Hier ist mein Reisebericht über meine diesjährige Afrikareise nach Sambia. Nach Botswana/Namibia 2011 und Kenya/Tansania 2013 war dies die dritte Reise in den südlichen Kontinent. Nebst Gamedrives im Auto oder Boot ging es in jedem Nationalpark auch zu Fuss auf Pirsch (deswegen der Titel). Das Programm des zweiwöchigen Aufenthalts war folgendermassen: - Lower Zambezi (Kasaka River Lodge) - South Luangwa (Wildlife Camp + Buschcamp) - Kafue (Musekese Camp) - Livingstone (Maramba River Lodge) Wie an den Unterkünften ersichtlich, war die Tour mit "festen Behausungen". Der Transfer erfolgte meist mit dem Flugzeug, von Lusaka in den Kafue war ich mit dem Auto unterwegs (jedoch nicht als Selbstfahrer). Los geht's...
27./28.06.: Zürich – Dubai – Lusaka Anreise Abends nach 22:00 Uhr startet die Boeing der Emirates von Zürich mit 1. Etappenziel Dubai. Ankunft in den Emiraten am nächsten Tag um 6:00 Uhr, das Aussenthermometer zeigt schon "frische" 34° Grad. Zum Glück bleibe ich im klimatisierten Terminal. Der Weiterflug Richtung Lusaka startet mit 10-minütiger Verspätung, die wir aber relativ schnell wieder ein- und überholen. In der Hauptstadt von Sambia landen wir dann auch 10 Minuten früher als geplant. Wie sich bald feststellen wird, ist dieser Vorsprung Gold wert. Einreise Angenehme Temperaturen erwarten mich in Lusaka. Zuerst geht’s in die Ankunftshalle; hier stehen fünf Einreisebehördekontrollschalter (oder wie die auch heissen mögen...). Es gibt je einen Schalter für Einheimische, in Sambia wohnhafte Ausländer, Diplomaten, Touristen und dann noch einen, dessen Zweck ich vergessen habe. Natürlich stehen bald 70% der Fluggäste am Touristen-Schalter; und die Kontrollen dauern… und dauern… und dauern… Langsam drängen sich Fragen auf: soll ich den Schalter wechseln? Einfach den Diplomateneingang nehmen? Ja, nein, vielleicht… schlussendlich werden die Schalter durch das Personal selbst freigegeben, nur nützt mir das nichts, denn jetzt bin praktisch gleichauf mit allen anderen Reihen – und das erst noch als fast Letzter! Für das nächste Mal merke ich mir: entweder direkt zu einem der "nicht-Touristen-Schalter" und warten, was passiert, oder im Flugzeug gleich die Reihe hinter den First-/Businessklasse buchen und auf dem Rollfeld einen sauberen Sprint hinlegen und die verdutzt schauenden Touris überholen... Nach gefühlten 50 Minuten bin ich dran; Visum schon im Vornherein eingeholt; Hände auf das Handgerät, links, rechts – „sind sie zum ersten Mal in Sambia?“, „Ja“ – „machen Sie Ferien hier?“, „Ja“ – schlappe 3 Minuten geht’s, und ich bin durch. Es wäre ja so einfach… Das Gepäck schnell vom Band geholt, geht’s weiter durch den Zoll. Hier fällt mir der Thread aus dem Forum von User Kiboko wieder ein, (http://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/209553-sambia-trauerspiel-mit-happy-end.html), der ja mächtige Probleme mit seiner Fotoausrüstung hatte. Meine ist zwar nicht so teuer, aber doch auch schon wert, diese gegen gutes Geld zu verzollen. Wenn die das gleiche Spielchen mit mir treiben wollen, hab ich keine Nerven hierzu. Ich laufe durch die Zollkontrolle und schaue nach links und rechts, aber die Beamten (wenn es denn welche sind) interessieren sich nicht für mich. Willkommen in Sambia, ein halbes Hurra dafür. Weiterreise Die andere Hälfte erspar ich mir noch, denn jetzt geht es eigentlich mit dem Inland-Weiterflug Richtung Lower Zambezi weiter – Abflug in 10 Minuten! Ich suche den Schalter der sambischen Fluggesellschaft Proflight, finde ihn nicht, frage die Auskunft: „gleich dahinten“ - und zeigt in die Verlängerung meiner Blickrichtung. Da sehe ich aber nur einen Kaffeestand. Ich laufe darauf zu und hinter dem Stand sind zwei kleine Check-In-Schalter. Das muss es also sein, angeschrieben ist nichts. Ich frage, ob ich noch einchecken kann. Dass ich zu spät bin, weiss ich, muss man mir nicht mehr sagen, ich verzichte darauf zu sagen, dass man mehr Schalter bei der Einreise hätte öffnen können. Aber dank afrikanischer Lockerheit und sambischer Coolness (und vielleicht meinem "Hundeblick", bitte bitte bitte...?) kriege ich doch noch ein Flugticket, meine Daten werden von Hand schnell auf Papier gekritzelt und ab geht’s, direkt durch die Sicherheitskontrolle ins Flugzeug. Jetzt die andere Hälfte Hurra, Doppelhurra! Die 10-Minuten-zu-früh-in-Lusaka-ankommen haben mir den Start in die Ferien gerettet. Das Kleinflugzeug ist rappelvoll, 12 Personen plus Pilot und Co-Pilot. Unser Flug dauert nur eine Stunde. Der 1. Zwischenstopp erfolgt mitten im Lower Zambezi. Zu unserer Piste folgen wir dann dem Sambezi entlang, ehe der Pilot zur finalen Landung beim königlich klingenden Royal Airstrip ansetzt (wahrscheinlich weil der asphaltiert ist). Beim Landeanflug entdecke ich unten im Busch eine grosse Tischreihe sowie improvisierte Küche und Holz für ein Lagerfeuer. Wahrscheinlich für eine Party im Freien, oder so…
Ankunft Der Fahrer unserer Lodge wartet bereits und stellt sich als Troy vor, zusammen mit einem weiteren Gast – Donald aus Amerika – fahre ich zur Unterkunft. Die Kasaka River Lodge liegt idyllisch gelegen am Sambezi. Mein Zimmer für die nächsten zwei Nächte.
Die Betten sehen sehr einladend aus und eigentlich möchte ich jetzt nach dieser langen und zum Schluss aufregenden Reise nur noch auf Standby gehen, aber Troy hat anderes vor. Es geht mit Donald gleich auf eine kurze Pirschfahrt mit Sundowner am Chongwe River. So langsam komme ich in Afrika an, der Sternenhimmel und die Tiergeräusche rund um uns helfen dabei. Die Fahrt zurück geht zu meiner Verwunderung nicht zur Lodge, sondern wir halten mitten im Busch. Bei Kerzenlicht und Lagerfeuer sehe ich einen gedeckten Tisch und eine improvisierte Küche. Aha, wir sind also die Partyleute. Einen eigentlichen Grund für das ausserbetriebliche Diner gibt es nicht, man macht es ab und zu im Freien, meint Troy. Mit den anderen Gästen der Lodge essen wir hier draussen; als Menu gibt es reichlich Barbeque, Kartoffeln und Gemüse. Nach dem Diner unterhalten wir uns noch am Lagerfeuer, ehe es dann zurückgeht zur Lodge. Todmüde, aber zufrieden und glücklich bin ich endgültig in Afrika angekommen.
Teil 205. Nov. 2014
29.06.: Lower Zambezi
Donald und ich haben für die nächsten beide Tage dasselbe Programm (ausgewählt). Unser Guide, welcher uns die beiden Tagen begleitet, stellt sich folgendermassen vor: „Ich bin Borat, aber statt mit B, mit einem M geschrieben.“ So kann man sich den Namen schnell merken. Heute Morgen geht es auf Walking Safari im Lower Sambezi. Begleitet werden wir von einem bewaffneten Ranger. Vor dem Park überqueren wir zuerst den Chongwe River. Der Wasserstand ist nicht sehr hoch und wir erreichen das andere Ufer mit trockenen Klamotten.
