Fragen zum Camping mit Dachzelt und 4x4

7 Antworten · 3'315 Aufrufe · gestartet 24. Juli 2014 von Matze1982
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Themenstarter8 Beiträge · seit 201424. Juli 2014 · #1
Hallo liebes Forum,
wir (meine Freundin und ich)haben uns erst kürzlich im Forum angemeldet und schon viele Reiseberichte verschlungen. Aber bevor ich uns weiter vorstelle ein großes Lob an alle die hier ihre Informationen preisgeben und mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Nun zu uns. Das Alter geht ja schon einmal ungefähr aus dem Profilnamen hervor. Wir haben beide viel Spaß am Reisen und waren auch schon einige mal in verschiedenen Ländern unterwegs (USA 2x; Island 1x und RSA 1x). Dabei haben wir unsere Reisen immer individuell nach unseren Bedürfnissen selber gebucht. Camping-Erfahrung haben wir aber noch keine gesammelt. Nach unserem RSA Urlaub besteht nun der Wunsch Afrika noch näher kennenzulernen. Aufgrund der tollen Reiseberichte hat sich unser Augenmerk klar in Richtung Botswana fokussiert. Wir würden gerne 4 Wochen in Botswana verbringen und dabei den Chobe NP, Kalahari NP, Moremi Game Reserve, Nxai Pan, Okavango Delta und die Viktoriafälle kennenlernen (Die genaueRoutenplanung steht noch nicht fest, aber es gibt hier im Forum ja genug Möglichkeiten sich zu informieren). Ich möchte aber auf etwas ganz anders hinaus.

Nach ersten Recherchen mussten wir feststellen, dass ein Urlaub in üblicher Art und Weise (Mietwagen und Übernachten in Lodges/Gästehäuser) für uns in Botswana nicht finanzierbar ist. Deshalb ist die Lösung mit dem 4x4 Fahrzeug mit Dachzelt zunehmend in unser Interesse gerückt. Was wir uns aber immer mehr fragen ist, ob so ein Urlaub ohne jegliche 4x4 und Campingerfahrung sinnvoll ist. Wäre es nicht vielleicht besser zuerst eine „Camping light“ Variante z.B. im Kruger NP zu machen um Erfahrung zu sammeln? Was meint ihr, kann man einem absoluten Neuling zu einer Tour in der Form raten? Ich weiß, man kann viel vorbereiten. Aber aus den Reiseberichten die ich bisher gelesen habe, gibt es doch häufiger unerwartete Situationen mit denen man im Vorfeld nicht planen kann. Mittlerweile sind wir uns total unsicher, ob uns der Urlaub nicht vor Ort überfordern würde.

Ein zweiter Punkt von Interesse wäre für uns ein ungefährer Preis den ihr für die Tour für Campingplätze, 4x4 Fahrzeug und tanken ansetzten würdet. Irgendwie ist die Preisspanne im Internet teilweise so groß, das ich überhaupt nicht abschätzen kann, ob eine Fahrzeugmiete von z.B. 90€ pro Tag ein Schnäppchen ist oder irgendeine Mogelpackung (In einem Reisebericht habe ich mal gelesen, dass man für 4 Wochen ca. 3000€ für das Fahrzeug ansetzten muss, ist das ein realistischer Preis?). Ich glaube Vorschläge zu Autovermietern habe ich im Forum auch schon gesehen, weiß aber gerade nicht mehr genau wo.
Gibt es hier im Forum vielleicht eine Übersicht was die Campingplätze in den NP in Botswana kosten und was es dort für Ausstattung gibt (wie bei der Übersicht unter der Kategorie „Camping“ von Thomas Richter zu den Campingplätzen in Namibia)? Ich habe die Frage von Cazadora gelesen, die nach einer Camping-Site in Senyati gefragt hatte. Dort wurde für die Übernachtung ein Preis von 60€ genannt. Ist das ein Preis mit dem man im Durchschnitt rechnen kann/muss?
Gibt es Gebiete in den genannten NP’s die für Neulinge besser geeignet sind?

Jetzt noch ein letzter Punkt. Während unseres RSA Aufenthalts hatten wir leider überhaupt kein Glück mit Katzen/Hunden und Vögeln. Genau genommen haben wir während unserer 3 Tage im Addo, 4 Tage im Kruger NP (davon 3 im SabiSands mit geführten Game-Drives) und den 3 Tagen in Hluhluwe außer einem Leopard überhaupt keine Katze/Hunde gesehen (Kein Löwe, keine Hyäne, kein Gepard…). Würdet ihr mir recht geben wenn ich sage, dass die oben angeführten Parks eigentlich fast eine „Löwengarantie“ haben müssten oder gibt es noch ein Park wo wir eine größere Chance haben eine Katze zu sehen?

