Hallo Fomis, bin gerade von der 16. Namibiareise zurück und möchte euch gerne ein paar aktuelle Tipps geben, Wer ausführliche Fotostrecken über Zimmereinrichtungen, Ausrüstungsgegenstände, Klodeckel und dergleichen erwartet oder auf unendlich viele Tieraufnahmen in allen Stellungen hofft, braucht nicht weiter zu lesen. 🙁 Wer zuverläsasig wissen will, wie in der Regenzeit in Namibia sich das Wetter abspielt, einige Wege fahren will, die er vielleicht noch nicht kennt und dabei am Wegrand auch mal was Neues sieht und wer außerdem ein paar aktuelle Unterkunftsbewertungen lesen will und dann noch erfahren möchte, warum ich wahrscheinlich beim nächsten Mal Einreiseverbot während der Regenzeit bekomme, der sollte einfach mitlesen. 🙂 🙂 Wir sind am 22. Februar gestartet und am 18. März zurück gekommen. Also los geht´s: 22. Februar: Fahrt mit dem ICE nach Franfurt. Ich bin ja ein bekennender Bahn-Hasser, aber dieses Mal war alles gemütlich und entspannt. Naja, es war ja vielleicht auch Sonntag. Von Frankfurt fliegen wir mit Air Namibia am Abend nach Windhoek. Und es gibt immer wieder was Neues, man lernt nicht aus! Die Passkontrolle konnte man selbst erledigen mit dem Auflegen des Passes auf einen Bildschirm und anschließender biometrischer Kontrolle. Zum ersten Mal wurde auch das Handgepäck gewogen. Das machte aber überhaupt nichts, denn wenn man etwas älter ist, schleppt man nicht mehr so viel mit rum. Beim Flug mit Air Namibia muss ich aber mal ein Lob für die viel geschmähte Airline aus-sprechen: pünktlicher Abflug, pünktliche Landung, die Sitze sind auch bequemer und alle mit Bord-PC ausgestattet, der Service sehr gut und das Essen war auch viel besser als bei vielen anderen Airlines. Da konnte man wirklich nicht meckern! Beim nächsten Mal - falls ich darf - wieder AN! 23. Februar: Autoübernahme bei ASCO wie immer zügig, aber so langsam fangen die zu schlampern an! Schon wieder musste ich einen abgerissenen Dichtungsgummi an der Heckklappe reklamie-ren, der dann leider nur notdürftig und nicht haltend repariert wurde. Nach dem Einkauf der wichtigsten Dinge ging es dann zum „Weihnachtsgeschenk“ für meine Frau: Zwei Tage auf der Heinitzburg. Wenn man schon 15 mal in Namibia war, sollte man sich das mal leisten. Der Ausblick auf Windhoek sowohl bei Tag als auch bei Nacht ist toll. In den Zimmern fehlt es an Nichts, der Service ist hervorragend, das Essen sehr gut, die Weine aus-gezeichnet, was will man mehr? Und am Abend fielen dann die ersten Tropfen. Alles lief schnellstens nach Innen ins Restaurant. Aber mehr als sieben Tropfen waren es nicht, dafür eine tolle Aussicht auf die Regenfront.
Über Windhoek befindet sich eine Regenfront. Man hat von der heinitzburg einen guten Ausblick auf das Wettergeschehen.
Auch wenn draußen nur wenige Tropfen fallen, von drinnen lässt es sich auch schön auf Windhoek hinunterschauen. Im Fester spiegeln sich die Lüster des Restaurants. Die nächsten Tage kommen dann in weiteren Happen. Gruß: Burschi
Teil 224. März 2015
Hab gerade ein bisschen Zeit und kann Windhoek schnell abschließen. Ein Tag gehörte privaten Tätigkeiten. Wir unterstützen eine Schule und ein Waisenhaus in Katutura und da waren Besuche angesagt. Man hatte extra ein Schulfest organisiert, denn es wurde eine Küche eingeweiht, die wir mit Spendern finanziert hatten. Außerdem war ein Werkprojekt für "Trash Toys" angeschoben worden, deren Ergebnisse ich dann überreicht bekam. Schließlich gab es einen herzliches Treffen mit einem Mädchen, dem dank verschiedener Spender in einer Notoperation das Leben gerettet werden konnte. Ich will aber hier nicht ins Detail gehen, denn es hat mit der Reise wenig zu tun. Auch meinen Besuch im Nationalarchiv brauche ich nicht weiter zu erzählen. Am zweiten Tag aber wollte ich schon mal neben dem Craft Center (natürlich obligatorisch 🙂 ) auch mal die neuesten Errungenschaften der Stadt besichtigen. Opa Sam hat sich ja ein tolles Denkmal gesetzt.! 🤩 Es hat fast den Anschein als drohe er mit der Verfassung der gegenüber liegenden Christuskirche.
Die riesige Kaffeemaschine im Hintergrund passt dann so richtig dazu. Die haben die koreanischen Brüder so richtig toll hinbekommen. 😛 Kein Wunder also, dass der arme kleine Reiter im Innenhof der Feste ganz traurig dreinschaut und dass man den Alten auch stützen muss.
Aber wir wollen hier weder einen historischen noch einen politischen Streit anfangen, denn auf alles gibt es eben zwei Sichtweisen. Aber anschauen und sich eine eigene Meinung dazu bilden, sollte man das dann doch, denn es gehört genauso zu Namibia wie Elefanten oder Löwen. Der Abend ist dann wieder ganz der Entspannung auf der Heinitzburg mit tollem Blick auf den Sonnenuntergang über Windhoek gewidmet.