Kurz nach dem Gate biegen wir von der Piste ab und halten mitten im Busch. Ready to walk… Der Fussmarsch wird immer wieder unterbrochen, Flora und Fauna bieten viele Gelegenheiten, näher hinzuschauen. Morat erklärt, warum Impalas so viele Häufchen machen, zeigt, in welche Richtung der Elefant gelaufen ist und wie man an einem feuchten Boden erkennt, ob da jetzt Elefantenmännlein oder –weiblein Pipi gemacht hat. Auch Tierspuren finden sich im Sand, z.B. von einem Stachelschwein. Sehen werden wir das Tier aber leider nicht.
Am Sambezi angekommen, laufen wir diesem am Ufer ein wenig entlang und bald darauf auf einem Hippo-Highway wieder zurück ins Landesinnere.
Tiere lassen sich auf unserer gesamten Wanderung wenige sehen, vereinzelt eine kleine Gruppe Impalas, in grosser Sichtweite einen Fischadler oder ein Kudu. Die Fluchtdistanz ist aber weit grösser als wenn wir im Fahrzeug unterwegs wären und so laufen die Tiere frühzeitig weg. Beim Fahrzeug gibt es Kaffee-/Teepause. Es ist leicht bewölkt, aber die Sonne gibt genug Wärme ab, um im Schatten zu bleiben. Zurück in der Lodge gibt es bald den Lunch.
Am Nachmittag treffen wir uns am Ufer des Sambezi. Die 10minütige Fahrt mit dem Motorboot geht flussabwärts, vorbei am Chongwe, bis wir bei einem Seitenarm halten. Hier warten schon zwei Kanus auf uns. Bevor wir uns ins Abenteuer stürzen, erklärt Morat das Programm für die nächsten 90 Minuten: relaxen, geniessen, entspannen, staunen, sich ab der Natur erfreuen. Aber bitte, die Hände nicht ins Wasser halten, das könnte eine leichte Programmänderung geben, wenn die Krokos zubeissen. Wie wir bald feststellen, sind einige hier ziemlich gross, aber alle, an denen wir vorbeigleiten, liegen gemütlich am Ufer am sonnenbaden.
Das nächste Highlight sind durstige Elefanten. Wir halten mit unseren Kanus auf der anderen Uferseite. Sie beobachten uns, aber merken bald, dass wir keine Gefahr sind und trinken weiter.
Als sie fertig sind, verlassen die Dickhäuter den Uferbereich und unser Weg wird frei, aber dann tauchen drei Eli’s aus dem Busch auf und wechseln noch schnell die Seite.
Beim nächsten Elefanten wird’s kniffliger: der steht im Wasser und futtert den Baum leer. Vorsichtig rudern wir neben ihm vorbei. Kurz nimmt er Notiz von uns, fühlt sich aber nicht gestört. Mein Herz klopft aber schon ein wenig, als wir mit unserer Nussschale an ihm vorbeigleiten.
Die grösste Herausforderung besteht darin, den Hippos auszuweichen, sofern man sie überhaupt sieht. Morat sagt, das in einem bestimmten Flussabschnitt eine Nilpferdkuh ein Junges habe, was sie besonders vorsichtig und aggressiv gegenüber Fremden macht. An der besagten Stelle warten wir und sehen sie dann bald in einer Lagune. Somit Bahn frei. Wir kommen am Ende des Seitenarms an und rudern in den Sambezi. Mit dem Motorboot geht es auf eine Insel zum Sundowner. Bei Sonnenuntergang überquert ein Elefant in weiter Ferne den Fluss. Ein schönes Bild zum Abschluss des 1. Tages.
Teil 306. Nov. 2014
30.06.: Lower Zambezi Der 2. Tag steht im Zeichen einer Volltages-Pirschfahrt im Park. Dadurch, dass wir mittags zum Lunch nicht zurück zur Lodge müssen, können wir tiefer in den Park fahren. Mit Donald und zwei weiteren Gästen einer anderen Lodge geht es am Morgen kurz nach 8 Uhr los. Die ersten Sichtungen: viele Impalas, einige Warzenschweine, Wasservögel und Elefanten. Bei zwei Löwen, die es sich im Gras gemütlich gemacht haben, bleiben wir länger.
Zuerst sind noch zwei weitere Fahrzeuge bei uns, aber bald sind wir dann alleine mit den Katzen. Der Bewegungsradius der beiden hält sich allerdings in Grenzen.
Nachdem sie kurz aufgestanden sind um aus einer kleinen Pfütze zu trinken, fahren wir weiter. Wir sehen weitere Elefanten. Auffallend ist, dass viele von ihnen noch nicht ausgewachsen sind. Morat meint, dass leider immer noch Wilderer hier ihr Werk treiben und halt einfachere Bedingungen vorfinden, wenn der Park zur Regenzeit kaum zugänglich ist.
Der Park für sich ist sehr abwechslungsreich. Wälder folgen auf Steppen, Lagunen finden sich hinter hoher Graslandschaft. Dazu der mächtige Sambezi zur Grenze von Simbabwe fliessend. Im dichten Gebüsch erblicken wir einen Leoparden, ein junges Weibchen, welches die vor sich weidenden Impalaherde beobachtet. Die Impalas haben den Leo natürlich schon entdeckt und beobachten ihn seinerseits wachsam. Ein Angriff ist ausgeschlossen, die Distanz ist zu weit und es gibt keine Anpirschmöglichkeiten. So können auch wir ihn noch eine Weile beobachten, bis er, bzw. sie wieder ins Gebüsch verschwindet.
Unsere Kaffeepause nehmen wir nahe einer Lagune ein. Hippos sind am anderen Ufer; die steigenden Temperaturen veranlassen sie zu einem abkühlenden Bad.
Wasserböcke in kleineren Gruppen sind im Park überall anzutreffen. Eine andere Gruppe versperrt uns allerdings den Weg. Die Elefanten wollen einfach nicht von der Piste verschwinden. So bleibt Morat nichts anderes übrig, als mitten durch Busch und Gestrüpp zu fahren; „Africa massage“ pur!
Nach dem Lunch, schön gemütlich am Ufer des Sambezi’s, fahren wir weiter im Park umher. Wir sehen zum ersten Mal im Park Zebras, Büffel, Wasserböcke und Kudus, jedoch verschwinden diese unmittelbar bei unserem Eintreffen im Dickicht.
Zwei Warane sind beim Liebemachen, ansonsten sind die Highlights eher rar gesät, abgesehen von der Landschaft. Nochmals geht es bei den beiden Löwen vorbei. Ihre Position ist unverändert: liegen und schlafen. Viel verpassen wir nicht.
Mit Anbruch der Dämmerung beschliessen wir langsam den Rückweg. Bei Sonnenuntergang halten wir für den Sundowner wieder am Sambezi. In der Nähe geniesst ein Elefant sein Diner, lässt sich aber durch unsere Präsenz nicht stören. Allerdings hält Morat immer ein wachsames Auge auf ihn.
Ein weiteres Fahrzeug steht in weiterer Distanz zu uns, die Leute haben den Sundowner beendet und sind bereit für die Nachtpirschfahrt, als im Scheinwerferlicht plötzlich ein Elefantenbaby auftaucht. Die Gäste sind hocherfreut, knipsen und blitzen das Kleine im Dauerfeuer, bis die Mutter trompetend dazwischenstösst und mit dem Baby verschwindet. Das hätte auch anders ausgehen können… Unsere Nachtpirschfahrt verläuft ruhig, abgesehen von einer Zibetkatze. Ab und zu trompetet es zum Gebüsch heraus.
Nach dem Diner unterhalten Donald und ich am Lagerfeuer. Unsere gemeinsame Zeit geht dem Ende entgegen. Er bleibt noch einen Tag hier, ich werde mich aufmachen, in den South Luangwa.
Teil 408. Nov. 2014
01.07.: Transfer Lower Samebzi - South Luangwa Troy fährt mich zur Flugpiste, wo nach kurzer Wartezeit auch schon die Cessna landet. Wir verabschieden uns und ich fliege zurück nach Lusaka.
