Im Ugab-Rivier festgefahren und im Auto verbrannt

38 Antworten · 5'764 Aufrufe · gestartet 01. Apr. 2015 von martin61
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Themenstarter54 Beiträge · seit 201501. Apr. 2015 · #1
Guten Tag,

Vor einigen Wochen gab es hier eine Diskussion, ob man als Namibia-Anfänger gleich durch die wilderen Gegenden wie das Kaokoland oder Teile des Damaralandes fahren sollte. Viele sehen da gar kein Problem. User Tomcat schrieb damals "Mich wundert eigentlich nur, dass nicht (noch..) mehr passiert."

Muss sich nicht länger wundern, denn leider ist mal wieder was passiert und ein Tourist gestorben - in einem Trockenflussrivier in Namibia und auf furchtbarste Weise. Ich will nicht spekulieren ob die unerfahren waren oder nicht. Aber so wie es berichtet wird, hört es sich haarsträubend an:
- Im Ugab festgefahren (kann auch mit viel Erfahrung passieren)
- Fahrzeug fing an zu brennen (Vorher trockenes Gras am Unterboden aufgesammelt und nicht nachgeschaut???)
- Tür des Autos nicht aufbekommen und im Auto verbrannt.

Viel grausamer kann man nicht ums Leben kommen. Seine Frau und seine beiden Enkel durften alles mit ansehen. Haben vermutlich ein lebenslanges Trauma.
http://www.az.com.na/polizei-gericht/im-fahrzeug-verbrannt.424069

Vielleicht denken ja Einige doch mal darüber nach, was geeignete Strecken für ihren Erfahrungsstand sind. Und vielleicht denken auch Einige darüber nach, welchen Streckenempfehlungen sie hier anderen geben.

Gruß Martin
2'536 Beiträge · seit 200701. Apr. 2015 · #2
Also ned bös sein, aber so ein Zusammentreffen von unglücklichen Faktoren ist schon extrem ungewöhnlich.
Daraus irgendwelche Empfehlungen oder "Nicht-Empfehlungen" abzuleiten ist meiner Meinung nach daneben.
Zudem waren die ohnehin mit drei Autos unterwegs und was genau da passiert ist, ist aus dem Artikel nicht rauszulesen.
*So* schnell steht ein Fahrzeug nicht in Vollbrand und dass man eine Tür nicht aufbekommt ist auch komisch.
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
2'664 Beiträge · seit 201201. Apr. 2015 · #3
Tja, was soll man dazu sagen ?

Es sind halt zu viele Leute ohne Erfahrung oder mit dummer Selbstüberschätzung unterwegs, die ihre 4x4 im kleinsten Rivier festfahren weil sie nicht fahren können. Diese gleichen Leute sieht man im Winter in Europa bei der kleinsten Schneeverwehung fest hängen. Manche lernen es nie Auto zu fahren. Hauptsache Audi A6 und mit Tempo 200 auf der Autobahn, zu mehr reicht es aber oft auch nicht.

Dann sind sie in Wüsengegenden oder in Botswana noch meistens mit einem Minispaten statt mit Schaufel unterwegs. Habe genug Leuten heraushelfen müssen, die wie blöd die Karre bis auf Achsen und Rahmen eingebuddelt haben. Ich buddel auch nicht mehr, leihe ihnen meine Schaufel und sage was sie zu tun haben, leihe Unterlegbretter und Wagenheber, und hebe die Karre hoch, und fahre ihnen die Karre raus. Zu mehr habe ich auch keine Lust mehr.

Wer mit einem Benzinfahrzeug mit dem unsäglichen Katalysator ins trockene Gras fährt, der zündelt unverantwortlich und dumm. Wie soll man dieses sinnfreie Verhalten einschätzen?

Wo jemand aus einem nichtverunfallten Fahrzeug nicht heraus kommt, der hat wohl etwas falsch gemacht.
Wohl Absperrknopf runter gedrückt, und in der Panik nicht wieder hoch gezogen. Anders kann ich es mir nicht vorstellen.
Trauriges Ereignis wo man letztendlich nichts mehr ändern kann. Traurig für den Betroffenen. Aber wohl auch Eigenverschulden.

