Reisebericht

Papa mal wieder in Kenia

von Papa Kenia · begonnen 18. Jan. 2014 · 17 Teile

Teil 118. Jan. 2014
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Selbstverständlich gibt es in diesem Bericht auch Tierfotos. Aber es gibt auch eine Vielzahl Aufnahmen von den Lodges und Camps, in denen ich übernachtet habe. Außerdem habe ich mich in den ersten vier Tagen zwangsläufig auf Landschaftsfotos konzentriert. Tierbilder gibt es in den momentan umfangreichen Reiseberichten sowieso in Hülle und Fülle.

Vielleicht wird Kenia für den ein oder anderen mal ein Thema. Und vielleicht können dann die Fotos und Infos über die Camps ein wenig Entscheidungshilfe leisten. Manchmal sagen Bilder mehr als tausend Worte. Ich würde mich freuen, wenn ich durch die Bilder die Schönheit der kenianischen Parks, insbesondere des Tsavo und vor allem der Masai Mara rüberbringen kann.


Stand Dezember 2013

Ich war spät dran mit meiner diesjährigen Urlaubsplanung und eigentlich sollte dieser Urlaub ganz anders werden als all die Jahre zuvor. Aber es kam natürlich alles ganz anders.

Nach vier Jahren Kenia in Folge mit Beach und Safari; mit Faulenzen an Strand und Pool, unterbrochen von einer Safari, wo es dann an Tierbegegnungen nicht mangelte, hatte ich dieses Mal das Bedürfnis nach einer Gruppenreise. (Ja, lacht ruhig!)

Die Tiersichtungen und Erlebnisse meiner letzten Masai Mara Tour sind sowieso nur ganz, ganz schwer zu toppen.

Dieses Jahr wollte ich kein vor und nach der Safari ‚im Liegestuhl verfaulen’ sondern drei Wochen lang Sightseeing und Input! Landschaft genießen und fotografieren.

Nur hinterherlaufen. Jemanden haben, der einen abends an die Hand nimmt und sagt ‚da hinten ist dein Bett’. ’Und da frühstücken wir morgen früh und anschließend treffen wir uns um x Uhr am Auto und fahren dann weiter’.

Und das ganze in kleiner Gruppe als Rundereise – ja, dass könnte es für dieses Jahr sein.

Das waren so meine ersten Gedankengänge für die Grobplanung 2013.

Dann fand ich in Internet eine tolle Kleingruppenreise von knapp drei Wochen durch Namibia, Botswana und Südafrika. Die Tour war toll. Der Preis nicht. Schließlich kommt auf den normalen Preis immer ein „Papa Kenia“-Aufschlag. Sprich Einzelzimmerzuschlag. Obwohl der zugegebenermaßen moderat war.

Trotzdem habe ich habe ein paar Wochen gebraucht um mir den Preis ‚schön’ zu rechnen. Dann war der Preis schön.

Und dann wollte ich buchen. Und dann war die Tour ausgebucht. Toll! Wer zu spät kommt,…..! Ich hasse diesen blöden Vogel mit diesem komischen Wurm!!!!
Enttäuschung Nr. 1.

Aber vielleicht ist das eine Option für 2014.

Also gefrustet ab ins Reisebüro. Einige Kilo Prospekte nach Hause geholt. Die Abende und Wochenenden waren gerettet. Dann wurde ich fündig. Wieder Kenia. Wieder Strand und Safari. Genau das, was ich eigentlich nicht wollte.

Safari nach Ol Pejeta, Shaba, Lake Nakuru und Masai Mara. Namen, die auf der Zunge zergehen. Und drei Reservate/Parks, in denen ich noch nicht war. Und Unterkünfte vom Feinsten!

Mindestteilnehmerzahl: 4 Personen. Irgendwo musste ja ein Haken sein.

Nach Kontaktaufnahme meines Reisebüros mit dem deutschen Veranstalter, der wiederum angeblich mit Kenia Kontakt aufgenommen hat, hieß es dann: Die Safari findet voraussichtlich nicht statt, da bis dato keine Anmeldung erfolgte und die Teilnehmerzahl voraussichtlich nicht erreicht wird.
Toll! War ja klar, dass die nicht erreicht wird, schließlich wäre ich da ja allzu gern mitgefahren.
Enttäuschung Nr. 2.

Man gibt aber nicht so schnell auf. Wofür kennt man denn Jonathan? Ich nahm per eMail Kontakt mit Jonathan auf.

Besagter Jonathan (den ich übrigens noch nie anders als in einem kanarienvogelgelben T-Shirt gesehen habe) arbeitet am Strand und bietet dort Safaris an. Wenn die Touris nicht zu ihm kommen, kommt er eben zu den Touristen. Jonathan arbeitet für das Safariunternehmen WT & Safaris Ltd. Ich habe hier bereits vier Safaris gebucht (3x Road- und 1x Flugsafari) und war immer bestens zufrieden.


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Und nun habe ich Jonathan ganz konkret meine Pläne für meine fünfte Route vorgelegt. Er sollte bitte mal schauen, ob diese Tour: Ol Pejeta, Shaba, Lake Nakuru und Masai Mara bei ihm machbar wäre.

Aber auch von ihm kam die Antwort: ‚Nicht unter vier Personen machbar’. - Und als Privat-Safari für mich nicht mehr bezahlbar.

Dann änderte ich meine Pläne. Es folgte ein reger eMailverkehr – und nach wenigen Tagen stand die diesjährige Tour. Zu einem Preis, der für beide Seiten akzeptabel war. Leben und leben lassen.

In wechselseitigem Hin und Her, Für und Wider, hatten Jonathan und ich folgende Tour zusammengestellt:

1 Nacht Tsavo-Ost (Ndololo Camp)
1 Nacht Taita Hills (Sarova Saltlick Lodge)
1 Nacht Tsavo-West (Rhino Valley Lodge)
1 Nacht Amboseli (Ol Tukai Lodge)

dann vom Amboseli aus Flug in die Masai Mara und 4 Tage ins Governors’ Camp mit anschließendem Rückflug nach Ukunda (Diani Beach).

Dass die ersten vier Tage Stress würden und dass auf Safaris manchmal ‚weniger mehr ist’, das war mir klar. Aber ich wollte diese Tour so haben: ‚Nur die Harten kommen in den Garten!’

Und so stand ich nun mit gepackter Reisetasche am Essener Hauptbahnhof. Fährt er oder fährt er nicht? Das Dilemma um die sich teilweise unter den Gleisbetten gebildeten Hohlräume ging tagelang durch die Medien. Wegen Stollenabsenkgefahr fuhren hier nur noch Nahverkehrszüge im Schritttempo; Fernzüge wurden umgeleitet. Also stand ich nun an Gleis 1 und wartete. Fährt er oder fährt er nicht?

