geführte Reise oder doch Selbstfahrer

12 Antworten · 3'516 Aufrufe · gestartet 17. März 2014 von Alpha1904
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Themenstarter4 Beiträge · seit 201317. März 2014 · #1
Hallo,

wir haben vor dieses Jahr im November eine 2-3 Wöchige Reise nach Namibia zu unternehmen. Es steht so ziemlich für die zwei wöchige Reise und auch für die drei wöchige Reise ein ziemlich sicherer Plan fest.

Aber das Hauptproblem besteht darin, das meine Frau nun alles hinschmeisen will und lieber eine geführte Rundreise machen will. Ich bin davon überhaupt nicht begeistert, da ich lieber meine / bzw. vorher geplanten Ziele ansteuern will und nicht in der Reisegruppe von einer Touristenattraktion zur nächsten zu rasen und sehr viele Touristen die ganze Zeit vor mir habe. Wir sind beide totale Afrika Neulinge. Kann mir jemand Tipps geben, was für den ersten Trip besser wäre. Die hauptsächliche Angst meiner Frau besteht darin, das irgendwo das Auto stehen bleiben könnte und wir dann mitten in der Wüste festsitzen, des weiteren hat Sie sich ein bisschem mit der Kriminalität in Namibia auseinandergesetzt. Ich persönlich denke, wenn man sich ein bisschen an die Spielregeln haltet, wird es keine Probleme geben.

Über Eure Hilfe würde ich mich sehr freuen. Vielleicht hat ja jemand ein paar Links bereit, wie man einen Kompromis machen kann. z.B. An bestimmte Orte geführt hinfährt und dann am Ort praktisch sein eigenes Ding machen kann.
5'538 Beiträge · seit 200817. März 2014 · #2
Hallo Alpha 1904,

mein Kompromissvorschlag: Gebt die Daten der von Euch ausgearbeiteten Reise an eine hiesige Agentur zum Beispiel Magic Vibes oder Abenteuer in Namibia oder in Deutschland an Iwanowski-Reisen und lasst Euch mal ausrechnen, was die als Selbstfahrertour und als Privattour mit Guide kosten würde. Danach würde ich entscheiden, wie ich es machen würde.

Ansonsten bin ich der Meinung, dass die Straßenverhältnisse hier so gut sind, dass Ihr ruhig eine Selbstfahrertour machen könnt. Auch sind die normalen Straßen nicht so unbeliebt, als dass Ihr im Pannenfall wirklich lange warten müsst. Gerade die Wüste(n) ist/sind ein beliebtes Reiseziel und da kommen laufend Fahrzeuge vorbei. Wenn Ihr länger als eine Stunde warten müsstet, würde mich das wundern.

Kriminalität kann mich nicht tot schweigen, denn es gibt sie. Aber aus meiner Sicht ist sie nicht größer als in vielen anderen Urlaubsländern auch. Die belebten Plätze Italiens (nicht nur Rom) und die Strände halte ich für genau so unsicher. Es gibt aber auch noch viele andere Beispiele. Man/frau muss halt ein wenig aufpassen, sich nicht nachts in dunklen Ecken bewegen und nicht zu ängstlich auftreten. Das zieht die Burschen ein, wie man einen Hund anzieht, wenn man Angst vor ihm zeigt.

Liebe Grüße von der Atlantikküste
Gerd
3'491 Beiträge · seit 200618. März 2014 · #3
Hallo Alpha,
ich kann Gerd nur beipflichten. Und er weiß, wovon er redet ! Eine organisierte Selbstfahrerreise - und das ist absolut kein Widerspruch - ist eigentlich der beste Weg, um Namibia kennenzulernen, ist auch kaum teurer, als wenn man alles selbst buchen würde, und bietet neben der Beratung auch viel mehr Sicherheit, weil die auf Namibia spezialisierten Reiseprofis iaR Partner vor Ort haben, die einem im Falle ein es Falles weiterhelfen. Das Risiko, mal irgendwo in der Wüste liegen zu bleiben, ist heutzutage wirklich seeeehr gering, zumal man ja als Neuling auch nicht unbedingt offroad-Touren macht. Es gibt gutes Kartenmaterial, GPS-Geräte und ein recht gut deckendes Handynetz ( zumindest auf den üblichen Routen) - d.h. also eigentlich keinen Grund, sich irgendwo in diesem wundervollen Land zu verlieren. Namibia ist touristisch wirklich gut erschlossen, ohne deshalb in Gefahr zu raten, mit touristischen Massen konfrontiert zu werden.
Gruß Joli
345 Beiträge · seit 201118. März 2014 · #4
Hallo

