TaddeltoursThemenstarter108 Beiträge · seit 201207. Jan. 2014 · #1
Hallo zusammen,
mal ne ganz blöde (Anfänger-) Frage 🙂
Als wir letztes Mal in Namibia waren (2012) haben wir auch ein paar kleine Wanderungen gemacht, z. B. zur Philipps Cave oberhalb der Ameib Ranch, am Waterberg und am Aba Huab River. Ich war da jedes mal so ein bisschen in "Hab-Acht-Haltung" weil ich hinter jedem Busch ein wildes Tier erwartet habe 🙂
Nun gehen wir im April / Mai wieder nach Namibia, worauf ich mich suuuuper freue. Allerdings würde ich diese "Buschwanderungen" gerne etwas entspannter machen. Hier im Forum sind doch echt alte Hasen in Sachen Namibia unterwegs. Wie groß waren denn Eure Chancen bislang bei solch einer Wanderung auf wilde Tiere zu treffen?
Also bei der Philipps Cave und an der Spitzkoppe war ich super entspannt, am Waterberg z. B. nicht wirklich und auch beim Aba Huab nicht. Ich habe die Befürchtung, ich mache mir die Bedenken umsonst, oder?
Wäre super, wenn ich ein paar Erfahrungen von euch bekommen könnte.
Viele Grüße Susanne
Burschi4'140 Beiträge · seit 200907. Jan. 2014 · #2
Hallo Susanne, in den letzten 15 Jahren bin ich bei Wanderungen auf ausgewiesenen Wanderwegen (!) nicht auf "große Tiere" getroffen. Ausnahme war mal im Dan Viljoen Park, wo in einer Engstelle ein großer Elandbulle stand, der uns eine halbe Stunde nicht vorbeigelassen hat, bzw. wir gewartet haben, bis er weg war, weil wir ihn nicht anschubsen wollten. 🙂 Bei der gleichen Wanderung standen wir dann auch plötzlich nach einer Biegung vor 4 Giraffen (20 Meter), dachten aus der Perspektife dann: "Mein Gott sind die riesig!", und nach dem "Denken" waren sie auch schon wieder weg. Natürlich kann man nie "nie" sagen, aber normalerweise sind die Wanderrouten sicher. Irgendwo z.B. im Caprivi quer durch den Busch zu laufen, hast du ja sicher auch nicht vor. Gruß: Burschi
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200807. Jan. 2014 · #3
Hallo Susanne,
ich bin schon ziemlich viel zu Fuß in diesem Land rumgelaufen - von der Namib bis Palmwag, von den Lodgen der Kalahari bis zur D 707 und noch nie hatte ich Probleme. Glück gehabt - aber auch die Augen aufgehalten. Richtig - das geht nicht immer, wenn man z. B. über eine kleine Kuppe kommt, da kann da schon ein größeres oder kleineres Tier plötzlich vor einem auftauchen. In Südafrika hat mich eine Kobra im Stehen betrachtet, in Okapuka war das Nashorn nur noch 40 m entfernt (Gott sei Dank stand der Wind für mich gut und sehen tun die Nashörner ja so gut wie nix), aber ich habe dann immer das gemacht, was Burschi gesagt hat - ruhig stehen bleiben bzw. ganz ruhig rückwärts gehen. Sobald Du aus dem "Verteidigungsbereich" Deines Gegenübers raus bist, lässt er Dich in Ruhe. Da wir das Thema in ähnlicher Form gestern oder vorgestern hatten, siehe auch mal hier:
Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste Gerd Weitere
africangirl79 Beiträge · seit 200807. Jan. 2014 · #4
Hallo Susanne,
ich habe schon unzählige Spaziergänge bzw. Wanderungen in der Wildnis in Namibia gemacht. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich kaum Erfahrung mit Nationalparks im Caprivi habe außer das eine Mal, wo wir eine frische Elefantenspur am Zambesi verfolgten, das Tier selbst aber nie sahen.