Er fuhr. Der ICE nach Frankfurt zum Flughafenbahnhof. Und zwar pünktlicher denn je.

Der Flug ging pünktlich um 20.30 Uhr raus und so kam ich dann am nächsten Morgen um ca. sieben Uhr völlig übermüdet in Mombasa an.

Am nächsten Tag wurde ich von einem Mitarbeiter von WT & Safari morgens um zehn Uhr am Hotel abgeholt. Ich hatte ja noch die Restzahlung zu leisten. Ein freundliches Hallo von Peter, den ich aus den Jahren zuvor kannte, ein kurzer Smalltalk und dann ging es ans Bezahlen.

Und dann folgten 4 Tage Vorfreude auf die Safari.
Teil 218. Jan. 2014
Tag 1


Pünktlich um 6 Uhr wurde ich am Hotel abgeholt. Der Fahrer stellt sich namentlich vor. Ein für mich unaussprechlicher Name. Er meinte aber, ich solle ihn einfach ‚Juma’ nennen. Ich saß alleine im Fahrzeug. Es war eine Private-Safari. Trotz der 239.000 km auf dem Tacho machte der Wagen einen ganz ordentlichen Eindruck. Da hatte ich schon Schlimmeres gesehen. Juma war ein ganz ruhiger Vertreter. Und ebenso verhalten war sein Fahrstil. Wir nahmen in Mombasa die Fähre und fuhren anschließend bei KWS (Kenya Wildlife Service) vorbei um die Eintrittsgelder für die Parks zu zahlen.

Unterwegs kamen wir auf schnurgerader Strecke an einem Unfall vorbei. Ein LKW hatte einen Bus von der Straße geschoben. Es hatte sich ein Stau gebildet und so konnte ich die Menschenmenge in etwa abschätzen, die am Unfallort stand. Es müssen ca. 100 Personen gewesen sein. Die waren doch wohl nicht alle in dem Bus? Weit und breit war kein Haus zu sehen.

Nach Jumas Angaben beträgt die Entfernung vom Diani Beach bis zum Tsavo Ost rund 130 km. Kurz vor halb zehn erreichten wir einen Curio Shop für den obligatorischen Stopp. Danach ging es zirka 15 Minuten weiter zum Buchuma Gate vom Tsavo Ost.



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Hier wurde endlich das Dach hochgehievt. Wie hatte ich diesen Augenblick herbeigesehnt. Endlich wieder mit der Kamera im Anschlag auf Tierfang gehen!
Teil 318. Jan. 2014
Ich war jetzt zum fünften Mal im Tsavo. Aber so grün hatte ich ihn noch nie gesehen. Und so schlammig und matschig auch noch nicht. Kein Wunder, denn angeblich regnete es seit Anfang November täglich. Durch den hohen Bewuchs wurden Tiersichtungen aber erschwert. Des Tieres Freud ist des Fotografen Leid!


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Teil 418. Jan. 2014
Anschließend gab es für mich um 14 Uhr Mittagessen. Außer mir waren noch zwei deutsche Paare sowie eine Gruppe Engländer im ‚Speisesaal’. Während des Essens ging der Campmanager durch die Reihen und fragte, wer nach dem Essen an einem kurzen Walk mit einem Massai interessiert sei. Ich war interessiert. Von den anderen kam keine Reaktion. Und so stiefelte ich nach dem Essen mit dem Massai durch das Camp. Er erklärte mir einiges zum Camp und zur Gegend. Dann fragte er mich ob ich Elefanten sehen wollte. Blöde Frage. Wir schlugen einen kleinen Bogen und in ca. 40 Metern Entfernung marschierten einige „rote“ Elefanten am Camp vorbei. Das war ein gelungener Einstieg.


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Teil 518. Jan. 2014
Um 16 Uhr sollte es zum Gamedrive rausgehen. Sollte. Aber es regnete mittlerweile. Und wie! Frust machte sich bei mir breit. Regnet es denn immer wenn ich auf Safari bin? Sollte ich als ‚Regenmacher’ einen Job annehmen? Gefrustet sagte ich Juma also, dass wir den Drive streichen. Er solle Feierabend machen. Ich besorgte mir ein Tusker und verzog mich in mein Zelt. Nach einer Stunde schien die Sonne wieder und ich machte es mir auf der kleinen Terrasse gemütlich und genoss einfach nur den Ausblick auf das Wasserloch. Wo dann ein paar Impala vorbeigingen und in der Ferne eine Elefantenherde vorbeizog.


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Nach dem Abendessen lud der Campmanager zum Tagesausklang zum Beisammensein am Lagerfeuer ein. Die Engländer hatten sich abgeseilt und so saßen der Manager, mein Massai von heute Mittag und wir fünf Deutschen um das Lagerfeuer. Und der Manager erzählte über den Tsavo. Er gab uns Informationen von der Entstehung des Camps. Über die Bedeutung der Wortherkunft für Ndololo (place of water - wegen eines hohen Grundwasserspiegels). Er erzählte von den Massai und deren Kultur.

Es herrschte eine unglaubliche Atmosphäre und es war eine wahre Wonne dem Manager zuzuhören. Das war Lagerfeuerromantik und Unterhaltung vom Allerfeinsten und für mich der gemütlichste und informativste Abend, den ich jemals mitgemacht hatte.

Um 22.30 Uhr ging ich dann zu Bett.


Fazit:
Park: Der Kontrast zwischen Himmel, Bewuchs und roter Erde macht die Faszination vom Tsavo aus. Das Landschaftsbild ist ein Traum.

Unterkunft: Ndololo Camp
Nicht eingezäuntes Camp. Urig. Rustikal. Relativ kleine Zelte. Die Zelte stehen ziemlich eng beisammen. Urgemütlich. Zweckmäßig. Sauber. Toilette und Dusche. Tisch, Spiegel, Stromanschluss(Strom aber nur stundenweise), Ablagemöglichkeiten. Wasserloch in rund 10 bis 15 Meter Entfernung vom Zelt 1 bis 6 entfernt. Abends Lagerfeuer. Gutes Essen. Freundliche Mitarbeiter.

Hier wäre ich gerne noch eine zweite Nacht geblieben. Für Planer: Deshalb unbedingt eine zweite Nacht dranhängen!
Teil 619. Jan. 2014
Tag 2

Um 6 Uhr gab es Frühstück. Eine halbe Stunde später starteten wir zum morgendlichen Gamedrive um gegen 9.30 Uhr durch das Voi-Gate den Tsavo Ost zu verlassen. Wir mussten in Voi noch tanken und machten uns dann Richtung Taita Hills auf den Weg. Nach gut 50 km kamen wir kurz vor elf Uhr im Park an und erkundeten die Gegend.


