Nachmittags duschten wir und gingen zu Florian und Sonja, die auf einem anderen Stellplatz standen. Wir verabredeten uns zum Abendessen. Dann fuhren wir ein paar Kilometer zur Elimdüne, die wir noch nie besucht hatten. Dort stiegen wir über viele Etappen immer höher und höher, bis schließlich die Sonne auf der anderen Seite der Düne unterging. Die Aussicht über die Ebene war traumhaft.
Viele Feenkreise verteilten sich zwischen gelbem Gras.
Die Berge in der Ferne färbten sich violett. Irgendwann hielten wir an, genossen die Aussicht und kehrten bald um.
Ruth hatte ihre Schuhe im Auto gelassen. Das bereute sie schon bald, denn die Grashalme waren scharf und spitz und blieben in ihren Fußsohlen stecken. Aber wenn man sich regelmäßig über seinen Ehemann lustig macht, weil der nie barfuß läuft, kann man sich nun auch schlecht beschweren, selbst wenn man die Grassplitter mit der Pinzette aus den Füßen popeln muss. Zurück im Camp hatten Florian und Sonja bereits Feuer gemacht. So holten wir unsere Stühle von unserem Stellplatz und setzten uns zu ihnen. Während die Suppe köchelte, unterhielten wir uns nett. Die Butternut-Suppe war sehr lecker. Danach grillten wir Wildfilet, aßen Sonjas Salat und Folienkartoffeln mit Sauerrahm. Zum Nachtisch gab es für alle ein Glas Amarula. Es war erneut ein sehr lustiger Abend mit den beiden. Wieder ist unsere „Afrika-Familie“ ein wenig gewachsen. Morgen früh werden wir bei Dunkelheit ins Sossousvlei fahren.
Kilometer: 86
Teil 6209. Feb. 2014
Dienstag, 20. August 2013 – Sand, Licht, Schatten und tote Bäume
Sesriem – Farm Kanaan, Tirasberge
Die Nacht war kurz, als wir um viertel vor fünf aufstanden. Trotz Dunkelheit war unser Dach schnell zugeklappt und wir abfahrbereit. Am Tor waren wir das vierte Auto, als es um kurz vor halb sechs losging. Der Run auf das Sossousvlei begann. Wir wurden einige Male überholt, obwohl wir nicht gerade langsam unterwegs waren. Viele Wagen hielten wie erwartet an Düne 45. Aber auch am 4x2-Parkplatz am Ende der Teerstraße standen bereits Autos. Mit Allrad ging es ohne Probleme die letzten Kilometer durch den Sand, der zu dieser frühen Stunde noch recht fest war. Als wir unser Auto am Anfang des Fußwegs in Richtung Deadvlei abstellten, hielten Sonja und Florian neben uns und kamen mit. Mittlerweile kennen wir den Weg und stapften zügig ins Vlei, um den Moment der langen Schatten nicht zu verpassen.
Ein wenig erschöpft durch das Tiefsandgestapfe waren wir schon, aber es gab keine Verschnaufpause.
Während Uwe direkt zu den toten Bäumen lief, ging es für Ruth und die beiden anderen erst richtig los, denn sie machten sich auf, die benachbarte Düne zu erklimmen. Obwohl sie zwischenzeitlich das Gefühl hatten, nicht sonderlich vorwärts zu kommen und den emporgestiegenen Schritt wieder hinunterzurutschen, legten sie ein ordentliches Tempo vor und wurden von oben mit einer herrlichen Aussicht auf die geschwungenen Dünenkämme mit ihren im Schatten liegenden Hängen belohnt.
Teil 6309. Feb. 2014
Das Hinabrennen der Dünenflanke ins Tal machte dann wieder besonders viel Spaß. Unten in der Lehmpfanne war es im Schatten noch recht kalt, aber die Sonne stieg, und ihre Strahlen erreichten schließlich auch das Vlei. Wir machten unzählige Fotos und begrüßten jeden Baum einzeln mit Namen. Ständig hatten wir das Gefühl, der eine Baum würde sich noch besser auf einem Foto machen als der andere.
Von ein wenig mehr links wäre es besser als von weiter rechts, oder doch eher umgekehrt? Näher ran, weiter weg oder doch besser ganz nah? Mit mehr Düne oder doch lieber mehr Himmel im Hintergrund? Soll ich mich besser auf den Boden legen, um noch eine andere Perspektive zu probieren? (Übrigens ein ganz toller Einfall: Der lehmige Staub aus der Pfanne war von der Hose und der Jacke bis zum Ende des Urlaubs nicht mehr völlig zu entfernen!)
Auch wenn die toten Bäume sehr reizvolle Fotomotive bieten und man wie die bekannte Maus in der Speisekammer ständig im Zickzack von links nach rechts und von vorne nach hinten läuft, muss man diesen Wahnsinn ganz einfach irgendwann stoppen. So setzten wir uns einfach mitten in die Pfanne, beobachteten die zurückweichenden Schatten und genossen den Morgen in der Wüste.
Als immer mehr Leute ankamen und uns die Sonne zu hoch stand, gingen wir wieder zurück zu den Autos und parkten sie etwas weiter im Schatten. Wir frühstückten ausgiebig, machten Omeletts, aßen Müsli und tranken Kaffee. Jede Menge Spatzen, Webervögel und zwei Schildraben leisteten uns Gesellschaft.
Drosselschnäpper
Meisensänger
Eine Gruppe Japaner interessierte sich sehr für unser Auto und stellte viele Fragen. Nach einer langen Pause fuhren wir wieder zurück nach Sesriem. Vor der Fahrt durch den Sand hatten wir zur Sicherheit noch ein wenig Luft aus den Reifen gelassen und anschließend wieder aufgepumpt. In Sesriem spülten wir das Geschirr und verabschiedeten uns von Florian und Sonja. Nach den drei mehr oder weniger zufälligen Begegnungen in Namibia machten wir ab, uns in Deutschland wieder zu treffen.
Teil 6409. Feb. 2014
Nun ging unsere Fahrt weiter in Richtung Süden.
Am Namib Rand entlang fuhren wir über Betta nach Spes Bona und dort auf die D707, unsere Lieblingsstraße in Namibia. Die Landschaft war wie immer wunderschön. Wir sahen viele Oryx, Strauße und Springböcke. Unmittelbar vor der Einfahrt nach Kanaan liefen zwei Löffelhunde über die Straße. Ruth freute sich über die beiden Kerlchen riesig.
