Für alle Nicht-Fußball-Freunde geht es jetzt auch gleich weiter. Fußballfreunde können selbstverständlich nachlesen. 😗 🤪
Der heutige Teil beinhaltet eh nur viel Text und recht wenig Bilder. 😐
15.03.2014 Und wieder Richtung Nossob
In der Nacht höre ich Hyänen-Geheul (denke ich zu mindestens 🤨 ). Wie der Blitz stehe ich schnell auf, doch am Wasserloch ist nichts zu sehen. Also lege ich mich wieder hin und schlafe noch eine Runde. 🙁
Gegen 7.00 Uhr verabschieden wir uns von Eric. Auch wenn die Tiersichtungen hier ausblieben, ist Gharagab sehr schön einsam und abseits. Alleine schon die An- und Abfahrt ist ein landschaftliches Highlight. Heute bin ich wieder mit dem Fahren an der Reihe.
(Ich weiß, in Afrika sieht meine Frisur immer "leicht verboten aus", aber hier kennt mich ja niemand 😄 😄 😄 )
Der Sand ist noch sehr griffig und so komme ich auch ohne Probleme durch. Einziges Anfangsproblem ist, dass ich (angeblich 🙄 ) zu weit links fahre (meint mein Mann 😵 ) und dadurch immer wieder aus der Fahrrinne komme. Doch dieses Problem löse ich durch ein Kissen, das ich mir unter den Po lege. Jaa … klein darf Frau sein, sie muss sich nur zu helfen wissen. 😄 Dadurch sitze ich sofort 10 cm höher, sehe somit auch die Schnauze des Autos und das Spurhalten ist definitiv viel einfacher. Außerdem hat die erhöhte Sitzposition auch den Vorteil, dass ich über das Gras hinweg sehen kann, das rechts und links hoch steht. Doch auch das nutzt sichtungstechnisch gesehen nicht wirklich. 😮
2 Schakale kreuzen unseren Weg und schauen uns etwas verdutzt an, als wollten sie sagen: „Was wollt ihr denn schon am frühen Morgen hier?“.
Dann trollen auch sie sich und außer schöner Landschaft gibt es nichts zu sehen. Am Wasserloch Polentswa beobachten wir einen Adler bei seinem Frühstück
Leider war dieser noch sehr weit entfernt, worunter die Bildqualität doch erheblich leidet.
Ein weiterer Adler setzt sich schon etwas fotogener in Pose.
und einen Singhabicht entdecken wir auch noch auf dem Gipfel eines Baumes.
Ansonsten nur schöne Landschaft, Oryx, Springböcke und Gnus, mit deren Bildern ich euch nun nicht weiter langweilen will.
Am frühen Nachmittag erreichen wir wieder Nossob. Wieder ist der Campingplatz nur halb gefüllt und wir können fast den gleichen Stellplatz beziehen wie bei unserem ersten Stopp hier. Zweimal Nossob habe ich extra in die Tour eingebaut, um die Fahrwege kurz zu halten. Am späten Nachmittag unterhalte ich mich in den Damen-Duschen mit einer jungen Frau, die mir von 10 Löwen und 4 Geparden rund um Kij Kij erzählt. Oooh - da waren wir wohl zur falschen Zeit am falschen Platz. 😵 (Dank Bloke weiß ich nun auch, dass die junge Frau „Marina“ hier aus dem Forum war, die alleine mit Dachzelt unterwegs war --- Afrika ist ein Dorf).
So brechen wir wenig später wieder zu unserem Abenddrive auf. Natürlich in südliche Richtung !! Wir fahren zum Wasserloch Marie se draai. Die Strategie ist, dort stehen zu bleiben und zu warten was kommt. Es kommt aber nichts, selbst ein Schakal und eine Straußenfamilie ziehen von dannen. In der Ferne ziehen Gewitter auf und der Himmel färbt sich bedrohlich schwarz.
Also fahren wir vom Wasserloch weiter Richtung Süden und dann über den Hügel nach Nossob zurück. Auf der Pad sehen wir Löwenspuren (immerhin schon mal etwas 😄 ). Die Spuren verlassen die Straße und in meiner Fantasie male ich mir aus, dass sie Richtung Wasserloch Nossob ziehen. Bereits gegen 18.00 Uhr kehren wir nach Nossob zurück. Inzwischen hat es auch schon etwas zu regnen angefangen.
Doch was ist das? Als wir ins Camp einfahren, stehen alle Leute mit Kameras bewaffnet am Zaun. Und tatsächlich …. 4 Löweninnen marschieren in aller Ruhe am Zaun entlang Richtung Wasserloch. Jetzt schnell in den Hide. Die 4 kommen an, löschen erst ihren Durst, dann wird etwas Körperpflege begangen, ein bisschen geschmust und die Umgebung beoabchtet. Leider ist es schon kurz vor der Dämmerung und daher sind die Bilder nicht ganz so berauschend.