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Teil 719. Jan. 2014
Der Park an sich ist nicht so spektakulär und eine Mischung von Tsavo, Amboseli und Masai Mara. Landschaftlich also von allem etwas. Gegen 12 Uhr kamen wir zum Mittagessen in der Sarova Hill Lodge an. Der Baustil erinnerte mich an ein Sanatorium. Diese Lodge könnte aber auch am Diani Beach stehen. Am Swimmingpool herrschte Jubel, Trubel, Heiterkeit. Inder und Italiener bekämpften sich hier im Wettstreit nach Noten. Grausam!
Ansonsten ist die Lodge viel zu luxuriös und passt eigentlich gar nicht in so einen Park. Aber dementsprechend war das Mittagessen genial gut.


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Teil 819. Jan. 2014
Nach dem Mittagessen fuhren Juma und ich zum Schwesternhotel. Zur Sarova Salt Lick Lodge, die ungefähr 30 Minuten von der Hill Lodge entfernt liegt.

Es folgt nun ein Bildermarathon. Wer nichts sehen will – einfach weggucken!


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Teil 919. Jan. 2014
Auch hier in der Sarova Salt Lick Lodge: Herzliche Begrüßung, tolle Unterkunft und wirklich sehr gutes Essen. Der eigenartige Baustil hat was!


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Teil 1019. Jan. 2014
Der Nachmittagsdrive stand von halb vier bis halb sieben auf dem Plan. Tiersichtungen hielten sich in Grenzen. Und zu später Stunde fing es wieder an zu regnen.

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Fazit:
Park. Ein relativ kleiner und überschaubarer Park der aber nur wenig Löwen bietet. Vom Landschaftsbild her ein Gemisch aus Tsavo, Amboseli und Masai Mara.

Unterkunft: Sarova Salt Lick Lodge.
Eigenartiger und einzigartiger Baustil. Relativ kleine Zimmer. Teilweise runde Wände. Die Zimmergröße ist jedoch völlig ausreichend und zweckmäßig. Bad, Dusche, WC. Schrank, Tisch, zwei Stühle. Stromanschluss. Zirka 100 Zimmer. Trotz der Größe angenehme Atmosphäre im Speisesaal. Essen In Buffetform. Sehr reichhaltig und gut. Zwei Wasserlöcher. Bei Trockenheit bestimmt ein Erlebnis, wenn die Tiere fast bis in die Lobby kommen!

Aufenthaltsdauer: Bei der Größe des Parks reicht meiner Meinung nach eine Nacht in dieser Unterkunft.
Teil 1120. Jan. 2014
Tag 3

Der dritte Tag begann mit dem Morgendrive um 6 Uhr in der Frühe. Bereits vorher gab es Plätzchen und Kaffee. Zum Frühstück waren wir gegen 7.30 Uhr zurück. Anschließend hieß es dann auschecken. Gegen halb neun fuhren wir Richtung Tsavo West. Bereits nach guten 40 Minuten standen wir am Maktau Southern Gate, dem Eingang zum Tsavo West.

Im Jahre 2010 war ich schon einmal in diesem Park und hatte ihn eigentlich als wenig spektakulär und wegen des hohen Bewuchses und der daraus resultierenden geringen Tiersichtungen in nicht allzu guter Erinnerung. Auch habe ich damals Mzima Springs besucht. Das kann man mal machen; aber ich brauchte es kein zweites Mal. Daher habe ich beim diesjährigen Besuch eine völlig andere Gegend als damals ausgewählt.

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Ziel unserer Fahrt war die Rhino Valley Lodge am Fuße der Ngulia Berge, in deren Nähe das Rhino Schutzgebiet lag. Dieses wollte ich in diesem Jahr besuchen, in der Hoffnung, mal wieder ein Rhino vor die Linse zu bekommen. Denn ansonsten sind im Tsavo Rhinozerosse Fehlanzeige.

Auf dem Weg zur Lodge keine Tiersichtungen. Außer einem Dikdik. Und dann ein Dikdik. Und noch ein Dikdik. Und schon wieder ein Dikdik. Ach guck mal, das süße Dikdik. Hat dieser Park denn nicht zu bieten als Dikdiks????

Doch! Eine Elandantilope und fünf Impala weiter meinte ich so zu Juma, dass wir meiner Meinung nach nicht mehr richtig gefahren seien. Juma fing auch an zu zweifeln. Dann erspähte er ein Camp von KWS Rangern. Kurz nach dem Weg gefragt und dann durften wir einige Kilometer wieder zurückfahren. Und da waren Sie wieder. Alle Dikdiks von vorhin!

Wir kamen an eine Weggabelung. Ich wollte schräg links. Also fast geradeaus. Juma nach rechts. Und da Juma der Fahrer war fuhr Juma nach rechts. Und zwar durch so unwegsames Gelände, dass ich bei der ganzen Schlaglochhüpferei nicht in der Lage war auch nur ein Foto zu machen. „Juma! Wir sind wieder falsch!“ – „Aber da vorne sind doch Spuren. Hier ist doch schon einer vor uns hergefahren.“ – „Juma! Das war ein Panzer! Kein Safaribus kommt hier durch!“ Im Geiste sah ich schon die Geier über uns kreisen.

Doch es gab kein zurück. Wenden war unmöglich. Und so holte Juma alles aus der Kiste heraus und bewältigte Hindernisse, die normalerweise nur mit Allrad zu bewältigen gewesen wären.

Nach einer knappen halben Stunde stießen wir dann wieder auf den normalen Weg. Um die Mittagszeit kamen wir an der Lodge an. Auch hier die obligatorische Begrüßung mit einem heißen Tuch und einem kalten Getränk.

Mein erster Gedanke beim ersten Eindruck: Da hast du keine schlechte Wahl getroffen!!!

Dann wurde mir Tent 1 zugeteilt. Krass! Krasses Zimmer! Krasser Balkon! Und erst recht krass die Aussicht!

Gegen die Holztür musste man zwar kräftig treten um sie zu öffnen. Aber bei der Luftfeuchtigkeit ist es kein Wunder wenn sich Holz verzieht. Umso mehr haben mich die braun eloxierten Aluschiebefenster überrascht. Dass diese auch als Lautstärkeregler dienten, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.


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Kurz noch ein paar Fotos gemacht und dann ging es zum Mittagessen zum Haupthaus. Auch dieses total rustikal und urgemütlich. Sehr freundliches Personal. Die Essenauswahl hingegen war nicht ganz so reichlich. Aber was da war, war sehr schmackhaft zubereitet.