So, das war´s dann für heute, morgen geht die Reise nach Süden dann richtig los. Gruß: Burschi
Teil 325. März 2015
So, weiter geht es: 25 Februar: Wir verlassen Windhoek nach Süden. Eigentlich wollten wir den Heroes-Acre mit dem riesigen Monument besuchen, aber es fand gerade ein Staatsbegräbnis statt und in kurzen Hosen und T-Shirt mit umgehängter Kamera zwischen festlich gekleideten Hereros rumzulaufen, wäre wohl kaum angemessen gewesen. Aber es war ein beeindruckender Anblick, die überaus festlich herausgeputzten Hererodamen und all die "Uniformierten" und dann die vielen BMW und Mercedes! 😉 Also fahren wir weiter ohne Fotos und biegen in Rehoboth nach links auf die C25 ab und fahren zur C15. Kurz nachdem wir diese erreicht haben, steht mein erstes angepeiltes Ziel da, der Hindenburgturm:
Dieser ist das letzte koloniale Bauwerk, das 1915 durch Farmer zum Schutz gegen die Basterrebellion bei Klein Nauas errichtet wurde. Bei Touristen findet es wenig Beachtung. Gelegentlich wird er auch fälschlicherweise als "Bismarckturm" bezeichnet. Von denen findet man ja in Deutschland etliche. Aber dieser hier ist nicht zu irgendwelchen "Ehren" gebaut worden, sondern zur Verteidigung. Auch landschaftlich ist die Fahrt auf der C15 wesentlich schöner als auf der vielbefahrenen B1. In Stampriet übernachten wir im Kalahari Farmhouse, welches zur Gondwana Collection gehört. Es verfügt über eine eigene Quelle, hat einige schöne, wenngleich auch etwas rustikal eingerichtete Chalets, einen sauberen Pool, einen plätschernden Brunnen im schattigen Garten zur Vogelbeobachtung und einen angeschlossenen Farmbetrieb zur Gemüse-, Fleisch- und Käseerzeugung, den man besichtigen kann.
Die Quelle speist einen kleinen Wasserlauf, der sich durch die Lodgeanlage zieht. Beides stammt noch aus der Farmzeit. Die Häuschen sind natürlich neu.
Das Essen und der Service sind sehr gut. Eine kleine Oase zum Ausspannen, wie es auch ei-nige Gestalten tun, die im Park „herumlungern“ und wohl erst wach werden, wenn am Abend die Anlage illuminiert wird!
Wer schon die Kalahari Anib Lodge kennt und nicht zum xten Mal eine Sundowner-Fahrt auf die rote Düne machen und nicht mit 100 anderen Bustouristen beim Abendessen sitzen will, der ist hier bestens aufgehoben. Außer uns waren nur noch zwei Gäste da, aber an Service und Essensqualität mangelte es überhaupt nicht. So, das war der nächste Streich. Gruß: Burschi
Teil 425. März 2015
Auf der C15 geht es weiter: 26. Februar: Wir verlassen Stampriet und fahren auf der schönen C15 bis nach Gochas, wo wir den Solda-tenfriedhof besuchen. Dazu muss man die C15 verlassen, in den Ort hochfahren und sich dann immer rechts halten. Etliche Soldatenschicksale fanden hier ihr Ende. Leider ist der Friedhof umzäunt und abgesperrt und extra auf die Stadtverwaltung gehen und einen Schlüssel holen wollte ich dann doch nicht. Hier liegen auch einige Soldaten begraben, die in den Schlachten bei Haruchas und Gochas 1904 gefallen sind.
Gochas selbst ist ein etwas verschlafener Ort, hat aber einen kleinen Supermarkt und eine Tankstelle. Hier begegnen sich nicht selten Tradition und Moderne:
Gleich hinter Gochas stoppen wir auch bei einem sehr alten Grab eines Einwanderers namens Rust aus dem Jahr 1894 und natürlich bei den beiden Gedenksteinen für die Schlachten bei Gochas und Haruchas, die wenige Kilometer nach Gochas direkt neben der Straße C15 stehen.
Der Gedenkstein zur Schlacht von Haruchas steht auf der rechten Straßenseite unter einem großen Kameldornbaum mit einem riesigen Siedelwebernest. Die Geschichte zu den Schlachten kann man in dem im letzten Jahr erschienen Tagebuch des Leutnants von Gilsa, der in der Halbbatterie Stuhlmann seinen Dienst versah, nachlesen. Es ist unter dem Titel "Auf nach Südwest!" erschienen.
Die Fahrt geht weiter auf der C15, landschaftlich im Auobtal sehr abwechslungsreich und entlang der roten Dünen auch zu Fotostopps einladend bis zum Grenzübergang in den KTP bei Mata Mata. Die Grenz- und Parkformalitäten sind schnell problemlos abgewickelt. Leider verlief der Aufenthalt im Kalaghadi Transfrontier Park (KTP) nicht nach Wunsch, denn im Vorfeld hatte unser Tour-Operator aus Namibia alle unsere schönen Buchungen, die schon bestätigt und bezahlt waren, versemmelt und wir mussten auf Kalahari Tented Camp und Nossob ausweichen. (statt Urikaruus und Kiliekrankie) Grrrrrrrrrrrrrrrrrr!!! Was war ich sauer!!!!! 😈 🤢 Zum Glück gelingt es mir noch in Mata Mata eine Übernachtung von Nossob gegen Twee Rivieren zu tauschen, sodass ich nicht den befürchteten langen Reisetag beim Verlassen des KTP habe. Einen Tag im KTP mussten wir ganz streichen. Wir haben zunächst zwei Übernachtungen im KTC, bei dem sich die Tierbeobachtungen etwas in Grenzen halten. Die schönste ist eine Gruppe von zehn Giraffen, die alle auf einen Löwen starren, der auf dem Dünenkamm liegt.
Wer sieht den Löwen? 🙂 🙂 Für die, die ihn nicht entdecken, Auflösung beim nächten Mal! 😛 Gruß: Burschi
Teil 526. März 2015
Oh, so viele Mitfahrer! 😮 Da muss ich mich aber anstrengen, dass ich in der Spur bleibe. Also, dann erst mal die Auflösung zu dem Giraffenbild:
Nun sieht man die Löwin. Die 10. Giraffe stand übrigens etwas abseits, war vermutlich etwas vorsichtiger und wollte wohl auf jeden Fall sicher gehen. 😉 Überhaupt ist an diesem Tag "Giraffentag". Als wir das letzte Mal im KTP waren, haben wir gerade mal 4 gesehen, dieses Mal waren es wohl so um die 30. Bei ener Gruppe verweilten wir länger, weil die zwei ausprobierten, ob man in die langenm Hälse auch einen Knoten hineinbekommt.
o.k., sie haben es irgendwie geschafft. Aber sie haben den Knoten auch wieder aufbekommen. Zum Glück!