Vielen Dank für eure Hilfe
Gast24. Juli 2014 · #2
Hallo,
Matze1982 schrieb:Was wir uns aber immer mehr fragen ist, ob so ein Urlaub ohne jegliche 4x4 und Campingerfahrung sinnvoll ist. Wäre es nicht vielleicht besser zuerst eine „Camping light“ Variante z.B. im Kruger NP zu machen um Erfahrung zu sammeln? Was meint ihr, kann man einem absoluten Neuling zu einer Tour in der Form raten? Ich weiß, man kann viel vorbereiten. Aber aus den Reiseberichten die ich bisher gelesen habe, gibt es doch häufiger unerwartete Situationen mit denen man im Vorfeld nicht planen kann. Mittlerweile sind wir uns total unsicher, ob uns der Urlaub nicht vor Ort überfordern würde.
Das eigentliche Camping selbst überfordert niemanden und da muss man meines Erachtens nicht groß üben. Die Campsites in Botswana sind in der Regel nicht eingezäunt und die Pisten teilweise tiefsandig. Ein bisschen Busch- und Offroaderfahrung sind da schon ein Vorteil. Andererseits muss man eben auch mal irgendwo anfangen, solche Erfahrungen zu sammeln, d.h. sich irgendwann auf unbekanntes Terrain wagen. Das Ihr Euch mit so etwas rechtzeitig auseinander setzt, wird zum Gelingen beitragen.
Matze1982 schrieb:Ein zweiter Punkt von Interesse wäre für uns ein ungefährer Preis den ihr für die Tour für Campingplätze, 4x4 Fahrzeug und tanken ansetzten würdet. Irgendwie ist die Preisspanne im Internet teilweise so groß, das ich überhaupt nicht abschätzen kann, ob eine Fahrzeugmiete von z.B. 90€ pro Tag ein Schnäppchen ist oder irgendeine Mogelpackung (In einem Reisebericht habe ich mal gelesen, dass man für 4 Wochen ca. 3000€ für das Fahrzeug ansetzten muss, ist das ein realistischer Preis?).
Je nach Fahrzeug, Fahrzeugalter, Reisesaison und Versicherungsumfang ist von 50-200 EUR am Tag bei ausgestatteten 4x4 alles möglich. Für genauere Angaben musst Du wissen, was Du wann wie mieten willst.
Matze1982 schrieb:Dort wurde für die Übernachtung ein Preis von 60€ genannt. Ist das ein Preis mit dem man im Durchschnitt rechnen kann/muss?
Die Campsites in den Parks liegen meistens bei etwa 50-80 EUR für 2. Außerhalb der Parks ist meistens deutlich billiger. Senyati kostet für 2 rund 30 EUR.
Matze1982 schrieb:Würdet ihr mir recht geben wenn ich sage, dass die oben angeführten Parks eigentlich fast eine „Löwengarantie“ haben müssten oder gibt es noch ein Park wo wir eine größere Chance haben eine Katze zu sehen?
Das ist primär Glückssache und Garantien gibt es keine. Wenn man oft genug hin fährt, gleicht sich irgendwann alles wieder aus. 3 Jahre keinen einzigen Wildhund gesehen, dann auf einer Reise gleich an 4 Tagen Wildhunde satt. Die Chancen zumindest einen der größeren Räuber (Löwe, Leopard, Gepard, Hyäne, Wildhund) zu sehen, sollten aber sehr gut sein. Wenn Ihr 4 Wochen Zeit habt, könntet Ihr auch einen Abstecher nach Zimbabwe in Erwägung ziehen. Hwange, Matobo sind einfacher zu fahren als z.B. Savuti und Linyanti.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 24. Juli 2014
5'479 Beiträge · seit 200924. Juli 2014 · #3
Ob eine Campingreise trotz mangender Camping- und 4x4-Erfahrung funktioniert, liegt in erster Linie in Eurer Persönlichkeit begründet. Muss bei Euch immer alles nach Plan laufen, stressen Euch unvorhersehbare Situationen und gehört Improvisation nicht zu Euren Stärken, dann lasst es besser sein. Seit Ihr bereit, Euch auch dem Unbekannte zu stellen, könnt improvisieren und lasst Euch auch durch unvorhergesehene Probleme nicht aus der Ruhe bringen, dann wünsche ich Euch viel Spaß bei Eurer Campingreise durch Botswana.

Wir haben uns jedenfalls nicht langsam an Afrika rangetastet, sondern sind gleich bei unserer ersten Reise in die Vollen gegangen und ins Kaokoveld gefahren. Meine 4x4 Erfahrung war damals nur angelesen. Camping kannten wir zwar, aber nur von europäischen Campingplätzen. Vieles habe ich erst mittels "try and error" vor Ort herausgefunden. So Manches hat nicht geklappt, wie geplant. Den Wagen habe ich häufig ausgegraben.

