Alleinreisender Student

14 Antworten · 2'073 Aufrufe · gestartet 06. Feb. 2014 von Bolivianer
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Themenstarter4 Beiträge · seit 201406. Feb. 2014 · #1
Servus zusammen,

glücklicherweise bin ich über dieses tolle Forum gestolpert!!!

Ich bin Student. Da ich, seit ich 16 bin, immer sehr viel gearbeitet habe kann ich mir ein paar mehr Dinge leisten als der Großteil meines Freundeskreises. Der Nachteil dabei ist, dass ich zB wenn es um die Urlaubsplanung nach Namibia geht, alleine da stehe 🤩 weil 2-3000 Euro schon sehr viel Geld ist.

Ich plane im März/April nach Namibia für 10-15 Tage zu reisen. Ich würde auf eigene Faust mit dem Auto (ich würde keinen 4x4 bevorzugen) reisen. Hierzu hab ich noch ein paar Fragen an euch Experten:

1. Reicht der Tankinhalt eines Golfs/Polos um die DIstanzen zwischen den Tankstellen/Orten sicher hinter sich zu bringen?

2. Was mache ich bei ernsthaften Problemen (3 kaputte Reifen, Motorprobleme etc), sprich wenn ich irgendwo liegen bleibe?

3. Was muss ich bei der Autoanmietung beachten? (Ich hab zum Beispiel gelesen, dass häufig eine Beweislastumkehr durchgeführt wird. Wenn ich also einen Unfall habe, muss ICH beweisen dass ich nicht fahrlässig gehandelt hab, was idR ja eher unmöglich sein sollte)

4. Hilft man anderen Liegengebliebenen, verunfallten oder ist das Risiko zu groß auf eine Falle Krimineller zu stoßen?

5. Kann ich (alleine!) bedenkenlos mich auch mal außerhalb des Autos fortbewegen/wandern oder muss ich Bedenken vor gefährlichen/giftigen Tieren haben?

6. Gibt es etwas, was ihr einem alleinreisenden Studenten dringend empfehlen würdet?

7. Ist die Reisezeit März/April wirklich so schlecht um Tiere zu sehen (Etosha-NP)?

8. Hätte ich für Etosha vorbuchen/reservieren müssen?

Vielen Dank euch schonmal!
zuletzt bearbeitet 06. Feb. 2014
1'125 Beiträge · seit 200606. Feb. 2014 · #2
Hallo, B.,
fahr einfach drauflos. Sei nicht so schrecklich deutsch.
Rodrigo
Omnia vincit amor
4'140 Beiträge · seit 200906. Feb. 2014 · #3
Hallo,
erst mal willkommen im Forum.
Dann muss ich als erstes sagen, dass du für eine Reise im April schon recht spät dran bist. Da du als Student ja sparen willst, solltest du etwa 8 -9 Monate den Flug früher buchen. Jetzt wird es kaum mehr günstige Direktflüge geben.
Zu den Fragen: Wenn du auf den Hauptstraßen der Normalroute bleibst, kannst du auch mit einem Polo unterwegs sein. Du musst halt auf den Gravelroads noch etwas vorsichtiger Fahren. Benzin ist kein Problem, du kommst mit einer Tankfüllung immer bis zur nächsten Tanke. Wenn du liegen bleibst, so ist das auf den Hauptrouten auch nicht problematisch, da kommen immer genügend Touris, die helfen können. Natürlich kannst du das Auto auch verlassen. 😄 Nur in den Nationalparks (Etoscha etc.) ist das Aussteigen absolut verboten und das hat auch seinen Grund. Festes Schuhwerk ist natürlich im höheren Gras oder zwischen Steinen empfehlenswert.
Etoscha solltest du vorreservieren, wenn du ein Chalet haben willst. Da du ja nicht mit dem Dachzelt unterwegs bist, kommt höchstens noch Bodenzelt in Frage. April ist eine schöne Reisezeit, da meist noch viel grün ist. Man sieht auch immer genügend Tiere in der Etoscha. Allerdings ist der kleine Polo wegen der niedrigen Sitze nicht gerade vorteilhaft, wenn das Gras hoch steht. Da hast du verminderte Sicht.
Was ich dem alleinreisenden Studenten noch empfehle, ist dir einen Reiseführer zu kaufen, intensiv vorzubereiten, Route planen und dann wieder im Forum nachfragen:
Gruß:
Burschi
Achtung: Bei den meisten Autovermietern kannst du erst ab 24 Jahre ein Auto mieten!!!
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
zuletzt bearbeitet 06. Feb. 2014
1'287 Beiträge · seit 200806. Feb. 2014 · #4
Bolivianer schrieb:
6. Gibt es etwas, was ihr einem alleinreisenden Studenten dringend empfehlen würdet?
Hallo Bolivianer,