Aber wir haben auch immer einen BLick auf die Kleinen. Auch da geht es nicht immer ohne Rangeleien ab. Auch mein Wunsch, endlich mal Geparden im KTP zu sehen, erfüllt sich am zweiten Tag, wo es einmal eine Gepardin mit zwei halbwüchsigen Jungen ist und ein anderes Mal ein Männchen. Beide Male wird gerade ein frisch gerissener Springbock verspeist. Leider – fotographisch gesehen – in relativ weiter Entfernung und im Schatten unter einem Baum.
Wir dürfen ihr auch ein wenig beim Jagen zuschauen, aber statt auf die schöne freie Fläche in Auobrivier treibt sie sich in den Büschen rum. Sie hätte sich schon ein wenig besser in Szene setzen können. 😉 Aber das ist gar nicht so schlimm, ob nun ein Foto mehr oder weniger auf der Festplatte schlummert . Mit ein wenig Geduld gibt es eigentlich immer etwas zu sehen, auch wenn man nicht alles, wie z.B. die Beobachtung einer Braunen Hyäne auf die Speicherplatte bannen kann. Aber Löwen müssen natürlich sein.
Teil 626. März 2015
Also, nun zu den Löwenerlebnissen verschiedenster Art: Erst mal ein stattliches Männchen:
Um die Straße nicht zu blockieren, fahre ich an den rechten Rand etwas in den Schatten. Da kommt ein Rangerfahrzeug herangebraust. Hält an - er hat 8 Kinder hinten im Backie! - und mault mich an, dass ich nicht ganz auf der Straße stehe. Richtig, der rechte Vorderreifen steht neben der Pad, die anderen drei sind noch drauf. Ich hätte den Weg verlassen! 🤩 O.k., dann fahre ich halt einen Meter zurück! I.O. Schwarz hat seinen Kindern mal bewiesen, dass Weiß zu gehorchen hat. Da kann er dann auch mit hoher Geschindigkeit davon rasen. Hat ja mit mir auch mindestens eine Minute an Zeit verloren! 😛 Ich will jetzt um Gottes willen nicht alle Löwensichtungen und Bilder hier reinwerfen. Da gibt es schon genug, aber einen - auch wenn ich ihn leider in größerer Entfernung nur gesehen habe und das Bild daher etwas rauscht - möchte ich euch doch nicht vorenthalten. Ja, einer lebt noch! Einer der berühmten "Kaiser-Wilhelm-Löwen"!° Ich dachte schon, die seien ausgestorben, aber es gelang mir doch ein Foto!
Leute, ich schwöre, das ist kein Fake! Keine Fotomontage! Der hat seinen "Schnurrbart" wirklich so gebürstet! 😄 😄 😄 Und dann noch zum vorherigen Auftritt des Rangers. Während ich am nächsten Tag schön auf der Straße stehe und die Löwengruppe (1 Männchen und 6 Weibchen) schön aus der Entfernung von etwa 150 Metern beim Verzehr eines Gnus zuschaue - es ging übrigens ganz geregelt zu: erst das Männchen, dann die drei Lieblingsfrauen und dann der Rest! - kommt eine Tourikutsche mit einem schwarzen Guide angerauscht und fährt ab von der Straße den Löwen direkt ins Esszimmer. 😈
Dazu dann kein Kommentar mehr. Ach ja, ich wollte ja noch die Wettertipps geben. Also, am Nachmittag fahren wir von Nossob raus nach Norden. Direkt auf eine Gewitterfront zu:
Doch plötzlich macht die Pad eine Kurve und wir sehen den Regen nur noch von der Seite. Kein Tropfen bei uns. An einer Wasserstelle, bei dem wir beim letzten Mal einen Löwen mit gerissenem Eland beobachteten, war jetzt dort ein See und der Löwe hätte Schwimmflügel gebraucht. Im Wasser wateten ein Schwarzkopfreiher und vier Stelzenläufer herum. Stelzenläufer im KTP? Auch noch nie gesehen! Wir kehren um und fahren nach Nossob zurück. Weltuntergangsstimmung vor uns:
Ob Nossob noch steht? Keine Frage, die Pad machte wieder eine Kurve, wir kommen in Nossob an und ... wir haben keinen Tropfen abbekommen! Rings um Nossob herum zucken Blitze, rollen Donner - in Nosasb fällt kein Tropfen Regen!
. Am nächsten Tag standen dann immer wieder Pfützen auf der Pad, welche auch gelegentlich Tiere zum Trinken einluden. Ansonsten aber war der Regen vollständig aufgesaugt.
Da ist es dann natürlich kein Wunder, dass man an den eigentlichen Wasserstellen nicht unbedingt viele Tiere sieht. Aber noch kurz zur letzten Szene. Wir haben anständig - auf der Pad! 😉 - angehalten und dem Oryx und dem, Strauß beim Trinken zugeschaut. Schließlich hat er auch ein Recht auf ungetrübten Wassergenuss. Das Fahrzeug im Hintergrund aber hat nicht gehalten und beide von ihrer Bar gescheucht. Das muss doch nicht sein!!! 🤩 So ein Oryx trinkt doch höchstens eine Minute und die hat man auf jeden Fall Zeit! Es geht doch im KTP nicht nur um Löwen! Habt doch auch ein wenig Respekt vor einem durstigen Oryx, auch wenn es der 267. Oryx ist, den ihr seht! Entschuldigung für die Belehrung, aber ... ich sag ja nix! 😠 Und schnell noch was zu den Camps: Kalahari Tented Camp: Schöne Chalets auf einer Anhöhe mit Blick auf das Auobtal gelegen, Selbstversorgung, Einkauf von Lebensmitteln und Sprit im 4km entfernten Mata Mata möglich, relativ wenige Tierbeobachtungen Nossob: Große Chalets, Selbstversorgung, Einkaufsmöglichkeit im Camp, Tankstelle mit Kartenzahlung, Wasserloch, bei dem eigentlich immer was los ist und an dem man auch nachts bei Beleuchtung sitzen kann Twee Rivieren: größtes Camp, große Chalets, Shop und Tankstelle mit Kartenzahlung, Re-staurant mit unqualifiziertem Personal und wo leider auch die Speisen qualitativ nicht beson-ders hoch sind. Es gibt z.B. Linefish (Catch of the day!) ????????? Im KTP? Sollte Yellowtail sein, war aber aus, war nur noch Hake da!? Wir hatten insgesamt leider nur vier Übernachtungen im KTP und verließen den Park nach den Grenzformalitäten bei Twee Rivieren wieder. Am Abend: Gewitter! Aber kein Tropfen bei uns!