Hier erneutes Einchecken für den Flug Richtung South Luangwa, diesmal ohne Hast. Nach einer Stunde Flugzeit lande in Mfuwe. Vom Wildlife Camp erwartet mich Moses. Wir fahren zusammen Richtung Unterkunft; unterwegs halten wir aber noch bei einem Metzger (eine tote Kuh oder was von ihr übrig ist hängt unter einem Baum, daher gehe ich davon aus, dass es der Metzger ist), bei seiner Frau, die am Strassenrand wartet und etwas entgegennimmt (wahrscheinlich einen kleinen Teil der toten Kuh…) und zum Schluss wir nehmen noch einige Einheimische mit auf den Weg. Nach dem Lunch bin ich überrascht, dass mich hier jemand im breitesten Berner Dialekt anspricht. Es ist Dora; sie arbeitet schon länger als Managerin in diesem Camp. Wie üblich zur Begrüssung gibt’s die „Do’s“ und „Don’t‘s“. Mein Zimmer befindet sich ca. 7 Gehminuten vom Restaurant entfernt, dazwischen liegt der Campingplatz. Ein kleiner Spaziergang am Sambezi entlang, allerdings nicht zu nahe dem Wasser entlang, wie empfohlen wird. Von diesem Kerlchen, welcher am Ufer liegt, geht keine Gefahr mehr aus....
Moses, der mich abgeholt hat, fährt den heutigen Gamedrive am Nachmittag. Begleitet werde ich dabei von 5 weiteren Gästen. Kurz nach der Einfahrt in den Park hält er auf der Brücke über den Luangwa und zeigt uns auf der Landkarte den South Luangwa, wo wir uns gerade bewegen und bewegen werden. Das ihm nicht alle auf die Karte schauen, liegt daran, dass unten im Fluss zwei Hippos in einen Kampf verwickelt sind.
Nach der Brücke beginnt der Park. Viele Nilpferde und Krokodile sind zu sehen, dazu unzählige Vogelarten, wie Reiher, Fischadler und Ibise. Der Fluss und die natürlich gebildeten Lagunen bilden in dieser Jahreszeit idealen Lebensraum für die Tiere. Ein Eisvogel klopft seine Beute (kleiner Frosch…?) an einem Ast tot und biegt die Mahlzeit zurecht, bevor sie in seinem Rachen verschwindet. Mit Wasser nicht soviel am Hut haben die Zebras, Pukus und Impalas, welche wir auf den grossen offenen Flächen antreffen.
Ein Löwenrudel liegt im offenen Gras faul rum. Offenbar tun sie das schon lange, denn einige suchen eifrig neue Liegepositionen. Meist sind sie aber mit der neuen Lage auch nicht zufrieden.
Die Sonne erreicht langsam den Horizont, Zeit für den Sundowner und Zeit, sich für die Nachtpirschfahrt bereit zu machen. Moses‘ Erfolgsquoten für eine Leoparden-Sichtung liegen bei 60%, wie er selbst sagt. Gute Aussichten also. Es dauert wirklich nicht lange, da sehen wir einen Leoparden über die Strasse huschen. Kurz darauf folgt ihr eine Hyäne, die der Katze wohl den später erlegten Nachtsnack streitig machen will. Die Szene dauert nicht lange, aber wir sind zufrieden. Kurz darauf sehen wir weitere nachtaktive Geschöpfe: eine Zibet- und Gingsterkatze. Letztere setzt sich auf einem Ast in Posse, ehe sie dann im hohen Gras verschwindet.
Die Hippos sind jetzt an Land am fressen. Vor unserem Fahrzeug taucht plötzlich eine Herde Büffel auf und versperrt uns die Weiterfahrt. Sie verschwinden aber bald von der Strasse. Alles in allem, ein äussert erfolgreicher erster Tag im South Luangwa, der zu Ende geht.
Teil 510. Nov. 2014
02.07.: South Luangwa
Mit Moses frühstücke ich im Restaurant, ehe wir beide zum Campingplatz fahren und 6 Drifters-Gäste abholen. Die jungen Leute scheinen wohl eine Party gefeiert zu haben, so richtig wach sehen sie nicht aus… Bei der Fahrt über die Brücke begrüsst uns der Sonnenaufgang.
Im Park zuerst die üblichen Verdächtigen: Krokos, Hippos, Impalas und Pukus, dazu viele Wasser- und andere Vögel. Eine Gabelracke posiert für uns auf einem dünnen Ast.
Weiter geht’s wieder mit den Pflanzenfresser: Büffel, Giraffen, Warzenschweine, Zebras und Wasserböcke.
Das Löwenrudel, das wir gestern gesehen haben, hat sich in der Nacht bewegt – nun liegen sie an einer anderen Stelle faul im Schatten der Bäume. Ich frage Moses beiläufig, welches sein Lieblingstier ist. Der Pavian, seine Antwort. Bei denen ist immer was los. Die Löwen tun ja gar nichts, „schimpft“ er zum Schluss. Soweit nachvollziehbar..., vielleicht sehe ich ja mal bei den Löwen sowas wie Bewegung.
Wir wollen gerade zur Kaffeepause ansetzen, da sehen wir eine kleine Herde Impalas davonrennen. Sie flüchten vor einer Hyäne. Wobei die Verfolgung der Hyäne irgendwie wie ein Scheinangriff aussieht, der Marke lust- und kraftlos; ein Wille ist bei ihr nicht wirklich zu sehen. So gibt sie dann schnell auf und verschwindet im Busch.
Ein kleines Highlight sehen wir dann noch bei der Rückfahrt: zwei Giraffen bei der Halsgymnastik. Jeweils abwechselnd schleudern sie ihren Kopf zum Nachbarn und vollführen schlingernde Bewegungen. Das Ganze sieht relativ sanft aus, also eher Liebesspiel als Kampf. Hier mal versucht als Collage einzufügen.
Beim Lunch treffe ich Michael Reich von A+M Africatours; er hat im Auftrag von Globetrotter meine Sambia-Reise gebucht. Wir werden zusammen die restliche Zeit im South Luangwa sowie im Kafue verbringen. Am späteren Nachmittag Aufbruch zur 2. Nachmittags- und Nachtpirschfahrt. Diesmal mit dabei im Fahrzeug u.a. fünf ältere Franzosen. Sie haben die nervige Angewohnheit, während der Pirsch zu rauchen und zu telefonieren. Ärgerlich das Ganze. Der Start ist nicht unbedingt verheissungsvoll: zwei Hammerköpfe auf einem Ast verleiten Moses zu einem 10-minütigen Referat über diese Vögel. In der Umgebung tut sich nicht viel, ausser einem Hippo in der Lagune ist nichts zu sehen. Ein ganz anderer Vogel zeigt sich dann auf der Strasse: ein Ziegenmelker. Das Tier sitzt am Strassenrand – völlig unbeeindruckt vom nahenden Fahrzeug.
Nach dem Sundowner wird es wieder Zeit, die Spotlampe zu aktivieren. Es dauert nicht lange, da sehen wir den ersten Leoparden. Er schnüffelt kurz an einem grossen querliegendem Stamm, ehe er im Gebüsch verschwindet.
Und dann tatsächlich: Ostern, Weihnachten und Geburtstag zusammen; wir sehen das Löwenrudel – in Bewegung! Sie kommen vom Busch her zur Strasse hin und überqueren diese direkt hinter unserem Fahrzeug – alle praktisch hintereinander wie an einer Schnur gezogen. Da ich in der hintersten Reihe sitze, blicke ich direkt hinunter. Und obwohl viele Pfoten unterwegs sind, man hört nichts im Unterholz, kein abknickendes Gras, kein verwelktes Blatt, das zerknirscht, kein Rascheln. Einfach nichts. Ohne Licht würden wir gar nicht mitbekommen, dass hier Löwen sind. Jetzt weiss ich, wie hilflos sich Pflanzenfresser fühlen müssen in der Dunkelheit, immer mit der Gefahr, plötzlich aus dem Nichts angegriffen zu werden.
