Reisebericht

Unsere erste Reise durch Namibia

von zeitungsleser · begonnen 16. Juli 2015 · 4 Teile

Teil 116. Juli 2015
Tag 1:

Wir landen kurz nach 6 Uhr in Windhuk, steigen aus dem Flugzeug aus. Ich schaue in den noch dunklen Himmel und habe das Gefühl, den Mond mit der Hand vom Himmelszelt pflücken zu können, so nah wirkt er. Das habe ich noch nie gesehen. Gerade mal 30 sec in Namibia und schon so beeindruckt. Das geht gut los.
Die Passkontrolle verläuft zügig und reibungslos, wir holen unser Gepäck. Auch das geht schnell und wir begeben und zur Gepäckkontrolle und schieben unsere Koffer durch die Röntgenanlage. Klar, kann ja sein, dass wir auf dem ca. 20 m langen Weg Sprengstoff, Drogen, Nashörner oder andere verbotene Substanzen oder geschützte Tiere nach Namibia einschmuggeln wollen. Wir kommen zwar gerade aus dem Flugzeug und in Frankfurt/M. wurden wir gefilzt, aber sicher ist sicher. Wer kann schon wissen …
Nach dem Passieren der Sicherheitsschleuse betrete ich den Raum, in dem Angehörige und Freunde bereits sehnsüchtig auf ihre Lieben warten.
Ich komme rein und ein Wahnsinnsempfang erwartet mich. Ca. 50 Hereros in ihrer Festtracht jubeln mir zu singen her(er)o(t)ische Lieder und ich bin schwer beeindruckt. Das hat sich der Reiseveranstalter also richtig was kosten lassen. Wäre doch nicht nötig gewesen … denke ich mir so, bis ich bemerke, dass der Jubel nicht mir sondern Big MAMMMMMMA (mit mindestens 6xm) gilt, die uns bereits in Frankfurt ob ihrer körperlichen Fülle einerseits und ihrer prächtigen grünfarbenen Tracht und ihrer Kopfbedeckung, die uns an eine spanische Torerofrau andererseits erinnert hat, aufgefallen war und die auf Platz 11 C der lebendige Beweis dafür ist, dass auch Fluege.de-Maskottchen Rainer „Calli“ Calmund Economy-Class reisen könnte, denn der Sitz ist breit genug.


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Big Mammmmmma war im Auftrag der Hereros gerade in Deutschland, um der deutschen Regierung die Formulierung (und damit verbundenen Millionenzahlungen) „Völkermord an der Hereros und Namas vor ca. 100 Jahren“ abzuringen. Ich kommentiere es hier an dieser Stelle nicht.
Im Paradegleichschritt (!) marschiert das ca.50köpfige Hereroempfangskommando aus der Flughafenempfangshalle. Ich bin erneut schwer beeindruckt … und das nach gerade mal 20 min Namibia!


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Unsere Fahrt zum Hotel teilen wir im Taxi mit einem Deutschstämmigen, der in Windhuk wohnt und der uns erste Infos zum Land gab. Im Hotel angekommen, freuen wir uns auf unser Bett, werden aber enttäuscht, denn dies dürfen wir frühestens 11 Uhr beziehen, denn die anderen noch schlafenden Gäste wollen partout nicht ihr Bett mit uns teilen – freche Brut!
Wir streben (trotz Sonntag!) also dem nahen Supermarkt zu und machen uns einen ersten Eindruck vom namibianischen Angebot.
Schwer beeindruckt bin ich von der Schönheit der namibianischen Frauen. Richtig hübsche Dinger … stolz … und besonders beeindrucken mich ihre Frisuren.
Gegen 11 Uhr streben wir dem Guesthouse zu und sind froh, eine Stunde ruhen zu können.
Der Nachmittag verläuft unspektakulär und zeitig versinken wir iu unseren Betten.

