Wenn normale Menschen sich im Dezember oder Januar mit der Grippe anstecken, holen wir die Fotos und Filme unserer Afrikareisen heraus, sehen ( neben BvB-Fußball, hallo Ruth! ) jeden Film im TV an, der auch nur entfernt etwas mit dem Süden dieses Kontinents zu tun hat, lesen und blättern in Bildbänden und infizieren uns auf diese Weise erneut mit dem Afrikavirus, bis das in unseren Köpfen zu brodeln beginnt. Obwohl wir am Ende der letzten Reisen immer davon ausgehen, dass dies die letzte gewesen sein müsse, schließlich wird man ja nicht jünger, gucken wir dann doch, wohin wir noch einmal fahren möchten, was wir noch nicht gesehen haben – und, schwupps, wird die nächste Reise geplant. Im Jahr 2014 ging es am 22.Juli per Zug zum Flughafen nach Frankfurt. wo wir um 20.10 Uhr Richtung Windhoek abflogen. Wir bevorzugen den Direktflug in der Nacht, den nur Air Namibia anbot, weil wir einen Tag in Namibia vor uns haben. Übrigens: Air Namibia und Condor werden beide schlecht bzw. gut beurteilt. 10 Std. Flug kann man/frau, wenn auch müde, ertragen. Unser diesjähriges Auto hatten wir bei Asco Car Hire gebucht und die Sachbearbeiter mit zahlreichen Sonderwünschen und Ausstattungsfragen gepiesackt. Ein Angestellter holte uns am Flughafen ab, machte einen kleinen Umweg zum Hotel, wo wir unsere Koffer ablieferten. Die nächsten Stunden waren dem Papierkrieg gewidmet und der Einführung in das Auto. Das Dachzelt bestand aus einer besseren Konstruktion als im vergangenen Jahr, so dass C. zum Auf-und Abbauen nicht mehr auf dem Autodach herumturnen musste. Das Fahren auf der „falschen“ Straßenseite machte uns keine Probleme mehr, abgesehen vom Scheibenwischer, der sich komischerweise immer während des Abbiegens in Bewegung setzte. Als wir nach einem netten Mittagessen bei „Gathemann“ unseren Krempel aus der Aufbewahrungskammer im Hotel ins Zimmer gebracht bekamen, stellten wir mit Schrecken fest, dass der Köcher mit dem Teleobjektiv fehlte. Im Aufbewahrungsraum war er nicht, ein Telefongespräch mit Robbie bei Asco erbrachte keine Auflösung, die Videokamera im dortigen Büro und Nebenraum, wo wir unsere wertvollsten Sachen (Kamera, Foto + Zubehör etc.), die wir nicht im Hotel lassen wollten, abgestellt hatten, zeigte keinen Verdacht auf einen Diebstahl. Es war zum Verzweifeln und wir dachten ernstlich daran, die ganze Reise abzublasen. Schließlich fuhren wir doch noch einmal zu Robbie, fanden den Boss und den Fahrer, der uns vom Flughafen abgeholt hatte, mit dem wir den Bus absuchten. Der Köcher mit Inhalt fand sich unter einem Sitz, wohin er während der Fahrt gerollt sein musste. Übermüdet hat man manchmal nicht alle Sachen (im Kopf) beisammen! Wohlgemut und sehr erleichtert fuhren wir zurück ins Hotel, wo inzwischen F.s Armbanduhr, die sie leichtsinnigerweise auf dem Schreibtisch liegengelassen hatte, verschwunden war. Glücklicherweise war es keine wertvolle, dafür erinnerungsträchtige Uhr, aber wer braucht im Urlaub schon eine Uhr?? Im Notfall: C. hat eine mit Datum- und Wochentaganzeige. Todmüde gingen wir schlafen
24.Juli. Windhoek
Um uns ein wenig zu akklimatisieren – und weil wir uns auch vorgenommen hatten, in diesem Jahr alles langsam angehen zu lassen – fuhren wir nach dem Frühstück zum Avis-Damm. Dort schlenderten wir eine Zeitlang umher, beobachteten Hirten-Regenpfeifer, Kapstelze, Stelzenläufer und viele Pelikane, darunter junge mit hübschem, braun gezeichneten Gefieder, Kormorane, Nilgänse, Silberreiher und Graureiher – leider auch zwei junge Frauen mit ihren Hunden, die sie auf die Wasservögel hetzten. Wir hätten die gerne verhauen – die Frauen natürlich, nicht die