Aber die Nacht, bzw. Pirsch ist noch nicht vorbei. Kurz nach den Löwen sehen wir den 2. Leopard. Er trinkt Wasser aus einer Lagune, ehe er in unsere Richtung läuft. Dies ganz gemächlich, so dass wir ihn einige Minuten beobachten können.
Das war’s... - denken alle. Falsch gedacht! Tatsächlich finden wir noch einen 3. Leoparden, ein imposantes Männchen. Er genehmigt sich aber einen Schönheitsschlaf und lässt sich auch durch unsere Anwesenheit nicht stören.
So, jetzt ist Schluss, die Abendpirsch hat viele Höhepunkte geliefert. Danke Moses, deine 60%ige Leoparden-Erfolgsquote hast du sichtlich gesteigert.
Teil 611. Nov. 2014
03.07.: South Luangwa
Am Morgen starte ich wiederum zur Pirschfahrt, diesmal mit fünf weiteren Gästen des Camps (vier Personen aus England sowie Michael). Die Tiere wiederholen sich, wobei, zu Beginn eine Premiere: ein Buschbock zeigt sich kurz neben der Strasse.
Ansonsten viele Impalas, Pukus, Kudu, Wasserböcke, Elefanten, Giraffen und weitere Pflanzenfresser. Bei einer Herde Impalamännchen gibt’s was auf die Hörner. Einige bekämpfen sich gegenseitig, so eine Art jeder gegen jeden.
An einer Lagune machen wir Kaffeepause und gesellen uns zu den Pukus, Nimmersatte und Krokos. Auch ein Goliathreiher sucht hier einen Snack.
Ich erfahre von den Engländern, dass sie am Flughafen in Lusaka auch 10 Minuten vor dem Weiterflug an den Check-In gekommen sind. Im Gegensatz zu mir konnten sie aber nicht mehr in die Maschine und mussten eine Nacht in Lusaka verbringen. Den neu gebuchten Flug konnten sie erst am Folgetag antreten. Rückblickend habe ich wirklich Glück gehabt. Nach der Pause wird es Zeit für den Löwenbesuch. Als wir sie finden machen sie… nichts! War ja klar. Aber irgendwas ist trotzdem anders: ein Weibchen schleckt etwas das aussieht wie ein dunkler Stein zwischen ihren Pfoten ab. Ein anderes Weibchen spielt mit einem Horn. Und das Männchen ist über Nacht schwanger geworden, gratuliere! Eigentlich müsste man den Weibchen gratulieren, denn sie haben sicherlich den Büffel in der Nacht erlegt, den das Männchen für sich alleine verputzt hat. So fies kann die Natur sein. Die Weibchen sind immer noch mager wie am Vortag und haben vom Festmahl wohl nicht allzu viel mitbekommen. Der dunkle Stein entpuppt sich als Huf des Büffels. Das interessiert das Männchen aber nicht, vollgefressen liegt es da und wird wohl für weitere Stunden keinen einzigen Schritt machen.
Bei der Rückfahrt wird es wieder mal Zeit für die Vögel: Gabelracke und zwei Pfirsichköpfchen kreuzen unseren Weg. Und bei einer Lagune sitzt ein Fischadler.
Nach dem Lunch machen Michael und ich uns bereit für das Bushcamp. Dieses liegt ca. 2km vom Wildlife Camp entfernt, wo wir nun am Nachmittag hinlaufen werden. Als Guide haben wir James mit dabei; er wird von einem bewaffneten Ranger unterstützt.
Beim Wandern sehen wir Pukus, die uns aber nicht so richtig trauen und früh Reissaus nehmen. An einer Lagune versammeln sich Störche und Fischadler. In weiterer Ferne futtert ein einzelner Elefant. Wir sehen öfters grosse Erdlöcher. James warnt uns immer wieder, weil wir vor den Löcher stehen und hineinstarren. Wir befinden uns in der „Fire range“, also quasi auf der Angriffsseite, sollte ein Tier plötzlich emporschnellen. Michael erhofft sich aber, dabei ein Erdferkel zu sehen. Sein Wunsch bleibt unerfüllt.
Nach ca. 2 Stunden erreichen wir das Bushcamp. Gerade rechtzeitig, um den ersten Sundowner am Lagerfeuer zu geniessen. Währenddessen grilliert der Koch am Feuer.
Während und nach dem Abendessen und am Lagerfeuer ist ein grosses Thema die zur Zeit laufende WM und den Fussball allgemein, in Sambia und in der Schweiz. James kennt den FC Basel und GC, wir müssen leider bei den sambischen Teams Forfait geben. Da das Camp am Fluss gelegen ist, hören wir in der Nacht öfters die Hippos. Auch ein Leopard in unmittelbarer Nähe macht sich bemerkbar.
Teil 714. Nov. 2014
04.07.: South Luangwa
Am frühen Morgen machen sich die Hippos vom Festland auf zurück in den Fluss. Man hört das Plumpsen, wenn sie von Ufer oben herab wie bei einer Rutsche ins Wasser fallen. Ansonsten ist es sehr ruhig im Camp und wir schlafen aus. Nach dem Frühstück beobachten wir die Szenerie am Fluss. Auf der flachen Gegenseite sind Pukus am Trinken, Krokodile dösen am Ufer und Hippos vergnügen sich im Wasser und an Land.
Und hier noch ein Foto des Buschcamps.
Wir unternehmen einen weiteren Bushwalk, diesmal entlang des Luangwas. Da der Fluss schon nicht mehr soviel Wasser führt, laufen wir meist auf der Sandbank. Diverse, teils auch frische Fussspuren finden sich am Boden, so u.a. von einem Löwen.
Den Lunch nehmen wir im Bushcamp ein, anschliessend ist Siesta. Auch im und am Fluss bewegt sich nicht viel. Es ist allgemeine Ruhezeit. Am späteren Nachmittag geht’s wiederum auf den Bushwalk, diesmal in die andere Richtung, zuerst dem Fluss entlang, danach ins Landesinnere. Hier sehen wir einen Baum, der vor kurzem noch von einem Leoparden „bewohnt“ war. Kratzspuren an der Rinde sowie Fellrückstände (vermutlich eines Impalas) auf dem Ast bezeugen dies.
Viele Termitenhügel befinden sich auf dem Weg. James hat nicht gerade grosse Freude daran. Sie sind richtige Zerstörer, meint er. Zurück im Camp gibt’s den gewohnten Sundowner am Lagerfeuer.
Der Chefkoch bereitet das Barbeque wiederum am Lagerfeuer zu. Der Rost ist voller Fleischstücke, wir fragen uns, wer das alles essen soll.
Die Nacht ist ruhig, wiederum abgesehen von den Hippos. Auf der Gegenseite im Park hören wir die Löwen.
Teil 816. Nov. 2014
05.07.: South Luangwa
Heute wird nicht ausgeschlafen. Ich geniesse den Sonnenaufgang über dem Luangwa. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Während dem ich auf dem Hocker die hochgehende Sonne fotografiere, höre ich wieder das bekannte Plumpsen von gestern, die Hippos machen sich auf den Weg in den Fluss.
Nach dem Frühstück packen wir unsere Koffer und machen uns bereit für den Rückweg. Wir verabschieden uns von der Camp-Crew, die noch ein paar weitere Tage hierbleiben, da heute Nachmittag schon die nächste Gruppe folgt. Wir laufen los, allerdings nicht derselbe Weg zurück wie hin. So jedenfalls ist die Idee von James. Das Vorhaben scheitert aber, weil wir bald von Elefanten „umzingelt“ sind und wir jedesmal wieder einen anderen Weg einschlagen müssen. Kurz vor dem Wildlife-Camp kommt mir die Landschaft dann sehr bekannt vor, wir sind auf demselben Weg wie vor zwei Tagen angekommen. Das Positive dabei ist, die Elefanten haben uns zu einer Gruppe Giraffen gelotst, die uns aber nicht so sehr trauen und gleich auf Distanz gehen.
