Autoausbau in Tansania

12 Antworten · 3'838 Aufrufe · gestartet 17. Juni 2015 von Tamasabona
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Themenstarter14 Beiträge · seit 201517. Juni 2015 · #1
Hallo liebe Forumsmitglieder

Seit dem wir den Tipp für diese Forum bekommen haben sind wir fleissig am Lesen von Beiträgen und Reiseberichten. Danke den vielen fleissigen Schreibern für die sehr spannenden und informativen Beiträge. Wir konnten uns schon so einige Tipps und Kniffe abschauen.

Noch kurz zum Hintergrund, warum wir überhaupt hier aufgeschlagen sind:
Wir, Sina als Kinderärztin und Christoph als Geograph, sind seit Februar 2015 hier in Wasso im Norden von Tansania in einem kleinen District Hospital tätig. Wir planen für ca. ein Jahr hier zu sein und anschliessend einige Länder in Ost- und südlichen Afrika zu bereisen. Zu diesem Zweck haben wir uns jetzt einen Landcruiser Prado gekauft. Dieser wird voraussichtlich Mitte Juli aus Japan in Dar es Salaam ankommen. Also werden wir zu diesem Zeitpunkt in die grosse Stadt aufbrechen um das Auto abzuholen.

Nachdem wir so einige Reiseberichte von Selbstfahrern hier im Forum gelesen haben und noch ein wenig darumherum recherchiert haben, stellen wir uns einige Frage, wie wir den Prado am sinnvollsten auf- und ausrüsten sollten. Und da dachten wir mit diesen Fragen sind wir wahrscheinlich bei euch richtig.

Wir planen als grobe Reiseroute aus dem Norden von Tansania nach Uganda und über Ruanda zurück nach Tansania zu fahren. Dort die westliche Route entlag des Tanganyika See bis zum Malawi See und dann über Malawi, Sambia und Botswana nach Namibia. In Windhoek hoffen wir das Auto wieder verkaufen zu können um dann nach Hause zurück zu fliegen.

Um das Auto 'fit' für eine solche Reise zu machen benötigt es sicher einiges an Um- und Aufrüstung. Wie ihr wahrscheinlich schon zwischen den Zeilen lesen konntet wird es unsere erste Tour in diesem Stil. Daher sind wir erst recht dankbar über eure Infos und Erfahrungsberichte.

Als 'Grundausstattung' dachten wir an einen grösseren Kuhfänger, einen Dachkorb für zusätzlichen Stauraum (für Ersatzrad, Benzin- und Trinkwasserkanister) und einen Schorchel. Gibt es vielleicht Erfahrungswerte, wo man im Norden von Tansania ein Auto entsprechend in guter Qualität und vertrauenswürdig ausbauen lassen kann? Wir kommen mehr oder weniger regelmässig nach Arusha und Mwanza.

Ist eine Seilwinde nötig? Oder gibt es da Alternativen?
Kann man in Dar es Salaam oder Arusha Sandbleche bekommen? Wir müssen im September 2015 nochmals kurz in die Schweiz reisen und haben überlegt, ob es Sinn macht Schneeketten mitzubringen. Hat damit jemand Erfahrungen mit Ketten im Schlamm?

Wir planen den Innenraum entsprechend umzubauen, dass wir im Auto schlafen können. Leider gibt es hier in Wasso keine Möglichkeit qualitativ aussreichende Materialien wie Kantholz, Pressspannplatten, Schrauben und gelochte Bleche. Wo könnten wir das wohl am Besten in Arusha oder Dar bekommen?

Und noch eine letzte Frage: Gibt es die Möglichkeit in Arusha oder Dar einen Autokühlschrank von Engel oder Waeco zu kaufen?

