alex0204Themenstarter32 Beiträge · seit 201414. Juli 2014 · #1Hallo in die Runde!
Ich plane eine 22 tägige Rundreise durch Namibia als Ersttäter wie es immer so schön in Forum gesagt wird. Ich habe bereits einen 4x4 inkl. Dachzelt reserviert allerdings stellt sich noch eine Problematik mit der Versicherung des Fahrzeugs bzw. der Selbstbeteiligungsreduzierung.
1. Sachstand
Fahrzeug ist jetzt mit voller Selbstbeteiligung gebucht, da ich dies selbst für eine extra Versicherung (Questor oder Allianz Elvia) absichern möchte.
Geplant ist auch der ein oder andere Offroad Trail bzw. eventuell auch die Fahrt von Walvis Bay zum 50km südlich gelegenen Sandwich Harbour.
Konkrete Aussagen seitens des Vermieters auf diese Anfragen habe ich immer nur mit dem Zusenden von PDF Dateien, welche alles beschreiben, beantwortet bekommen. Z.b. "no offroad, dune & beach areas". Sprich man ist hier wohl vollkommen unversichert unterwegs?!
2. Problem
Das wurde bereits am Ende des "Sachstandes" angerissen, dass ich 1. die Selbstbeteiligung abersicherung muss und 2. im Falle der Offroadfahrt überhaput eine Versicherung bräuchte. Bei Elvia wie auch bei Questor sind allerdings nur die Selbstbeteiligungen versichert. In den Versicherungebedingungen von Elvia steht z.B. dass diese nicht greifen, wenn auf Straßen gefahren wird, welche vom Vermieter nicht versichert werden. Somit kann ich hiermit auch nicht diese Offroadbereiche abdecken.
Ich hatte natürlich nie vor irgendwelche langen Offroadstrecken durchs Kaokoveld zu fahren oder wilde Pässe hinauf und hinab. Aber wofür hat man einen 4x4 wenn man dann von der öffentlichen Schotterpiste keinen Meter herunter darf? Wie seht ihr das? Bin ich an den falschen Vermieter gelangt? Gibt es doch Versicherungen, Höhe der Prämie sei mal dahingestellt, die Offroadbereiche abdecken? Oder fahren diejenigen die Offroad unterwegs sind ganz einfach komplett auf eigenes Risiko?
Über eure Erfahrungen und Tipps würde ich mich sehr freuen!
Viele Grüße
Alexander
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200614. Juli 2014 · #2Hallo Alexander,
Sprich man ist hier wohl vollkommen unversichert unterwegs?
richtig! Es handelt sich um keine öffentlichen Straßen. Du musst für alle Kosten im Fall der Fälle selber aufkommen. Wenn Du nicht wirklich 100 % Vertrauen in Dein Fahrverhalten hast und Dich mit den örtlichen Gegebenheiten auskennst (v.a. Sandwich Harbour) solltest Du Dir gut überlegen, ob es Dir das wert ist.
Zum "Problem": Genau so ist es.
Ich hatte natürlich nie vor irgendwelche langen Offroadstrecken durchs Kaokoveld zu fahren oder wilde Pässe hinauf und hinab.
Aha, aber Du willst nach Sandwich Harbour - was sogar nur die wenigsten Namibier mit ihrem eigenen Auto machen. Entweder du versenkst es im Tiefsand oder im Meer.
Aber wofür hat man einen 4x4 wenn man dann von der öffentlichen Schotterpiste keinen Meter herunter darf?
darfst Du ja - jede Farmstraße darfst Du fahren und vieles andere ist auch erlaubt (z.B. im Kaokoveld). Jeder Vermieter hat aber, aufgrund seiner eigenen Erfahrung, gewisse Ausschlüsse. Dies sind z.B. Sandwich Harbour, Van Zyls Pass, Khaudum...
Aber auch ansonsten musst Du immer daran denken, dass das Fahrzeug eh nur versichert ist, wenn Du nicht alleine (d.h. ohne Einwirken eines lebenden Anderen) den Unfall baust.
