Nach einer ruhigen Nacht machen wir uns schon früh auf den Weg um einen ersten Game Drive vor dem Frühstück zu machen. Der Park begrüßt uns mit einem herrlichen Sonnenaufgang. Die Luft ist frisch und klar. Die Temperaturen lagen in der Nacht um die 15° und ließen einen angenehmen Schlaf zu.
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Oberhalb des Tarangire Fluß hat man einen traumhaften Blick über den Park. Im Gegensatz zur Serengeti, die aus weitläufiger Grassavanne besteht befinden sich im Tarangire Nationalpark viele Bäume. Und immer wieder sieht man die mächtigen Baobabs die einzeln dastehen.
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Der Legende nach hat der Teufel aus lauter Wut den Baum ausgerissen und wieder verkehrt herum in die Erde gesteckt. Ich kann mir net helfen, aber genauso sehen die riesigen, steinalten Bäume auch aus. Manche haben riesige Löcher, die von Elefanten auf Wassersuche verursacht wurden.
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Nach zwei Stunden kehren wir zurück zum Camp um zu frühstücken. Danach geht es wieder in den Park.
📎 hf58449d.jpg An einer Weggabelung entdecken wir die Überreste einer Gepardenmahlzeit. Zuerst mutmaßen wir ob es ein Leopard gewesen sei, da die Überreste jedoch nicht auf einen der naheliegenden Bäume geschleppt wurde war wohl ein Gepard der Verursacher. 2 Adler warten in einem Baum direkt am Tatort auf eine Gelegnheit sich über die Reste her zu machen. All zu lange kann der getöte Buschbock noch nicht hierliegen, denn das Blut sieht noch sehr frisch aus. Wir warten in einiger Entfernung und hoffen, dass die Raubkatze zum Riss zurückkehrt. Aber es tut sich nichts und so fahren wir irgendwann weiter.
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Als wir am späten Nachmittag zu der Stelle zurückkehren lag der tote Buschbock unverändert da. Unglücklicherweise hat sich ein toter Geier zu ihm gesellt. ich nehme an, dass er von einem Auto angefahren wurde. Der Anblick des toten Geiers machte mich sehr wütend... weil so sinnlos. Auf dem Nachmittags Game Drive beobachteten wir lange Elefanten auf ihrer Suche nach Wasser. Es war einfach schön diese Tiere mehr als eine Stunde zu beobachten ohne ein weiteres Fahrzeug zu sehen. Überhaupt war im Tarangire Nationalpark nicht viel los. Im Gegensatz zur Serengeti geradezu leer. Und so hatte man viele Sichtungen für eine gewisse Zeit für sich alleine. Bei den meisten Safariguides ist ja sowieso Hektik angesagt weil sie versuchen in möglichst kurzer Zeit möglichst viel reinzupacken. Ich wollte das nicht und habe das auch so Lazaro kommuniziert. So kam es, dass wir oft Stunden an einer Sichtung verbrachten und es einfach genoßen ohne stressig von einem Höhepunkt zum anderen zu jagen.
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Viele der Dickhäter suchten in der Mittagshitze Schatten unter den Affenbrotbäumen. Obwohl die Nächte kühl waren stieg die Temperatur im Lauf des Tages schnell an und erreichte um die 30° C.
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Einer meiner größten Wünsche war es einmal eine Giraffe beim Trinken zu fotografieren. Klar, ist jetzt nicht so ausgefallen aber ich hatte das leider noch nie Live gesehen. Und tatsächlich machte uns am Nachmittag einer dieser grazilen Pflanzenfresser die Freude und beugte sich nach langem Kontrollblick nieder, um das frische Naß aufzunehmen. Das sieht einfach zu witzig aus. Wie leicht man doch manchmal zufrieden sein kann. Glück gehabt!
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Mit einem grandiosen Sonnenuntergang verabschiedete uns der Tarangire Nationalpark in die Nacht. Am nächsten Tag wollten wir den ganzen Tag im Park verbringen und so verzogen wir uns nach einem hervorragenden Abendessen frühzeitig in die Schlafsäcke.