Also dann hier auch schnell mal Schluss. Gruß: Burschi
Teil 726. März 2015
2. März: Nach einem weiteren recht erfolgreichen Gamedrive verlassen wir den KTP Richtung Südafrika. Die ersten 80 km geht es an einer roten Düne entlang und dann kommt der langweilige Teil durch die Kalahari bis Upington. Dort biegen wir auf die N14 nach Westen ab und machen in Keimoes eine Pause in der „De Werf Lodge“. Die neue Besitzerin nimmt sich viel Zeit, uns einige Sehenswürdigkeiten der Umgebung zu nennen und dazu einiges zu erklären. Da fahren wir dann mit offenen Augen weiter und sehen in dem landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebiet am Oranje etliches, was wir sonst wohl nicht wahrgenommen hätten. Es ist ein schöner Fahrabschnitt bis Kakamas, der nicht langweilig ist. Parallel könnte man – wie wir es beim letzten Mal gemacht haben – auch die R359 (Kokerboom-Route) fahren, die mehr durchs Gebirge geht und wo man an vielen Köcherbäumen vorbei kommt. Kurz hinter Kakamas biegen wir nach Norden zu den Augrabies-Fällen ab. Das uns dort zu-gewiesene Chalet steht in der ersten Reihe und wir sind mit der Unterkunft recht zufrieden. Im Restaurant kann man am Abend ganz gut essen. Es ist gute Mittelklasse. Am Abend dann wieder Regen. Natürlich nicht bei uns, sondern am Horizont bei Sonnenun-tergang. So sehe ich zum ersten Mal roten Regen fallen.
Zum Glück haben wir keinen Tropfen von dem Blutregen abbekommen. 😉
3. März: Für den heutigen Tag haben wir uns die große Runde im Nationalpark vorgenommen. Wenn man etliche Fotostopps einlegt und sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen hält - aller-dings haben wir nur selten wegen der vielen Kurven die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h erreicht – braucht man dafür einen halben Tag. Die Ausblicke auf den Oranje-Canyon halte ich landschaftlich für viel schöner als den berühmten Fishriver Canyon in Namibia. Hier der Ausblick vom "Ararat" auf einen Bogen des Oranje. Auch sonst hat die Route im Park einiges zu bieten, an Tieren z.B. Giraffen, Oryx, Gnus, Kuhantilopen, Strauße und etliche Vögel und auch einen Köcherbaumwald. Natürlich ist nach der Tour am Abend noch ein Spaziergang an den Fällen selbst angesagt. Leider war wieder viel zu wenig Wasser im Oranje, ich hatte mir zur „Regenzeit“ mehr ver-sprochen.
Teil 827. März 2015
So, fahren wir nun weiter nach Warmbad, ein Ort, der nicht auf vielen Touristenrouten steht: Am Nachmittag kommen wir in Warmbad an. Wir hatten über den Tour-Operator die „Warmbad Hot Springs Lodge“ gebucht. Bei unserer Ankunft ist in der Reception der Lodge eine Nama namens Loraine, die uns überrascht begrüßt. Sie hat keine Buchungsbestätigung! Und sogar noch mit Frühstück? Und ein Abendessen wollten wir auch noch im Restaurant? Das geht schon gar nicht, weil keinerlei Lebensmittel im Kühlschrank seien. Und unser letztes Brot hatten am Morgen die Affen gefressen. Einen Supermarkt? Gibt es in Warmbad nicht! Aber unsere freundliche Nama telefoniert mit der Stadtverwaltung und siehe da, Abendessen und Frühstück lassen sich arrangieren. Dann fahren wir zu unserem Chalet. Family Room! Super! Aber: 6 Betten in zwei Schlafzimmern, ein Schrank, in dem die Einlagebretter noch eingebaut werden müssen und in der „Küche“ eine Spüle mit Ersatzarmatur zum Einbauen darunter und ein leerer Kühlschrank, sonst überhaupt keinerlei Einrichtung. Für diese "Lodge" wäre auch ein halber Stern noch zu viel. Meine Frau ist frustriert. Ich möchte mir das Museum anschauen. Den Schlüssel gibt es in der Bibliothek. Dort ange-kommen hat man keinen Schlüssel. Telefonat mit der Stadtverwaltung. Da sind so ein paar aufsässige Touristen, die wollen ins Museum! Die Stadtverwaltung schickt zwei nette höfliche Angestellte mit einem Schlüssel. Spannend für sie, denn sie haben das Museum selbst noch nie von innen gesehen. Die Einrichtung ist auch recht spärlich und ich schenke ihnen noch sechs Bilder aus der Kolonialzeit, die sie noch aufhängen wollen. Dann führen sie uns noch durch die Stadt. Eine Westernstadt 20 Jahre nach dem Goldrausch könnte nicht trostloser aussehen. Viele Gebäude aus der Kolonialzeit stehen als unbewohnte Ruinen herum. Dominierend sind drei Kirchen (bei 2000 Einwohnern!). Wir besichtigen die Reste des deutschen Forts, das nun das Polizeigebäude ist, den Friedhof mit deutschen Gräbern und das Denkmal für Jakob Morenga. Eigentlich hätte der Ort doch einiges zu bieten, was vor allem historisch interessant ist. Aber die Menschen sehen hier keine Perspektive, Sie liegen abseits der Haupttouristenroute, es gint keine Arbeitsplätze, die Jungen verlassen die Stadt, die Alten sitzen in der Shebeen, wo wir dann auch einige Flaschen "Windhoek Lager" (0,7l!!!) einkaufen. Unseren beiden Begleitern hat die Tour mit uns sichtlich Spaß gemacht und sie haben viel Neues über ihr Städtchen erfahren. Man wollte ja auch hier einen Neuanfang wagen: Die Reception und das Restaurant der Lodge ist das alte deutsche Offiziershaus und wurde von der deutschen Botschaft restauriert und die Küche mt allem ausgestattet, was man an Geräten braucht. Sogar eine Dunstabzugshaube! Der Präsident hat 2009 die Lodge und die Fassung der heißen Quelle eingeweiht. Aber scheinbar ist dann alles im Dornröschenschlaf versunken. Schade! Hier ein paar Eindrücke von Warmbad, die Polizeistation (das alte Fort) zwei Kolonialruinen und das Denkmal von Morenga, dem Uwe Timm in seinem gleichnamigen Roman ja ein schriftliches Denkmal gesetzt hat. Morenga selbst ist nicht in Namibia begraben.