Zurück im Camp empfängt uns Dora – und der Lunch. Vorher verabschieden wir uns vom Ranger, der uns bei jedem Walk durch den Busch begleitet hat (wir sehen ihn am Nachmittag am Gate wieder). Den Lunch nehmen wir wie immer im Restaurant ein. Eine Meerkatze beobachtet uns ein wenig abseits. Erhofft sich wohl einen Happen, wenn wir fertig sind, denke ich. Das Beobachten geht bald in Ausspionieren und mögliche taktische Angriffsauslösung über, denn er wechselt den Standort immer wieder. Ich beachte das Tier aber nicht weiter, vor allem nicht, als es aus meinem Blickfeld verschwindet. Das war ein Fehler: als ich im Gespräch mit Michael bin und ich den Oberkörper ein wenig nach rechts bewege, spüre ich plötzlich einen Luftzug und Fell auf der linken Seite. Als ich erschrocken zur Seite blicke, fällt mir nichts auf, ausser, dass mein Brötchen auf dem Teller weg ist. Der Angriff ging so schnell, dass ihn nicht einmal Michael, der ja ein direktes Blickfeld hatte, etwas davon mitbekommen hat. Ich bin geschlagen, die Meerkatze lässt sich seine Beute auf einem Ast vor meinem Augen schmecken. 😈
Mit James fahren wir zur letzten Pirsch im Luangwa. Vorher müssen wir aber noch zwei weitere Gäste im Camp abholen. Die sind aber unauffindbar. Weil wir verspätet abgefahren sind, haben sich die beiden der anderen Gruppe angeschlossen. Wir treffen die andere Gruppe im Park; ihr Auto als 9 Plätzer hat jetzt 10 Gäste drin. James und der andere Fahrer besprechen, MIchael meint, man sollte losfahren. Auch ich denke: fahr, fahr, fahr... 😛 und tatsächlich: schlussendlich bleiben Michael und ich heute alleine im Fahrzeug. Privatsafari quasi… Auch wenn wir heute wiederum viele Tiere sehen, ist irgendwas anders im Park. Man ist nicht mehr so alleine unterwegs. Verhältnismässig viele Fahrzeuge kreuzen den Weg. James erklärt, dass es ein verlängertes Wochenende ist und viele Sambier dies mit einer Safari kombinieren. Und ja, der South Luangwa ist da halt entsprechend populär.
So richtig bemerkbar macht sich dies bei der Abendpirschfahrt. Wir halten am unteren Ende einer Lagune für den Sundowner. Auf der anderen Seite, wo die "Hauptstrasse" liegt, fährt Fahrzeug um Fahrzeug vorbei, praktisch im Minutentakt. Der Grund: am oberen Ende der Lagune liegt das Löwenrudel. In der einsetzenden Dämmerung sehen wir das Blitzen der Kameras. Auch wir fahren nun hin zu den Löwen. Das Rudel liegt (was denn sonst?) halb im Gras versteckt. Von unserem Fahrzeug aus sehen wir nicht alle Tiere, auch sonst ist die Lage nicht ideal. Wir haben bald genug davon und fahren weiter. Aber auch, als wir zwei Leoparden beobachten, sind viele Fahrzeuge anwesend.
Offenbar haben sie kürzlich ein Tier gerissen und einer davon ist noch am Speisen im Busch. James meint, eine Hyäne sei auch in der Nähe, aber diese sehen wir nicht. Hektisches Herumfahren, Fotoblitzlichter und Lärm versauen nach einiger Zeit die Lust auf die beiden. Wir machen uns auf den Rückweg zum Camp. Zum Abschluss sehen wir noch eine Zibetkatze. Obwohl es heute wie auf einer Chilbi (Jahrmarkt 😉 ) zuging, so habe ich doch nun jeden Abend mindestens einen Leoparden gesehen. Das macht Lust auf mehr, oder: wieder einmal auf in den South Luangwa. 🙂
Teil 918. Nov. 2014
06.07.: Transfer South Luangwa - Kafue
Der Aufenthalt im South Luangwa ist beendet. Ich verabschiede mich vom Camp-Team. Anschliessend fährt uns James nach Mfuwe zum Flughafen. Heute ist Sonntag, viele Menschen in Sonntagstracht sind auf dem Weg in die Kirche. Am Flughafen verabschieden wir uns dann von James. Der Flug zurück mit Proflight nach Lusaka verläuft ruhig.
In Lusaka am Flughafen werden wir von Phil erwartet. Er ist der Manager und Mitinhaber vom Musekese Camp im Kafue. Die Autofahrt führt uns vorbei am sonntäglichen Verkehr von Lusaka. Während der ereignislosen Fahrt erfahren wir ein wenig mehr über Phil: zusammen mit Tyrone hat er das Unternehmen Geoffrey + Mc Keith’s Safaris gegründet. Das Musekese Camp ist ein neueres Projekt von ihnen, es wird während der Trockezeit am Rand des Kafue-Flusses geführt und in der Regenzeit abgebaut. Kurz nach dem Gate im Kafue Park biegen wir in eine unscheinbare Piste ein und verlassen die asphaltierte Strasse. Die Strasse, auf der wir jetzt fahren, wurde extra als Zugang zum Camp angelegt und ist typisch afrikanisch holprig, die Landschaft geprägt von dichtem Wald, mit wenig offenen Savannenflächen. Mehr und mehr begleiten uns Tsetse-Fliegen, einige finden sogar trotz geschlossenen Fensters den Weg ins Wageninnere. Es ist das erste Mal, dass ich diese Biester in Afrika erlebe. Viel habe ich schon von ihnen gehört und gelesen; und tatsächlich: über diese Sauviecher kann man ja in einem ganzen Buch fluchen. Lästige und robuste Flieger, kaum zu töten. Nach ca. 45 Minuten Pistenfahrt hält Phil an und steigt aus. Im ersten Moment sehe ich den Grund nicht, dann bemerke ich eine Fotofalle, welche an einem Baum befestigt ist. Er kontrolliert den Speicher und wir finden tatsächlich eine Löwin drauf. Leider haben die Tsetse’s die Chance genutzt und sind uns ins Wageninnere gefolgt. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt, nur Phil scheint ausgelassen ruhig zu sein. Nach weiteren 15 Minuten ist dann auch für die überlebenden Viecher fertig lustig. Phil sprayt den Wagen voll und wie von Zauberhand sind bald alle weg. Kurz darauf erreichen wir den Kafue-Fluss und steuern das Camp an. Dieses liegt gelegen am Flusshang. Wir werden von Tyrone, dem 2. Mitinhaber begrüsst. Da die Zeit schon weit fortgeschritten ist, reicht die Zeit nicht mehr für eine Pirschfahrt, daher begeben wir uns nach dem Zeltbezug gleich zum Lagerfeuer für den Sundowner. Nach dem feinen Nachtessen sitzen wir bei einem Schlummerbecher nochmals am Lagerfeuer und lauschen der Natur. Hier noch ein paar Bilder des Camps.
Zeltunterkunft
Im Zelt drinnen, schön gemütlich
Dusche, wird auf Wunsch warmes Wasser eingefüllt
Toilette und Lavabo, wie die Dusche im halboffenen Bereich
"Hauptgebäude", als Aufenthaltsraum und Essbereich (Abendessen + Lunch)
Morgenessen unter freiem Himmel, nahe dem Lagerfeuer (links ausserhalbes des Bildes)
Teil 1020. Nov. 2014
Sorry für die langen Unterbrüche. Jetzt geht's weiter...