Die kleine Gabi (52) ist traurig, dass sie, obwohl bereits ca. 12 h in Afrika, noch immer keinen Löwen gesehen hat …
Teil 219. Juli 2015
Tag 7

Vor uns liegen heute knapp 300 km Fahrstrecke bis nach SWAKOPMUND, aber ich freue mich darauf. Auto fahren gehört immer schon zu meinen Lieblingsbeschäftigungen und auch unsere USA-Reise vor 7 Jahren (Südwest-Tour) bestand größtenteils aus Autofahren.
Wir verabschieden uns von unseren Gastgebern und geben Gas.
Die Fahrt verläuft weitestgehend unspektakulär, allerdings denke ich gerade daran, dass der aktuelle deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt (der wird sich wundern, beim Ego-Googeln seinen Namen hier im Namibia-Forum zu finden!) wahrscheinlich schon längst auf derartige Routen eine Vergnügungssteuer erhoben hätte, denn die Berg-und-Tal-Schotterpisten erinnern an Rummel-Achterbahnen und wir haben tierischen Spaß, wenn es an der höchsten Stelle im Bauch kribbelt und man das Gefühl hat abzuheben. Oft wissen wir gar nicht, wie es hinterm Hügel weitergeht, aber da wir ja die Dreckwolke der entgegenkommenden Fahrzeuge schon kilometerweit im Voraus erkennen, ist das Risiko kalkulierbar.
Nach ca. 30 km sehen wir zwei Strauße mitten auf der Schotterpisten-Fahrbahn. Sofort habe ich die Idee, meiner gleichnamigen Kollegin via Whats-App Bilder zu schicken mit der Frage, welche Tiere ich wohl gerade jage. Doch dazu brauche ich Beweisfotos. Ich pirsche mich also mit dem Auto an die beiden heran (ha ha … ranpirschen mit dem Auto!) … jetzt ist Teamwork angesagt: Ich fahre, Gabi muss mindestens einen der beiden „abschießen“, sonst weiß meine Kollegin gar nicht, was ich damit meine. Letztlich gelingen Gabi und auch mir paar verwendbare Schüsse. Wir überlassen die beiden wieder ihrer Tagesbeschäftigung und fahren weiter.

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Wenige km später erspähen wir links in Fahrtrichtung eine fünfköpfige Zebrafamilie, die relativ nahe steht und somit gut zu fotografieren ist. Weit in der Ferne können wir in der Steppenlandschaft immer wieder verschiedene Herden ausmachen und via Fernglas gut erkennen.


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Plötzlich kriege ich Durst. Richtigen Durst. Und hier sind 0,8 Promille erlaubt. Ich bitte Gabi, mir eine Dose TAFEL LAGER zu öffnen, was ihr gelingt und mich fast sitt macht. Für Unwissende: „sitt“ ist ein Kunstwort aus einem Ideenwettbewerb Mitte der 1990er Jahre, es ist die Ergänzung zu „satt“ und bedeutet „nicht mehr durstig“ (Schließlich sollen die hier Mitlesenden ja auch gebildet werden und diesem Auftrag komme ich gern nach). Nach einer zweiten Dose (souverän von Gabi mit dem Daumen der linken Hand geöffnet) verspüre ich keinen Durst mehr und Gabi hat ihre Mitfahrberechtigung für die Namibia-Reise unter Beweis gestellt.
Vor uns liegen noch immer zwei Pässe und das Kuiseb mit seinen schroffen, zerklüfteten Felsformationen.
Im Vorfeld unserer Reise las Gabi „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ (von Henno Martin, gibt’s bei ebay oder anderswo für ca. 6 € gebraucht).
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Den Spuren der beiden Protagonisten wollte sie nun auf ihrer Reise einige km folgen. In den Bergen jedoch verlief sich die Spur, da bspw. die Ausschilderungen zu Martinshöhle oder Karpfenkliff leider nicht auffindbar waren.

Zugegebenermaßen erweist sich ein nicht geringer Teil der Strecke als wenig aufregend, nackte Felsen durchziehen die Landschaft, weit und breit nichts als Dreckpiste, Felsen und sonst nichts weiter.
Interessantes Detail: Die „Pistenraupe“


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, die im Auftrag der namibischen Regierung für die Straßenwartung unterwegs ist und massenhaft Dreck aufwirbelt, durch den wir ihr folgen müssen, ehe wir sie endlich überholen können. Wir machen einmal kurze Pinkelpause (der von mir erwählte Strauch dachte bestimmt, es sei schon Weihnachten) und fahren Swakopmund entgegen. Vorher passieren wir die Straßeneinengung (eine Art Steg aus Eisen), die uns in den Distrikt führt. Weiter durch das Kuisebtal, die Brücke über den staubtrockenen Fluß, die nur durch ihre Länge vermuten lässt, dass es hier doch hin und wieder Wasser gibt.