Die heißen Quellen sind übrigens in einem Becken gefasst, das mit einem einfachen Gebäude überdacht ist. Einen kleinen Obulus muss man bei der Besichtigung entrichten. Das Wasser ist aber nicht "heiß", sondern eben nur "warm" (24°C). Die Lodgeanlage hat eine Campsite und Selbstversorgereinrichtungen und einen kleinen Pool.
Teil 927. März 2015
5. März: Der Schock bei der Ankunft war bald verdaut und wir behalten Warmbad in guter Erinnerung, vor allem, weil uns die Offenheit der Leute gefallen hat, weil sie in Kürze alles Notwendige auf die Beine stellen konnten und weil Loraine, die Namafrau von den Bondelswarts, gut für uns gekocht hat. Am nächsten Tag geht die Reise weiter zur Canyon Lodge, die ebenfalls zur Gondwana Collektion gehört. Der Weg führt uns über die M21 an Karasburg vorbei, dann die C10 entlang bis zur Einmündung der C37. Die C10 ist landschaftlich langweilig, aber die C37 zeigt sich von der angenehmen Seite. Die Landschaft weist sanfte Pastellfarben auf, die einen maleri-schen Kontrast zu den „Folgen der Regenzeit“, den vielen gelben Blumen entlang der Straße, darstellen.
Allerdings waren hier die Niederschläge nur sehr punktuell und schon nach einem Kilometer ist alles wieder wüstenhaft trocken. Tropfen haben wir wieder keine abbekommen. Zur Gondwana Canyon Lodge nur kurz ein paar Stichpunkte: Schöne sehr nett eingerichtete Häuschen in der Felsenlandschaft mit eigener Terrasse und toller Aussicht; sehr gutes Essen als Menü am Abend und als Büfett am Morgen; sehr schöne Parkanlage und toller Pool mit sauberem klarem Wasser. Und natürlich eine beindruckende Landschaft:
Zu empfehlen ist auch die Sundowner-Tour zu reizvollen landschaftlichen Stellen der Gegend, die dann in einem Köcherbaumwald endet, wo man einmalige Sonnenuntergangsfotos machen kann.
Die Tierwelt steht bei dieser Fahrt nicht im Vordergrund, sondern die Landschaft. Trotzdem trifft man z.B. auch auf Klippspringer, Steinböckchen oder den Bokmakiri.
Gesamtresümee: Sehr empfehlenswert um mal zwei Tage richtig auszuspannen. Am Nachmittag des zweiten Tages zieht dann gegen 15 Uhr am gesamten Horizont eine mächtige Gewitterfront auf. Alle verlassen den Pool und ziehen sich in die Häuschen zurück, Dann beginnt das Blitzlichtgewitter am Himmel und ein Sandsturm legt los.
Die Blitze sind so häufig, dass ich sogar einen aufs Foto bringe! 🙂 Und dann fallen die ersten großen Tropfen! Regen!!!!!!!! Es sind etwa 47 – 68 Tropfen. 🙁 Dann ist der Spuk vorüber und das Gewitter zieht vorbei. Das Abendessen nehmen wir schon wieder bei Vollmondschein auf der Terrasse ein. O,K,, es waren groooooße Tropfen! 😛 War ja schon mal ein schöner Anfang für uns - und Namibia! 🙂 Demnächst mehr. Burschi
Teil 1027. März 2015
Hab grad ein paar Minuten Zeit und kann weiterreisen: 7. März: Heute verlassen wir die Canyon Lodge, und fahren auf der C37 und C12 nach Seeheim. Vor-her erleben wir bei wolkenlosem Himmel noch einen schönen Sonnenaufgang, der sanfte Farben auf die Landschaft zaubert, die wir von unserem Häuschen aus andächtig beobachten.
Auf Weiterfahrt sehen wir dann, dass es hier mächtig geregnet hat. Neben der Pad stehen große Pfützen und an einigen Stellen sind kleinere Riviere über die Pad gelaufen. Die Durchquerung derselben ist manchmal ziemlich matschig und man sollte hier mit Vorsicht queren, also vorsichtig fahren!!! Bei Seeheim fahren wir bis Aus auf der B4. In Aus tanken wir und gönnen uns eine Pause im ehemaligen deutschen Bahnhof von Aus, der jetzt ein Restaurant ist, in dem man gut einen Zwischenstopp einlegen kann.
Hier beweist die Landschaft aber auch wie sie aussieht, wenn kein Tropfen Regen fällt.
Nach Aus fahren wir die C13 weiter bis zur Einmündung der D707, der sogenannten „Traum-straße Namibias“. Ganz ehrlich: Was wir bisher an Landschaften auf unserer Reise gesehen haben, hat oftmals die Landschaft der vielgerühmten D707 übertroffen. Gut, ich fahre sie zum dritten Mal und der Erstreiz ist vielleicht nicht mehr so groß, aber die wirklich tollen Ab-schnitte auf dieser Pad waren doch rarer als auf anderen Strecken. Unser heutiges Tagesziel ist die Farm Namtib. Dazu Kurzinfo: Nur wenige schön eingerichtete Chalets, dadurch ruhige Lage inmitten beein-druckender Landschaft; hübsche Gesamtanlage der Farm, sehr nette deutschsprechende Gast-geber; gutes Essen mit der Farmfamilie Theile. Wir haben uns recht wohl gefühlt. Den botani-schen Wanderweg haben wir nicht gemacht, da wegen des ausgebliebenen Regens nur wenig zu sehen war. Hier war noch kein Tropfen gefallen.