Aus meiner persönlichen Erfahrung würde ich wenn irgend möglich die Selbstfahrertour bevorzugen. Ich war bisher zweimal in Namibia und jedesmal alleine mit einem Mietwagen unterwegs. Zum Vergleich hatte ich letzten November noch ein paar Urlaubstage übrig und habe eine organisierte Tour in Marokko unternommen. Was soll ich sagen, es war sehr ernüchternd und eigentlich eine Enttäuschung. Ich fotografiere gerne, dass heißt natürlich, dass man mehr Zeit an den einzelnen Orten braucht und nicht im Herdentrieb durch die Landschaft gekarrt wird.
Speziell in den Nationalparks mit vielen Tiersichtungen möchte ich mir meine Zeit einteilen wie ich es will und zB an einem Wasserloch auch mal eine Stunde stehen, das ist in der Gruppe nicht gut möglich.
Ich habe Namibia als relativ einfach zu bereisendes Land kennengelernt, sofern man die klassischen Routen fährt und sich, wie du ja sagst, an gewisse Spielregeln hält.
Hier meiner Meinung nach die wesentlichen Spielregeln:

1. Am Tag der Ankunft in Namibia, alles etwas gemächlicher angehen, nicht sofort nach einer langen Anreise gleich ein Mietauto zu übernehmen und etliche 100 Kilometer abspulen.

2. Speedlimits eher unterschreiten, speziell auf den Gravelroads

3. Ob campen oder Lodges, müsst ihr selbst entscheiden, die meisten Lodges oder Farmen würde ich vorbuchen, wenn eure Reiseroute steht.

4. Sicherheit ist so eine Sache. Wenn man die üblichen Sicherheitshinweise beachtet (Nachts in abgelegenen Straßen nicht spazieren zu gehen, Keine Wertgegenstände zu offen zu tragen oder im Wagen liegen zu lassen, Fahrzeug immer absperren etc.) sollte es normalerweise keine Probleme geben. Wobei ich gefühlt schon den Eindruck habe, dass Namibia schon mal sicherer war... Aber Diebstähle können einem auch in der Gruppe passieren.

5. Die Reiseroute so planen, dass der Weg das Ziel ist, eher kürzere Etappen und öfter mal einen Stop einlegen. Freilich kann man schon mal auch eine Etappe mit 400 Kilometer durchfahren.

Wenn ihr die Zeit habt dann eher 3 als 2 Wochen!

Ich kann nur nochmals meine Meinung unterstreichen, Namibia ist am schönsten mit dem eigenen Auto zu entdecken und nicht in einer Hummeldumm-Gruppe. Hier in diesem großartigen Forum findet ihr jede Menge Reiseberichte mit Routen an die man sich getrost anlehnen kann. Es ist wirklich nicht schwer, wenn ihr nicht gerade die wirklichen Offroad-Tracks fahren wollt.

LG Peter
33,1k Beiträge · seit 200618. März 2014 · #5
Hallo Alpha1904,

es gibt ja mehrere Möglichkeiten des Selbstfahrens bzw. der geführten Touren. Da wird gerne immer viel durcheinander geschmissen, aber Gerd hat es eigentlich sehr gut erklärt.

1) Selbstfahrertour (Du fährst selbst und alleine) - ob nun alles durch Agentur oder einen selber vorgebucht hat ja nichts mit der Art des Reisens zu tun
2) Geführte Privattour - genauso wie (1), nur dass ihr eben einen Fahrer/Guide dabei habt, der Euch die Fahrerei abnimmt und Euch - mehr oder weniger - viel über Land und Leute erzählen kann. Zumeist handelt es sich um einen Tourguide. Wenn das was für Euch ist, dann erkundigt Euch mal z.B. bei der TAN (www.tan-namibia.org)
3) Geführte Kleingruppentour - wird von zahlreichen lokalen und internationalen Unternehmen angeboten und findet zumeist mit 6-8 Personen statt
4) Busrundreise mit 40-Sitzer-Bussen à la SWA Safaris, Springbock Atlas etc.

