Erst fotografiert, dann serviert (Tierschutz)

56 Antworten · 12,7k Aufrufe · gestartet 29. Juni 2014 von Andrea60
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Themenstarter3 Beiträge · seit 201429. Juni 2014 · #1
Hallo liebes Forum,
seit kurzem sind wir wieder von unserer 3-wöchigen Namibiareise zurück und ich muss sagen, es war für mich als aktiver Tierschützer wirklich fürchterlich.In jeder Guestfarm unter deutscher Führung wird einem nur Wildfleisch angeboten, dh. Oryx, Zebra, Springbock, Elan, Kudu und sogar Giraffe. Geparden werden als Schädlinge be-
zeichnet. Die Idiologie ist, erst die Tiere zu fotografieren und danach werden sie dir auf dem Teller serviert.
Dies habe ich bis jetzt in keinen anderen afrikanischen Land erlebt. Die Guestfarmbetreiber (Deutsche) fühlen
sich als Gutsherren und haben die selbe Jagdmentalität wie in Deutschland. Diskutieren zwecklos!
Wir waren drei Wochen unterwegs, bis hinauf nach Angola, wir sahen fast keine Tiere und wenn, waren sie
unheimlich scheu. Namibia ist wircklich nicht Afrika und erst recht kein Safari-land. Die natürliche Auslese gibt es
nicht mehr, alles ist eingezäunt und die Raubtiere werden wie bei uns durch die Jagd (Eldorado für Jäger) ersetzt.
Das einzige schöne ist die Landschaft und die kann man ja jetzt frei von gefährlichen Tieren sicher durchwandern.
Schade für das Land und die indigene Bevölkerung .

Grüsse
Andrea60







l
7'255 Beiträge · seit 200629. Juni 2014 · #2
Hallo Andrea

Willkommen im Forum.

Dein Einstig hier ist ja ein bisschen heftig und auch sehr fragwürdig.
Wie kommst Du darauf, dass Namibia kein Safariland ist?
Welche andere Vergleiche hast Du?
Warst Du auch in Nationalparks oder vergleichst Du einfach das was Du im Fernsehen siehst mit dem was Du auf offener Strecke erlebt hast?
Wie warst Du unterwegs? In einem 40 Personen Bus oder einem Offroad Fahrzeug?
Seid Ihr selber gefahren?
Wart Ihr auch früh morgens und Abends in der Dämmerung unterwegs?

Zum Thema Tierschutz und Jagd wurde im Forum schon sehr viel geschrieben. Da gibt es zwei klare Lager.
Eines steht für mich aber fest. Tierschutz ohne Tiernutzung ist nicht möglich. Dann werden die Tiere einfach nur abgeknallt und durch Rinder ersetzt. Wenn Sie aber genutzt werden dürfen, dann wird auch zum Bestand der Tiere geschaut.

Ich kenne einige Länder in Afrika. Ich kenne aber keines (ausser vielleicht Botswana), in dem Du ausserhalb der Nationalparks so viele Tiere wie in Namibia siehst. Seien das nun Antilopen, Zebras, Giraffen oder gar Löwen und Elefanten. In vielen Ländern wie Sambia, Tansania etc. wird ausserhalb von NP alles für den Kochtopf weg geschossen.

Sag mir ein Land wo Du ausserhalb von NP noch viele Tiere siehst. Ich fahre gerne dahin.

