BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200609. Juni 2015 · #21lionfight schrieb:Ich behaupte mal ganz frech, dass ich inzwischen (zwangsweise) mehr weiß als 98% aller deutschen Ärzte. Wobei das keine Kunst ist..
... was mich bzgl. Tropenkrankheiten auch nicht wundert, weil sie damit halt nie etwas zu tun haben. Wenn ein Arzt sich nicht aus eigenem Interesse (z.B. für Reisen) damit beschäftigt, weiß der nur das, was er in ein paar Nebensätzen an der Uni gelernt hat. Ich musste einem schon mal "Malarone" buchstabieren, damit er es mir verschreiben konnte. Auf der Rechnung fand sich dann auch noch "Beratung" wieder.
Aber das ist wohl bei allen Randgebieten so. Wenn man seltene Haustiere hält, weiß man darüber mehr als 98% der Tierärzte und mit meinem Auto kann ich nicht einfach in die nächste Werkstatt fahren, weil ich denen dann erklären müsste, was zu tun ist. Mit speziellen Problemen muss man eben auch zu Spezialisten.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
lionfight1'324 Beiträge · seit 201309. Juni 2015 · #22Da hast Du wohl recht.
Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
Strelitzie2'845 Beiträge · seit 201110. Juni 2015 · #23BikeAfrica schrieb:
... was mich bzgl. Tropenkrankheiten auch nicht wundert, weil sie damit halt nie etwas zu tun haben. Wenn ein Arzt sich nicht aus eigenem Interesse (z.B. für Reisen) damit beschäftigt, weiß der nur das, was er in ein paar Nebensätzen an der Uni gelernt hat.
Hallo Wolfgang,
ganz so schlimm dürfte es bei einem Arzt mit Zusatzausbildung "Tropenmedizin" allerdings nicht sein;
siehe hier:
https://www.aerztekammer-bw.de/10aerzte/30weiterbildung/09/zusatzwb/wbo47.pdf@Montango
Es freut mich, dass es Deinem Mann wieder gut geht, dass man die Ursache des Fiebers gefunden hat.
Viele Grüße
Strelitzie
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200610. Juni 2015 · #24Strelitzie schrieb:BikeAfrica schrieb:
... was mich bzgl. Tropenkrankheiten auch nicht wundert, weil sie damit halt nie etwas zu tun haben. Wenn ein Arzt sich nicht aus eigenem Interesse (z.B. für Reisen) damit beschäftigt, weiß der nur das, was er in ein paar Nebensätzen an der Uni gelernt hat.
Hallo Wolfgang,
ganz so schlimm dürfte es bei einem Arzt mit Zusatzausbildung "Tropenmedizin" allerdings nicht sein;
siehe hier:
https://www.aerztekammer-bw.de/10aerzte/30weiterbildung/09/zusatzwb/wbo47.pdf
... meine Erfahrung bezog sich auf einen "Feld-/Wald- und Wiesenhausarzt". Da war ich bei einem in der Nähe wegen irgend etwas Anderem und dachte, ich könne mir bei der Gelegenheit auch gerade Malarone verschreiben lassen.
Wenn ich wirklich fachkundige Beratung benötige, habe ich zwei andere Adressen.
Ich fand das damals nur schockierend, weil der kein anderes Malariamedikament als Lariam kannte. Und Leute, die mal eine Pauschalreise nach XYZ buchen und sich vorher nicht selbst informiert haben, die gehen dahin und vertrauen einem Arzt, der gar keine Alternative kennt. Das war schlimmer als Alles, was ich zu dem Thema bei einem normalen Hausarzt erwartet hätte.
Gruß
Wolfgang
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lionfight1'324 Beiträge · seit 201310. Juni 2015 · #25Das Problem ist (auch wenn das Thema eigentlich nicht hierher gehört), dass die meisten Mediziner, auch Tropenmediziner, nicht hinterfragen wohin genau und wann genau die Reise hingeht.
Südafrika ist bei den meisten Malarialand. Und wenn sie dann noch Krügerpark hören wird sofort die große Keule empfohlen.
Ich habe einen Mediziner in Hoedspruit gesprochen und er meinte er würde weit mehr Patienten mit Nebenwirkungen behandeln als echte Malariapatienten. Das hat mich dann doch schockiert.
Gruß!
der Joe
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MontangoThemenstarter1'667 Beiträge · seit 201110. Juni 2015 · #26Danke noch mal an alle,
trotz meines(unseres) ausgesprochenen Misstrauens gegenüber den Göttern in Weiss, scheint mir das Tropeninstitut in München (zumindest die Ärztin, die meinen Mann betreut hat) recht gut informiert.