Bei allen Reisearten steht ihr, wenn ihr eine Panne habt - ob nun zu zweit, 6. oder 30 ist ja eigentlich egal - in der Wüste. Da hilft auch keine geführte Tour 🙂

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 18. März 2014
2'048 Beiträge · seit 200718. März 2014 · #6
Hallo Alpha,
wenn du eine Selbstfahrertour machen willst, dann ist das auf den Trampelpfaden des Tourismus in Namibia keine zu große Herausforderung.
Du musst es aber auch wollen, d.h. dich
- selbst um die Logistik kümmern
- Probleme und Verschiebungen / Umplanungen selbst lösen
- selbst fahren statt entspannt zu schauen
- und alle Informationen selbst besorgen und zuordnen.
Gerade letzteres wird oft unterschätzt und ich glaube fest, dass es für viele Reisende sinnvoll ist, da sie nicht die Zeit haben sich diese Informationen zu beschaffen und zu nutzen, die erste(n) Reise(n) geführt zu unternehmen. billiger sind dabei Gruppenreisen, aber besser die individuelle Führung mit einem Guide. Der liefert dir nicht nur Informationen, sondern er fährt, gibt dir Fahrtipps und löst die Probleme für dich. Meist hat er sprachlich noch einen großen Vorteil, so dass dir Kontakte erleichtert werden. Und du kannst auch als Anfänger Ziele anfahren, die dich begeistern werden, aber einem normalen, Geländewagen unerfahrenen Touri sicher nicht als Selbstfahrer zu empfehlen sind.

Meine Empfehlung: Wenn du dir es leisten kannst, nimm einen Guide als Fahrer. Schau dir das Land an, und mach eine zweite Tour später als Selbstfahrer.

Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
132 Beiträge · seit 201318. März 2014 · #7
Guten Morgen,
obwohl nicht das erste Mal in Namibia bin ich 2003 als "Last Minute" Zugestiegener bei einer privat geführten Tour mitgefahren.
Ich habe den Guide als nicht unbedingt notwendig empfunden, aber es war angenehm, dass ein Namibianer dabei war, den man zu allen Fragen löchern konnte, der auch Ahnung von Menschen, Flora und Fauna Vorort hatte und der auch gerne sein Wissen geteilt hat. Er hat die Tour und die Unterkünfte organisiert, hatte Karten- und Infomaterial dabei, die Fahrzeuge waren zubehörmäßig gut ausgestattet.... Man kann sich zurücklehen und die Tour genießen. Natürlich hat man auch Einfluß auf die Tour. Das Ganze hat natürlich seinen Preis, dass darf man nicht vergessen!

Die "fremdorganisierte"Selbstfahrertour steht uns jetzt im April bevor. Aus unterschiedlichen Gründen haben wir uns (zwei Personen) an ein Reisebüro gewandt, haben unsere Vorstellungen geschildert und haben das Büro machen lassen. Machen lassen heißt hier: Flüge raussuchen, Unterkünfte buchen, Fahrzeug in WDH reservieren, Fahrzeiten pro Tag sinnvoll gestalten, eine Selbstfahrermappe zusammenstellen, ein Handy mit Simkarte und Notfallnummern bereitstellen, von Flughafen abholen und am Abreisetag wieder hinbringen..
Zwischen Ankunft und Abflug ist man aber schon Selbstfahrer mit allen Vor- und Nachteilen.

Das alles kann man natürlich auch alleine machen - hier im Forum gibt es genügend tolle Beispiele. Kostet Zeit und man muss Lust dazu haben.
In Hinblick auf mögliche Pannenhilfe habe ich keine Bedenken. In Hinblick auf die Kriminalität gibt es Verhaltensregeln, die man einhalten sollte, die aber auch für andere Urlaubsländer gelten.

Gruß
strassenkind / Peter
2 Beiträge · seit 201418. März 2014 · #8
Hallo, liebe Leser! Ich suche Für meine Single-Schwester ein Reisebüro um Windhoek herum, wo sie bei einer geführten kleinbusreise über 1 Woche buchen könnte. Es gibt da kaum Möglichkeiten zu erschwinglichen Preisen. Ich lebe in Kapstadt. Danke für eure Hilfe?lg tia
2'048 Beiträge · seit 200718. März 2014 · #9
Hallo Tpaur,
erstmal herzlich willkommen im Forum.
für deine Schwester kannst du als Zubucher bei Bwana Tucke Tucke oder wenn es mehr Abenteuer sein soll bei Buschmannsafaris Glück haben. Organisiierte Gruppen in ganz unterschiedlichen Größen und mit kurzer Zeit findest du bei Cameleon Safaris. die sitzen in einem Backpacker in windhuk und dort fahren auch viele Praktikanten oder Studenten Touren, die sich kein Leihwagen leisten können oder nicht alleine fahren wollen.

