Reisebericht

Quer durch Botswana nach Simbabwe-Teil 1

von erzi · begonnen 14. Sept. 2014 · 16 Teile

Teil 114. Sept. 2014
Hallo an alle Interessierten,

ich bin die Frau von Jogo und habe mich von ihm, von Lil und von Heike von der Dombo-Farm überreden lassen, einige - vielleicht für Euch interessante - Erlebnisse ins Forum zu stellen.

Wir sind im April/Mai 2014 als Selbstfahrer von Johannesburg quer durch Botswana nach Simbabwe gefahren und waren etwa drei Wochen unterwegs. Wie in jedem Afrika-Urlaub hatten wir tolle Erlebnisse, Begegnungen und "Überraschungen", die ich in einem Tagebuch festgehalten habe.

Ankunft Airport Johannesburg

der Abholer bringt uns zu unserer Autovermietung Bushlore. Die Formalitäten sind bald erledigt. Zum ersten Mal haben wir uns einen Landcruiser gemietet. Nach einigen Diskussionen wegen den uns verdächtig kommenden hinteren Reifen lassen wir noch kleinere Reparaturen von losen Teilen vornehmen. Wegen der Reifen lässt der Manager nicht mit sich reden. Die Diskussionen und Reparaturen haben uns Zeit gekostet und viel zu spät fahren wir los.

Nach Großeinkauf und Tanken – es ist mittlerweile schon Nachmittag und wir haben noch 260 km zur Unterkunft zu fahren - fahren wir auf einer dicht befahrenen schnurgeraden Autobahn nach Norden. Später nimmt der Verkehr deutlich ab. Zeit, um sich an den Linksverkehr zu gewöhnen. Gewelltes Grasland dehnt sich rechts und links aus. Am Straßenrand begegnen uns häufig Autos und LKWs mit Reifenpannen. Ein schlechtes Omen?

Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch die Berge und über ein Flussbett erreichen wir das „Waterberg Wilderness Camp“. Als wir aus dem Auto aussteigen erwischt es uns „kalt“. Die Temperatur ist mittlerweile auf 12°C abgesunken. Da es mittlerweile fast dunkel und alles nur schemenhaft sichtbar ist, setzen wir unsere Stirnlampen auf. Wir müssen beim Auspacken achtgeben, damit wir, das Gepäck im Arm, nicht über Zeltleinen und Heringe zu stolpern. Der Platz rund um unser Zelt ist knapp bemessen, denn entweder beginnt sogleich die Wildnis oder es geht in die Tiefe. Es gibt hier keinen Strom. Wir behelfen uns mit Stirn- und Petroleumlampen. Später gibt es ein kleines Abendessen, für das Lagerfeuer sind wir zu k.o. Tiefste Dunkelheit umfängt uns, jegliche Konturen sind verschwunden.

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Teil 214. Sept. 2014
Tag 3 - Mapungubwe NP oder Reifenpanne Nr. 1

Hannes hat heute Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! Damit wir heute gebührend feiern können, müssen wir uns erst mal Feuer, Lighter und ganz wichtig: irgendein alkoholisches Getränk zum Anstoßen besorgen. Da es im NP keinen Shop dieser Art gibt, müssen wir also wieder nach Alldays kurven. Bald halten wir ein Six Pack Hanse-Bier und zwei südafrikanische Rotweinflaschen in der Hand. Wie wir uns auf einen gemütlichen Sundowner am Lagerfeuer freuen!

Als wir aus dem Laden treten, erwartet uns eine schöne Bescherung. Die Luft aus unserem rechten hinteren Reifen verflüchtigt sich gerade mit einem lauten Pfeifen! Oh man, Tag drei und schon die erste Reifenpanne. Hilfe ist gleich zur Stelle und unser erster Ersatzreifen ist nun in Gebrauch. Der kaputte Reifen wird uns mit einem Emergency Set geflickt. Ein Geldschein wechselt den Besitzer und noch etwas obendrauf für die Lehrstunde. Es ist schon ewig her, dass wir einen Reifen gewechselt haben. Wo setzt man den Bock an? Reifen flicken? Noch nie gemacht.

Auf dem Rückweg begleitet uns auf dem letzten Stück die Western Side des NP. Wir fahren an schöne Felsmassive und Steinformationen vorbei. Sie leuchten in der Nachmittagssonne rötlich, im Vordergrund schimmert das Gras gelb-grün, im Hintergrund finden sich sattgrüne Bäume, die ganze Szenerie ist umrahmt von einem blauen Himmel. Die Mittagsglut hat sich längst verflüchtigt, die Temperatur ist angenehm.

Wieder im Nationalpark erwarten uns weitere tolle Felsformationen. In der letzten Stunde vor Sonnenuntergang ist das Licht am intensivsten, sind die Farben am kräftigsten. Auch die Tiere, die die heißesten Stunden des Tages lieber dösend im Schatten verbringen, werden aktiv. Wir beobachten, dass die Tiere hier scheuer als im Krügerpark oder im Etosha sind. Vielleicht liegt es daran, dass der NP abseits – im äußersten Norden Südafrikas – liegt und daher weniger mit Übernachtungs- und Tagesgäste frequentiert ist.


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Teil 314. Sept. 2014
Tag 4 - Mapungubwe NP

Unsere heutige Tagestour führt uns durch den Norden und den Osten des Mapungubwe NP. Wir fahren die zwei angebotenen Trails.
Zuerst den Nordöstlichen 4*4 Trail, der uns bis zur Khongoni plain führt. Der Trail ist relativ einfach zu fahren und landschaftlich sehr abwechslungsreich. Mehrmals fahren wir am Limpopo River entlang und durchfahren saftige Mopane- und Auenwälder. Sie bilden die erstaunliche Kulisse für eine reiche Vielfalt von Lebewesen, wie Giraffen, Elefanten, Eland, Oryx und Springböcke. Immer wieder entdecken wir einen der fotogenen Baobab-Bäume, die wie absichtlich an bestimmten Punkten in der Landschaft wie hingesetzt wirken.

Während wir die Landschaft genießen und total entspannt langsam dahintuckern, erreicht uns plötzlich ein ohrenbetäubendes Geräusch! Wir lenken unsere Blicke in diese Richtung und entdecken in drei Meter Entfernung einen Elefantenbullen im angrenzenden Busch. Die Ohren sind weit aufgestellt, er macht eindeutige Drohgebärden in unsere Richtung und posaunt uns wutentbrannt an. Wir sind zu Tode erschrocken. Hannes kurbelt erst einmal sein Fenster hoch (?) und gibt Sekunden später Gas. Wir haben ihn durch das Dickicht nicht rechtzeitig gesehen und sind ihm anscheinend zu nahe auf die Pelle gerückt. Das Erlebnis, und vor allem das Geräusch, bleiben uns den ganzen Tag noch im Gedächtnis.

Der zweite 4*4 Trail, der Kanniedood Loop, ist schon etwas schwieriger zu fahren. Es geht über Stock und Stein und über Felsplatten hoch zum Gipfel. Von da oben haben wir einen tollen Blick über die Berge und das Tal. Das steile Stück müssen wir auch wieder runter und so tuckern wir, den 4*4 eingeschaltet, wieder ins Tal hinab. Jetzt wird die Piste unwegsam. Mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h arbeitet sich unser Landcruiser durch unwegsame Geröllstrecken, durchsetzt mit umgekippten Bäumen und Sträuchern oder nur halb eingewachsenen riesigen Baumwurzeln. Einfacher wird es wieder als wir durch die riesige Mopanewald-Plantage fahren. Das war ein gutes Training für uns, um uns für spätere schwierigere Offraod-Fahrten zu wappnen.

