Deutsche Kolonialgeschichte

29 Antworten · 6'827 Aufrufe · gestartet 22. Jan. 2014 von Lumela
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Themenstarter562 Beiträge · seit 200922. Jan. 2014 · #1
Geschichte hat viele Interpreten .

Diesen Artikel habe ich zum Thema Hereros gefunden.

Lumela
33,1k Beiträge · seit 200623. Jan. 2014 · #2
Moin Lumela,

in dem Zusammenhang empfehle ich (habe es gerade gelesen) folgendes Buch. Es ist manchmal nicht einfach zu lesen und chronologisch teilweise etwas "wirr", aber Herr Schneider-Waterberg hat auch die letzten 20+ Jahre mit der Recherche zugebracht. Seine Familie ist seit Generationen in Besitz der Farm, auf der die Schlacht von Hamkari stattfand.

Der Wahrheit eine Gasse - Zur Geschichte des Hererokrieges in Deutsch-Südwestafrika 1904 -1907. Teil 1 und 2
Hinrich R. Schneider-Waterberg
Wissenschaftliche Gesellschaft Swakopmund
3. Auflage, Swakopmund (Namibia) 2012
ISBN 978-99945-72-65-6 (Nam)
ISBN 978-3-941602-72-4 (D)

Sonnige Grüße aus Windhoek
Christian
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236 Beiträge · seit 201023. Jan. 2014 · #3
Hallo Lumela,
Christian hat recht das Buch von Schneider-Waterberg kommt der Sache am nächsten.
Ich habe mich viel mit der Geschichte im ehemaligen DSWA beschäftigt und leider wird
in Deutschland immer mehr den Gutmenschen und den Guido Knopps geglaubt.
Andere Länder haben mit ihrer Kolonialgeschichte keine Probleme in Brüssel gibt es
ein interessantes Kolonialmuseum und in Belgisch Kongo waren die Plantagenbesitzer
wie man weis nicht zimperlich.
In der Deutschen Vergangenheitsbewältigung werden die Zahlen der Opfer immer so
gedreht wie man es gerade braucht z.B. die Opfer bei den Hereros werden von Jahrzehnt
zu Jahrzehnt immer mehr und die von Dresden immer weniger.

Gruß Albrecht
2'664 Beiträge · seit 201223. Jan. 2014 · #4
Danke Lumela,
immerhin ist der Beitrag endlich mal einer, der der Wahrheit am nächsten kommt.
Viele hier kennen die Geschichte Namibias (früher Südwest) nur aus scheinwissenschaftlichen Büchern.

Danke auch Christian, das Buch von Heiner Schneider-Waterberg in der ersten und ergänzt zweiten Ausgabe ist in der Hinsicht sehr wertvoll, in dem es britische Archive heranzieht, die einen Großteil hineininterpretierter Thesen und Geschichtsklitterung bundesdeutscher Vergangenheitsbewältiger und ideologischer Phantasten eindeutig widerlegt, zumal die Briten in dem Zeitraum alles andere als deutschfreundlich waren, und britische Verbindungsoffiziere bei der Schutztruppe saßen, die aber auch alles zurück nach England gemeldet haben. Das Interessante ist, daß die Völkermordthese durch den ehemaligen Erzfeind widerlegt wird, beweist aber (leider) auch den Wert der Thesen heutiger deutscher "Historiker".

H.
zuletzt bearbeitet 23. Jan. 2014
78 Beiträge · seit 201023. Jan. 2014 · #5
Liebe Leute,

Ich werde wohl nie verstehn, wieso sich gewisse Leute so fest solidarisieren mit den elitären, kaiserlichen (!) Kolonialpolitikern und einer schlechtbezahlten Truppe Soldaten welche vor über hunder Jahren grundlos tausende Menschen ermordeten. Weil sie auch Deutsch sprachen? Weil sie auch Weiss waren?

Wie dem auch sei, für Leute welche sich nebst den erwähnten teilweise eher revisionistischer deutscher Verteitigungsliteratur auch mit einer ernsthaferen und professionelleren historischen Aufarbeitung dieser heiss disskutierten Phase namibischer Geschichte interessieren einige Literaturtips:

Mit einem Fokus auf die Geschichte der Herero:
Jan Bart Gewald: Herero Heroes: A Socio-political History of the Herero of Namibia, 1890-1923

In einem breiteren historischen Kontext der Namibischen Geschichte:
Marion Wallace: History of Namibia: From the Beginning to 1990

Auf Deutsch:
Jürgen Zimmerer: Völkermord in Deutsch-Südwestafrika: der Kolonialkrieg (1904-1908)

Mit gutem Überblick über die politische, rechtliche und wissenschafltiche Aufarbeitung des Genozids:
Janntje Böhlke-Itzen: Kolonialschuld und Entschädigung: der deutsche Völkermord an den Hereros (1904-1907)

In einem breiteren Kontext Deutsch-Namibischer Verflechtungsgeschichte:
Larissa Förster et al.: Namibia-Deutschland eine geteilte Geschichte: Widerstand, Gewalt, Erinnerung

Damit sollte es möglich sein sich einen etwas kritischeren und breiteren Zugang Thema zu 'erlesen'.