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Danach gab es dann bis zum Kaffee um drei Uhr eine kurze Verschnaufpause für uns. Halb vier begann unsere Fahrt zum Rhino Sanctuary.

Es folgten ein paar Zebras, Giraffen und Wasserböcke und eine Landschaft zum Verlieben. Diese Kombination aus rot, grün, blau und weiß – einfach nur toll!!!

Und dann stolperten wir fast über einen Leoparden der einige Meter neben der Fahrbahn lag. Anschließend setzten wir die Fahrt nach der Suche nach einem Rhino fort. Aber es hat nicht sollen sein. Kein Rhino weit und breit!


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Wir machten uns auf den Rückweg und kamen kurz vor sechs Uhr im Camp an.

Nach dem Abendessen genehmigte ich mir noch ein Elefantenbier (es können auch zwei oder drei gewesen sein) und unterhielt mich so gut es ging mit den anderen Gästen.

Kurz vor Neun verzog ich mich dann auf mein Zimmer. Erst hier wurde mir bewusst, wie laut es bereits seit einiger Zeit war. Nur hatte ich es gar nicht so richtig registriert, da ich mich nach dem Essen mit anderen Safarigästen unterhalten hatte. Ich hörte ein Froschkonzert. Und zwar in einer Lautstärke wie ich es in meinem ganzen Leben noch nicht gehört hatte. Ich hatte die Frösche schon auf dem Weg zum Zelt gesehen. Kleine Frösche, so groß wie mein kleiner Finger = hohe Töne. Mittlere Frösche = mittlere Töne. Dicke fette Frösche = ganz dunkle Töne. Alle zusammen = ohrenbetäubender Lärm.

Und kurz bevor ich dann ins Bett stieg schob ich die Fenster wie Lautstärkeregler bis auf wenige Zentimeter zusammen, sodass das Konzert erträglich war und auch noch ein wenig Luft durch die Mückenschutzgitter kam.

Gegen drei Uhr wachte ich noch mal kurz auf. Die kleinen und mittleren Frösche waren immer noch am Quaken. Die dicken fetten konnte ich nicht mehr heraushören. Die lagen wahrscheinlich völlig entkräftet in irgendeiner Ecke.


Fazit:
Park. Diese Gegend vom Tsavo West gefiel mir wesentlich besser als die, die ich zwei oder drei Jahre zuvor gewählt hatte. Damals war in im Severin Safari Camp. Das Camp war toll. Die Gegend aber nicht so der Brüller. Da war das dieses Mal wesentlich besser. Obwohl der Park nach wie vor durch den sehr üppigen Bewuchs Tiersichtungen erschwert. Aber es gibt viele Dikdiks!

Unterkunft: Rhino Valley Lodge.
Urgemütliche Lodge am Ngulia Gebirge mit traumhaftem Ausblick. Gute, geschmackvolle und rustikale Einrichtung (ich kann nur von Zelt 1 sprechen). Bad mit Dusche und Toilette. Sauber. Alufenster. Fliegengitter. Stromanschluss. Holztür (total verzogen). Schmackhaftes Essen, aber nicht allzu reichhaltig. Freundliche Mitarbeiter. Rhino Sanctuary 30 Minuten vom Camp entfernt.

Aufenthaltsdauer: Eine Nacht fand ich für ausreichend. Eine zweite Nacht kann man aber ruhigen Gewissens dranhängen.
Teil 1221. Jan. 2014
Tag 4

Als ich morgens aufwachte herrschte Totenstille. Weit und breit war kein Frosch zu hören.

Um 6.15 Uhr gab es Frühstück. 6.45 Uhr ging es auf zum nächsten Park. Richtung Amboseli. Auf dem Weg zum Ausgang sahen wir noch Zebras, Impala, Elefanten und eine Horde Paviane.

Nach einer Stunde Fahrzeit kamen wir am Chyulu Gate an. Wie bereits 2010 warteten wir am Gate auf weitere Fahrzeuge um dann im Convoy aus dem Park herauszufahren. Auf dieser Strecke hat es früher schon mal vereinzelt Überfälle auf Touristen gegeben. Seitdem fährt man im Convoy und nimmt am Chyulu Gate auch einen KWS Ranger mit. Diesen hatte ich mir aber ein wenig anders vorgestellt.

Unser Begleitschutz sah so aus: Er trug braune Halbschuhe, eine graue Nadelstreifenhose, ein schwarzes Jackett, ein weißes Hemd, eine rote Krawatte und eine Kalaschnikow.

Dann fuhren wir mit vier Fahrzeugen gegen 8.15 Uhr aus dem Park. Wir sahen noch einige Tiere und kamen nach vier bis fünf Kilometern am Shetani Lavafeld vorbei.

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Um kurz vor Neun war unsere Fahrt dann vorerst zu Ende. Wo eigentlich eine Bachdurchfahrt sein sollte, floss jetzt ein kleiner Fluss. Zuerst dachte ich, die Brücke sei weggespült worden.

Aber dem war nicht so. Durch den Regen der letzten Tage hatten sich in den Bergen derartige Wassermengen angesammelt, die nun hier runterrauschten und uns die Weiterfahrt unmöglich machten. Am Übergang standen einige Leute und starrten gebannt auf die Wassermengen. Juma und ich stellten uns daneben und starrten mit. Gut zwei Stunden später starrten wir immer noch.

Zuerst sprach mich eine alte Massai Frau an. Sie wollte unbedingt, dass ich ihr etwas abkaufe. Nachdem wir lange diskutiert hatten (es war eine recht lustige Diskussion) schenkte ich ihr aber einen Kugelschreiber.

Dann zog mich eine jüngere Massai, die mit ihrer Tochter unterwegs war, an die Seite und verstrickte mich in ein Gespräch, welches ebenso harmonisch verlief.

Mittlerweile standen an unserem Ufer gut dreißig Leute und diskutierten und beobachteten den Wasserspiegel. Es rückten von hinten immer mehr Wagen und Leute nach. Dann kamen Massai mit einer Viehherde. Das ganze hatte fast schon Volksfestcharakter.

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Teil 1321. Jan. 2014
Zwischendurch hatte ich auch Kontakt zu einem deutschen Ehepaar, zu zwei Engländern und zu drei Holländern. Allesamt wollten in den Amboseli. Und alle Fahrer, genau wie Juma, weigerten sich zurückzufahren. Das sei ein Umweg von 100 Kilometern. Irgendwann müsse der Wasserspiegel ja mal sinken.

Und zu guter Letzt gesellte sich noch ein sehr schick gekleideter Einheimischer zu mir. Stellte sich vor und fragte nach meinem Namen und nach meiner Herkunft. Als er Deutschland hörte, fragte er: Was hältst Du von An-geee-la Merkel? Er sagte nicht ‚An-sche-la’. Sondern ‚An-geee-la’. Und das hier?!