Mittlerweile ist es schon Nachmittag, die tiefer stehende Sonne lässt die außergewöhnlichen Sandsteinformationen und Granitfelsen ocker bis orange leuchten.

Wir erreichen den Confluence-View-Point, steigen aus und laufen einen kleinen ausgewiesenen Pfad auf eine Anhöhe. Von hier oben haben wir einen phantastischen Blick auf die Ebene. Wir befinden uns genau am Dreiländereck. Der Shashe River, der Botswana und Simbabwe trennt, vereint sich mit dem Limpopo, wiederum Grenzfluss Südafrika-Botswana bzw. Südafrika-Simbabwe. Ein riesiges Flussdelta mit ausufernden Sandbetten ergießt sich unter uns in der Abendsonne. Welch ein Spektakel!

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Teil 418. Sept. 2014
Heute schicke ich Euch noch ein paar Fotos vom Mapungubwe NP.

Am Wochenende gehts weiter mit dem Reisebericht!
Die Themen: Khama Rhino, Makgadikgadi NP, Nxai NP und Dombo Farm.

Ich wünsche allen noch eine angenehme Rest-Arbeitswoche. Bis zum WE also. 😁


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Teil 520. Sept. 2014
Dombo Farm

Auf der Farm von Heike und Uli gibt es etwas Einmaliges. Sie halten zwei Carakals als Haustiere. Eigentlich wurden diese gekauft um sie später auf der Farm auszuwildern, doch es hat sich bald herausgestellt, dass sie die für die Wildnis erforderliche Gesundheit nicht besitzen. Sie würden nicht lange überleben. Uli hat dann ein riesiges Gehege gebaut und seitdem kümmern sie sich um die beiden wie zwei Eltern um ihre Kinder.

Wir dürfen bei der Fütterung dabei sein. In einer Ecke platziert warten wir gespannt. Von weitem hören wir sie fauchen. Und da kommen sie auch schon um die Ecke geprescht, zwei Carakals stürmen auf uns zu. Gerade als wir denken, dass wir überrannt werden, gehen sie scharf in die Kurve. Im nächsten Augenblick schlappern sie zufrieden aus ihren Näpfen. Anschließend gibt es ein paar Runden im Gehege. Timmy, der männliche Part, hat sich schnell an mich gewöhnt, und so kann ich schon am zweiten Tag allein mit ihm einige Runden drehen. Am dritten Tag habe ich mich getraut, mich herunter zu beugen und ihm einen Kopf-zu-Kopf-Stüber zu geben, was einem Freundschaftsbeweis unter Karakals gleichkommt. Für mich eine große Überwindung, denn vorher habe ich mich beim Strecken und Gähnen davon überzeugen können wie lang und spitz die Zähne dieser Katzen sind. Mit Sophie habe ich dann am vorletzten Tag Freundschaft geschlossen. Sophie ist eine richtige „Katzendame“ und nicht leicht zu gewinnen. Aber meine tägliche Anwesenheit und Timmys Zutraulichkeit hat auch sie letztendlich überzeugt.

Am Nachmittag unternehmen wir eine Farmrundfahrt. Am zweiten Wasserloch – die Wasserlöcher werden von Uli regelmäßig gefüllt – schrecken wir einen Elefanten auf. Die Bewegungen des Elefanten sind hektisch, er wirkt nervös, seine Ohren sind breit aufgestellt. Er akzeptiert nicht mal unser Auto in gewisser Entfernung, also verlassen wir das Areal. Wir sind die Eindringlinge, er war nun mal zuerst da.

Als Trost bestaunen wir ein wenig später die erst vor kurzem geschlüpften Schleiereulen. In einem Unterschlupf drängen sich in einer Ecke acht kleine Schleiereulen. Sie wirken apathisch und haben die Augen halb zu. Die Mutter hat sich aus dem Staub gemacht, als wir gekommen sind; wir haben sie noch wegfliegen sehen. Es stinkt gewaltig nach Aas und Exkrementen. Schleiereulen sind Boden-brüter, also in den ersten Tagen/Wochen stark gefährdet, hoffentlich bietet der feste Unterschlupf sicheren Schutz. Wir machen die Tür wieder zu und erfahren dann später, als wir schon zu Hause sind, dass alle acht überlebt haben.

Jeden Abend lassen sich Heike und Uli etwas anderes zum Abendessen und als Abendprogramm einfallen. Heute wollen wir gemütlich am Lagerfeuer sitzen, Gin-Tonic trinken und den Gemsbock Gulasch im Schmortopf schmoren lassen. Aber der Leopard hat beschlossen uns auch heute einen Besuch abzustatten und so verlassen wir das etwas außerhalb liegende Lagerfeuer-Areal und sitzen zu viert wieder auf der Terrasse, wo wir einen erstklassigen Blick auf unser Abendprogramm haben.

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Teil 621. Sept. 2014
Nun der vorerst letzte Tag des 2. Teils 😎

Makgadikgadi NP

Heute geht`s zum zweiten angrenzenden NP, zum Makgadikgadi NP. Er ist der größere und landschaftlich schönere. Die Makgadikgadi-Pfannen gelten als einer der größten Salzpfannen der Erde. An der Stelle der heutigen Makgadikgadi-Salzpfannen war früher ein großer See. Er umfasste etwa 60.000 km² und erreichte eine Tiefe von bis zu 30 Metern. Da der See ohne Abfluss war, konzentrierte sich das Salz. Durch Klimaveränderung und Erdverschiebungen trocknete der See aus.

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Unser erster Höhepunkt bahnt sich am fernen Horizont an. Wir können schätzungsweise Hunderte Zebras erkennen. Die Migration hat begonnen oder auch: Die Invasion der Pflanzenfresser folgt dem besseren Nahrungsangebot. 😉 Um das Ausmaß erfassen zu können, steigt Hannes auf das Autodach und sieht nicht nur Hunderte, sondern Tausende Zebras. Der ganze Horizont ist mit Streifen übersäht. Da uns die Zebras gewittert haben, sind Tausende Augenpaare auf uns gerichtet.

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Bald wird die karge Savannenlandschaft saftiger und der nahe Fluss kündigt sich an. Die Flora und Fauna ist plötzlich wie verändert. Überall sattes Grün, blühende Pflanzen, Klunkel-Kraniche, Reiher und Enten, die den Fluss bevölkern. Und nicht nur die. Wir entdecken eine große Herde Hippos, die sich mitten im Fluss verteilt hat. Es sind 13 an der Zahl, so viele auf einmal haben wir noch nie beobachtet. Darunter sind auch drei kleine Hippos, die kaum aus dem Wasser ragen.

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Als wir weiterfahren sehen wir unzählige Geier am Himmel kreisen, die sich später auf einen einzigen Baum niederlassen. In der Nähe entdecken wir ein totes Zebra. Fleischfresser haben bereits klaffende Löcher in den Kadaver gefressen. Die Totengräber der Lüfte warten sicher nur darauf, dass wir wegfahren, dann werden sie sich über den Rest hermachen.