Ganz Herzliche Grüsse,
Beginner.
33,1k Beiträge · seit 200623. Jan. 2014 · #6
Hallo Beginner,

so wie ich Lumela mit posten des Artikels verstanden habe, geht es ja gerade darum aufzuzeigen, dass es auch eine andere Seite der Geschichte gibt. Und ist sicher allen klar, dass die Wahrheit sowieso irgendwo in der Mitte liegt und man nach über 100 Jahren kaum ein "schwarz" oder "weiß" als Ergebnis bekommen wird.

Viele Grüße
Christian

P.S. Klinke mich jetzt hier aus - denn ich habe weder Lust noch das Wissen an einer Diskussion von Vorgängen vor 100 Jahren teilzunehmen. Es gibt viele interessante Anhaltspunkte für eine Diskussion, aber dann sollten wir uns mal auf ein Bierchen treffen.
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zuletzt bearbeitet 23. Jan. 2014
78 Beiträge · seit 201023. Jan. 2014 · #7
Hallo Christian,

Versteh mich nicht falsch, wie gesagt ich hab auch Mühe mir vorzustellen wieso man sich über hundert Jahre später noch persönlich angegriffen fühlen kann von gewissen Aussagen zur Geschichte.

Mir ist bei Lumela's Link aufgefallen, dass sich der Autor stark an den Argumenten Claus Nordbruchs, einem bekennenden Nazi und Holocaustlügner, orientiert.

Daher wollte ich einfach interessierten Leuten, die sich noch nicht so viel sich mit dem Thema auseinander setzen konnten, die Möglichkeit geben sich ein bisschen breiter und auch aus verschiedenen politischen Spektren her ins Thema einzulesen um sich dann selbst eine Meinung zu bilden.

Wir können sehr gerne mal bei einem Bierchen unsere Argumente austauschen, das würde mich sehr interessieren

Bis dann werd auch ich mich versuchen wieder auszuklinken... 🙂

Herzlich,
Beginner
2'664 Beiträge · seit 201223. Jan. 2014 · #8
albrechtj123 schrieb:
In der Deutschen Vergangenheitsbewältigung werden die Zahlen der Opfer immer so
gedreht wie man es gerade braucht z.B. die Opfer bei den Hereros werden von Jahrzehnt
zu Jahrzehnt immer mehr und die von Dresden immer weniger.

Gruß Albrecht
Genau Albrecht, das merken jene Leute nicht, die so lautstark von "Morden" reden.
Morde sind grundsätzlich immer nur von deutscher Seite passiert, nein, niemals von den guten Anderen!
Ich möchte mal genau diese Leute sehen, wenn die Alliierten ihre Geheimarchive über WK2 öffnen. 😄
zuletzt bearbeitet 23. Jan. 2014
33,1k Beiträge · seit 200623. Jan. 2014 · #9
Hallo Beginner,

ok, das wusste ich nicht, habe den Artikel nur überflogen.
Das von mir angemerkte Buch hingegen stützt sich auf - nachweisbare - Informationen z.B. aus den englischen Kriegsarchiven, Briefen von Herero-Führern usw.

Viele Grüße
Christian
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2'612 Beiträge · seit 200723. Jan. 2014 · #10
Beginner schrieb:Hallo Christian,

Versteh mich nicht falsch, wie gesagt ich hab auch Mühe mir vorzustellen wieso man sich über hundert Jahre später noch persönlich angegriffen fühlen kann von gewissen Aussagen zur Geschichte.

Mir ist bei Lumela's Link aufgefallen, dass sich der Autor stark an den Argumenten Claus Nordbruchs, einem bekennenden Nazi und Holocaustlügner, orientiert.

Daher wollte ich einfach interessierten Leuten, die sich noch nicht so viel sich mit dem Thema auseinander setzen konnten, die Möglichkeit geben sich ein bisschen breiter und auch aus verschiedenen politischen Spektren her ins Thema einzulesen um sich dann selbst eine Meinung zu bilden.

Wir können sehr gerne mal bei einem Bierchen unsere Argumente austauschen, das würde mich sehr interessieren

Bis dann werd auch ich mich versuchen wieder auszuklinken... 🙂

Herzlich,
Beginner
Hallo Beginner,

Du nennst den richtigen Namen, sollen sich interessierte Fomis ein eigenes Bild über Nordbruch machen.

Zum ursprünglichen Artikel: es soll die Leserschaft ansprechen, nicht mehr und nicht weniger. Niemand aus dem Forum war dabei, die "Quellen" widersprüchlich.

Offenbar gibt es gewisse Reflexe: kaum ein Deutscher sieht sich in der geistigen Tradition der Nazis, ebensowenig möchten Südwester mit einem Genozid in Verbindung gebracht werden.

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
zuletzt bearbeitet 23. Jan. 2014
1'457 Beiträge · seit 200623. Jan. 2014 · #11
Einen Geschichtswissenschaftler, der all seine Abschlüsse ausschließlich an Fernuniversitäten gemacht hat und zumeißt in Blättern wie "Preußische Allgemeine Zeitung" und "Junge Freiheit" publiziert, bewerte ich zumindest als hinterfragenswert ...
236 Beiträge · seit 201023. Jan. 2014 · #12
Hallo Swakop1952,
wohnst du in Swakop ? Ich bin im 3 Wochen und im November dort, da könnten wir die Sache bei
einem Gläschen Wein diskutieren.