Noch eine Anmerkung: Du hast dich mit deiner Frage auf einen anderen Thread aufgesetzt, der eigentlich ein anderes Thema hatte. Das macht in Foren nicht nur Freunde. Sinnvoller ist dann ein neues Thema aufzumachen oder dich zumindest am Anfang für die Übernahme zu entschuldigen, wenn du nicht wußtest, wo und wie du deine Frage stellen kannst.

Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
2'844 Beiträge · seit 201118. März 2014 · #10
Hallo Alpha,

ich kann Deine Frau gut verstehen! Und wenn man dann im Bekanntenkreis als Urlaubsziel südl. Afrika als Selbstfahrer nennt - und alle NIchtfahrer ganz genau wissen, was einen erwartet - kommen die Zweifel... 🤩
Wir haben (allerdings Südafrika) unsere erste Tour "Privat geführt" gemacht, d.h. wir waren zu Fünft + ein Guide und hatten (etwas) Einfluss auf die Gestaltung. Es war angenehm, sich als Beifahrer alles anzusehen, seine Fragen zu stellen, die Koffer morgens nur vor die Tür stellen, sich um nichts kümmern zu müssen.
Die nächsten Touren dann haben wir in Südafrika und Namibia als Selbstfahrer unternommen, in Namibia mithilfe der ausgezeichneten Tourplanung -und Vorbereitung durch Protea-Tours.
Auf den durchaus einsamen Pisten in Namibia haben wir mehr als ein Mal angehalten, um zu fotografieren. Wenn ein Auto vorbeikam, wurde stets nachgefragt, ob wir Hilfe benötigen. (bis ich dann immer schon von allein den Daumen gehoben habe).

Für Okt./November solltet ihr aber auf jeden Fall schnell aktiv werden, denn wir haben den Oktober in Namibia als sehr gut gebucht erlebt.

Viel Vorfreude
Strelitzie
71 Beiträge · seit 201318. März 2014 · #11
Hallo!

Ich habe Namibia mit meiner Freundin eben erst im Februar als äußerst angenehmes und ruhiges Reiseland erlebt. Kein Stress, kein Unsicherheitsgefühl (wenn man nicht gerade alle normalen Vorsichtsmaßnahmen über Bord wirft), freundliche Leute. So ein Auto geht auch nicht gleich ein und wenn, kommt schon mal jemand vorbei. Wir haben alles selbst gebucht, sind selbst gefahren und ich war zuvor noch nie in Afrika. Überhaupt kein Problem.

Man kann sich vor allem in die Hose machen oder man kann einfach mal was erleben. Ich bevorzuge Zweiteres 😉

Lieben Gruß,
Wolfgang

PS: Wie schon jemand zuvor gesagt hat - die "Daheimbleibenden" wissen alle (vom Hörensagen) ja viel besser wie "gefährlich" es in Namibia ist. War bei mir nicht anders.
1 Beiträge · seit 201418. März 2014 · #12
Salü Alpha1904

Wie viele "Afrika-Fans" des Forums rate ich Euch selbst zu fahren, die 1. Nacht in Windhoek z.B. im Windhoek Country Club zu verbringen... vor der Weiterreise in einem Supermarkt eine Kühltasche und genügend Getränke zu kaufen... Eis gibts an jeder Tankstelle. Als Mietwagen ist ein ein 4x4 zu empfehlen, da es im November teilweise regnen kann. Alle Sehenswürdigkeiten sind sehr gut erreichbar... in Sossusvlei kann man sich vor Ort mit Spezialfahrzeugen zu den Dünen chauffieren lassen. Auch Pirschfahrten in der Etosha Pfanne sind kein Problem... da werdet Ihr speziell erfahren, wie toll es ist über sich selbst zu verfügen... Wenn Ihr nur 2 Wochen Zeit habt rate ich eine Auswahl zu treffen und nicht "alles" sehen zu wollen.
Viel Vergnügen und wunderbare Erlebnisse wünscht Euch
Pitsch48 (bereits im Rentenalter, aber jeweils Selbstfahrer im südlichen Afrika)
2 Beiträge · seit 201418. März 2014 · #13
Hallo Leute!

bin darauf aufmerksam gemacht worden, dass ich im falschen Board bin, tut mir leid! 🤩 Danke fuer die anderen hilfreichen Antowrten 😄