Fragen über Fragen...
Vielen Dank schonmal für eure Infos!
Sina und Christoph

Hier ein noch abfotografiertes Bild unseres 'Kleinen':
h38e3b10.jpg
408 Beiträge · seit 201417. Juni 2015 · #2
Hallo Sina, hallo Christopher, also ein wenig kann ich schon helfen. Mit dem Holz gibt es hier keine so großen Probleme, allerdings wird es mit Preßspanplatten ziemlich schwer.
Einen Kühlschrank aht es bis vor kurzem hier in Usa River bei Hughes Motors gegeben, importiert aus Australien. Engel gibt es in Daressalaa im Mlimani Center (oder gab es vor kurzem noch), Sandbleche habe ich hier noch nicht gesehen, Schneeketten bitte vergessen, dann bist Du schnell am Boden. Und dann schaufelst Du eine kleine Ewigkeit. Besser ist ein Hijack, den gibt es bei Sameer in Arusha.
Eine Roobar (eine Bullbar besteht aus Eisenbahnschienen oder Ähnlichem -Aussiebegriff) und Schnorchel gibt es bei (jetzt fällt mir gerade der Name nicht ein - 70) diesem südafrikanischen Offroadausrüster, RAS oder so, in Arusha bzw. bei Hanspaul, der kann auch den Gepäckträger machen. Das ist die Firma, welche die Safariwagen baut. Ich würde das Reserverad von der Hecktüre lösen und eine Schwenkhalterung machen (zeige ich Euch per Foto).
Der Reiseplan ist ein wenig problematisch wegen der Papiere. Man muß bei Ausreise eigentlich den Brief abgeben und wieder über die gleiche Grenzstelle einreisen, dann bekommt man den Brief zurück.
Ich hatte voriges Jahr ein amerikanisches Ehepaar, denen ich beim Autokauf geholfen habe, die haben die gleiche Reise gemacht mit TZ-Kennzeichen. Die haben sich ein Carnet in Kenya besorgt soviel ich weiß, sind aber wieder nach TZ zurückgefahren. Die schreibe ich an, das hab ich total vergessen - 70.
Ansonsten fällt mir im Moment nichts ein.

Viel Spass beim Planen
Johannes
The Schimann Family
The Schimann Family - Man kommt als Gast und geht als Freund
6'369 Beiträge · seit 201117. Juni 2015 · #3
Hoi Sina und Christopher

Ich kann Euch zwar nicht helfen wenns darum geht in Tansania Dinge einzukaufen, aber da ich Mod in einem Camper-Eigenbau-Forum bin weiss ich dass Ihr da viel Wissenswertes erfahren und erfragen könntet!
Her (klick mich) gehts zum Camper-Eigenbau-Forum 'Womobox'!
Da drin tummeln sich auch Afrika-Reisende, z.B. der User 'surfy' hat einen LandCruiser umgebaut und wenn ich mit recht erinnere Afrika umrundet, zumindest aber Westafrika 'gemacht'. Aktuell ist er in Südamerika unterwegs, meldet sich aber immer wieder im Forum.
Her (klick mich) findest Du direkt seinen Tread über den Ausbau, beginnend mit dem Autokauf.
Es lohnt sich aber auch die vorherigen Seiten durchzulesen.

Und: Vergiss Pressspanplatten!!! Die werden von den Vibrationen zerstört und sind unnötig schwer!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
408 Beiträge · seit 201418. Juni 2015 · #4
Hallo Picco, das klitzekleine Problemchen ist nur, dass der Ausbau in Tansania stattfinden soll. Das ist manchmal angebotsmässig nur etwas besser als das Kauferlebnis in der Zürcher Bahnhofshalle, in manchen Dingen sogar schlechter. 🙁
Preßspan ist auch bei Feuchtigkeit ein übler Werkstoff. Vielleicht hat auch Erika Tips, die sind ja mit ihrem Töff ewig hier unterwegs und haben eventuell schon wieder Lust, über andere Dinge nachzudenken.
Allerdings sollte man nicht glauben, dass es hier einen Hersteller für Dachzelte gibt, das erstaunt wiederum.