Auf der Farm wurde übrigens derzeit die Schafzucht aufgegeben, weil kaum mehr Weide zur Verfügung steht. In diesem Jahr ist auch noch kein Tropfen Wasser gefallen und man stellt sich schon auf ein weiteres Trockenjahr ein. Da war unser Besuch natürlich auch nicht gerade produktiv, denn mit Regen hatten wir bis jetzt kein Glück. 🙁 😉 Gruß: Burschi
Teil 1128. März 2015
Fahren wir mal weiter: 8. März: Die Fahrt geht weiter über die D707 und die C27 nach Sesriem. Es wird mein vierter Besuch in Sossusvlei und eigentlich hatte ich gehofft in der Regenzeit vielleicht ein wenig Wasser im Vlei zu finden. Weit gefehlt! Es ist knochentrocken dort und das Thermometer steigt mittags auf nahezu unerträgliche 41° C. Als Unterkunft hatten wir zum ersten Mal die Sossusvlei Lodge gewählt. Die Lodge ist nett angelegt, die Häuschen geräumig mit Klimaanlagen ausgestattet, die Verpflegung am Morgen und am Abend ist in außerordentlich guten Büfetts organisiert und lässt keine Wünsche offen. Der Service ist sehr gut, Pool mit sauberem Wasser ist vorhanden. Trotzdem: Es wird mein letzter Aufenthalt im Sossusvlei gewesen sein. Welch Unterschied zu meinem ersten Besuch vor 16 Jahren! Damals existierte zwar schon die Lodge, hatte aber nur wenige Häuschen. Jetzt sind es weit über ?? Weiß nicht genau, wir hatten Haus Nr. 119. Außerdem sind weitere Lodges wie die Pilze aus dem Boden geschossen. Es gibt nun zwei Tankstellen mit Shops und ATM-Automaten. Auch Campsites sind in Fülle vorhanden. Aus einer kleinen Lodge mit Campsite ist ein größeres Dorf geworden und dementsprechend ein Rummelplatz für Touristen. Natürlich wollen wir auch am Morgen bei Sonnenaufgang ins Vlei, stehen da aber in einer Schlange von 20 wartenden Autos, z.T. mit laufenden Motoren am Gate und warten auf die Öffnung Dicker Staub liegt wie dichter Nebel über der Ebene. Und dann wird losgedüst, eine Rallye ins Vlei beginnt. Kaum eine Autobesatzung achtet auf die Oryxe, Springböcke und Schakale am Straßenrand. Am Shuttleparkplatz steht eine große Zahl von Großraumtransportern für die Touristen, die nicht mit einem 4x4 da sind. Wir fahren weiter bis ins Vlei. Da stehen schon mindestens 10 Autos, 🤩 die lange vor Toröffnung hier eingefahren sind und von Lodges stammen, die einen privaten Zugang haben. Eine Touri-Karawane zieht sich ins Deadvlei – hier stehen bald mehr Touris herum als tote Bäume – und eine weitere Karawane strömt auf die höchste Düne. Frustriert mache ich ein paar Erinnerungsbilder und dann treten wir den Rückweg an. Hier, auf diesen Wüstenrummelplatz werde ich nicht mehr herkommen! 🙁 Auf dem Rückweg haben wir die Düne 45 für uns allein. Noch schnell ein paar letzte Bilder, da die Morgensonne wieder mal besonders beeindruckende Pastellfarben produziert und nochmals muss die zigtausendmal fotografierte Baumleiche dort herhalten.
Kurz vor Mittag steigen wir noch in den Sesriem Canyon hinunter. Auch hier kein Tropfen Wasser! Es ist unerträglich heiß geworden und als wir wieder aus dem Canyon steigen sind wir klitschnass geschwitzt. Jetzt nichts wie unter die Dusche und in den Pool und dann – einfach flach liegen, hecheln, und trinken, trinken! Am Horizont den ganzen Nachmittag über eine schwarze Wolkenfront mit Donner und Blitzen. Hier regnet es keinen Tropfen. Langsam beginne ich an der "Regenzeit" zu zweifeln. 😉
Teil 1228. März 2015
10. März: Nach zwei Übernachtungen in der Sossusvlei Lodge geht es weiter auf der C19 und C14 nach Swakopmund. Hier mal eine angenehme Überraschung: Die Gravelroads sind alle in hervor-ragendem Zustand, kein Vergleich mehr zur Wellblechrüttelpiste vor zwei Jahren. Der Stopp in Solitaire ist obligatorisch. Meine Frau bekommt das letzte Stück Apfelkuchen. Moose schaut von einem großen Foto auf uns herunter.
Vor der Lodge ein frisches Grab. Fast werde ich ein wenig sentimental. Als ich das erste Mal hier war, wurde Benzin noch mit der Handpumpe gezapft, es gab einen kleinen Laden und das war´s. Keine Großbäckerei, keine Lodge, kein Rummelplatz für Bustouristen, von denen kurz zuvor zwei Ladungen ausgespuckt wurden und die bis auf ein Stück allen Apfelkuchen weggefressen haben. 🙁 Die letzten 100 Kilometer bis Walvisbay sind wie immer unerträglich langweilig. Doch hier dann der nächste Schock: Überall riesige Baumaschinen. Hier wird an allen Ecken und Enden gebaut, als wolle man in Namibia die Bauweltmeisterschaft gewinnen. Und dann entlang von Langstrand: Hier gibt man sich die größte Mühe die hässlichsten 30 Kilometer Strand Afrikas zu produzieren. Hoffentlich muss ich hier nicht wieder her! In Swakopmund wohnen wir im Prinzessin Rupprecht Hotel. Ich mag das Prinzip hier, mit einem Hotel ein Altenheim zu finanzieren. Die Zimmer sind nach deutschen Städten benannt und eines ist der Geburtsort meiner Frau, also habe ich dieses Zimmer gebucht. Es ist sehr groß, ein ehemaliges Krankenzimmer des Rotkreuzheimes in der Kolonialzeit, es ist sauber und enthält alles, was man braucht. Das Frühstück ist ausreichend. An der Reception spricht man Deutsch, der Neuberliner hier aber muss sich in Swakopmund erst noch eingewöhnen, vom Ort hat er kaum eine Ahnung, nicht einmal die 300 Meter entfernte Kulturhalle kennt er. An den drei Tagen in Swakopmund besuchen wir an einem Abend ein Theaterstück in eben dieser Kulturhalle (Den Schauspieler aus der Schweiz habe ich im Pool der Canyon Lodge kennen gelernt, das Theaterstück „Die Judenbank“ ist sehr beeindruckend.), An einem Tag fahren wir mit Bekannten nach Mondesa DRC und besuchen hier einen Kindergarten und die Frauenselbsthilfegruppe, die wir seit Jahren unterstützen. Hier bin ich wieder mal frustriert, wie explosionsartig sich dieses Elendsviertel ausbreitet. Ich kann euch ein paar Eindrücke von dort nicht ersparen, denn auch das gehört zu Namibia und selbst wenn ihr eine "Townshiptour nach Mondesa macht, ins noch viel "elendere" DRC werdet ihr dabei nicht kommen.