Als ich ihn auf seine schicken Klamotten ansprach stellte er sich als Mitarbeiter der Regierung vor. Er versuchte mir zu erklären, was er sei. So ganz habe ich das nicht kapiert. Er muss so etwas Ähnliches wie ein Regierungspräsident (wenn es so etwas in Kenia gibt) sein.

Nach einer Viertelstunde verabschiedete er sich, schwang sich auf sein Motorrad und brauste davon.

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Gegen 11 Uhr versuchte der erste Wagen die Durchfahrt. Es klappte. Dann fuhr der zweite Wagen. Als das auch klappte, schubste Juma mich in den Wagen. Ich fragte ihn, ob er sicher sei, dass es funktioniert. Er verneinte. Es käme auf einen Versuch an. Der Kalaschnikowträger stieg auch bei uns ein und Juma quälte sich durch die Wassermassen. Kurz vor dem anderen Ufer rutschte der Wagen dann doch einige Zentimeter bedrohlich zur Seite weg. Da konnte man die ganze Kraft des Wassers noch erahnen. Aber Juma brachte den Wagen sicher ans andere Ufer und erhielt vom KWS Ranger und von mir ordentlichen Beifall.

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Dann fuhren wir zum Kimana Gate. Wer schon mal in Kenia war und meint, dass er Probleme mit den Beachboys hatte, weil diese zu aufdringlich waren, der soll sich mal 10 Minuten am Kimana Gate aufhalten. Wie die Furien kamen 12 bis 15 Weiber auf mich zugestürmt. „Papa kaufen! Papa Holzfigur! Papa Tuch! Papa Kette! Papa Speer! Papa, Papa, Papa!“ Das war schon widerlich. Aber wer mich kennt, der weiß woher der Ausdruck ‚sturer Westfale’ kommt. Hapana, nix gekauft.

Im Amboseli setzten wir unseren Begleitschutz auf halber Strecke irgendwo an einer KWS Station ab und erreichten gegen 13.30 Uhr die Ol Tukai Lodge.


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Ich genoss mein Mittagessen. Anschließend wurde mir Haus 37 zugeteilt. Mein Gott, welche Unterkunft! Bei den Unterkünften hatte ich dieses Jahr wirklich ein gutes Händchen!

Eigentlich war auch die Ol Tukai Lodge viel zu groß und zu vornehm. 80 Zimmer! Und was für welche. Total geschmackvoll eingerichtet. Ja gut, wenn man schon den Hauch von Luxus geboten bekommt dann nimmt man ihn auch.


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Zum nächsten Drive um 15.30 Uhr überbrachte mir Juma eine Nachricht, die mich explodieren ließ. Mein Flug vom Amboseli in die Masai Mara am morgigen Tag sei gecancelt. Er müsse mich nach Nairobi bringen. Ich kochte vor Wut und glaubte ihm kein Wort. Ich dachte wirklich an Verar….. von Jonathan und Peter. Dachte, sie hätten mich die Safari buchen lassen obwohl sie wussten, dass der Flieger nicht geht.

Ich versuchte die Module herunterzufahren. Juma konnte ja nichts dafür. Aber bei meiner Laune war der ganze Park sowieso nur schei….Keine Tiere, dafür Wolken. Kein Kilimanjaro. Alles Mist.

Ich verkürzte den Gamedrive um eine gute Stunde weil es mittlerweile wieder regnete. Ich hatte die Schnauze voll und verzog mich an die Bar. Diese Elefantenherde in den Flaschen, die taten richtig gut!

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Kurz vor dem Abendessen kam Juma zu mir und teilte mir mit, dass Peter gleich anrufen würde. Kurz darauf klingelte Jumas Handy. Er reichte es mir und ich hatte Peter am Ohr. Peter entschuldigte sich tausendmal und erklärte, dass ursprünglich noch 5 Leute mit mir morgen in die Masai Mara fliegen sollten. Diese 5 Personen hätten aber aus nicht bekannten Gründen die Safari nicht angetreten und niemand wusste, wo sie stecken. Und für mich allein, also nur für eine Person, würde die Maschine im Amboseli nicht zwischenlanden.

Das leuchtete mir ein. Geglaubt habe ich das trotzdem nicht so ganz. Es blieb ein kleiner, bitterer Beigeschmack. Trotzdem habe ich es Peter hoch angerechnet, dass er angerufen und mich informiert hat. Sein Verhalten hat eigentlich gezeigt, dass es sich hier um ein seriöses Unternehmen und nicht um einen Krauter handelt. Ein Wald- und Wiesensafariunternehmen hätte sich bestimmt nicht gemeldet.

Fazit:
Park: Der Amboseli ist das totale Gegenteil zum Tsavo. Fast flach wie ein Teller. Kilometerweite Fernsicht. Kaum Buschwerk. Tolle Sicht auf den Kilimanjaro (wenn er mal nicht in Wolken gehüllt ist).

Unterkunft: Eingezäuntes Camp. 80 Zimmer, 120 Angestellte. Also für meinen Geschmack zu groß. Ansonsten sehr stilvoll gebaut. Lobby, Bar, Speisesaal und Zimmer sehr geschmackvoll eingerichtet. Zimmer mit Bad, Dusche, WC, Sitzecke, Stromanschluss. Sauber. Freundliche Mitarbeiter und reichhaltiges und gutes Essen in Buffetform.

Aufenthaltsdauer: Eine Nacht hat voll gereicht. Leute, die den Amboseli lieben, können hier auch gern zwei oder drei Nächte verbleiben.
Teil 1422. Jan. 2014
Tag 5

Lebewohl Amboseli! So schnell siehst du mich nicht wieder. Ich war jetzt zum dritten Mal hier. Und vermutlich auf lange Sicht zum letzten Mal. Der Park ist einfach nicht nach meinem Geschmack.

Vielleicht hätte ich anders geredet, wenn der gestrige Tag anders verlaufen wäre. Ist er aber nicht. So hieß es für Juma und mich zu einer unchristlichen Zeit um vier Uhr aufstehen. 4.15 Uhr war Abfahrt.

Normalerweise macht das Tor zum Park erst um 6 Uhr auf. Juma hatte gestern noch telefoniert und erreicht, dass das Tor bereits um 5 Uhr für uns geöffnet wird. Nach einigem Suchen fanden wir diese Person auch, die uns genauso verschlafen wie wir es waren das Gate öffnete.

Jetzt ging es über die Hauptstraße nach Nairobi. Es regnete. Es regnet eigentlich immer in Afrika. Wieso eigentlich?