Wir passieren eine riesige Flamingo-Kolonie an der linken Straßenseite (bestimmt an die 1000 Tiere)


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kurz vorm Ziel und machen einen kurzen Zwischenstopp in WALFISHBAY, essen dort im LEMON TREE leckeren Fisch bzw. Sushi (pro Gericht umgerechnet ca. 9 €, sehr zu empfehlen!), fahren kurz zum Hafen … ENDLICH DAS MEER! Der Atlantik liegt vor uns.
Wir entscheiden uns aber doch, zuerst unser Quartier aufzusuchen, da ich ziemlich müde bin. Gewählt haben wir VERONIKAS GUESTHOUSE.
Auf dem Weg von Walfishbay nach Swakopmund befahren wir die Küstenstraße und sehen mit eigenen Augen, dass das Meer sozusagen direkt auf die Wüste trifft und sozusagen fast nahtlos in diese übergeht. Irgendwie beeindruckend!
Quasi nahtlos an den Strand schließt sich die Wüste an, lediglich durch die Asphaltstraße (die schon in der Wüste liegt) unterbrochen. Die Kosten für die Wartungsarbeiten dieser Straße, die eher schmal aber in einem sehr guten Zustand ist, sind sicher beträchtlich.


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Unsere Unterkunft finden wir recht schnell, der Gastgeber (ein Franke) begrüßt uns und ich mache mich erst mal flach. Bisschen geschlaucht bin ich schon …
Am Abend dann laufen wir ein wenig den Strand entlang in Richtung alter Ortskern. Vor uns der Atlantik – riesig und scheinbar endlos … ein beeindruckendes Gefühl, wenn man sonst in einer Großstadt mitten im Landesinneren wohnt.
Über ihn kamen einst die sogenannten Entdecker, auf ihm fuhren die ersten Schiffe, die hier die ersten Kolonisten an Land brachten (war paar km weiter südlich in der sog. Lüderitzbucht, als sich dort einst der Bremer Tabakhändler an Land setzen ließ).
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Wir sind von den wunderschönen Häusern, die in unmittelbarer Strandnähe zu finden sind, total beeindruckt. Das passt hier architektonisch alles prima zusammen und kaum einer würde wohl auf Namibia tippen, wenn man ihm Fotos dieser Silouette bzw. dieses Häuserensembles vorlegen würde. Hätten wir definitiv so nicht erwartet. Hat durchaus ne Menge von einem Seebad.
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Wir spazieren der Seebrücke zu, kriegen aber im dortigen Restaurant keinen Platz mehr und weichen in Kückis Pub (von jedem Reiseratgeber empfohlen) aus. Besoffene Schweizer bevölkern den Thresen und halten ihr Gegröle auch noch für unterhaltsam. Da wir jedoch schon berufsbedingt den Umgang mit sozialen Randgruppen gewohnt sind, lassen wir uns nicht abschrecken und irgendwo sind Schweizer ja auch so ne Art Menschen und wollen nicht immer nur das Matterhorn, das 2015 seinen 150. Jahrestag seiner Erstbesteigung begeht, sehen.
Wohlschmeckender Fisch und 2 Bier vom Fass für 370 N$ sind zwar kein Schnäppchen, aber es war gut!
Wir schlenkern in unsere Unterkunft und während ich diese Zeilen hier tippe, träumt die kleine Gabi (52) möglicherweise vom ersten Löwen, den sie auch hier noch nicht gesehen hat.
Teil 319. Juli 2015
So, nun probiere ich mal, obs was mit Bildern wird. Alle gehören zu Tag 1
Teil 424. Juli 2015
Tag 10

Wir können noch nicht ahnen, was der heutige Tag für uns bringen soll. Und vorab: Schön ist was Anderes!
Das karge Frühstück nimmt nur kurze Zeit in Anspruch, Koffer sind gepackt und es geht los. Nochmal kurz in die Apotheke zum Halstablettenkauf, danach auf die C35 Richtung Norden.

