Um neun Uhr morgens treffen wir uns nach einem sehr guten Frühstück zu einer Farmrundfahrt. Der Landrover hat auch schon bessere Zeiten gesehen. 🤪 Er hat schon mindestens 30 Jahre auf dem Buckel. Zwar sieht er aus, als würde er gleich auseinander fallen, bringt uns aber ohne Probleme überall hin.
Das Land ist unglaublich trocken. Seit zwei Jahren hat es nicht mehr geregnet. Frederick hat die meisten seiner Tiere verkauft, da die Kosten sonst zu hoch sind.Vielen Farmern geht es so.
Die Farm liegt mitten in einem Vukankrater.
Ganz vereinzelt sehen wir ein paar Tiere. Sie sind aber weit weg und sehr scheu. Die Meisten haben sich in andere Gebiete zurückgezogen.
Bei einem Halt werden wir auch in die Geheimnisse der „ Wünschelrute“ eingeweiht. Es ist ein L-förmiger Metallstab.
Dieser reagiert weniger auf Wasser, eher auf Risse und Spalten im Boden, durch die Veränderungen im Magnetfeld entstehen. Mit diesem Stab hat Frederick einigen Farmern in der Umgebung geholfen, günstige Stellen zum Brunnenbohren zu finden ( hat wohl auch geklappt ). Einer nach dem Anderen von uns probiert die „Wünschelrute“ aus.
Es ist unglaublich. An bestimmten Stellen schlägt sie mit solcher Kraft aus,dass man sie fast nicht festhalten kann. Selbst mit beiden Händen gelingt es kaum. Man mag dazu stehen, wie man will : Es ist auf jeden Fall sehr interessant ( ich will jetzt aber keine wissenschaftliche Diskussion anstoßen ). An anderer Stelle zeigt er uns, wie ein Baum seine „ Wunden“ selbst heilt. Dazu ritzt er mit einem Messer den Stamm an. In kurzer Zeit produziert der Baum einen gummiartigen, milchigen Saft, der die Wunde völlig verschließt.
Nach drei Stunden sind wir wieder zurück. Den Rest des Tages verbringen wir im Garten im Liegestuhl, schwimmen, lesen oder sehen den Schildkröten zu.
Irgendwann höre ich aus einer Ecke des Gartens ein lautes Keuchen. Neugierig schaue ich nach. Es sind zwei Schildkröten, die ziemlich intensiv beschäftigt sind. Ich hätte nicht gedacht, dass die so laut sein können. 😊
Später lassen wir uns den Gin Tonic schmecken 😛 . Der Himmel präsentiert uns wieder dramatische Wolkenformationen. Ist aber alles nur Show. Es gibt keinen Tropfen Regen.
Am Abend wird der Grill angefeuert. Frederick hat ihn allein gebaut. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Mit einem superguten Essen ( und den dazugehörigen Wein ) lassen wir den Abend ausklingen...
Teil 2209. Mai 2014
28.11. Erongo Plateau Camp
Der letzte Tag unserer Rundreise ist angebrochen. So ganz können wir es noch nicht glauben. Wir frühstücken nochmals zusammen mit Frederick und Rita. Danach heißt es ,Sachen zusammenpacken.
Weit ist die nächste Etappe nicht, nur 5 km. Wir werden noch eine Nacht auf dem Erongo Plateau Camp verbringen, das zur Farm Eileen gehört. Wie der Name schon sagt, liegt die Campsite auf einem Plateau, von dem man einen fantastischen Rundblick hat. Es war mein Wunsch, dort noch einmal zu campen, da es mir beim letzten Mal so gut gefallen hat. Der Abschied fällt sehr herzlich aus. Da es schon am Morgen sehr heiß wird, bietet Frederick uns an, daß wir nachmittags nochmals zum Schwimmen runterkommen können. Wir wollen es uns überlegen. Gemächlich zockeln wir den Weg zum Plateau hinauf ( geht ja auch nicht schneller ). Teilweise ist der Weg ganz schön steil. Oben angekommen, überwältigt uns ( wieder ) der wunderbare Ausblick. Da wir allein sind, können wir uns den Stellplatz aussuchen.