Herzliche Grüsse
Chrigu
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zuletzt bearbeitet 29. Juni 2014
1'455 Beiträge · seit 200629. Juni 2014 · #3
Hallo Andrea,
wir wohnen in Namibia auf einer Farm, d.h. haben das ehemaliger Farmverwalter-Häuschen gemietet. Auf den 12.000ha, die unserem deutschstämmigen Vermieter seit Generationen gehören, tummeln sich neben etwa 800 bis 1200 Rindern Springböcke, Hartebeest, Kudus, Elands, Gemsböcke und viele Bergzebras neben allem anderen wildlebendem Getier.
Ja, es ist eingezäunt, sonst würden die Rinder verduften oder auf der Strasse stehen.
Auch hier wird gejagt, zum einen für das Fleisch, was natürlich günstiger ist, als den Gemsbock beim Superspar zu holen. Ab und zu kommen auch Jagdgaeste mit Jagdführer und schiessen etwas, meist als Trophaenjaeger. Das Fleisch wird auch für die auf der Farm lebenden genutzt.
Ich bin kein Jäger, fotografiere sie gerne, habe aber auchmal Hunger. Und nein, ich bin kein Vgetarier.
Die Weide, die auf der Farm ist, dient dazu, die Rinder gross zu bekommen, damit irgendwann Geld durch den Verkauft reinkommt. Die Jäger oder das Wild tragen ihren Teil dazu bei, das Wild frisst das gleiche Gras, was die Rinder gerne haetten. Und wenn ich die Herdengrössen anschaue, vorgestern 180 Zebras gesehen, dann ist das viel.
Raubkatzen sind je nach Betrachtundweise auch Schädlinge. User Farmer verliert jedes Jahr einige Kälber durch Grosskatzen. Das ist ein finanzieller Verlust. Und wenn Du an eine Tränke kommst und 6 Geparden davonflitzen, dann haben wir eine Menge. Nur sieht man sie viel zu selten. Glücklicherweise ist unser Vermieter auch Naturfreund, er bringt die Rinder vor dem Kalben in die Nähe der Farmgebäude, anstatt die Katzen zu jagen. Das machen nicht viele.
Wenn wir Hyänen hätten. könnte er die Rinderhaltung zumachen. Die gehen auch auf ausgewachsene Tiere.

Wenn Du in Deinem Urlaub nix gesehen hast, warst Du entweder zur falschen Zeit am falschen Ort oder blind. Ich schaffe es nichtmal ins Büro nach Windhoek zu fahren, ohne daß es ein Gamedrive wird. Schakale, African Wildcat, Warzenschweine, eine Herde Hartebeester auf der Pad....

Und das hat mit Deutsch, Afrikaans usw. nix zu tun, jeder Farmer bzw. Lodgebetreiber muss wirtschaftlich denken und das Wild von der eigenen Farm ist das günstigste Fleisch und man weiss, wo es herkommt.

In Deutschland mit em Biofimmel und dem ganzen Beschiss darum, weil es um sehr viel Geld geht. Kaufst Du Dein Fleisch vom Biometzger oder im Supermarkt. Hast Du mal gesehen, wie die Tiere mit den Subventionstransporten in Europa leiden??? Das gibt es hier nicht.

Und was glaubst Du wird auf den Lodges serviert? Das, was der Kunde wünscht. Wir haben selber Lodges geleitet und kennen das. Aber wenn die Gäste fragen und man ihnen das Drumherum erklärt, hat es noch keinen gestört.

Glaubst Du, Rinder, die erst nocht zum Schlachthof transportiert werden, ergeht es besser?

Du kennst einfach nur die eine Seite und die ist ein bisschen heile Welt in Afrika. Was sollen denn die Menschen hier essen?

LG Jens
24 Beiträge · seit 201329. Juni 2014 · #4
Hallo Andrea,
die von Dir erwähnten Oryx, Zebra, Springbock, Elan, Kudu und Giraffe können Farmzäune, sofern es keine Wildzäune sind, überwinden und ziehen als freie Tiere über das Farmland. Meine Tochter, die seit 20 Jahren aus Tierschutzgründen Vegetarierin ist, sagt: "Wenn ich Fleisch essen würde, dann nur in Namibia. Denn hier verbringen die Tiere ein freies und selbst bestimmtes Leben. Sie erhalten weder künstliches Futter noch Medikamente. Und wenn sie geschossen werden, ist es ein plötzliches Ende ohne quälende Transporte." Wir haben in Namibia auf Farmland immer viele Tiere gesehen. Wenn sie nicht scheu wären, wären es keine Wildtiere.
Gruß Ewald
Themenstarter3 Beiträge · seit 201429. Juni 2014 · #5
chrigu schrieb:Hallo Andrea

Willkommen im Forum.

