Suche Jobangebot in Namibia

14 Antworten · 3'491 Aufrufe · gestartet 05. Apr. 2014 von Ben_1988
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Themenstarter178 Beiträge · seit 201305. Apr. 2014 · #1
Hallo zusammen,

das Thema Auswandern wurde hier schon öfter thematisiert. Ich möchte jetzt aber mal so mutig sein und konkret nach Jobangeboten fragen.

Nachdem ich nun innerhalb von 2 Jahren bereits 3x in Namibia war, würde ich am liebsten den Rückflug stornieren und mich hier absetzen. Die Idee des Auswanderns ist keines Falls ein spontaner Gedanke, sondern er brodelt nun schon seit einiger Zeit in mir. Und besonders viel hält mich nicht in Deutschland.

Hatte mir auch Südafrika (Kapstadt) einen Monat lang angesehen, aber Kapstadt hat nicht den selben Charme wie Windhoek für mich.

Einfach in die Wüste zu marschieren, wie die beiden Geologen aus "Wenn es Krieg gibt gehen wir in die Wüste" ist natürlich keine Lösung. Daher wäre die Grundlage ein Job, der mir ein angemessenes und sicheres Einkommen bietet. Schließlich möchte ich auch nicht nach Katutura ziehen müssen ...

Meine Qualifikationen und Berufserfahrungen sehen folgendermaßen aus:
  • Abgeschlossene Berufsausbildung Medienkaufmann
  • Berufserfahrung im Bereich Marketing (Key Account)
  • Abgeschlossenes Studium der Journalistik (Bachelor of Arts)
  • Berufserfahrung als freier Journalist im Bereich Sport und Reisen
  • Zusätzlich kenne ich mich in den Bereichen Layout (InDesign), Bildbearbeitung (Photoshop), Fotografie, Videodreh etc. aus.


In der o.g. Auflistung findet sich schon die erste Hürde: Die Medienbranche ist nicht das beste Feld, um in Namibia Fuß zu fassen. Hatte letztes Jahr bereits eine mehrmonatige Hospitanz bei der AZ gemacht - dort bietet sich aber auf lange Sicht keine lohnenswerte Anstellungsmöglichkeit.

Reine Fotografen gibt es bereits genügend, weshalb diese Berufssparte auch nicht viel Sinn macht.

Hatte mich bereits früh auf den Bereich Online-Medien und Social-Media spezialisiert. Meine Bachelorarbeit hatte ich zum Thema Webanalytics im onlinejournalistischen Kontext geschrieben. Die Digitalbranche steckt meiner Erfahrung nach in Namibia noch in den Kinderschuhen. Und Ausbildungsangebote gibt es meines Wissens nach nicht im Land (nur einen generellen Journalismus-Studiengang).

Durch meine Berufsausbildung fühle ich mich allerdings auch nicht an den reinen Journalismus gebunden. Könnte mir auch vorstellen für eine Organisation, Stiftung etc. im Bereich Pressearbeit (Pressesprecher) zu arbeiten. Aber soweit ich weiß, sind die großen Foundations wie Brot für die Welt, Unicef etc. vorwiegend in Ostafrika aktiv.

Für eine Selbstständigkeit fehlt das Startkapital, weshalb dieser Weg auch keine Option ist. Und letzten Endes ist man auch noch vom Wohlwollen des Sachbearbeiters im Ministerium abhängig, ob der Antrag gewährt wird oder nicht.

Seht Ihr einen Weg für mich, dauerhaft im Land bleiben zu können? Und welche Unternehmen/Organisationen würden den bürokratischen Aufwand auf sich nehmen, ein Workpermit zu beantragen?

Wenn ich die Namibische Botschaft richtig verstanden habe, kann ich mich nicht auf einen Arbeitsplatz bewerben, sondern muss von einem namibischen Unternehmen "eingeladen" werden, welches dem Staat nachweisen muss, dass keine qualifizierte Kraft im Land verfügbar ist. Dieser Schritt sei sehr aufwändig und mit vielen Formularen verbunden.

Vielleicht liest diesen Eintrag auch jemand, der einen Medienspezialisten sucht!?