Hunde. Mittags machten wir unsere Einkäufe, (nicht die 2-3 kg Mischung aus Reis, Bohnen, Erbsen für den Bohnensack vergessen!) und verstauten alles in den dafür vorgesehenen Behältnissen – das dauerte! Neben einer dicken Fleecejacke für F., kaufte C. sich noch die obligatorischen Halbschuhe aus Kuduleder, weil die einfacher überzustreifen sind, als die von uns bevorzugt getragenen höheren Boots. Zum Schluss wurden die Kinderbett-Spannlaken über die beiden Vordersitze gezogen, die wir immer mitnehmen. Man schwitzt auf den Autositzen nicht so und kann den Staub und Dreck ausschütteln, sitzt außerdem dann nicht mehr so im Staub. Am Abend aßen wir ziemlich fürstlich im Hotel und nachdem wir den Versuch, auf der Dachterrasse einen Absacker zu trinken, wegen der Kälte aufgegeben hatten, gingen wir schlafen. Ha, da war ja noch der Talisker ‚Dark Storm‘ vom Duty Free Shop.
Teil 225. Feb. 2015
25.Juli Farmhouse Stampriet
Morgens früh ging es aus Windhoek raus auf der B1 / C20 Richtung Mariental, Stampriet. Wir hatten uns vorgenommen, ohne Reservierung das erste Mal in der Anib Lodge Campsite zu übernachten, aber dort hatten sie nichts mehr frei. Die Managerin war sehr freundlich, telefonierte und schickte uns weiter ins Kalahari Farmhouse, Stampriet. Die etwas abseits von der Anlage errichtete Camp Site war ansprechend, der Ablutionblock supersauber und wir ganz alleine auf dem Platz. Nach Zeltaufbau, Einrichten, Duschen, gingen wir dann zum Restaurant, genehmigten uns ein Windhoek Lager, saßen am offenen Kamin-Feuer und warteten auf Dinnertime. Wir aßen im mit Dekoration überfüllten, höchst originell ausgestatteten Lodgerestaurant ganz hervorragendes Oryxschwanzragout in Rotwein-Zwiebelsauce. Schon auf dem kleinen Spaziergang zum Restaurant war es sehr kühl und windig gewesen, dennoch waren wir überrascht, dass wir beim Aufbruch zur Camp Site fürsorglich zwei gefüllte Wärmflaschen mitbekamen. Trotz unserer dicken Daunenschlafsäcke, die wir von zuhause mitgeschleppt hatten, waren die hot-water-bags doch gut gegen kalte Füße. Wir bewunderten ein paar Minuten den Sternenhimmel und fanden, da wir früher als in den Jahren zuvor, in Namibia waren, das Kreuz des Südens.
Teil 325. Feb. 2015
26.Juli Stampriet nach Mata-Mata Am Morgen waren Eisblumen auf der Windschutzscheibe und Felsenschwalben wärmten sich am Waschhäuschen auf allen Sitzmöglichkeiten in der Morgensonne. Wunderbarerweise war das Wasser in der Dusche warm. Nach dem reichhaltigen Frühstück ging es weiter nach Stampriet, Gochas, wo wir in zwei verschiedenen Landhandelsgeschäften zwei Wärmflaschen kauften – in jeden Laden gab es jeweils nur noch eine. Wir ließen uns von der bizarren Landschaft im Aubtal faszinieren – hohe, wie Festungen aus arabischen Märchen aussehende Felsplateaus. In Gochas tankten wir und dabei stellte sich heraus, dass der Verschluss des Ersatzkanisters nicht dicht war. Wir stopften ihn mit Plastiktütenfetzen aus. Früh am Tag landeten wir schließlich in Mata-Mata. Nachdem wir unser Chalet bezogen hatten, machten wir uns gleich auf eine Sichtungsfahrt und hatten großes Glück: Unter einem Baum verteidigte ein Gepard seinen Riss vor mehreren attackierenden Schakalen. Er gab schließlich resigniert auf, zumal er offenbar den größten Teil der Beute verspeist hatte, querte die Pad in unserer Nähe und verschwand über der Böschung. Die Oryxe hatten ihn fest im Blick. Die Schakale machten sich über den Riss her, dazu gesellte sich ein weiterer Abstauber, ein Raubadler. Unterwegs: Oryxe, Springböcke, Raubadler, Gabelracken, die immer schön und fotogen zum Fotoshooting einladen sowie elegante Gleitaare.