Ich bin schon vielen Tieren begegnet, aber ganz ganz selten hatte ich das Gefühl in Gefahr zu sein. Der Grund dafür ist, dass bei den meisten Tieren eher ein Flucht- als ein Angriffsinstinkt vorhanden ist. Außer wenn sie nicht können oder wenn sie ihre Jungen verteidigen, laufen sie lieber weg.
Bisher hatte ich oder meine Familie nur unangenehme Begegnungen (wir sprechen von 2 in 50 Jahren) mit Pavianen und Puffottern. Beides Mal waren die Opfer (die aber jede Begegnung überlebt haben!) Hunde.
Bei Pavianen würde ich einen Umweg machen. Aber die haben ja ihre Wächter, die einen schon relativ früh melden.
Auch Schlangen flüchten lieber, als dass sie angreifen, mit einer Ausnahme: die faule Puffotter. Wenn ich über Baumstämme trete, pass ich auf, wohin ich meinen Fuss setze.
Ach ja, dann war da noch die Begegnung mit der Tüpfelhyäne. Dabei ist nichts passiert. "Sich groß machen" hat sich bewährt. Zukünftig würde ich bei einer Tüpfelhyäne allerdings doch ein wenig vorsichtiger sein. Wichtig ist, ruhig zu bleiben und eventuell langsam den Rückzug anzutreten.
Mein Fazit: ich wandere ziemlich unbeschwert durch die Pampa, auch querfeldein.
Hallo Susanne, was du fürchtest ist für mich ein großes Glück: Wilde Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu Fuß und recht nahe. Was gibt es schöneres? Auf Ameib habe ich übrigens an der Zufahrt zu Bulls Party einen Leoparden gesehen, keinen jungen sondern schon älter und mit narbigen Kampfspuren. Meine 4 Kinder und meine Frau waren dabei und die Wanderung war gleich viel mehr Abenteuer als sonst auf Ameib. Ich liebe es sehr, möglichst mit einem Buschmann als Tracker von einem Wasserloch aus einer Fährte zu folgen, bis ich dieses gesuchte Tier dann gefunden habe. Solche Suchen können dann auch mal mehrere Stunden quer durch den Busch führen, aber das ist für mich das schönste Afrikaerleben überhaupt.
Viele Grüße jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
Hallo Susanne, wir waren auch schon sehr viel Zufuss unterwegs. 🙂 Auch dort wo Rhinos waren, diese haben wir auch "getroffen" 🤩 genauso wie andere Spezies. Man sollte immer zeigen , das man gewillt ist nicht weiter zu kommen und sie zu bedrängen. Was Schlangen betrifft, da haben wir leider, kein Glück. 😄 bis jetzt gehabt. Dennoch sind wir , wenn wir wandern immer mit knöchelhohe Stiefel unterwegs.
Liebe Grüße Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
Rodrigo1'125 Beiträge · seit 200607. Jan. 2014 · #7
Guten Abend, jaw, ja, es ist ein schönes Gefühl und Erlebnis, nahe bei Tieren in deren natürlicher Umgebung zu sein, oft erlebt. Aber es kann ein zwiespältiges Vergnügen sein. Ich schildere kurz ein Erlebnis, allerdings aus Botswana (Central Kalahari). Ich besuchte Owens' Camp, suchte, bevor ich ausstieg, die Gegend ab und umrundete zu Fuß´die Baumgruppe. Plotzlich stand ich ca. 10 m vor zwei (männl.) Löwen, die allerdings keine Notiz von mir nahmen. Ich habe mich etwas erschrocken und mich anschließen mehrfach gezwickt, um zu testen, ob ich noch lebe... Insofern ist Susannes ursprüngliche Anfrage schon gerechtfertigt. Gruß Rodrigo
also pass mal auf: der bayern schorsch ist so ein richtiger "Schisser", der hinter jeder Kurve ein wildes Tier vermutet und unter jedem Felsbrocken eine schwarze Mamba. 🤩
Wir sind als echte Bayern natürlich immer gerne auf Wanderung. Auch im südlichen Afrika. Und auch auf Ameib, wo´s klar war, dass wir hoch zu Bull´s Party gingen.