Wer heute wen gefunden hat, wir die Löwen oder die Löwen uns … das ist hier die Frage. 🙄 Doch letztendlich ist es uns egal. Schließlich konnten wir den Tag mit einer schönen Sichtung beenden, auch wenn diese nach meinem Geschmack nicht ganz in freier Wildbahn stattfand und wir uns den Hide mit vielen Anderen teilen mussten.
Der Regen hat auch nachgelassen und so können wir in gewohnter Manier unser Abendessen zubereiten und noch lange vor dem Auto sitzen. In Afrika heißt lange ca. 22.00 Uhr.
Zum Essen gibt es heute Oryx-Geschnetzeltes in Rotweinsoße mit Reis.
Mitten in der Nacht werde ich wach. Ein Gewitter ist genau über uns. 🤩 Es regnet wie aus Kübeln, dazu so gleisend grelle Blitze, wie ich sie bis jetzt in meinem Leben (und das ist schon recht lang) nicht gesehen habe. 🤩 Ich will hier raus. Jürgen versucht mich zu beruhigen und noch etwas abzuwarten. Aber nein … für mich gibt es kein Halten mehr. Ich will aus dem Dachzelt raus, das zu dem noch unter einem Baum steht ... und zwar sofort !!!
Das Dumme dabei ist nur, dass alle die jetzt noch geschlafen haben, jetzt auch wach sind, da unser Auto beim Auf- und Zuschließen hupt. Doch fast überall wird schon Wasser geschöpft und Ablaufrinnen gezogen. Im Auto wird es bald stickig und ich öffne ein wenig das Fenster. Nun stehe ich vor dem zweiten Problem. Hätte ich in Physik doch besser aufgepasst. 🤨 Wie war das nochmal mit dem Faradayschen Käfig. Nach intensiven Überlegungen komme ich zu dem Schluss, dass das Fenster geöffnet bleiben darf.
Das Gewitter wüted ca. 1 Std. begleitet von stareken Regenfällen über uns, danach klettern wir wieder für ein paar Stündchen ins Dachzelt.
Wie es am nächsten Morgen auf den Straßen aussieht erzähle und zeige ich euch im nächsten Teil.
Teil 2223. Juni 2014
16.03.2014 Der Tag nach dem Gewitter – es geht Richtung Urikaruus
Durch die gewitterbedingte Schlafpause ist die Nacht recht kurz. Und um 5.30 Uhr klingelt unversöhnlich wieder der Handy-Wecker. Welcher normale Mensch steht nach so einer Nacht so früh auf? Kein normaler Mensch – aber WIR !!! 🙄 Schnell packen wir zusammen und stehen als erste! am Gate. Yeah!!
Unser heutiges Endziel ist Urikaruus, also fahren wir gen Süden. Im Moment regnet es nicht mehr, doch der Himmel ist noch sehr bedeckt. Überall sehen wir frische Fußspuren in dem noch feuchten Sand.
Aber die Tiere halten sich eben auch sehr bedeckt. Welches normale Tier macht sich bei diesem Wetter auf den Weg um Touris zu suchen? 😊
In Höhe des Wasserlochs Kaspersdraai sehen wir ein Rudel von 6 Löffelhunden. Yippie!! So haben wir nun doch auch noch welche in freier Wildbahn entdeckt. Sie sind zwar recht weit entfernt und extrem scheu, doch für 1-2 Beweisfotos reicht es noch, bevor sie in dem dichten Gras verschwinden.
Wir verwerfen unseren ursprünglichen Plan über die Querverbindung nach Kamqua zu fahren und fahren stattdessen Richtung Twee Rivieren, da wir sowohl Sprit als auch Bargeld auffrischen müssen. Wie sich noch herausstellen wird eine sehr gute Entscheidung.
Mittlerweile sieht es wieder sehr nach Regen aus und am Himmel ist kein blaues Fleckchen mehr zu entdecken. Je weiter wir südlich kommen, desto größer und tiefer werden die Wasserlöcher auf der Pad. Für normale PKW wäre heute hier Ende. Hier ein paar Eindrücke der „afrikanischen Seenplatte“.
Und dann fängt es zu allem Überfluss noch mal richtig zu regnen an.
Der Picnic Platz Melkvlei steht total unter Wasser.
Und auch der Adler scheint von diesem Wetter nicht sonderlich begeistert zu sein.
Doch so langsam tut sich im Süden wieder etwas blauer Himmel auf und die Hoffnung auf weitere Sichtungen steigt wieder.
