später kommen wir an diesen Oryxen vorbei – auch sie geraten in Panik und einer läuft voll gegen den Zaun und verheddert sich darin. Zum Glück kann er sich aber befreien.
In Betta tanken und frühstücken wir. Ein schönes Café und ein typischer kleiner Laden mit allem was man so braucht oder eben nicht braucht und nebenan noch ein Campground. Das gefällt uns gut hier.
Dann fahren wir weiter durch die unendlich scheinende Landschaft.
Wir haben eine Ballon-Fahrt gebucht und fahren noch schnell am Büro vorbei, um die Fahrt zu bestätigen. Morgen wäre das Wetter noch gut, am Donnerstag – das wäre unser Tag gewesen – sieht es eher schlechter aus. Eine Kaltfront kommt auf Namibia zu. Aber morgen hätte es noch Plätze, gerne können wir umbuchen. Und das machen wir dann auch. Sie werden uns um 5:45 Uhr vor dem ersten Gate abholen. Alles klar. Und dann weiter nach Sesriem.
Hier haben wir schon einen Campground vorgebucht und hier holen wir uns auch das Permit für das Sossouvlei. Und dann sehen wir die Campsite. Nein, hier wollen wir nicht bleiben, so ein trostloser Campground.
Also fahren wir bald weiter zum Sesriem Canyon.
Der Einstieg ist nichts für Flipflop-Träger.
Wir gehen zuerst nach rechts, doch da wird der Canyon immer weiter und eigentlich unspektakulärer. Also drehen wir um und laufen in die andere Richtung bis zum Ende durch – Endstation. Sieht schon toll aus, vor allem ist es mal etwas ganz anderes wie Wüste und diese endlose Weite.
Es ist immer noch nicht Zeit zum Essengehen, also gehen wir noch zur Elim Düne. Vom Camp aus sind das etwa 10 Minuten zu fahren. Sie ist nicht ganz so hoch, es ist aber trotzdem anstrengend dort hoch zu laufen. Dafür werden wir mit einer genialen Aussicht belohnt.
Zum Glück müssen wir heute abend nicht auf dem Campground grillen. Wir haben in der naheliegenden Sossouvlei-Lodge Abendessen gebucht. Und das war eine gute Idee. Wir müssen zu Fuss gehen, weil ja das Tor um 17:30 geschlossen wird. Das zieht sich dann auch ganz schön. Die Atmosphäre ist super. Es ist auf der Terrasse angerichtet – auch wenn es etwas frisch ist – und alles ist mit Kerzenlicht beleuchtet. Wie schön, aber auch sehr dunkel.
Schon alleine vom Vorspeisenbuffet würde man satt werden. Lauter leckere Dinge. Dann gibt es Fleich und Fisch vom Grill mit allen möglichen Beilagen. Wir halten uns ans Game und probieren: Zebra (na ja –was aber wohl eher am Grillmeister lag), Strauss (hm, das ist gut), natürlich Kudu (ist einfach unser Favorit - bisher) und Impala (wird unser neuer Favorit). Dazu Couscous mit Chacalaca Sauce. Hmmmmm . Zum Nachtisch sehr viel süsses Zeug – ist nicht unseres – aber leckere Schokoladen Chips und eine Käseplatte – wie lange habe ich schon keinen Käse mehr gegessen? Natürlich noch ein guter Wein dazu und somit war der Abend perfekt. Und weil das so gut war, melden wir uns gleich morgen nochmals zum Essen an. Wir laufen zurück zu unserem trostlosen Campground und bereiten schon mal alles für morgen früh vor. Kein Lagerfeuer heute 🙁
Teil 1806. Aug. 2015
Tag 15: Mittwoch, der 24.Juni 2015 - Ballon-Fahrt und Sossouvlei
Um 5 Uhr sollte der Wecker klingeln, doch das war gar nicht nötig. Es ist schon seit etwa 30 Minuten so eine „Unruhe“ auf dem Campground, dass an Schlafen gar nicht mehr zu denken war. Ich frage mich aber, was es bringt, wenn man bereits um 4:45 Uhr am Gate ist – wenn es erst um 5:45 Uhr geöffnet wird. Wir machen uns fertig und laufen schon einmal zum äusseren Gate vor – und was soll ich sagen? Obwohl wir viel zu früh dran sind, ist unser Fahrer schon da – mal wieder.