Dein Einstig hier ist ja ein bisschen heftig und auch sehr fragwürdig.
Wie kommst Du darauf, dass Namibia kein Safariland ist?
Welche andere Vergleiche hast Du?
Warst Du auch in Nationalparks oder vergleichst Du einfach das was Du im Fernsehen siehst mit dem was Du auf offener Strecke erlebt hast?
Wie warst Du unterwegs? In einem 40 Personen Bus oder einem Offroad Fahrzeug?
Seid Ihr selber gefahren?
Wart Ihr auch früh morgens und Abends in der Dämmerung unterwegs?

Zum Thema Tierschutz und Jagd wurde im Forum schon sehr viel geschrieben. Da gibt es zwei klare Lager.
Eines steht für mich aber fest. Tierschutz ohne Tiernutzung ist nicht möglich. Dann werden die Tiere einfach nur abgeknallt und durch Rinder ersetzt. Wenn Sie aber genutzt werden dürfen, dann wird auch zum Bestand der Tiere geschaut.

Ich kenne einige Länder in Afrika. Ich kenne aber keines (ausser vielleicht Botswana), in dem Du ausserhalb der Nationalparks so viele Tiere wie in Namibia siehst. Seien das nun Antilopen, Zebras, Giraffen oder gar Löwen und Elefanten. In vielen Ländern wie Sambia, Tansania etc. wird ausserhalb von NP alles für den Kochtopf weg geschossen.

Sag mir ein Land wo Du ausserhalb von NP noch viele Tiere siehst. Ich fahre gerne dahin.

Herzliche Grüsse
Chrigu
Hallo Chrigu,

danke für deinen Willkommensgruss,
findest du es ethisch und moralisch nicht verwerflich Tiere zu erst zu fotografieren und dann zu essen?
Also nun zu deinen Fragen:
Wir waren Offroad zu viert unterwegs ab Soussovlei bis Palmwag. Dann buchten wir zu viert eine ein wöchige
Campingreise mit Privatguid im Kaokoland bis hinauf zu den Epupa Wasserfällen mit dem Schwerpunkt
Tiere und Wüstenelefanten. Danach ging es in den Etosha Nationalpark, dann weiter zum Waterberg. Wir besuchten viele Nationalparks in Namibia, leider auch für ein Safariland wenige Tier.

Also keine Reise in einen40zig Personenbus.

Mein Mann und ich waren schon in ganz Südafrika, Kenia, mit Schlangensafari und machten eine drei wöchige geführte Campingreise durch Botswana.
Also glaube mir bitte, ich rede nicht wie ein Blinder von der Farbe über Afrika! Ich finde auch an guten
Dokus im Fersehen über Tieschutz, Aufklärung ,Wildlife nichts auszusetzen.
Warum funktioniert es in anderen afrikanischen Ländern, ohne so einen rabiarten Tierabschuss?
Jagd hat überhaupt nichts mit Tierschutz zutun, dieses wird nur von Jägern und Jagdverbänden vorgeschoben, um das Jagen zu rechfertigen und um ihre niedrigsten Begierden zubefriedigen.Wo der Mensch eingreift, geht doch das natürliche Gleichgewicht dem Bach hinunter! Das "Jägerlatein" ist total veraltet und in unsere Zeit nicht mehr tragbar (Infos in Büchern und Internet) . Du schreibst in vielen anderen Ländern Afikas wird viel ab-
geschossen! Warum bist du dann dafür? Absch ussquote namibia 67% samiba 2% Südafrika4% Botswana ab
2014 0% Tansania 6% Kenia kein Abschuss.

Viele Grüsse
Andrea
461 Beiträge · seit 200829. Juni 2014 · #6
Hallo Andrea

So ein nachdenklicher Bericht hat bei mir unter anderem folgende Fragen ausgelöst:

Aktiver Tierschützer - ist das was gutes, worin unterscheide ich mich da.Bin ich deshalb schlecht ?

Da wird einheimisches Wild gegessen - ja wäre denn Rind, Huhn, Schaf besser, auch wenn es nicht ins Land passt ? Oder ist nur vegetarisch oder gar vegan akzeptabel ?