Hinsichtlich Katzen und Hunden habe ich die besten Erfahrungen mit Savuti gemacht. Ich habe dort schon, Löwen, Leoparden, Geparden und Wildhunde gesehen.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
2'610 Beiträge · seit 200724. Juli 2014 · #4
Hallo Matze,

willkommen im Forum!

Ich sehe es so, wie es Topobär und Guido geschrieben haben - irgendwann war es für alle das erste Mal 4x4 zu reisen bzw. zu campen. Wir hatten zwar aus Europa Campingerfahrung, aber das erste Mal 4x4 führte uns u.a. direkt in den Norden von Kenia (Lake Turkana, Chalbi Desert). Und das zu einer Zeit, wo es dort oben nur ganz wenige Touristen gab. Wir haben uns einfach den Umständen - sprich Pistenverhältnissen - angepasst. Ganz so machen wir nach über 30 Jahren immer noch - vorsichtige, den Verhältnissen angepasste Fahrweise und es wird schon klappen. Du kannst natürlich bereits zu Hause einen 4x4 Kurs absolvieren, wird hier im Forum immer mal wieder den "Neulingen" angeraten.

Viel Spaß bei der Planung
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
zuletzt bearbeitet 24. Juli 2014
18 Beiträge · seit 201424. Juli 2014 · #5
Hallo Matze, auch ich kann Guido und topobär nur zustimmen. Meine Freundin und ich fahren seit fünf Jahren regelmäßig zwischen November und Februar ins südliche Afrika, weil es noch keine Impfung gegen das Botswana-4x4-Camping-Virus gibt. Als „Anfängertour“ würde ich das Delta rückblickend für eine trockene Zeit ins Auge fassen. Man kann dort bei Wasserdurchquerungen mehr versenken als nur die Urlaubsfreude. (Ist mir zum Glück nicht passiert, habe aber am Lagerfeuer auch andere Geschichten gehört.) Von Deiner geplanten „Camping-light-Variante“ in Kruger würde ich abraten, weil sie Dich kaum weiter bringt. Die Campgrounds dort sind mit der Einsamkeit und der Atmosphäre Botswanas nicht vergleichbar. Als „Trainings-Nationalpark“ würde ich eher KTP vorschlagen. Auf der Südafrika-Seite wirst Du mit größter Wahrscheinlichkeit Löwen und viele andere Tiere sehen, auf der Botswana-Seite kannst Du dann mitten in der Wildnis erfahren, dass es – ohne Zäune – auch ok ist, wenn Löwen genügend Abstand halten. Wenn Du vier Wochen Zeit mitbringst, dann machst Du bei Deiner geplanten Route alles richtig. Vor allem in den Nationalparks können kurze, entspannte Etappen das Lampenfieber senken und das Afrikafieber steigern. Wir haben übrigens auch mit preiswerten Autos gute Erfahrungen gemacht, allerdings auch deshalb, weil wir uns für die Übergabe sehr viel Zeit genommen haben. Viel Spaß in Afrika!  
Themenstarter8 Beiträge · seit 201425. Juli 2014 · #6
Hallo Zusammen,

vielen Dank für die vielen Antworten. Das hilft und auf jeden Fall schon einmal weiter. Ich denke wir fangen jetzt damit an den Reisezeitraum in 2015 etwas einzuschränken (ich denke es wird irgendwann zwischen Juni und Oktober sein) und mit der Tourplanung zu beginnen. Eventuell melde ich mich deswegen noch einmal 🙂

Noch einmal herzlichen Dank für die Anregungen

Matze
1'450 Beiträge · seit 200625. Juli 2014 · #7
Halo Matze,

ein guter Rat: fahrt eher im Oktober. Im Juni kann noch sehr viel Wasser da sein. Ausserdem sieht man im Oktober die Elefanten besser. Uns ist es früher im Jahr schon passiert, dass gan plötzlich ein Elefant vor aus aus dem Gebüsch kam. Wir konnten ihn nicht sehen, weil so viele Blätter da waren.

Beate
728 Beiträge · seit 200625. Juli 2014 · #8
Hallo Matze,
Oktober bringt sicherlich den niedrigsten Wassertand (nur im Moremi wichtig), die größte Trockenheit und die größte Hitze. 40 Grad Lufttemperatur in Savuti kannst du erwarten.
Man kann/sollte die Campingstellplätze in den Nationalparks in Botswana 12 Monate im voraus fest buchen, vor allem in der Hauptsaison und Oktober ist Hauptsaison. Kauf dir den Reiseführer von Ilona Hupe "Botswana". Da steht alles und aktuell drin.
Gruß
Reinhard
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