Auch wenn hier die Pad komplett unter Wasser steht beträgt die Wassertiefe nur etwa 20 cm.
Kurz vor Kij Kij entdecken wir 2 Schakale, die sich an einem noch nicht allzu alten Riss bedienen. Scheint, als wäre dieses Jahr für uns das Jahr der Schakale, so oft wir Ihnen oder sie uns über den Weg laufen.
Kurz danach sehen wir viele Geier, die am Himmel kreisen und sich auf einem Baum niedergelassen haben. Wir fragen uns, ob sie vielleicht auf die Überreste des Risses warten, an dem sich die Schakale bedienen oder ob es noch einen weiteren Riss hier gibt.
Die Lösung dieser Frage finden wir sehr schnell an der Kreuzung der Straße, die nach Rooiputs führt (Rooiputs residents only). Und jetzt können wir unser Glück kaum fassen. Nach dem Leo und den Löwen in Nahaufnahme haben wir jetzt auch noch einen Cheetah mit Riss direkt vor uns! Yes 😄
Er liegt mit noch blutverschmiertem Gesicht vor seinem nicht all zu alten Riss und lässt sich Reste lautstark schmecken – und immer wieder hören wir das Krachen der Knochen, wenn er sie zerbeißt.
Nach einer Weile ist Positionswechsel angesagt. Fotogen setzt er sich ins Gras, damit wir ihn in seiner ganzen Schönheit bewundern können.
Seinen Riss lässt er dabei nicht aus den Augen und schaut immer nervös von rechts nach links.
Und ER ist der Grund für seine Unruhe. Fast unbemerkt durch das hohe Gras hat er sich bis auf ein paar Meter herangeschlichen, um auch eventuell noch ein Häppchen abzubekommen.
Doch da hat er seine Rechnung ohne den Geparden gemacht. Dieser lässt ihn immer bis auf eine gewisse Distanz heran und dann wird er verjagt.
Doch so schnell gibt der Schakal nicht auf und folgt auf den Fuß. Es ist richtig schön diesem Spiel zu zuschauen. Der Schakal schleicht sich, verdeckt durch das hohe Gras immer wieder an. Von Zeit zu Zeit hebt er sein Schnäuzchen über das Gras um die Lage zu peilen, dann duckt er sich wieder und versucht noch etwas näher zu kommen.
Sobald er zu nahe kommt, wird er gleich wieder ein paar Meter zurück getrieben.
Dieses Spiel wiederholt sich dann viele Male.
Nun noch ein paar Geparden-Bilder (Sorry, da müsst ihr jetzt auch noch durch). 😉
Unangenehm fällt mir wieder das gleiche Safari-Fahrzeug auf, das mir auch schon bei der Löwensichtung vor ein paar Tagen auffiel. Sehr dreist und schon fast rücksichtslos zwängt sich der Fahrer zwischen den anderen Fahrzeugen vorbei, stellt sein Auto quer, damit die darin sitzende Dame in "pink" mit ihrer Kompakt-Kleinbild-Kamera den Geparden in Großaufnahme fotografieren konnte. Dieses Verhalten hat schon genervt. Wenn ich es richtig sehe, ist es ein Fahrzeug der Rooiputs-Lodge. Die Fahrer werden wahrscheinlich angehalten ihre gut zahlenden Gäste in eine optimale Fotografierposition zu bringen. Dabei ist es ihnen total egal, ob sie den anderen die Sicht nehmen. 😐 😈
Die darin sitzende Dame in „pink“, war neben den Geparden, auch eine besondere Sichtung. Natürlich kann jeder „auf Safari“ gehen wie er möchte und nicht jeder mag so ungestylt im Auto sitzen wie ich. Doch die Dame trug ein pinkfarbenes T-Shirt, dazu einen pinkfarbenen Schal. Dann nahm sie eine pinkfarbene Handtasche aus dem Fond des Autos, woraus sie ein pinkfarbenes Handy nahm – wahrscheinlich trug sie auch noch pinkfarbene High Heels --- Lästermodus aus. 😊
Schade, dass ich mich nicht getraut habe, sie zu fotografieren.
Nachdem wir uns sowohl an den Geparden auch an der Lady in pink sattgesehen haben, setzen wir unseren Weg Richtung Twee Rivieren fort.