Johannes
The Schimann Family
The Schimann Family - Man kommt als Gast und geht als Freund
6'369 Beiträge · seit 201118. Juni 2015 · #5
Hoi Johannes
bongolander schrieb:Hallo Picco, das klitzekleine Problemchen ist nur, dass der Ausbau in Tansania stattfinden soll. Das ist manchmal angebotsmässig nur etwas besser als das Kauferlebnis in der Zürcher Bahnhofshalle, in manchen Dingen sogar schlechter. 🙁
Sorry, Du kennst die Seite offenbar nicht...da haben Leute schon aus Müll Wohnmobile gezaubert...alles ist möglich, wenn man nur will (und weiss wie's geht) 😉
Du wirst deutschsprachig kein grösseres Wissen zum Thema Campingausbau finden als in der Womobox...da erkundigen sich auch einige professionelle Ausbauer...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 18. Juni 2015
408 Beiträge · seit 201418. Juni 2015 · #6
Off topic

@picco
da haben Leute schon aus Müll Wohnmobile gezaubert.
Jedem, der aus tansanischem Müll ein Wohnmobil zaubert, dem küsse ich die Füsse. Oder Hände. Und ich poste in allen mir möglichen Foren, dass hier nach Babu in Samunge ein weiteres Wunder geschehen ist.

(Natürlich nur ein Scherz, ich weiss, wie es gemeint war)

Johannes
ganz ohne Familie
The Schimann Family - Man kommt als Gast und geht als Freund
zuletzt bearbeitet 18. Juni 2015
129 Beiträge · seit 201318. Juni 2015 · #7
Hi Sina und Christoph,

zu den Einkaufsmöglichkeiten in Tansania kann ich leider nichts beitragen. Wir haben aber seit 20 Jahren ein eigenes Fahrzeug in Namibia, daher kann ich eher etwas zur Ausrüstung sagen.

Euro Prado auszubauen und drinnen zu schlafen stelle ich mir eng vor. Habt ihr euch schon ein Dachzelt überlegt? Schönerer Ausblick, viel Luftiger, auch bei Regendicht, schnell auf- und abgebaut. Zusätzlich habt ihr auf dem vorderen Teil des Daches noch Platz für einen Dachträger. Wir haben auf diesem z. B. eine Kiste für Tisch und Stühle und weitere Sachen. Auch Kanister sind dort gut aufgehoben, aber auch ein Ersatzrad. Das ganze sieht bei uns so aus (sorry für das schlechte Foto, gerade kein anderes da):

hf48ebb2.jpg



Ich denke am wichtigsten für euch wäre
- gutes Fahrwerk, z. B. OME (der Prado gilt als sehr weich!?)
- gute Reifen, z. B. BF Goodrich All Terrain 265 / 75 R16
- ein technisch fittes Auto!

Nice to have
- Schnorchel (ist aber nicht unbedingt nötig - dafür öfter Luftfilter wechseln)
- Zusatztank (geht auch ohne - für Notfälle Kanister aufs Dach)
- Reserveradhalterung an der Heckklappe (ist schon praktisch - kein Reifen mehr auf dem Dach, besser für Schwerpunkt)

Wenn ihr nicht im Auto, sondern im Dachzelt schlaft, könnt ihr den Kofferraum gut einrichten. Z. B. Kistensystem und Kühlschrank usw.
So haben wir uns eingerichtet (unter den beiden grauen Boxen ist noch ein Fach, in dem flach die Wasserkanister liegen):

h4af4abb.jpg


Viel Spaß und schöne Grüße

Alex
Themenstarter14 Beiträge · seit 201518. Juni 2015 · #8
@ Johannes:
Lieber Johannes, schön von dir hier zu lesen 🙂 .
Vielen Dank für die Einkaufstipps! Dann schauen wir doch in Dar beim Autoabholen im Mlimani Center nach einem Kühlschrank - ist das das gleiche Center in dem auch der Game-Shop drin ist, den du uns empfohlen hast? Falls wir dort keinen finden ist ja auf unserere Heimreise nach Wasso schon Stopp in Usa River geplant 😉 Wie es klingt gibt es dann noch eine Einkaufstour in Arusha. Sehr gut.
Dann würde ich sagen, vergessen wir die Schneeketten und schreiben lieber Sandbleche auf unsere Einkaufsliste für September in der CH und Dtl.