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Wir haben noch einmal Glück. Ganz in der Nähe entscheidet sich gerade eine Elefantenfamilie im Fluss ein Bad zu nehmen. Sie haben uns gewittert. Mit einem gelassenen Schwenken des Kopfes betrachten uns die Tiere und stufen uns als harmlos ein. Sie gehen weiter ihrem vergnügten Badespaß nach. Man spürt die Freude und Ausgelassenheit, die sie dabei haben. Wir beobachten, wie die körperkontaktfixierten Tiere sich ständig berühren. Sie gießen sich Wasser auf den Rücken, verdrehen ihre Rüssel ineinander, tauchen sich gegenseitig unter, balgen miteinander, prusten, posaunen. Wir sehen heute das erste Mal Elefanten baden. Ein Blick in eine fremde und private Welt, ohne Barriere. Unvergesslich.


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Unser heutiges letztes Erlebnis haben wir, als wir mit der Ein-Auto-Fähre über den Boteti setzen. Da der Boteti in den letzten Jahren wieder Wasser führt, wurde 2011 eine kleine Fähre eingesetzt. Es wartet noch ein anderes Auto hinter uns und weil der Feierabend lockt, befinden wir uns dann plötzlich zu zweit auf der Fähre. Das Gewicht ist nicht so das Problem, nur die Länge. Es ist wirklich Millimeterarbeit, die Autos so zu rangieren, dass beide auf die Fähre passen. Ich bewundere Hannes Fahrkunst und Ruhe, denn ich bekomme etwas Panik, da ich vor uns nur noch Wasser sehe und wir immer noch weiter nach vorn gewunken werden. Durch das doppelte Gewicht kann die Fähre am anderen Ufer nicht bis an den Rand fahren, also müssen wir erst in den Fluss hineinfahren, um an das Ufer zu gelangen. Kein Problem für unseren Landcruiser.

Es war ein herrlicher Tag, eine sanfte Brise streift über das Gras, der Himmel ist glutrot gestreift.

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Teil 728. Sept. 2014
Dombo-Farm - Maun

Ein letztes Mal bin ich noch bei der Fütterung von Timmy und Sophie dabei. Während des Einladens werden wir plötzlich von einem aufgeregtem Vogelgezwitscher aufgeschreckt. Eine Schlange hat sich im Baum einem Vogelnest zu sehr genähert. Die Vögel versuchen nun in Teamarbeit die Schlange zu verscheuchen, in dem sie abwechselnd mit dem Schnabel voran die Schlange aggressiv anfliegen und aufgeregt zwitschern. Erstaunlich das kollegiale Vorgehen verschiedener Vogelarten, um einen gemeinsamen Feind zu bezwingen.

Am frühen Nachmittag, und nach einer Irrfahrt durch Maun, finden wir endlich die Unterkunft von June Liversedge "The Kraal". Selbst mit GPS ist diese sehr schlecht zu finden, Beschilderung: Keine! Die Unterkunft, herrlich gelegen am Thamalakane Fluss, lädt ein auf dem Steg zu sitzen, einen Kaffee zu trinken und die vielen Vögel zu beobachten. Wir haben jedoch keine Zeit. Mit Heikes Beziehung habe wir heute Nachmittag noch einen Flug über das Okawango Delta ergattert.

Zuerst müssen wir jedoch unsere Vorräte auffüllen, heute sind wir für unsere Verpflegung wieder selbst verantwortlich. Im Spar sind wir die einzigen mit heller Hautfarbe. Wir fühlen uns trotzdem nicht unwohl. Die Botswanischen Einwohner sind ein sehr stolzes Volk. Nie haben wir eine Situation erlebt, in der wir Angst hatten, weder in Einkaufsmärkten, noch an Tankstellen oder Ballungszentren.

Im Supermarkt herrscht ein einziges Gewusel, trotzdem kommt keine Hektik auf. Mir wird ganz wirr im Kopf. Auch Hannes versucht so schnell wie möglich, alles Nötige in den Wagen zu packen. Wir sind es nicht mehr gewohnt unter so vielen Menschen zu weilen. Anderthalb Wochen im Busch haben ausgereicht, um uns zu „entwöhnen“.

Überall gibt es nur ungeschnittenes Brot. Wir haben uns schon damit abgefunden, selbst das weiche Brot schneiden zu müssen, als wir am Ausgang eine Brotschneidemaschine entdecken, umringt von einer Menschentraube. Irgendwann schaffen auch wir es, unser Brot in den Automaten zu schieben.

Am Geldautomaten, wo wir erfolgreich gerade selbst Geld abgehoben haben (ist ja nicht selbstverständlich), helfen wir einem älteren Einheimischen den Automaten zu bedienen. Er ist uns sehr dankbar. Beim Lächeln sind nur noch drei Zähne zu erkennen.

Zum schönsten Licht des Tages – Punkt 16 Uhr - heben wir mit einem viersitzigen Leichtflugzeug für einen einstündigen Flug (2370 Pula) über das Okawango Delta ab. Das Besondere am Okawango ist, dass er nie das Meer erreicht. Das Wasser versandet, was nicht vorher schon verdunstet ist. Es ist durch zwei Extreme gekennzeichnet: Überschwemmung und Dürre.

Hannes sitzt vorn neben dem Piloten und ich hinten in der Mitte, habe also nach links und rechts freie Sicht. Am Anfang machen wir uns noch gegenseitig aufmerksam auf eine Elefantenherde, die im Gänsemarsch durch das Wasser stapft oder eine Giraffenherde, die an Baumwipfeln zupft oder über eine besonders landschaftlich schöne Aussicht. Doch bald sitzen wir nur noch da und genießen die überwältigende Naturschönheit. Das Okawango-Delta ist ein einzigartiges Gesamtkunstwerk, welches sich in seiner Gesamtheit nur aus der Vogelperspektive erschließen lässt. Ein Mosaik aus offenen Wasserflächen, schwimmenden Inseln aus Vegetation breitet sich unter uns aus. Ein Labyrinth aus unzähligen Wasserstraßen. Der Sonne-Wolken-Mix lässt unterschiedliche Schattenspiele entstehen, die Sonne spiegelt sich im Wasser. Es gibt tolle Momente, in denen die Kontraste wie unwirklich scheinen.

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Wieder in der Unterkunft zurück wird die Dunkelheit vom Gesang der Frösche erfüllt – es müssen Hunderte sein. Das vielstimmige Pfeiffen, das uns an den Klang von Kuhglocken erinnert - nur feiner und Hundertfach - begleitet uns in den Schlaf.
Teil 828. Sept. 2014
Maun - Moremi NP - Sango Safari Camp oder eine Hippojagd durch`s Camp

Um halb Sieben geht die Sonne auf und da wir wach sind, sehen wir, wie der Feuerball die Nachtschatten verscheucht und den Fluss in warme Farben taucht. Tief berührt stehen wir am Flussufer, das Leben und der Tag beginnt von neuem.

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Wir befinden uns auf der Asphaltstraße zum South-Gate des Moremi NP, bezahlen am Eingang das Permit und bald umschließt uns dichtes Gebüsch. Der Boden ist tiefsandig.

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13.30 Uhr kommen wir im Sango-Safari-Camp an. Die Lodge bietet für höchstens 12 Gäste Platz. Unser Zelt liegt ganz außen. Phantastisch, wir haben nach vorn und zur rechten Seite freien Blick! Unweit vom Camp befindet sich der Khwai River, wo die Hippos wohnen. Von unserer Terrasse aus können wir einen sogar im dichten Gras ausmachen.