je nach dem wie Du so drauf bist, solltest Du Dir ggf. ein bisschen Musik mitnehmen und vorher klären in welcher Form Du diese in dem angemieteten Auto brauchst. Wenn man so durch die Weite Namibias ganz allein fährt und niemanden zum unterhalten hat, kann das ja nach Persönlichkeit schon etwas "einsam" werden.
Ansonsten empfehle ich auch ein paar Bücher, für die Abende und die Tage ohne Fahrerei.

Viel Spaß
Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15) "Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon) "I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
7'296 Beiträge · seit 200606. Feb. 2014 · #5
Bolivianer schrieb:6. Gibt es etwas, was ihr einem alleinreisenden Studenten dringend empfehlen würdet?
... ich würde in Windhoek 1-2 Nächte in einer Backpackerunterkunft (Cardboard Box, Chameleon, Backpacker Unite o.a.) übernachten und auch die anderen mal aufsuchen. Die haben manchmal ein Schwarzes Brett, an dem Leute Mitfahrwünsche anpinnen. Ggf. kannst Du die auch vorab schon anmailen und bitten, dass sie in Deinem Namen ein Mitfahrangebot mit Deiner Mailadresse aushängen.
So ergeben sich ggf. für Teile Deiner Reisezeit die Möglichkeit, einen Reisepartner zu finden, der sich an Miet- und Benzinkosten beteiligt.

Ich habe vor etlichen Jahren in der Cardboard Box einen Mitfahrer gefunden, obwohl ich gar nicht danach gesucht habe.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
195 Beiträge · seit 201306. Feb. 2014 · #6
Bolivianer schrieb:Servus zusammen,

glücklicherweise bin ich über dieses tolle Forum gestolpert!!!

Ich bin Student. Da ich, seit ich 16 bin, immer sehr viel gearbeitet habe kann ich mir ein paar mehr Dinge leisten als der Großteil meines Freundeskreises. Der Nachteil dabei ist, dass ich zB wenn es um die Urlaubsplanung nach Namibia geht, alleine da stehe 🤩 weil 2-3000 Euro schon sehr viel Geld ist.

Ich plane im März/April nach Namibia für 10-15 Tage zu reisen. Ich würde auf eigene Faust mit dem Auto (ich würde keinen 4x4 bevorzugen) reisen. Hierzu hab ich noch ein paar Fragen an euch Experten:

1. Reicht der Tankinhalt eines Golfs/Polos um die DIstanzen zwischen den Tankstellen/Orten sicher hinter sich zu bringen?
ja
2. Was mache ich bei ernsthaften Problemen (3 kaputte Reifen, Motorprobleme etc), sprich wenn ich irgendwo liegen bleibe?
Mit dem Handy beim Vermieter anrufen. Das sollte an den meisten Stellen wo Du mit einem Golf unterwegs bist gehen. Ansonsten wird auf diesen Strecken wohl bald jemand hilfsbereites vorbei kommen.
Aber nicht verrückt machen. 3 kaputte Reifen zwischen zwei Tankstellen oder Werkstätten sind schon extrem unwahrscheinlich
3. Was muss ich bei der Autoanmietung beachten? (Ich hab zum Beispiel gelesen, dass häufig eine Beweislastumkehr durchgeführt wird. Wenn ich also einen Unfall habe, muss ICH beweisen dass ich nicht fahrlässig gehandelt hab, was idR ja eher unmöglich sein sollte)
Mach dir bewusst, wie die Versicherungsbedingungen in Namibia sind. Dazu findest du einiges hier im Forum.
Probleme mit der Versicherung wirst du vorallem haben wenn du ohne Fremdbeteiligung das Auto schrottest.
Also nicht zu schnell auf den Gravel Roads fahren etc.