Zunächst fahren wir die Küstenstraße und beschließen spontan, eine Tour mit dem Schiff in unsere Route aufzunehmen. Wir gehen an Bord und ahnen nicht, dass der Kapitän sein Patent offenbar auf dem Rummelplatz an der Losbude gewonnen hat. Er setzt das Schiff auf Grund, mit letzter Kraft können wir uns vom sinkenden Schiff durch einen beherzten Kopfsprung in die brandende 12° kalte Flut retten und erreichen gemeinsam mit unseren Koffern, die ich in der linken, die Kameraausrüstung in der rechten Hand halte (G. war für die Rettung der Bierbüchsen zuständig), das rettende Ufer und wachen neben dem Skelett einer Robbe auf. Die Fotos, die wir nach dem Erwachen aus unserer Bewusstlosigkeit gemacht haben, beweisen unser Erlebtes.
Wir klopfen uns den Sand ab und ziehen weiter.

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(Zum besseren Verständnis für Ungläubige: Dieser Abschnitt wurde gesponstert von Baron von Münchhausen, die Fotos allerdings sind echt.)

Die nun folgende Strecke ist eintönig, die vergangenen Reiserouten waren interessanter. Die Piste ist einfach nur öde.
Hinter einer Kurve treffen wir auf eine Himba-Familie. Ein Buschmann mit ca. 15 Frauen (der hats gut!) und ebenso viele kleine Kinder (um die kümmern sich seine Frauen). Sie sitzen dort alle fast nackig im Gras bzw. bieten ihre selbstgefertigten Souvenirs an.
Sowas habe ich mir in Afrika gewünscht, gern würde ich mehr über ihr Leben erfahren und einfach mit ihnen plaudern (sofern das mit Händen und Füßen möglich ist). Allerdings ist ihr Auftreten tatsächlich fast ausschließlich für vorbeifahrende Touristen und weist nichts Ursprüngliches mehr auf. Ihre Souvenirpreise sind unterirdisch und noch ehe ich den Fotoapparat zücke, höre ich schon das Wort „Money“. Ich habe keine Lust mehr, begebe mich zum Auto, leider hat G. nur ein Foto schießen können und der Buschmann will jetzt Kohle. Er lehnt meinen einziffrigen Obulus ab, mehr war mir jedoch sein rüpelhaftes Auftreten nicht wert.
Unsere Tour geht weiter, insgesamt sinds heute wieder um die 380 km. Kurzer Tankstopp in der Pampa dann geht’s weiter.
Das Unglück soll in weniger als 10 min seinen Lauf nehmen.
Plötzlich ein undefinierbares Geräusch von hinten unten und danach Höllengeräusche. Wohl das gesamte Kiesbett schlägt in die Radkästen. Das Auto scheint uns um die Ohren zu fliegen. Ich lasse ausrollen und G. springt als erste aus dem Auto.
Verdammt! Das rechte Hinterrad besteht nur noch aus einer qualmenden Felge.

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Der Reifen ist nur noch rudimentär erkennbar. Davon habe ich geträumt. Weitab von der Zivilisation, allein in der Pampa und dann noch mit einem mir unbekannten Auto. Und manchmal werden Träume (hier: Albträume) wahr.
Was nun? Als erstes greife ich zum Fotoapparat, um der sensationslüsternen und nach Katastrophen gierenden Forumsgemeinde Anschaulichkeit präsentieren zu können (stimmt wirklich!). G. ist in ihrem Denken schon weiter und sucht nach dem Wagenheber.

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Mit etwas Mühe gelingt es uns, den RAV4 aufzubocken (gar nicht so einfach auf Sandboden) und das Rad zu wechseln.
Von vier in dieser Zeit an uns vorbeifahrenden Autos halten drei, fragen nach und bieten freundlicherweise ihre Hilfe an.
Als Nichtbetroffene sahen wir das am Anfang unserer Reise auch, fragten ebenfalls nach, ob wir helfen können. Der Betroffene, ein Deutschstämmiger, meinte jedoch ganz cool: „Habs nicht so weit, sind nur noch 100 km, hab grad daheim angerufen, gute Weiterfahrt ...“ Hm … Namibia eben!
Unsere Tour geht weiter, ich fahre vorsichtiger, obwohl ich mir auch vorher keiner Schuld bewusst bin. Drei Kontrollleuchten brennen, davon eine in rot. Wir müssen dringend in eine Werkstatt. Und das hier in der Pampa. Ich habe keine Idee, wie wir das realisieren wollen ...
Unser Ziel rückt zum Glück näher, noch vor Sonnenuntergang erreichen wir es. Ein sehr schön in eine Gebirgskette eingebettetes Camp mit großzügig angelegten Zelten bzw. Übernachtungsplätzen. Im Zelt stehen Betten, Strom gibt’s nicht, dafür eine Petroleum-Lampe und ein gen Himmel offenes Bad, einfach so in die Natur am Fuße eines Felsens gemauert. Toll! So was von romantisch … passt zu ner Hochzeitsreise (allerdings nicht unserer!). Von diesem Ambiente sind wir begeistert.