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Ich habe vereinzelt die Strecken aufgezeichnet. Vielleicht interessiert das ja jemanden. Ich hangs einfach mal mit dran wo ich was habe 🙂
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Topobär5'479 Beiträge · seit 200925. Nov. 2014 · #23
Ward Ihr auf der Public Campsite im Tarangire? Als ich das letzte Mal dort war, gab es noch keinerlei Infrastruktur. Das scheint sich ja geändert zu haben. Kannst Du bitte ein paar Worte über die Campsite schreiben. Solche Hinweise in den Reiseberichten sind Gold wert.
lionfight1'324 Beiträge · seit 201325. Nov. 2014 · #24
So wie der Kill ausschaut war das ein Leopard. Große Leoparden lassen häufig die Reste einfach liegen, da sie die vorderen Teile nicht so gerne mögen.
Gruß! der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
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Topobär schrieb:Ward Ihr auf der Public Campsite im Tarangire? Als ich das letzte Mal dort war, gab es noch keinerlei Infrastruktur. Das scheint sich ja geändert zu haben. Kannst Du bitte ein paar Worte über die Campsite schreiben. Solche Hinweise in den Reiseberichten sind Gold wert.
Vielen Dank
Hallo,
ja, wir waren auf der Public Campsite. Ich kenne sie natürlich nicht von früher, kann dir aber sagen, dass es zwei Gebäude mit Duschen und Toiletten sowie ein Gebäude für die Köche gibt. Desweiteren gab es einen offenen, überdachten Platz (siehe Frühstücksbild) mit Bänken zum Essen. Die Anlage hat für mich einen sauberen Eindruck gemacht. Die Duschen und Toiletten war den Umständen entsprechend sauber. Da hab ich schon Schlimmeres erlebt. Der Camping Platz befindet sich nur wenige hundert Meter vom Gate entfernt.
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ich hoffe, ich konnte dir helfen... bei weiteren Fragen versuche ich gerne zu helfen einfach PN oder hier im Fred!
@Joe mein Fahrer war auch zuerst der Meinung, dass es ein Leopard war. Aber aufgrund dass der Kill nicht im Baum landete, meinte er es könnte sich auch um einen Geparden gehandelt haben. Naja, ich hab keine Ahnung und kann nichts Definitives sagen. Hab einfach nur meinen Fahrer nachgeplappert ... bitte um Nachsicht! 🙁
In der Hoffnung Wildhunde zu finden machen wir uns heute den ganzen Tag auf den Weg den Tarangire Nationalpark zu erkunden. Leider konnten wir keine der sehr seltenen Wildhunde entdecken. Diesesmal kein Glück gehabt. Aber wir drangen weit in den Süden des Parks vor und je südlicher wir fuhren desto tierreicher wurde der Park. Zum Frühstück begrüßten uns erstmal einige Zebramangusten, die sich in der Nähe des Zeltplatzes rumtrieben. Sie waren allerdings sehr scheu ... ich habe das in der Serengeti schon anders erlebt wo die Tiere die Mülleimer plündern und dabei ziemlich rigoros und auch laut vorgehen.
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Als erstes entdeckten wir zwei Löffelhunde die es sich unter einem Strauch bequem gemacht hatten. Und nur wenige Meter entfernt ein süßes Dik Dik.
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Als wir in Richtung Tarangire Fluß fuhren begleiteten wir eine große Elefantenherde, die auch in Richtung Fluß zog. Je näher wir dem Fluß kamen desto schneller wurden die Elefanten. Die letzten Meter rannten sie regelrecht. Sie waren wohl sehr durstig.
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Der Fluß führte an dieser Stelle noch überirdisch Wasser wobei er allerdings bereits zu einem Rinnsal verkommen war. Das machte wohl so einigen Tieren im Park zu schaffen, vorallem den zahlreichen Elefanten. Wir sahen einige Kadaver von verendeten Dickhäutern die komischerweise alle in Flußnähe lagen. Wahrscheinlich sind sie zu spät zum kühlen Naß gekommen. Die Geier hat´s gefreut.
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Auf unserem weiteren Weg und je später der Tag wurde, es war allerdings immer noch morgens, sahen wir unzählige Tiere in Richtung Fluß wandern. Gnus, Elenantilopen, Zebras und natürlich riesige Elefantenherden.