Hinter dem Tor saß ein Kampfadler mit den letzten Resten seiner Beute. Wir vermuten, dass es sich um eine Trappe handelte.
Bei der Farm begrüßte uns Hermi herzlich und bot uns Kaffee und Tee an. Wir unterhielten uns sehr nett über alles Mögliche. Kurz vor Sonnenuntergang fuhr er mit uns noch ein wenig über die Farm. Wir können uns kaum vorstellen, dass es viele vergleichbare Orte gibt, an denen man das letzte Tageslicht so intensiv erleben und empfinden kann wie hier.
Zurück im Farmhaus duschten wir und gingen zum Abendessen. Hermi hatte leckeres Fleisch mit Curry in der Pfanne über dem offenen Feuer gebraten. Dazu gab es Süßkartoffeln und Salate. Außerdem war noch Johann anwesend, ein Freund von Hermi aus Kapstadt.
Kilometer: 349
Teil 6511. Feb. 2014
Mittwoch, 21. August 2013 – Durch die Namib
Farm Kanaan, Tirasberge
Nach dem langen gestrigen Tag schliefen wir aus. Wir hatten ein weiches, kuscheliges Bett und bekamen um neun Uhr ein tolles Frühstück. Es gab warmen Toast, frische Marmelade, Rührei, Avocadocreme und Müsli. Wir genossen das sehr und unterhielten uns mit Hermi und Johann. Gegen halb zwölf starteten wir vier zu einer langen Fahrt durch die Dünen. Wir saßen hinten auf Hermis kleinem Landrover, überquerten die D707 und fuhren ein Stück nach Osten. Schon bald hielten wir unter einem großen Baum, und Hermi machte ein Feuer. Dazu wählte er einen größeren Grasbüschel aus, riss die umliegenden kleineren Büschel aus, um kein Veldfeuer zu entfachen und schichtete das trockene Gras auf einen kleinen Haufen. Dann legte er Holz in die Mitte und zündete es an. Nachdem das Feuer fast heruntergebrannt war, kam ein Rost mit Schaffleisch auf die Kohle. Es roch herrlich. Als das Fleisch fertig war, öffnete Hermi den Rost und hielt ihn Uwe unter die Nase. Den Blick wird Ruth sicherlich nicht so schnell vergessen: Ein riesengroßes Fragezeichen erschien auf Uwes ungläubigem Gesicht. Er sollte doch nicht etwa das fettige Fleisch mit den Fingern anfassen? Doch! Sollte er! 😕 (Und das, wo Uwe Bahbah-Händchen hasst und selbst das Hühnchen mit Messer und Gabel isst. So entwickeln sich die Kinder, die sich auch im Sandkasten nicht gerne die Körner aus der Unterhose gepult haben). Nach kurzem Zögern griff Uwe aber doch zu. Schließlich wollte er nicht hungrig bleiben. Und er hätte auch wirklich etwas verpasst! Obwohl wir uns beide eigentlich nicht so viel aus Lammfleisch machen, war Hermis Fleisch einfach fantastisch und schmeckte unbeschreiblich gut. Wie einfach doch das Grillen in der Natur sein kann. Das Fett tropfte uns von den Händen, aber dafür entfiel der leidige Abwasch.
Vollhorst, aber glücklich!
Nach dem Picknick ging es weiter in die Dünen der Namib. Wir tauchten ein in ein grenzenloses Dünenmeer und schwammen mit unserem kleinen gelben Schiff auf und ab.
Der Landrover fuhr durch den Sand, über Grasbüschel jeglicher Größe, nahm Steigungen im ersten, zweiten oder dritten Anlauf und glitt Dünenflanken fast senkrecht hinunter. Wir wurden auf der Sitzbank auf der Ladefläche dermaßen durchgeschüttelt, dass kein Knochen an seinem Platz blieb. Besonders wenn es steil eine Düne hinaufging und Hermi Schwung holte, so dass wir schon beim Anlauf über kleinere Hügel hinwegflogen, hoben wir im Sitzen ab und hatten Mühe, die Kameras und uns selbst festzuhalten. Eine Achterbahnfahrt ist harmlos im Vergleich und außerdem nach wenigen Minuten zu Ende. Wir fuhren mehrere Stunden durch die Namib-Dünen. Am nächsten Tag sollten wir mit einem phänomenalen Muskelkater belohnt werden. Zum Ausgleich zu der abenteuerlichen Fahrt wurden wir mit faszinierenden Aussichten belohnt. Ab und zu entdeckten wir ein paar Oryx-Antilopen, die in der Ebene standen, neugierig zu uns herüberschauten und dann im Galopp das Weite suchten.
Teil 6611. Feb. 2014
An einer besonders schönen Stelle stiegen wir aus und liefen eine Düne hinauf. Es war schön, sich ein wenig zu bewegen und den warmen Sand zwischen den Zehen zu spüren. Die Sonne stand schon tief genug, so dass sich die Wellenstrukturen im Sand gut abzeichneten.
Dann wurde es Zeit für den Rückweg, damit wir noch bei Tageslicht wieder aus den Dünen herauskamen. Hermi fuhr über Stock und Stein und machte mit seinem Engagement und seiner Freude diesen Ausflug zu einem ganz besonderen Erlebnis. Viel Glück hatten wir noch mit einer kleinen Gruppe Oryx, die im schönsten Licht auf einer roten Sanddüne spazierten.
Als wir schon wieder recht nah an der Farm waren, hielten wir kurz an und beobachteten die untergehende Sonne. Dazu gab es etwas zu trinken und selbstgemachtes Biltong.
Auf den letzten Kilometern wurde es etwas frisch, aber wir wärmten uns zurück bei der Farm unter einer heißen Dusche wieder auf. Zum Abendessen gab es Oryx-Schnitzel, verschiedene Gemüse und Salate. Es schmeckte wie immer herrlich. Hermi ist wirklich ein ausgezeichneter Koch, ein prima Autofahrer (auch wenn sich Ruth während der letzten drei Stunden der Fahrt nicht sicher war, ob sie diese Kamikazetour überleben würde, oder ob es auffiele, wenn wir auf einer Dünenkuppe in hohem Bogen über Bord gehen würden. In dieser Einöde hätte uns bestimmt niemand so schnell gefunden.) und ein ausgesprochen interessanter Erzähler. So sah Ruths Hand aus, nachdem sie sich den ganzen Tag an der Metallstange des Landrovers festgekrallt hatte.