Gutsherren - ja gilt das nicht auch für alle Bauern oder andere die Nutztiere halten ?

Auf Besuch in Namibia - warum um himmelswillen machen die das anders als sich das Andrea vorstellt ?

Wilde Tiere sind scheu - ja haben den die indigenen Einwohner es verpasst da einen Streichelzoo für aktive Tiere zu errichten ?

Ja da hat es schon noch viele Fragen offen ?

Gruss
Tom
1'419 Beiträge · seit 200929. Juni 2014 · #7
Hallo,

ich habe vorhin meine ersten Zuckerschoten fotografiert und werde sie Ende der Woche genüsslich verspeisen (falls mir vorher nicht wieder die Rehe drangehen...). Und nu? 😵

Andrea, ich hoffe Du bist mit Deiner Einstellung Veganerin .... ansonsten ist es nämlich in keinster Weise nachvollziehbar und schlichtes Geheuchel!

Gruss
janet
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
zuletzt bearbeitet 29. Juni 2014
2'060 Beiträge · seit 201329. Juni 2014 · #8
Andrea60 schrieb:Wir waren drei Wochen unterwegs, bis hinauf nach Angola, wir sahen fast keine Tiere und wenn, waren sie
unheimlich scheu.
Dass man in Namibia - außer in den Nationalparks nicht die ganz großen Herden sieht wie vielleicht in anderen afrikanischen Ländern, weiß man vorher - wenn man sich informiert hat. Andernfalls sind die Erwartungen einfach zu hoch gewesen. Wir haben voriges Jahr hauptsächlich den Süden bereist und haben viele Tiere gesehen, auch in Gegenden, wo wir überhaupt keine vermutet hatten: Zebras, Oryxe und Strauße waren überall, über einzelne Giraffen mitten in der Pampa haben wir uns mehr gefreut als über die Gnu-Migration!

Man muss doch seine Erlebnisse nicht an Zahlen festmachen: Qualität geht vor Quantität, und die Qualität liegt im Auge des Betrachters. Wir haben unterwegs auch viele kleine Tiere beobachten können, die es daheim nicht gibt, auch das war sehr interessant.

Überrascht es dich, dass Wildtiere scheu sind??? Wäre es anders, hieße es doch, dass sie an Menschen gewöhnt wären, dass es Massen von Touristen gäbe - was in Namibia zum Glück noch nicht der Fall ist - auch deswegen zieht es uns immer wieder dorthin.

Und noch einen Satz von dir möchte ich aufgreifen: "Das einzig Schöne ist die Landschaft" - hauptsächlich deswegen lieben wir Namibia - Tiere sind eine Zugabe, über die wir uns freuen, aber auch nicht enttäuscht sind, wenn wir wenige sehen.
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
33,1k Beiträge · seit 200629. Juni 2014 · #9
Hallo Andreas,

willkommen im Forum!
Warum funktioniert es in anderen afrikanischen Ländern, ohne so einen rabiarten Tierabschuss?
ich möchte Dir ja nicht Deine Illusion nehmen, aber außer in Botswana klappt es eigentlich nur in Namibia. Wo z.B, in Südafrika kannst Du irgendwo außer eines private oder staatlichen Schutzgebietes auch nur ein Tier sehen? Nirgends. In Namibia ist übrigens der Wildtierbestand seitdem die Wildtiere dem jeweiligen Farmer gehören (außer einigen Ausnahmen wie Nashörner etc.) der Bestand an Wild um etwa 500 % gestiegen. Denn nun hat das Wild für Farmer einen Wert - vorher war es nur Konkurrenz zum Nutzvieh.