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Danach hörte Lazaro von einem befreundeten Guide, dass sich ein Gepard unter einem Baum ausruhte. Wir fuhren also dorthin und fanden die Katze tatsächlich. Sie lag in 200 Meter Entfernung unter einem Baum und hatte ihre zwei Geschwister dabei. Wir blieben also einige Zeit stehen in der Hoffnung es würde Bewegung in die Raubkatzen kommen. Zuerst tat sich allerdings nichts aber nach einiger Wartezeit und reichlichem Wechsel der Mitwartenden standen die Drei doch auf und wechselten den Platz. Zuerst kamen sie auf uns zu um dann plötzlich hinter einem Hügel zu verschwinden und sie waren nicht mehr gesehen. Tja, wieder kein Glück gehabt. Dafür entdeckten wir auf unserer Weiterfahrt eine Löwin, die es sich unter einem Baum gemütlich gemacht hatte. Und zwar nur etwa 100 Meter vom Rastplatz entfernt, den wir eigentlich anfahren wollten. Man konnte von der Stelle an der wir standen, deutlich die Menschen sehen (und hören), die dort rumstanden und teilweise frühstückten. Das war schon etwas skurill.
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Wir enschieden uns dann doch gegen deine Rast und stießen nur wenige hundert Meter auf eine weitere Löwin, mutmaßlich vom selben Rudel, die gerade versuchte ihren Kill zu verstecken. Dabei kam sie langsam einen Hügel herunter direkt auf unser Fahrzeug zu. Leider bog sie kurz vorher nach links ab und verkroch sich in einen Busch wo man sie nur noch schwer entdecken konnte. Das Glück schien uns verlassen zu haben...
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Wir blieben noch einige zeit aber nachdem die Löwin keinerlei Anstalten machte wieder aus dem Busch zu kommen und anfing zu fressen entschieden wir uns weiterzufahren. Und wiederum einige hundert Meter weiter trafen wir auf die nächste Löwin, die es sich diesesmal in einem Baum gemütlich gemacht hatte. Ich musste daran denken wie so viele Nationalparks mit den "einzigartigen" Baumlöwen werben. Ich hatte sie jetzt bereits im Queen Elizabeth Nationalpark in Uganda, in der Serengeti und eben hier im Tarangire gesehen. Nur im dafür berühmten Lake Manyara Nationalpark blieben sie mir bisher verwehrt. In der Nähe der Löwin zupfte eine Giraffe Blätter von einem Baum. Die Giraffe hatte die Raubkatze nicht bemerkt und bewegte sich langsam in Richtung Löwenbaum. Dann entdeckte sie die dösende Katze doch und rannte grazil davon. Die Löwin schaute ihr verwundert hinterher. Wir blieben auch einige Zeit bei dieser Löwin in der Hoffnung auf etwas Action. Aber es war wohl schon zu heiß. Mittlerweile waren wir bei ca. 28 - 30°C angelangt.
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Mittlerweile war es Mittag geworden und wir machten an einer Flußbiegung unsere Mittagspause bei der wir das von Prosper hervorragend vorbereitete Lunchpaket vertilgten. Dabei unterhielt uns ein Kingfisher prächtig. der versuchte eine junge Schlange zu verspeisen. Irgendwann hatte er es auch geschafft und musste sich erstmal ausruhen.
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Wir fuhren immer weiter südlich in den Park und die Anzahl der Tiere nahm stetig zu. Wieder entdeckten wir 2 Geparden in viel zu weiter Entfernung unter einem Baum. Auch diese beiden wollten sich nicht rühren. Genauso wenig wie die Löwen, die es sich am Fluß, oder dem was davon übrig war, gemütlich gemacht hatten. Das Tierleben kam zum erliegen, obwohl ich es gar nicht als so heiß empfand. Allerdings saß ich ja auch im Auto mit einer Wasserflasche 🙂
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Bereits wieder auf dem Rückweg sah ich aus dem Augenwinkel etwas über die Straße in einen Busch huschen. Wir fuhren langsam an den Busch heran und schreckten zwei Löffelhunde auf die sich sich dort ausruhen wollten. Die armen Kleinen rannten kurz weg um aber dann schnell wieder im Busch zu verschwinden. Wir beobachteten sie noch eine Weile aber auch sie waren völlig bewegungslos und schienen müde zu sein.