Kurz vor acht Uhr erreichten wir Nairobi. Halb Neun standen wir noch auf der gleichen Stelle. Na ja, fast. Big traffic. Der helle Wahnsinn. Es regnete übrigens nicht mehr. Die Sonne schien. Und irgendwie erreichten wir dann doch noch den Flughafen. Juma versuchte der Dame am Schalter von Mombasa Air Safari klarzumachen, dass ich ursprünglich vom Amboseli aus fliegen wollte/sollte. Und dass ich daher keinerlei Buchungsbestätigung oder ähnliches hätte. Peter hätte den Flug gestern telefonisch umgebucht. Die Frau kramte in ihren Unterlagen und zog tatsächlich ein Blatt Papier hervor auf dem ‚Amboseli’ stand. Darunter stand mein Name und die Namen von 5 weiteren Personen.

Im Nu verschwand bei mir auch der bittere Beigeschmack. Die Frau wies mich an, in die Wartehalle zu gehen. Ich verabschiedete mich von Juma; gab ihm ein ordentliches Trinkgeld und setzte mich zu anderen Wartenden in die Wartehalle.

Es ist immer wieder verwunderlich wie organisiert Afrika ist. Ich hatte keine Buchungsbestätigung. Ich hatte kein Flugticket. Ich hatte eigentlich gar nichts. Dafür hatte der Pilot einen Zettel mit 9 Namen. Ich wurde beim Vornamen aufgerufen und zur kleinen Maschine vor der Abflughalle gelotst.

Um 9.45 Uhr begann dann doch noch das Abenteuer Masai Mara für mich. Ich hatte schon daran gezweifelt. Aber jetzt saß ich in der kleinen Maschine. Von den 12 Sitzplätzen waren nur 9 belegt. Die Maschine hob ab und landete viertel vor elf auf dem Keekorok Airstrip. Dann ging es wieder in die Luft um 10 Minuten später auf dem Musiara Airstrip zu landen. Dieser Airstrip scheint ausschließlich für Gäste des Governors’ Camp zu sein.

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Ich brauche wohl nicht erwähnen, dass es inzwischen wieder regnete.

Aber was soll’s? Wenn es ein paar Tage vor Weihnachten im Libanon seit Jahrzehnten erstmalig mal wieder richtig heftig schneit; wenn in Deutschland zu Weihnachten aufgrund der Temperaturen wieder gegrillt werden kann, dann kann das Wetter in Afrika auch mal verrückt spielen. Die kleine Regenzeit hat sich da wohl um einige Wochen nach hinten verschoben. Auf nichts ist mehr Verlass.

Ein Fahrer des Camps holte mich am Flieger ab Der war trotz der gefühlten 25 Grad eingepackt wie ein Eskimo. Schneit es hier auch mal ab und zu? Auf dem Weg zum Camp sah ich die ersten Topiantilopen. Nach gut zehn Minuten kamen wir im Camp an. Die nächsten drei Nächte war das Governors’ Camp mein Zuhause.

Nach der freundlichen Begrüßung wurde mir Zelt 32 zugeteilt. Zum ersten Mal seit ich unterwegs war packte ich meine Tasche vollends aus. Bisher hatte ich nur immer nach Tastsinn die Sachen aus der Tasche gefischt, die ich gerade brauchte.

Das Zelt: Hallo! Zwei Doppelbetten und zwei Einzelbetten? Hatte ich noch Mitbewohner? Natürlich nicht. Dieses Zelt war ganz nach meinem Geschmack. Und die Lage sowieso.


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Die Anlage ist ganz schön weitläufig. Die Zelte 1 bis 28 stehen am Mara River, 29 bis 37 liegen an der offenen Savannenseite. Das Camp ist nicht eingezäunt. Und es ist das erste Camp, wo ich Wachleute mit Gewehren gesehen habe.

Es gibt ein im Winkel gebautes Hauptzelt, wo die Mahlzeiten eingenommen werden. Bei gutem Wetter wird das Mittagessen unter freiem Himmel serviert.

Dann ist da noch eine Bar mit diversen Sitzgelegenheiten sowie ein Freisitz nur wenige Meter vom Mara River entfernt. Von hier aus kann man hervorragend die Hippos beobachten.

Um 13 Uhr wurde im besagten Hauptzelt zu Mittag gegessen. Es waren einige Safarigäste da. Aber wie sich herausstellte waren es alles Engländer bzw. Schotten.

Was sich aber für mich für die nächsten zwei Tage als äußerst angenehm erwies. Zu den Gamedrives wurden gleichsprachige Nationalitäten in ein Fahrzeug gepackt. Da ich der einzige deutschsprachige war, hatte ich zwei Tage lang das Fahrzeug mit Fahrer für mich allein.

Nach dem äußerst leckeren und reichhaltigen Mittagessen konnte ich noch bis zum Drive um 15.30 Uhr chillen.

Der Himmel riss so langsam auf und es hörte auf zu regnen.


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Dann traf ich meinen Fahrer. Ich solle ihn beim Nachnamen nennen. Sein Vorname sei unaussprechlich. ‚Ntuala’ ist aber auch nicht gerade zungenfreundlich.

Wir waren noch keine 10 Minuten unterwegs, da hielten wir neben einem Prachtburschen von Löwen. Es folgten im Laufe des Nachmittags Elefanten, Büffel, Zebras, zwei Löwinnen. Wir kamen an einen Tümpel mit Hippos vorbei. Kurz vor 18 Uhr, wir waren schon auf dem Rückweg, stießen wir noch mal auf fünf Löwinnen.

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Für heute war ich platt und froh endlich zu duschen. Kopf freikriegen, Abendessen, Bier trinken, mit Schotten unterhalten und dann früh ins Bett. Nachts wurde ich ein paar Mal vom Schmatzen der Hippos geweckt. Die mussten direkt vor meinem Zelt gegrast haben. Aber ich war zu müde um noch mal aufzustehen.
Teil 1523. Jan. 2014
Tag 6

Bereits gestern Abend wurde ich nach den Wünschen für den heutigen Tag gefragt. Das Governors’ bietet drei Pirschfahrten pro Tag an. Von 6.30 bis 8 Uhr. Und von 9.30 bis 11 Uhr. Die dritte ist dann nachmittags von 15.30 bis 18 Uhr.

Wer will, kann aber auch das Frühstück als Picknick mitnehmen und unterwegs in freier Natur genießen. Dann werden die morgendlichen Fahrten zusammengelegt und man hat die Möglichkeit von 6.30 Uhr bis 11 Uhr oder 11..30 Uhr auf Tour zu gehen.

Diese Option habe ich natürlich gewählt.