Auch hier im Forum liest man viele unverantwortliche Bagatellisierung oder Beschönigungen.
Es sind unerfahrene Leute in der Namib oder Kaokoland unterwegs, wo unsere Eltern diese als mindestens wahnsinnig bezeichnet hätten. Daß nicht noch mehr passiert kann man als kleines Wunder bezeichnen und wohl der moderneren Technik zuschreiben, zumal in solchen Gegenden vor nicht zu langer Zeit noch Menschen verdurstet sind.
5'538 Beiträge · seit 200801. Apr. 2015 · #4
Hallo Martin,

für mich hat dieser Vorfall viel zu viele offene Fragen, als dass ich mich trauen würde, das zu kommentieren - weder in die eine noch in die andere Richtung. Wenn die mit drei Autos unterwegs waren, wo waren die anderen? Warum konnten die nicht helfen?

Vielleicht denken ja Einige doch mal darüber nach, was geeignete Strecken für ihren Erfahrungsstand sind. Und vielleicht denken auch Einige darüber nach, welchen Streckenempfehlungen sie hier anderen geben.

Den ersten Satz unterstreiche ich - aber den zweiten habe ich nicht verstanden. Ich habe hier noch keine Empfehlungen für Offroad-Fahrten gelesen, bei denen der Anfrager nicht den Eindruck erweckt hatte, dass er ausreichend Erfahrung hat. In allen anderen Fällen habe ich nur abratende Empfehlungen gelesen.

Liebe Grüße
Gerd
Themenstarter54 Beiträge · seit 201501. Apr. 2015 · #5
Guten Tag Gerd,
Gerd1942 schrieb:Den ersten Satz unterstreiche ich - aber den zweiten habe ich nicht verstanden. Ich habe hier noch keine Empfehlungen für Offroad-Fahrten gelesen, bei denen der Anfrager nicht den Eindruck erweckt hatte, dass er ausreichend Erfahrung hat. In allen anderen Fällen habe ich nur abratende Empfehlungen gelesen.
Gerade gestern: Jemand sagt, dass er gar keine Offroaderfahrung hat und noch nie eine Nacht in der Wildnis verbracht hat und nun die Palmwag-Concession mit nur einem Auto befahren und da auch campen will. Kinder inklusive. Der Antwortsuchende ist so schlau zu fragen, ob sie sich das zutrauen können. Was kommt als Antworten? Nur Bestärkungen, das zu machen.

Wenn jemand offenkundig so unerfahren ist, weist dann hier jemand auf Grundlegendes wie ausreichend Wasser hin (mind. 50 Liter in dem Fall)? Nein. Selbst wenn die nur im Day Visitors Bereich bleiben, so gibt es da Abschnitte, wo auch mal tagelang niemand vorbei kommt. Weist jemand darauf hin, das ein Satphone nicht verkehrt wäre, wenn man das schon ohne jede Erfahrung und allein macht? Nein. Je nachdem wie kräftig die Riviere da in der Regenzeit laufen, kann es da monatelang harte Offroad-Fahrverhältnisse geben. Weist da jemand drauf hin? Nein, stattdessen steht da tatsächlich "Offroadkenntnisse braucht man da nicht.". So schafft man die Voraussetzungen für Tragödien wie oben beschrieben.
http://www.namibia-forum.ch/forum/8-camping/285800-palmwag-campsite-oder-c2.html#379312

Na klar: Zu 95% geht das auch für die völlig Unerfahrenen gut. Und wenn die da ein einziges Mal bei guten Verhältnissen durchgefahren sind, erzählen die gleich 50 anderen weiter, wie easy das da alles ist. Bis dann die Bedingungen für einen mal nicht easy sind oder er etwas Pech hat und fehlende Erfahrung und Vorbereitung ihren Tribut fordern.

Gruß Martin
zuletzt bearbeitet 01. Apr. 2015
7'296 Beiträge · seit 200601. Apr. 2015 · #6
... ich bin vor 20 Jahren mal alleine mit dem Rad durch die kanadische Arktis zum Polarmeer gefahren.
Damals war noch nichts mit Internet zur Info-Beschaffung, GPS, Sat-Phone oder Handy.
Man hat sich vorher selbst überlegt, was man tut, wie gefährlich das ist und was man im Falle einer Panne tun kann. Man war für sich selbst verantwortlich und nicht Andere.