Ich hoffe, dass jetzt keinem übel wird, wenn er den Schubkarren mit dem Fleischberg betrachtet. Zum Glück kann ich keinen Geruch übertragen, der war nämlich wirklich unerträglich. 🤢 🤢 Der von uns unterstützte Kindergarten dort ist wie eine kleine Oase, saubere Container und ein großer Spielplatz, eine Suppenküche und sogar ein kleines Gewächshaus zum Gemüseanbau.
Ja, es war schon ziemlich kalt hier, wie man an den Mützen der KInder erkennen kann. Nur knapp über 25 Grad! 🙂 🙂
Am folgenden Tag unternehmen wir eine Moonlandscapetour in die Wüste mit Batis Birding Safaris. (Gegründet vom Vogelexperten Steve Braine, der einst die Hobatere Lodge hatte.) Die Delfin-Tour und die Little Five Tour haben wir schon mehrfach gemacht, also geht es in die Wüste. Ich kann euch zu allen Touren nur empfehlen, mal auch einen der kleineren Anbieter zu wählen. Inzwischen haben Tommy und Chris etliche Führer ausgebildet, die bei verschiedenen Unternehmen einspringen. Die sind auch nicht schlecht und einen Vorteil hat das Ganze, man muss nicht wie bei den beiden genannten mit zwei oder drei Autos in Karawane durch die Wüste fahren und sich beim Gecko in Reihe zum Foto anstellen, sondern ist allein oder vielleicht noch mit einem anderen Paar unterwegs. Unser Führer hieß Cleo und er zeigte uns auch Tiere, die wir noch nicht gesehen hatten, wie z.B. eine winzige aber sehr giftige "Sechsaugenspinne". Leider fehlen mir von dieser eindruckvollen Fahrt - Gruß auch an Chrigu, an dessen Wohnsitz wir vorbeigefahren sind - die Bilder,. die sind irgendwie aus dem Netbook gefallen und im Sand versackt. 🙁 🤩 🙁 Zum Essen sind wir einmal in Kücki´s Pub, einmal in der Pizzeria im Western Saloon, und einmal im TUG. Wir waren eigentlich immer zufrieden. Leider hatten wir in Swakopmund Probleme mit Kreislauf, Magen und Darm, denn die Umstellung von der Hitze in der Wüste auf das kühle Seeklima machte uns doch etwas zu schaffen. (Swakopmunder Krankeit, wie uns erzählt wurde.) Ein Besuch auf dem neuen Swakopmunder Holzschnitzermarkt war leider auch nicht so er-freulich. Die Zahl der Touristen, die sich dort hin verirren, ist wesentlich kleiner geworden, die Preise sind dafür stark gestiegen und die Qualität der Produkte ist dem Preis entgegengesetzt in den Keller gegangen. Billiger Ramsch zu überhöhten Preisen! Und das Wetter? Hier war es kühl und feucht, geregnet hat es aber auch nicht. 😉
Teil 1329. März 2015
Also, dann versuche ich mal heute abend noch fertig zu weden: 13. März: Unser Swakopmund-Ausflug ist zu Ende und wir fahren auf der B2 – ununterbrochener LKW-Verkehr! – im Nebel nach Karibib und dann weiter auf der C33 nach Omaruru. Endlich mal was städtebaulich Positives: Usakos und Karibib haben sich in den letzten Jahren sehr zum Positiven verändert. Und noch was Überraschendes: Ab Usakos ist die Landschaft saftig grün. Hier muss es schon seit einiger Zeit relativ viel geregnet haben. Überall an den Straßenrändern blühen gelbe, violette und weiße Blumen, das Gras steht relativ hoch, die Farmer werden sich hier sicher freuen. Unser letztes Ziel der Reise ist die Erongo Wildernes Lodge, einfach nur zwei Tage zum Aus-spannen. Die Anfahrt unterbrechen wir kurz in Omaruru, um in der dortigen „Kaffeestube“ einzukehren und einen kleinen Tikoloshe-Elefanten zu erstehen. Ein kleines Mitbringsel muss wenigstens sein. Bei der Anfahrt zur Lodge werden wir schon am Tor erwartet und dann zur Lodge selbst geleitet. Hier brauchen wir noch mal unseren Allrad. Fahrzeuge, die keinen 4x4 haben, müssen etwas weiter draußen entladen werden. Wir erhalten eines der geräumigen Busch-Chalets, die mit allem Wichtigen gut ausgestattet sind. Es ist ruhig zwischen Felsen und Büschen gelegen, genau das, was wir uns vorgestellt haben. Die Anlage verfügt außerdem noch über einen kleinen aber sehr sauberen Pool, ein Restaurant mit Terrasse, von der aus man am Abend auf ein beleuchtetes Wasserloch blicken kann und eine Wasserstelle für Vögel, die man sehr gut beobachten kann. Vogelliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Hier lebt die größte Kolonie von Lovebirds, die ich bisher in Namibia gesehen habe.
