ElchontherunThemenstarter1'250 Beiträge · seit 200906. Nov. 2014 · #1Guten Morgen zusammen,
es ist einfach unglaublich:
http://www.az.com.na/natur-umwelt/l-win-muss-sich-mit-drahtschlinge-qu-len.421423Ich finde es sehr traurig, dass - für mich jedenfalls offensichtlich kein Tier- und Naturschutz in Namibia stattfindet (wie man in diesem Artikel sehr anschaulich lesen kann).
Traurige Grüße,
Elch
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200606. Nov. 2014 · #2Hi Elch,
sowas nennt sich schlicht und einfach Wilderei. Sollte sicher ein Kudu o.ä. in der Schlinge gefangen werden.
Viele Grüße aus dem warmen Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
dergnagflow2'534 Beiträge · seit 200706. Nov. 2014 · #3Na, ja.
Man sollte solche Artikel in der AZ nicht vollkommen ernst nehmen.
Und vor allem daraus nicht schlussfolgern, dass es keinen Tier- und Naturschutz in Namibia gibt.
AndreasG2523938 Beiträge · seit 201306. Nov. 2014 · #4Was daran besonders pikant ist, dass uns auf dem Immenhof durch Freddy v. Seidlitz gesagt wurde, dass er genau das selbe beobachtet hat. Er hat ein Zebra mit Schlinge bei Twe Palms gesehen und keinen hat das interessiert.
Und damit 2x Twe Palms, da könnte man doch mal suchen. Oder?
Gruß Andreas
Aktueller Reisebericht September/Oktober 2018:
Wüste, Wind und der KTP
Reiseberichte von uns
Sanne2'462 Beiträge · seit 200606. Nov. 2014 · #5Elchontherun schrieb:Guten Morgen zusammen,
es ist einfach unglaublich:
http://www.az.com.na/natur-umwelt/l-win-muss-sich-mit-drahtschlinge-qu-len.421423
Ich finde es sehr traurig, dass - für mich jedenfalls offensichtlich kein Tier- und Naturschutz in Namibia stattfindet (wie man in diesem Artikel sehr anschaulich lesen kann).
Traurige Grüße,
Elch
Das ist natürlich immer sehr bitter zu lesen. Tier- und Naturschutz gibt es in Namibia sehr wohl, schon die Anzahl der Nationalparks ist ein Indiz dafür. Dass mehr gemacht werden kann und sollte, steht ja außer Frage.
Aber ich frage mich gleichzeitig, ob wir es uns es nicht aus der Entfernung oft auch zu einfach machen. Deutschland hat im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Ländern ein relativ strenges Tierschutzgesetz. Trotzdem werden hier Wölfe geschossen und ein einzelner Bär wird als solche Bedrohung empfunden, dass er getötet werden musste. 🙁
Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Otjikoko2'349 Beiträge · seit 200906. Nov. 2014 · #6Sicher ist noch massiver Verbesserungsbedarf bei den staatlichen Rangern bzw. bei der Bekämpfung von Wilderei in Namibia nötig!!!.
Allerings gibt es solche - und sehr oft auch WESENTLICH größere Wilderei-Probleme - auch in anderen afrikanschen Staaten (auch und vor allem in Nationalparks).
Solch ein Verbesserungsbedarf ist also sicher in vielen (afrikanischen) Läöndern nötig.
Namibia ist - wenn ich mich nicht irre - bis Dato das einzige Land, welches Naturschutz und Naturerhaltung in seiner VERFASSUNG verankert hat!
Und das schon immer, d.h. seit der Unabhänggkeit Namibias!
Das ist zumindest ziemlich vorbildlich und "cool"!
Das sollte überall so sein (nicht nur in Afrika).
Trotzdem ist natürlich das Verhalten des Etosha-Park-Personals welches in diesem Zeitungsbericht geschildert wird absolut nicht in Ordung, WENN dies wrklich genau so der Fall war!
Was genau darauf hin von den Rangern gemacht wurde, wissen die Touristen ja wahrscheinlich nicht wirklch sicher.