Ihr erinnert euch noch, beim letzten Mal nahmen wir die Pad „Rooiputs residensts only“, da der direkte Weg nach Twee Rivieren „closed“ war. Dieses Schild „road closed“ liegt nun auf der Seite und umgedreht am Straßenrand. Also gehen wir davon aus, dass die Straße befahrbar ist und nehmen sie auch. Wie schon gewohnt, steht etwas Wasser auf der Pad, worüber wir uns auch keine größeren Gedanken machen. Doch ehe wir uns versehen stehen wir knietief im Wasser. Die gesamte Pad ist vollgelaufen, der Untergrund weich und ausgefahren und das Wasser reicht bis zum Trittbrett. Was tun – zurück geht nicht mehr, quer die Böschung hoch trauen wir uns nicht, also kämpfen wir uns gaaanz langsam und mit 4x4 durch. Meine Nerven sind bis zum Anschlag angespannt. 🤩 Was, wenn wir nun unser Auto versenken? Was, wenn nun noch eine Senke kommt? … dann sind wir gelinde gesagt am A…. . 🤩 Aussteigen kommt hier für mich nicht in Frage. Und der „Fluss“ scheint kein Ende zu nehmen! Nach einigen hundert Metern und vielen Kurven ist endlich ein Ende des Wassers zu sehen. Erst jetzt bin ich in der Lage ein Foto von dieser Fahrt zu machen.
Wobei die Situation auf dem Foto nicht wirklich rüberkommt.
Auf der anderen Seite ist die Durchfahrt noch immer durch einen quergelegten Baum gesperrt. Ich möchte wirklich wissen, welcher Witzbold das Schild auf die Seite geräumt hat. 🤨
In Twee Rivieren tanken wir mal wieder voll, was hier auch auf Kreditkarte möglich ist, dann füllen wir nach etwas Wartezeit unseren Bargeld-Vorrat wieder auf (vorher musste erst der ATM wieder gefüllt werden), trinken auf den Schreck noch eine Tasse Kaffee und fahren Richtung Urikaruus weiter.
Weitere kleine Sichtungen: Eine Straußenfamilie
eine Riesentrappe
und ein Sekretär, der ausnahmsweise mal nicht weglief.
Irgendwann am Spätnachmittag kommen wir in Urikaruus an. Diese Units sind ein Traum. Wohn- und Schlafbereich sind in 2 Ebenen angerichtet und Ranger Jacques ist wirklich eine Wucht. Er erklärt uns jede Einzelheit der Unit mit Freude, Stolz und Hingabe. Und das Beste …. das Wasserloch ist direkt vor der Unit.
Doch dazu und wie es weitergeht im nächsten Teil mehr.
Teil 2324. Juni 2014
17.03.2014 Rund um Urikaruus
Wie ihr ja wisst, waren wir dieses Jahr als Camper unterwegs. Nur im KTP hatte ich mir schon 11 Monate !!! im Voraus die Wilderness Camps reserviert. Zu diesem Zeitpunkt war uns noch nicht klar, dass unsere Reise eine Campingtour werden würde. Im Nachhinein betrachtet, waren die Wilderness Camps natürlich alle schön, doch für uns "eingefleischte Camper" 🤪 war es schon lästig, alle 2 Tage alles aus dem Auto in die Unit zu schleppen. 😗
Das einzige Wilderness Camp, das ich nach wie vor buchen würde ist Urikaruus. Leider habe ich mal wieder versäumt Bilder davon zu machen. Doch es liegt traumhaft direkt vor einem Wasserloch. Das ein oder andere Bild mit Blick aufs Wasserloch wird aber im Laufe dieses Teils noch folgen. Dies ist unsere eigene ganz subjektive Einschätzung, nachdem wir nun schon fast 3 Wochen als Camper unterwegs sind.
Nun aber endlich weiter im Bericht. Heute bricht unser letzter voller Tag im KTP an. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Hier könnten wir ohne Probleme noch eine Woche verbringen . Also der Handywecker summt wieder ohne Erbarmen. Und wen wundert‘s – natürlich stehen wir wieder um 6.30 Uhr abfahrbereit vor der Unit, holen unseren Laufzettel bei Jacques ab und los geht es Richtung Mata Mata.
Als erstes treffen wir auf eine Gruppe Giraffen – Yuhuu ! unsere ersten Giraffen in diesem Urlaub. Zuerst werden wir mal misstrauisch über den Zaun … ähm Busch beäugt.
Dann zeigen sie sich doch noch vor schöner Kulisse.
Am Wasserloch Dertiende Boorgat bleiben wir sehr lange stehen und warten. Der Lohn dafür „leider“ nur ein Adler, der sich fotogen auf einem Baum niederlässt.
Da sich sonst nichts tut fahren wir weiter. Doch wie heißt es so schön, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben? 🤩 Na fast wäre uns das passiert. Gerade als wir an der Verbindung zwischen Dertiende Boorgat und der Hauptpad ankommen, sehen wir noch wie sich 2 Geparden Richtung Busch davon machen. Na, --- da hätten wir keine 2 Minuten später ankommen dürfen.