Schöne Grüße (mal wieder aus Windhoek)

Ben
zuletzt bearbeitet 05. Apr. 2014
2'530 Beiträge · seit 201106. Apr. 2014 · #2
Hallo Ben

Mit der Qalifikation hast Du in NAM eine Chance von 2/10, nicht weil Die nichts taugt sondern weil es fast unmöglich ist damit reinzukommen. Journalismus in NAM können auch Locals, genauso wie Bildbearbeitung!
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
Themenstarter178 Beiträge · seit 201307. Apr. 2014 · #3
Hallo Cruiser,

die deutschsprachigen Medien hätten gerne Verstärkung aus Deutschland. Das hat sich in Gesprächen mit dortigen Mitarbeiten immer wieder herausgestellt. Die Ausbildung und Berufserfahrung in diesem Bereich ist zwischen den beiden Ländern nicht vergleichbar. Mir geht es ganz ehrlich aber auch ums Gehalt. Und das ist sehr mau in dieser Branche.

Erst gestern hatte mir eine Windhoekerin erzählt, dass das zuständige Ministerium momentan keine Visa-Anträge von Deutschen bearbeitet. Die Anträge werden nur auf die Seite gelegt. Grund sei die aktuelle Unruhe wegen des Reiterdenkmals. Diese Information habe sie von einem Bekannten, der im Ministerium beschäftigt ist. Sollte das stimmen, wäre es vielleicht ohnehin besser abzuwarten und zu hoffen, dass Geingob das Präsidentenamt bald übernimmt. Er wird zumindest als sehr Deutschfreundlich eingeschätzt.
Gast07. Apr. 2014 · #4
Ben_1988 schrieb:
Erst gestern hatte mir eine Windhoekerin erzählt, dass das zuständige Ministerium momentan keine Visa-Anträge von Deutschen bearbeitet. Die Anträge werden nur auf die Seite gelegt. Grund sei die aktuelle Unruhe wegen des Reiterdenkmals. Diese Information habe sie von einem Bekannten, der im Ministerium beschäftigt ist.
Ben, du darfst wirklich nicht alles glauben was hier so erzaehlt wird. Jeder hat da eine andere Geschichte parat - vor allem wenn es um Hoerensagen geht stimmen hoechstens 5%.
Antraege werden hauptsaechlich dann beiseite gelegt, wenn irgendein Papier fehlt das gefordert wird. Da fragt man dann besser nach, denn informieren wird einen da keiner. Das MoHA ist nicht als besonders "kundenfreundlich" bekannt - aber frag mal die Namibier wenn sie sich dort einen neuen Pass holen wollen...

Diese Aussagen, dass die Deutschen grundsaetzlich benachteiligt werden kann ich in keiner Weise bestaetigen. Im Gegenzug dazu habe ich schon einiges an Rassismus der vom Feinsten ist von den Deutschen kennen gelernt.
Wenn die Arbeitgeber mit denen du gesprochen hast dich gerne einstellen wuerden, dann koennten sie dich ja beim Antrag des WP unterstuetzen. Wenn deine Ausbildung sich so sehr von der hiesigen unterscheidet, sollte es doch moeglich sein die Jobausschreibung so zu formulieren, dass hiesige Bewerber gar nicht erst in Frage kommen.
Das Gehalt ist hier uebrigens ueberall mau, ausser du bist selbststaendiger Arzt, Architekt, Buchhalter oder Universitaetsprofessor. Frag mal einen Lehrer was er verdient (oder frag mich was ich verdient hab als Erzieherin). Vergleiche mit deutschen Gehaeltern sollte man lieber nicht anstellen.

Ich drueck dir wirklich die Daumen dass es irgendwie hinhaut, aber die Zeiten, wo man im Ausland (nicht nur in Namibia) auf die Deutschen gewartet hat sind leider vorbei...
Fuer einen dauerhaften Aufenthalt gibt es wohl nur eine Loesung 😉

lg
WoMa
2'530 Beiträge · seit 201107. Apr. 2014 · #5
Ben_1988 schrieb:Hallo Cruiser,

die deutschsprachigen Medien hätten gerne Verstärkung aus Deutschland. Das hat sich in Gesprächen mit dortigen Mitarbeiten immer wieder herausgestellt. Die Ausbildung und Berufserfahrung in diesem Bereich ist zwischen den beiden Ländern nicht vergleichbar.
Es gibt in NAM viele deutschsprachige Schulabgänger deren Deutsch excellent ist, und darunter sind garantiert auch einige die in den lokalen Journalismus gehen, dazu können die auch meistens noch perfekt English!

Und, wie Du auch selber erwähnt hast, ist das Gehalt wahrscheinlich nicht attraktiv für jemand aus DE!
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Themenstarter178 Beiträge · seit 201308. Apr. 2014 · #6
Cruiser schrieb:
Und, wie Du auch selber erwähnt hast, ist das Gehalt wahrscheinlich nicht attraktiv für jemand aus DE!
Ja, das Gehalt ist selbst für namibische Verhältnisse nicht besonders hoch. Wenn man am Ende des Monats mit 7.000 Dollar nach Hause geht, bleibt nach Abzug von Miete und Lebensmittel nicht mehr all zu viel übrig.