LG, Otjikoko
Armin2'346 Beiträge · seit 200606. Nov. 2014 · #7@ Otjikoko
Nur was nützt die schönste Verfassung (Theorie), wenn die Praxis vor Ort oft anders aussieht? 🙁
Gruß
Armin
Otjikoko2'349 Beiträge · seit 200906. Nov. 2014 · #8@ Armin:
Leider nichts... Aber man kann sich wenigstens auf die Verfassung berufen und Misstände öffentlich anprangern bzw. ggf. rechtlich dagegen vorgehen, wenn diese Verfassung nicht umgesetzt wird.
Ob das was nützt, ist die 2. Frage...
Lieben Gruss
Otjikoko
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201206. Nov. 2014 · #9Elchontherun schrieb:Guten Morgen zusammen,
es ist einfach unglaublich:
http://www.az.com.na/natur-umwelt/l-win-muss-sich-mit-drahtschlinge-qu-len.421423
Ich finde es sehr traurig, dass - für mich jedenfalls offensichtlich kein Tier- und Naturschutz in Namibia stattfindet (wie man in diesem Artikel sehr anschaulich lesen kann).
Traurige Grüße,
Elch
Leider hast Du Recht bezüglich der Regierung und derer Beamter, die das Wild nur als Teil des Kochtopfes bzw. als Geldquelle ansehen. Die Masse der sog. "Naturschutz"beamten tun ihren Job nur des Gehaltes Willen, nicht aus wahrer Überzeugung. Auf gleicher Ebene liegt es bei den sog. Rangern in vielen Gebieten. Genannt Job Creation. Es gibt auch nahezu keine Eigeninitiative. Die Quelle des Übels in der östlichen Etoschapfanne liegt anscheinend im Slum von Namutoni, der sich erst nach der Unabhängigkeit gebildet hat, und sich zum Teil aus unterschlagenen Lebensmitteln des Restaurants ernährt.
Richtigen Natur- und Tierschutz gab es nur bis zum Auszug der südafrikanisch-namibischen Beamten, den bekannten Flip Stander kannte ich noch als Haupt-Naturschutzbeamten in Namutoni, bei dem es noch richtigen Naturschutz aus Überzeugung gab, und auch die Raser im Park herausgepickt wurden. Es gab Patrouillen zu Fuß, we Grenzzäune zu Fuß kontrolliert und Eindringlinge sofort verfolgt wurden.
Die großen Naturschutzgebiete wie Etoschapfanne wurden durch die deutsche Kolonialregierung geschaffen, dann durch die Südafrikaner/ Südwester Landesregierung erhalten und ausgebaut. In der Etoschapfanne gab es Schonzeiten für das Wild vor Besuchern, das direkt nach der Unabhängigkeit abgeschafft wurde.
Wessen Ideen waren denn die ganzen Conservancies, die tatsächlich aufgrund der Mentalität der Menschen zum Scheitern verurteilt sind?
Wer die Wahrheit und Tatsachen nennt, wird sogleich von den Gutmenschen des Mainstream mit der Rassismuskeule geprügelt. Deshalb ist es müßig, solche Themen überhaupt anzuschneiden, so gut das auch gemeint sein mag. Es liegt aber leider in dem Bereich.
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200606. Nov. 2014 · #10Hi Swakop1952,
Die Masse der sog. "Naturschutz"beamten tun ihren Job nur des Gehaltes Willen, nicht aus wahrer Überzeugung
wobei sich das auf geschätzte 90 Prozent der Arbeitnehmer in allen Ländern der Erde bezieht - die wenigsten machen ihren Angestelltenjob aus Überzeugung - leider.
Ich finde es nur immer wieder erstaunlich, wie viel dann solche Leute doch noch erreichen und tun. Ist ja ähnlich bei der Polizei in Namibia - jeder (inklusive mir) regt sich auf, dass die nichts auf die Reihe kriegen und dennoch werden ständig (fast alle) Mörder etc. gefasst (ok, einige bleiben auch am Gefängniszaun selber hängen ;-)) Und so ist es auch bei den Naturschutzbeamten. Ich kenne einige höherrangige in Etosha - und die sind immer wieder erstaunt darüber, was ihre Leute für ein solches Gehalt machen und tun. Ein großes Problem ist auch, dass es einfach viel zu wenige sind, die wirklich auf Patrouille gehen. Aber klar, Verbesserungsbedarf gibt es überall - in allen Branchen, bei jedem Einzelnen und in allen Ländern.