Für uns die 2. Gepardensichtung innerhalb von 2 Tagen.
Da sich die Geparden ja aus dem Staub gemacht haben, fahren wir weiter Richtung Mata Mata.
Wir entdecken 2 Geier auf einem Baum, von denen aber noch einer aufs Bild wollte. 🙄
In Höhe von Craig Lockhardt entdecken wir 2 Löwinnen im Gras liegen.
Abwechselnd stehen sie auf, um wie es aussieht, ihren Riss zu bewachen.
Doch irgendwann hört auch diese Aktivität auf und beide liegen nur noch entspannt im Gras.
Wir beschließen, wieder zurück zu fahren. zunächst gibt es auch nichts Auffälliges, nur die altvertrauten Verdächtigen.
Irgendwo zwischen dem Veertiende und dem Dertiende Boorgat steht ein Auto und scannt die Umgebung mit dem Fernglas ab. Was wir aus gebührendem Abstand zu dem Auto nun auch tun. Auf den ersten Blick nichts zu sehen!! 😕 Doch dann entdecken wir 1, nein 2 Geparden im Schatten zweier Bäume dösen.
Es ist schwer zu sagen, ob es sich um die beiden von vorhin handelt. Einer der beiden kommt mich sehr kräftig vor und ich hatte ihn auf den ersten Blick mit einem Leo verwechselt. 🤨 Die nächste Stunde stehen wir nur in senkender Hitze und warten, dass Bewegung in die beiden kommt. Nach unserer Berechnung müsste dies nun langsam passieren, da das Schattenplätzchen der beiden immer kleiner wird und bald durch die Sonne erreicht sein wird. So ist das halt auf Self-driver-Safari, entdecken und warten, warten, warten…..
Doch unsere Strategie geht natürlich auf. Einer nach dem anderen verlässt das immer kleiner werdende Schattenplätzchen.
Erst marschieren sie ein Stück auf uns zu,
räkeln und strecken sich
Und laufen dann noch eine ganze Weile parallel zur Straße.
Wir können unser Glück kaum fassen, an 2 Tagen 3 Cheetah-Sichtungen. 🤪 🙄 😄
Zurück im Camp machen wir es uns auf der Terrasse gemütlich und beobachten eine Herde Gnus am Wasserloch.
Es macht Spaß dem Treiben zu zusehen. Und wie schon mal gesehen … wandern sie von rechts nach links und wieder zurück. Der Leitbulle versucht lautstark Ordnung in dieses Durcheinander zu bringen, was ihm aber nur leidlich gelingt.
Blick aus dem Schlafzimmer
Am Abend brechen wir zu unserem letzten Abenddrive auf. Wir fahren bewusst nicht Richtung „Löwengebiet“, sondern entgegengesetzt zum Wasserloch Kamqua. Hier wimmelt es nur so vor Springböcken.
Noch einmal fahren wir über die Querverbindung über die Dünen und genießen zum letzten Mal die Schönheit des Parks. Die Farben vom Rot der Pad, über Gelb und Grün der Gräser, dann wieder das rotdurchschimmernde Leuchten der Dünen und zum Abschluss ein blauer Himmel, für dessen Farbbeschreibung mir noch immer kein passendes Wort eingefallen ist. Wir genießen die Farben, die Geräusche und die Gerüche Afrikas in vollen Zügen. Was haben wir ein Glück hier sein zu dürfen.
Und wieder erfüllt mich diese tiefe Zufriedenheit und Ruhe. Ich atme noch einmal tief ein, um diese Eindrücke bis zum nächsten Jahr zu konservieren. In diesem Moment würde jede Sichtung diese Stimmung zu Nichte machen. – Sentimentalitätsmodus aus.
Wir legen noch einmal unser Augenmerk auf die kleineren Bewohner, beobachten eine Schildkröte, die gemächlich die Straße überquert
und bekommen endlich einen dieser Schreihälse (White-quilled Korhaan) vor die Linse.
Auf dem Rückweg ist das Tal bei Kamqua von Springböcken bedeckt, dazwischen gesellen sich Giraffen, alleine oder in Gruppen. Der Anblick kommt mir vor wie aus einem Land vor unserer Zeit. Die Stimmung ist schon fast surrealistisch friedlich.
Mit diesen Eindrücken fahren wir zurück ins Camp.
Schöner kann ein Tag nicht ausklingen.
Bei einem Glas Wein und leckerem Essen lassen wir diesen letzten schönen Tag wehmütig ausklingen. So ganz, ganz langsam nähern wir uns dem Ende unseres Urlaubs.