Daher suche ich nach Alternativen, die zwar in die Richtung Pressearbeit gehen, aber kleine klassischen Zeitungs-Jobs sind.

Hatte gestern wieder ein Gespräch mit einem Auswanderer. Er meinte, die besten Chancen hätte man immer noch mit einer Selbstständigkeit. So lange man eine einheimische Putzfrau anstellt, sei die,Bedingung "Arbeitsplätze zu schaffen" erfüllt.
30 Beiträge · seit 201408. Apr. 2014 · #7
Hallo Ben!

Ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber Namibia hat meines Wissens zu wenige eigene Piloten und vergibt deshalb Arbeitsgenehmigungen an ausländische Piloten. Du müsstest halt eine CPL-Ausbildung machen und könntest dann eine Anstellung bei einem Charterflugunternehmen bekommen. Ausbildungskosten ab ca. Euro 20.000,- und etwa 6-12 Monate.
1'155 Beiträge · seit 200608. Apr. 2014 · #8
Ben_1988 schrieb:

Hatte gestern wieder ein Gespräch mit einem Auswanderer. Er meinte, die besten Chancen hätte man immer noch mit einer Selbstständigkeit. So lange man eine einheimische Putzfrau anstellt, sei die,Bedingung "Arbeitsplätze zu schaffen" erfüllt.
Ben

Jemand wie Du, der ein abgeschlossenes Studium der Journalistik mit Bachelor in der Tasche hat, sollte eigentlich nicht so blauäugig sein.

Ich kenne jemanden in Namibia, der sehr viel Geld in eine Logde mit 12 Angestellten investiert hat und nach 5 Jahren immer noch keine permanente Aufenthaltsbewilligung hat… no commet…

Lg tom
Themenstarter178 Beiträge · seit 201308. Apr. 2014 · #9
Hallo Tom,

wieso blauäugig? Ich habe mich in den letzten Tagen viel mit Auswanderern unterhalten und diese haben mir ihre Geschichte erzählt. Dass einige von ihnen inzwischen eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung haben ist der lebende Beweis dafür, dass es Möglichkeiten gibt.

Meine neueste Idee wäre es, Aus- und Weiterbildungen im digitalen Medienbereich anzubieten. Auf diesem Gebiet dürfte großer Bedarf bestehen.
2'530 Beiträge · seit 201108. Apr. 2014 · #10
Ben_1988 schrieb:
Meine neueste Idee wäre es, Aus- und Weiterbildungen im digitalen Medienbereich anzubieten. Auf diesem Gebiet dürfte großer Bedarf bestehen.
Du meinst 'Unterrichten' ?!
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Themenstarter178 Beiträge · seit 201308. Apr. 2014 · #11
Nicht unterrichten im schulischen Sinn, sondern mehr berufliche Fortbildungen. In Deutschland gibt es z.B. einige Akademien, bei denen Medienunternehmen ihre Mitarbeiter schulen können.

Dort gibt es Kurse zu Fotografie, rechtliche Themen, Weiterbildung in Sachen Software (Redaktionsprogramme, Layout etc.). Die grundlegende Frage ist nur, ob namibische Unternehmen für solche Weiterbildungsangebote bezahlen würden. Dies müsste natürlich erst einmal geklärt werden.
3'080 Beiträge · seit 200908. Apr. 2014 · #12
@ lahnsteiner,

so einfach wie du dir das vorstellst ist das nicht, teilweise zahlen die Leute dafür dass sie ihre Stunden sammeln können, nennt sich pay2fly oder auf deutsch "fly for food". Geld verdienen kannst du damit nicht.

lg sasowewi
Gast08. Apr. 2014 · #13
Tomcat schrieb:
Ich kenne jemanden in Namibia, der sehr viel Geld in eine Logde mit 12 Angestellten investiert hat und nach 5 Jahren immer noch keine permanente Aufenthaltsbewilligung hat… no commet…
Fuenf Jahre ist keine angemessene Zeit...nicht fuer "nur" 12 Angestellte. Gruende eine Fabrik die 500 Leute einstellt, und du wirst bessere Karten haben, vor allem wenn du nur investierst und kein Work Permit beantragst. Investoren die andere fuer sich arbeiten lassen sind hochwillkommen.
Ich kenne einige Leute die schon laenger hier sind, mit Angestellten, und noch kein PRP haben. Tatsaechlich kenn ich grad mal zwei die in der Zeit wo wir hier sind ein PRP bewilligt bekommen haben nach langen, langen, langen Jahren - also PRPs die nicht aufgrund einer Rente bewilligt wurden. Da ist ein grosser Unterschied!