Sie hat zuerst nach der Region gefragt, in der wir waren und damit sofort verschiedene Möglichkeiten (wie z.B. Dengue usw.) ausgeschlossen. Hat nach Malariaprophylaxe gefragt und auch sofort nach Zeckenbissen.
Er hat aber von einem Biss überhaupt nichts bemerkt, so dass dies erstmal unwahrscheinlich erschien.
Wie auch immer, es scheint sich der Körper ja nun selber geheilt zu haben.
LG
Montango
chamäleon20112'497 Beiträge · seit 201110. Juni 2015 · #27Hallo Montango,
wundervoll, dass es Deinem Mann wieder gut geht, ich drücke die Daumen, dass es auch so bleibt. Auch schön, dass Ihr kompetente Ansprechpartner im Tropeninstitut hattet. Ich lese gerade begeistert Euren Reisebericht mit. 🤩
@BikeAfrica
Doch , geht noch besser. Ich war bei unserem "normalen Hausarzt", extra mit Termin für eine Impf- und Prophylaxe-Beratung. Auf die Frage nach Malariaprophylaxe folgendes Gespräch: "Wo fahren Sie denn hin?" "Nach Namibia." "Nein, da brauchen Sie sowas nicht." Keinerlei Nachfrage, wann wir in welche Gebiete des Landes fahren. Also wäre für einen Pauschaltouristen, der im Dezember in den Caprivi reist, die gleiche Antwort rausgekommen. Mein Apotheker, zu dem ich dann bin, hat für mich gegoogelt und deutlich differenziertere Antworten gefunden. 😉
Aufgefallen ist mir das, weil ich natürlich selber vorher im Forum gelesen habe, anderweitig Informationen eingeholt habe und weil ein enger aber weit weg wohnender Freund erfahrener (auch Namibiaerfahrener) Reisemediziner ist.
Unseren Hausarzt befrage ich nur noch zu Grippe (wenn ich vorher NICHT in Afrika war) und Halsschmerzen uns so. 😠
Liebe Grüße
Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung"
Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland
Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide
Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
MontangoThemenstarter1'667 Beiträge · seit 201110. Juni 2015 · #28Hallo Karin,
die Erfahrungen kann ich auch nur teilen. Beratung zwecks Impfungen usw. mache ich immer selber mittels Internetrecherche 🙂
Diegleichen Hausärzte, die keine Prophylaxe für Namibia empfehen, verschreiben aber gerne mal Antibiotika bei einem einfachen Schnupfen 😉
LG
Montango
LEleserGast10. Juni 2015 · #29Danke lionfight, "mein" Zeckenbiss war ca. erbsengroß total vereitert, hat sich aber, weil der zerstörte Gewebebereich nicht so groß war, wieder geschlossen. Ist für mich verständlich, dass das bei großflächiger Infektion nicht mehr der Fall ist.
Grüße vom Leser
PS. Blaue Unterschenkel und Füße, offene Stellen ... hören sich für mich stark nach Blutvergiftung an, das meinte ich ja weiter oben
lionfight1'324 Beiträge · seit 201310. Juni 2015 · #30@ leser
Schön, dass es bei Dir gut verheilt ist.
Die von mir beschriebenen Symptome an den uteren Beinen haben nichts mit Blutvergiftung zu tun, sondern kommen vom Zeckenfieber. Das ist häufig ein Beleg für das Fieber, selbst wenn sich das nicht zwangsläufig mit stark erhöhter Temparatur einhergeht.
Gruß!
der Joe
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Strelitzie2'845 Beiträge · seit 201110. Juni 2015 · #31Hallo,
@leser und Joe,
ich zitiere mal als Laie aus "Der kleine Infektiologe" Gries/ Ly S.193:
"Im Verlauf Entwicklung eines ulzirierenden (geschwürbildend) Easchars (nekrotisches, also abgestorbenes, Gewebe) am Inokulationsort (Einstichsort) ....."
Also muss der zerstörte Gewebebereich nicht zwingend an den unteren Extremitäten sein und hat nichts, wie schon angemerkt, mit einer Sepsis zu tun.
Gesunde Grüße
Strelitzie
lionfight1'324 Beiträge · seit 201310. Juni 2015 · #32Das hast Du missverstanden, liebe Strelitzie.
Die von mir geschilderten Symptome haben absolut nichts mit dem Biss selbst zu tun (der kann überall am Körper sein), sondern treten in Verbindung mit dem afrikanischen Zeckenbissfieber auf.
Diese Stellen sind weder eitig noch entzündet im eigentlichen Sinn. sind einfach Veränderungen der Haut, die sich nach ausheilen des Fiebers wieder zurückbilden. Meist, aber nicht immer, komplett.
Die Bissverletzung selbst ist etwas komplett anderes.
Gruß!
der Joe
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