Teil 427. Feb. 2015
27.Juli Mata-Mata nach Nossob
Nachdem wir kurz gefrühstückt und unsere Thermosflasche mit Tee gefüllt hatten, fuhren wir langsam in Richtung Nossob. Ein paar Autos standen schon am Wegesrand: ein Löwenpaar lag im Schatten eines Baumes und zog gemächlich auf Löwenart davon. Unterwegs sichteten wir eine Kuhantilope und die üblichen Tiere. Auf einem Rastplatz, Dikbaardskolk, standen mehrere „Kitchen-Südafrikaner“, die ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgingen: Brai! Sie hatten perfekt ausgestattete Küchentrailer dabei – das wundert uns immer wieder. Wir sahen ein Löwenpaar, viele Oryxe und Springböcke, die schönen Gabelracken, unser Star eine Kuhantilope, jede Menge Strauße und ungewöhnlich viele Singhabichte. Als wir das Chalet beziehen wollten, passte der Schlüssel nicht. In der Rezeption ging eine hektische Sucherei los, aber es wurde kein passender Schlüssel aus einem 5-Liter- Eimer voller rostiger Schlüssel gefunden. Glücklicherweise war noch ein anderes Chalet frei, so dass wir nicht im Dachzelt kampieren mussten, so waren wir morgens schneller unterwegs. Allerdings sorgte der Wasserkocher, made in China, dafür, dass für allen in unserer Reihe das Licht ausging. Im Übrigen ließ die „Kücheneinrichtung“ dort sehr zu wünschen übrig. Wir haben im KTP eine Mischung aus Chalets und Camp Sites, mal ein/e ‚eigene/s’ Küche, Dusche und WC, für angenehm empfunden.
Teil 528. Feb. 2015
28.Juli Nossob nach Mata-Mata
Heute fuhren wir wieder in Richtung Mata-Mata und sahen unterwegs die üblichen Oryxe und Springböcke, dazu noch ein paar Giraffen und einen Singhabicht (juv./imm.). Ein Auto mit Canadaflagge hielt an: have you seen cats? Na ja, meine Meinung dazu ist ja bekannt. Später, ein noch blutender Riss lag unter einem Baum, der Gepard dazu hatte sich laut Aussage anderer Cat-Viewer „over the hills“ davongemacht. Wir fuhren auf eine kleinen viewpoint, um einen Überblick zu gewinnen und beobachteten dort und auf dem Weg eine Zeit lang Bülbüls und Fiskalwürger (desert race), Maricoschnäpper. Als wir vom Hügel wieder runterfuhren, fanden wir einen gelben Reservekanister an der Pad liegen, den wohl jemand verloren hatte. Ein Blick in der Rückspiegel zeigte: Das war unsrer! Die Halterung war abgerissen und die haben wir auch nicht wiedergefunden. Ein Glück, dass C. immer Reepschnüre dabei hat, mit denen befestigten wir wieder den Kanister.
Singhabicht juv.
Mahaliweber
Teil 628. Feb. 2015
29.Juli Mata-Mata
In Richtung Twee Rivieren lagen drei scheinbar übergewichtige, satte Tüpfelhyänen schlafend am Wege, zehn Minuten später sahen wir noch einen, der sich dann aber, von den Autos gestört, davonbuckelte. Wir konnten einen Raubadler am Aas beobachten, gravitätisch stolzierende Sekretäre, Schwalbenschwanz-Bienenfresser und, was uns sehr beglückte, einen Pygmäenfalken. Nach Sonnenuntergang widmeten wir uns lange dem Sternenhimmel . Es ist immer schön, die Sternbilder von C. erklärt zu bekommen, davon kann frau nie genug kriegen.