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Einige Zeit später machte uns ein anderer Fahrer auf einen Nilwaran aufmerksam, der zielstrebig durch das Gras auf einen Baum zulief. Ebenselbigen kletterte er dann auch hoch, was bei Lazaro die Frage aufwarf, was er denn dort oben wollte. Vielleicht gab´s ein leckeres Vogelnest zu plündern oder dergleichen. Nichts genaues weiß man nicht. Schnell entschwand der Waran aus unserem Blickfeld und wir machten uns auf die Rückfahrt zum Camp. Irgendwo begann es zu regnen und uns bot sich ein tolles Farbenspiel mit der untergehenden Sonne.
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Dsas Abendessen war wie die ganze Zeit hervorragend und viel zu viel. Todmüde und mit zahlreichen Tse Tse Fliegenbissen verkrümmelte ich mich in meinen Schlafsack und schlief schnell ein. Morgen geht´s in die Serengeti...
Strecke
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picco6'369 Beiträge · seit 201126. Nov. 2014 · #27
Hoi Andy
Bebbl schrieb:Und wiederum einige hundert Meter weiter trafen wir auf die nächste Löwin, die es sich diesesmal in einem Baum gemütlich gemacht hatte.Ich musste daran denken wie so viele Nationalparks mit den "einzigartigen" Baumlöwen werben. Ich hatte sie jetzt bereits im Queen Elizabeth Nationalpark in Uganda, in der Serengeti und eben hier im tarangire gesehen. Nur im Lake Manyara Nationalpark blieben sie mir bisher verwehrt.
Das geht nicht nur Dir so, ich habe die 'Baumlöwen' in genau denselben Parks schon gesehen und im dafür bekannten Lake Manyara wie auch allen anderen Parks die ich schon bereisen durfte ebenfalls noch nicht. Aber ich seh schon was ich schon immer vermutete seit wir im Februar 2011 für einen Tag im Tarangire waren: Da muss ich wieder hin!!! 😎
lionfight1'324 Beiträge · seit 201326. Nov. 2014 · #29
Sehr interessanter Bericht. Mein Besuch ist ja schon eine Ewigkeit her. Damals waren die Elefanten sehr agressiv, das scheint ja nicht mehr so zu sein. Wir haben damals viele Löwen gesehen, aber kaum Jungtiere.
Gruß! der Joe
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Sanne2'462 Beiträge · seit 200626. Nov. 2014 · #30
Schöner Bericht und tolle Fotos. Das Foto mit Giraffe und Baumlöwe ist grandios. Dank!
Viele Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Bebbl schrieb:Einige Zeit später machte uns ein anderer Fahrer auf einen Steppenwaran aufmerksam,
Guten Morgen Bebbl,
ich denke das ist ein Nilwaran. Die Steppenwarane sind eher etwas kompakter, stämmiger gebaut und haben einen dickeren Kopf sowie kürzeren Schwanz.
Danke! Hab´s geändert
@Joe Vielen Dank! Aggressivität konnte ich nicht feststellen. Einmal standen wir am Flußbett und ein großer Bulle machte sich auf den Weg das Flußbett zu verlassen und der Weg den er sich ausgesucht hatte war direkt neben unserem Auto. Er hat uns mehrmals aufmerksam beäugt und einige Male angesetzt und wieder abgebrochen ... hat sich dann aber doch getraut und ist in 5 Meter Entfernung an uns vorbei die Böschung hinauf. Er war angespannt aber nicht aggressiv!
@Sanne Danke! Ja, der Moment als die Giraffe den Löwen entdeckte war echt kurios, weil man ihr den Schreck regelrecht ansah. Sie blieb dann stehen, schaute ihn an und sprintete plötzlich los...
Topobär5'479 Beiträge · seit 200926. Nov. 2014 · #32
Die Baumlöwen im Lake Manyara Nationalpark gibt es wirklich. Habe dort schon unter einem Baum voller Löwen gestanden.
Heute lassen wir es mal langsam angehen. Wir stehen recht spät auf, bauen das Zelt ab, beladen das Auto und machen uns auf den Weg in die Serengeti. Gestern habe ich irgendwo auf der Piste mein Beanbag verloren und so halten wir in Mto wa Mbu wo ich mich ein neues schneidern lasse. Das geht ruckzuck, hat eine Top Qualität und kostet mich gerademal umgerechnet 3 Euro. Und gleich nebendran kann ich es mir Getreidekörnern füllenlassen. Das alles geht unproblematisch und rasend schnell.