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Wir müssen HERTZ informieren, müssen sehen, wie man bzgl. des Autos dort entscheidet. Ich stoße an meine Englisch-Grenzen, denn das Formulieren solcher fachlichen Probleme gelingt mir nicht. Ich mache mir Notizen, um auf das Gespräch vorbereitet zu sein.

Plötzlich – wie aus dem Nichts- in ca. 100 m Entfernung zwei Elefanten. Beide mit schönen langen Stoßzähnen. Ich nähere mich bis auf ca. 30 m einem der beiden und mache Fotos. Die aufgeregte Campmannschaft versucht mit Klatschen und Rufen die ungebetenen Gäste zu vertreiben. Die Rüsseltiere sind wenig beeindruckt, beim gemächlichen Durchqueren des Camps stößt einer der Elefanten im Vorübergehen einen beheizten Badeofen um, ehe die Herde (ich erfahre später, dass es acht Tiere waren) dann im Tal durch einen ausgetrockneten Fluss verschwindet.
Toll – unsere ersten wilden Elefanten … und gleich so nah.

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Nebenan campt eine holländische Familie. Ich erkläre dem Familienoberhaupt mein Englisch-Problem, er ist außerordentlich hilfsbereit und erledigt für mich das Telefonat mit HERTZ. Morgen sollen wir ein anderes Auto kriegen, der Fahrer kommt damit aus Windhoek, muss fast 500 km (!) zurücklegen. 7 Uhr soll er (angeblich) starten, d.h. vor 12 Uhr ist nicht mit ihm zu rechnen.
Die Sonne ist untergegangen, noch ist es nicht stockdunkel (geht übrigens verdammt schnell hier). Wir platzieren uns vor dem Zelt, holen Bier und Rotwein aus dem Auto, setzen uns und lassen den Tag Revue passieren.
Zwei junge freundliche Mädchen aus dem Camp bieten uns Diner für 129 N$ p.P. an. Wir sagen zu (am Folgetag erscheinen dann 190 N$ p.P. auf unserer Rechnung) und gesellen uns zu den beiden anderen Durchreisenden, die bereits im „Speiseraum“ (offen, mit Blick in den Sternenhimmel, scheißkalt!) sitzen. Das Essen ist unterdurchschnittlich, der Reis verklumpt, das Fleisch süßlich angemacht (gar nicht unser Fall), der Eisbergsalat überaus ungewöhnlich zubereitet und draußen wird’s schweinekalt.
Stockdunkel ists eh geworden, wir trollen uns unserem Nachtlager zu und putzen uns unter sternenklarem Himmel die Zähne. Das „Kreuz des Südens“ sehe ich leider nicht.
Für die kleine G. (52) erfüllt sich ein Traum: Sie sieht ihren ersten Löwen (leider nur auf der Streichholzschachtel, die wir benötigen, um im Zelt mit der Petroleumlampe Licht zu haben).

Die Nacht wird unangenehm, es ist sehr kalt, die Betten sind sehr kurz, ebenso die Decken. Ich fühle mich an meine Wehrdienstzeit vor mehr als 30 Jahren erinnert. Die von außen hörbaren und undefinierbaren Geräusche sorgen nicht zwingend für ein inneres Gefühl von Ruhe und Wohligkeit. Am Morgen erfahren wir, dass zwei Schakale hier des Nachts einen Hahn gerissen haben. Muss so um die 10 m von unserem Zelt passiert sein.
Bin froh, dass die Nacht gegen 5:45 Uhr vorbei ist und steige mit kalten Knochen aus dem Bett (dieses allerdings war von der Auflage her gut)

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