Einige Erinnerungen an meine (C) erste Visite im KTP Nov. 1989: Auf dem Weg zum KTP verbrachte ich noch einige Zeit am Hardapdamm und in noch gepflegten Chalets, besichtigte dann noch den am 7.12.1988 eingestürzten Mukurob. In Mata Mata übernachtete ich in Militärzelten und auf –betten, einfach und urig. Die Zelte standen in der Nähe des Drahtzaunes. In der Nacht ‚jaulten‘ die Hyänen direkt neben dem Schlafplatz; früh war ich auf den Beinen und in der Nähe des Camps schleppten einige Hyänen einen Riss in Richtung Auobböschung. Damals gelangen mir schöne Dias von den Hyänen, Springböcken, Oryxen, einer Afrikanischen Wildkatze und einem kapitalen Schwarzmähnen-Löwen mit Halsbandsender. Er stolzierte vom Auobtal vor meinem Auto über die Pad, blieb stehen, beäugte mich lange, marschierte dann die Böschung hinauf und schaute noch einmal auf den Eindringling von oben herab (Blech, kann man nicht essen). Auf dem Weg nach Twee Rivieren war ich fast allein auf der Pad. Von KTP bin ich dann wieder zurück nach Namibia: Fishfluß, Ai-Ais, Oranje, Rosh Pinah, Lüderitz, Naukluft, Walfishbay, Swakopmund, Windhoek. Die Wellblech- und Gravelpads waren damals, relativ gut und der Verkehr gering.
Teil 701. März 2015
30.Juli Mata-Mata
Nach einer Nacht voller Löwengebrüll sahen wir auf unseren Fahrten Springböcke, miteinander kämpfende Oryxe („die machen sich warm“, oder? sagte C.), prachtvolle Kudus, Großtrappen, Bienenfresser, eine große Gruppe Strauße, die ein Synchronballett aufführten, Raubadler, Schakale, einen horstenden Weißrückengeier, Bienenfresser, Drosselschnäpper, Rotbauchwürger (Reichsvogel) und Drongos, einer davon ließ sich von einem Gnu durch die Gegend schaukeln. Ein Oryx hat es beim Warmmachen wohl übertrieben und hat dabei ein Horn verloren. Da wir anderntags wieder nach Nossob fahren wollten, mussten wir Diesel tanken, aber an der Tankstelle gab es keinen mehr. „Im KTP muss man ja nicht an jeder Tankstelle auftanken, was ja in Afrika sonst obligatorisch ist, denn es gibt ja genug.“ Dumm gelaufen!
Teil 801. März 2015
31.Juli Von Mata-Mata nach Nossob
So fuhren wir auf Reserve bis zum Rastplatz Melkvlei und pumpten mühsam mit dem mitgelieferten Equipment den Diesel aus dem Reservetank bis uns die Finger wehtaten. Die sonst ‚‘‘technisch minderbegabte‘‘ F. kam dann auf den genialen Gedanken, eine Wasserflasche abzuschneiden und zum Trichter umzufunktionieren – ha, Triumph, es funktionierte. 😘 😘 😘 So konnten wir uns erst dem Lunch und dann der Umgebung widmen und sahen gegenüber dem Rastplatz unter einem Busch einen schwarzmähnigen Löwen liegen – zum Fotografieren zu weit entfernt, aber durch das Fernglas sehr beeindruckend. Auf diesem Platz sahen wir auch zum ersten Mal einen Rotstirnbartvogel, der uns mit Mahaliwebern, Meisensänger, Siedelweber, Glanzstaren und Graukopfsperling um Futter anbettelte. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Vögel wir noch nicht kennen. Eine Pfeifratte knabberte Grassamen vor ihrem Bau. Auf dem weiteren Weg nach Nossob sahen wir noch Löffelhunde, die wohl nach Mäusen gruben.