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201206. Nov. 2014 · #11Danke Christian,
Verbesserungsbedarf ist immer da. So oder so.
Liegt auf gleicher Ebene wie die angeblich horrenden wirtschaftlichen Wachstumsraten in vielen afrikanischen Ländern.
Da bringt eine kleine Kupfermine gleich 5% Wachstum, wobei die euphorischen Spekulanten vergessen, daß von vor einigen Jahren nur noch 1% Bruttosozialprodukt übrig waren weil inzwischen alles kaputt gewirtschaftet war. Es hängt immer davon ab, von welcher Ausgangsposition Du die Meßlatte anlegst.
Ich habe 6 Jahre in Tsumeb gelebt und kannte die "Pfanne" wie meine Hosentasche weil unzählige Male dort sowohl als Besucher, aber auch aus der Situation heraus zu Fuß, und kann da schon sehr genau unterscheiden. Es gab auch keine Drahtschlingen, auch nicht zur Ovambolandgrenze hin. Weil es interessierte Wildhüter gab.
Ja, ich war drei Jahre nicht mehr dort, ganz einfach, weil ich das Absinken des Niveaus, die Verwahrlosung, das Verkommen des Parkes und die allgemein geschilderte Wilderei mit sichtbaren Schlingen, und die Interessenslosigkeit sogenannter Naturschutzbeamter, nicht mehr ansehen kann. Ja, der Fisch fängt am Kopf an zu stinken, der üble Geruch geht von Windhoek und seinen Ministerien aus. Vielleicht hast Du Dich schon aufgrund der Nähe zu sehr daran gewöhnt. Es fehlt nur noch, daß, wie am South Zambezi gesehen, die Wilderer mit Pickups angefahren kommen und durch Gate Keepers nachts hereingelassen werden. Das ist nur eine Frage der Zeit.
Eintracht545 Beiträge · seit 200606. Nov. 2014 · #12Neulich irgendwo in Etosha!
Es war ein heißer Oktobertag im Etoshanationalpark, ja es war der 27.Oktober, um es genauer zu sagen in der Amtsstelle in Namutoni.
Es war ein wirklich heißer Nachmittag, der Naturschutzbeamte saß schwitzend und schon leicht wegdösent hinter seinem mächtigen Schreibtisch, als es plötzlich an seiner Türe ein sanftes Anklopfen gab.
Der Naturschutzbeamte schreckte hoch und ärgerte sich zugleich und war schon gespannt wer es wagte seine Nachmittagsruhe zu stören.
Unwirsch rief er ein herein in den Raum, woraufhin ein Touristenpaar, höchstwahrscheinlich aus Europa das Büro des Naturschutzbeamten betrat.
Nun hat sich wohl folgender Dialog abgespielt:
NatuBeamter: werstört, äh Guten Tag, wie geht es Ihnen, welch ein schöner Tag, was kann ich für Sie tun?
Touris: Guten Tag Herr NatuBeamter, wir sind ganz außer uns, sie werden nicht glauben was wir an der Fishers Pan gesehen haben.
NatuBeamter: Nun beruhigen sie sich erst einmal, was haben sie dort denn schönes gesehen?
Touris: Wir haben dort eine grauenvoll leidende Löwin gesehen und fotografiert, sie hat noch eine Schlinge um den Hals, fürchterlich!
NatuBeamter: Neein das ist ja fürchterlich!
Touris: Schauen sie Bitte auf das Display hier auf den Bildern können sie die schlimmen Verletzungen des armen Tieres genau erkennen.
NatuBeamter: Das ist wirklich nett von Ihnen, aber diese Bilder brauche ich mir nun wirklich nicht anzuschauen, was glauben Sie was ich schon für fürchterliche Bilder in meiner langen Amstzeit sehen mußte.
Aber ich bin ja so froh, das es solche tollen Gäste in unseren Nationalpark gibt, was glauben Sie wieviele einfach an solch einer Löwin achtlos vorbeigafahren wären!
Touris: Aber Sie müssen sofort Rausfahren und dem armen Tier helfen!