Und wir machen das immer so: meine Conny, unerschrocken und mutig, wie sie ist, geht da mal grundsätzlich vor. Und der bayern schorsch hechelt hinterher, in der Hoffnung, alle wilden Tiere sind schon weg, bis er mal oben ist. 🙂 😉
Ich sag Dir, Deine Frage ist nicht unberechtigt, und ich kann mich an einen Thread erinnern, da ging´s um "schwarze Mambas im Tiras-Gebirge". Mein lieber Mann, mir ist da ganz anders geworden.
Aber - passiert ist uns noch nichts, und zwar überhaupt nichts. Und eigentlich warten wir bloß drauf, mal so ein ähnliches Erlebnis wie JAW zu haben. Zwar würd uns dann das Herz in der Hosentasche steckenbleiben, aber so was wär einfach mal krass.
Also - schick Deinen Mann voraus, dann wird das schon.
Biologe1'162 Beiträge · seit 201207. Jan. 2014 · #11
Hallo Susanne,
der Bayern Schorsch hat absolut recht. Dort, wo das Verlassen des Wagens nicht ausdrücklich verboten ist, kannst Du im Prinzip unbeschwert laufen. Ich laufe auch immer wenn möglich, nicht um Tiere zu treffen, das habe ich mir längst abgeschminkt, sondern um nach dieser manchmal doch ermüdenden Fahrerei etwas Bewegung zu haben. Außerdem kann ich die Landschaft doch besser genießen als vom Fahrersitz. Schlangen mögen keine Erschütterungen und hauen (meist) frühzeitig ab, denn der normale Tourist "trampelt" durch die Gegend. Säugetiere (fast alle) mögen keine Menschen (gegen Autos haben sie dagegen nichts, solange die Türen geschlossen bleiben) und fliehen fast immer, bevor der Wanderer sie überhaupt zu Gesicht bekommt. Du kannst also unbeschwert und ganz entspannt laufen. Dennoch zumindest immer auf den Weg achten. Welche Beinkleider und Schuhe zu tragen sind brauche ich wohl nicht zu betonen.
Beste Grüße B.
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
Joerg3'175 Beiträge · seit 200607. Jan. 2014 · #12
Alsooooo, das Herumwandern ist natuerlich super schoen, ABER man sollte dies in Gegenden wo es die BIG 5 oder einen Teil dieser gibt doch bitte mit einem erfahrenen Guide machen.
Zum Thema Wandern in Parks im Caprivi, muss ich sagen dass das NICHT erlaubt ist. Man darf zwar austeigen aber "Stundenlange" Wanderungen sind hier auch nicht erlaubt.
Allerdings kann man das in den angrenzenden Coservancies tun.
Auch wir wandern sehr viel, grundsätzlich bei Begegnungen mit Großtieren keine schnellen Bewegungen, keine Flucht. Tagsüber greifen Löwen meines Erachtens nicht an. Kein Tier zu sehr bedrängen sollte grundsätzlich gelten. Wir haben in dichtem Gras oder bei Gehölz und Felsen immer einen Wanderstock wegen der Schlangen und sehr oft dicke Jagdgamaschen um die Waden, die schützen besonders gegen das scharfe Gras und stechende Kletten.
Joerg3'175 Beiträge · seit 200607. Jan. 2014 · #14
und was macht man bei einem angreifenden Bueffel oder Elefant????