Dieses Denken kam inzwischen abhanden. Die Anderen mit ihren Tipps sind plötzlich schuld.
Nöö - jeder Erwachsene ist noch für sich selbst verantwortlich, wenn er nicht entmündigt wurde.

Nur meine Meinung ...

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
1'155 Beiträge · seit 200601. Apr. 2015 · #7
dergnagflow schrieb:

Also ned bös sein, aber so ein Zusammentreffen von unglücklichen Faktoren ist schon extrem ungewöhnlich.

…meinst Du ?...als Auslöser sehr wahrscheinlich der klassische „Anfängerfehler“… Grasbrand unter dem Auto…lg tom
2'536 Beiträge · seit 200701. Apr. 2015 · #8
Also weil's da jetzt (auch) direkt mich betrifft:
martin61 schrieb:
Gerade gestern: Jemand sagt, dass er gar keine Offroaderfahrung hat und noch nie eine Nacht in der Wildnis verbracht hat und nun die Palmwag-Concession mit nur einem Auto befahren und da auch campen will. Kinder inklusive. Der Antwortsuchende ist so schlau zu fragen, ob sie sich das zutrauen können. Was kommt als Antworten? Nur Bestärkungen, das zu machen.
Es ging um den Day Visitors Bereich und die Fahrt zum C2.
Nicht um den Crowtherstrail oder irgendwelche Flussfahrten.
martin61 schrieb:Wenn jemand offenkundig so unerfahren ist, weist dann hier jemand auf Grundlegendes wie ausreichend Wasser hin (mind. 50 Liter in dem Fall)? Nein.
OK, das ist natürlich richtig. Allerdings sieht man an meinem Reisebericht auch, was ich alles mit hatte. Und selbstverständlich erwarte ich von jemandem, der dort unterwegs ist, auch ein wenig Eigeninitiative in der Recherche und im Mitdenken. Dass man genügend Wasser mit hat, sollte ja nicht nur dort der Fall sein.
martin61 schrieb:Selbst wenn die nur im Day Visitors Bereich bleiben, so gibt es da Abschnitte, wo auch mal tagelang niemand vorbei kommt.
Dass die im August fahren wollen, hast du aber gelesen, oder? Schon bei uns in der absoluten Nebensaison haben wir dort auf dem Weg von der Einfahrt bis zu C2 drei Fahrzeuge passiert. Das ist die "Hauptstrecke" in der Day Visitor Area.
martin61 schrieb:Weist jemand darauf hin, das ein Satphone nicht verkehrt wäre, wenn man das schon ohne jede Erfahrung und allein macht?
Wie gesagt, richtig. Werde das noch nachholen. Sat-Phone ist natürlich immer empfehlenswert als letzte Notlösung.
martin61 schrieb:Nein. Je nachdem wie kräftig die Riviere da in der Regenzeit laufen, kann es da monatelang harte Offroad-Fahrverhältnisse geben. Weist da jemand drauf hin? Nein, stattdessen steht da tatsächlich "Offroadkenntnisse braucht man da nicht.".
Also sorry, aber welche Riviere sollen da am Weg von der Einfahrt bis C2 die Pfade so auswaschen? "Harte Offroad-Verhältnisse"? Kann ich mir auf diesem Weg nicht wirklich vorstellen. Ich hab' nicht mal den Allrad gebraucht. Bodenfreiheit ist wichtig. Wie gesagt: das gilt für den Weg von der Einfahrt nach C2 und zurück. NICHT für das gesamte Palmwag Konzessionsgebiet.
martin61 schrieb:So schafft man die Voraussetzungen für Tragödien wie oben beschrieben.
Sorry, aber das stimmt meiner Meinung nach wirklich nicht. Meine Aktion im Hoanib war kritisch (so wie die drei, die's da heuer mit ihren Fahrzeugen im Ugab erwischt hat und die weniger Glück hatten). Die oben beschriebene Geschichte ist absolut einzigartig in meinen Augen und wie gesagt, da fehlen einfach zu viele Informationen, um sich ein echtes Bild machen zu können.
martin61 schrieb:Na klar: Zu 95% geht das auch für die völlig Unerfahrenen gut. Und wenn die da ein einziges Mal bei guten Verhältnissen durchgefahren sind, erzählen die gleich 50 anderen weiter, wie easy das da alles ist. Bis dann die Bedingungen für einen mal nicht easy sind oder er etwas Pech hat und fehlende Erfahrung und Vorbereitung ihren Tribut fordern.
Ich persönlich bin dort nicht "ein einziges Mal" durchgefahren und kann aufgrund meiner Erfahrung durchaus einschätzen, wo was geht und wo nicht. Dass immer und überall etwas passieren kann ist auch klar. Entsprechende Ausrüstung und Vorbereitung daher ein Muss. Einschätzen der aktuellen Situation ebenfalls und gegebenenfalls Planänderung. Wie es ja auch bei mir der Fall war. Derartiges setze ich allerdings bei jedem, der dort herum fährt voraus. Vielleicht ist das ein Fehler.