Wir holen noch weitere Mitfahrer ab und nach etwa 30 Minuten Fahrt sind wir am Take-Off Platz, wo der Ballon schon vorbereitet wird.
Und dann ist es soweit: Die Fahrt kann beginnen.
Rob, unser Pilot (oder ist das ein Fahrer?), sucht nach einem geeigneten Wind, während wir den Sonnenaufgang von oben bewundern dürfen.
Wir gleiten ganz sachte durch die Weite der Landschaft.
Das ist so ein erhabenes Gefühl: so ruhig, so gemächlich – schwer in Worte zu fassen.
Und was eigenartig ist: Ich mit meiner Höhenangst habe überhaupt kein Problem runter zu schauen – Hansi, bei dem ich jedes Mal einen Herzkasper bekomme, wenn er an Abgründen alles für ein gutes Foto gibt, fühlt sich nicht ganz so wohl. Verkehrte Welt.
Wir steigen in die Höhe und sinken dann wieder ab, immer auf der Suche nach dem besten Wind.
Von hier oben kann man auch die unzähligen "Feenkreise" bewundern, über die es die unterschiedlichsten Theorien gibt.
Nach etwa 1 Stunde beginnt die „schwierige“ Suche nach einem geeigneten Landeplatz.
Und dann landen wir auch schon sanft in der Wüste. Wir werden noch zur Strasse gezogen und schliesslich wird der Korb gleich auf dem Anhänger platziert. Punktlandung.
Im Anschluss werden wir mit warmen Tüchern erwartet, um uns frisch zu machen und dann wartet auch schon ein üppiges Champagner-Frühstück auf uns, mittem im Springbock-Valley. Ist eigentlich schon ganz schön dekadent? Ja, aber toll!
Doch irgendwann ist auch das schönste Frühstück zu Ende und wir werden zu unseren Unterkünften zurückgebracht, gegen 10.30 Uhr sitzen wir also wieder an unserem "trostlosen" Campground und überlegen, wie wir den weiteren Tag gestalten wollen.
Teil 1906. Aug. 2015
Fortsetzung Tag 15: Mittwoch, der 24.Juni 2015 - Sossouvlei
Ich weiss nicht, wie viele Gedanken ich mir über die „optimale“ Planung des Sossouvleis gemacht habe. Und nun durch die Verschiebung der Ballon-Fahrt sollen wir in so kurzer Zeit einen neuen „guten“ Plan hinbekommen. Vor allem weil es uns nun wahrscheinlich gar nicht mehr ins Deadvlei zum Sonnenaufgang reichen wird, weil wir morgen auch nicht so wirklich wissen, wieviel Zeit wir für unsere Etappe brauchen. Aber wenigstens bis zur Düne45 wollen wir morgen früh noch fahren.
Wir dösen noch etwas rum, essen später dann noch einen Sesriem-Burger, trinken eine Coke dazu und fahren dann gegen 13 Uhr Uhr los ins Sossouvlei. Die ersten 60 Kilometer auf Asphalt sind einfach nur ermüdend und zum Teil auch langweilig.
Dann kommt der 2x4 Parkplatz in Sicht.
Wir lassen Luft ab, haben noch eine kurze „Diskussion“ wie man im Tiefsand fährt - Untersetzung im 3.Gang - und ab geht’s. Da kann keine Achterbahnfaht mithalten.
Ich kann nebenher sogar noch Bilder machen.
Und natürlich schafft es Hansi problemlos durch die Sandpiste durchzukommen. Willkommen im Sossouvlei.
Das Sossouvlei ist menschenleer und es geht ein angenehmes Lüftchen. Das geniessen wir natürlich.
Dann geht’s weiter und zwar zurück zum Deadvlei. Aber zuerst muss ich diesen Oryx noch fotografieren, auch wenn Hansi meint, wir hätten jetzt schon genug Oryx-Fotos. Kann man nie genug haben - find ich.