Hmm, hoffentlich bekommst du von den Amerikanern noch positive Antworten für unsere Route. Danke für die Nachfrage bei ihnen. Ein kleiner Umweg über Kenia wäre sicher kein Problem 😉

@Picco
Sehr interessanter Link. Danke. Da werden wir uns mal in die Möglichkeiten des Autoumbaus vertiefen 😉

@alle
Nach euren Rückmeldungen werden wir uns die Pressspannplatten noch mal gut überlegen müssen. Ja, Rüttelei und Feuchtigkeit wird es auf unserer Tour sicher geben. Bestimmt finden wir im 'Womobox'-Forum eine alternative Idee. Und sonst müssen wir doch noch auf ein Dachzelt zurück kommen. @ Alex: Du hast schon recht, ein Dachzelt wäre wahrscheinlich geräumiger (im Auto hätten wir ca. 1.40 x 1.90 m Liegefläche) aber auch teurer... Dazu bastelt Christoph auch noch so gerne 😉

Apopos Dachzelt: wir haben schon einige Berichte gelesen, dass diese bei tropischen Regengüssen nicht immer dicht halten. Wie sind da eure Erfahrungen?
Themenstarter14 Beiträge · seit 201525. Juli 2015 · #9
Hallo liebe Fomis

Wir sind noch immer dabei den Ausbau von unserem Landcruiser Prado in Tansania zu planen. Gerade sind wir bei der Frage: Auto-Kühlschrank

Wie Johannes (Wir vermissen ihn sehr! Gott hab ihn seelig!) in einem früheren Beitrag richtig geschrieben hat, ist es hier nicht so einfach an qualitativ hochwertige Produkte zu kommen. Leider können wir nicht einfach in ein Fachgeschäft gehen und uns einen Kühlschrank von Engel oder Waeco aussuchen.
Bei unserer Recherche sind wir jetzt auf einen Shop in Dar es Salaam gestossen, der Auto-Kühlschränke aus China im Angebot hat (www.stepsolar.co.tz/). Hat jemand vielleicht Erfahrungen mit solchen? Leider ist es nicht so einfach Erfahrungsberichte im Internet dazu zu finden. Daher wäre ich über Infos, Meinungen und Anmerkungen sehr froh!
Die Modelnummer wäre z.B. BR20C4 oder BR30C4
Einen wirklichen 'Markennamen' habe ich bisher nicht gefunden. Die wechseln hier bei den chinesichen Produkten wohl auch ständig.

Herzliche Grüsse
Sina
zuletzt bearbeitet 25. Juli 2015
6'369 Beiträge · seit 201125. Juli 2015 · #10
Hoi Sina

Wie wärs wenn Ihr einen in Deutschland kauft und ihn von einem Touristen mitnehmen lässt?
Fragt in der Womobox nach, da gibts Experten die wissen welcher Kompressor langlebig ist (und welcher nicht) und die manchmal sogar tolle Schnäppchen anbieten.
Es gibt zu viele schlechte Geräte...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter14 Beiträge · seit 201519. Aug. 2015 · #11
@ Picco: Ja, das hatten wir uns auch schon überlegt und auch schon fast in die Wege geleitet.