Leider müssen wir morgen schon wieder abreisen.
Teil 6714. Feb. 2014
Donnerstag, 22. August 2013 – Zu den Köcherbäumen
Farm Kanaan, Tirasberge – Mesosaurus Camp, bei Keetmanshoop
Wir frühstückten mit Hermi und Johann um acht Uhr. Es gab für jeden ein Schälchen leckeres Müsli, getoastetes Brot, Marmelade, Avocadocreme und ein gekochtes Ei. Anschließend packten wir unsere Sachen ins Auto. Hermann, ein Mitarbeiter, hatte es gewaschen. Wir erkannten es kaum wieder. Dann hieß es Abschied nehmen. Wir haben uns wie schon vor zwei Jahren sehr wohl gefühlt. Vielleicht sind die Zimmer auf Kanaan nicht so groß und luxuriös wie bei anderen Lodges in dieser Preisklasse. Aber Hermi hat während der zwei Tage unseres Aufenthalts alles getan, damit wir uns wohlfühlen. Und die ganztägige Fahrt über die 230 Quadratkilometer große Farm war für uns etwas ganz Besonderes, das man in dieser Form nirgendwo sonst erleben kann.
Entlang der D707 ging es Richtung Süden. Wir hielten bei Oryx und einem Steppenfalken (?) an.
Kurz vor Aus bogen wir auf die Teerstraße nach Osten und erreichten am Nachmittag Keetmanshoop.
Dort holten wir an einer Tankstelle Geld, tankten und fuhren zum Spar-Supermarkt. Während Uwe ein paar Lebensmittel für die letzte Urlaubswoche einkaufte, blieb Ruth im Auto und hatte große Mühe, aufdringliche Leute zu ignorieren bzw. abzuwimmeln, die permanent an die Scheibe klopften und Geld, Anziehsachen oder etwas zu essen haben wollten. Dann versuchten wir unser Glück bei einem Metzger. Dieser war uns jedoch deutlich zu einheimisch. Nichts von dem Fleisch in der Auslage wollten wir haben, und so fuhren wir noch zu „Pick and Pay“. Dort gab es zwar auch kein Game, aber wenigstens sah das Beef einigermaßen appetitlich aus. Hinter Keetmanshoop fuhren wir auf die Schotterstraße nach Koes. Entlang dieser Straße sahen wir bereits viele Köcherbäume. Wir hielten an, als sich ein Greifvogel auf einem Felsen zwischen einigen Klippschliefern niederließ. Die Nager hatten jedoch keine Angst vor dem Vogel und sonnten sich weiter. Einige Fuchsmangusten liefen ebenfalls durch die Felsen.
Teil 6814. Feb. 2014
Beim Mesosaurus Camp begrüßte uns der Besitzer Giel Steenkamp sehr freundlich und zeigte uns den Weg zum Bushcamp, das etwa drei Kilometer entfernt lag. Wir hatten den Platz mit Aussicht auf hunderte von Köcherbäumen für uns alleine. Unmittelbar neben unserem Auto befanden sich zwei große Webervogelnester in den Bäumen. Permanent zwitscherte es, und die fleißigen Vögel flatterten durch die Nesteingänge. Wir mögen die Webers sehr. Da sie so farblos sind, werden sie häufig zu wenig beachtet. Dabei sind sie doch so sympathisch. Emsig sammeln sie ein Hälmchen nach dem anderen und sind immer zu einem kleinen Schwätzchen aufgelegt. Für uns hat das Gezwitscher etwas sehr Friedliches.
Wir richteten unser Lager ein und fotografierten noch die schönen Aloen im Licht der untergehenden Sonne.
Dann machten wir Feuer und bereiteten das Abendessen vor. Es gab Möhren, Paprika, Broccoli und Blumenkohl im Potije und das letzte Stück Wildfilet und eine Boerewors vom Grill. Es war sehr lecker. Hier im Süden ist es leider schon deutlich kälter. Wir hatten nur noch 11 Grad. Im Vergleich mit früheren Jahren ist es aber verhältnismäßig warm. Dennoch machten wir noch ein paar Versuche mit dem Fotoapparat und der Taschenlampe.
Kilometer: 399
Teil 6916. Feb. 2014
Freitag, 23. August 2013 – KTP zum Abschluss
Mesosaurus Camp, bei Keetmanshoop – Mata Mata, KTP
Oh je! In einer Woche geht es schon wieder nach Hause. Lieber nicht darüber nachdenken. Ursprünglich war unser Plan gewesen, mit Sonnenaufgang auf den Beinen zu sein, um die Köcherbaumlandschaft, inmitten derer wir übernachten, beim ersten Tageslicht zu fotografieren. Aber dann waren wir doch zu faul und blieben noch ein bisschen im Schlafsack liegen. Als die Webers zu zwitschern anfingen, begannen wir den Tag mit einem Frühstück in der Sonne. Die Vögel, die neben uns in ihrem Riesennest übernachtet hatten, flogen scharenweise aus.
Nach dem Frühstück liefen wir ein wenig durch die nähere Umgebung und bestaunten die einmalige Landschaft mit den unzähligen Köcherbäumen.
Dann fuhren wir die paar Kilometer zurück zur Farm. Giel war wieder dort und fragte uns, ob wir die Führung zu den Fossilien machen wollten. Das hörte sich sehr interessant an, passte aber leider nicht in unser Zeitplan. Dennoch erzählte uns Giel ein paar Dinge zu den 270 Millionen Jahre alten Funde. Wir versprachen und nahmen uns vor, beim nächsten Namibia-Besuch diese Führung nicht zu verpassen. Auf der C17 fuhren wir über Koes in Richtung Kalahari. Irgendwann begannen die roten Dünen. Die Straße verlief senkrecht zu ihnen, so dass wir permanent hinauf und hinunter fuhren.
Besonders das letzte Stück auf der D511 war sehr schön. Dann legten wir die letzten Kilometer nach Mata Mata zurück. An der namibischen Grenzstation reisten wir aus. Eine Polizistin fragte uns, ob wir Brennholz dabei hätten. Als wir sagten, dass noch ein Rest im Auto sei, meinte sie, das müssten wir hierlassen. Im Holz seien irgendwelche Krankheiten. Also luden wir den halben Sack Brennholz aus. Wir könnten ihn auf dem Rückweg in ein paar Tagen wieder mitnehmen. In Mata Mata checkten wir ein und suchten uns einen der letzten Stellplätze aus. Wir ließen gemäß Vorgabe etwas Luft aus den Reifen, duschten und picknickten.