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
P.S. Allgemeines zum Thema auch hier:
http://bwana.de/autovermittlung/fahrzeug-informationen-portal/autoversicherungen.htmlVom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
lionfight1'324 Beiträge · seit 201314. Juli 2014 · #3@ Alex
Du verwechselst hier Off Road mit Gravel-Roads (die auch in einem schlechten Zustand sein können), bzw. offiziellen Pads.
Mit wenigen ausnahmen darfst Du in Namibia jede Straße fahren, aber das hat eben nichts mit Off Road zu tun. Quer durchs Gelände sollte man als Tourist eh nie fahren.
Das ist komplett anders wie in den USA, wo der Versicherungsschutz sofort auf jeder nicht asphaltierten Straße erlischt.
In Nambia ja auch kaum durchführbar.
Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
GUGuido.Gast14. Juli 2014 · #4Hallo,
alex0204 schrieb:Konkrete Aussagen seitens des Vermieters auf diese Anfragen habe ich immer nur mit dem Zusenden von PDF Dateien, welche alles beschreiben, beantwortet bekommen. Z.b. "no offroad, dune & beach areas". Sprich man ist hier wohl vollkommen unversichert unterwegs?!
Ob da irgendwo Versicherungsschutz besteht oder nicht, lässt sich immer nur im Einzelfall klären. Der Vermieter wird da kaum pauschale Aussagen machen, für die er in Haftung genommen werden kann. Die ziehen sich da meistens auf die Versicherungsbedingungen zurück und darauf, das im Zweifelsfall die Versicherung entscheidet. Das ist auch verständlich. Eine Ausnahme sind ggf. die Vermieter, die sich quasi selbst versichern, wie z.B. Kalahari Car Hire. Neueren Berichten zufolge haben aber auch die Support und Versicherung im Kaokoveld komplett eingestellt - anscheinend sogar für die offiziellen Straßen da.
alex0204 schrieb:Ich hatte natürlich nie vor irgendwelche langen Offroadstrecken durchs Kaokoveld zu fahren oder wilde Pässe hinauf und hinab. Aber wofür hat man einen 4x4 wenn man dann von der öffentlichen Schotterpiste keinen Meter herunter darf?
Die Wahrscheinlichkeit, das Auto bei einer Tour nach Sandwich Harbour zu verlieren, würde ich als größer einstufen als in weiten Teilen des Kaokoveld. Die Dünen und das Meer (Gezeiten) stellen erhebliche Gefahren da. Insofern passt Deine Risikowahrnehmung da nicht so ganz.
alex0204 schrieb:Oder fahren diejenigen die Offroad unterwegs sind ganz einfach komplett auf eigenes Risiko?
Im Prinzip ja. Wenn Du Erlebnisse abseits der "Masse" willst, dann musst Du ggf. auch andere Risiken als die Masse eingehen. Oder Du buchst eine Tour bei Spezialisten dafür, dann trägt die das Risiko für das eingesetzte Equipment. Wenn man vorsichtig fährt und halbwegs weiß, was man da tut, dann ist das Risiko gering, das man das Auto offroad beschädigt. Auch da bleibt ein gewisses Risiko, das einen genau in der entlegensten Ecke ein "normaler" Verschleißschaden ereilt, für den man nichts kann und wo man sich dann selbst kümmern darf.
Beste Grüße
Guido
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201214. Juli 2014 · #5Auf unbefestigten Farmwegen wird man Dir wohl den Versicherungsschutz nicht versagen, auch nicht die Wege im Koakoland die Andere bereits befahren haben. Bei vielen Vermietern ist nicht einmal der van Zyls Paß ausgeschlossen.
Eine besondere Versicherung bekommst Du nicht für Strecken, wo außerordentliches Können die Voraussetzung ist, z.B. nach Sandwich Harbour, wo Du zum einen die Gezeiten und die Technik beherrschen mußt, im Wechsel Meer / Sand zu fahren, oder aber die Kenntnisse besitzt, hohe weiche Dünen zu befahren. Und das beherrschen die wenigsten aus Deutschland kommend, das erkennt man an der großen Anzahl deutscher Allradfahrzeuge, die in der Sahara geschrottet werden und die auch kein Versicherer bezahlt.