Vorbei am Lake Manyara, über Karatu, wo wir ein letztes Mal volltanken, kommen wir zum Eingang in die Ngorongoro Conservation Area. Ab jetzt isses vorbei mit der schönen Teerstraße. Auf uns warten viele Kilometer "African Massage". Vorbei am Ngorongoro Krater und der Olduvai Schlucht erreichen wir gegen 12:30 Uhr das Naabi Hill Gate. Lazaro erledigt alle Formalitäten während Prosper und ich uns über das Lunchpaket hermachen. Ich komme dabei mit anderen Fahrern ins Gespräch, die sich alle über den Rückgang der Buchungen beklagen. Ebola zeigt auch in Ostafrika seine Auswirkungen. Viele Touristen, anscheinend vorallem Amerikaner, haben ihre Reise kurzfristig abgesagt. Als wir später in der Serengeti unterwegs sind spüre ich davon nciht viel. Der Andrang an den Hotspots scheint mir genauso groß wie schon im Februar.
Nachdem alle Formailtäten erledigt sind, machen wir uns auf den Weg in Richtung Seronera Region. Die Fahrt dort hin ist als Game Drive geplant und so nehmen wir nicht den direkten Weg. Wir verlassen die Hauptsraße schon nach wenigen Kilometern und biegen nach links in Richtung Moru Kopjes ab. Tatsächlich befindet sich die Migration schon auf dem Weg in Richtung Ndutu. Wir sehen Unmengen an Gnus, Zebras und Büffeln.
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In langen Trecks marschieren die Gnus bereits in Richtung Süden, um im Februar ihre Jungen in der Ndutu Region zur Welt zur bringen. Ich habe in meiner Zeit in der Serengeti unzählige Bilder der Migration gemacht. Aber kein einziges spiegelt die ungeheueren Ausmaße und atemberaubende Kulisse wieder. Man muss das einfach gesehen haben. Ich stand immer wieder mit offenem Mund im Auto. Ich war ja bereits im Februar in der Serengeti als sich die Migration noch im Süden, in der Ndutu Region, befand. Das war auch schon beeindruckend, aber diesesmal empfand ich es noch viel extremer. Ich kann leider nicht sagen warum ... aber die Migration sollte wirklich jeder Afrikabegeisterte mal erlebt haben. Einfach grandios!
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Am Zeltplatz "Pimpi" angekommen, hatten wir Glück, denn es waren nicht viele Gäste da und so konnten wir uns einen guten Platz aussuchen. Das sollte sich noch ändern, denn wir hatten Tage da waren sehr viele Camper auf dem Platz. Es gab aber auch Tage, da waren wir fast alleine. Die meisten bleiben eh nur eine oder höchstens zwei Nächte. Die sanitären Anlagen am "Pimpi" Campingplatz waren in Ordnung und wurden auch gereinigt. Dabei lagen die Duschen und Toiletten doch etwas abseits. Ansonsten gab es noch zwei überdachte und vergitterte Gebäude zum Kochen und Essen. Tierischen Besuch hatten wir in den 9 Tagen jede Menge. Direkt neben dem Campingplatz zogen die Gnus vorbei, was einer Dauerbeschall glich. Ständiges Muhen war sowohl tags- und nachts zu hören. Mehrmals hatten wir Elefanten auf dem Platz. Zebramangusten und Paviane gehören ja schon zum Standard. Einmal nachts Löwen und einen Leoparden direkt im Camp. Jede Nacht Hyänen, die sich lautstark ankündigten und über den Abfall hermachten. Ich hatte aber nie ein ungutes bzw. unsicheres Gefühl...
Heute ist unser erster vollständiger Tag in der Serengeti. Nach einem ausgiebigem Frühstück machen wir uns auf den Weg die Seronera Region zu erkunden. Alles ist grün und wir sehen Unmengen von Gnus und Zebras. In riesigen Herden ziehen Sie in Richtung Süden. Teilweise sind sie aber auch wieder in der Rückwärtsbewegung. Also so richtig entschieden können sie sich nicht, da es immer wieder regnet.