Dann kauften wir neues Brennholz und drehten eine Runde durch den Park. Dabei sahen wir eine handvoll Springböcke, Oryx und ein paar Schakale.
Ein Geier saß in seinem Nest in einem Baum. Bevor wir uns auf den Rückweg machten, ließen sich ein paar Schwalbenschwanz-Bienenfresser neben der Straße fotografieren.
Kurz vor Mata Mata machten uns andere Fahrer auf einen Baum aufmerksam. Als wir genauer hinsahen, entdeckten wir eine afrikanische Wildkatze, die in einer Astgabel saß und sich putzte. Wir blieben lange dort stehen und beobachteten das für uns seltene Tier.
Kurz nach Sonnenuntergang erreichten wir das Camp. Leider war es schon sehr dämmerig, so dass wir die beiden Weißgesicht-Ohreulen im Baum nur noch in schlechter Qualität fotografieren konnten. Als Eulenfans können wir aber natürlich nicht darauf verzichten.
Wir machten Feuer und aßen Steaks, Folienkartoffeln und Salat. Es kühlte zwar merklich ab, war aber längst nicht so kalt, wie in den Vorjahren. So konnten wir noch entspannt spülen und alle Sachen wegpacken, damit wir morgen ganz früh in Richtung Polentswa starten können.
Kilometer: 250
Teil 7020. Feb. 2014
Samstag, 24. August 2013 – Vögel und Kühe, keine Katzen
Mata Mata, KTP – Polentswa, KTP
Der Morgen in Mata Mata war erwartungsgemäß kalt. Aber ganz knapp gab es keinen Frost. Wir hielten uns nicht lange auf und packten zusammen. Kurz schauten wir nochmal bei dem Eulenbaum vorbei, und tatsächlich saß wieder eine White-faced Scops-Owl dort. Ein Südafrikaner zeigte uns ein interessantes Vogelbuch, bei dem die Farbunterschiede in Verbindung mit der Region gebracht werden. Er selbst macht Fotos für den Verlag und stellte sich als wahrer Vogelprofi heraus. Wir unterhielten uns ein wenig. Dann holten wir unser Permit im Office. Im südafrikanischen Teil des KTP muss man dieses Dokument mit sich führen, in dem eingetragen wird, wann man sich wo registriert hat. Noch bevor morgens das Büro und das Tor zum Park öffnen, sammeln sich die ersten Fahrzeuge – manche davon mit laufendem Motor – auf dem Parkplatz vor dem Büro. Sobald dieses öffnet, schiebt sich die Schlange der Fahrer an den Tresen und wartet darauf, dass der Parkangestellte das jeweilige Permit aus seinem Stapel sucht und aushändigt. Abgesehen davon, dass lediglich ein Mitarbeiter die Permits verteilt, ist der Stapel weder sortiert, noch mit einem Index versehen. Der Algorithmus besteht also in einer vollständigen Namenssuche von vorne nach hinten – für jeden Kunden. Uwe dachte, diese Prozedur zumindest für uns beschleunigen zu können, indem er seinem Vordermann über die Schulter spinkste und sich merkte, wo im Stapel sich unser Permit befand. Und das war besonders einfach: es war das unterste. Als Uwe an der Reihe war, sagte er also nach unserem Namen, dass es das letzte Permit, das unterste im Stapel sei. Der Mitarbeiter ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und blieb bei seinem bewährten Algorithmus – von vorne nach hinten. Uwe wiederholte seinen Hinweis, jedoch ohne Erfolg. Als nach einiger Zeit alle Namen verglichen waren, fand sich als letztes tatsächlich unser Permit. Wer hätte das gedacht? Aber was soll’s – auf die paar Minuten kommt es ja nicht an. Also fuhren wir in den Park. Einerseits hatten wir eine enorme Fahrstrecke zu bewältigen, andererseits machten uns die Tiere dies recht einfach. Wir sahen so gut wie nichts. Ausnahmen waren einige Vögel:
Geier (Weißrücken- oder Kapgeier? Wir können die beiden nie auseinander halten? Wie macht man das?)
Und ein Lannerfalke, der seine Beute vor unseren Augen verspeiste und offensichtlich ein Hühnchen zu rupfen hatte.
Hier hätten wir gerne noch mehr Brennweite gehabt. Der Vogel war leider recht weit entfernt, so dass diese Bilder lediglich Ausschnitte darstellen.
Rotkopfamadine
Beim Picknickplatz Kamqua machten wir kurz Pause und aßen ein Nutellabrot. Dann fuhren wir die Strecke nach Osten ins Nossobtal. Auf dem Weg sahen wir ein paar Kuhantilopen und eine Weißflügeltrappe, die laut schimpfte.
Teil 7120. Feb. 2014
Bei Dikbaardskolk hielten wir erneut und wollten eigentlich eine längere Pause machen. Aber dort wimmelte es von Bienen. Wir stellten ihnen zur Ablenkung eine kleine Schüssel mit Wasser hin, die sie auch gerne annahmen.
Aber mit der Zeit wurden es immer mehr Bienen, und sie begnügten sich auch nicht nur mit dem Wasser, sondern umkreisten uns und unser Picknick. Wir aßen ein paar Brote mit Schinken, Käse und Tomaten und suchten schnell das Weite. Die Bienen waren zwar nicht aggressiv, aber einfach zu viele. Die nächste Etappe brachte uns nach Nossob. Ruth entdeckte plötzlich zwei Eulen in einem Baum unmittelbar neben der Straße. Die beiden Fleckenuhus saßen nah beieinander und schauten immer wieder in unsere Richtung. Kaum zu glauben, dass wir uns schon wieder über Eulen freuen durften.
So standen wir eine gute halbe Stunde bei den beiden Federtieren. Es geschah nicht wirklich viel, außer dass die beiden ihren Kopf mal nach links und mal nach rechts drehten und mal das linke und mal das rechte Auge schlossen. Spannend! In Nossob hielten wir kurz und füllten unseren Wassertank, der merklich leerer geworden war. Dann fuhren wir weiter nach Polentswa. Entlang der Straße sahen wir den ganzen Tag immer wieder Oryx, Springböcke, Gnus, Kuhantilopen und Strauße.