07.07.: Kafue
Das Morgenessen nehmen wir beim Lagerfeuer ein. Im Camp haben Phil und Taylor weitere Fotofallen installiert. Der Löwe, den wir in der Morgendämmerung in unmittelbarer Nähe hören, ist leider nicht drauf zu finden. Die letzte Nacht zeigt keine weiteren Ergebnisse. Die Nacht zuvor jedoch lief ein Leopard durch’s Camp. Heute Morgen ist eine Wanderung vorgesehen. Phil wird uns begleiten. Mit Michael und mir kommen noch zwei weitere Gäste mit. Das Boot fährt uns ein Stück flussaufwärts und wir legen auf der anderen Seite des Kafues an. Der Morgen ist frisch, die Sonne hat es knapp über den Horizont geschafft, ideal für den Start eines Bushwalks. Ein Geier zeigt sich kurz darauf auf dem Baum, hoffentlich kein schlechtes Zeichen. In unmittelbarer Nähe hören wir Elefanten. Ein ziemlicher frischer und feuchter Elefantendung beweist, dass die Rüssler von noch nicht allzu langer Zeit hier waren, sehen sie aber wegen des dichten Busch- und Baumwerkes nicht. Ruhig und ohne Hektik laufen wir immer in der Nähe des Flusses entlang. Dafür finden wir in einer Lagune Pukus und Impalas, die aber nach unserem Erscheinen schnell davonrennen. Auch zwei Kuduweibchen laufen mit der Antilopenherde davon. Unter einem Baum machen wir Kaffeepause. Auf dem Baum klettern Meerkatzen herum. Mein Gebäck halte ich diesmal fest, soll nicht noch einmal vorkommen, dass diese Affen mein Essen stibitzen. Aber diese hier sind ziemlich scheu und den Menschen nicht so sehr gewöhnt wie in einer Unterkunft. So langsam suchen wir den Weg zum Fluss, wo das Boot uns abholt. Auf einer offenen, mit hohen Gräsern bewachsenen Ebene läuft Phil oftmals alleine voraus um zu schauen, ob die Luft rein ist. Sie ist es. Wir erschrecken trotzdem einmal, als wir warten. Ein kleines Kaninchen huscht plötzlich an uns vorbei und flüchtet.
Nach dem Lunch fahren wir mit dem Boot zu einem Versteck, welches Phil und Taylor aufgebaut haben. Eine kleine Schilfbox, in der wir Tiere in einer halb ausgetrockneten Lagune beobachten können. Die Szene ist ruhig; einige Pukus und Impalas grasen, ein Eisvogel und weitere Vögel (Reiher, Störche) sind auf Futtersuche.
Nach gut 2 Stunden wird es Zeit für den Aufbruch. Wir witzeln noch, dass jetzt gleich ein Leopard auftaucht und die Szene aufmischt, aber Phil lässt sich nicht überzeugen und so fahren wir wieder zurück ins Camp. Die Küchencrew hat wieder gezaubert und zum Nachmittagskaffee einen Kuchen gebacken.
Nach der Stärkung fahren wir mit dem Boot auf dem Kafue flussaufwärts.
Die ersten Tiere lassen nicht lange auf sich warten. Ein Waran schleicht am Ufer entlang. Über ihn versucht ein Elefant, einen kleinen Baum auszureissen. Beidseitig des Ufers treffen wir vereinzelt Tiere an. Pukus, Impalas und Krokodile. Im Wasser tummeln sich Hippos, auf den Bäumen lauern Fischadler auf Beute.
Bei einer Insel halten wir für den Sundowner. Die Sandbänke werden von African Skimmer als Brutgebiet genutzt, daher bleiben wir im Boot. Die Skimmer fliegen immer wieder an uns vorbei. Mit der untergehenden Sonne ergibt sich eine schöne Stimmung.
Die Rückfahrt geht wesentlich schneller und die Luft ist schon ziemlich abgekühlt. Bei der Ankunft am Ufer werden wir von Camp-Mitarbeiter und einem bewaffneten Ranger erwartet. Der kurze Furschmarsch zu unseren Unterkünften im Dunkeln müssen wir vorsichtig angehen; ein Elefant hält sich in unmittelbarer Nähe auf. Wahrscheinlich der gleiche, den wir vorher bei der Bootsfahrt am Ufer angetroffen haben. Wir erreichen unsere Unterkunft wohlbehalten. Das Nachtessen ist wiederum eine Wucht. Am Lagerfeuer werden wir durch die Rufe von Pukus und einem Leopard aufmerksam gemacht. Phil schnappt sich die Taschenlampe und wir laufen Richtung Fluss, finden aber leider keine der Protagonisten.
Teil 1121. Nov. 2014
08.07.: Kafue
Der Morgen begrüsst uns wieder mit Löwengebrüll. Wir starten früh in den Tag, denn das Ziel sind heute die Busanga-Plains. Zuerst fahren wir mit dem Boot zum Lufupa River Camp, wo die Fahrzeuge des Musekese Camps untergestellt sind. Phil ist heute unser Fahrer. Kurz nach Sonnenaufgang fahren wir dem Auto los.
Die ersten Tiere sind Pukus, Zebras und Elefanten, dazu Störche und Wasservögel. Die Landschaft wechselt sich ständig. Die Tiere sind jedoch in den Wälder oder im Gebüsch schwer zu erkennen. Bei einer Felsformation suchen wir konzentriert nach Leoparden – gemäss Phil ideales Gebiet für sie – zeigen lassen sie sich aber nicht. Dafür zeigt sich die Landschaft von seiner schönen Seite.
So ist die Fahrt zu Beginn relativ ereignisarm. Eine Puku-Mama mit ihrem Jungen ist eines der wenigen Tiere, welche wir nahe genug am Fahrzeug sehen.
Interessanter sind die Spuren auf der Fahrpiste. Zuerst finden wir frische Tracks von Wildhunden. Wir folgen den Spuren, die Hunde sind ein beachtliches Stück auf der Strasse gelaufen. Irgendwann sind sie aber in den Busch abgebogen und wir beschliessen, ihnen nicht weiter zu folgen. Dazu müssten wir die Strasse verlassen und im Gelände herumkurven, das macht keinen Sinn. Es geht nicht lange, finden wir Spuren von Geparden, ebenfalls relativ frisch auf den Sandboden getapst. Auf ein Neues: wir folgen denen. Die Landschaft ist nun offener und karger, so finden wir die Spuren auch abseits der Strasse. Aber schlussendlich auch hier: Fehlanzeige! 🙁 Die Tiere wollen sich nicht zeigen lassen. Trotzdem geniesse ich die Fahrt, denn wir sind praktisch alleine unterwegs. Nur zweimal kreuzen uns weitere Fahrzeuge, ansonsten haben wir – so scheint es – den Park für uns. Auch die beiden Greifvögel geniessen die Ruhe.
In den Busanga-Plains angekommen, sehen wir Warzenschweine, Gnu’s und zum ersten Mal auf meiner Tour, Roan- und Letschwe-Antilopen. Jedoch ist die Fluchtdistanz relativ gross und so sehen wir sie nur auf Distanz. Den Lunch nehmen wir unter einem Baum im Schatten ein.
Die Temperaturen steigen über 30 Grad. Nach dem Essen fahren wir noch kurze Zeit in den Plains umher, ehe wir die Rückfahrt antreten. Vor dem Verlassen der Busanga-Plains nochmals ein neues Tier auf der Liste: zwei Klunkerkraniche am balzen.
Tiere lassen sich aber nun wenige blicken und wenn, dann in ferner Weite. Die Suche nach Raubtieren haben wir aber noch nicht aufgegeben. Abseits der Strasse fahren wir im hohen Gras und sehen dann tatsächlich einen Leopard. Obwohl, „sehen“ ist übertrieben, eher die Konturen lassen erahnen, dass es sich beim Tier um einen Leo handelt. Er verschwindet aber schnell wieder im hohen Gras.
Wer den Leo findet, darf ihn behalten... 🙂
Kurz nach dem Sundowner werden wir von zwei Geparden überrascht. Sie sind auf der Jagd, wechseln die Strasse und verschwinden im Wald. Kurze Zeit später hören wir die Rufe der Impalas. Leider ist das Gelände für den Wagen nicht optimal und so müssen wir abbrechen. Fotos habe ich keine machen können 🙁 , es ging alles sehr schnell und mit der eintretenden Dunkelheit und dem Geschüttel vom Fahren wäre eh nichts draus geworden.