Teil 902. März 2015
Hallo
@ Pascalinah es wird nur die gleichförmige Farbe des Himmels ersetzt. Das geht mit einer entsprechenden Software schon unter 100€ s. Foto
@ Mopane oh, wie ich euch beneide, wir müssen noch bis Ende Juli warten bis wir wieder unterwegs sind. Danke, dass euch die Fotos gefallen
Gruß CuF
Teil 1002. März 2015
2.August von Nossob nach Twee Rivieren
Die Nacht verlief ziemlich unruhig, ein kleines Baby in der Zeltstadt von gegenüber heulte die ganze Nacht immer wieder, beruhigte sich auch durch das „Schschsch“ der Mutter nicht – es klang nach starken Schmerzen. Die Eltern fuhren sehr früh am Morgen weg und ließen ihr Zelt stehen. Das sah nach etwas Ernsthafterem aus als Blähungen und Zahnen. Wir fuhren nach dem Frühstück Richtung Twee Rivieren und sahen unterwegs Oryxe mit noch braunen, knuffigen Kälbern. Ein paar Tüpfelhyänen lungerten um einen Eland-Riss herum und wurden von Schakalen belauert. Einer traute sich, einen Knochen zu stehlen, ließ seine Beute aber ganz schnell fallen, als eine Hyäne hinter ihm her hetzte. Heute wurde uns auch klar, warum Singhabichte Singhabichte heißen. Einer dieser – in diesem Jahr sehr zahlreichen – Exemplare saß auf einem abgestorbenen Baum und stieß, für menschliche Ohren nicht unbedingt nach „Singen“ klingende, Locklaute aus. Prompt kam sein Partner angeflogen. Sie balzten also schon. Wir sahen Kuhantilopen und Sekretäre. In Twee Rivieren bezogen wir unseren Platz unter einem Baum voller Mahaliwebernester. Das gefiel einem der Bewohner überhaupt nicht, denn er spiegelte sich in dem Chrom des Außenspiegels und hackte wütend auf seinen vermeintlichen Rivalen ein. Er regte sich derart auf, dass wir schließlich die Spiegel mit Plastiktüten zuhängten. Danach war Frieden; vermeintlicher Eindringling wurde erfolgreich verjagt.
Teil 1103. März 2015
Hallo THBiker
du hast ja so recht, es war auch mehr eine Spielerei.
Überwiegend werden meine Fotos im RAW Format gefertigt, die dann für das Forum auf JPG Format convertiert werden müssen. Bei manchen Spielen kommt auch mal Unfug heraus. Die beiden Bilder lass ich zur Abschreckung drin
Danke und Gruß CuF
Teil 1203. März 2015
3.August Twee Rivieren
Bei unserer heutigen Fahrt bis zum Museum und zurück sahen wir Oryxe, Oryxe, Oryxe, Springböcke, Springböcke, Strauße, Strauße, Namaflughühner, Schwarzkopfreiher, Rotkopfamadine, Siedelweber, Kapsperlinge, Raubadler, Kuhantilopen, Gnus, Singhabichte, Singhabichte und Singhabichte , zur Krönung einen badenden Sekretär, Trappen, Trappen, Trappen und einen Gaukler an einem Aas, den wir lange beobachteten. Man hat selten die Gelegenheit, diesen Vogel in all seinen Farbschattierungen ausgiebig zu betrachten. Auch die ulkige Art, wie Strauße Wasser aufnehmen, konnten wir aus der Nähe betrachten, es sieht aus wie schöpfen. Außerdem erwischten wir die einzigen zwei Erdmännchen auf dieser ganzen Reise. Die anderen hatten wohl ein freies Wochenende. Wir benötigten etwas Bares, der ATM war leer. Wir hatten Glück, die Shopmanagerin hat den Automat wieder aufgefüllt; denn für Geld haben wir keinen ‚Reservetank‘. In dem Shop sahen wir, dass dort Feuerholz tütenweise verkauft wird, damit die Touristen – wir auch – abends romantisch ins Feuer schauen und grillen können. Anderswo in Afrika gibt es subventionierte Programme, um die feuerbetriebenen Kochstellen durch solarbetriebene zu ersetzen. Damit will man die Ressource Holz schonen und den CO2-Ausstoss vermindern…… trotzdem schade und was tun, wenn die Sonne untergegangen ist?