Christian hat das schon richtig beschrieben. Vielleicht findest Du hier eine Zusatzversicherung, die dann einspringt.
H.
alex0204Themenstarter32 Beiträge · seit 201414. Juli 2014 · #6Vielen lieben Dank euch schon für eure Rückmeldungen!
Gut, dass ich geschrieben habe und hier kompetente Hilfe finde! Die Sandwichharbour-Tour habe ich dann wirklich unterschätzt. Ich habe sie jetzt lediglich mal als Beispiel angeführt da ich sie schon gerne machen wollen würde, mich aber wirklich noch nicht konkret mit den Bedingungen befasst.
Gedacht war eher das ganze am Strand zu befahren und auf keinenfall in die Dünen zu fahren. Ich habe hier Berichte gelesen, dass dies doch machbar sei mit gewisser Erfahrung. Aber hier ist das Risiko vielleicht wirklich doch zu hoch. Wie gesagt, ich bin Ersttäter und kenne Sandwich Harbour wie auch Kaokoveld lediglich von Bildern bzw. Berichten.
Ich weiß, dass man für eine neue Frage ein neues Thema eröffnet aber hier überschneidet es sich doch sehr eng, weswegen ich euch bitte diesen kleinen Ausruschter einmalig zu verzeihen 🙂
Wisst ihr zufällig ob es in Swakopmund/Walvis Bay sogenannte Hop-On-Guides gibt die quasi als Guide lediglich mitfahren aber das eigene Equipment benutzt wird?
Welche Zusatzversicherung würdet ihr denn aus eigener Erfahrung empfehlen um die Selbstbeteiligung (im konkreten Fall N$ 28000 ungefähr 1800€) zu decken? Questor? Elvis (Allianz) ?
Vielen Dank für eure Hilfe!
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200614. Juli 2014 · #7Hi Alexander,
Wisst ihr zufällig ob es in Swakopmund/Walvis Bay sogenannte Hop-On-Guides gibt die quasi als Guide lediglich mitfahren aber das eigene Equipment benutzt wird?
wende Dich mal an die Tourist Guides' Association of Namibia (www.tan-namibia.org). Die können Dir sicherlich einen Guide vermitteln.
Gedacht war eher das ganze am Strand zu befahren und auf keinenfall in die Dünen zu fahren.
Gute Idee, nur gibt es bei Flut oder Westwind keinen Strand 🙂
Wegen Zusatzversicherung schau z.B. mal hier: www.selbstbeteiligung-versicherung.de Oder eben die gängigen Kredikarten die eine Vollkasko bieten, z.B. Miles & More Business Gold.
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
GUGuido.Gast14. Juli 2014 · #8Hallo,
das Versicherungsthema ist hier eines der meistdiskutierten Themen überhaupt.
Eine Selbstbehaltausschlussversicherung hat bei größeren Schäden den Nachteil, das sie auf der lokalen Versicherung nach namibischen Recht aufbaut. Zahlt die vorrangige Versicherung nicht, dann zahlt die nachrangige Versicherung zum Selbstbehaltausschluss meistens auch nicht.
Einige (mich eingeschlossen) bilden sich ein, mit den in besseren Kreditkarten inkludierten Mietwagen-Vollkasko-Versicherungen die Risiken minimieren zu können. Auch da gilt es genau die Versicherungsbedingungen zu sezieren, ob nicht Campingfahrzeuge auf die eine oder andere Weise generell ausgeschlossen sind. Umfangreiche Erfahrungen zur Regulierung größerer Schädensfälle mittels Kreditkartenversicherung gibt es hier auch nicht. In der Regel erlischt auch da der Versicherungsschutz, wenn gegen den Mietvertrag verstoßen wird. Weil die Mietverträge in der Regel Offroad-Ausschlüsse enthalten, ist man auch damit nicht zu 100,0% geschützt.