Teil 2424. Juni 2014
Solangsam geht es bei uns in den Endspurt. Außerdem brauch ich ja auch mal wieder Zeit die übrigen Reiseberichte in Ruhe zu lesen und eine neue Urlaubsplanung muss schließlich ja auch noch her. 😄
18.03.2014 Und Tschüss KTP
Der letzte Morgen im KTP ist angebrochen. Etwas wehmütig packen wir unsere sieben Sachen ins Auto. Doch was ist das für ein seltsamer Geruch am Auto?
Schon gestern Abend auf dem Abenddrive war dieser ab und an zu riechen und wir dachten hier würden viele der „Stinke Bäume“, wie Giel sie genannt hat, wachsen. 🙄 Es riecht irgendwie nach faulen Eiern oder auch wie Schwefelsäure. Manchmal schwächer, manchmal stärker. Schon seltsam. Nun was solls, hier können wir eh nichts daran ändern, also verabschieden wir uns herzlich von Jacque und fahren Richtung Mata Mata. Jürgen vermutet der Katalysator könnte kaputt sein. Und ich frage mich, ob das mit unserer tiefen Wasserfahrt zusammenhängt? 😐 Wenn beide Fenster geöffnet sind, ist der Geruch erträglich.
Wir verabschieden uns noch von den Schakalen (wie könnte es anders sein)
von den Löwen
den Springböcken
und den Giraffen
Die Geparden und der Leo kommen nicht, um uns zu verabschieden. 🙁 Vielleicht schlafen sie ja noch oder haben das Datum verwechselt. 🤪
Bei Mata Mata erhöhen wir wieder den Reifendruck und gegen 10.15 Uhr verlassen wir den Park endgültig. Die Ausreise geht genauso schnell und unkompliziert wie die Einreise. Wir können es fast nicht glauben, doch in den 7 Tagen im KTP haben wir sage und schreibe 1240 km zurückgelegt.
Nun sind wir wieder in Namibia!! Unser heutiges Ziel ist Bagatelle. Wir beschließen über Mariental zu fahren. Was für ein Glück für uns, denn hier ist die letzte oder erste (je nachdem wie man es sieht) Toyota Werkstatt im Süden Namibias. Wir fahren also auf den Hof. Steigen aus, umrunden unser Auto und machen Geruchsproben. Gleich kommt der Manager zu uns und fragt ob er helfen könne. Ich schildere unser Problem. Er hat wohl gleich so eine Ahnung und bittet Jürgen die Motorhaube zu öffnen. (Zum Glück hat er nicht mich gefragt, ich hätte nämlich nicht gewusst wie 😗 ) Und schon haben wir den Übeltäter. Die Zweitbatterie, die für den Kühlschrank verantwortlich ist kocht über. Laut Aussage der Werkstatt war zu wenig Wasser darin (nicht unser Fehler), er klärt das Budget ab, wir treten in Vorkasse und bekommen unser Geld von Budget wieder zurück.
Ist ja noch mal gutgegangen. Das Ganze kostet uns etwa 1 Stunde Zeit, dafür können wir aber jetzt ohne Geruchsbelästigung und doch sehr erleichtert weiterfahren.
So kommen wir erst gegen 16.30 Uhr in Bagatelle an. Doch auch hier haben wir ja noch einen Tag und somit keine Eile. Wir haben Campsite Nr. 5 ganz am Ende. Zuerst war ich darüber etwas enttäuscht. Doch im Endeffekt ist es für mich die beste Campsite, da hier keine anderen Camper mehr vorbei fahren. Uns werden noch die Aktivitäten wie Cheetah-Fütterung angeboten – doch DIE brauchen wir nach unserem Sichtungsglück bestimmt nicht mehr. 😄
Wir wollen hier einfach nur relaxen und die vergangen Wochen Revue passieren lassen.
Gruß Dagmar
Teil 2524. Juni 2014
19.03.2014 Bagatelle
Endlich mal wieder ausschlafen. Nach einem gemütlichen Frühstück wandern wir etwas auf die Dünen und machen es uns auf unserer Campsite gemütlich.
Blick von der Campsite
Auch hier gibt es ein paar kleine Gäste.
Blick von den Dünen
Zurück auf der Campsite sortiert Jürgen seine 5 Kg Sand, 😮 die er überall gesammelt hat. Und jede Sandart hat eine andere Farbe – von sandfarben bis tief orangerot. Auch ein nettes Mitbringsel, aus der Jürgen zu Hause bestimmt wieder etwas Schönes kreirt. (Bin mir gar nicht so sicher, ob das erlaubt ist. Wenn das jeder machen würde, gibt es vielleicht irgendwann keine Wüste mehr. 🤩 )
Wir kaufen noch ein paar Souvenirs in der Lodge und dann heißt es Auto aufräumen. Alles was in den letzten 3 Wochen seinen festen Platz gefunden hat, muss nun wieder zurück in die Taschen.