Es dunkelt schnell ein und Phil übernimmt gleich selbst die Aufgabe des Spotters. Ausser Kaninchen und ein Krokodil, welches schnell ins Wasser verschwindet, sehen wir nicht viel. Der Schlusspunkt von unserem ganztägigen Pirschfahrt bildet die Bootsfahrt zurück ins Camp. Da die Sonne schon untergegangen ist, ein kühles Unterfangen, aber die bordeigenen Wolldecken geben wenigstens Schutz vor dem Fahrtwind. Zurück im Camp wird nochmals gegessen wie Gott in Frankreich.
Teil 1224. Nov. 2014
09.07.: Transfer Kafue – Livingstone Der heutige Tag ist schnell erzählt... Am Morgen fahren wir mit Tyrone zeitig los, um pünktlich am Flughafen in Lusaka einzutreffen. Unter der Woche wird mit mehr Verkehr gerechnet als bei der Hinfahrt. Bei der Fahrt auf der Sandpiste sehen wir verschiedene Antilopenarten: Impalas, Pukus, Roan und Oribis. Die Fotofalle bei der Strasse wird nochmals ausgewertet, ausser einem Impala hat sich aber nichts getan. Die Tsetse-Fliegen werden wieder unsere treuen Begleiter, jedenfalls bis zur Einfahrt in die Hauptstrasse. Die Fahrt auf der Asphaltstrasse verläuft ereignislos, ab und zu Polizeikontrollposten, aber diese passieren wir problemlos. Wir merken schon bald, dass das mit dem erhöhten Verkehr stimmt. Um und in Lusaka fahren wir im Schritttempo. Am Flughafen verabschieden wir uns von Tyrone. Im Flughafen folgt kurze Zeit später der nächste Abschied: Michael wird via Johannesburg zurück in die Schweiz reisen, ich checke mich ein für den Inlandflug nach Livingstone. Auch meine Reise geht dem Ende entgegen - Livingstone ist mein letzter Aufenthalt. Der Flug dauert gut eine Stunde und verläuft ruhig. Beim Anflug zum Flughafen sind von weitem schon die Victoriafälle, bzw. deren Gischt, sichtbar.
Wenig später sitze ich schon im Taxi nach Livingstone, meine Unterkunft ist die Maramba River Lodge. Die kurze Fahrt nutze ich für ein Update in Sachen Fussball-WM. Der Fahrer ist jedoch fast immer noch sprachlos, ab dem Brasilien-Desaster, welches gestern gegen Deutschland eingetreten ist. Der Tag ist schon weit fortgeschritten als ich in der Lodge ankomme. Das Aktivitätenzentrum hat schon geschlossen, also muss ich bis morgen warten. An der Bar direkt am Maramba Fluss gibt’s ein Apero und anschliessend im Restaurant Nachtessen.
Bei der Maramba River Lodge habe ich ein Chalet gebucht. Hier noch ein paar Fotos.
Wie es der Name schon sagt, liegt die Lodge idyllisch gelegen am Maramba Fluss. Ab und zu sieht man Flusspferde, ansonsten ist es ziemlich ruhig und gemütlich.
Hier noch der Bereich mit Pool und Bar
Teil 1325. Nov. 2014
10.07.: Livingstone
Heute Morgen wird wieder mal ausgeschlafen. Wobei, draussen ist schon ordentlich Betrieb und dadurch, dass die Fenster keine Verglasung, sondern nur Moskitonetze haben, dringt der Lärm ungefiltert ins Zimmer. Nach dem Morgenessen gehe ich an den Pool und verbringe die Zeit mit Nichtstun, Lesen und Musik hören. Das Wasser im Pool ist zwar sauber, aber kalt. Und die Temperaturen sind noch nicht so hoch, als das ich eine Abkühlung brauche. Nebst dem Buchen von Aktivitäten treffe ich an der Rezeption Steven. Er ist Taxifahrer und für die restliche Zeit in Livingstone ab sofort für mich zur Verfügung, wie er sagt. Gerne nehme ich das Angebot an. Am Nachmittag werde ich von einem Fahrer abgeholt, der mich zur Anlegestelle der „Livingstone Adventure“ bringt. Ein kleiner Bootstrip beendet den 1. Tag. Ich bin ziemlich früh dran und setze mich ins Boot, für die nächsten paar Minuten bin ich alleine auf dem Kahn. Wenig später taucht eine ca. 8-köpfige spanische Familie lautstark plappernd und gestikulierend am Steg auf, von Jung bis Alt, von Klein bis Gross, von Dünn bis... Kampfgewicht. Sie kommen in meine Richtung. Sofort Stossgebet zum Himmel: bitte nicht in mein Boot, bitte nicht in mein Boot, bitte nicht…. Danke! Sie setzen sich ins Boot nebenan. Aber offenbar hätte ich dem Herrgott noch ein wenig Schmiergeld zuschieben müssen. Jetzt tauchen ein halbes Dutzend Chinesen auf – der Lärmpegel macht der europäischen Familienbande durchaus Konkurrenz. Und wird nicht leiser während der Bootsfahrt. Mit einem jüngeren von ihnen unterhalte ich mich während dem Sundowner, er spricht sehr gut englisch, studiert in Amerika und besucht nun seine in Sambia wohnhafte Familie. Wir fahren zuerst den Sambezi aufwärts (entgegen den Fällen), immer nahe dem Ufer entlang. Ein Storch hat gleich einen Snack erwischt und versucht diesen nun, herunterzuschlucken. Ist aber bei der Grösse des Fisches nicht so einfach.
Nebenan beobachten uns zwei Vögel am Ufer, leider habe ich den Namen dieser beiden Schönheiten nicht rausgefunden. 🙁
Währenddessen kämpft der Storch immer noch mit dem Fisch, aber er hat es bald geschafft, dass dieser im Hals verschwindet.
Hippos tauchen vor uns auf und ein kleineres Krokodil. Die Chinesen sind von der Echse entzückt. „Big big“ rufen sie immer, gefolgt mit chinesischer Wortspielerei. Naja, wenn das „Big“ ist, was waren dann die im Lower Zambezi?
Auf einer Insel stossen wir auf Elefanten und nun gibt’s auf dem Boot endgültig kein Halten mehr. „Ooohhhh, big, big, big….“. Meinen die nun die Elefanten oder die Stosszähne? Naja, ist ja nicht böse gemeint, aber mein erster Gedanke... 😐 Zwei von den Elefanten sind in einen Kampf verwickelt. Leider deckt der Dritte die Szene ab, indem er sich zwischen die Kämpfenden und unser Boot setzt.
Wir machen kehrt um und fahren auf der anderen Seite der Insel den Sambezi herunter Richtung Fällen. Die Gischt ist von weitem sichtbar. Der Regenbogen tanzt im Himmel.
Auf einer kleineren Insel halten wir für den Sundowner und einer riesigen Snackplatte, bestehend aus vier verschiedenen Fleischen und Gemüse. Da braucht man später kein Abendessen mehr. Den Sonnenuntergang geniessen wir im Boot auf dem Sambezi, wie alle anderen Schiffe auch.
Anschliessend geht es nochmals Richtung Fälle, ehe wir uns dann auf den Rückweg machen. Die Chinesen steigen direkt bei ihrem Hotel aus, ich fahre alleine zurück zur Anlegestelle. Zurück in der Lodge verbringe ich den Abend draussen an der Bar.
Teil 1426. Nov. 2014
Hallo Eto
Vielen Dank für deine Angaben betr. dem Vogel.