Den oben beschrieben Fall jetzt aber als Beispiel "für die Gefährlichkeit" herzunehmen, find' ich immer noch verfehlt. Da sollte man eher vehement davor warnen, auf den Teerstraßen oder zu Weihnachten zwischen Walvis Bay und Henties Bay zu fahren (wie man ja heuer wieder gesehen hat). Das ist tausend Mal gefährlicher als eine Nacht in die Palmwag Day Visitor Area einzufahren.

lg
Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
Themenstarter54 Beiträge · seit 201501. Apr. 2015 · #10
Guten Tag Wolfgang,
BikeAfrica schrieb:Man war für sich selbst verantwortlich und nicht Andere.
Dieses Denken kam inzwischen abhanden. Die Anderen mit ihren Tipps sind plötzlich schuld.
Nöö - jeder Erwachsene ist noch für sich selbst verantwortlich, wenn er nicht entmündigt wurde.
Stimmt schon. Am Ende entscheidet jeder für sich allein mit voller Verantwortung. Aber entscheiden tut man auf der Basis von Informationen. War man irgendwo noch nicht, so muss man sich zur Beurteilung auf die Informationen von Dritten verlassen. Wenn dann jemand Tipps gibt, dann hat er doch ein bisschen Mitverantwortung, dem Fragenden die richtigen Informationen zu geben und ihn nicht in Entscheidungen zu treiben, die ihn in große Gefahren bringen könnten. oder nicht? Naja, vielleicht bin ich da einfach zu altmodisch.

Ich treffe aber immer wieder in abgelegenen Gegenden auf Touris, die Wasser oder Benzin haben wollen, weil sie selbst nicht genug dabei haben. Die ihr Auto festgefahren haben und es nicht mehr aus dem Sand bekommen. Da sollte ich dann zukünftig wohl einfach sagen: "Hast Dich als mündiger Erwachsener selbst in diese Situation gebracht. Sieh zu, wie Du da auch selbst wieder raus kommst. Tschüß"

Gruß Martin
2'664 Beiträge · seit 201201. Apr. 2015 · #11
martin61 schrieb:Guten Tag Wolfgang,
BikeAfrica schrieb:Man war für sich selbst verantwortlich und nicht Andere.
Dieses Denken kam inzwischen abhanden. Die Anderen mit ihren Tipps sind plötzlich schuld.
Nöö - jeder Erwachsene ist noch für sich selbst verantwortlich, wenn er nicht entmündigt wurde.
Stimmt schon. Am Ende entscheidet jeder für sich allein mit voller Verantwortung. Aber entscheiden tut man auf der Basis von Informationen. War man irgendwo noch nicht, so muss man sich zur Beurteilung auf die Informationen von Dritten verlassen. Wenn dann jemand Tipps gibt, dann hat er doch ein bisschen Mitverantwortung, dem Fragenden die richtigen Informationen zu geben und ihn nicht in Entscheidungen zu treiben, die ihn in große Gefahren bringen könnten. oder nicht? Naja, vielleicht bin ich da einfach zu altmodisch.

Ich treffe aber immer wieder in abgelegenen Gegenden auf Touris, die Wasser oder Benzin haben wollen, weil sie selbst nicht genug dabei haben. Die ihr Auto festgefahren haben und es nicht mehr aus dem Sand bekommen. Da sollte ich dann zukünftig wohl einfach sagen: "Hast Dich als mündiger Erwachsener selbst in diese Situation gebracht. Sieh zu, wie Du da auch selbst wieder raus kommst. Tschüß"

Gruß Martin
Wolfgang (BikeAfrica) hat völlig Recht!