Auch Bülbüs finden sich in großer Zahl ein und haben sich immer was zu erzählen.
Außer Vögeln gab es noch jede Menge andere Fotomotive, sodass keine Langeweile aufkam. Es werden auch geführte Fußwanderungen angeboten, auf die wir aber verzichteten, weil wir uns ja nur ausruhen wollten.
Agamen waren in großer Zahl vorhanden und man bekam sie oft und leicht vor die Linse. Bei den Vögeln musste man schon etwas mehr Geduld haben, aber wenn man weiter nichts vor hat, dann gelingen auch hier gute Schnappschüsse, wie z.B. von einem Paradiesschnäpper. Insgesamt kann man die Lodge sehr empfehlen. Ach ja, und was war mit dem Wetter, schließlich war ja Regenzeit?! Am ersten Abend tobte sich das Gewitter am östlichen Abendhimmel aus. Wir bekamen keinen Tropfen ab. 🙁 Am zweiten Abend war das Gewitter im Westen beim Sonnenuntergang.
Natürlich bekamen wir auch da keinen Tropfen ab! 🙁 Ein Anti-Regenzauber??? Doch noch nicht ganz fertig, also dann bis morgen: Burschi
Teil 1430. März 2015
Guten Morgen Mitfahrer, jetzt kommt der Schluss: 15. März: Am nächsten Morgen brachen wir nach Windhoek auf und fuhren auf der C36 nach Wilhelmstal. Sehr schöne Strecke! Da sahen wir dann, was so ein Gewitter anrichten kann. Zum Einen erblühte alles entlang der Pad und verlockte immer wieder zu Fotostopps.
Zum Anderen aber hatte das ablaufende Wasser auf der Pad teilweise tiefe Risse in die Fahr-bahn gegraben, die sich vom Fahrbahnrand oft bis in die Mitte der Pad hineinzogen und nur schwer zu erkennen waren. Da muss man schon sehr vorsichtig fahren
Wer in solch tiefe Risse, die wirklich oft erst kurz vorher zusehen sind, mit 100 km/h hineinrumpelt, der sollte auf jeden Fall schon mal sicherheitshalber sein Testament gemacht haben! 😈 Die letzte Nacht in Windhoek verbrachten wir im Hotel Pension Steiner. Das hat leider schon erheblich bessere Zeiten gesehen. Zurzeit würde ich sie nicht weiter empfehlen. 🙁 Sie ist zwar sehr zentral gelegen, aber der Service ist miserabel. Tagsüber bekommt man außer dem Frühstück nichts zu essen und die Getränke muss man auch selbst aus einem Schrank im Gar-ten holen. Die Zimmer zur Stadt hin – wir hatten ein solches – sind sehr laut. „Hotel“ dürfte sich diese Unterkunft auf keinen Fall mehr nennen. In Windhoek dann selbst noch die letzten Einkäufe und Besorgungen und noch ein letztes afrikanisches Essen im Gourmet, das wiederum sehr zu empfehlen ist, da es eine ausgezeich-nete Küche hat. Craftcenter und ein Spaziergang zur neuen „Denkmalsmeile“ an der Feste und ein Blick auf den traurigen Reiter im Innenhof derselben und das genügt dann auch als Programm für die Hauptstadt, die langsam beginnt im täglichen Verkehr zu ersticken, beson-ders dann, wenn wegen der Fahrt des Präsidenten mal wieder die Hauptstraßen gesperrt sind und ein Blaulichtkonvoi durch die Straßen rast. In Windhoek war dann wieder Regen gemeldet. Angeblich sollen in der Nacht ein paar Tropfen gefallen sein. Die habe ich doch glatt verschlafen! 🤩 Zum Heimflug kann ich wieder nur ein Lob für Air Namibia anbringen: pünktlich, guter Service, freundlich, ordentliches Essen. Das Gegenteil haben wir leider am selben Tag von Condor gehört. Die Machine solte eigentlich vor der von AN zurückfliegen, hatte dann aber erhebliche Verspätung und hat erst nach AN abgehoben. Nun habe ich ja versprochen das Problem mit der "Reise zur Regenzeit" endgültig zu klären: Ist doch ganz einfach: Wie ihr gelesen habt, fährt man während der "Regenzeit" einfach dort hin, wo es nicht regnet. "Regenzeit" heißt nämlich nicht, dass es flächendeckend regnet, sondern dass lokale Gewitter mit mehr oder weniger großer Heftigkeit irgendwo niedergehen. Das ist aber wie ein Lotteriespiel. Und genau so sicher, wie man Lottozahlen vorhersagen kann, ist die Vorhersage des Regens in Namibia. Damit ist also in Zukunft jede weitere Frage überflüssig. 🙂 ABER: Und das ist das Entscheidende!!!!!!! Man sollte auf jeden Fall während dieser Zeit sehr vorsichtig fahren, besonders auf den Gravelroads. Man kann nämlich meist kaum erkennen, dass oder wie herftig es irgendwo am Vortag geregnet hat. Daher können Straßenschäden ganz unvermittelt auftreten, die ebenfalls keiner vorhersagen kann. Und das ist gefährlich, manchmal lebensgefährlich. Also auch Fragen nach Straßenverhältnissen können nicht zuverlässig beantwortet werden!! Zum Schluss noch die Erklärung, warum ich möglicherweise Einreiseverbot erhalte: Ich war nun schon dreimal während der Regenzeit in Namibia unterwegs und habe außer den erwähnten 47-68 Tropfen in der Canyon LOdge noch keinen Regen abbekommen. Das heißt, der Regen scheint mich zu meiden. Wenn sich das herumspricht, dann darf ich sicher nicht mehr zu dieser Zeit einreisen, weil das Land ja dringend auf den Regen angewiesen ist. 😉 😛 😛 Ich hoffe aber, dass ihr trotz allem ein paar Tipps aus dem Reisebericht "ohne Klodeckel! 😉 ) entnehmen konntet. Viel Spaß weiterhin bei euren Reisen nach Afrika: wünscht euch Burschi p.s. Den kleinen Kerl - ein passionierter "Rooibush-Teetrinker" - wollte ich euch nicht vorenthalten. Er trägt den hässlichen Namen: Felsenratte.