11.07.: Livingstone
Die Urlaubstage sind wie im Flug vergangen, denn heute bricht der offiziell letzte Tag an; und der beginnt früh. Um 7:00 Uhr bin ich für einen Microflight-Rundflug angemeldet. Die Luft ist beim Warten draussen ziemlich kalt und sie wird sich bei meinem Flug nicht spürbar erwärmen. Frostige Aussichten also… Von einem Mitarbeiter werde ich bei der Lodge abgeholt. Nach einer kurzen Instruktion (Selbststudium) schlüpfe ich in den Überzug. So richtig warm scheint der mir auch nicht zu geben. Der Pilot startet den Benzindampfer und auf geht’s in die Lüfte. Meine Befürchtungen bewahrheiten sich: in den 15 Minuten in der Luft werde ich zum Eiszapfen. Der Überzug hilft nicht wirklich gegen die Kälte, dank den vielen Löchern herrscht sogar Durchzug.... Nichtsdestotrotz: der Flug ist ein wahres Erlebnis, jede Minute ein Genuss. Die Fälle sind von oben herrlich zu betrachten und der Sonnenaufgang leistet einen Beitrag mit. Nach zwei Umkehrungen rund um die Fälle fliegen wir noch kurz über den Park, ehe der Pilot den Mini-Flieger sicher landet. Halb durchgefroren habe ich wieder festen Boden unter meinen Füssen. Zurück in der Lodge komme ich rechtzeitig zum Frühstück. Anschliessend wird wie gestern das süsse Nichtstun zelebriert. Das geht zwar heute fast den ganzen Tag so, aber tut gut, mal die Seele baumeln zu lassen. Am Abend folgt das Highlight des Aufenthaltes in Livingstone: da kurz vor Vollmond, ist der Park auch nachts geöffnet. Der Eintritt kostet auf Sambia-Seite 25$. Steven (mein "persönlicher" Taxifahrer) will sich das Ereignis auch nicht entgehen lassen und begleitet mich während des Park-Besuchs. Eigentlich habe ich viele Besucher erwartet, aber es sind wenige Gäste zugegen. Umso besser, denn für den Mondregenbogen gibt es eh nur eine wirklich gute Stelle – und die ist natürlich von allen Gästen besucht. Aber als sich eine Reisegruppe verabschiedet, ist der Platz fast leer. Zusammen mit Steven laufe ich noch im Park umher; er zeigt mir für den morgigen Besuch noch weitere Stellen. Jedoch ist das Spazieren tückisch, denn die Wege sind nicht beleuchtet. Und tatsächlich dauert es nicht lange und ich laufe in eine knöcheltiefe Sumpfpfütze hinein. Wir kehren um und laufen nochmals zur besten Stelle. Es ist ein schönes, nicht alltägliches Erlebnis, den Mondregenbogen in einer solchen Pracht zu sehen. In Natura habe ich ihn aber ganz in weiss in Erinnerung, die Kamera hat wohl von sich aus gedacht, dass da noch Farben dazugehören, wie es bei einem Regenbogen üblich ist...
Nachdem wir uns sattgesehen haben, fahren wir zurück zur Lodge. Der Tag wird wie gestern an der Bar beendet.
Teil 1528. Nov. 2014
12./13.07.: Livingstone – Lusaka – Dubai – Zürich
Heute ist der offiziell letzte Tag meiner Reise. Den Morgen nutze ich nochmals für einen Besuch bei den Fällen. Steven fährt mich hin und wartet dann, bis ich mit meiner Tour fertig bin. Ich bin sehr früh dran und daher der erste, der im Park umherläuft. Durch das viele Wasser und die Gischt bleiben einem aber nicht viele Stellen, um die Fälle zu beobachten. Im Regenschutz laufe ich über die Brücke, aber da ist die Sicht gleich null. Als bleibe ich auf der anderen Seite der Brücke. Die Sonne steigt langsam hoch und bringt die Landschaft zum leuchten. Der Regenbogen lässt nicht lange auf sich warten.
Zwei Stunden später fährt mich dann Steven zurück zur Lodge. Nach dem Frühstück packe ich zusammen und warte am Pool, bis ich zum Flughafen gebracht werde – natürlich wiederum von Steven. Der Flug zurück nach Lusaka ist mit Ausnahme von zwei Turbulenzen ruhig. In Lusaka ist mein Weiterflug jedoch erst am Abend, so muss ich mich nun 6 ½ Stunden beschäftigen. Eine Kleinigkeit wird im indischen Restaurant gegessen (nicht so empfehlenswert), dann gelesen oder auf dem Tab gespielt oder im Internet gesurft. So langsam muss ich wieder in der Realität ankommen und lese die News der letzten Tage.
Am Abend füllt sich das Flugzeug und wir starten pünktlich von Lusaka nach Dubai. Shalenipo Zambia, auf Wiedersehen Sambia. In Dubai landen wir am morgen früh, die Temperaturen haben sich nicht geändert. Stört aber im klimatisierten Terminal nicht. Von Dubai nach Zürich geht es dann mit dem grossen Vogel A380. Der Flieger ist nicht ausverkauft und ich habe genügend Platz, um mich breit zu machen. Die Zeit hier drin vergeht wortwörtlich wie im Fluge und so landen wir überpünktlich (30 Minuten früher) in Zürich. Back to reality, zurück im verregneten und kühlen Sommer, die Schweiz hat mich wieder.
Fazit: Die zweiwöchige Reise war perfekt durchorganisiert. Alles hat bestens geklappt, Flüge, Transfers, Unterkünfte, etc. So konnte ich wirklich zurücklehnen und entspannen (ok, bis auf die eine Ausnahme bei der Einreise, wo mein Weiterflug fast ohne mich davongeflogen wäre). Aber ansonsten: top! Wegen des Tourverlaufs hatte ich nicht soviel Kontakt zu den Einheimischen (wie z.B. als Selbstfahrer), aber ich habe überall freundliche und hilfsbereite Menschen angetroffen.
Hier noch meine Favoriten bezüglich:
Parks: zweigeteilt; landschaftlich fand ich den Lower Sambezi am schönsten, von den Tieren her natürlich der South Luangwa. Näher als hier kommt man nicht an sie heran. Und wer Leo's in der Nacht sehen will, hat hier klar die besten Chancen dazu. Der Kafue ist mit seinen weiten flachen Ebenen für die Tiere sicher ein Paradies, dies garantiert aber nicht, dass sie sich immer nahe der Strasse aufhalten. Teilweise waren sie schon ziemlich weit weg. Aber dafür waren wir hier praktisch alleine unterwegs. Mein Eindruck war, dass im Kafue und im Lower Sambezi die Fluchtdistanz höher war als im South Luangwa. Wie schon gesagt, im Lower Sambezi waren die Elefanten nervös und angespannt.
Unterkunft: hier würde ich das Musekese Camp vorziehen. Total am Kafue abgelegen, aber praktisch mittendrin im Geschehen. Kein Motorengedröhne, keine Zivilisation, nur Natur pur. Dazu kommen die beiden engagierten Manager Phil und Tyrone, welche nebst den Fotofallen auch ein Versteck installiert haben, um Tiere von einem Sitz aus zu beobachten. Das Camp ist rustikal, aber mit allem nötigen Komfort eingerichtet. Und den Chefkoch werden sie wohl nicht mehr hergeben, dass Essen ist der Hammer.
Aktivitäten: hier punktet meiner Meinung nach die Kasaka River Lodge. Gamedrives, Bushwalking, Canoeing, Bootsafari, Fischen, etc. Zwei Übernachtungen haben nicht ausgereicht, um an allen Aktivitäten teilzunehmen. Ein Muss ist hier eine Fahrt mit dem Kanu, entspannter und ruhiger kann man Tiere wohl nicht beobachten.
Sambia - gerne wieder einmal! Auf welche Art auch immer, Selbstfahrer, geführt, Fly-In, es lohnt sich auf jeden Fall! 🙂 Zum Abschluss: vielen Dank an alle für's Mitlesen und Kommentieren. Die Rückmeldungen haben mich sehr gefreut und so macht es auch Spass, einen Reisebericht zu schreiben und alle teilhaben zu lassen. Und vielleicht habe ich ja dem einen oder anderen nun das Land ein bisschen näher gebracht. 😉
Viele Grüsse und eine geruhsam beginnende Adventszeit Sven