Mittlerweile gibt es sogar einen vierten Platz. Israel, die gute Seele der Campsite, kommt mit dem Buch, in das wir uns eintragen müssen.
Er spricht zwar nicht sehr gut englisch, ich aber auch nicht. Deshalb verstehen wir uns auf Anhieb. 😁 Bei ihm kann man auch Holz kaufen. Da wir aber noch einen Rest haben, brauchen wir keines. Der Platz ist tiptop gepflegt. Wir schauen uns erst mal in der Gegend um, machen einen Rundgang über das Gelände.
Allerdings ist es für weitere Spaziergänge zu heiß. Gott sei Dank gibt es einen Platz mit einer Überdachung.Nach dem Aufbau der Tische sind wir erst mal platt. Also relaxen wir. Irgendwann fangen meine Füße an zu glühen. Abhilfe muß her. Beim Wasserhahn steht ein Eimer, perfekt. Unser „Butler“ schleppt ihn gut gefüllt zu uns, damit wir unsere heißen Füße kühlen können. 😛
Welch eine Wohltat. Für Renates Füße ist auch noch Platz. 🤩
Der Eimer geht reihum, alle haben heiße Füße. 🙄
Da wir sie danach nicht in den Sand stellen wollen, muß der Tisch herhalten.
Man soll sie ja auch schon mal hochlegen ( natürlich haben wir den Tisch später abgewischt und eine Tischdecke draufgelegt ). 😗 Eine Besonderheit ist der Ablution Block. Er ist aus Natursteinen gemauert. Elektrisches Licht gibt es nicht. Dafür kann man im Kerzenschein duschen und auf die Toilette gehen. Kerzen und Streichhölzer liegen immer bereit. Alles ist sehr sauber.
Dusche Vorraum zur Dusche
Abends wird der donkey von Israel angefeuert, damit wir warmes Wasser haben.
Ein Gast ist noch gekommen
Später entschließen wir uns, Tridom Domino zu spielen . Das erste Mal gewinne ich ja noch. Danach aber machen mich die Anderen fertig, wie gemein. Ich zahle es ihnen allen noch heim... 😠
Die Sonne scheint jetzt direkt auf uns. Da wir nicht immer mit dem Schatten weiterrücken müssen ( wäre auch ein kurzweiliges Spiel ), basteln die Herren der Schöpfung einen Sonnenschutz aus einer Plane, sehr effektiv 😎. So lässt es sich eher aushalten.
Am frühen Nachmittag türmen sich mächtige Wolken auf. Vorsichtshalber klappen wir die Zelte nochmal zusammen.Und dann bricht ein gewaltiges Gewitter los. Es blitzt und kracht ununterbrochen. Ebenso fängt es an zu schütten, was das Zeug hält, ein richtiger Wolkenbruch. Das geht ca. eine Stunde so. Da wir nicht viel Ausweichmöglichkeit haben, spielen wir erst weiter. Allerdings ist der Donner so laut, dass die Verständigung schwierig wird. Also schauen wir lieber dem Unwetter zu, wie es sich austobt. Als es vorbei ist, wird es wieder warm , und der Sand trocknet schnell ab. Jetzt können wir die Zelte auch wieder aufklappen.
Malariaprophylaxe
Danach wird der Grill angeheizt.
Die Hüter des Feuers 😄
Abends werden wir noch mit einem fantastischen Sonnenuntergang belohnt.
Nach dem Grillen und Essen sitzen wir noch lange am Feuer und betrachten zum letzten Mal für lange Zeit den unglaublichen Sternenhimmel. Morgen geht es nach Windhoek zurück...
Teil 2329. Mai 2014
29 - 31.11. Erongo/Windhoek
Langsam schält sich einer nach dem anderen aus dem Zelt. Der Morgen ist noch angenehm kühl. Um die Lebensgeister auf Vordermann zu bringen, wird erst mal Kaffee gekocht und der Frühstückstisch gedeckt. Zwischendurch lassen wir unsere Blicke nochmals rundum schweifen.