4. Hilft man anderen Liegengebliebenen, verunfallten oder ist das Risiko zu groß auf eine Falle Krimineller zu stoßen?
5. Kann ich (alleine!) bedenkenlos mich auch mal außerhalb des Autos fortbewegen/wandern oder muss ich Bedenken vor gefährlichen/giftigen Tieren haben?
Ja kannst Du. In Etosha ist es explizit verboten ausserhalb der Camps. Ansonsten hilft der gesunde Menschenverstand.
6. Gibt es etwas, was ihr einem alleinreisenden Studenten dringend empfehlen würdet?
Wie andere schon geschrieben haben kann so lange Zeit alleine im Auto u.U. etwas zäh sein. Zu mehreren ist es sicher schöner. Die Hinweise zu Backpackern etc. sind daher auf jeden Fall sinnvoll.
7. Ist die Reisezeit März/April wirklich so schlecht um Tiere zu sehen (Etosha-NP)?
Du wirst auch im März/April was sehen, auch wenn es vielleicht auch "bessere" Zeiten gibt.
Natürlich gibts keine Garantie alles zu sehen. Die gibt's aber auch zu anderen Zeiten nicht.
8. Hätte ich für Etosha vorbuchen/reservieren müssen?
Ist in Etosha sinnvoll. Wenn Du campst dürftest Du aber wohl noch was finden. Am besten am Eingang erkundigen wo was frei ist.

Vielen Dank euch schonmal!
Themenstarter4 Beiträge · seit 201408. Feb. 2014 · #7
Danke euch schonmal!

Wie schaut es mit Raffting auf dem Zambezi aus, kommt das gelegentlich vor dass einer nicht mehr auftaucht?
7'296 Beiträge · seit 200608. Feb. 2014 · #8
Bolivianer schrieb:Wie schaut es mit Raffting auf dem Zambezi aus, kommt das gelegentlich vor dass einer nicht mehr auftaucht?
... etwa einer pro Monat wurde mir damals in Livingstone erzählt.
Von jemandem, der solche Touren veranstaltet hat ...

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter4 Beiträge · seit 201408. Feb. 2014 · #9
Hmm...würdet ihr mir raten oder abraten es zu machen?
7'296 Beiträge · seit 200608. Feb. 2014 · #10
... ich würde es vom Wasserstand abhängig machen.

Ich bin vor Jahren in Jinya/Uganda beim Rafting mitgefahren. Ich habe während der Fahrt an manchen Stellen ziemlich Angst gehabt. Das Boot hat es mehrfach umgehauen und man wusste in den Strudeln wirklich nicht mehr, wo oben und unten ist. Im Nachhinein war es eine sehr geniale Erfahrung, aber eben nicht ungefährlich.

Am Zambezi habe ich dann später auch überlegt, eine Tour mitzumachen. Das war aber ziemlich am Anfang meiner Reise und bei der Tour ab Jinya hatte ich mich so verletzt, dass Rad fahren eine Weile nicht mehr ging. Ich habe es dann lieber bleiben lassen.

Die Schwierigkeitsgrade am Nil und Zambezi sind vergleichbar, am Nil evtl. sogar etwas schwieriger. Der Zambezi ist jedoch mehr verblockt. Je nach Wasserstand ist dort die Gefahr größer, an bzw. unter einen Felsen gespült und dort festgekeilt zu werden. Informiere Dich vor Ort über die aktuelle Situation am Fluss.

Gruß
Wolfgang
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74 Beiträge · seit 201108. Feb. 2014 · #11
Hallo Bolivianer,

wir haben in unserem ersten Urlaub 2006 so eine Rafftingtour gemacht und ich muss sagen es war einfach genial.
Die Sicherheit wird meines Erachtens hochgehalten. Bei jedem wurde der ordnungsgemäße Sitz der Schwimmwesten geprüft, Helme sind Pflicht und uns begleiteten 2 Kanus als Sicherheitsposten.
Auch bei uns kenterte das eine oder andere Boot aber in kürzester Zeit waren wieder alle eingesammelt.
Meine Frau fiel zweimal bei einer Riesenwelle aus dem Boot und wurde beide mal von unserem einheimischen Steuermann an der Schwimmweste ins Boot gezogen. 🙂
Alles in allem hat es allen gefallen und es war ein unbeschreibliches Erlebnis.
Es hat natürlich zur Folge das du bei fast allen Gewässern in Deutschland oder Österreich die Nase rümpfen wirst weil sie Einfach zu langweilig sind 😄

@BikeAfrica
Ob die Aussage mit einer pro Monat stimmt 😏
Vielleicht hast du das Lächeln des Erzähler übersehen 😗

Schönen Abend wünscht

Afrikavirus
http://www.TickerFactory.com/
7'296 Beiträge · seit 200608. Feb. 2014 · #12
Afrikavirus schrieb:@BikeAfrica
Ob die Aussage mit einer pro Monat stimmt 😏
Vielleicht hast du das Lächeln des Erzähler übersehen 😗
... ich habe vergleichbare Zahlen auch anderswo gelesen.
Und kein Veranstalter würde sich mit entsprechenden Zahlen den eigenen Kundenzufluss abgraben.