Ich werde auch niemanden jemals im Stich lassen, wer aber aus eigener Dummheit die Karre tief in den Sand eingebuddelt hat, dem lasse ich inzwischen die Opportunity, auf hartem Wege zu lernen und sich selbst heraus zu buddeln. Dafür leihe ich ihm auch noch meine Schaufel. Viele Leute geben tausende Euro für eine Reise aus, haben aber nicht die paar Euro für ein Offroad-Training, das auch lebenserhaltend sein kann. Dann fahren sie alleine mit nur einem Fahrzeug und kleinen Kindern los, ohne sich Gedanken zu machen, wo im Notfall Hilfe her käme.

Beispiel schmerzhafter Erfahrung in der Verwandtschaft auf der Hauptpad zwischen Kamanjab und Opuwo:
Pad ist frisch gehobelt.
Verwandte fährt mit weiteren zwei Personen ganz früh los.
Kommt in durch Straßenhobel in lose zugeschütteten Rivierlauf, das Fahrzeug überschlägt sich.
Fahrerin hat Kopfverletzung und Gehirnbluten.
Beifahrer sofort tot.
Beifahrerin unverletzt, und sie läuft los um Hilfe zu holen (wohin?)
Nach einigen Stunden kommt ein Fahrzeug. Ein Farmer, der dann von einer Farm aus einen Krankenwagen und Polizei per Farmtelefonlinie ruft.
8 Stunden nach dem Unfall kommt der Krankenwagen in Outjo an. Verwandte verstorben.
Das ist ein Horror-Szenario auf einem der Hauptwege!
Hat sich jemals ein Unerfahrener, der an den Hartmannbergen alleine herumfährt, Gedanken darüber gemacht, wer wo Hilfe holen kann wenn etwas passiert?


So denken manche Leute....:

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zuletzt bearbeitet 01. Apr. 2015
Themenstarter54 Beiträge · seit 201501. Apr. 2015 · #12
Guten Tag anderer Wolfgang,
dergnagflow schrieb:Es ging um den Day Visitors Bereich und die Fahrt zum C2.
Nicht um den Crowtherstrail oder irgendwelche Flussfahrten.
Wie oft bist Du da denn schon gefahren? Einige sind da ein einziges Mal gefahren. Da war dann alles easy und dass das da auch ganz anders aussehen kann, begreifen sie nicht. Fährt man in der Day Visitors Area alle Pisten ab, so muss man ca. 50 mal durch kleinere und größere Riviere. Ich erinnere mich an Jahre, wo viele Riviere heftig abgegangen sind, viel Geröll bewegt wurde und das danach richtig harte Strecken waren. Bisherige Streckenabschnitte waren teilweise nicht mehr zu befahren und man musste neue Pisten suchen. Ja und das war in der Day Visitors Area und nicht vor 30 Jahren sondern auch mal wieder den letzten Jahren, beispielsweise 2011.

Falls Du noch alte T4A-Kartendaten hast, dann kannst Du die Pisten in der Day Visitors Area mal mit den aktuellen Pisten vergleichen und wirst an einigen Stellen einen anderen Routenverlauf feststellen. Da hatte keiner Langeweile sondern die alten Pisten waren selbst für hartgesottene Offroader nicht mehr zu machen und neue Pisten/Umfahrungen mussten gefunden werden. Deshalb kann ich ein "Da braucht man keine Offroadkenntnisse" nicht verstehen. Ok, bis August kann man mit einiger Berechtigung darauf hoffen, dass dann schon andere vor einem neue Strecken gebaut haben
dergnagflow schrieb:
Nachdem der (mehrmals) gelaufen ist?
Eher unwahrscheinlich. Wo soll dort das trockene Gras herkommen?
Überhaupt nicht unwahrscheinlich. Bist Du den Ugab schon gefahren? Teilweise fährt man im tiefen Sand, teilweise auf den Uferbänken. Auch wenn der Ugab gelaufen ist, muss es im Ugab selbst nicht geregnet haben und auf den Bänken kann trockenes Gras stehen. Gras kann auch schon vorher aufgesammelt worden sein. Wenn man dann fest steckt, gehen die Temperaturen eben noch mal hoch und die Brandwahrscheinlichkeit steigt.