NatuBeamter: Ja das müssen wir wirklich, ich werde sofort alle Ranger im Ostteil des Parks per Funk verständigen und nach der Löwin suchen lassen.
Touris: Danke, das ist wirklich sehr nett, wir hatten gleich das Gefühl hier bei Ihnen, an der richtigen Adresse gelandet zu sein. Vielen Dank. Und Sie Funken auch wirklich sofort?
NatuBeamter: Selbstverständlich, ein Mann ein Wort!
Das Touripaar verlies beruhigt und mit dem sicheren Glauben und in der Annahme der armen Löwin das leben gerettet zu haben, das Büro des Naturschutzbeamten in Namutoni.
Als die Touris hinter sich die Bürotüre geschlossen hatten, fielen dem Naturschutzbeamten langsam die Augenlieder zu, es war so ein heißer Oktobernachmittag.
Und einige Minuten später atmete der Naturschutzbeamtete gleichmäßig ein und wieder aus, der Schlaf hat den fleißigen und angagierten Naturschutzbeamten einfach übermannt.
Welch ein anstrengender Arbeitstag , irgendwo im Osten des Etoschnationalpark.
Ja vieleicht hat es sich so abgespielt, vieleicht war es aber auch ganz anders, wer weiß!?
Einträchtliche Grüße
GUGuido.Gast06. Nov. 2014 · #13Hallo,
ganz objektiv hat Namibia auch seit der Unabhängigkeit einen ziemlich guten Job beim Naturschutz gemacht. Viel größere Gebiete als zu Zeiten der Apartheid stehen heute komplett oder teilweise unter Schutz. Bestände an Nashörnern, Löwen, Elefanten, usw. sind gewachsen. Das ist zu einem großen Teil auch NGOs und Steuergeld aus anderen Ländern zu verdanken. Aber das MET kann in all den Jahren auch nicht alles komplett falsch gemacht haben. In den letzten paar Jahren gibt es rund um das MET allerdings auch nach meinem Eindruck fast nur noch negative Meldungen und möglicherweise ist die Erfolgsstory langsam am Kippen. Da es nur wenige belastbare Statistiken gibt, kann man das aber schwer objektiv belegen.
Zum Teil kümmern sich MET-Mitarbeiter nicht um ihre Aufgaben, zum Teil ist die aktuelle Spitze des MET wohl ziemlich unfähig und intransparent. Vor allem mangelt es aber auch an Geld. Wenn man schaut, das fast die halbe Landesfläche als Nationalpark oder Conservancy quasi unter der Verwaltung des METs steht, dann hat das MET ein unfassbar niedriges Budget. Vieles können die mit ihren Mittel wohl einfach nicht leisten. Air Namibia hat allein im letzten Jahr doppelt so viel an Subventionen bekommen, wie das MET in einem ganzen Jahr als komplettes Budget für all seine Aufgaben, Abteilungen, Mitarbeiter (inkl. Nationalparkranger etc.) zur Verfügung hat und 7 mal so viel wie beim MET für alle Nationalparks und Wildlife Management im ganzen Land budgetiert ist. Wenn man die Prioritäten so absurd setzt, darf man sich über teils absurde Entwicklungen nicht wundern.
Das man so wenig Mittel hat, ist aber zu einem gewissen Teil auch selbst verschuldet bzw. der MET-Spitze anzulasten. Wenn Ostafrika der Armani oder Boss unter den Nationalparks ist, und der Krüger NP vielleicht die mittlere Preislage von Tom Tailor und Esprit repräsentiert, dann ist der Etosha Nationalpark offenbar der KiK oder die Grabbelkiste unter den afrikanischen Nationalparks. Über die Eintrittspreise für den Krüger Nationalpark habe ich hier noch niemanden jammern hören. Warum verlangt das MET für den Etosha NP nicht mal ein Drittel des Eintrittspreises, der für den Krüger fällig wird (80 vs. 248 NAD/ZAR)? Warum verschleudert man da einen nationalen Schatz so dermaßen? Die Leute zahlen 650 NAD für eine halbtägige Living-Desert-Tour. Und ein ganzer Tag Etosha soll nicht mehr als 80 NAD wert sein? Ich freue mich ja über Schnäppchen, aber da würde ich gern mehr zahlen - wenn es sinnvoll verwendet wird. Mit Eintrittspreisen wie in Südafrika hätte man zig Millionen an Mehreinnahmen, die man dann für einen besseren Naturschutz investieren könnte.