Aber nun hat sich per Zufall ergeben, dass wir ein Ehepaar aus Australien kennengelernt haben und die Zwei sind gerade in einem Projekt in Nairobi. Nach kurzer Recherche stellte sich heraus, dass es in Nairobi eine Filiale des südafrikanischen 4x4/Camping-Ausstatters '4x4 Mega World' gibt. Nach kurzer Kontaktaufnahme dort wurde mir bestätigt, dass sie tatsächlich auch Engel Fridge/Frezzer im Sortiment haben - und noch vieles weiteres Equipment, was es in Tansania garnicht oder nur in mässiger Qualität gibt. So werden wir im Oktober einen kleinen Besuch in Nairobi einschieben 🙂

Leider gestaltet sich der weitere Ausbau noch schwierig. Bisher konnten wir keine gute Holzqualität für eine Liegefläche finden. Oder aber, es waren zu dicke und damit zu schwere Bretter 😵
Aber wir bleiben dran.

Herzliche Grüsse
Sina
Themenstarter14 Beiträge · seit 201523. Apr. 2016 · #12
Jetzt bringt uns unser umgebauter Landcruiser J95 schon seit 4 Monaten zuverlässig durch Ost- und Südafrika und ich komme erst jetzt dazu endlich mal ein Update über den ganzen Umbau in Tansania zu schreiben. Dieser Umbau gestaltete sich alles andere als einfach, aber am Ende haben wir für alles eine praktikable Lösung gefunden – sowohl für einen Kühlschrank, als auch für unsere favorisierte Schlafplattform. Aber der Reihe nach:

Nachdem unser Landcruiser Prado ohne Probleme bis nach Dar es Salaam verschifft wurde bestand die erste Hürde darin, ihn durch den Zoll zu bringen und in Tansania auf uns zuzulassen. Johannes hatte uns einen sehr hilfreichen Kontakt bei Toyota in Dar vermittelt. Über Eliavera konnten wir für einen sehr guten Preis einen Clearing Agenten engagieren, der das Auto innerhalb weniger Tage durch alle offiziellen Stellen geschleust hat. So konnten wir es anschliessend fix und fertig, mit allen nötigen Papieren, bei Toyota in Dar abholen.
Schon direkt nach der Bestellung des Autos hatten wir ja begonnen die Verwandlung von einen handelsüblichen Prado in ein, bzw. unser Safarimobil zu planen. Dabei gab es im Grunde drei Baustellen: die Aussenmodifikationen mit Kuhfänger, Schnorchel, Dachgepäckträger etc., den Innenausbau und sonstiges Equipment wie Rescue-Set, Campingausrüstung etc.. Für beides mussten wir uns die nötigen Utensilien zusammen suchen. Durch unsere Bekanntschaft mit Eliavera konnten wir einige der Gegenstände zum Mitarbeiterpreis bei Toyota bekommen. So kamen wir zu einem Dachgepäckträger, einem Luftkompressor, einem 'Rescue-Set' mit verschiedenen Bändern, Ketten, Schäkel etc., Sand-, bzw. Matschblechen, sowie einem Satz neuer BF Goodrich All-Terrain Reifen (sechs an der Zahl, vier direkt aufgezogen und zwei Ersatzreifen). Leider hatten sie gerade keinen passenden Kuhfänger in Dar vorrätig, wir bekamen aber einen Kontakt in Moshi, wo wir auf unserer Rückfahrt nach Wasso sowieso vorbei kommen würden. Aber passende Scheinwerfer konnten wir noch mitnehmen. Während unseres Aufenthaltes in in Tansanias Hauptstadt klapperten wir dort alle vorhandenen Supermärkte, inkl. 'Game Supermarket' ab in der Hoffnung einen adäquaten Kühlschrank, sowie Campingstühle und einen Tisch zu finden. Alles Fehlanzeige. Dafür fanden wir schon mal Basis-Campinggeschirr aus Metall. Töpfe und einen Benzinkocher hatten wir bereits mit nach Tansania gebracht, ebenso Schlafsäcke und Isomatten.
So fuhren wir mit deutlich weniger Ausstattung als gedacht erstmal zurück nach Wasso in unser Projekt. Während der nächsten Monate nahm die Planung des Innenausbau Formen an und wir hatten uns für eine Plattform zum Schlafen im Auto entschieden. Als ich so zu dem Thema durchs Netz surfte stolperte ich über etliche sehr schöne, praktische und platzsparende Möglichkeiten. Aber die meisten würden sich mit den hier verfügbaren Materialien nicht umsetzten lassen. Die einzige Möglichkeit war der Bau einer Plattform aus Holz mit den Abmessungen 1,90 x 1,40 m. Leider gibt der Prado nicht die nötige Höhe her um einerseits genügend Stauraum unter der Plattform und andererseits die Höhe zum Sitzen auf der Plattform zu gewährleisten. Zum Glück ist das Klima in den Ländern die wir bereisen wollen ausreichend warm um lange draussen zu sitzen und nur zum Schlafen ins Auto zu 'müssen'. Ok, bei Regen müssen wir dann sehen.
Dank einer sehr gut beschriebenen Bauanleitung eines Pärchens in Australien, die eine Holzplattform in einen Prado J95 gebaut hatten, hatten wir eine sehr gute Vorstellung, welche Utensilien wir für die Umsetzung benötigten. Dank der Beiträge hier im Blog kam Pressspan für unser Vorhaben nicht in Frage. Die nächste Wahl war Sperrholz und nach langer Suche wurden wir in Arusha beim 'Bulk Baumarkt' tatsächlich fündig. Dort gab es verschiedenen Dicken und sogar 12 mm dicke, beschichtete Platten. Noch schwieriger war es gut abgelagertes und vor allem gerade und gleichmässig zugeschnittenes Kantholz für den Rahmen zu Finden. Dies ist uns dann auch nicht vollständig gelungen. Wir haben zwar gut abgelagertes, aber nur mässig gleichmässig auf 5 x 5 cm zugeschnittenes Kantholz gefunden. Das führte beim Bau der Plattform zu einem unglaublichen Geschiebe und Ausgebessere, sowie Gefluche unsererseits, aber am Ende stand die Plattform im Auto und die Liegefläche war sogar gerade.
Noch bevor wir die Plattform im Auto gebaut hatten stellte sich währende unserer diversen Fahrten durch die Serengeti und die holprige Lake Natron Route nach Arusha heraus, dass die handelsüblichen Stossdämpfer und Federn an den Hinterrädern den Bedingungen nicht gewachsen waren. So bauten wir in Arusha neue 'Heavy Duty' Dämpfer und Federn (von Rob's Magic) ein, die im Verlauf einen hervorragenden Dienst taten und das Fahrgefühl um Längen verbesserten.
Das grösste 'Problem' beim Aussenausbau war es einen passenden Schorchel für unseren Prado zu bekommen. Es benötigte mehrere Besuche in Arusha und Nachfragen bei verschiedenen Werkstätten, bevor uns 'Sunnys Autoworks' einen Schorchel anbauen konnte – ironischerweise mussten wir auf dieser Fahrt nach Arusha zwei Stunden vor einem Hochwasser führenden Rinnsal auf der Lake Natron Route warten, da wir noch keinen Schnorchel hatten und bereits die Regenzeit begonnen hatte. Die Rückfahrt war dann kein Problem mehr 😉
Zum Dachgepäckträger, Kuhfänger, Bullbar mit Scheinwerfern, Schnorchel und neuen hinteren Stossdämpfern und Federn kam zum Aussenausbau noch eine Leiter und eine separate Aufhängung für einen Ersatzreifen am Heck. Achja, und der grösste Clou: über dem Schiebedach liessen wir das Gitter des Dachgepäckträgers so ausschneiden, dass wir uns durch das Schiebedach auf den Gepäckträger setzten können um z.B. einen Sundowner mit Aussicht zu geniessen oder nach Tieren Ausschau zu halten – ein echtes Safaridach eben!
Neben dem zweiten Ersatzreifen finden auf dem Dach trotzdem noch vier Benzin-Ersatzkanister, zwei Campingstühle und der faltbare Tisch Platz. Die letzteren konnten wir nicht in Tansania bekommen, so dass wir beim Start unserer geplanten Tour im Dezember 2015 noch ohne Tisch und Stühle Richtung Uganda starteten. Ebenso hatten wir bis dahin keine passenden und vor allem verschliessbaren Plastikboxen für den Stauraum unter der Plattform gefunden und, ein Kühlschrank fehlte auch noch. Wir hofften alles in Uganda oder spätestens in Nairobi zu bekommen. Ich stand in regem Mail-Verkehr mit Rishil, dem Inhaber der Filiale von '4x4 Mega World' in Nairobi und hatte gute Hoffnung dort einen passenden Engel Kühlschrank zu bekommen. Wir hatten beim Bau der Plattform extra den Platz für das 32 Liter-Model gelassen und die Platformhöhe an dessen Höhe orientiert.
Auf Grund der fehlenden Boxen waren unsere Habseligkeiten beim Aufbruch in Wasso also erstmal in Kartons verpackt. Allerdings waren wir schon bei unserem ersten geplanten 'Einkaufsstopp' in Kampala erfolgreich und bekamen in der dortigen 'Game' Filiale neben einigermassen gut verschliessbaren Plastik-Boxen auch noch zwei passende Campingstühle. So ging es weiter Richtung Nairobi. Bei der Ankunft dort schwante mir schon böses, da Rishil in den letzten Mails keine konkrete Aussage mehr gemacht hatte, ob er nun tatsächlich einen 32 Liter Engel vorrätig hätte. Daher recherchierten wir schon auf dem Weg nach möglichen Alternativen, die es in einer der grössten Städte Afrikas auch gab. Dennoch fuhren wir als erstes bei der kleinen Filiale von '4x4 Mega World' vorbei und wurden leider wirklich enttäuscht – es gab wohl gerade Lieferschwierigkeiten aus Südafrika und Rishil hatte nur noch das 40 oder 17 Liter-Model vorrätig. Ersteres passte aber von der Höhe nicht in unser System und zweiteres war vom Inhalt doch arg klein. Aber, der Weg war nicht ganz umsonst gewesen, wir erstanden noch zwei sehr bequeme 5 cm dicke Campingmatratzen. Beim nächsten Anlaufpunkt 'Sai Raj', einem 4x4 Ausstatter, erstanden wir dann tatsächlich einen Kompressor Kühlschrank, einen WAECO 40 Liter. Bereits am Vortag hatten wir noch einen faltbaren Campingtisch gefunden. Jetzt waren wir ausgestattet für unsere Safaritour!