Teil 1303. März 2015
4. August Von Twee Rivieren nach Nossob
Heute herrschte ein sehr starker, unangenehmer Wind. Bei Sonnenaufgang starteten wir in Richtung Nossob. Kurz nach dem Ausgang v. Gate in Twee Rivieren sahen wir zwei imponierende Kampfadler auf einem Baum. Immer wieder, auch in den nächsten Tagen, konnten wir Wiedehopfe im Gestrüpp unter Bäumen beobachten, aber es war wie verhext: Sie hielten nie lange genug still für ein Foto. In Nossob bezogen wir zur Abwechslung mal wieder die Campsite und verbrachten den Tag mit Wäschewaschen, Aufräumen, Fotos löschen, Postkarten schreiben und dem Beobachten der immerzu knicksenden kleinen Kalahari-Heckensängern.
Teil 1403. März 2015
5.August Nossob
Morgens hatte es -1 Grad. Wir fuhren Richtung Unions End und sahen unterwegs viele Kuhantilopen, Springböcke, Strauße und Gnus. An Vögeln konnten wir Meisensänger beobachten und Schnurrbärtchen beim Nestbau – das Material dafür klauten sie von einem Siedlerwebernest, das in einem Baum in der Nähe hing. Wir entdeckten einen braunen Schlangenadler ???oder Schlangensperber (imm.)??? und zwei Gaukler. Das heutige highlight war die Sichtung einer Gepardin mit zwei Jungen und einem flinker Honigdachs, der, leider unfotografierbar, vor uns über die pad sauste.
Fotomatte hilf, bitte
Teil 1504. März 2015
Hallo Champagner, Hallo fotomatte,
leider habe ich nur die beiden Fotos, die auch noch etwas an Schärfe vermissen lassen. Die breite, 3/4fache Bänderung des Stoßes, Augenstreif, gelber Schnabelgrund, gelbe, unbefiederte lange Ständer, und die braune Grundfärbung (im Gegenlicht etwas dunkel ), führten mich nach dem Ausschlußverfahren zum:African Harrier-Hawk und Little banded Goshawk (Shikra). (juv, imm.) Gruppe Goshawk, Sparrowhawk evtl. melanistic form`? Die Unterseite ist bei den meisten Greifen hell bis zu weißen Flügelunterseiten.
Bücher, die ich zu Rate gezogen habe: Newman's, Roberts, SinclairRyan
Die Fotos stelle ich noch einmal ein. Danke und Gruß Claus
Teil 1604. März 2015
6.August Twee Rivieren
Auf dem Weg nach Twee Rivieren, wohin wir wegen der Formalitäten wegen der geplanten Ausfahrt durch das Kaa-Gate ein paar Tage später fuhren und auch dort auf der Campsite übernachteten, hatten wir wieder Glück und sichteten zwei Geparden unter einem Baum, die sich nach einiger Zeit einen sichtgeschützten Platz suchten. Beim Absuchen mit dem Fernglas entdeckten wir noch einen, der langsam den Hügel hinauf schritt und lange als sphinxähnliche Silhouette am Horizont zu sehen war. Auf einem Rastplatz unterhielten wir uns eine Weile mit einer Kapkrähe, deren gurgelnd-quorrende Laute uns sehr belustigten. Belustigend war später auch der Anblick des Kuhreihers, der ganz nahe an (s)einem Springbock hin-und her wanderte und ihn keinen Augenblick unbewacht ließ. Chrissie hat dieses eng verbandelte Pärchen ein paar Wochen später auch fotografiert. Da haben sich zwei fürs Leben gefunden, so scheint es. Außer den Springböcken und Oryxen sahen wir noch Gackeltrappen, aber sie taten uns nicht den Gefallen aufzusteigen und zu gackeln.