Schau Dir vielleicht zum Hintergrund mal diesen Wikipedia-Artikel an: https://de.wikipedia.org/wiki/Wildtierbestand_in_Namibia

Und anders als z.B. Kenia ist Namibia zu einem Großteil privates Farmland. Deshalb gibt es auch viele Zäune.
Jagd hat überhaupt nichts mit Tierschutz zutun, dieses wird nur von Jägern und Jagdverbänden vorgeschoben, um das Jagen zu rechfertigen und um ihre niedrigsten Begierden zubefriedigen.
Oder das Gegenteilt zu behaupten ist ein von radikalen Jagdgegner vorgeschobener Grund zur Weltverbesserung. Aber die Jagddiskussion kannst Du in vielen Threads hier nachlesen...

Viele Grüße aus Windhoek
Christian

P.S. Komme gerade von einem Spaziergang mit meinem Hudn zurück - ein Kudu und zwei Warzenschweine 200 Meter von den letzten Häusern Windhoeks entfernt gesehen.
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
2'462 Beiträge · seit 200629. Juni 2014 · #10
Ich fürchte nur, auf Farmland sind die Tiere nicht nur deshalb scheu, weil da kein Massentourismus herrscht, sondern auch, weil sie bejagt werden.

Auch wenn ich manche Aussage von Andrea nicht teile, fand ich es auch durchaus widersprüchlich, tagsüber bei der Farmrundfahrt bei Oryx und Co. zu halten, um sie anzuschauen und abends ein anderes zu essen....

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
33,1k Beiträge · seit 200629. Juni 2014 · #11
Hi Sanne,
Auch wenn ich manche Aussage von Andrea nicht teile, fand ich es auch durchaus widersprüchlich, tagsüber bei der Farmrundfahrt bei Oryx und Co. zu halten, um sie anzuschauen und abends ein anderes zu essen....
das kann ich auch noch nachvollziehen, auch wenn ich die Meinung nicht teile. Aber wie Andrea zu "behaupten", dass es in Namibia ja gar keine Tiere mehr gibt, weil die deutschen (!) Farmer alles abschießen ist schlicht und einfach Unsinn. Die Zahlen belegen nicht nur, dass es nicht stimmt, sondern sogar das genaue Gegenteil.

Viele Grüße aus dem heute sommerlichen Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 29. Juni 2014
Gast29. Juni 2014 · #12
Andrea60 schrieb:
findest du es ethisch und moralisch nicht verwerflich Tiere zu erst zu fotografieren und dann zu essen?
Ich bin zwar nicht Chrigu, aber ich moechte dir trotzdem darauf antworten:
Nein, ich finde es keineswegs ethisch und moralisch verwerflich wenn ich esse was ich zuvor photographiert habe. Nur weil ich ein Tier ablichte bin ich nicht fuer es verantwortlich, und Tiere sind nun mal fuer eine Vielzahl von Menschen zum Essen da. Fuer mich uebrigens auch 😉
Wenn du das anders siehst ist das okay. Nur solltest du dann auch akzeptieren dass andere Leute deine Ansicht nicht teilen.
Ich hab zwar auch in Deutschland Fleisch und Wurst gegessen, aber drueber nachdenken wo das herkommt darf man da nicht wenn man nicht direkt beim Biobauern kauft.
Ich finde es richtig klasse dass man hier als Farmer ueber das Vieh auf der eigenen Weide, ob Wild oder Rind/Schaf etc verfuegen darf, und somit immer frisches, gesundes Fleisch auf dem Teller haben kann. Wie schon gesagt wurde: das Wild kann die Zaeune locker ueber- oder unterwinden. Es kann sich frei im Busch bewegen, und klar ist es scheu, denn es muss immer auf der Hut sein - da sind auch einige tierische Jaeger die es auf es abgesehen haben.
Trophaeenjagd find ich persoenlich auch grenzwertig, aber solange der Wildbestand selber stabil bleibt reg ich mich darueber nicht auf. Da gibt es sicher lohnendere Themen - auch in Deutschland 😉

lg
WoMa
1'933 Beiträge · seit 200929. Juni 2014 · #13
Hallo Andrea,
nach 4 Namibiaurlauben auf Gästefarmen und Lodges machen mich deine Ausführungen sprachlos und sind für mich nicht nachvollziehbar.
Ich stimme Janet und Woma hier vollkommen zu.
janet schrieb:
....
Andrea, ich hoffe Du bist mit Deiner Einstellung Veganerin .... ansonsten ist es nämlich in keinster Weise nachvollziehbar und schlichtes Geheuchel!
WoMa schrieb:[
..... Tiere sind nun mal fuer eine Vielzahl von Menschen zum Essen da. Fuer mich uebrigens auch 😉
Wenn du das anders siehst ist das okay. Nur solltest du dann auch akzeptieren dass andere Leute deine Ansicht nicht teilen.
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
1'155 Beiträge · seit 200629. Juni 2014 · #14
Andrea60 schrieb:

Die Guestfarmbetreiber (Deutsche) fühlen sich als Gutsherren und haben die selbe Jagdmentalität wie in Deutschland. Diskutieren zwecklos!


l
Liebe Andrea...schon in der Steinzeit wurde gejagt. Dies scheint ein Urinstinkt des "homo sapiens" zu sein.

In 30 Minuten eröffnet zudem Mexiko -unter der Schirmherrschaft der FIFA- die Jagt auf Robben in Brasilien.. 😉

lg tom
zuletzt bearbeitet 29. Juni 2014
74 Beiträge · seit 201129. Juni 2014 · #15
In 30 Minuten eröffnet zudem Mexiko -unter der Schirmherrschaft der FIFA- die Jagt auf Robben in Brasilien.. 😉

lg tom
http://www.TickerFactory.com/
5'538 Beiträge · seit 200829. Juni 2014 · #16
Hallo Andrea,

auch von mir herzlich willkommen im Forum. Danke für diesen Thread, denn ich habe selten so herzlich gelacht über die Bemerkung von Tomcat. Tomcat - you made my day.

Ansonsten kann ich Deine Ausführungen Andrea überhaupt nicht verstehen. Ich habe in keinem Land Afrikas außerhalb der Naturparks wirklich viel Wild gesehen. Gut - ich kenne nur ein paar Länder, aber so viel Wild wie in Namibia und Botswana siehst Du sonst nirgends.

Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag. Ich gehe jetzt zur Robben-Jagd-Beobachtung.

Liebe Grüße
gerd
224 Beiträge · seit 201329. Juni 2014 · #17
Liebe Andrea,

Deine Ausführungen machen mich hier etwas sprachlos. Ich sehe ja ein, dass Namibia mit seinen unendlichen Kontrasten im Prinzip nicht so einfach zu verstehen ist und dass viele Dinge dort anders gelebt werden, als in Deutschland.
Und die Jagt gehört in Namibia nun mal dazu, wie das Amen in die Kirche. Und wenn ich es mir schon mal aussuchen dürfte, dann ist mir namibische Wildbret um ein 1000faches lieber als deutsches Fleisch aus Massentierhaltung.
Versuch doch mal in Namibia Ackerbau zu betreiben, um die Bevölkerung und die Touristen flächendeckend satt zu bekommen. Dazu könnte dir hier der ein oder andere Farmer im Forum tolle Stories mit apokalyptischen Anstrich erzählen. Irgendwelche Heuschrecken, Elefanten, Brände, Dürren oder Überflutungen machen dir das Unterfangen schon zur Tortur.
Es ist auch immer einfacher den zu verurteilen, der das Wild schießt, als den, der es dann doch auffrisst, weil wir er Hunger hat.

Und Ethik und Moral.......?
Das sind die üblichen Totschlagargumente. Du könntest dich statt dessen auch fragen, wie dein Konsumverhalten, sowie der Aufbau einer Infrastruktur um den Kommerz am laufen zu halten (und dazu gehört leider auch die Rumfliegerei in ferne Länder) die Ökosysteme dieser Welt dauerhaft zerstören.
Was ist dagegen schon ein Farmer oder Lodgebetreiber, der sich einen Onyx für den Kochtopf schießt, um seinen Gästen etwas Leckeres auf den Teller zu zaubern.