Um sechs Uhr kratzte es an meiner Zeltwand. „Good morning! It’s 6 o’clock. Wake up! Here is your coffee!“

Der Zimmerboy kam bis an mein Bett und brachte frischen Kaffee und Plätzchen.
Schnell unter die Dusche. Kaffee und Plätzchen genießen und dann zum Parkplatz vorm Eingang zum Governors’. Auf dem Weg dorthin kam mir der Campmanager Dave entgegen, der sich gestern Abend schon vorgestellt hatte und der mich jetzt freundlich grüßte. Er deutete auf die frischen Spuren im Gras. ‚Wir hatten heute Nacht Hippobesuch’.

Normalerweise schlafen Menschen morgens gerne mal aus. Aber wenn es auf Pirschfahrt geht, sind eigenartigerweise alle überpünktlich.

Jeder Gast hat für die Dauer seines Aufenthaltes einen bestimmten Fahrer. Trinkgeldtechnisch ist das sehr gut gedacht.

Ntuala und ich begrüßten uns und ich nahm im Fahrzeug mit meinem Fotogeraffel in der hintersten Reihe Platz. Und dann ging es los. Zum Fotografieren war es noch zu dunkel. Gegen hab acht kam die Sonne richtig durch die Wolken und erzeugte ein irres Fotolicht. Die Landschaft sah wie ein Gemälde aus.

Wir trafen auf Giraffen, Schakale, zwei Löwen, Topiantilopen und Familie Strauß.

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Auf unserer Tour kamen wir am Mara River vorbei, wo wir gegen 9 Uhr unser Frühstück einnahmen. Auf der anderen Seite des Flusses stauten sich Zebras. Ntuala meinte, dass es ein paar Hundert sein müssten. Und es rückten immer mehr nach. Aber kein Tier begann mit dem Überqueren des Flusses. Nach gut einer Stunde setzten wir dann aber die Fahrt fort.


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Die nächsten Fotomotive waren dann ein Rudel Löwinnen, ein Warzenschwein und eine Hyäne. Gegen 11.30 kamen wir wieder im Camp an. Bis zum Mittagessen um 13 Uhr hatte ich noch Gelegenheit zum Fotografieren.


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Heute war unter freien Himmel für das Mittagessen gedeckt. So wie jeder Gast seinen Fahrer hatte, so hatte er auch bei Tisch zwei Bedienstete für die Dauer des Aufenthaltes. Meine beiden hießen Tony und Moses. Moses war der Sympathischere; er war nämlich für den Alkohol zuständig.

Tony brachte nur die Suppe und den Nachtisch sowie Kaffee. Salat und warme Speisen gab es in Form von Selbstbedienung am Buffet

Bis zur nächsten Pirschfahrt konnte ich noch mal bei einem Tusker von der kleinen Terrasse meines Zeltes aus diesen traumhaften Blick in die Weite genießen.

Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass ich heute das Wort ‚Regen“ noch nicht erwähnt habe. Warum auch? Es regnete nämlich nicht mehr. Heute nicht. Morgen nicht. Und übermorgen auch nicht! Ja wie geil ist das denn????


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Am Nachmittag sahen wir dann Topis und Impala, Giraffen sowie Löwinnen mit Nachwuchs. Wir fuhren durch ziemlich unwegsames Gelände


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Das Highlight des Nachmittags waren aber zwei Geparde. Auf dem Rückweg begegneten uns noch Schakale, Hyänen und Löwen.


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Zum Abendessen war wieder für mich allein gedeckt. Aber alle Engländer und auch die schottischen Gäste luden mich an ihre Tische ein. Jeder wollte den Deutschen gern an seinem Tisch haben. Was ich aber dankend ablehnte. Denn so toll ist mein Englisch auf wieder nicht. Mir reicht’s wenn ich tagsüber mit euch klarkomme!

Heute war Grillabend. Das Fleisch konnte man sich aussuchen und von den Köchen bruzzeln lassen. Alles weitere konnte man sich vom Buffet nehmen. Dieses Essen war einfach genial.

Was aber noch genialer war: In rund zehn bis fünfzehn Metern Entfernung liefen Hippo-Mama und Hippo-Baby durch das Camp. Die Wachleute leuchteten ständig die Gegend ab. Schwenkten dabei aber unaufhörlich die Taschenlampen, so dass der Lichtstrahl ständig wanderte und die Hippos nicht vollends geblendet wurden.

Dieses Szenario war einfach unglaublich.

Die Tiere verhielten sich friedlich. Und die Menschen auch. Alle Gäste waren diszipliniert ruhig. Niemand gackert, quietschte, lachte. Und niemand benutzte den Blitz seiner Kamera. Geht doch!!

Gegen 21 Uhr nahm ich auf meiner Veranda Platz, starrte in den wolkenlosen Nachthimmel, zählte Sterne und genoss einfach nur die himmlische Ruhe. Wir hatten Vollmond. Kurz vor 22 Uhr krabbelte ich dann müde ins Bett um kurz vor Mitternacht durch ein Geräusch, das ich zunächst nicht zuordnen konnte, geweckt zu werden. Da wir wie bereits erwähnt Vollmond hatten, konnte ich keine zehn Meter von meinem Zelt entfernt einen Elefanten erblicken, der sich die Äste und Blätter vom Baum neben meinem Zelt runterpflückte.

Selig schlief ich anschließend wieder ein.
Teil 1624. Jan. 2014
Tag 7

Der Tag begann wie der vorherige. Punkt sechs Uhr klopfte es wieder an meine Zeltwand. „Good Morning, Sir. Here is your coffee.“

Duschen, Plätzchen essen, Kaffee trinken, Fototasche schnappen und dann wieder zum Parkplatz.

Vorm Zelt konnte ich sehen, dass der Elefant ganze Arbeit geleistet hat. Hier lagen jede Menge Äste und Blätter auf dem Boden. Und ein Riesenhaufen Elefantendung.

Der Tagesablauf sah vor dass wir wieder unterwegs frühstückten.

Als erstes sahen wir heute Morgen 12 Löwinnen, die sich voll auf ihr Fressen konzentrierten. Sie starrten fasziniert auf zwei Warzenschweine. Aber keine der Löwinnen erhob sich. Faule Bande!

Dann stießen wir auf ein Rudel Hyänen. 17 an der Zahl. Der Nachwuchs badete in einem Tümpel.

Gegen Neun Uhr gab es wieder unter freiem Himmel auf einer Anhöhe ein Picknickfrühstück.