Teil 1704. März 2015
7. August von Twee Rivieren über Nossob nach Bitterpan Red Cabin
Wieder hatten wir Glück und sahen unterwegs eine Gepardin mit drei grösseren Jungen, die zuerst herumzogen und sich dann gemeinsam niederließen. Kurz vor dem Gate in Nossob lief uns noch ein Stachelschwein über den Weg, das mit wogenden Stacheln im Gebüsch verschwand. Das war das erste Mal, dass wir in den letzten Jahren eines gesehen hatten. In Nossob machten wir eine kurze Mittagspause und ließen uns dann das Tor Richtung Bitterpan öffnen. Nachdem wir die Luft in den Reifen reduziert hatten, ging es dann über die Achterbahnpads durch überwältigend schöne rote Landschaft. Der Weg ist das Ziel! Auf jeder Anhöhe waren wir gespannt, was uns dahinter erwarten würde: Steinböckchen, kreischend auffliegende Korhähne, Oryxe, Steppenfalken, Singhabichte und einzelne Strauße. Im Laufe des Nachmittags bewölkte sich der Himmel immer mehr und das ergab ein sehr schönes Licht. Immer mal wieder sahen wir Strähnen von Regen, die verdunsteten, bevor sie die Erde erreichten. Die Beleuchtung und Farben änderten sich minütlich. Je später der Tag umso mehr überwogen die Violettöne. An einer Wasserstelle beobachteten wir lange das Treiben von Weißrückenmausvögeln. Am Zielort angekommen, wurde uns unsere Zeltplanenunterkunft auf Stelzen gezeigt, die wie ein kleines Doppelzimmer eingerichtet war und zu der jeweils noch ein enger Dusch/Wasch/Toilettenraum gehörte. Vor uns waren schon die anderen Bewohner der insgesamt acht „Doppelzimmer“ angekommen, schwergewichtigte Südafrikaner, die ihre Proviantkisten in der gemeinsamen Küche stapelten und die Kühlschränke beluden – unvorstellbare Mengen für unsere Begriffe. Die Frauen waren sehr nett und machten bereitwillig Platz. Während sie mächtige Weißbrotscheiben mit viel Butter, dicken Käsescheiben und Schinken belegten, die später als Vorspeise gegrillt werden sollten, machten sie sich selbst über ihre Rundungen lustig. Die viel zu kurze, aber aufregend und schöne Fahrt wurde am Abend noch durch ein Gewitter mit Regenbogen belohnt. Mehr kann man wirklich nicht verlangen. Der Blick auf die ovale, weiß leuchtende, einsam wirkende Pan nach Sonnenuntergang war phantastisch. Wir gingen früh zu Bett, eine Eule rief dumpf – und dann fing einer der Schwergewichte im Doppelzimmer nebenan, nur durch eine Zeltplane von uns getrennt, grunzend zu schnarchen an und stöhnte jedes Mal beim Sichumdrehen auf dem – zugegeben – sehr schmalen Bett laut jammernd auf. C. ist von F. ja allerhand gewohnt. Männer schnarchen bekanntlich, um ihre Frauen vor den wilden Tieren zu beschützen, bei uns ist frau dafür zuständig. Gegen dieses Gegrunze, eindeutig nicht von Löwen, half nicht einmal das sonst sehr bewährte Oropax. Wir waren froh, als die – sehr kalte – Nacht zu Ende ging und bei Sonnenaufgang waren wir schon fix und fertig zur Abfahrt. Wie fast jeden Morgen priesen wir den Kauf der Wärmflaschen, die wir jeden Abend mit heißem Wasser füllten und ans Fußende der Schlafsäcke legten.
Steinböckchen, fem.
Burchell's Sandgrouse, Fleckenflughuhn
Teil 1804. März 2015
8. August Von Bitterpan nach Mata-Mata
Der Sonnenaufgang verzauberte uns, langsam hat die Sonne die Wolken aufgefressen. Wieder ging es rauf und runter – es machte richtig Spaß zu fahren. Wir sahen Springböcke, ab und zu ein Steinböckchen, Singhabichte, Weißrückengeier und Strauße. Die Oryxe stritten mal wieder, bis der Staub die Sicht behinderte. Ein schöner Foto Tag! Am Himmel segelten weiße Wolken und es war sehr windig. In Mata-Mata suchten wir uns einen einigermaßen windgeschützten Platz und gingen erst einmal zum Duschen. Abends kamen wir mit unseren Nachbarn ins Gespräch, zwei südafrikanischen Paaren, die eine große Rundreise vor sich hatten. Mit denen wurde es dann ein sehr netter, allerdings auch alkoholischer Abend. Der Alkohol half uns wohl auch, den penetranten Gestank vom Ablutionblock zu ertragen.