Gruss
Joerg
Es gibt NIX, das es nedd gibt
ALalpha_kilo47 Beiträge · seit 201307. Jan. 2014 · #15
Hi,
hab zwar keine Ahnung geschweigendenn Erfahrung, aber mir wurde für den Fall empfohlen Klamotten hinzuschmeisen, damit sich das Viechzeugs dran austobt - hast 'nen netten Hut dazu auf 😉
Gruss,
Andreas
P.S.: Ich hoffe mal ich muss mich auf keinen Versuch verlassen, werde aber in dem Fall berichten 🙂
TaddeltoursThemenstarter108 Beiträge · seit 201208. Jan. 2014 · #16
Hallo zusammen,
erst mal ganz herzlichen Dank für die vielen Antworten. Ein Vorschlag war dabei "Lass Deinen Mann vor gehen... " 🙂 Den werde ich beherzigen 🙂
Also ich bin ja sehr beruhigt, dass bislang noch wirklich alle Eure Erlebnisse praktisch ungefährlich waren (ok, das mit den Löwen ist schon hart an der Grenze) bzw. viele von Euch noch nicht wirklich wilde Tiere erlebt haben. Einerseits finde ich es natürlich auch faszinierend, die Tiere in Freiheit zu sehen und wenn das so passiert, dass ich nicht um die Ecke biege und direkt vor nem Elefanten stehe, ist das ja super. Was mir allerdings beim letzten Mal passiert ist war, dass wir am Waterberg gewandert sind, auf einmal habe ich mich beobachtet gefühlt. Und Tatsache ist auf so nem Felsvorsprung ein Tier gelegen... keine Ahnung was das für eines war. Größe von nem Fuchs, Fell grau und ein ziemlich runder Kopf, Ohren hab ich keine gesehen von daher müssen die echt klein gewesen sein. Schluck... das Tier liegt da und schaut uns an. Ist's gefährlich oder nicht? Scheu ist es wohl nicht, denn großartig erschrocken durch uns ist es nicht, abgehauen auch nicht. Boh, das war vielleicht komisch. Und Paviane. Die kann ich echt gar nicht leiden. Wenn die einem von weitem sehen, kommen die dann? Versuchen die uns das Zeug aus dem Rucksack zu klauen? Gut, wir haben welche von ganz weitem gesehen, die nicht gekommen sind und nix gemacht haben. Aber vor denen habe ich echt den höchsten Respekt. Schon alleine wegen dem Gebiss 🙂
Viele Grüße Susanne
TaddeltoursThemenstarter108 Beiträge · seit 201208. Jan. 2014 · #17
...ach so.. und feste Wanderschuhe und lange Hosen habe ich sowieso grundsätzlich beim wandern an...
Biologe1'162 Beiträge · seit 201208. Jan. 2014 · #18
Hallo Susanne,
das Tier auf dem Felsen war mit Sicherheit ein ganz harmloser Klippschliefer -- reiner Pflanzenfresser! Die meisten Paviane sind scheu, es gibt aber auch ziemlich aggressive. Auf jeden Fall Abstand halten.
Beste Grüße Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
Tomcat1'155 Beiträge · seit 200608. Jan. 2014 · #19
Joerg schrieb:und was macht man bei einem angreifenden Bueffel oder Elefant????
... Büffel ist nicht verhandelbar ...da würde ich auf den nächten Baum rennen... Elefant je nach Gemütslage... generell stehen bleiben, ausser wenn er im roten Bereich ist und mit anglegten Ohren wircklich angreifft...
...wie würdest Du dich verhalten, warst Du schon in der Situation ?
lg Tom
TaddeltoursThemenstarter108 Beiträge · seit 201208. Jan. 2014 · #20
Hallo Michael,
süß 🙂 Ja, genau so hat das Tierchen ausgesehen 🙂 Also doch harmlos...
Thema Warzenschweine... wir waren auf der Ameib Ranch an dem Wasserloch und da kam ein Warzenschwein angerannt. Seit König der Löwen (Pumba) finde ich die ja echt herzig, aber ich glaube in Wirklichkeit ist mit denen nicht zu spaßen. Als wir noch überlegt haben wo wir hin gehen, hat das gottseidank schon den Rückzug angetreten. Aber generell bin ich doch schon richtig, dass man denen eigentich auch aus dem Weg gehen soll, oder nehmen die tatsächlich reißaus wenn die Menschen sehen?
Sorry, ich bin nicht wirklich so ängstlich wie sich das anhört sonst sollte ich nicht nach Afrika gehen 🙂 Ich versuche im Gegenteil mich selbst etwas zu entstressen, denn ich finde es ja auch toll, Tiere in Freiheit zu sehen. Nur kenne ich manche eben nicht und kann somit nicht einschätzen ob die gefährlich sind oder nicht (siehe Klippschliefer 🙂 )