Ein PRP wuerde ich an Bens Stelle erstmal nicht anvisieren. Ob das unter Geingob besser wird sei mal dahingestellt. Wir werden sehen.

Wenn er sich selbststaendig macht, ist ein Work Permit allerdings realistisch. Aus-, Fort- und Weiterbildung ist immer eine gute Sache. Weiss nicht ob Firmen dafuer zahlen, aber die Leute hier sind es gewoehnt dass Ausbildung Geld kostet.

Ganz so unterstreichen moechte ich die Aussage mit der Putzfrau allerdings nicht. Du musst einen Business Plan einreichen, und selbst wenn du selber dein eigener Boss und gleichzeitig Angestellter bist, wollen die bei jeder Erneuerung des Permits wissen, ob du schon einen Namibier fuer deine Stelle eingearbeitet hast und wenn nein, warum nicht.
Eine Putzfrau einzustellen wird da auf Dauer nicht reichen.

lg
WoMa
zuletzt bearbeitet 08. Apr. 2014
16 Beiträge · seit 201408. Apr. 2014 · #14
Hi all, ich komme selbst aus der Verlagswelt, bin ausgebildete Werbefachfrau und arbeite im Onlinehandel.

In Deutschland werden massenweise Redaktionen zusammengestrichen, Redakteure finden sich als "Freie" wieder - du das sind durchaus Leute mit reichlich Erfahrung und auch Online-Affinität "auf dem Markt". Und ich persönlich kenne mindestens zwei, die sich überlegen, bzw schon nach Südafrika ausgewandert sind. OK das ist nicht Namibia, aber die Probleme sind wahrscheinlich in vielen Bereichen ähnlich.

Fang doch Deine Überlegung anders an: was ist die Stärke von Namibia? Hast Du in Erwägung gezogen, dass du hier eine Bevölkerung hast, die teilweise hervorragend Deutsch und Englisch spricht?
Welche Branchen können diese Qualifikation brauchen, eventuell auch über Distanz? Welche Tätigkeiten gibt es, neben der sprachlichen Fertigkeit, die man leicht erlernen kann mit entsprechender Schulung?
Ich würde mir mal überlegen, ob ein Callcenter für deutsche, englische bzw deutsch- und englischsprachige Unternehmen nicht interessant wäre?
Als Standorte kämen wohl Swakopmund oder Windhoek in Frage wegen der Infrastruktur und dem Angebot an entsprechenden Leuten. Das Gehalt- in Deutschland eher im unteren Bereich - wäre für lokale Verhältnisse locker über dem Durchschnitt, für Europa hättest du ´nicht mal das Problem der Zeitverschiebung und wenn du wirklich eine gute Planung und Präsentation hast, könntest du mit ein, zwei Kunden starten.

Wenn ich mir das so überlege ... sollte ich vielleicht selbst machen? 🙂

Ansonsten braucht das Land Leute, die zupacken - ich glaube, Handwerker, die auch ausbilden können, könnten gefragt sein, aber das ist alles Ferndiagnose - hier sind die Namibier selbst die besten experten
„Wer einmal von den Quellen Afrikas trank, wird wiederkehren um seinen Durst zu stillen“ Sir David Livingstone
857 Beiträge · seit 201408. Apr. 2014 · #15
Hallo,

also ein paar der Deutschländer, die ich kenne, sind zum Teil legal im Land, arbeiten aber nicht legal - d.h. Sie dürften nicht arbeiten. Sie arbeiten schwarz. So einfach ist das also mit der Permanency und Arbeitserlaubnis nicht mehr. Die machen es, solange es gut geht, und wenn sie erwischt werden, sind Sie schneller raus aus Namibia, als sie schauen können.
Ein Teil der Deutschländer nutzt auch schön aus, dass bestimmte Sozialleistungen umsonst angeboten werden - was ich aus meiner Sicht an der Grenze zum Asozialen finde, arm sind die unter namibischen Gesichtspunkten nicht... da kann ich verstehen, dass Namibia nicht jeden mit offenen Armen empfängt..
Gruß
Alex
PS: Die Idee von EVE ist gut, aber ob es so einfach ist, in die Branche ohne Kapital und Connections zu starten? Call-Center gibt es auch in Tunesien etc.. von großen Anbietern.
zuletzt bearbeitet 08. Apr. 2014