Beim Wasserloch Polentswa saß ein junger Gaukler am Wasser und trank.
Wir blieben lange bei dem Adler, bis wir zum Campingplatz fuhren.
Drosselschnäpper?
Dort richteten wir uns ein. Hier sind mal ein paar Fotos vom Innenraum des Campers. Die Liegefläche sieht auf dem Bild so schmal aus, ist sie aber gar nicht.
Ruth legte das Fleisch ein und machte Salat. Uwe zündete das Feuer an und sicherte Fotos. Der Sonnenuntergang war sehr schön über der Ebene.
Da es nahezu windstill war, errichtete Ruth mit Kerzen einen „Ring of Fire“ um unser Camp. Man muss ja sein Revier abstecken. Die Löwen trauen sich dann nicht so nah. 😉
Wir aßen lecker und genossen die absolute Ruhe und Einsamkeit unter dem Sternenhimmel – kein Fernseher, kein Telefon, nichts zu tun – für uns der pure Luxus.
Kilometer: 232
Teil 7221. Feb. 2014
Sonntag, 25. August 2013 – Gehen wir heut‘ auf Löwenjagd?
Polentswa, KTP – Nossob, KTP
Kurz vor Sonnenaufgang standen wir auf und packten zusammen. Es war nicht so kalt wie in Mata Mata, aber dennoch zu ungemütlich, um zu frühstücken. Außerdem gab es ja sicherlich viel Spannendes im KTP zu entdecken. Schnell sammelten wir noch die Wachsreste der Kerzen ein und spülten den Staub von den Händen. Dann konnte es losgehen.
Langsam waren wir auf Löwenentzug, hatten wir seit über zwei Wochen doch schon keine mehr gesehen. Alternativ würden wir auch eine braune Zottelhyäne nicht verschmähen. Letztes Jahr hatten wir nördlich von Polentswa eine gesehen, und so war unser Plan, diese Richtung einzuschlagen, um sie dort erneut zu treffen – so stellt man sich das ja vor. Unser erster Weg führte uns zum Wasserloch Polentswa, das nur einen Kilometer entfernt liegt. Aber so weit kamen wir gar nicht. Kurz nach dem Abzweig zur Wasserstelle entdeckten wir vier Hyänen, die gerade von dort kamen. So drehten wir um und fuhren den gleichen Weg zurück in der Hoffnung, sie auf der Ebene abzufangen. Wir postierten uns auf der Zufahrt zur Pfanne und verrenkten uns die Hälse. Zunächst sahen wir nur einen Springbock, der eilig das Weite suchte.
Lange brauchten wir dann aber doch nicht zu warten, bis das Quartett tatsächlich angetrottet kam.
Immer wieder blieben sie stehen und sahen nach links und rechts, so dass wir viel Zeit hatten, sie genau anzuschauen. Obwohl Ruth Hyänen wirklich mag und wir schon öfter lange bei ihnen verweilt hatten, fiel es bei diesen recht schwer, die positive Einstellung aufrecht zu erhalten. Vielleicht müsste man sie auch nur ein wenig abändern in: Junge Hyänen und solche, die miteinander rangeln, schmusen oder sich jagen, sind nett anzuschauen. Diese hier sahen schon ein wenig zum Fürchten und Gruseln aus.
Alle vier hatten kugelrunde, dicke Bäuche und blutverschmierte Köpfe. Sie schleppten sich mehr vorwärts, als dass sie liefen, und der Hyänengeifer hing noch an ihren Lefzen. Wahrscheinlich waren es nur Wassertropfen, aber wenn man die Tiere so betrachtete, konnte man davon ausgehen, dass sie nicht viel von ihrer Beute übriggelassen hatten. Sie änderten ihre Laufrichtung nicht und kamen schnurstracks auf uns zu.
Dann passierten sie unser Auto und entfernten sich weiter entlang des Nossobtals. Völlig gebannt und fasziniert von dieser intensiven Gruselbegegnung nahmen wir entlang der Straße die Verfolgung auf. Der Plan „Braune Hyäne“ war entsprechend des allseits bekannten Spruchs „Lieber die getupfte in der Hand als die braune im Busch“ schnell über Bord geworfen. Wir waren uns sicher: Da müssen wir dranbleiben, denn die Gang führt uns nach dem Löschen ihres Durstes nun sicherlich zu den Resten ihrer Beute. Also fuhren wir so gut es ging parallel zu den Hyänen auf dem Weg entlang des Nossob. Immer wieder verloren wir sie für kurze Zeit aus dem Blick, da das Buschwerk und die Straßenböschung recht hoch waren. Doch nach einiger Zeit tauchten sie auch wieder ein Stück weiter vorne auf. Na, das konnte ja noch ein wenig so weitergehen. Aber bestimmt waren wir dem Hyänenmahl schon sehr nahe! Durchhalten war angesagt. Wieder hatten wir sie verloren und starrten ins Gesträuch, als Ruth aus den Augenwinkeln in einiger Entfernung eine Bewegung auf der Straße wahrnahm. Es war mehr ein Schatten, aber sie glaubte, eine Katze gesehen zu haben. Der überraschte Ausruf kam zu spät für Uwe, denn das Tier war schon wieder von der Straße verschwunden. Was tun? Die Hyänenverfolgung aufgeben und die Phantomkatze jagen? Der Entschluss war – entsprechend des berühmtesten Prioritäten-Sprichwortes – schnell gefasst: „Lieber den Löwen im Busch als die Getüpfelten in der Hand!“ 🤪 Wir ließen also Hyänen Hyänen sein und näherten uns schnell der ungefähren Stelle, an welcher Ruth glaubte, die Katze gesehen zu haben. War es nun eher hier oder doch noch ein Stück weiter gewesen? Große Tatzenabdrücke verrieten deutlich, an welcher Stelle das Tier die Straße überquert hatte. Wir reckten und streckten uns, fuhren ein Stück vor und wieder zurück, konnten aber nichts erkennen. Doch: eine Schwanzspitze und ein Fleckchen gepunktetes Fell über den Dornenbüschen. Sofort waren wir völlig aus dem Häuschen. Schon der zweite Adrenalinschub an diesem Morgen. Denn das war kein Löwe! Das war ein Leo! Leider hatte er die Hyänen wohl gewittert und versteckte sich geduckt im Gesträuch. Für alle, die denken, dass uns nur gute Fotos gelängen, ist hier das grandiose Meisterwerk, aufgenommen in totaler Hektik und Panik, die Sichtung des Urlaubs verpasst zu haben:
Fortsetzung folgt . . . 😉
Teil 7324. Feb. 2014
Das konnte doch nicht wahr sein! Wir fuhren vor und zurück, der Leopard blieb jedoch verborgen. Wahrscheinlich hatte er sich im hohen Gras niedergekauert, um die Hyänen vorbeizulassen. Erste Enttäuschung machte sich breit, als wir ihn auch nach weiteren fünf Minuten nicht mehr entdecken konnten. Mehr durch Zufall sah Uwe in den Rückspiegel unseres Autos. Und was war da? Da spazierte der Herr doch ganz gemütlich etwa 20 Meter hinter unserem Auto auf der Straße Richtung Wasserloch. Während wir ins Gebüsch starrten, hatte er wohl einen Bogen geschlagen, war auf den Weg zurückgekehrt und trabte nun offensichtlich Richtung Wasserloch. Das konnten wir auch! Nicht traben, aber wenden und fahren. In einigem Abstand schlichen wir also hinter dem Leo her. Dieser verließ die Straße wieder, behielt aber die Richtung bei. Daher fuhren wir den knappen Kilometer bis zum Wasserloch, um ihn dort zu empfangen. Wir positionierten uns für seine Ankunft uns warteten. Und warteten und warteten. Minutenlang geschah nichts. Sollten wir uns doch verspekuliert haben? Der Leo hätte die Entfernung längst zurückgelegt haben müssen. Warten kann in dieser Situation ziemlich nervenaufreibend sein, wenn man bedenkt, dass wir in aller Seelenruhe am Wassertümpel stehen, während die Katze vielleicht querfeldein durch die Büsche zu einem anderen Ziel spaziert. Wir hätten sie doch nicht überholen, sondern ihr besser wie vorhin den Hyänen Geleitschutz geben sollen. Ja klar! Der kommt garantiert zum Wasser! Wir Deppen! Dabei hatten wir ihn schon. Mit der Geduld war es schnell vorbei, gepfiffen auf die erstklassige Fotoposition, das Auto wieder gewendet und unserem Freund voller Hoffnung wieder ein Stück entgegen gefahren. Nach bangem Abscannen der Dornenbüsche hatten wir doch tatsächlich wieder Glück, ihn erneut zu entdecken. Da war er! Unsere Freude war unbeschreiblich, ein Fetzen Fleckenfell sorgte dafür, dass uns in kürzester Zeit heiß wurde und das Adrenalin in die Adern schoss. Immer wieder hielt das Tier an und schaute sich um, war aber eindeutig in Richtung Wasserstelle unterwegs. Mit dem bisher erlangten Foto konnten wir uns nicht zufrieden geben. Bevor wir abermals wendeten, um ihn an der Wasserstelle zu empfangen, mussten wir ihn erst mal im Gras erwischen.
Dann warteten wir erneut am Wasserloch Polentswa. Der Augenblick, in dem der Leo aus den Büschen kam und direkt auf uns zulief, war einfach toll.
Wir kriegten uns gar nicht mehr ein vor lauter Freude. Zielstrebig marschierte er an uns vorbei, würdigte uns nur eines kurzen Blickes und begann dann zu trinken.
Zunächst dachten wir, dass er von seiner letzten Beute noch ein wenig Blut an der Nase habe, dann entdeckten wir aber eine kleine Verletzung. Er blieb etwa eine halbe Stunde am Wasserloch, trank immer wieder und sah zwischendurch auf. Dabei schaute er mehrmals genau in unsere Richtung. Da müsst ihr nun durch:
Wir konnten unser Safariglück kaum fassen. Wir hatten tatsächlich einen Leo selbst entdeckt und nun aus nächster Nähe exklusiv ganz für uns alleine.
Fortsetzung folgt.
Teil 7426. Feb. 2014
Zwischenzeitlich näherte sich eine Herde Gnus. Als die Tiere die Raubkatze erblickten, blieb der ganze Trupp in einer Staubwolke wie angewurzelt stehen und gab Warnlaute.
Zwei Schakale kamen ebenfalls zum Wasserloch, trauten sich aber auch nicht ganz nah heran. Irgendwann hatte der Leo genug getrunken, sich oft genug die Schnauze geleckt und verschwand gemächlich ins Gebüsch und aus unserem Blick.
Genau in diesem Moment fuhren unsere Campnachbarn vor. Wir verschwiegen ihnen, was sie soeben um eine halbe Minute verpasst hatten, denn der Spruch „vor ein paar Sekunden, war genau hier ein Leopard, aber ihr seit ein klitzekleines bisschen zu spät“ kann einem wirklich den Rest des Tages vermiesen. Wir sprechen aus eigener Erfahrung. So verneinten wir die Frage nach einer besonderen Sichtung. In diesem Fall sei eine kleine Schwindelei wohl erlaubt. Wir aber waren so happy und zufrieden, dass wir keine zusätzlichen Kilometer mehr brauchten. Löwenriss oder braune Hyänen hin oder her, der Plan, weiter nach Norden zu fahren, wurde über den Haufen geworfen, und wir machten uns direkt auf den Weg Richtung Nossob. Die ersten beiden Wasserstellen südlich von Polentswa sind geschlossen bzw. trocken. Dort sahen wir demnach keine Tiere außer einer Herde Oryx und einem Greifvogel.
An einer Stelle standen drei Autos am Straßenrand bzw. waren ein Stück die Böschung hinauf gefahren. Etwa 30 Meter entfernt lagen zwei halbwüchsige Geparde. Die Mutter stand ein Stück weiter und beobachtete einen einzelnen Springbock. Leider war die gesamte Szene im Gegenlicht und durch die niedrige Position unseres Autos nur schwer zu beobachten. Trotzdem versprach sie einige Spannung. Wir brachten unsere Fotoapparate so gut es ging in Position und erwarteten jederzeit einen Angriff der Gepardenmutter, die sich immer näher an den armen Springbock heranpirschte. Dieser schaute zwar gelegentlich auf, graste dann aber völlig arglos weiter.