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Bei unserem ersten Gamedrive haben wir unglaublich viel Glück mit den Tierbeobachtungen. Zuerst sehen wir eine große Elefantenherde mit Nachwuchs. Ein Mini-Elefant, der noch seinen Flaum auf der Nackenhaut trägt, ist auch darunter.

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Als nächstes beobachten wir Wildhunde, die großflächig faul in der Sonne liegen und sich später zusammenrotten, um Impalas zu jagen.

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Eine riesige Eule – Giant Eagles Owl - (der Guide schätzt 60 cm) erzeugt mit Einsatz ihres ganzen Körpers laute Lockrufe, die wir noch hören, als wir uns schon weit entfernt haben.

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Zum Schluss halten wir in der Nähe vor einem Hyänenbau an. Ein achtköpfiger Klan tümmelt sich vor uns. Der Nachwuchs ist neugierig und büchst immer wieder in unsere Richtung aus - zum Leidwesen von Mutter und Tante. Es ist ein ewiges Spiel: Eines reist aus, die anderen zwei hinterher. Wenn sie sich zu weit entfernen, steht ein Mitglied des Verbundes auf und holt sie wieder zurück. Kaum sind die Erwachsenen entspannt geht es wieder von vorne los. Zu schnell ist es dunkel. Obwohl wir keine zwei Meter entfernt sind, können wir die Rasselbande nur noch schemenhaft erkennen. Es wird empfindlich kalt.

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Unsere erste Nacht im Moremi NP verläuft spannend. Mitten im Tiefschlaf dringt ein ungewohntes Geräusch an unser Ohr. Es hört sich wie Pferdegetrampel an - kann aber nicht sein. Als uns das klar wird sind wir im Nu hellwach. Wir erleben gerade eine Hippojagd durch das Camp und die auch noch an unserem Zelt vorbei!! Es müssen mindestens zwei sein, vielleicht auch mehr, die sich jagen. Ein ausgewachsenes Flusspferd wiegt an die zwei Tonnen und wenn die erst mal in Bewegung sind, gibt es kein Halten mehr. Hoffentlich hält unser Zelt stand, sind noch unsere Gedanken, als es auch schon - einer Wasserbombe gleich - wusch, flapp, platsch macht. Vom Wasser her klingt das prahlerische Grunzen der Flusspferde zu uns herüber, beantwortet von einem vielstimmigen Wiehern.
Teil 904. Okt. 2014
2. Tag Chobe NP oder The Lion is King

6.15 Uhr sitzen wir im Auto und werden ordentlich durchgerüttelt. Unsere Vorfreude ist heute besonders groß.

Wir werden nicht enttäuscht. Es ist gerade hell geworden und zwischen den Bäumen bewegt sich ein braunes Fell. Löwen! Eins, zwei, drei –nein- vier! junge Löwenmännchen machen ihren Morgenspaziergang. Wir begleiten sie ein Stück. Wir verschaffen uns einen Vorsprung und können beobachten, wie die Löwen auf uns zugelaufen kommen. Als sie unseren offenen Geländewagen passieren, kommen sie uns so nahe, dass man nur eine Hand auszustrecken braucht, um sie zu berühren. Unser Guide gibt uns kurze Anweisungen: Ruhe bewahren und keine hektischen Bewegungen machen. Der eine oder andere schaut uns dabei kurz in die Augen. Dieser kurze Augenblick ist überwältigend. Angst, Respekt und Faszination wechseln sich im Gefühlssortiment ab. Wie viele Gelegenheiten hat man im Leben, einem wilden und gefährlichen Tier so nahe zu sein? Als die Löwen genug von dem Rummel haben verschwinden sie einer nach dem anderen in das dichte herbstliche Gebüsch.

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Später sehen wir an einem größeren Wasserloch eine Büffelherde. Dazu haben sich fünf Wildhunde gesellt, die aber auf Abstand zur Büffelherde bleiben. Zu Recht, denn kommt ein Wildhund in das Territorium der Büffel, greift sofort ein Bulle an.

Später treffen wir noch eine Giraffe, die zum Trinken an die Wasserstelle gekommen ist. Es ist immer wieder verblüffend mit anzusehen, wie weit Giraffen ihre langen Beine spreizen müssen, um an das Nass zu kommen. In dieser Zeit sind sie wehrlos und daher sehr nervös, schauen immer wieder auf.

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Nach einem hervorragenden Lunch, legen wir ein Päuschen ein und holen etwas Schlaf nach. Am Nachmittag bringen Kaffee und Kuchen unsere Lebensgeister wieder auf Trab. Heute ist es besonders heiß: 35 Grad im Schatten.
K. G. – unser Guide - ist heute Nachmittag sehr motiviert. Er will uns etwas zeigen. Eineinhalb Stunden verfolgen wir eine Fährte, die sich jedoch immer wieder im dichten Gras verliert. Unser Guide hat ein besonderes Talent die Verstecke der Tiere ausfindig zu machen. Endlich hat K. G. durch das Fernrohr entdeckt, was er uns zeigen wollte: Eine Löwenmutter mit drei kleinen Babys!!! Wir wollen näher heran. Langsam pirschen wir uns mit unserem Fahrzeug soweit in ihre Nähe bis sie meint der Abstand ist zu klein. Eines ihrer Babys in´s Maul nehmend, vergrößert sie den Abstand wieder, die ganze Bagage gehorsam hinterher. Das ganze Spiel wiederholt sich mehrere Male. Letztendlich wird unsere Geduld belohnt. Nach etwa einer dreiviertel Stunde duldet uns die Löwenmutter ganz in ihrer Nähe. Entspannt sitzt sie nun im Gras und wir sehen ihre Kleinen herumtollen. Trotzdem ist die Löwen-Mutter sehr vorsichtig und behält wachsam die Gegend im Auge.

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Bei diesem Spektakel ist mittlerweile die Sonne untergegangen. Vorher gibt es noch einen schönen Regenbogen. Als wir zurück zum Camp düsen ist es kalt geworden, der Himmel ist voll dichter Wolken. Kaum, das wir angekommen sind, beginnt es zu regen. Oh tut die frische Luft gut.

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Die Mahlzeiten nehmen wir mit dem Manager ein – den Namen habe ich vergessen. Das Essen ist hervorragend aber unser Gegenüber unangenehm. Hannes nennt es „Käptn-Dinner“. Nur das nicht der "Käptn" für Unterhaltung sorgt, sondern wir. Hinzu kommt noch: Kaum ist der letzte Gang aufgetragen, lässt er uns deutlich spüren, dass der Abend vorbei ist. Wir schnappen uns noch eine Flasche Wein und lassen uns von ihm gezwungener Maßen zum Zelt bringen. Pfff ...

Nachts verkündet das tiefe, ungezähmte Brüllen eines Löwen vom Beginn der Jagd. Das respekteinflößende Gebrüll eines Löwen im Busch bleibt unauslöschlich.
Teil 1005. Okt. 2014
Chobe Savuti Camp nach Kasane Senyati Camp oder Der UNSICHTBARE

Es heißt, dass der Leopard die Fähigkeit besitzt, sich „unsichtbar“ zu machen. 🙁 Das hat in all unseren Afrika-Urlauben seine Bestätigung gefunden. 😵 Am gestrigen Tag sind wir ihm eine ganze Zeit auf der Spur gewesen und nicht einmal der Filmemacher von BBC hat ihn aufspüren können.