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📎 hbc85111.jpg Dieses Gnu hatten einen witziges Stirnzeichen. Die V-Form machte das Tier irgendwie einzigartig. Ich hatte sowas jedenfalls noch nicht gesehen.
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Auf einem Baum entdecken wir einen Leoparden. Wir bleiben hier lange stehen und beobachten sowohl die Katze wie auch das Kommen und gehen der vielen Safarifahrzeuge. Da wir aber eine gute Position haben verbringen wir mehr als 1,5 Stunden an diesem Platz in der Hoffnung, dass Bewegung in die gefleckte Schönheit kommt. Aber nichts da ... nicht mal ein Positionswechsel ist drin... also entschließen wir uns zum Mittagessen wieder auf den Zeltplatz zurückzukehren.
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Gegen 12.30 Uhr sind wir wieder auf dem Zeltplatz "Pimpi" der seinen namen übrigens von diesen niedlichen Gesellen hat, die überall am Zeltplatz unterwegs sind:
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Strecke:
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Zwischen Kochgebäude und Essgebäude befindet sich ein von Webervögel beschlagnahmter Baum, die einen immensen Krach machen und sich beim Frühstück, in einem unbeobachteten Moment über Brot- und Kuchenreste hermachen. Das geht so schnell, dass keine Zeit zum Abräumen bleibt.
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Nach dem Essen setzte ich mich mit dem Tablet an einen schattigen Platz um etwas zu lesen. Nach einiger Zeit hörte ich Lazaro rufen und dann sehe ich den Elefantenbullen der quer durch unseren Zeltplatz lief. Ich hatte bis dahin absolut nichts gehört ... er ging völlig geräuschlos direkt in Richtung Küchengebäude.
📎 h22d4f47.jpg Das grüne Zelt ist meins!
Am Küchengebäude machte er sich über die Abfälle her und biess auf Plastikflaschen herum. Ich hatte große Befürchtungen, dass er das Plastik herunterschluckte aber Gottseidank spuckte er die Flaschen wieder aus. Aber das Geräusch war schon schrecklich anzuhören. Immer wieder beäugte er die Köche innerhalb des Gebäudes und spekulierte auf Küchenabfälle. Die Köche blieben ziemlich gelassen was sich bei einem späteren Besuch allerdings ändern sollte.
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Ich blieb auf meinem Platz sitzen und beobachtete den Elefanten aus ca. 20 Meter Entfernung. Nachdem er feststellte, dass es nichts zu holen gab machte er sich auf den Weg und bestieg eine hinter dem Zeltplatz liegende Kopje. Man hörte dann nur noch das Rascheln und gelegentliches Ästeknacken. Ich konzentrierte mich wieder auf meinen Lesestoff als nach weiteren 45 Minuten der Bulle plötzlich direkt neben mir von der Kopje herunterstieg und sich über einen Baum hermachte. Der Elefant war jetzt keine 5 Meter von mir entfernt und zerlegte mit ohrenbetäubendem Krach den Baum. Ich beobachtete das Tier ... ich denke, dass er mich wohl gesehen hatte. Nach einer halben Stunde hatte der graue Riese genügend von dem Baum und machte sich auf seinen weiteren Weg. Das war schon ein tolles Erlebnis diesen wunderschönen Tiere so nah zu sein ohne Gitter oder Autoblech dazwischen...
Um ca. 15:30 machten wir uns auf den Weg zu einem weiteren Game Drive. Auf einem großen Baum hatten sich viele Geier versammelt. Wir vermuteten einen Riss oder dergleichen konnten aber leider nichts entdecken.
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Auf unserem weiteren Weg entdeckten wir eine einsame Löwin, die es sich auf einem abgestorbenen Baum gemütlich gemacht hatte. Aufmerksam überwachte sie die nähere Umgebung. War sie auf der Jagd? Oder nur einsam? Wir beobachteten sie eine Weile aber auch sie war nciht wirklich bewegungsfreudig. Mittlerweile lagen die Temperatruren so um die 30° C und die meisten Tiere standen oder lagen bewegungslos im Schatten.