Gruß Martin
zuletzt bearbeitet 01. Apr. 2015
408 Beiträge · seit 201401. Apr. 2015 · #13
@Swakop1952
Das ist aber jetzt nicht wirklich, oder? Aber vielleicht sieht es nur so aus, als ob er es anwerfen wollte.

Man kann es nicht verallgemeinern, wenn ein Auto sich eingräbt, Kinder drin, den möchte ich sehen, der sagt selber schuld, schau selbst, wie du rauskommst.

In der Serengeti graben sich selbst erfahrene Fahrer machmal ein, da wird selbstverständlich geholfen. Es hängt immer von der Situation ab.

Johannes
The Schimann Family - Man kommt als Gast und geht als Freund
649 Beiträge · seit 200701. Apr. 2015 · #14
Hallo Martin,

Wenn mich jemand fragt, wie die Straßenverhältnis in xyz, dann erzähle ich ihm, wie ich es erlebt habe. In dem konkreten Fall habe ich nicht auf Wasser und Sat- Telefon hingewiesen. Ich habe auch nicht gesagt, dass er bei der Anfahrt auf den C-Pads 80 km/h nicht überschreiten sollt, Anhalter besser auch nicht mitnehmen und in Fussgängerzone in Windhoek nicht mit Geld rumwerkeln soll, ausreichend Sonnencreme kaufen, die Sonnenbrille nicht vergessen, Wanderschuhe einpacken.......sollte.

Ich bin nicht bereit, für einen Fremden die komplette Verantwortung zu übernehmen - und das nur, weil ich auf seine Frage eine Antwort gegeben habe. Ich bitte alle Forumsteilnehmer meine Beiträge hier entsprechend zu lesen.

Anderenfalls müßte ich hier allen raten, von einer Reise ins südliche Afrika Abstand zu nehmen. Da lauern so viele Gefahren, die ich leider nicht alle bedenken und damit auch nicht explizit darauf hinweisen kann. Es wäre besser, den Urlaub zuhause auf der Couch zu verbringen. Aber dabei bitte aufpassen, dass man nicht an Salzbrezeln erstickt oder herunterfällt und sich die Knochen bricht!
2'664 Beiträge · seit 201201. Apr. 2015 · #15
bongolander schrieb:@Swakop1952
Das ist aber jetzt nicht wirklich, oder? Aber vielleicht sieht es nur so aus, als ob er es anwerfen wollte.

Man kann es nicht verallgemeinern, wenn ein Auto sich eingräbt, Kinder drin, den möchte ich sehen, der sagt selber schuld, schau selbst, wie du rauskommst.

In der Serengeti graben sich selbst erfahrene Fahrer machmal ein, da wird selbstverständlich geholfen. Es hängt immer von der Situation ab.

Johannes
Johannes,

es gibt Situationen, wo der Sand und Untergrund so lose sind, daß das Fahrzeug nur durchsackt bis auf die Achsen, da helfe ich gerne. Vorbehaltlos.

Wenn aber einer in Sand oder sandigen Schlamm hineinfährt und fest hängt und die Räder so lange durchdrehen läßt, bis die Räder frei durchdrehen und das Fahrzeug auf dem Rahmen und Achsen aufliegt, da soll er selbst buddeln. Das ist eigene Dummheit. Und dieses erkennt ein Blinder an den Haufen Sand vor und hinter den Rädern.

Wer seinen Verstand nutzt und sofort aufhört Gas zu geben wenn die Räder durchdrehen, hat meistens die Chance, ohne viel Aufwand und fremde Hilfe frei zu kommen. Selbst auf den kaputtgefahrenen Schlammspuren des Savuti. Mit Common Sense.
Statt dessen wird auf Teufel-komm-raus Gas gegeben.