Doch heute ist Leopardentag. Wir folgen einer frischen Leopardenspur. Alle Mühe soll belohnt werden: Auf einem starken Ast eines Baumes liegend, räkelt sich ein Leopard. Wir sind ganz hingerissen von dieser romantischen Szene, die wie aus dem Bilderbuch scheint. Hinter der gelangweilten Show versteckt sich ein aufmerksamer Beobachter seiner Umgebung. Einen weiteren Leoparden sehen wir am Hang und einen dritten weiter hinten im hohen Gras. Drei auf einmal! 🤪 😁 🤪

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Unsere Reise geht weiter Richtung Osten zu unserer nächsten Station. Leider verlassen wir heute den Busch und den Nationalpark und die Tiere und den sandigen Boden. Wir nähern uns wieder der Zivilisation. Wehmut macht sich bemerkbar. Doch freuen wir uns auch auf unsere nächste Unterkunft: Senyati. Wer Elefanten mag, der ist da goldrichtig. 😎

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Die ersten 80 km sind sehr sandig, die Farbe wechselt von grau zu orange. Unser Auto arbeitet sich voran. Dann erreichen wir die Asphaltstraße und bald fahren wir am Chobe entlang. Wir machen noch einen kurzen Halt in „Mwandi View“, eine Unterkunft, die wir bald gebucht hätten. Nach dieser Besichtigung sind wir froh, dass wir weiterfahren dürfen, da alles noch recht baustellig wirkt.

Unsere nächste Unterkunft, das Senyati-Camp, erreichen wir nach weiteren 120 km. Wir sind sehr skeptisch, da Hannes in den letzten Wochen einige schlechte Kritiken gelesen hat. Leider werden unsere Befürchtungen bewahrheitet. Das Inventar ist willkürlich zusammengestellt und lieblos. Alles macht einen abgewohnten Eindruck, es ist schmuddelig und schmutzig. Trotzdem beschließen wir zu bleiben. Denn gerade kommen die ersten Elefanten an die Quelle, um das erfrischende Nass zu probieren. Die Quelle ist ein paar Meter von unserem Haus entfernt und so können wir die Elefanten beobachten, die kommen und gehen bis in die Nacht hinein.

🤩 So. liebe Mitleser- das war es erst einmal zum Teil 3 😉 Nächste Woche gibt es einiges über Elefanten zu berichten und wir fahren die Hunter`s Road und die Chobe River-Front entlang. Außerdem wechseln wir die Unterkunft. Grund? Alles nächste Woche! Bis bald! 🤪 😉 🤪
Teil 1111. Okt. 2014
Senyati Camp oder Immer der Grenze entlang

Heute Morgen sehen wir auf sämtlichen Ablageflächen in der Küche und auf dem Fußboden kleine Kotkügelchen, die entweder von Mäusen oder anderem Getier stammen. Die Nacht haben wir in zerrissener Bettwäsche geschlafen, die Wände haben verdächtige Farben, der Putz bröckelt und die Sanitäranlagen sind auch nach eigener Putz-Hingabe nicht mehr richtig sauber zu kriegen. Uns reicht es. Wir beschließen nach Kasane zu fahren und eine neue Unterkunft zu suchen.

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Wir fahren zur Hunter´s Road, eine der ältesten Straßen des Landes. Sie erhielt diesen Namen wegen des intensiven Elfenbeinhandels, der hier im 19. Jh. betrieben worden ist. In jenen Tagen führte nur eine schmale Ochsenwagenspur vom zivilisierten Süden Afrikas in dieses wildreiche Terrain am Sambesi. Der Weg folgte einer unscheinbaren Wasserscheide nach Norden und wurde viele Jahre später maßgebend für die Grenzziehung zwischen Betschuanaland (Botswana) und Südrhodesien (Zimbabwe). Noch heute bestimmt die Hunter´s Road den Grenzverlauf beider Staaten.

Nur mit Hilfe unserer GPS Daten finden wir die Hunter`s Road. Kein einziges Hinweisschild hilft uns zur zusätzlichen Orientierung. Bald arbeitet sich unser Auto auf einer dürftig erhaltenen Sandpiste voran. Wir durchfahren einen wunderschönen Wald von Schirmakazien. Plötzlich kommen wie aus dem Nichts drei Polizisten aus dem Busch auf uns zugestürmt und machen Gesten, dass wir anhalten sollen. Der Kleinste von Ihnen, der sich noch im Laufen die Hose hochzieht, berichtet uns, dass sie seit Tagen im Busch unterwegs sind, um Wilderern aufzuspüren. Diese sind auf Elefantenjagd, um das begehrte Elfenbein zu bekommen. Wir sind es jedenfalls nicht und nachdem wir Ihnen keine Zigaretten anbieten können, dürfen wir trotzdem weiterfahren.

Weiter geht es durch lichte Wälder von Mopane-, Teak-, Mukwa- und Mukusibäumen. Tiere sehen wir keine und nach einer Brotzeit beschließen wir umzukehren. Am Ausgangspunkt angekommen, fahren wir die entgegengesetzte Richtung und befinden uns bald im schönen Leshoma Valley. Die parallel verlaufenden Grenzstraßen führen einige Male so nahe aneinander vorbei, dass es nur ein kleiner Schritt wäre zum Grenzübertritt. Es ist einsam hier oben. Die letzten Stunden sind wir außer den Grenzpolizisten niemanden begegnet.

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Pünktlich gegen 17 Uhr sind wir wieder in Senyati und werden schon von den ersten Elefanten begrüßt. Wir verlieren keine Zeit und teilen uns auf. Hannes macht sich sofort daran, das Lagerfeuer zu entfachen und ich bereite in der Küche das Abendbrot zu. Oh man, sobald es nach Essen riecht, raschelt es überall in der Küche.

Beim Abendbrot und Kerzenschein (es ist 18 Uhr und dunkel) auf unserer Terrasse sitzend beobachten wir die Elefanten. Es ist ein Kommen und ein Gehen. Meist läuft es so ab: Hat eine Herde Ihren Durst gestillt und sich getrollt, kommt nach ungefähr fünf Minuten (der Buschfunk funktioniert) die nächste Herde angestaubt, angeführt von einer Matriarchin oder Bullen. Danach treten die Stammesältesten an die Quelle. Als nächstes ist es den Weibchen mit Nachwuchs erlaubt, vom köstlichen Nass zu probieren. Ganz zuletzt kommen die Geduldeten dran, die immer wieder weggejagt werden, wenn sie vom Durst überwältigt werden.

Die Stänkerer, die immer wieder die Gruppe stören, sind meist übermütige Jugendliche. Zwei von ihnen versuchen sich im Nahkampf. Vor allem ihre Rüssel und Ohren kommen zum Einsatz und machen eindrucksvolle Gesten. Einer geht sogar auf die Hinterbeine und macht in der Luft mit Oberkörper und Kopf rhythmische Bewegungen. Kaum zu glauben, dass ein Schwergewicht zu solchen Bewegungen fähig ist!