Um das Conservancy-Modell scheint die halbe Welt Namibia zu beneiden? Da gibt es immer noch sehr große Probleme und wirklich tragfähig scheint das erst in wenigen der 82 Conservancies zu sein. In vielen Conservancies mangelt es an elementaren Dingen wie überhaupt einem Ansatz von Buchhaltung. Was z.B. in der Purros Conservancy teilweise abläuft, macht einen ganz krank. Und es wird auch in Zukunft noch heftige Rückschläge geben. Aber gibt es langfristig gesehen ein viel vielversprechenderes Modell? Vielleicht kann jeder von uns Kritikern mal überlegen, ob er selbst vielleicht irgendwas dazu beitragen kann, dass es besser läuft?
Beste Grüße
Guido
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200906. Nov. 2014 · #14Hallo,
ganz objektiv hat Namibia auch seit der Unabhängigkeit einen ziemlich guten Job beim Naturschutz gemacht.
Das ist auch meine (subjektive) Meinung verglichen mit einigen anderen Ländern des afrikanischen Kontinents (oder sogar mit Europa).
Allerdings Tansania als den Armani zu bezeichnen war vielleicht zu früheren Zeiten einmal so. Aktuell möchte ich das guten Gewissens fast nur noch auf den Serengeti NP angewendet sehen. Und dies ist zum großen Teil sicherlich in der langjährig guten Begleitung durch die Frankfurter (FZG) begründet, die TANAPA beratend und kontrollierend zur Seite steht.
Es ist erschreckend wie schnell innerhalb der letzten vier Jahre (
trotz exorbitant hoher Eintrittsgebühren) der Bestand an schützenswerter Flora und Fauna in Tansania gelitten hat.
Möglicherweise stehen mittlerweile auch ganz andere Interessen seitens der Regierung im Vordergrund. Sind Flora und Fauna erst einmal vernichtet (die unkontrollierbare Wilderei wird gerne seitens der Verantwortlichen vorgeschoben), kann man sich völlig ungeniert dem Abbau der Rohstoffe in den (Ex-)Naturschutzgebieten widmen, der kurzfristig einen höheren Gewinn verspricht und die Taschen der Beteiligten füllt!
Deutschland leistet sich übrigens nur gerade 3,8 % Naturschutzfläche im gesamten Staatsgebiet!
Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit
www.butterblume-in-afrika.de
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201306. Nov. 2014 · #15Butterblume schrieb:
Deutschland leistet sich übrigens nur gerade 3,8 % Naturschutzfläche im gesamten Staatsgebiet!
Das kann man wohl kaum vergleichen, denn Deutschland ist im Verhältnis zu (den meisten?) afrikanischen Staaten viel dichter besiedelt und bebaut sowie als Ackerland genutzt.
Liebe Grüße von Gabriele
-----------------------------------------------
Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
GUGuido.Gast06. Nov. 2014 · #16Hallo,
Butterblume schrieb:Allerdings Tansania als den Armani zu bezeichnen war vielleicht zu früheren Zeiten einmal so.
Dann habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich wollte den Vergleich ausschließlich auf die Preise bezogen verstanden wissen. wie Du selbst schreibst: Ostafrika teils exorbitant teuer, Südafrika deutlich günstiger und Namibia dann Preiskategorie Grabbeltisch (nur auf die Eintritte bezogen - bei Lodges etc. sieht es zum Teil wieder anders ganz aus.) Eine Wertung im Sinne von Ostafrika schöner als Krüger und Krüger schöner als Etosha sollte das keinesfalls sein. Das wäre sowieso eine hochgradig subjektive Einschätzung.
Beste Grüße
Guido
Bushtruckers1'580 Beiträge · seit 201406. Nov. 2014 · #17Hallo Zusammen
sicherlich hat Deutschland wie die Schweiz eine weitaus hoehere Personendichte pro km2. Doch das Landwirtschaftsland ist zig mal produktiver in den beiden Laendern, wie in Afrika, wo die Duerren doch immer in kuerzeren Abstaenden wiederkehren.
