_Matthias_Themenstarter284 Beiträge · seit 201413. Feb. 2015 · #1
Ich weiß es gibt schon genug threads zu dem Thema, aber ich bin interessiert an Erfahrungen von Umsteigern. Ich werde im Frühjahr in Botswana unterwegs sein und dann auch Prophylaxe machen. Doxycyclin würde ich ausschließen wegen der erhöhten Lichtempfindlichkeit. Ich habe bisher immer Lariam genommen und gut vertragen, allerdings siehts im Moment gewichtsmäsig schlecht aus und bei meinen derzeitigen Kampfgewicht wird eine erhöhte Dosis empfohlen/benötigt, und da bin ich mir unsicher ob ich das dann immernoch gut vertrage. Außerdem wird von Lariam in den letzten Jahren ja abgerückt und es wird nicht mehr als erste Wahl empfohlen. Bleibt also Malarone. Nur, dass ich da ziemlich oft von Übelkeit und Durchfall gelesen habe. Und jetzt frage ich mich ob ich lieber beim altbewährten bleiben soll oder was neues probieren. Ich suche keine Empfehlung, mit dem Arzt werde ich eh noch reden, sondern mich würde interessieren wenn ihr schon beides verwendet habt, wie eure Erfahrungen sind als Umsteiger.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200613. Feb. 2015 · #2
Hallo Matthias,
Lariam habe ich nie verwendet, weil mir die Resistenzen der Erreger zu hoch waren. Ich habe auch einige getroffen, die Lariam nahmen und dennoch Malaria bekamen. Kann mit jedem anderen Medikament sicherlich auch passieren, aber mir scheint das bei Lariam häufiger vorzukommen.
Doxycyclin habe ich aus dem gleichen Grund wie Du nicht genommen. Ich bin als Radler ja den ganzen Tag in der Sonne und die ersten Wochen ohnehin recht empfindlich dagegen. Da muss ich das Problem nicht noch steigern.
Malarone habe ich schon häufig verwendet und nie ein Problem damit gehabt. Übelkeit und Durchfall kenne ich nur, wenn ich beim Essen mal zu sorglos war. Und das bin ich eigentlich immer ... 😉
Es gibt als Alternative noch Artemisinin, Artesunat und vergleichbare Medikamente. Das kannst Du bei Deinem Arzt ja mal ins Spiel bringen. Damit habe ich keine persönlichen Erfahrungen und die entsprechenden Medikamente sind auch noch nicht so sehr bekannt. Ich kenne niemanden, der das schon genommen hat, aber es soll sehr gut sein.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200613. Feb. 2015 · #3
Hallo Matthias,
bei unserem ersten Afrika-Aufenthalt gabs Malarone noch nicht (bzw. war nicht bekannt). Also haben wir Lariam genommen. Gut, ich habe das damals nicht so ernst genommen, aber ich hatte die wüstesten Alpträume, die ich mir nie mehr wünsche. Auch tagsüber hatte ich div. mentale Ausfälle.
Seitdem nehmen wir immer Malarone. Und die vertragen wir beide, mein Mann und ich, als ob wir Bonbon schlucken würden. Keinerlei Nebenwirkungen. Wir nehmen sie immer nach dem Frühstück, damit wir abends auch ein Gläschen Wein trinken können 😈
Beate
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200613. Feb. 2015 · #4
beate schrieb:Wir nehmen sie immer nach dem Frühstück, damit wir abends auch ein Gläschen Wein trinken können 😈
... ich habe mir umgekehrt angewöhnt, die Tabletten abends zu nehmen. Sollte tatsächlich leichtes Unwohlsein aufkommen, geht das im Schlaf vorbei und wird meist gar nicht bemerkt, heißt es. Auch wenn ich abends mal bei Einheimischen eingeladen war und es ein bisschen mehr als ein Gläschen Bier, Palmwein oder Chibuku gab und fast in ein Gelage ausartete, hatte ich nie irgendwelche Probleme. Kann bei jedem Menschen natürlich anders sein.
Eher bekommt man von zu viel Palmwein oder Chibuku Durchfall, was dann natürlich schlecht wäre, weil die Wirksamkeit der Tabletten herabgesetzt wäre.
Gruß Wolfgang
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BEbeate1'450 Beiträge · seit 200613. Feb. 2015 · #5
Hahahaha,
das ist auch eine gute Logik, und die könnte ich mir auch aneignen!