Aber wo geht´s bitteschön zum Deadvlei? Folgen Sie den Markern? Welche Marker?
Wir werden kurz abgelenkt bei der Suche: Hat der uns verfolgt?
Sieht das "dämlich" aus, wussten wir beide nicht, dass die sich "hinsetzen".
Marker sehen wir aber immer noch nicht.
Wir folgen jetzt mal der Spur mit den meisten Fussspuren - wir nennen das immer das Lemminge-Prinzip und damit sind wir fast immer gut gefahren.
Aber müssen wir wirklich über diese Düne?
Und uns läuft etwas die Zeit davon – das Gate schliesst um 18:15 Uhr. Also drehen wir schweren Herzens wieder um und gehen zurück.
Wir waren die letzten und wir hätten das ganze Deadvlei für uns alleine gehabt, bei bestem Fotolicht! Und wir sind zu doof das Deadvlei zu finden 😠
Am 2x4 Parkplatz ersteinmal wieder Luft reinlassen – eine aufwendig Prozedur – und dann gehts weiter. An der Düne 45 – wir liegen besser in der Zeit wie gedacht – kurz die Überlegung: Reicht es mir hoch?
Hm, mit Zeitdruck? Ich lasse es sein und das war dann auch ganz gut so. Kurz nach 18 Uhr passieren wir das Gate….
Noch eine kurze Dusche, um den ganzen Sand aus allen Körperöffnungen zu waschen – und dann machen wir uns auch schon auf den Weg zur Sossouvlei-Lodge. Uns läuft schon das Wasser im Munde zusammen, wenn wir an Impala mit Cousous und Chacalaca denken. Ja, wir haben Hunger. Da es heute ziemlich windig und kalt ist – die Kaltfront naht – sitzen wir heute drinnen.
Aber: die Vorspeise kommt nicht an das gestrige Angebot heran und viel schlimmer: es gibt kein Impala heute und auch keinen Couscous. Wenigstens ist Kudu da und ich probiere auch Gnu – lecker.
Das Buffet war toll, keine Frage, kam aber nicht annäherungsweise an das von gestern heran. Ja und dann planen wir den morgigen Tag nochmals komplett um, wir wollen doch noch versuchen ins Deadvlei zu fahren.
Sesriem Campground: Wir müssen gestehen, dass wir dem Platz eigentlich Unrecht getan haben. So schlecht, wie wir ihn jetzt immer empfunden und beschrieben haben, ist er ja eigentlich gar nicht. Wir sind halt die letzten Tage sehr verwöhnt worden. Man hat genügend Platz, es gibt einen Baum, der Schatten spendet, einen Grillplatz, Strom und Wasser und der nächste Platz ist auch so weit weg, dass man noch genügend Privatsphäre hat. Es gibt einen kleinen Kiosk und eine Art Bar, in der man eine Kleinigkeit zu essen und trinken bekommt. Die Sanitärhäuschen sind sauber, aber manchmal arg weit weg.
Teil 2007. Aug. 2015
Tag 16: Donnerstag, der 25.Juni 2015 – Deadvlei und weiter ins Isabis-Camp
Nachdem wir gestern das Deadvlei nicht gefunden haben, wollen wir es heute früh also nochmals versuchen. Da wir aber nicht wissen, wie lange wir letztendlich brauchen, um ins Isabis Camp zu kommen (und ob wir dort überhaupt bleiben wollen), verzichten wir darauf, die 4x4 Strecke selber zu fahren – was ja heisst Luft rein- und wieder rauszulassen - wir werden den Shuttle nehmen. Somit klingelt auch heute der Wecker wieder mitten in der Nacht und wir fahren auch heute wieder ohne Frühstück los – und es ist richtig richtig kalt heute früh. Wir sind an 3.Stelle am Gate und Punkt 5:45 Uhr wird es geöffnet. Und dann geht es ab: sowas haben wir noch nie erlebt: Volle Pulle – Tempo 60? Ha, das geht doch schneller – mit 100 Sachen geht es in die Nacht hinein. Nur so kann man am Vorderman dranbleiben und fährt nicht ganz alleine. Wir werden gleich mal von einem Shuttle-Fahrer überholt und dann geht es weiter. Zum Glück wird es so langsam auch heller und dann – so schnell? – sind wir auch schon da.