Wolfgang betet noch schnell seine Frau an ( sonst gibt's nix zu essen ). 🤩 🤪
Während des Frühstücks erzählt ein Vogel in einem der Bäume wilde Geschichten. Wir müssen jedesmal lachen, wenn er anfängt zu trällern. Es hört sich an, als ob er eine lebhafte Unterhaltung mit seinem Nachbarn führt. Leider können wir ihn nicht sehen, obwohl ich zwischendurch mal auf die Suche gehe. Oder ist es vielleicht einer von den Beiden ?
Keine Ahnung. Aber lustig ist es trotzdem. Nach dem Frühstück wird alles sortiert und verpackt, dann kann es losgehen.
Auf der Rückfahrt bewundern wir nochmals die Landschaft
und fahren noch ein bischen Achterbahn.
Ansonsten verläuft die Fahrt ereignislos. Am frühen Nachmittag erreichen wir Windhoek. Erst geht es zur Hotel - Pension, um unsere Sachen auszuladen. Danach schicken wir die Männer zu HH, um die Autos zurückzugeben. In der Zeit pflegen wir Frauen unseren Alabasterkörper am Pool. Später kommen die Herren der Schöpfung dazu und lassen sich ermattet in den Liegestuhl fallen. So vertrödeln wir den Rest des Nachmittags. Am Abend raffen wir uns dann doch auf, um nach Nahrung und Flüssigkeit zu suchen. Leider klappt das Fomi-Treffen im Urban Camp nicht ( keiner da ). Also geht es zurück , und wir steuern das Restaurant Gathemann an. Wir bereuen es keine Sekunde. Das Essen ist hervorragend.
Witzig finden wir den Muschelburger von Wolfgang. Sowas habe ich auch noch nicht gesehen.
Zurück in unserer Unterkunft genehmigen wir uns noch eine Flasche Wein zum Abschied von Marianne und Richard. Die Beiden reisen morgen ab.
30.11.
Am Vormittag wird gepackt. Danach bummeln wir noch etwas durch die Stadt, um noch ein paar Mitbringsel zu erstehen ( ist ja bald Weihnachten ).
Gegen 17Uhr werden Marianne und Richard zum Flughafen abgeholt. Auf Wiedersehen ihr Lieben, es war schön mit euch.
Wir gönnen uns noch einen Gin-Tonic, bevor wir ins Restaurant zur Krone zum Abendessen aufbrechen. Auch hier essen wir ausgesprochen gut. Nach unserer Gute-Nacht-Flasche Rotwein gehen wir etwas wehmütig ins Bett.
Warum müssen wir eigentlich nach Hause ? Ich könnte es gut noch länger aushalten ( unser Konto weniger ).
31.11.
Gott sei Dank können wir morgens in aller Ruhe frühstücken, da wir erst mittags abgeholt werden. Die letzten Sachen werden gepackt, wir genießen noch ein bischen die Sonne. Gegen Mittag bezieht sich der Himmel, die Sonne verschwindet. Bald werden wir abgeholt. Unsere Gastgeberin Amanda verabschiedet uns sehr herzlich. Unterwegs fängt es an zu regnen. Dadurch fällt der Abschied nicht ganz so schwer. Der Rückflug verläuft reibungslos und ohne Verspätungen. In Hamburg empfangen uns unsere Freunde mit einer Flasche Sekt, die wir noch in der Ankunftshalle zusammen vernichten. Danach geht es raus in einen grauen, kalten Novembertag…
Fazit : Es hat Riesenspaß gemacht, mit den Anderen diese Reise zu machen. Wir haben uns sehr gut verstanden und tun es heute noch. Auch die Pannen zwischendurch haben uns den Spaß nicht verderben können. Und nicht zuletzt freuten wir uns immer wieder über die Freundlichkeit und Herzlichkeit, die uns entgegengebracht wurde.