Ich habe nur festgestellt, dass ich Malarone ohne Probleme vertrage, also auch morgens. Und da dachte ich, dass es evtl. für die Leber besser ist, nicht ein Medikament zusätzlich zum Alkohol verarbeiten zu müssen 😈
Beate
Burschi4'140 Beiträge · seit 200914. Feb. 2015 · #6
Hallo Matthias, habe früherauch Lariam genommen, bin dann seit Jahren umgestiegen auf Malarone, habe es immer ohne Nebenwirkungen vertragen. Gruß: Burschi
unsere Krankenkasse (TK) bezahlt das Malarone (oder Lariam, je nachdem, was man nimmt), wenn es wirklich als Prophylaxe und nicht als StandBy genommen wird. Es lohnt sich immer, bei der Kasse mal nachzufragen und dann gibt´s das natürlich in einer Apotheke hier. Wir mussten nur mit der Bezahlung in Vorleistung gehen und haben anschließend den Betrag minus 5 oder 10 Euro Selbstbehalt zurückbekommen.
Ich weiß, dass viele Krankenkassen, aber leider nicht alle, die Prophylaxe bezahlen.
Liebe Grüße Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
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BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200614. Feb. 2015 · #9
_Matthias_ schrieb:Nehmt ihr das Original, reimport oder Generika von Malarone? Die Preisunterschiede sind ja doch ganz schön groß.
... ich hatte auch schon Reimporte. Ist ja dann das Original. Es wird nur sinnlos durch die Gegend gekarrt, damit es billiger wird. 😉 Verstanden habe ich das noch nie.
Auch wenn der Beipackzettel wohl durch einen deutschen ersetzt werden müsste (?). hatte ich schon Reimporte mit französischer Anleitung. Kann doof sein, wenn man unterwegs etwas nachlesen will und die Sprache des Beipackzettels nicht versteht. Am besten in der Apotheke noch nachsehen und notfalls einen deutschen kopieren lassen oder im Internet suchen. Wenn man ihn benötigt und erst dann feststellt, dass man nichts kapiert, ist es etwas spät.
Gruß Wolfgang
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take-off1'674 Beiträge · seit 201215. Feb. 2015 · #10
Hallo,
Es gibt als Alternative noch Artemisinin, Artesunat und vergleichbare Medikamente. Das kannst Du bei Deinem Arzt ja mal ins Spiel bringen. Damit habe ich keine persönlichen Erfahrungen und die entsprechenden Medikamente sind auch noch nicht so sehr bekannt. Ich kenne niemanden, der das schon genommen hat, aber es soll sehr gut sein.
Meines Wissens wird Artemisua annua nicht als Prophylaxe, sondern "nur" zur Behandlung von Malaria eingesetzt.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200615. Feb. 2015 · #11
... vermutlich ist das so, aber ich weiß es nicht genau. Auf dieser Basis gibt es ja diverse verschiedene Medikamente. Man kann es beim Arzt ja mal ansprechen und wenn der davon noch nie gehört hat, ist das auch ein Zeichen. Ich war mal bei einem, dem ich Malarone buchstabieren musste. 😉
Gruß Wolfgang
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ich habe schon mehrfach Malarone genommen und immer ohne jegliche Nebenwirkungen gut vertragen. Ich habe immer in der Apotheke nachgefragt, was die günstigste Variante ist und es waren meistens Reimporte.
LG Fruchtsalat
Freak9965324 Beiträge · seit 200916. Feb. 2015 · #13
Hallo Matthias, wir nehmen auch immer Malarone, immer Abends auf der Bettkante, egal ob Vino oder nicht, war immer problemlos. Manche Kasse zahlt das, je nach Vertrag oder Kassenstatuten. Kann aber auch sein, dass man alles selbst zahlt. Wenn Du -so wie es sich anhört- bikkie empfindlich bist, dann würde ich das Original nehmen, auch wenn es teurer ist. Mir hat ein Arzt mal gesagt, dass es immer sein kann (nicht zwingend, aber möglich), dass die Träger- und Füllstoffe von Reimporten sich von den Originalen unterscheiden können und man dadurch etwas evtl. nicht so gut verträgt. Andersrum natürlich auch möglich, aber wir verlassen uns da lieber aufs Originalprodukt.