Haben die ersten Elefanten ihren Durst gestillt, nehmen sie noch im nahen Pfuhl ein Schlammbad. Nach und nach folgen die anderen. Es wird gewartet bis alle fertig sind. Danach trollen sie sich davon. Nur die Geduldeten sind jetzt noch in der Szenerie, die jetzt in aller Ruhe ihrem Nachwuchs und sich selber das gönnen, was ihnen noch vor kurzem verwehrt wurde. Das Kleinste von ihnen sträubt sich ans Wasserloch zu gehen. Es braucht einige Streicheleinheiten und Stupser seiner Mutter ihn an die Wasserstelle zu locken.

Währenddessen sitzen wir am Lagerfeuer mit einer guten Flasche Wein, die Kerze flackert. Im Hintergrund hören wir das gackernde Lachen der Hyänen und das Rufen der Kibitze. Zwei Schakale haben sich zur Szene dazugesellt. Doch jetzt schleicht sich ein Geselle an, den wir so gar nicht schätzen: Ein Honigdachs. Honigdachse sind unerschrockene Tiere, die auch aggressiv Menschen gegenüber sein können. Wir sind auf der Hut und räumen das Feld.

Lange noch in die Nacht hinein vernehmen wir die unverwechselbare Geräuschkulisse der Elefanten.

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Teil 1212. Okt. 2014
Chobe River Front oder "Giraffen behalten immer den Überblick"

Erleichtert, dass wir heute das letzte Mal hier geschlafen haben, packen wir unsere Klamotten zusammen. Ausgerechnet heute Morgen haben wir Stromausfall, so dass wir ohne Frühstück abreisen. Wieder finden wir überall Kotbrösel in der Küche. 😐 Nur weg hier!

Heute sind wir ganztags an der Chobe Riverfront unterwegs. An der gut 50 Kilometer langen Piste führen zahlreiche Abstecher zu den saisonal überfluteten Grasländereien am Fluss, die in der Trockenzeit einige der besten Wildbeobachtungsmöglichkeiten in ganz Afrika bieten. Der Reichtum an Wildtieren und vor allem an Vögeln soll überwältigend sein.

Wir passieren das Sedudu Gate und fahren das gleichnamige Valley entlang, eine kleine Herausforderung für meinen begeisterten Offroad-Fahrer. Oberhalb des Flusses geht es in westlicher Richtung entlang. Das dichte Gebüsch erlaubt uns nur sporadisch einen Blick auf den Fluss. Ein Loop gibt uns einen tollen freien Blick auf die Flusslandschaft. Unterhalb sehen wir badende Elefanten. Die erste Gelegenheit, zum Fluss hinunterzufahren, nehmen wir wahr. Am Flussbett erkennen wir mehrerer Krokodile, schuppige Drachen, fünf bis sechs Meter lang, die in der Sonne braten.

Wir versuchen am Fluss zu bleiben und fahren die Sandbank entlang. Immer wieder werden wir durch badende Elefanten aufgehalten, die plötzlich aus dem Busch zum Wasser laufen und uns den Weg versperren. Es ist aber ein schöner Aufenthalt.
Ab und zu endet der Flussweg und wir müssen wieder auf die Böschung. Dort haben wir andere tolle Tier-Begegnungen. Zwei rivalisierende Springböcke, etwa fünf Meter von uns entfernt. Die eher sehr scheuen Tiere haben uns in ihrem Kampf fürs erste noch nicht bemerkt und wir bekommen ganz nahe mit, wie sie ihren Kampf austragen. Wir hören ihre Laute, die sie dabei machen und das Geräusch der aneinander hauenden und reibenden Hörner.

Später beobachten wir zwei sich liebkosende Giraffen. Die Hälse sind ineinander verschränkt und die Lippen berühren sich, so schauen sie sich ganz verliebt in die Augen.

Am Rastplatz sind wir nicht alleine, die Meerkatzen wollen sich einladen. Da sie gar keine Ruhe geben, lassen wir sie am Mahl teilnehmen und geben ihnen Brot und die Reste von unseren Möhren.

Am Nachmittag fahren wir ein ganz langes Stück am Fluss entlang und entdecken eine Vielzahl von Wasservögeln. Hannes ist ganz aus dem Häuschen. Immer wieder halten wir an, um die Vögel zu beobachten. Aus einem nackten Baobabbaum steigt ein Fischadler auf. Büffel grasen auf einer sumpfigen Landzunge, jedes umringt von einer Gefolgschaft strahlend weißer Kuhreiher, die nach den aufgescheuchten Insekten schnappen.

Auf dem Rückweg werden wir zweimal von Elefanten angegriffen. Das erste Mal handelt es sich um einen Scheinangriff, den wir dadurch parieren, indem wir zurückgefahren und etwas mehr Abstand halten und warten, bis die Elefanten den Weg freimachen. Beim zweiten Mal sind wir einem männlichen Elefanten begegnet, der sich in „Musth“ befindet. Er macht prahlerische und aggressive Schritte auf uns zu. Das Zurückfahren mit dem Auto hilft hier nicht viel und wir erinnern uns, was uns Heike und Uli über agressive Elefanten erzählt haben. Wir lassen mehrmals den Motor aufheulen, klatschen in die Hände und klopfen auf die Karosserie. Irgendwann dringen diese Geräusche bis zum Hirn dieses Elefanten durch und er stoppt. Verblüfft schaut er uns an und dreht ab. Puhhh. 🙄


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Teil 1312. Okt. 2014
EIN GLITZERNDER FLUSS IM SONNENUNTERGANG

In unserer neuen Unterkunft „Chobe River Cottages“ fühlen wir uns wohl. Wir sind umgeben von einem Blumenmeer und das Wasser im Swimmingpool glitzert in der Sonne. Entspannt machen wir Pläne für heute. Da uns die Fahrt vorgestern so gut gefallen hat fahren wir noch einmal zum Eingang der Hunter´s Road und erkunden die Gegend rund um das Leshoma-Vlei, das mit seinem herrlichen Akazienwald sehr anziehend ist. Wir probieren die verschiedenen Trails, die das GPS uns anbietet. Trotz der versprengten Häuser mit Vorgärten, an denen wir vorbeifahren, begegnen wir weder Menschen noch Fahrzeugen. Es ist ziemlich einsam hier, fast unheimlich. Wir fahren noch einmal den schmalen Grenzweg an Sambias Grenze entlang. Ein Grenzübertritt ist nicht erlaubt, das könnte sogar – laut Buch und Berichten – gefährlich werden.

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Als wir die etwas mystische Stimmung ausgekostet haben, fahren wir wieder nach Kasane und fahren auf eine verlassen wirkende Halbinsel, immer auf der Suche nach einem kleinen Abenteuer. Später treibt es uns auf den Berg oberhalb der Chobe Safari Lodge, von der aus man einen phantastischen Weitblick auf den Chobe hat. Dort oben haben wir unsere erste Begegnung mit Rappenantilopen. 😄 Aufgeregt fliehen sie ins dichte Gebüsch, so dass wir nur einen kurzen Augenblick Zeit hatten, sie zu mustern. Rappenantilopen haben ein schön geschwungenes, säbelförmiges schwarzes Gehörn, dessen Spitzen nach hinten und unten zeigen. Die Fellfarbe ist dunkelbraun bis tiefschwarz.

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Den fälligen Einkauf haben wir bald erledigt und da wir den sowieso nach Hause bringen müssen, gibt es unseren Kaffee heute auf unserer eigenen schattigen Terrasse. Uns umweht der Duft der Blumen, das Wasser glitzert, die Vögel zwitschern, der Rasensprenger lässt den Duft frischen Grases zu uns herüberwehen und eine Warzenschwein-Familie zupft friedlich im Gras. Paradiesisch.