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Anschließend stießen wir wieder auf einen Gepard. Vermutlich einer der beiden von gestern. Er hatte ein Impala gesichtet und wendete seinen Blick nicht ab. Zwischen Impala und Gepard lag aber ein Hindernis in Form eines Wasserlaufes. Der Gepard schritt ein ziemliches Stück in beide Richtungen ab um so die schmalste Stelle zu finden. Dann setzte er an und übersprang die Wasserfurt. Durch den Strauchbewuchs bekamen wir dann leider nicht mehr mit, was sich danach auf der anderen Seite abspielte.

Auf dem Rückweg kamen wir noch mal an einem kleinen Hippopool vorbei. Die Hippos waren an Land und gerade auf dem Weg ins Wasser.


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Gut eine Stunde vor dem Mittagessen waren wir wieder im Camp.

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Für das Mittagessen war wieder unter freiem Himmel gedeckt. Heute hörte ich zum ersten Mal seit zwei Tagen wieder deutsche Stimmen. Ich stellte mich als Landsmann vor. Und wir redeten über Gott und die Welt, über Safari und Tiere. Und zur Nachmittagspirschfahrt teilten wir drei uns dann ein Auto. Aber auch bei drei Personen ist im Fahrzeug ausreichend Platz vorhanden.

Wir sahen die üblichen Verdächtigen und hielten heute verständlicherweise bei jedem Tier an. Schließlich hatten die zwei Mitfahrer noch einigen Nachholbedarf. Es gab dann also Giraffen, Zebras, Paviane, Elefanten, Büffel und einen Kronenkranich zu sehen. Kurz vor dem Camp stießen wir auf dem Rückweg noch mal auf Löwen.

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Wie jeden Abend so ging auch heute der äußerst sympathische Camp-Manager Dave an jeden Tisch um alle Gäste persönlich zu begrüßen und nach deren Tageserlebnissen zu fragen.

Heute war für uns drei Deutsche gemeinsam ein Tisch gedeckt. Die beiden waren angenehme Gesprächspartner. Ab 20 Uhr gab es dann Abendessen. Gegen 20.30 Uhr kamen dann Hippo-Mama und Hippo-Baby wieder aus dem Wasser um wenige Meter von uns entfernt Richtung Savanne zu laufen. Von da kam dann Gegenverkehr in Form eines Elefanten, der zum Fluss runter ging um zu saufen.

Wer das nicht mit eigenen Augen gesehen hat, der glaubt es nicht. Es ist unglaublich! Unfassbar!
Teil 1726. Jan. 2014
Tag 8 und damit letzter Tag

Die letzten Stunden laufen. Heute ließ ich mich eine Viertelstunde eher wecken.
Gestern Abend hatte ich nach dem Ablauf und Auschecken am heutigen Tage gefragt. Auch wusste ich ja gar nicht, wann ich zurückflog. Und ob ich überhaupt zurückflog. Ich hatte ja kein Ticket. Ich hatte ja gar nichts. Vielleicht vergisst man mich hier auch!

Also aufstehen. duschen, frühstücken, Tasche packen. Die Reisetasche sollte ich im Zelt stehen lassen. Und dann wieder Richtung Parkplatz am Eingang.

Es war heute Morgen sehr diesig und dunstig. Wir sahen Elefanten. Ein Hippo, das vor den ersten Sonnenstrahlen in seinen Tümpel flüchtete.

Wir sahen einen Sekretär. Eine Löwin mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck. Anscheinend genoss sie die ersten Sonnenstrahlen.

Warzenschweine, Impala und 6 halbwüchsige Löwinnen die herumbalgten, kreuzten unseren Weg.

Da auch die beiden Neulinge mit der Picknickvariante einverstanden waren, fuhren wir heute zum Frühstück noch mal zum Mara River runter.

Wir konnten Krokodile und Hippos sehen. Zebras am anderen Ufer warteten bereits auf uns. Aber es waren bei weitem nicht so viele wie am Vortag und wiederum gab es kein Crossing.

Dann folgte auf dem Rückweg eine letzte Begegnung mit einer Giraffe.

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Kurz vor 12 Uhr waren wir wieder im Camp angekommen. Ich wollte schnell noch mal in mein Zelt und mich frisch machen. Ich dachte mir auch nichts dabei dass der Reißverschluss vom Zelt hochgezogen war. Trat also ein. Und da lag dann aber eine Inderin in meinem Bett. Ich entschuldigte mich. Erklärte ihr die Situation. Und machte mich dann vom Acker.

Meine Tasche fand ich dann an der Rezeption wieder.

Dann genoss ich im Beisein der beiden Deutschen noch ein letztes Mittagessen und ein letztes Tusker. Plötzlich wurde ich von Moses aus meinen Gedanken gerissen: „Ihr Pilot wartet!“ - Hört sich total toll an!

Es folgte eine kurze Verabschiedung von allen. Schnell noch Trinkgelder verteilen. Anschließend fuhr uns Ntuala zum Airstrip. Der Pilot erklärte mir, dass die Flugroute sich ein bisschen geändert hätte. Es gäbe eine Zwischenlandung am Keekorok Aistrip; dann eine Zwischenlandung in Malindi wo die Maschine getankt werden sollte. Anschließend sollte es dann nach Ukunda weitergehen. So wurden aus den ursprünglich geplanten zwei Stunden Rückflug drei Stunden.

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Fazit:
Park: Die Masai Mara hat 1000 Gesichter. 1000 wundervolle Gesichter. Alle paar Kilometer ändert sich das Landschaftsbild. Flache Steppe, hügelige Landschaften, Flüsse und Hippopools - all das macht die Masai Mara zu einem Traumerlebnis. Aber Vorsicht! Die Masai Mara kann süchtig machen!

Unterkunft: Governors’ Camp
Das Camp ist meines Wissens das älteste Camp in der Masai Mara. Die Lage ist traumhaft. Es ist nicht eingezäunt. Daher muss mit Tierbesuch im Camp gerechnet werden. Es gibt Zelte zur Savanne hin. Die Mehrzahl liegt jedoch am Mara River entlang. Die Zelte sind groß, sauber und zweckmäßig eingerichtet. In meinem Zelt hatte ich vier Betten, Nachttisch, Lampe, Hocker, Sekretär mit Stuhl, Garderobe und Stromanschluss (Strom aber nur stundenweise verfügbar). Im hinteren Teil ist, durch eine Zeltwand abgetrennt, das Bad mit Dusche, WC, Waschtisch und Ablagemöglichkeiten. Freundliche Mitarbeiter. Abwechslungsreiches und schmackhaftes Essen.

Aufenthaltdauer: Mindestens drei Nächte bis maximal so lange die Kohle reicht!!


Das war es für dieses Mal.

LG
Papa Kenia


Reisebericht: 2012 – Ich bin dann mal in der Masai Mara
Reisebericht: 2011 – Kurzer Reisebericht Masai Mara
Reisebericht: 2010 – Noch mal Kenia

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