Der beste Versicherungsschutz überhaupt bleibt halbwegs besonnenes Fahren. Diese Versicherung ist obendrein kostenfrei
Beste Grüße
Guido
Silke1611223 Beiträge · seit 201314. Juli 2014 · #9Hallo Alexander,
je nach vorhandener Erfahrung im 0ffroadfahren kann es auch sinnvoll sein
hier in Deutschland ein 4x4 Training zu machen
s.z.b.
http://www.landways.de/,
um das Risiko zu minimieren
und auf eventuellen Kosten sitzen zu bleiben.
LG
Silke
leben und leben lassen
4 Wochen Namibia 2009
3 Wochen Namibia 2010
alex0204Themenstarter32 Beiträge · seit 201415. Juli 2014 · #10lionfight schrieb:@ Alex
Du verwechselst hier Off Road mit Gravel-Roads (die auch in einem schlechten Zustand sein können), bzw. offiziellen Pads.
Mit wenigen ausnahmen darfst Du in Namibia jede Straße fahren, aber das hat eben nichts mit Off Road zu tun. Quer durchs Gelände sollte man als Tourist eh nie fahren.
Das ist komplett anders wie in den USA, wo der Versicherungsschutz sofort auf jeder nicht asphaltierten Straße erlischt.
In Nambia ja auch kaum durchführbar.
Gruß!
der Joe
Alles klar! Ihr habt mir schon weitergeholfen! Der Begriff "off road" war mit jetzt nicht so klar definiert wo das jetzt in Namibia anfängt und wo es aufhört. Der Vermieter war da auch wenig konkret und die Versicherungen bei welchen ich angefragt hatte bzgl. der Selbstbeteiligungsversicherung konnten da auch weniger konkret werden da diese einfach nur ihre Geschäftsbedingungen gedroschen haben wie ihr bereits gesagt hattet. Da wird keiner pauschale Aussagen treffen auf die er dann festgenagelt wird 🙂
Habe mich jetzt für Questor entschieden da hier für ca. 100€ sogar ein erhöhter CDW bis 50000 Pfund dabei ist, Reifen, Glas etc. Schäden versichert sind, Towing, Key Lost, Fahrzeugrücküberführung im Krankheitsfalle, Lock Out of car etc. etc. Hatte hier im Detail nochmal nachgehakt per Email und sehr kulante Aussagen erhalten bzw. überhaupt die beste Preis-Leistung bei den Zusatzversicherern. Ich kann das jetzt natürlich nicht pauschal empfehlen da es ja, zum Glück toi toi toi, nicht zum Versicherungsfall gekommen ist bzw. hoffentlich kommen wird. Ansonsten hört ihr von mir 😉
GUGuido.Gast15. Juli 2014 · #11Hallo,
alex0204 schrieb:Habe mich jetzt für Questor entschieden da hier für ca. 100€ sogar ein erhöhter CDW bis 50000 Pfund dabei ist, Reifen, Glas etc. Schäden versichert sind, Towing, Key Lost, Fahrzeugrücküberführung im Krankheitsfalle, Lock Out of car etc. etc. Hatte hier im Detail nochmal nachgehakt per Email und sehr kulante Aussagen erhalten bzw. überhaupt die beste Preis-Leistung bei den Zusatzversicherern. Ich kann das jetzt natürlich nicht pauschal empfehlen da es ja, zum Glück toi toi toi, nicht zum Versicherungsfall gekommen ist bzw. hoffentlich kommen wird. Ansonsten hört ihr von mir 😉
Ich würde da noch mal genau nachfragen. Je nach angemietetem Fahrzeug könnte das gleich durch 3 Klauseln ausgeschlossen sein. Die schließen Offroad-Fahrzeuge pauschal aus. Zum anderen sind die Pickups vor Ort teilweise als Leicht-LKW zugelassen. Auch da ist es für mich nicht so eindeutig, ob das abgedeckt ist. Fahrzeuge die nicht den Originalspezifikationen des Hersteller entsprechen sind auch ausgeschlossen. Je nach Mietfahrzeug gibt es da auch eine Menge abzuklären (Klappdach beim LandCruiser Bushcamper, Doppeltank, Schnorchel, andere Stoßstangen,
Beste Grüße
Guido