Mata Mata
Teil 1905. März 2015
9.August Von Mata-Mata nach Nossob
Kurz hinter Mata-Mata standen rechts des Weges fünf Giraffen und starrten wie festgewurzelt auf die Ebene gegenüber, wo ebenso festgewurzelt, aber immer wieder schnaubend, ein Gnu und ein schreckender Springbock standen. Weiter entfernt verharrte eine Herde Springböcke wie erstarrt. Oberhalb des Trockenflussbettes schritten Löwe und Löwin stolz und sich ihrer Königswürde sichtlich bewusst Richtung Wasserstelle. An der Wasserstelle hatten wir nur noch in die 2. Reihe Platz. Zwischen 2 Fahrzeugen glückten noch ein paar Porträts. Unterwegs sahen wir noch einen Lannerfalken und wieder die üblichen Oryxe, Springböcke und Strauße, immer wieder hübsch anzusehen. In Nossob wurde Wäsche gewaschen und das Auto entmistet. Währenddessen entstand auf dem Platz unter einem Kameldorn große Aufregung, Kinder flitzten durch den Waschraum und schrien „babyowl, babyowl“ und richtig, auf einem Ast saß ein kleiner Perlkauz. Ruth fotografierte ihn auch, aber da wussten wir noch nicht, dass es ‚Eulenmuckels‘ Ruth war. Schade, denn wir hätten an dem letzten Abend im KTP einen interessanten Plausch, z.B. über den BVB, haben können.
Kampfadler v. s. Horst
Lannerfalke
Perlkauz
Teil 2005. März 2015
10.August Von Nossob zum Kaa-Gate
Fast die ganze Nacht durch hörten wir Löwengeröhre. Wir starteten früh, weil wir nicht wussten, wie die Piste bis zum Kaa-Gate aussehen würde. Insgesamt war der Weg sehr ruppig. Vor dem Abzweig zum Kaa-Gate machten wir Rast auf dem Parkplatz und frühstückten. Dort sprachen uns auch Eulenmuckels an und wir unterhielten uns eine Weile über das Woher und Wohin. Wir fuhren eine Weile nach ihnen los und fanden sie später auf einer kleinen Anhöhe stehend und spähend. Da spähten wir natürlich auch und sahen links von uns ein Löwenpaar sitzen, die sich von der Sonne beschienen ließen. Später trafen wir Ruth und Uwe wieder und bedankten uns für den Löwentipp, aber sie hatten sie gar nicht gesehen, nur „etwas blutiges Gedärm“ auf der Sandpad und daraufhin geschlossen, dass irgendwo Katzen sein müssten. Sie fuhren zurück und konnten uns am Kaa-Gate berichten, dass es nicht nur „unsere“ zwei ‚Paul und Klärchen‘, sondern insgesamt fünf Löwen „beim Frühstück“ gewesen wären. Am Gate erklärte man uns den kurzen Weg zu einem einfach Campingplatz, wo wir uns einrichteten und die in Nossob nicht trocken gewordene Wäsche aufhängten. Immer wieder hörten wir von fern Wiedehopfe rufen, als würden die uns ärgern wollen. Die Sonne ging unter und der ‚jahresgrößte‘ Vollmond stieg auf. Die ganze Nacht hindurch brüllten Löwen. Als C. nachts einmal raus musste und wieder ins Zelt geklettert kam, hörte man ein ärgerliches Knurrgrunzen, aber wir konnten nicht feststellen, welches Tier sich gestört gefühlt haben konnte. Da F. wach war, konnte auch nicht ihr Schnarchen gewesen sein. In Vollmondnächten sollen Löwen den größten Appetit auf Menschenfleisch haben, da habe ich ja noch einmal Glück gehabt.