Diese führte uns bis jetzt durch Uganda, Ruanda, den Westen von Tansania, Malawi, Sambia, Namibia und Botswana. Falls jemand Interesse hat ausführlich über unsere Erlebnisse zu lesen: hier geht es zu unserem Blog www.da-sind-wir-jetzt.com mit dem Passwort Sijambo!
Aktuell sind wir wieder auf dem 'Rückweg' nach Tansania. Am 1. oder 2. Mai wollen wir zurück in Dar es Salaam sein und das Auto dort verkaufen. Vielleicht gibt es ja hier den ein oder anderen, der ein voll ausgestattetes und auf jeglichem Terrain getestetes Safarimobil sucht? Dann zögert nicht uns zu kontaktieren: frichri@gmx.ch Wir sind bis zum 8. Mai in Dar vor Ort.
zuletzt bearbeitet 23. Apr. 2016
3'700 Beiträge · seit 200923. Apr. 2016 · #13
Hallo Sina und Christoph,

super, dass die Verzollung so einwandfrei geklappt hat! 😁

So hatte Johannes uns die Durchführung unseres Vorhabens nämlich auch geschildert/empfohlen. Und euer Wagen ist ja sogar noch ein wenig älter wie der unsrige.

Herzliche Grüße und Dank für die sehr informative und hilfreiche Schilderung
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
zuletzt bearbeitet 23. Apr. 2016