H.
zuletzt bearbeitet 01. Apr. 2015
1'059 Beiträge · seit 200601. Apr. 2015 · #16
Hallo Martin

Du hast ja wahrscheinlich schon recht, dass sich manche unerfahrene Touristen zuviel zutrauen oder aus reiner Unwissenheit zuviel vornehmen. Aber es ist doch schon so, wie giraffenmog schreibt: wir als Forenschreiber können doch nicht bei allem und jedem auch noch darauf hinweisen, dass er dann auch ja an genügend Wasser, ein GPS, ein Satphone und und und denkt. Diese Verantwortung kann und will ich nicht übernehmen.

Mich stört aber vor allem diese rasche Beurteilung von aussen, die du vornimmst. Im verlinkten AZ-Artikel sind die Informationen nun wirklich äusserst spärlich. Anhand der dortigen Angaben können wir nicht darauf schliessen, wie es zum Steckenbleiben gekommen ist, warum das Fahrzeug genau Feuer gefangen hat, warum das Opfer nicht, die anderen Insassen aber schon, aus dem Auto retten konnte und nicht, ob es sich um unerfahrene Touristen gehandelt hat. Das steht doch alles gar nicht da. Warum gehst du dann davon aus, dass es sich um unerfahrene Touristen gehandelt hat, die sich im Rivier eingebuddelt haben und das Auto wegen eingesammeltem Gras Feuer gefangen hat? Oder hast du da andere Informationen?

Reminder: ich sage nicht, dass du (und andere) nicht recht hast/habt, ich sage nur, dass mir diese vorschnelle Beurteilung von aussen nicht behagt.

Liebe Grüsse aus Zürich
Sam
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
216 Beiträge · seit 200901. Apr. 2015 · #17
"A 73-year old German tourist burnt to death in the Ugab Valley situated west of Uis on Thursday [26/03/2015] when the 4x4 vehicle he was driving as part of a three-vehicle convoy got stuck in soft sand between reeds. Two occupants [believed to be his wife and granddaughter] managed to escape the inferno and even though people tried their best to rescue the 73-year old from the inferno they failed in doing so. One rescuer apparently sustained burns to his arm and hands in the rescue attempt."

Quelle: West Coast Safety Initiative
785 Beiträge · seit 200801. Apr. 2015 · #18
Hi,

ja, schrecklich, aber bevor jetzt wieder vor allem möglichen gewarnt wird sollte man sich mal die Unfallstatistiken in Deutschland anschauen, wie viele tödliche Unfälle es hier jedes Jahr gibt und keiner macht sich Gedanken, dass die Fahrt zum Flughafen möglicherweise gefährlicher ist wie die Reise selbst!


Gruß


Markus
133 Beiträge · seit 201501. Apr. 2015 · #19
Da es auch mich betrifft:

Ich bin vielleicht unerfahren, aber nicht sorglos. Aus diesem Grund wollte ich mir- u.a. im Forum - Informationen besorgen, ob eine solche Tour für uns in Betracht kommt.
Aus meiner Fragestellung kann wohl niemand schließen, dass wir - unbelehrbar- unbedingt die Fahrt machen wollen. Und selbstverständlich ist niemand außer mir dafür verantwortlich, wie ich mich entscheide.

Was mich etwas befremdet: Offensichtlich haben viele meine Frage gelesen. aber die, die hier meinen Antwortern Verantwortungslosigkeit vorwerfen, haben nicht reagiert.
Kann ich natürlich auch nicht verlangen, aber ist es dann richtig, in einem anderen Thread die gegebenen Ratschläge zu verurteilen und nicht direkt zu widersprechen? Für mich wäre das nützlicher gewesen.


LG
JuRo
1'155 Beiträge · seit 200601. Apr. 2015 · #20
dergnagflow schrieb:
Tomcat schrieb:
…meinst Du ?...als Auslöser sehr wahrscheinlich der klassische „Anfängerfehler“… Grasbrand unter dem Auto…lg tom
*Im* Ugab?
Nachdem der (mehrmals) gelaufen ist?
Eher unwahrscheinlich. Wo soll dort das trockene Gras herkommen?
…das Gras kannst du dir vorher irgendwo "sammeln" oder zum Beispiel wenn du im Flussbett nicht fahren kannst und dir irgendwelche Schleichwege durch die Pampa suchen musst…es kann sehr schnell gehen… selber schon erlebt… konnte gerade noch löschen… lg tom
zuletzt bearbeitet 01. Apr. 2015