Es ist schon ein Shuttle da, der muss nur noch seine Scheiben frei bekommen. So macht Achterbahnfahren fast noch mehr Spass – aber Fotos kann man da keine mehr machen. Die Fahrt soll 220 N$ kosten, wir haben aber nur 400. Der Fahrer nimmt das Geld, steckt es ein und meint, dass wir den Rest später bekommen würden. Ob wir das Geld jemals wiedersehen? Hansi glaubt nicht daran, ich bin mit da nicht so ganz sicher - ich glaube aber ja.
Und – wir sind die ersten und können wieder niemandem hinterherlaufen – das Deadvlei ist tatsächlich in der Richtung, in die wir gestern schon gelaufen sind. Wir hätten nur weitergehen müssen.
Die Big Daddy Düne ist auch schon zu sehen: da sind schon ein paar Menschen am hochlaufen! Wir waren eigentlich die ersten – weil wir ja nicht selber gefahren sind. Wie kann das sein?
Und dann die alles entscheidende Gretchenfrage: Gleich ins Deadvlei oder auf die Düne? Tja, wir treffen die falsche Entscheidung und gehen gleich ins Deadvlei.
Und wundern uns noch mehr: Hier warten jetzt schon, um 6:45 Uhr, eine ganze Meute Fotografen. Und wieder dieselbe Frage? Wie kann das sein?
Ja und da warten wir und warten wir und warten auf das gute Licht und die Sonne.
Inzwischen geht die Sonne auf, was man von der Düne aus schon sehr gut sehen kann.
Die ersten Menschen steigen schon von der Düne ins Deadvlei ab und dort ist immer noch keine Sonne in Sicht.
Was ist also die beste Strategie fürs Sossouvlei? (Und genau das hören wir jetzt auch einen Guide sagen): Abends zum Sonnenuntergang auf die Düne45, das schafft man locker zum Hochsteigen und rechtzeitig ins Camp zurückkommen. Am Morgen dann ins Deadvlei und dort zuerst auf die Big Daddy Düne gehen – da reicht es wirklich ein paar Meter hochzusteigen: das ist machbar und der Sonnenaufgang sollte dort auch wirklich schön sein. Dann kann man in aller Ruhe ins Deadvlei absteigen und hat immer noch genügend Zeit um auf das gute Licht zu warten.
All die „richtigen“ Fotografen sollen jetzt bitte mal weiterscrollen: Um uns die Zeit zu vertreiben und nicht völlig festzufrieren – es ist immer noch a… kalt – versuchen wir von den Fotografen noch was zu lernen: Wir suchen die richtige Perspektive, die richtige Ecke um den Focus zu kriegen (oder so ähnlich), legen uns auf den Boden, stellen uns auf die Zehenspitzen und versuchen … Ja, was machen wir hier überhaupt: Wir fotografieren tote Bäume vor Sanddüne in Salzsee. Punkt! Vielleicht haben wir ja auch zu wenig Kameras dabei – und vielleicht auch nicht die richtigen Objektive?
„Fotografen“ ihr dürft jetzt wieder mitlesen, sorry, ist nicht böse gemeint, war aber wirklich eine ganz spezielle Species. 😗
So, inzwischen ist das „gute“ Licht über die Düne gekrochen und wir können „loslegen“.
Die Zeit drängt und wir gehen schweren Herzens zurück.
Und wer kommt da auf uns zu? Unser Fahrer: Ihr seid doch die mit dem Wechselgeld? Langt in seine Hosentasche und zieht das abgezählte Wechselgeld heraus. Gewonnen! So viel Ehrlichkeit verdient dann natürlich auch ein gutes Trinkgeld. Ehrlich währt am längsten.