Als ein fünftes Auto angefahren kam und die Insassen geräuschvoll und mit Türenschlagen ausstiegen, rannte der Springbock auf und davon. Glück für den Bock, aber den Geparden und uns hatten die Doofen die Tour vermasselt. Die Gepardin lief ein Stück zurück und legte sich neben einen Baumstumpf.
Irgendwann kamen die beiden Jungen dazu. Sie streckten sich und schärften ihre Krallen an einem Baum. Dann spielten sie miteinander.
Teil 7526. Feb. 2014
Langsam bekamen wir Hunger, fuhren nach Nossob und checkten ein. Dort wollten wir Pause machen und etwas essen. Zuerst suchten wir uns einen Stellplatz mit Stromanschluss, um dann festzustellen, dass wir wieder mal nicht den passenden Stecker dabei haben. Wir luden Tisch und Stühle aus und stellten sie neben das Auto in den Schatten. Aber auf dieser Seite des Wagens war zu wenig Platz, und so räumten wir Tisch und Stühle auf die andere Seite. Nun war es Zeit für den starken Wind, der über Nossob hinwegfegte. Wind war nett ausgedrückt. Es handelte sich vielmehr um einen Sandsturm. Er brachte Staub und feine Blättchen mit sich, die aus dem Baum über uns herunterregneten. Ruth, die gerade Tomaten schnitt, bekam diese gleich umsonst paniert. Also packten wir den Tisch erneut auf die andere Seite in den Windschatten des Autos, nicht jedoch, ohne dieses ein wenig umzuparken, damit wir mehr Platz zum Sitzen hatten. Der Wind legte noch einmal kräftig zu und blies den Staub nun auch unter dem Wagen durch. Die Blätter rieselten so stark, dass wir mit dem Abwischen des Tisches nicht mehr nachkamen. Das geschnittene Brot landete mitsamt Teller in hohem Bogen auf dem Boden. So wollten wir kein Omelett backen. Daher fuhren wir das Auto noch einmal ein Stückchen weiter, damit wir zumindest etwas unter dem Dach sitzen konnten, das entsteht, wenn die seitliche Klappe des Aufbaus hochgeklappt wird. Der Wind lies jedoch nicht nach, und so blieb uns als letzte Rettung, im Auto zu essen. Wir stellten den Gaskocher in den Aufbau, machten dort Omelett und aßen drinnen. Ruth saß auf dem Boden der Wohnkabine, Uwe hockte im Stuhl draußen und hatte seinen Teller ebenfalls auf dem Fußboden.
Nicht gerade gemütlich, aber immerhin knirschfrei. Wir hofften, dass uns niemand beobachtet hatte. Es muss schon sehr merkwürdig ausgesehen haben, wie wir ständig mit dem Tisch um unser Auto marschierten und dieses jede Minute ein paar Meter weiter nach links oder rechts parkten. Nach dem Essen sicherte Uwe Fotos, Ruth duschte, dann spülten wir ab. Der Nachmittag war schon weit fortgeschritten, als wir kurz in den Hide gingen, um einen Blick auf das Wasserloch zu werfen. Außer einem Schakal war dort nichts los.
Daher drehten wir noch eine kleine Runde südlich von Nossob bei Marie se Draai.
Der Karakal, mit dem wir uns eigentlich hier verabredet hatten, versetzte uns leider. Sieht so aus, als müssten wir nochmal wiederkommen. Wir begegneten ein paar Springböcken, einzelnen Oryx und Gnus. Sonst gab es nichts zu entdecken. Aber wir wollen ja auch nicht unverschämt werden. Bestens gelaunt ging es also zurück ins Camp, wo sich der Wind – Gott sei Dank – verzogen hatte. Stattdessen war es wunderbar warm, und der Sonnenuntergang traumhaft. Wir machten Feuer und bereiteten eine Buschpizza vor.
Der Teig war relativ trocken, und wir machten zwei zusammengeklappte Calzone mit Tomaten, Salami, Paprika, Zwiebeln und Käse. Dann kam alles auf den Rost über die Glut. Nach mehrmaligem Wenden waren die Pizzen kross und heiß, aber innen immer noch etwas teigig. Im Gegensatz zu unserem ersten Versuch im letzten Jahr, konnte man sie aber essen. Wir besuchten noch einmal kurz den Hide, aber wieder war außer einigen Schakalen nichts zu sehen.
Kilometer: 95
Teil 7628. Feb. 2014
Montag, 26. August 2013 – Durch das Nossob-Tal
Nossob, KTP – Rooiputs, KTP
Heute mussten wir nicht auf den Wecker warten, um auzuwachen. Diesen Job erledigte das Löwengebrüll, das regelmäßig und in nicht allzu großer Entfernung ertönte. Der ganze Campingplatz bei Nossob war wach. Außerdem war es unglaublich warm. Schon der Abend war sehr lau und angenehm gewesen, aber für die Kalahari waren die Temperaturen geradezu paradiesisch. Wir holten unser Permit ab und verließen kurz nach sieben Uhr das Camp. Nach nur wenigen hundert Metern standen bereits drei Autos am Straßenrand. Unmittelbar daneben lag eine Löwin im Gras. Es dauerte nicht lange, und sie fühlte sich durch die vielen Wagen gestört und stand auf. Sie lief ein Stück in die Ebene und brüllte noch einmal aus voller Kehle. Uns fiel auf, dass sie ein wenig humpelte. Den linken Vorderfuß setzte sie nur sehr vorsichtig auf, als hätte sie dort eine Verletzung oder einen Dorn.
Nach einiger Zeit kehrte sie um, überquerte die Straße und verschwand im Gebüsch. Wir fuhren weiter.
Bei Marie se Draai sahen wir nichts Besonderes und auf der weiteren Fahrt Richtung Süden ebenfalls nichts. Neben Oryx, Springböcken, vereinzelten Straußen und Gnus entdeckten wir immer mal wieder ein Steinböcken und Kuhantilopen.
Bei Dikbaardskolk machten wir eine Frühstückspause. Als wir ausstiegen, kamen sofort einige Bienen angeflogen. Zur Ablenkung stellten wir wieder einen kleinen Becher mit Wasser auf einen Tisch.
Dieser lockte immer mehr Bienen an, bis er vollständig von ihnen eingehüllt war. Wir kochten Tee und Kaffee und aßen Müsli und Nutellabrote. Länger hatten wir keine Lust dortzubleiben und fuhren weiter. Außerdem nahm der Wind wieder zu, und es wurde ungemütlich. Die Bienen hatten den Becher nach einer halben Stunde fast vollständig geleert.