Da kommt schon Wehmut auf.
Die übriggebliebenen Nahrungsmittel packe ich in die Plastikschüssel und stelle alles mit einem Zettel versehen in das Duschhäuschen.
Jetzt bleibt uns nur noch den restlichen Sundowner zu leeren. 😄 Morgen geht es dann zurück nach Windhoek.
Wehmütiger Gruß Dagmar
Teil 2626. Juni 2014
20.03.2014 Windhoek und Ende der Reise
Gegen 9.30 Uhr brechen wir im wahrsten Sinne des Wortes unsere Zelte ab und machen uns auf den Weg nach Windhoek. Um 13.30 sind wir dort mit Bwana Tucke Tucke zu einer Stadtrundfahrt durch Katatura verabredet. Somit haben wir noch genügend Zeit über ein paar D Strassen zu fahren, um die Schönheit der Landschaft noch einmal zu konservieren. Noch einmal fahren wir quer zu den Dünen und immer wieder zeigt sich uns das schöne kontrastreiche Bild, das wir so lieben gelernt haben.
Unterwegs treffen wir noch auf einen Hütehund mit seiner Schafherde, bevor wir dann endgültig diese Landschaft verlassen und uns auf der B1 Windhoek nähern.
Dieses Mal finden wir das Büro von Bwana Tucke Tucke ohne uns zu verfahren. Denn schließlich kennen wir uns in Windhoek ja aus. 😗
Wir werden von einem Mann mittleren Alters und Vollbart empfangen. Er stellt sich vor mit : „Hallo, ich bin Werner, habt ihr Sonnenschutz und Mützen dabei?“ Klar haben wir das, wir lesen ja schließlich nicht um sonst im Forum Reiseberichte. 😉
Also kann es auch gleich losgehen. Während der Fahrt durch Windhoek erklärt uns Werner viel Interessantes und Amüsantes zur Geschichte Windhoeks. Irgendwann bekomme ich dann einen Geistesblitz und sage freudestrahlend: “Jetzt weiß ich woher ich dich kenne, du bist Werner Pfeiffer, richtig?“ Ich ernte irritierte Blicke meines Mannes und einen fragenden Blick von Werner. 😮 Doch ich bin mir sicher. „Du hast doch die Klippschläfer Höhle gebaut und bist sehr engagiert in den Living museum der San. Ich habe schon viel über dich gelesen und dich auch schon im Fernsehen gesehen“
Natürlich ist er Werner Pfeiffer und so haben wir auch noch viele weitere interessante Gespräche.
Heute ist in Windhoek der Tag der Tage. An der alten Feste wird das neue Denkmal enthüllt und alles ist weiträumig abgesperrt. Vielleicht erhaschen wir ja als erste einen Blick auf das neue enthüllte Denkmal?
Wir fahren zum Tintenpalast
und bekommen dort wieder eine kleine Geschichtsstunde über Namibias Vergangenheit und ihre Freiheitskämpfer. Vorbei an dem ältesten Gebäude Windhoeks, das von einigen Künstlern genutzt wird
geht es in abenteuerlicher Fahrt auf einen Hügel hinauf. Von dort haben wir Windhoek zu Füßen liegen und hier kann ich auch Bild des Präsidentenpalastes machen.
Einn Prachtbau ... dahinter kann sich Frau Merkel nur verstecken.
Der Weg hinunter ist nicht weniger abenteuerlich und ich verlasse mich voll ganz auf die Fahrkünste von Werner. Er wird ja schon wissen, was er macht. Danach fahren wir durch Katatura. Leider habe ich mal wieder keine Bilder davon gemacht, irgendwie habe ich Hemmungen fremde Menschen zu fotografieren. Nach diesem schönen Abschluss unseres Urlaubs und der langsamen Eingewöhnung in die Zivilisation machen wir uns auf Richtung Flughafen. Die Enthüllung des neuen Denkmals konnten wir leider nicht sehen.
Unterwegs fahren wir noch in einen Roadblock. Der „Polizist“? hält unseren Wagen an und sagt wir sollen rechts…. Ähm ich meine natürlich links ranfahren. Da wir uns keiner Schuld bewusst sind, machen wir das bereitwillig. Doch mein lieber Mann hat wohl vergessen, dass wir nicht mehr im KTP sind und hat sich nicht angeschnallt. 🤩 Dies kostet laut Aussage des Polizisten 1000 NamDoller.