Wir hatten drei Kajakfahrer, die zur Sicherheit dabei waren. Trotzdem wusste eine Viertelstunde lang niemand, wo einer unserer Mitfahrer war. Er hatte sich am Ufer auf einen Felsen gerettet. Von den Kajakfahrern hat das keiner mitbekommen. Wäre der stattdessen unter Wasser gewesen, wäre er noch weniger sichtbar gewesen und nach 15 min sicherlich ersoffen gewesen. Ein Risiko ist definitiv vorhanden.

Das Risiko ändert sich extrem mit der Wassermenge. Das kann sich innerhalb von Tagen extrem ändern.

Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 08. Feb. 2014
Themenstarter4 Beiträge · seit 201409. Feb. 2014 · #13
Okay danke euch schonmal. Ich kenne ähnlich riskante Aktivitäten bisher nur vom Radln auf der Death-ROad in Bolivien...aber beim Radln hat man's ja irgendwie selbst im Griff wie schnell und wie nah am Abgrund man fährt..

Habt ihr das beide mit voriger Erfahrung gemacht oder sprichwörtlich in's kalte Wasser?
7'296 Beiträge · seit 200609. Feb. 2014 · #14
... ich hatte zuvor noch nie in einem Raftingboot gesessen und nur etwas Erfahrung mit dem Kajak. Abends wurde das Video des aktuellen Tages gezeigt und ich habe beinahe wieder storniert. Bei Youtube findest Du diverse Videos von dort. Da kannst Du vorher schon mal schauen, ob das in Frage kommt.

Ich habe noch mal nach tödlichen Unfällen auf dem Zambezi gesucht. Irgendwo habe ich gefunden, dass es erst einen einzigen gegeben haben soll. Ich habe allerdings zwei kurze Berichte von solchen Unfällen gefunden. Ist halt ein Thema, mit dem man schlecht Werbung betreiben kann und das gerne verschwiegen wird.
Interessant ist folgender Bericht inkl. der Anmerkung ganz am Ende:
http://www.rastlos.com/afrika2005/sambesi_rafting.html

Ergänzung:
Wenn Du so 'ne Tour mitfährst, setze Dich nicht unbedingt ganz vorne hin. Da hebts Dich bei den Wellen am meisten hoch und bei dem Getöse im Wasser verstehst Du auch die Kommandos des Guides kaum noch oder manchmal gar nicht.

Gruß
Wolfgang
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zuletzt bearbeitet 09. Feb. 2014
5'479 Beiträge · seit 200910. Feb. 2014 · #15
Wer glaubt, bei der Auseinandersetzung mit solchen Naturgewalten gäbe es keine Toten ist ziemlich blauäugig. Wieviele es erwischt, wird sicher immer im Bereich der Spekulation bleiben. Aber wenn man solch spektakuläre Erlebnisse haben will, kommt man halt nicht umher, dafür auch gewisse Risiken einzugehen. Man sollte es aber bewußt machen und nicht blauäugig glauben, nur weil die Tour offiziell angeboten wird und man dafür bezahlt, kann auch nichts passieren.

Ich bin den Sambesi vor ein paar Jahren geraftet und es war eines der beeindruckensten Erlebnisse meines Lebens (und ich hab schon so einiges unternommen). Ich hatte allerdings auch das Glück, dass unser Boot mit erfahrenen Raftern und Kanuten besetzt war, so dass wir immer genug Zug hatten was dem Guide das Steuern erheblich erleichtert. So sind wir auch nur ein einziges Mal geflippt und dass war bewußt direkt vor dem Kameramann herbeigeführt. Anderen Rafts unserer Tour erging es da wesentlich schlechter und einige Teilnehmer sind zur Halbzeit ausgestiegen.

Ich saß im übrigen ganz vorne und fand den Platz genial, da man den besten Blick hat. Außerdem fallen nicht immer die Mitpaddler auf einen.
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