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Gegen später fanden wir dann noch ein Löwenrudel, das am Wegesrand lag. Je später der Tag desto mehr Bewegung kam in die Katzen aber desto dunkler wurde es auch. Das Rudel hatte mehrere Jungtiere dabei und diese hatten natürlich nichts wie spielen im Kopf. Wir blieben noch einige Zeit bei den Löwen aber als es zu dunkel zum fotografieren wurde entschieden wir uns für den Rückweg.
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Das war ein toller erster Tag in der Serengeti! Strecke:
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UGuganda80200 Beiträge · seit 201108. Dez. 2014 · #35
Andy ! Tolle Fotos ... Wie immer ! Bitte schreib schnell weiter ! Viele Grüße Axel
uganda80 schrieb:Andy ! Tolle Fotos ... Wie immer ! Bitte schreib schnell weiter ! Viele Grüße Axel
Hallo Axel,
das mach ich, hab aber irgendwie das Gefühl das interessiert hier nicht wirklich viele. 🙁 😗
Gruß Andy
Topobär5'479 Beiträge · seit 200909. Dez. 2014 · #37
Davon solltest Du nicht ausgehen. Reiseberichte bekommen mehr Klicks und Danke-Buttons als alle anderen Rubriken. Du solltest halt nur nicht davon ausgehen, auf jeden Post kommentare zu erhalten. Bei den vielen guten Reiseberichten habe ich es mir inzwischen auch abgewöhnen müssen, jeden Tag zu kommentieren, der mir gut gefällt. Ich kommentiere nur noch, wenn ich mich inhaltlich mit dem Bericht auseinandersetze. Begeisterter Leser bin ich aber immer gern.
Sorry, aber nun muss ich mich schnell zu Wort melden. Natürlich interessiert es mich. Bin ja gerade selbst am basteln für unsere zweite Tanzania-Reise. Wenn ich so Deine Bilder sehe, komme ich echt ins zweifeln, ob wir unsere Reisezeit nicht doch auf Oktober verlegen sollten. Ich hatte so viele Gnus zu dieser Zeit noch nicht in der Serengeti erwartet. Für Tarangire wäre es ja eh besser als im Juni. Du bringst mich echt ins Zweifeln. Also bitte brav weiter schreiben und dann muss ich wohl irgendwann in den nächsten Woche eine Entscheidung treffen.
Danke fürs mitnehmen.
LG Christa
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
UGuganda80200 Beiträge · seit 201110. Dez. 2014 · #39
Hi Andy,
warum interessieren Dich die Klicks ? Manche haben hier halt ihren Fan-Club mich würde so was nicht jucken. Ich freue mich über so viele Berichte hier, meistens nur als stiller Leser ! Kriegst doch keine Kohle dafür, Du schreibst doch den Bericht auch irgendwo für Dich selbst und auch um anderen Leuten Freude an diesem wunderschönen Land zu machen ... Also Kopf hoch und bitte weiterschreiben. Gruß
@all also zuerst mal Danke für en Zuspruch und ich glaube fast, dass das falsch rübergekommen ist. Ich bin nicht süchtig nach Klicks oder Dankethreads ... war nur so ein Gedanke von mir!
@Topobär wie gesagt, ich erwarte nicht, dass jeder kommentieren muss ... man weiß es selber halt net wer mitliest und wer nicht. Ist dann immer schwierig. Aber du hast natürlich recht ... es gibt zuviele gute Reiseberichte! 🙂
@botswanadreams Also wie ich ja schon geschrieben habe, war ich auch schon im Februar in der Serengeti und damals waren auch sehr viele Gnus im Süden. Aber diesesmal war es noch viel viel krasser. Allerdings war es anscheinend eher die Ausnahme. Normalerweise sollten die Gnus im Oktober/November noch etwas nördlicher sein. Ich glaube nicht, dass man sich da auf die Zeiten verlassen kann. Übrigens finde ich deine Internetseite klasse. War da schon mehrfach drauf und hab mir Informationen geholt weil Botswana auch noch auf meienr ToDo-Liste steht. Dickes Lob!
@asteuber Vielen Dank! Das freut mich ... und na klar, für den privaten Gebrauch ist das "klauen" erlaubt 🙂
@uganda80 Mensch Axel, du solltest mich doch soweit kennen, dass mit die Klicks egal sind 🙂 Na klar schreib ich weiter ... und wenn´s nur darum ist, dass du siehst was du verpasst hast ... lach... (Schbässle)