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Am späten Nachmittag fahren wir noch einmal auf „unseren Haus-Berg“ und erleben einen romantischen Sonnenuntergang mit Blick auf das Fluss-Delta.

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Wir haben es uns bei einem Lagerfeuer gemütlich gemacht, als wir plötzlich Äste splittern hören, Blätter rascheln, schwere Füße stampfen und scharren, ein erschöpftes Seufzen in der Dunkelheit. Zwei Elefanten besuchen uns. Sie rütteln an den Bäumen als gebe es kein Morgen mehr. Ich stehe vorm Elektrozaun auf einem Betonsockel und kann diese Szene bestens beobachten. Hannes erwischt beim Hochklettern die Leitung und es gibt einen schönen Schlag. 🤩
Teil 1425. Okt. 2014
Fahrt von Kasane/Botswana nach Vicotoria Falls Town/Simbabwe mit dem Taxi oder

Im Rausch des Regenbogens

Da wir uns am Fluss befinden und es hier so grün und dicht bepflanzt ist, gibt es viele Vögel, die uns im Morgengrauen wecken und mit zunehmender Helligkeit immer munterer und lauter werden.

Die Autoübergabe, die statt 10 Uhr schon 8 Uhr stattfindet, gestaltet sich problemlos. Es gibt eine kleine Irritation wegen unseres sechsten Rades auf unserem Dach, die durch eine kurze Erklärung behoben wird. Wir finden uns nicht gleich damit ab, jetzt so ohne fahrbaren Untersatz zu sein. 🙄

Statt 11 Uhr werden wir 10 Uhr von einem Taxi abgeholt, das uns über die Grenze nach Victoria Falls Town bringen soll. Nun ist unser Zeitplan völlig durcheinander geraten. Hektisch packen wir unsere restlichen Sachen zusammen. Ich verliere den Überblick, weil zwischendurch die fertig gepackten Koffer, Beutel und Tüten ins Taxi gebracht werden. Mit bleibt nur noch übrig zu schauen, ob wir nichts vergessen haben, in der Hoffnung, die anderen Sachen im Taxi vorzufinden. Hannes hat das Finanzielle zwischenzeitlich erledigt und einige Minuten später sitzen wir in einem Großraum-Taxi mit unserem ganzen Hab und Gut und sehen unserem nächsten Abenteuer mit Spannung entgegen. …das schneller kommt als wir denken…

…denn in der Zwischenzone zwischen Aus- und Einreise bekommen wir von unserer Fahrerin mitgeteilt, dass wir das Auto wechseln müssen. Wir bekommen große Augen. Aber es hilft nichts. Nach den Grenzformalitäten räumen wir das Auto wieder aus. Uns hilft ein Mann namens Adolf, der uns wiederum an einen Simbabwer übergibt, der gerade damit beschäftigt ist, das Gepäck zwei weiterer Fahrgäste in den Kofferraum eines Mittelklassewagens zu verstauen. Hannes macht dem Fahrer klar, dass zumindest unsere Koffer noch in den Kofferraum müssen. Also werden einige Sachen wieder ausgeladen und unsere Koffer sind bald verstaut. Die Restsachen werden überall im Auto verteilt, so dass wir eingequetscht hinten zu dritt mit Gepäck zwischen und auf unseren Beinen die Fahrt verbringen müssen. Endlich sind wir fahrbereit und die Fahrt kann beginnen. Diese dauert nicht lange, da uns bald mitten in der Prärie ein Grenzpolizist anhält. Wir sind misstrauisch. Der Fahrer steigt aus und beide gehen hinters Auto. Unsere Gepäcklage lässt zumindest mir die Bewegungsfreiheit zu, ich umzudrehen. Ich kann gerade noch sehen, wie ein Geldschein von einer in die andere Hand wechselt. Korruption! Wir sind in Simbabwe, dem Land der Korruption, welches gerade von seinem vergreisten und halbverrückten Diktator Robert Mugabe gewaltsam zugrunde gerichtet wird.

Also, unser Geld ist durch folgende Hände gegangen: Wir haben 55 € p. P. an die Taxifahrerin in Botswana gezahlt. Diese hat beim Autowechsel an der Grenze einen Betrag an „Adolf“ weiter gegeben, der wiederum einen fraglichen Betrag an unseren jetzigen Fahrer bezahlt hat. Dieser musste nun von dem Restbetrag den Grenzer schmieren. Aha.

Victoria Falls Town liegt etwa 60 km entfernt von der Grenze. Dank des wenigen Grenzverkehrs, der relativ gut erhaltenen Asphaltstraße und der umsichtigen Fahrweise unseres Taxifahrers steigen wir nach eineinhalb Stunden Fahrt bei der Ilala Lodge aus, unserem letzten Ziel unserer Reise.

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Wir beschließen heute Nachmittag die Victoriafälle anzuschauen, die 1853 als erster Europäer von Dr. David Livingstone entdeckt wurden, benannt nach seiner damaligen Königin Victoria.
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Vor uns liegt ein Fußmarsch von zehn Minuten in glühend heißer Mittagshitze. Bald kommen uns die ersten Händler entgegen mit geschnitztem Holzwerk, andere verkaufen Regencapes – dabei steht kaum eine Wolke am Himmel. Nichts ist zu hören. Und hier soll ein riesiger Wasserfall sein? Wenig lässt auf die 108 Meter tiefe Schlucht schließen, in die sich der Sambesi über eine Breite von 1700 Metern hinabstürzt. Nur ein leichtes Rauschen ist zu hören. Wir biegen einmal ab, dann ein zweites Mal und dann geben die Bäume plötzlich den Blick auf die Victoriafälle frei. Hier kommt das Auge mit dem Verarbeiten der Bilder nicht mehr hinterher: Der Fluss schießt direkt hinter der Absperrung über die Bruchkante. Die Hänge der Kluft fallen senkrecht ab und sind doch dicht bewachsen mit üppiger Vegetation. Die tosende Gischt am Grund steigt wieder nach oben, bis zu den wenigen Wolkenkissen am Himmel.

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Beide Seiten der Schlucht werden obendrein durch die Spektralfarben eines Regenbogens verbunden. Je nachdem, wie das Licht einfällt, liegen gleich zwei übereinander. Der Anblick verschlägt uns den Atem!

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Wir wollen die Victoriafälle von jedem Blickwinkel anschauen und gehen alle 15 View Points ab. Die immerfeuchte Luft der Fälle lässt hier sogar tropischen Regenwald gedeihen. Lianen hängen herab und Affen springen durch die Bäume. Ein Warnschild weist auf die schlüpfrigen Steine an manchen Aussichtspunkten hin. Dann geht eine Gischtwolke auf dem Weg nieder, heftiger als jede Dusche. Die Aussicht von hier macht nass bis auf die Haut. Da helfen auch unsere gemieteten Capes nicht mehr. Der letzte View Point lässt einen Blick auf die 128 Meter hohe Victoria Falls Bridge zu, ein markantes Denkmal britischer Kolonialarchitektur, die Simbabwe mit Sambia verbindet.