LG, RB
2'060 Beiträge · seit 201329. Juni 2014 · #18
Tomcat schrieb:
In 30 Minuten eröffnet zudem Mexiko -unter der Schirmherrschaft der FIFA- die Jagt auf Robben in Brasilien.. 😉
Als ziemlicher Fußball-Laie musste ich erstmal nachdenken, bis ich diesen Satz kapiert hatte - aber dann habe ich herzlich lachen müssen - klasse! 😄 😄 😄
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
1'419 Beiträge · seit 200929. Juni 2014 · #19
Tomcat schrieb:

In 30 Minuten eröffnet zudem Mexiko -unter der Schirmherrschaft der FIFA- die Jagt auf Robben in Brasilien.. 😉

lg tom
Lieber Tom,

zusammengebrochen ich grad bin. 😄 😄 😄 😄 😄
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
7'255 Beiträge · seit 200629. Juni 2014 · #20
Hallo Andrea

Danke für Deine Infos. Am interessantesten finde ich folgende Zahlen von Dir.
Andrea60 schrieb:
Absch ussquote namibia 67% samiba 2% Südafrika4% Botswana ab
2014 0% Tansania 6% Kenia kein Abschuss.
Kannst Du die noch erläutern oder hast Du eine entsprechende Quellenangabe?
Für mich liest sich das so, als würden in Namibia pro Jahr 67% der Tiere abgeschossen. Das stimmt natürlich überhaupt nicht. Deshalb bin ich Dir für die Erklärung dieser Zahlen dankbar.

Botswana ab 2014 0%: Betrifft die Trophäenjagd. Das hat aber gar nichts mit der Jagd auf Wildfleisch auf Farmen zu tun.
findest du es ethisch und moralisch nicht verwerflich Tiere zu erst zu fotografieren und dann zu essen?
Nein, gar nicht. Die Farmer leben davon Tiere zu hegen, zu pflegen und zu nutzen. Das sind heute Rinder, Schafe, Ziegen aber auch Wild. Rinder können gut exportiert werden. Bei Wild sind die Verordnungen etwas kompliziert. Deshalb ist der Export von Wildfleisch noch sehr eingeschränkt. Ein Farmer wird dir also das vorsetzen, was er nicht so gut weiter verkaufen kann. Ausserdem schätzen es viele Touristen dass es Wildfleisch zu essen gibt.

Vor 15 Jahren war das noch etwas anderes. Damals gab es viel weniger Wild auf den Farmen. Es wurde als Futterkonkurenz für die Rinder angesehen und stark dezimiert.
Wir waren Offroad zu viert unterwegs ab Soussovlei bis Palmwag. Dann buchten wir zu viert eine ein wöchige
Campingreise mit Privatguid im Kaokoland bis hinauf zu den Epupa Wasserfällen mit dem Schwerpunkt
Tiere und Wüstenelefanten. Danach ging es in den Etosha Nationalpark, dann weiter zum Waterberg. Wir besuchten viele Nationalparks in Namibia, leider auch für ein Safariland wenige Tier.
Habt Ihr Wüstenelefanten gesehen? Diese waren in keinem Nationalpark. Elefanten ausserhalb des Nationalparks, kannst Du in anderen Ländern komplett vergessen.
Mein Mann und ich waren schon in ganz Südafrika, Kenia, mit Schlangensafari und machten eine drei wöchige geführte Campingreise durch Botswana.
Auf der Camingreise durch Botswana wart Ihr sicher im Okovangodelta. Ein Feuchtgebiet mit sehr viel Wasser und einer unglaublichen Tierwelt. Das mehrheitlich trockene Namibia welches Ihr jetzt bereist habt kann mit dem nicht mithalten. In der Etosha solltet Ihr aber viele Tiere gesehen haben. Was hast Du vermisst?

Herzliche Grüsse
Chrigu
zebra.reisen: Individuelle und Begleitete Selbstfahrerreisen, Kleingruppenreisen und Reiseberatung Satellitentelefon: Satellitentelefon für die weltweite Nutzung Reiseplanung / Reiseberatung: Besprechung per Videokonferenz Der Zebra Shop: Karten, Bücher und Infos für das südliche Afrika Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia
zuletzt bearbeitet 29. Juni 2014