Gruß Albrecht
2'664 Beiträge · seit 201215. Feb. 2014 · #14
Ich würde mal gerne wissen, was Claus Nordbruch mit deutscher Kolonialgeschichte generell zu tun haben soll, speziell in Bezug auf das ehemalige Deutsch-Südwest.
Ich besitze zwar keines seiner Bücher, fand aber einen seiner Kurzbeiträge über den Hererokrieg, den ich vor einiger Zeit irgendwo gelesen habe, eher unideologisch und sehr nahe an der Realität.
Was hier aber nun im Forum passiert, scheint einer bundesdeutschen ideologischen Dreckwerferei sehr nahe zu kommen, zumal vermutlich nicht ein einziger der Beschimpfer auch nur ein einziges Buch von Nordbruch gelesen haben wird. Inklusive mir selbst. Der Thread scheint eher entartet zu sein in eine personifizierte Diffamierungskampagne die nichts zu tun hat mit dem Thema, aber mit dem Ziel, um alle mit anderer Meinung gezielt in die braune Nazi-Ecke stellen zu können. Mit gezielter Setzung von Links auf die Webseite eines Aktivisten und Bundestagsabgeordneten Ghassan Abid der Partei "Die Linke", die meines Wissens selbst unter Beobachtung des bundesdeutschen Verfassungsschutzes steht.
Chrigu, bitte sperre diesen Thread.
Danke.
H.
zuletzt bearbeitet 15. Feb. 2014
7'296 Beiträge · seit 200615. Feb. 2014 · #15
Swakop1952 schrieb:Was hier aber nun im Forum passiert, scheint einer bundesdeutschen ideologischen Dreckwerferei sehr nahe zu kommen
... dergleichen Formulierungen kommen häufig von dir, wenn es abweichende Meinungen von deiner gibt.
mit dem Ziel, um alle mit anderer Meinung gezielt in die braune Nazi-Ecke stellen zu können.
... wo steht das denn?

Schade, dass du schlecht geschlafen hast. Ich wünsche dir ein schönes und sonniges Wochenende!

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
392 Beiträge · seit 200816. Feb. 2014 · #17
Puh, das ist starker Tobak.

Danke für die Verlinkung.
Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst Du nur das Zauberwort. - Joseph von Eichendorff
1'250 Beiträge · seit 200909. Aug. 2014 · #18
Guten Abend zusammen,

hier ein Artikel zum Thema, heute aus dem SPIEGEL online:

http://www.spiegel.de/einestages/herero-aufstand-1904-schlacht-am-waterberg-in-deutsch-suedwestafrika-a-984565.html

Viele Grüße,
Elch
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem ich laut denken kann. R.W. Emerson Namibia 2013 - http://www.namibia-forum.ch/forum/17-news/278435-unterkunftsbeschreibungen-unserer-letzten-reise.html?start=12 Namibia 2015 - http://www.namibia-forum.ch/forum/8-camping/286282-unsere-campsites-im-maerz-2015.html
2'664 Beiträge · seit 201209. Aug. 2014 · #19
Dieses Geschmiere ist eine pathologische Entgleisung ersten Ranges. Einen weiteren Kommentar nicht wert. Paßt halt zum Spiegel.


Nachtrag: Welch Geistes Kind die Spiegel-Redaktion ist, sieht man daran, daß sämtliche kritischen Kommentare von Lesern zensiert und nicht veröffentlicht werden. Mein Kommentar gehört dazu. Das ist Typisch für dieses Pinocchio-Magazin, daß mal ursprünglich mit Besatzerunterstützung in 1947 zur Umerziehung der bad Germans gegründet worden ist für die ewige "Wahrheit".
zuletzt bearbeitet 09. Aug. 2014
983 Beiträge · seit 201109. Aug. 2014 · #20
Habe mich zu historischen Themen hier noch nie geäußert. Will dass nun das erste und letzte Mal tun:

Was vor 110 Jahren war, steht in den Geschichtsbüchern und ob es so oder so war, beurteilen professionell arbeitende Historiker kritisch anhand der Quellenlage.

Die masochistische Selbstbespiegelung bzgl. "unserer Schuld" geht mir am Arsch vorbei. Ich bin nicht schuldig und ich kenne auch keinen der schuldig ist (sofern einige "schuldig" waren, sind die alle schon sehr sehr lange tot). Lasst die Toten ruhen! Und lasst euch nicht von Geld gierigen Hereros oder Macht strategisch denkenden Politikern der "Linken" instrumentalisieren ... Politik ist Politik - Geschichte ist Geschichte - Urlaub ist Urlaub!

Schluss mit den ewig Gestrigen 😉

Jetzt ist das Leben und jetzt ist ein schöner Tag.

Und morgen kann ein schöner Tag sein .... 🙂

"Motivationsmodus aus"
Beste Grüße rhh64
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