Sehr viel Land in Afrika ist arid oder semiarid und ist nicht geeignet fuer Ackerbau. Die Nutztiere, die dort gehalten werden haben schon laengst die Tragbarkeit der Vegetation ueberschritten.
Drum finde ich, dass doch einige der Afrikanischen Laender viel Land fuer Wildtiere zur Seite gestellt haben. Klar, sie verdienen damit auch, wobei auch wieder Auslagen da sind, sei es Salaere, Abgaben an die lokale, umliegende Bevoelkerung, Maschinen und Verwaltungsapparat.
Mit der Bemerkung, dass 90% der Menschheit, ihren Job wegen des Gehaltes tun, muss ich leider zustimmen. Einige Ranger habe ich kennenlernen duerfen, denen die Natur wichtig ist. Die meisten aber sind einfach im Job....
Viele sagen, dass ihnen Motivation fehlt, was heisst, sie moechten mehr Gehalt. Aber mal ehrlich viele Ranger gehen wirklich durch die Hoelle und riskieren ihr Leben, um Wildtiere zu schuetzen. Etliche sind auch schon von Wilderern erschossen worden.
Wilderei ist leider eines der traurigsten Kapitel.... und solange die Nachfrage so stark ist, ist es schwierig das Morden ganz zu unterbinden. Leider ist auch ein sehr starker Anstieg in "Bushmeat" zu verzeichnen und dieses wird zum Teil exportiert.
Aber sicher, es koennte ueberall mehr getan werden und vor allem die Drahtzieher des Uebels sollten mehr unter Druck kommen.
Was mir am meisten Sorge macht, ist die stetig und rasant wachsende Bevoelkerung, die taeglich mehr Land fuer sich in Anspruch nimmt. Dadurch sind Mensch-Tierkonflikte sehr haeufig, was oft mit dem Tod der Wildtiere endet, vor allem, wenn sie Nutztiere reissen. Viele Wildtiere leben ausserhalb geschuetzten Gebieten. Wenn diese Voelker, fuer den Naturschutz gewonnen werden koennten, waere viel gewonnen. Aber das heisst, Kompensieren bei Konflikten, Teilhaben am Gewinn von Schutzgebieten usw.
Hoffnungsvolle Gruesse, dass viele Wildtiere ihren Platz auf dem Planeten behalten duerfen
Safaris in Ostafrika
Bush Trucker Tours
www.bushtrucker.ch
Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200906. Nov. 2014 · #18Hallo Gabriele,
Kanada kann man hinsichtlich der Bevölkerungsdichte wohl mit Namibia vergleichen. Und auch dort schneiden die Industrienationen wesentlich schlechter ab, wie Namibia.
Kanada = 3,4 Einwohner pro km², 8,6 % der Staatsfläche = Naturschutzgebiete
Namibia = 2,56 Einwohner pro km², 43,2 % der Staatsfläche = Naturschutzgebiete.
Mein subjektiver Eindruck: Je höher eine Gesellschaft industrialisiert ist, umso kleiner die Naturschutzgebiete.
Hallo Guido,
ich fände es sogar äußerst begrüßenswert die Eintrittspreise zu erhöhen, wenn gewährleistet wird, dass die Mehreinnahmen tatsächlich dem Schutz von Flora und Fauna zu Gute kommen und nicht zweckentfremdet werden.
Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit
www.butterblume-in-afrika.de
Biologe1'162 Beiträge · seit 201210. Nov. 2014 · #19Eine Frage an die Insider,
eine Bekannte war gerade in der Etosha und brachte die Informtion mit, dass die dortigen Ranger angeblich nicht bewaffnet seien. Ich kann es nicht glauben. Wer kann Auskunft geben?
Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200610. Nov. 2014 · #20Moin Michael,
eine Bekannte war gerade in der Etosha und brachte die Informtion mit, dass die dortigen Ranger angeblich nicht bewaffnet seien. Ich kann es nicht glauben. Wer kann Auskunft geben?
nur Kräfte der Anti-Wilderer-Einheiten sind bewaffnet. Die Mitarbeiter in den Bereichn Maintenance, Wildtierforschung etc. müssen ja eigentlich auch nicht bewaffnet sein...
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!