Ich ärgere mich, dass ich den Bußgeldkatalog, den Christian hier einmal eingestellt hat, nicht dabei habe und habe nun natürlich keine Ahnung ob die Höhe des Bußgeldes überzogen ist oder nicht. (Zuhause habe ich nachgeschaut, der Betrag ist korrekt. Kaum zu glauben für ein Land wie Namibia)
Er fragt, wann denn unser Flieger gehe, wir könnten auch auf die Polizeistation fahren und dort bezahlen. Hahaha …. er wusste doch genau, dass wir dafür keine Zeit mehr hatten.
Also schlägt mein Mann einen Deal vor. Er will ihm seine Uhr geben und gut ist. Nöö … so einfach geht das nicht, denn der Polizist braucht keine Uhr. 😵 Nun soll ich, wegen meines besseren Englisch verhandeln. Etwas, das mir ja überhaupt nicht liegt. Außerdem weiß ich nicht, was passiert, wenn ich ihm Geld anbiete. Ist das dann ein Bestechungsversuch und wir werden auf einmal noch verhaftet? 🤩
Allerdings macht er auch den Eindruck, dass er nun auf ein Angebot meinerseits wartet. So biete ich ihm 200 NamDollar an und er "habe dann nichts gesehen". Sofort willigt er ein, die Dollar wechseln den Besitzer, Jürgen schnallt sich an 😎 und wir fahren zum Flughafen. Wahrscheinlich war der Betrag viel zu hoch und 100 NamDollar hättens auch getan. Doch war ich in dieser Situation irgendwie leicht überfordert. Die Fahrzeugrückgabe am Flughafen geht ohne Probleme und sehr schnell. Nun sitzen wir hier mit Wehmut im Herzen und tollen Erinnerungen und Erlebnissen im Sinn auf der Bank des Flughafens und warten aufs einchecken. Natürlich kämpfe ich gegen eine aufsteigende Sentimentalitätsphase an. Doch nach dem Urlaub ist ja irgendwie auch schon wieder vor dem Urlaub.
Namibia wir kommen wieder.
Fazit und Schluss: Für uns war diese 3. Reise ins südliche Afrika etwas ganz Besonderes, da wir ja zum ersten Mal als Camper unterwegs waren. Ohne den Bericht der Eulenmuckels mit dem herrlichen Bild von Mirabib, wären wir wahrscheinlich so schnell nicht auf die Idee gekommen, als Camper loszuziehen. Im Nachhinein betrachtet, war es bis jetzt die intensivste und schönste Form Afrika kennenzulernen. Meine Gefühle während der Fahrt habe ich ja schon des Öfteren im Bericht erwähnt. Was uns besonders gut gefallen hat, ist schwer zu sagen. Für uns gehören sowohl Landschaft als auch Tiere unzertrennlich zu dem Afrika-Feeling.
Die ersten 14 Tage durch das Erongogebirge und den Süden waren landschaftlich ein Traum. Beim Schreiben dieses Reiseberichtes ist mir die Schönheit des Landes noch einmal richtig bewusst geworden und ich habe den Urlaub ein zweites Mal erlebt. So viele Kleinigkeiten und Einzelheiten sind mir wieder in den Sinn gekommen, dass es manchmal schon fast ein wenig „weh getan“ hat, dass es schon Vergangenheit ist. Und die Sehnsucht wieder zurückzukehren brennt in meinem Herzen. 7 Tage im KTP waren kein einziger zu viel. Da wir ja vorher noch nie im KTP waren, habe ich mich was die Länge des Aufenthaltes dort betrifft, von euch inspirieren lassen. Und wie kann es anders sein – auf eure Meinung war Verlass. Der Park ist landschaftlich wunderschön und entspricht meiner Vorstellung von Afrika. Allein schon der Name „Kalahari“ weckt in mir Sehnsuchtsträume. Sichtungstechnisch gesehen hatten wir quantitativ nicht die Menge an Sichtungen, wie ich sie mir im Vorfeld vorgestellt hatte. Wir sind oft km um km und Stunde um Stunde gefahren, bis wir eine schöne Sichtung hatten. Doch macht dies ja auch den Reiz aus. Und am Ende und zusammenfassend gesehen, hatten wir wunderschöne Tierbegegnungen. Insgesamt haben wir in den 3 Wochen 4109 km zurückgelegt. Doch bis auf 2 Fahrtage mit über 300 km hatten wir die Fahrabschnitte kurz gehalten. Dank Bleibt mir jetzt nur noch euch für die Mitreise zu danken. Hier ist jetzt Endstation und ihr müsst wieder alle aussteigen. Vielen Dank den Button-Drücker und einen besonderen Dank an die Kommentar-Schreiber. Es motiviert ungemein während des Schreibens ein Feedback zu bekommen. Liebe Grüße Dagmar
Und zum Schluss und weils auf dem Pfingsbraai so schön war hier noch ein paar Augenblicke.