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Unsere Füße und Beine beginnen zu schmerzen. Wir sind darüber etwas verwundert. Stimmt! Wir haben ja die letzten drei Wochen nur im Auto gesessen und die 5 km Fußmarsch haben unsere Muskeln und Sehnen überfordert. 🙄
Teil 1526. Okt. 2014
Victoria Falls Town - Vorletzter Tag unserer Reise oder Mit Bonis Air über den Falls

6 Uhr – es ist noch dunkel – werden wir vom Vogelgezwitscher geweckt. Es wird langsam hell und die Morgennebelschwaden verflüchtigen sich langsam. Über uns kreisen schon die ersten Helis.

Statt ausgemachten 10.15 werden wir 9.40 zum Heli-Flug abgeholt. Wir müssen noch Geld abheben. Das hat dann beim sechsten! 😊 😄 Automaten funktioniert.

Der Heli von Bonis Air hebt von der Landebahn ab. Hannes sitzt neben dem Piloten und ich hinten mit noch drei anderen Fluggästen. Jeder hat einen Fensterplatz. 😛 20 Minuten Fensterplatz in einem Heli kosten 230 $ p. P. und die CD mit den Bildern noch einmal 20 Dollar extra.

Rund 100 Meter unter den Füßen fließt der Sambesi, der viertlängste Fluss Afrikas. Er trennt Sambia von Simbabwe und schneidet an den Victoriafällen tief in das sonst vollkommen ebene Land ein. Aus der Luft lässt sich die gewaltige Bruchkante des Flusses komplett überblicken. In der Regenzeit, zwischen November und März/April, wenn der Fluss das meiste Wasser führt, entsteht dort der größte Wasservorhang der Welt. Auch den Regenbogen sehen wir wieder, allerdings sieht er von hier oben eher klein und unspektakulär aus. Nachdem der Sambesi in den Boiling Pot gerauscht ist, fließt er durch steile und verwinkelte Schluchten durchs weite Land.

Später verlassen wir den mäandernden Sambesi, drehen ab und befinden uns auf dem Rückflug. Unter uns sehen wir noch am nahen Ufer im Spätnachmittagslicht Elefanten grasen. Aus unserer Vogelperspektive sehen sie aus wie graue Steine.

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Teil 1602. Nov. 2014
Victoria Falls Town (letzter Tag) oder von Zim nach Zam

Von unserer Frühstücksterrasse ist ein abgeschwächtes Donnern der Fälle zu hören. Die von den Fluten aufgewirbelte Gischtfahne ist zu sehen und manchmal weht uns der Wind den Sprühnebel bis an den Tisch. Am Nachbartisch klaut gerade ein Pavian etwas vom Frühstückstisch. Nun wird extra ein Wächter abgestellt, der die Paviane fernhalten soll. Es ist heute - wie fast jeden Tag - wolkenloser Himmel und die Sonne scheint erbarmungslos. 😎

Ein kleiner Spaziergang durch Victoria Falls Town bringt uns zu der Einsicht, dass es hier nichts weiter zu entdecken gibt. Ein gesichtsloser Ort ohne traditionelle Ausstrahlung. Der einzige Anziehungspunkt ist der nahe Curio-Shop, in dem traditionelle hochwertige Kunst angeboten wird für die die Simbabwer weltberühmt sind. Sehr sehenswert! 🤩

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Wir nehmen noch einmal den zehnminütigen Fußmarsch in glühend heißer Mittagshitze in Kauf und laufen zur Victoria Falls Brigde. Die 128 Meter hohe Bogenbrücke aus Stahl liegt zwischen den beiden Grenzstationen Simbabwe und Sambia und überspannt den Sambesi. Auf der Brücke bringt sich gerade eine junge Frau in Stellung, die Angst und Abenteuerlust steht ihr ins Gesicht geschrieben. Sie ist nervös, holt noch einmal Luft und springt in den Abgrund. Bungee-Jumping, wie auch das Whitewater Rafting ist hier sehr beliebt. Eine Traube von abenteuerlustigen jungen Leuten hat sich um die Springerin versammelt.

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Der Blick von der Brücke lässt andere Perspektiven auf die Fälle und die umliegenden Schluchtenwege frei. Mehrmals wechseln wir den Aussichtspunkt, laufen hin und her. Passiert ein LKW die einspurige Brücke spüren wir ein leichtes Beben. Schade, dass wir nicht erleben dürfen, wie die Dampflock die Brücke überquert. Auf dem Rückweg sehen wir wieder die Kolonne Lastwagen, die an der Grenzstation auf die Einreise warten. Auf Hin- wie auch auf Rückweg werden wir vom Sprühnebel der Vic-Falls durchnässt. 

Wir befinden uns auf dem Weg zum berühmten Victoria Falls Hotel, als uns ein Touristen-Polizist von den fliegenden Händlern erlöst. Er zeigt uns einen etwas versteckten View-Point, der einen weiteren atemberaubenden Blick auf Canyon, Fluss und Brücke freigibt.

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Das Victoria Falls Hotel, das Zeitgeschichte geschrieben hat, zählt immer noch zu den besten Hotels der Welt. Die Luxusherberge steht auch Nichtgästen offen, so dass man von der Gartenanlage einen schönen Blick zu den Vic-Falls hat. Außerdem ist das in Kolonialstil gebaute Hotel sehr sehenswert.

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Als Abschluss unserer Reise hat sich Hannes etwas Besonderes ausgedacht: Eine Sunset Cruise Fahrt über den Sambesi. Leider entpuppt sich das als Touristenfalle.
Wir, eines von insgesamt sieben Schiffen, legen nacheinander vom Ufer ab. Unser Schiff gehört eher zu den mittleren Größen, hat jedoch trotzdem etwa 100 Mann an Bord, was für eine romantische Sonnenuntergangsfahrt auf dem Sambesi abbrüchig ist. Wenigstens haben wir einen Platz auf dem Oberdeck ergattern können. Das Schiff steuert hinaus in die Mitte des Stromes Richtung Vic-Falls. Uns erwartet eine etwas unspektakuläre Aussicht, doch allein der Gedanke in den Sog des Flusses zu kommen und in den Abgrund zu stürzen, lässt mich frösteln.

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Ganz in der Nähe sehen wir Flusspferde, die so tief im Wasser stehen, dass nur Augen, Nüstern und ihre kleinen, runden Ohren aus dem Wasser ragen. Harmlos sehen sie aus.

Danach schippern wir noch an einer grünen Insel vorbei. Enttäuschend, dass außer einigen Reiher keine Wasservögel zu sehen sind, geschweige denn andere Tiere. Später erleben wir, wie die Sonne als roter Feuerball am Firmament in den Fluss versinkt. Es ist kurz still auf dem Boot, als die Sonne in den Sambesi eintaucht und langsam verschwindet. Der Fluss funkelt im Abendlicht wie Feuer.

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Liebe Mitleser 😎 😉 🤪 🤩 ,

das war jetzt der letzte Tag unserer dreiwöchigen Reise, die Ihren Anfang in Johannesburg hatte, uns über das nördliche Südafrika, durch ganz Botswana nach Vic Falls Town in Simbabwe geführt hat.

Vielen Dank für Euer Interesse und Eure Anregungen! 🤪 😁 😉

Jetzt habe ich endlich Zeit auch bei Euch mal zu stöbern. Ich freue mich schon sehr darauf. 🤪 🤩 🤪

Habt noch einen schönen sonnigen Sonntag. 😎

Es grüßt Manu

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