Wir fahren zurück ins Camp, trinken einen Café, holen Feuerholz und ein Permit für den Naukluft Park. Ach so, natürlich tanken wir auch noch. Die Tankstelle im Camp nimmt Kreditkarten. Es gibt aber auch eine Engen-Tankstelle an der Kreuzung und die haben alles – wirklich alles – was das Touristenherz begehrt und noch viel mehr. Aber erst einmal müssen wir durch die "Auslasskontrolle". Ich habe ja schon geschrieben, dass es die Namibianer lieben, alles und jeden zu registsrieren. Ja, und wer rausfährt, muss dann auch wieder ausgetragen werden. Kann manchmal ganz schön kniffelig sein 🤪
Dann fahren wir weiter und diese beiden "lekkeren" Kerlchen laufen uns über den Weg.
Und was ist unser erster Stop?
Sieht man doch: Solitaire. Klar müssen wir die ganzen alten Autos fotografieren – wir lieben alte Autos.
Und klar müssen wir hier einen Kaffee trinken und einen Apfelkuchen holen (aber zum Mitnehmen, wir haben erst gefrühstückt). Im Shop – ist der nicht nett? – holen wir noch etwas Fleisch und Wasser und zur Vorsicht tanken wir auch nochmals – die nächsten Tage gibt es nichts mehr.
Und wir sehen hier das erste Mal diese possierlichen Tierchen:
Und dann fahren wir weiter. Unser nächstes Zwischenziel ist der Spreetshoogte Pass. Mit bis zu 22% Gefälle ist der Pass einer der steilsten im südlichen Afrika. Früher war die Fahrt über den Pass nicht ganz ungefährlich, aber inzwischen sind alle kritischen Stellen asphaltiert.
Oben auf dem Plateau-Abbruch wird man mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Ist das nicht toll?
Und dann leuchtet die Tankanzeige!?! Hä? Wir haben doch gerade getankt, das kann nicht sein. Was sollen wir tun? Was könnte das sein? Hätte die nicht vor Solitaire leuchten können – da war eine Werkstatt. Zurückfahren? Und dann? Ausgerechnet hier und jetzt – die nächste Werkstatt ist in Swakopmund, da sind wir in zwei Tagen. Abwarten und Teetrinken war unsere Devise.
Ist euch eigentlich schon was aufgefallen?
Ihr müsst schon genau hinschauen – heute sind Wolken am Himmel. Wir hatten jetzt 15 Tage lang strahlend blauen Himmel ohne ein Wölkchen am Himmel. Die Kaltfront kommt – ausgerechnet jetzt, wenn wir in den Bergen sind. Und dann kommt auch schon der Abzweig zum Isabis-Camp.
Joachim Cranz ist nicht da, aber seine zwei Angestellten schicken uns ins Klipdam Camp, dort würde es Wasser geben. Auch gut.
Wir fahren und fahren und fahren und dann sind wir da: Mitten in der Pampa liegt unser Camp für die nächsten beiden Tage. Wir sind hier ganz alleine, das Camp wird immer nur für eine Gruppe – egal wie gross – vermietet. Schnell alles ausräumen und unser neues Heim ist fertig. Willkommen daheim!
Es gibt hier sogar eine Toilette mit Aussicht und eine Dusche mit Donki. Darüber haben wir schon einiges gelesen, aber das ist unsere erste Bekanntschaft damit.
Heute ist uns aber nicht nach Duschen – vielmehr ist es jetzt an der Zeit sich für den Sundowner vorzubereiten und den Grill anzuschmeissen. Schliesslich müssen wir diesen tollen Platz in allen Zügen geniessen. Nur den Wein müssen wir uns guttrinken – Fehlkauf.
Und die Kaltfront macht sich voll bemerkbar: Trotz Lagerfeuer und 3 Lagen Fleece ist es immer noch recht kalt.
Heute nacht sind wir froh, dass wir eine zweite Garnitur Bettdecken bekommen haben. Zusammen mit unserer Fleece-Kuscheldecke, die wir von daheim mitgebracht haben, ist es auch in der Nacht wohlig warm.