VG Melanie
Die Strasse gleitet fort und fort, weg von der Tür, wo sie beginnt, weit überland, von Ort zu Ort. Ich folge ihr, so gut ich kann.
Ihr lauf ich raschen Fusses nach, bis sie sich gross und weit verflicht mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiss es nicht.
J.R.R. Tolkien, Der Herr der Ringe
mein Mann gehoert auch zu denen, die Malarone ueberhaupt nicht vertragen haben. Wir hatten es bei der letzten Reise auch als Prophilaxe genommen. Nach ca. 4 Tagen hatte mein Mann alle Anzeichen einer heftigen Magen-Darm-Verstimmung. Es war ihm kotzuebel, Erbrechen, Durchfall, fiebrig, total kraftlos. Er hat nur noch geschlafen. Erst die Lodge-Besitzter bei Shakawe machten uns darauf aufmerksam, dass es wahrscheinlich gar kein Magen-Darm-Infekt war, sondern die klassischen Nebenwirkungen von Malarone. Klar, ein Magen-Darm-Infekt kann auch nie 100% ausgeschlossen werden.. Die Lodge-Besitzerin fragte aber sofort, ob er Malarone nimmt. Das wuerde sie von vielen anderen Gaesten schon kennen...
Dieses Jahr werden wir keine Prophilaxe machen.
Es gruesst, Elsa
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200617. Feb. 2015 · #16
Elsa schrieb:Nach ca. 4 Tagen hatte mein Mann alle Anzeichen einer heftigen Magen-Darm-Verstimmung. Es war ihm kotzuebel, Erbrechen, Durchfall, fiebrig, total kraftlos. Er hat nur noch geschlafen.
Da wäre ich mir aber gar nicht so sicher, denn eine "typische" Nebenwirkung ist das gar nicht. Im Gegenteil, es spricht aller für eine Magen-Darm-Verstimmung, ob jetzt nur durch "unbekanntes" Essen oder durch einen Keim kann man natürlich hinterher nicht mehr sagen.
Jedenfalls würde es Deinem Mann, wenn er wg. fehlender Prophylaxe eine Malarie bekommen würde, noch schlechter gehen.
Vielleicht sollte man etwas präziser sein: ihr werdet Prophylaxe mittels Mückenmittel und Kleidung machen - also möglichst wenig gestochen werden. 😉 Mit Malariamittel bekommt man ja trotzdem Malaria. Man merkt es bloß hoffentlich nicht.
Ich halte das allg. für keine schlechte Wahl. Vor allem, wenn man sich sonst mit Symptomen rumschlägt, die man ohne das Mittel nicht hätte.
wir hatten Malacomp ein ähnliches Präparat wie Malarone und das haben wir sehr gut vertragen, ohne Nebenwirkungen. Aber auch bei dem Präparat gilt wie bei allen - jeder verträgt es anders. Malacomp hat uns der Tropenmediziner empfohlen ...
Viele Grüße
Der Reisende
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Die Welt ist ein Buch.
Wer nie reist,
sieht nur eine Seite davon.
Aurelius Augustinus
Meine Reiseberichte
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200617. Feb. 2015 · #19
Momo2 schrieb:
Dieses Jahr werden wir keine Prophilaxe machen.
Mit Malariamittel bekommt man ja trotzdem Malaria. Man merkt es bloß hoffentlich nicht.
Das stimmt so nicht.
Bei der Malaria-Prophylaxe ist es ähnlich wie mit der Grippe-Impfung: Man kann zwar trotz Prophylaxe eine Malaria bekommen (in sehr seltenen Fällen), aber die ist dann wesentlich besser zu behandeln und verläuft auch einfacher.
Ja, manchmal kann die richtige Diagnose schon die schwierigste Aufgabe sein.... Ich habe zum Beispiel durch einen Routine-Test mal erfahren, dass eine damalige heftige Grippe waehrend einer Reise in Suedamerika in Wahrheit eigentlich das Denguefieber war...
Mit "keine Prophilaxe" meine ich natuerlich keine Tabletten nehmen. Wir werden versuchen, moeglichst keine Stiche ab zu bekommen. Mit entsprechend langaermeliger Kleidung in der Daemmerungszeit und ab und an etwas Off klappt das ja eigentlich ganz gut. Das Malarone kommt aber als stand-by wieder mit.