Teil 7728. Feb. 2014
Die weitere Strecke nach Süden zog sich lange hin. An welchem Wasserloch wir auch vorbeikamen, es waren im Grunde nie Tiere dort zu sehen. Bei Melkvlei hielten wir erneut an und machten ein kleines Picknick. Auch hier war es windig und furchtbar staubig.
Ein paar Kilometer weiter stand ein Auto am Straßenrand (viele Grüße an die toemmels). Im Gebüsch lag eine einzelne Löwin und dahinter befand sich ihr Oryx-Riss. Wir brachten uns in Position und beobachteten die Raubkatze. Es war allerdings recht eintönig, denn sie stand nur selten auf, ging ein paar Meter oder drehte sich um ihre eigene Achse und legte sich danach gleich wieder hin.
Die meiste Zeit schlief sie oder wälzte sich von einer auf die andere Seite. Irgendwann waren wir mit der Löwin alleine. Aber sie war weiterhin träge. Also warteten wir. Uwe las, Ruth hatte den Fotoapparat im Anschlag. Ein paar Schakale näherten sich der Löwin bzw. ihrer Beute, kehrten aber immer wieder um.
Auch ein Honigdachs kam des Weges und schlenderte in ihre Richtung. Als er sie bemerkte, machte er jedoch sofort kehrt und trollte sich über die Straße und den nächsten Dünenkamm.
Über den kleinen Kerl freuten wir uns sehr, war er doch eine willkommene Abwechslung bei der ganzen Warterei. Außerdem finden wir, dass er einen so herrlich tapsigen, schlenkernden Gang hat, während er – die Nase immer dicht an der Erde – auf Nahrungssuche herumwuselt. Wir blieben insgesamt drei Stunden bei der Raubkatze, bis wir weiterfuhren.
Kronenkiebitz
Beim Wasserloch Rooiputs sahen wir noch einen Tawny Eagle, dann fuhren wir zu unserem Campingplatz. Wir füllten die beiden Reservekanister in den Tank, machten ein großes Feuer mit dem restlichen Holz und grillten die letzten Rindersteaks. Leider waren sie so zäh, dass wir nur ein paar Bissen davon essen konnten. Zum Glück gab es noch Möhren aus der Alufolie und Salat. Unser letzter Abend im Busch ging gemütlich zu Ende. Die Geckos bellten, die Kerzen beleuchteten den Platz, und es war herrlich warm. Wir könnten jeden Abend so verbringen.
Kilometer: 150
Teil 7802. März 2014
Dienstag, 27. August 2013 – Schakale
Rooiputs, KTP – Mata Mata, KTP
Auch der Morgen in Rooiputs war nicht kalt. Wir zogen sofort unsere T-Shirts an, räumten die restlichen Dinge zusammen, die wir nicht bereits am Abend eingepackt hatten und fuhren los. Als erstes ging es noch einmal einige Kilometer nach Norden. Wir wollten schauen, ob die Löwin mit dem toten Oryx noch an derselben Stelle lag. Dies war zwar nicht der Fall, aber auf der anderen Straßenseite lagen einige Reste des Kadavers verteilt. Uns wurde einiges geboten, denn um diese Stücke stritten sich mehr als ein Dutzend Schakale. Einige versuchten, letzte Fleischreste von den Knochen zu nagen. Wie man an der Vielzahl der Bilder sieht, mögen wir die Schakale sehr gern und können uns nicht dazu durchringen, noch weiter auszusortieren.
Andere zankten sich um einzelne Brocken, nagten gleichzeitig am selben Knochen oder versuchten, ihren Anteil wegzuschleppen. Hier konnten wir sehr gut die Rangordnung der Schakale beobachten.
Von der Löwin war nichts mehr zu sehen, wir hörten sie in weiter Entfernung brüllen.
Teil 7902. März 2014
Wir fuhren noch ein Stück weiter nach Norden bis zum Picknickplatz Melkvlei und gingen zur Toilette. Dann ging es denselben Weg wieder zurück bis Twee Rivieren. Bis dorthin sahen wir viele der typischen Antilopen und ein paar Adler.
Raubadler
Kampfadler
Kurz hinter dem Tor des Rastlagers lief ein schwarzer Tausendfüßer über den Weg. Wir stiegen aus und betrachteten den Wurm mit den vielen Beinchen. Ruth wollte ihn am liebsten von der Straße retten, war sich dann aber nicht sicher, ob es ihm oder ihr schaden würde, wenn sie ihn anfasst. Weiß hier jemand Bescheid?
In Twee Rivieren holten wir Bargeld und tankten voll. Hier erwischten wir noch einen hübschen Nektarvogel. Die genaue Bestimmung fällt uns aber wieder schwer.
Dann spülten wir das Geschirr vom Vortag und machten eine Frühstückspause. Es gab die Reste vom Müsli mit Joghurt, Kaffee und Tee. Ruth machte für später noch einen Wurstsalat.
Fortsetzung folgt.
Teil 8004. März 2014
Es war schon Mittag vorbei, als wir uns auf den Weg nach Mata Mata machten. Anfangs führte die Strecke durch die Kalahari-Dünen, dann am Rande des Auob-Tals entlang. Uns fielen viele Gerippe von Eland-Antilopen auf, die in relativ kurzem Abstand herumlagen. Von keiner anderen Antilopenart fanden wir so viele Überreste. Bei Kamqua gab es dann das Wurstsalat-Picknick.
Dabei zog ein nicht enden wollender Strom von Springböcken vorbei. Beim Kreuzen des Zufahrtswegs zum Picknickplatz setzten die Antilopen zum Sprint an und zeigten uns ihre beeindruckende und namensgebende Sprungtechnik.
Wir beeilten uns, um nicht zu spät im Camp anzukommen. Kurz vor Dertiende Boorgat entdeckte Uwe eine Schildkröte auf ihrem Weg zum Wasser. Diese entschleunigte unser Vorankommen allerdings sehr. Wir folgten ihr eine ganze Weile, bis sie sich endlich in den Tümpel vorgekämpft hatte.
Ruth fotografierte eine Menge kleiner Vögel, die in den Büschen saßen und immer nur kurz ans Wasser flogen, um zu trinken.